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78 Doors - Tarot spielerisch entdecken» Tarot zum Ausdrucken

RE: 78 Türen
#46
18.02.2023, 10:35 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 18.02.2023, 10:36 von Bultungin.)
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Selbstreflexion mit Hilfe des Johari-Fensters

Das Johari-Fenster hat erstmal wenig mit Tarot zu tun. Es wird jedoch gerne verwendet, um die vier Bereiche ein wenig näher zu beleuchten. Das Johari-Fenster verbildlicht die mögliche Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung in Form des "Blinden Flecks". Der Blinde Fleck meint jegliche Anteile unserer Persönlichkeit, die andere an uns wahrnehmen, wir selbst an uns aber nicht wahrnehmen können. Das integrative Erlebnis der eigenen Identität wird umso "stimmiger", je kleiner der Blinde Fleck ist. Das Johari-Fenster wird vor allem in sozialen und Gruppenprozessen, beispielsweise im Arbeitskontext, verwendet. 

Dateiname: Johari-Fenster.jpg
Größe: 35 KB
18.02.2023, 10:18



Mit Hilfe des Tarots kann man sich eigenständig mit den möglichen blinden Flecken der eigenen Persönlichkeit auseinandersetzen und ein wenig über den Tellerrand blicken. Ich habe das Ganze anhand meiner eigenen Legung beispielhaft aufgelistet. Das Kartendeck ist das ZEN Tarot von Osho. Das kann etwa so aussehen:


Quadrant 1: Mein Geheimnis - Was ist mir bekannt, anderen jedoch nicht?

Mir ist sehr wohl bekannt, dass ich in einem "Gefängnis" aus nicht-hilfreichen Konditionierungen lebe, die ich während meines Auf- und Heranwachsens ausgebildet habe. Ich habe das Leid, das damit verbunden ist, lange "geheim" gehalten. Das hat sich jedoch verändert. Die anderen wissen um mein inneres Gefängnis und warten wohlwollend darauf, dass ich schrittweise austrete.

Dateiname: understanding.jpg
Größe: 134,26 KB
18.02.2023, 10:28






Quadrant 2: Meine öffentliche Persönlichkeit - Was ist mir bekannt und anderen auch?

Sowohl mir als auch anderen ist bekannt, dass wir alle mir gewissen Fassaden und Masken herumlaufen, die einen anderen Teil der Persönlichkeit verdecken sollen. 

Dateiname: Projections.jpg
Größe: 32,96 KB
18.02.2023, 10:28






Quadrant 3: Unentdecktes Potential - Was ist weder mir noch anderen über mich bekannt?

Schwierig zu beantworten, da es ja weder mir noch anderen bekannt ist. Die Karte könnte mir den Tipp geben, dass ich vielleicht resilienter bin, als ich annehme und dass ich sehr wohl in der Lage dazu bin, "alleine" und selbstständig zu leben.

Dateiname: aloneness.jpg
Größe: 20,14 KB
18.02.2023, 10:29






Quadrant 4: Blinder Fleck - Was ist anderen über mich bekannt, was mir nicht bekannt ist?

Da ich ganz gut weiß, wie andere mich wahrnehmen (durch Feedback), nehme ich an, dass der große Blinde Fleck immer noch der Anteil meiner Persönlichkeit ist, die von großer Schaffenskraft und Energie zeugt. Ich nehme mich so nicht wahr, weshalb es mir schwerfällt, dies einzusehen. Aber auch diese Seiten von mir, gilt es, zu akzeptieren.

Dateiname: maturity.jpg
Größe: 60,17 KB
18.02.2023, 10:29






Falls ihr die Legung ausprobiert, postet gerne eure Ergebnisse. normal
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behind those lights - mostly void, partially stars."

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RE: 78 Türen
#47
18.02.2023, 11:32 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 18.02.2023, 11:33 von ichbinmehr.)
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Du hast mich auf die Idee gebracht, das Tarot mit Ken Wilbers Vier Quadranten aus dem AQAL Modell zu kombinieren.

[Bild: Wilbers-four-quadrants-Upper-Left-Upper-...source.png]
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RE: 78 Türen
#48
15.05.2023, 16:48
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Peter Mohrbachers Großes Arkanum - sehr inspirierend normal
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RE: 78 Türen
#49
30.01.2024, 20:19 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 30.01.2024, 20:28 von Bultungin.)
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Everyday Tarot

Nach längerer Zeit mal wieder ein kleiner Tarot-Beitrag von mir. Diese kurze und knackige Legung kann man als Tages-, Wochen- oder Monatsreflexion nutzen, je nachdem, wie intensiv man sich mit sich und seinen Themen auseinandersetzen möchte. Man kann die Karten auch zu einer Person des näheren Umfelds befragen, um die Situation einer anderen Person besser nachzuvollziehen oder um im allgemeinen seine Empathie einer bestimmten Person gegenüber zu stärken. Gezogen werden drei Karten:

1 - Was beschäftigt mich (Person xy) gerade?
2 - Was macht mir (Person xy) Angst?
3 - Was tut mir (Person xy) gerade gut?



Ich habe die Karten zu mir selbst befragt und hier folgt ein kleines Beispiel:


1 - Was beschäftigt mich gerade?

9 - Der Eremit (Artwork "Sleepwalk") - Assoziationen zum Bild: Besinnung auf mich selbst nach einer Zeit der Fixierung im Außen, Spirale dreht nach innen, Augen sind geschlossen und es wird mehr auf das geschaut, was innen vor sich geht. Was mich beschäftigt ist in der Tat wieder mal die Selbstfindung und die damit verbundene Loslösung von äußeren Umständen.

Dateiname: eremit.jpg
Größe: 47,07 KB
30.01.2024, 20:09



2 - Was macht mir Angst?

2 der Münzen (Artwork "Juggler") - Assoziationen zum Bild: Alles am Laufen halten, nicht aus dem Takt kommen, jetzt bloß keine Fehler machen und irgendwie weiter zu funktionieren, puppenhaft und fast kopflos. Was mir aktuell Bauchschmerzen bereitet ist in der Tat immer noch der innere Antreiber in mir, der mir sagt, dass ich funktionieren muss.

Dateiname: 2münzen.jpg
Größe: 43,63 KB
30.01.2024, 20:09



3 - Was tut mir gerade gut?

8 der Stäbe (Artwork "Firefly") - Assoziationen zum Bild: Vielseitige Ressourcen, Fokus auf mehreren Dingen, die mir gut tun. Augen geschlossen, Hineinspüren was ich brauche anstatt zu scannen was andere von mir möchten oder erwarten, ich trage die Krone. Gerade tut es mir in der Tat gut mal eher darauf zu schauen, was ich eigentlich will und worauf ich Lust habe und das dann auch zu machen ohne schlechtes Gewissen. Es klappt immer besser.

Dateiname: 8stäbe.jpg
Größe: 46,18 KB
30.01.2024, 20:09





Viel Spaß beim Legen und wie immer bin ich natürlich auf eure Legungen gespannt. meditier
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RE: 78 Türen
#50
03.02.2024, 22:49
Hallo Aura,

ich hatte mich nochmal mit dem Johari-Fenster beschäftig, welches du etwas weiter oben erklärt hattest. Dabei ist folgende Legung entstanden:

[Bild: 423454648_908928194294118_3765229185648782750_n.jpg]


In meiner Tarotlegung habe ich mich auf einen Mann konzentriert, den ich sehr bewundere und der mir gleichzeitig Rätsel aufgibt. Ich versuche gerade, ihn und die Wirkung, die er in mir und der Welt hinterlässt, besser zu verstehen und diese Eigenschaften in mein eigenes Leben zu integrieren.

Die erste Karte, "Der Wagen", passt perfekt zu diesem Thema. Sie zeigt mir, dass ich in meiner Vergangenheit oft zu ungeduldig war und mir nicht genug Mühe gegeben habe. Ich sehe wie undiplomatisch ich zum Teil bin, weil ich mir vielfach einfach nicht genug Mühe gemacht habe, geduldig mit den Dingen umzugehen und immer schnell mit dem Kopf durch die Wand wollte. Manchmal hat da etwas Einfühlungsvermögen und Entschleunigung gefehlt. Oft dachte ich, der einzige Weg wäre die Machtfrage zu stellen, dabei erkannte ich in den letzten Tagen, dass es viel subtilere Möglichkeiten gibt. Von daher passt der Wagen sehr gut. Diese Karte ermutigt mich, meinen Einfluss in der Welt bewusster zu gestalten.

Die umgekehrte "Sechs der Schwerter" lässt mich fragen, ob der Weg zu diesem Mann gerade blockiert ist oder ob ich selbst derjenige bin, der sich im Weg steht. Ich habe das Gefühl, dass ich selbst diese Blockade auflösen kann, wenn ich daran arbeite. Dass ich das selbst in der Hand habe, dass motiviert mich gerade noch härter an mir zu arbeiten.

Der "umgekehrte König der Kelche" verwirrt mich ein wenig. Vielleicht bedeutet er, dass der Mann oder ich emotional nicht so zugänglich sind, wie es nötig wäre. Es könnte ein Hinweis darauf sein, dass er oder ich in dieser Hinsicht noch etwas zu lernen habe. Wer da nun wem helfen wird, an dem Thema zu arbeiten, das steht noch in den Sternen. Vielleicht wird es ein Geben und Nehmen.

Die "Sieben der Münzen" erinnert mich daran, dass ich Geduld haben und hart arbeiten muss. Es scheint, als ob der Weg zu einer tieferen emotionalen Verbindung noch offen ist, aber es wird seine Zeit dauern, bis ich dort ankomme.

Diese Legung ermutigt mich, geduldig zu sein und mich weiterhin anzustrengen, um die Person zu verstehen, die ich so bewundere, und die Eigenschaften, die ich an ihr schätze, in mein Leben zu integrieren.

>>>

Dann habe ich genau auf das gleiche Thema nochmal deine aktuelle Methode genutzt.

Folgende Karten sind dabei gefallen:

Was beschäftigt mich (Person xy) gerade?

Königin der Schwerter

[Bild: tarotkarte-die-koenigin-der-schwerter.jpg]


Was macht mir (Person xy) Angst?

Neun Münzen (liegt umgekehrt)

[Bild: tarotkarte-neun-der-muenzen.jpg]


Was tut mir (Person xy) gerade gut?

König der Stäbe

[Bild: tarotkarte-der-koenig-der-staebe.jpg]


Ich glaube dass der Austausch mit diesem Mann sowohl meine geistige Klarheit (Differenziertes Denken) als auch meinen mutiges Herz herausfordert und mich herausfordert zu zeigen was ich kann. Meine Angst besteht darin, dass ich nicht gut genug bin und er mich keines Blickes würdigt. Ja es geht um Anerkennung, das ist überhaupt die Karotte dass ich die Mühen auf mich nehme hier an mir zu arbeiten. Und endlich macht mein Streben nach Anerkennung Sinn. Ich brauche diese Motivationskraft noch, um mich noch etwas zu entwicklen. Das Streben nach Anerkennung ist mein Treibstoff in dieser Sache. Und es ist total schön, mit diesem Streben in mir im Frieden zu sein.

Deshalb ist die Karte der 9 Münzen umgekehrt gefallen. Ich vermute aber dass es sich dabei nur um eine Angst handelt, die sich womöglich auflöst, wenn ich meine Entwicklungsaufgabe erfolgreich bewältigt habe.

Falls dir noch etwas zu den Karten die bei mir gefallen sind einfällt, freue ich mich auf deine professionelle Sichtweise dazu.
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RE: 78 Türen
#51
04.02.2024, 18:51 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 04.02.2024, 19:04 von Bultungin.)
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Huhu Steffi,

ich merke gerade, dass ich mich mit dem Namen "Aura" gar nicht mehr identifizieren kann. Insofern ab jetzt gerne einfach "Janina". grin Bezüglich deiner Johari-Legung ist mir nicht ganz klar, ob du das Fenster für dich oder für ihn gelegt hast. Natürlich muss man bei Deutungen, die andere Personen beinhalten auch immer eine gewisse Skepsis und Distanz wahren, denn in den Kopf des anderen können wir ja nicht hineinschauen. Falls du es für ihn gelegt hast, wäre meine Deutung etwa so ausgefallen:


Öffentliche Person: Der Wagen; er scheint jemand zu sein, der nach außen hin sehr tatkräftig und zielgerichtet wirkt, jemand der Dinge anpackt, zuende bringt und dabei auch - wenn nötig - neue Wege entschlossen einschlägt, vielleicht sogar unüberlegt.

Sein Geheimnis: König der Kelche umgekehrt; er scheint jemand zu sein, der seinen Gefühlen eigentlich nicht gut Ausdruck verleihen kann. Deshalb zeigt er sich nach Außen (Öffentliche Person) vielleicht auch so stark und entschlossen (Der Wagen).

Sein blinder Fleck: 6 Schwerter umgekehrt; passend zu seinem Geheimnis zeigt sich, dass er sich anscheinend nicht im Klaren darüber ist, dass er noch Schwierigkeiten damit hat seine Gedanken und mentalen Unruhen zu ordnen.

Seine Umbekannte Variable: 7 Münzen; zeigt mir an, dass er selbst mitten in einer Entwicklungs- und Reifungsphase steckt, die Zeit und Geduld erfordert und die auch nicht durch aktives Handeln beeinflusst werden kann. Nach dem Motto: Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.


Vielleicht bewunderst du ihn, weil ihr in Punkto Persönlichkeit und Persona Parallelen habt? Oft sind es ja gewisse "Trauma-Bonds", die uns mit anderen auf bestimmten Ebenen matchen lassen. Auf einen Podest sollte man andere jedoch besser nicht stellen - die Lektion musste ich auch mal wieder lernen. grin

Deine Worte am Ende zeigen mir, dass du ihn bereits auf ein Podest gestellt hast und Angst hast, seiner nicht würdig zu sein etc. Stell dich ruhig auf Augenhöhe mit ihm, erkenne, dass auch er sein Päckchen zu tragen hat und dass er - auch wenn er nach außen vielleicht stark und entschlossen wirkt -  auch von gewissen Unsicherheiten beschäftigt wird.
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RE: 78 Türen
#52
04.02.2024, 20:26 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 04.02.2024, 20:30 von ichbinmehr.)
Janina finde ich super, weil das für mich auch wie ein Ankommen klingt.

Ich hatte das Fenster für meine eigene Perspektive gelegt, aber danke für die Inspiration, die Situation auch nochmal aus seiner Sicht betrachten zu können.

Zitat:Natürlich muss man bei Deutungen, die andere Personen beinhalten auch immer eine gewisse Skepsis und Distanz wahren, denn in den Kopf des anderen können wir ja nicht hineinschauen.

Ja, ich verstehe. Das werde ich berücksichtigen.

Zitat:Öffentliche Person: Der Wagen; er scheint jemand zu sein, der nach außen hin sehr tatkräftig und zielgerichtet wirkt, jemand der Dinge anpackt, zuende bringt und dabei auch - wenn nötig - neue Wege entschlossen einschlägt, vielleicht sogar unüberlegt.

Zitat:Sein Geheimnis: König der Kelche umgekehrt; er scheint jemand zu sein, der seinen Gefühlen eigentlich nicht gut Ausdruck verleihen kann. Deshalb zeigt er sich nach Außen (Öffentliche Person) vielleicht auch so stark und entschlossen (Der Wagen).

Das passt!

Da besteht die Frage, wie ich damit umgehen kann? Du kennst mich ja ein bisschen und daher kennst du wahrscheinlich auch mein Problem, dass ich oft einfach nur tiefer in den emotionalen Kontakt möchte, dabei aber so ungeduldig und ungestüm bin, dass ich die Menschen oft vor den Kopf stoße und statt Verbundenheit Trennung erschaffe.

Meine Frage ist, wie ich das diesmal anders mache? Das Leben gibt einem immer wieder die gleichen Entwicklungsaufgaben.

Dazu ziehe ich mal ein paar Karten:

Umgekehrt: Drei Münzen: Harte Arbeit + Stabilität und gute Bedingungen, in denen ich bei meinem Vorhaben Halt erfahre. Ich habe eine Umgebung, in der ich mich entwickeln kann und gefördert werde, weshalb ich vertraue, dass sich da auch etwas bewegt.

Umgekehrt: Acht Schwerter: Ungeduld und Schüchternheit überwinden. Ja, das ist oft der Knackpunkt. Meine Ungeduld in Kombination mit dem Gefühl, nicht wertvoll oder gut genug zu sein. Das hat mir in der Vergangenheit immer wieder das Genick gebrochen. Also brauche ich Geduld, Zuversicht und Selbstvertrauen.

Ass der Schwerter: Klarer Verstand, Unterscheidungsvermögen, Erkenntnisse, Objektivität

Ich glaube, dass die umgekehrten Karten mir zeigen, woran ich noch arbeiten darf und das Ass der Schwerter auf meine Stärke hinweist, an der ich eine Orientierung finden kann.

Zitat:Sein blinder Fleck: 6 Schwerter umgekehrt; passend zu seinem Geheimnis zeigt sich, dass er sich anscheinend nicht im Klaren darüber ist, dass er noch Schwierigkeiten damit hat seine Gedanken und mentalen Unruhen zu ordnen.

Hier erneut die Frage, was kann ich an der Stelle tun? Und wie gehe ich damit um, dass ich seine blinden Flecken von außen sehe, die ihm vielleicht noch gar nicht bewusst sind?

Auch dieses Thema hat in Beziehungen häufig eine Konfliktsituation ergeben, weil ich meist nicht einfühlsam und geduldig genug abwarten konnte, bis jemand für das bereit war, was ich ihm geben wollte. Auf der anderen Seite habe ich dann oft das Gefühl, wenn ich die Veränderung nicht anstoße, passiert da gar nichts.

Ich bin daher immer wieder über diejenigen Menschen erstaunt, die an der Stelle abwarten können, wie ein Stein, manchmal jahrelang, ohne mich zu drängen. Das ist wirklich eine hohe Kunst, die ich selbst leider noch nicht beherrsche. Ich frage mich, wie ich die Vereinbarkeit Entwicklungen anzustoßen und gleichzeitig dem Menschen seine Selbstbestimmung lassen kann, in der er in seiner eigenen Zeit heilt und zu seiner eigenen Selbstentfaltung hin wächst? Ich möchte das irgendwie zusammenbringen. Nur wie?

Na mal sehen, was die Karten dazu sagen:

Page der Kelche: Da sehe ich das im positiven Sinne naive Kind in mir, als einer meiner Stärken. Das Kind als sanfter, emotional berührbarer, Narr.

Umgekehrt: Königin der Stäbe: Hm kann ich noch nicht einordnen. Vielleicht hast du an der Stelle einen Rat?

6 Stäbe, diesmal richtig herum: Dazu fand ich diesen Satz: Genieße deinen Erfolg von Herzen! Doch werde dadurch nicht gleich größenwahnsinnig. Ja, genau dass ist in der Vergangenheit oft mein Fehler gewesen. Ich habe das was ich bewegt habe, oft gar nicht gesehen und dann habe ich oft keine Ende gefunden und wurde dann wieder so drängend. ich sollte mehr dahin schauen, was ich bewege und den Punkt finden, wo es genug ist. Die Grenzen eines Menschen anerkennen. Zufrieden sein, mit dem was ich erreichen kann. Erkennen, wo es aussichtslos scheint und dann loslassen können.

Ich denke gerade, vielleicht hat sich meine Schwierigkeit an der Stelle immer ergeben, weil ich einerseits zu wenig an mich geglaubt habe und andererseits in das Gegenteil gekippt bin, und das Maß für sinnvolle ENtwicklungsanreize aus den Augen verloren hatte. Ich wünsche mir da eine gesunde Mitte.

Zitat:Seine Umbekannte Variable: 7 Münzen; zeigt mir an, dass er selbst mitten in einer Entwicklungs- und Reifungsphase steckt, die Zeit und Geduld erfordert und die auch nicht durch aktives Handeln beeinflusst werden kann. Nach dem Motto: Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

Ja. Mir ist ja nur wichtig, dass das Gras überhaupt wächst. Ich bin eben durch meine Erziehung so geprägt worden, dass da gar kein Gras mehr gewachsen ist. Trauma kann ja in ganz schlimmen Fällen einen Entwicklungsstillstand erzeigen. So war das mit meinen Eltern. Deshalb habe ich diese unbändige Ungeduld, und dieses starken Entwicklungsdran, weil ich auf manche Menschen schon mein ganzes Leben gewartet habe und nichts ist passiert. Da ist ein tiefer Schmerz über die Unerreichbarkeit die ich in meiner Kindheit erlebt hatte.

Hinter alledem steht natürlich mein eigener Wunsch nach Verbundenheit. Verbundenheit, die ich aber oft auch wieder kaputt mache, weil ich so drängend bin. Das ist ein Kreislauf, den ich durchbrechen möchte.

Hier noch die Frage, wie kann ich es besser machen?

Umgekehrt: Die Herrscherin: Also absolut erwartungslos werden. Den eigenen Willen aufgeben.

Umgekehrt: Die Königin der Münzen: Ich glaube, hier zeigt sich eine Angst, ein Mangelgefühl. Das kleine Kind in mir sagt: Ich bekomme nie, was ich mir wünsche. Die Betonung liegt auf NIE. Das Wort Nie ist immer ein Trauma. Da hat eine Generalisierung statt gefunden.

Und ich spüre gerade auch diesen Schmerz, weshalb es mir ja so schwerfällt, keine Erwartungen zu haben. Ich fühle, dass ich traurig bin. Jetzt kommt Enttäuschung. Und jetzt falle ich in eine Art depressive und resignierte Haltung. Ich denke, kein Wunder, dass ich das oft nicht aushalten kann, wenn doch so schwierige Gefühle der Ohnmacht vorhanden sind. ich frage mich, wie ich das raus finde?

Ich bekomme gerade den intuitiven Impuls, dass ich diese Gefühle jetzt erstmal abtrauern muss. Es sind natürlich alte Gefühle, die sich nur hier gerade durch die Situation zeigen. Alte Gefühle, gegen die ich immer gekämpft hatte, indem ich versucht hatte, die Situation durch Aktionismus zu beherrschen.

Ich weiß also gar nicht, ob das auf ein Scheitern in Bezug auf diesen Austausch hinweist, oder vielleicht erstmal nur das alte Trauma zu Ende fühlen lässt. Im Grunde ist das die Trauer darüber, dass ich meine Eltern nie erreicht habe, egal was ich auch versuchte. Es war vergeblich. Stell dir mal ein Klind vor, dass über Jahrzente vergeblich versucht, seine wichtigsten Bezigspersonen zu erreichen. Diese sind aber durch Trauma eingefroren und befinden sich hinter einer undurchdringlichen Wand.

Die Trauer kommt jetzt hoch, und ich gebe ihr jetzt Raum.

Die Neun der Kelche: Diese Karte verstehe ich nicht ganz. Hier geht es um Reichtum und Fülle, aber auch um übersteigerte Selbstzufriedenheit, die der Erkenntnis vielleicht im Weg steht. VIelleicht hast du da eine Idee?

Das Problem hatte ich schon mal. Das ist mein Vater, nur in einer anderen Form. Mein Vater hatte auch eine übersteigerte Selbstzufriedenheit und war unfähig, sich selbst in Frage zu stellen, und somit konnte er sich nicht entwickeln.

Zitat:Vielleicht bewunderst du ihn, weil ihr in Punkto Persönlichkeit und Persona Parallelen habt?

Auf jeden Fall. Einige Paralleilen sehe ich ganz klar.

Zitat:Oft sind es ja gewisse "Trauma-Bonds", die uns mit anderen auf bestimmten Ebenen matchen lassen.

Das hast du gut ausgedrückt. Danke hier nochmal für den Hinweis, denn über sein Trauma hatte ich gar nicht nachgedeacht, weil er so souverän und zufrieden wirkt.

Zitat:Auf einen Podest sollte man andere jedoch besser nicht stellen - die Lektion musste ich auch mal wieder lernen.

Jain. Ja und Nein. Auf der einen Seite stimme ich dir total zu. Auf der anderen Seite habe ich erkannt, wenn mein Herz Menschen bewundert oder liebt, dann tut mein Herz das, weil ich im Zustand der Faszination für einen Menschen eine ganz besondere Achtsamkeit hervorbringe, und die ist wiederum sehr nützlich für mich. Also habe ich meinen Hang zur Bewunderung, den ich jahrelang versucht hatte zu überwinden (weil ich ja erwachesen und unabhängig sein will), angenommen.

Und gleichzeitig habe ich daran gearbeitet, ganz auf eigenen Beinen zu stehen. Es ist also wieder eine Sowohl-als-auch-Lösung. Bewundern ja, aber gleichzeitig stabil auf eigenen Beinen stehen. Nicht entweder unabhänig oder nach Verbindung strebend, sondern beides Verbundenheit und Autonomie.

Zitat:Deine Worte am Ende zeigen mir, dass du ihn bereits auf ein Podest gestellt hast und Angst hast, seiner nicht würdig zu sein etc. Stell dich ruhig auf Augenhöhe mit ihm, erkenne, dass auch er sein Päckchen zu tragen hat und dass er - auch wenn er nach außen vielleicht stark und entschlossen wirkt -  auch von gewissen Unsicherheiten beschäftigt wird.

Ja, genau das ist die Herausforderung.

Danke für deine hilfreiche Inspiration!

Ich finde es immer wieder faszinierend, wie man mit den Tarot Karten und etwas rahmengebenden Sachverständnis, welches du hier in einem sehr umfangreichen Ausmaß mitbringst, zu Erkenntnissen kommt.
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RE: 78 Türen
#53
05.02.2024, 06:49 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.02.2024, 06:49 von Bultungin.)
Zitat:Hier erneut die Frage, was kann ich an der Stelle tun? Und wie gehe ich damit um, dass ich seine blinden Flecken von außen sehe, die ihm vielleicht noch gar nicht bewusst sind?

Auch dieses Thema hat in Beziehungen häufig eine Konfliktsituation ergeben, weil ich meist nicht einfühlsam und geduldig genug abwarten konnte, bis jemand für das bereit war, was ich ihm geben wollte. Auf der anderen Seite habe ich dann oft das Gefühl, wenn ich die Veränderung nicht anstoße, passiert da gar nichts.

Ich bin daher immer wieder über diejenigen Menschen erstaunt, die an der Stelle abwarten können, wie ein Stein, manchmal jahrelang, ohne mich zu drängen. Das ist wirklich eine hohe Kunst, die ich selbst leider noch nicht beherrsche. Ich frage mich, wie ich die Vereinbarkeit Entwicklungen anzustoßen und gleichzeitig dem Menschen seine Selbstbestimmung lassen kann, in der er in seiner eigenen Zeit heilt und zu seiner eigenen Selbstentfaltung hin wächst? Ich möchte das irgendwie zusammenbringen. Nur wie?

Du fragst: Was kannst du TUN. Liegt hier vielleicht dein eigener blinder Fleck? Das Bedürfnis, etwas TUN zu müssen? Die nüchterne Antwort: Du musst gar nichts tun! grin Deine Karten spiegeln dir das ganz gut.



Zitat:Hinter alledem steht natürlich mein eigener Wunsch nach Verbundenheit. Verbundenheit, die ich aber oft auch wieder kaputt mache, weil ich so drängend bin. Das ist ein Kreislauf, den ich durchbrechen möchte.

Hier noch die Frage, wie kann ich es besser machen?

Echte Verbindung entsteht dadurch, dass ich mein Gegenüber sein lassen kann, wie es ist, ohne Verändern-Wollen oder Druck. Probier es doch mal aus. Wahrscheinlich wird es Ängste und Emotionen in dir hochholen. Dein Muster, jemanden aktiv zu beeinflussen ist ja letztendlich eine Vermeidungstaktik - die Vermeidung des Gefühls der Ohnmacht einem anderen Menschen gegenüber. Das kannst du nur lösen, indem du das Gefühl mal zulässt und bewusst merkst, dass dir nichts Schlimmes passiert, weil du jetzt erwachsen und unabhängig bist. Hier auch wieder: Das Gras wächst IMMER. Vertrau darauf und lass es mal von sich aus wachsen. Es wächst nämlich auch nicht schneller, wenn man starr den Fokus darauf richtet. wink1
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RE: 78 Türen
#54
05.02.2024, 23:04 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 06.02.2024, 02:03 von ichbinmehr.)
Ich weiß aber gar nicht wie ich einem Menschen begegnen soll, außer in der Absicht miteinander zu lernen, und Lernen ist immer Veränderung. Ich habe mich hilflos, depressiv und traurig gefühlt, als ich deinen Text gelesen und dem nachgespürt habe, weil ich das Gefühl habe, dass ohne durch meine Inspiration dann gar keine Begegnung statt findet und ich meine Berufung nicht leben kann.

Die Empfindungen von Hilflosigkeit, Depression und Traurigkeit rühren wohl von der Angst her, dass ohne meine Initiative und meinen inspirierenden Einsatz keine wahrhafte Verbindung entstehen kann. In einer Welt, in der viele Menschen vornehmlich auf sich selbst konzentriert sind, befürchte ich, dass meine Perspektive vollständig übersehen zu werden, sollte ich nicht kontinuierlich versuchen, durch Inspiration die Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen.

Früher als ich immer nur still und angepasst war, bin ich Jahrzehnte lang übersehen worden! 

Ich erkenne, dass mein Bestreben, eine Quelle der Inspiration sein zu wollen, zunächst Anerkennung verdient. Diese Strategie ist eine Art, mir selbst Aufmerksamkeit zu geben, etwas, das mir in meinem Leben oft gefehlt hat. Meine Feuerenergie ist dabei eine starke Kraftquelle für mich.

Es geht um mehr als nur den Wunsch, mit anderen in Verbindung zu treten. Es geht darum, diese Verbindungen auf eine Weise zu knüpfen, die sowohl für mich selbst erfüllend als auch für die anderen bedeutungsvoll ist. Mein Streben, durch meine Inspiration Begegnungen zu ermöglichen, zeugt von meinem Engagement, einen positiven Einfluss auf die Menschen in meiner Umgebung auszuüben. Ich möchte ein Entwicklungsbegleiter sein.

Diese Bestrebungen sind eine Form der Selbstfürsorge und ein Weg, mir selbst Bedeutung und Aufmerksamkeit zu schenken. Ich möchte als die Person wahrgenommen und geschätzt werden, die ich wirklich bin, mit all meinen individuellen Stärken und Eigenheiten, und nicht als jemand, den die anderen vielleicht gerne in mir sehen würden, ohne mich wirklich zu sehen. Und das kann ich bisher nur so.

Das Gras wächst nur sehr selten mal dahin wo ich hinwill. Ich will bis in den Himmel wachsen. Ich fühle mich wo ich diesen Satz schreibe, als ob ich in Flammen stehe. Ich fühle diese starke Energie in mir und ich will euch alle mitreißen oder manche zumindest. Das ist eben meine Bestimmung und der gebe ich mich hin.

Es kommt niemand von außen und sieht mich wie ich bin. Das ist noch nie passiert. Die meisten Menschen können weder in die Dunkelheit noch in das Licht schauen, in dem ich lebe. deshalb sehen sie mich nicht.

Es liegt deshalb in meiner Verantwortung, mich zu zeigen wie ich bin und zu teilen was ich habe. Ich habe die Aufgabe mich selbst zu erfüllen. Ich bin Yoni und Lingam.  normal

Wenn es jemanden gäbe, der mir das Feuer (kurzzeitig) mal aus der Hand nehmen würde, ich würde sofort loslassen. Diese Erkenntnis passt auch zu meinem heutigen Klartraum. Jemanden der meine Energie auffangen kann, so jemanden habe ich jedoch nicht gefunden.

Ich musste an diesen Song denken:



Saltatio Mortis - Prometheus (Provocatio)

Und ja ich bin dabei oft eine feurige Provocation. lol
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RE: 78 Türen
#55
06.02.2024, 13:13 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 06.02.2024, 13:13 von Bultungin.)
Zitat:Es kommt niemand von außen und sieht mich wie ich bin. Das ist noch nie passiert. Die meisten Menschen können weder in die Dunkelheit noch in das Licht schauen, in dem ich lebe. Deshalb sehen sie mich nicht.

Da lese ich doch schon sehr stark eine passive Opferhaltung heraus. Und obendrein auch noch ein Urteil über andere, die nicht gut genug darin seien, "in die Dunkelheit noch in das Licht zu schauen". Mit solchen Äußerungen würde ich mich sehr bedeckt halten. Du läufst nicht in den Schuhen anderer und kannst im Grunde nur sehr begrenzt einschätzen, was andere können, wollen, etc. Zum anderen ist das auch sehr paradox. Du kritisierst andere dafür, dass sie dich nicht sehen, bist selbst aber auch nicht bereit, andere so zu sehen wie sie sind (deshalb kritisierst du sie). Da widersprichst du dir selbst.

Denke, diese Diskussion führt hier auch zu weit ab vom eigentlichen Thread-Thema, insofern gehe ich mal nicht weiter drauf ein.
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RE: 78 Türen
#56
07.02.2024, 15:27
Danke bishier her.
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RE: 78 Türen
#57
08.02.2024, 20:02 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08.02.2024, 20:10 von Bultungin.)
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Blinde Flecken und Hinterstübchen mit Tarot ausleuchten


Heute mal eine kurze Inspiration zum Thema Blinde Flecken, Hinterstübchen und andere Bereiche der "Schattenarbeit", die man mit Tarotkarten erkunden kann. Auf die folgende Idee bin ich vor einigen Jahren durch dieses Video gekommen.


Der Einfachheit halber werden folgende Karten aus dem Kartensatz entfernt:

- alle Großen Arkana
- alle Personenkarten/ Hofkarten
- alle Asse

Der Grund liegt tatsächlich auf der Hand. Da die großen Arkana übergreifende Lebensprinzipien beschreiben, würde man sich hierin schnell verlieren. Ähnlich verhält es sich bei den Assen, die ein wenig "alles und nichts" widerspiegeln. Hofkarten sind ebenfalls eher irritierend beim Erkunden und Ausleuchten von Schatten, da sie im wahrsten Sinne zu "personifiziert" daherkommen. Es bleiben die Zahlenkarten von 2 bis 10. In den Zahlenkarten finden sich alltägliche Situationen abgebildet und damit verbundene Themenaspekte. Wir erinnern uns an den Lebensbaum und dessen zehn Sphären in welchen die Zahlenkarten "zuhause" sind. 1 entspricht der Krone (Kether), alles und nichts. Erst ab Sphäre 2 beginnt mit der Dualität die Dynamik des alltäglichen und greifbaren Lebens. Hier wird es interessant.

Und darüber hinaus denke ich selbst auch: Die eigentlichen Schattenthemen, die uns interessieren, verbergen sich selten in den ganz großen Schicksalsthemen. Sie integrieren sich in die gewöhnlichsten und unscheinbar anmutenden Situationen des Lebens: Die kleine Notlüge, unmerkliche Selbst- und Fremdsabotagen im Alltag, in Beziehung, Beruf und Familienleben, kleine Intrigen, Unsicherheiten, Zurückgehaltenes das sich unter dem Teppich sammelt bis hin zu ganzen Lebenslügen die einmal ganz klein - vielleicht auch mit einer Notlüge - begonnen haben. Diese kleinen Sandkörnchen im Getriebe des Lebens spiegeln sich wunderbar in den Zahlenkarten 2 - 10.


Beginnen wir also. Um ein Beispiel zu geben, habe ich selbst mal ein paar Karten herausgesucht, die ich ganz interessant finde und werde das mögliche Schattenthema kurz umreißen. Zur Deutung werde ich hier ausnahmsweise mal auf die Dekaden vorgreifen (dazu werde ich demnächst noch einen eigenen Beitrag verfassen):



Beispiel 1: Fünf der Stäbe - 1. Dekade, Saturn in Löwe (fixes Zeichen)

Begrenzung und Disziplin (Saturn) trifft auf Stolz und Selbstsicherheit (Löwe). Bei den fünf der Stäben zeigt sich Disziplin in der Selbstsicherheit, weshalb die Karte ja auch häufig mit dem Thema Konflikt oder Wettbewerb assoziiert wird. Hier geht es nicht wirklich darum, andere niederzubringen, sondern es geht um eine gesunde Auseinandersetzung, in welcher jeder Beteiligte Konturen annehmen darf und muss, um sich spielerisch zu behaupten. Schattig wird es, wenn Überheblichkeit oder Arroganz hineinspielen: Wo will ich andere vielleicht doch übervorteilen und werde womöglich missgünstig? Wo habe ich aus Spiel "Ernst" gemacht und dabei das Spiel sabotiert?

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08.02.2024, 19:42

("Georgina Tames The Dragon")



Beispiel 2: Sieben der Kelche - 3. Dekade, Venus in Skorpion (fixes Zeichen)

Schönes und Genuss (Venus) trifft auf Unbewusstes und Tiefe (Skorpion). Bei den sieben der Kelchen zeigt sich häufig eine Schwammigkeit in Bezug auf die eigenen Wünsche, Gefühle bis hin zu Verführung, die Trennschärfe, die zur Entscheidung befähigt, fehlt hier. Hier liegt der Schatten: Wo lasse ich mich zerstreuen oder hinreißen? Wo fehlt es mit an Trennschärfe, um eine klare Entscheidung zu treffen? Wo bin ich meinen Gelüsten verfallen? Hier hilft eine nüchterne Betrachtungsweise und die Konzentration auf eine Sache.

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08.02.2024, 19:42

("Try To Catch Me")



Beispiel 3: Zehn der Schwerter - 3. Dekade, Sonne in Zwilling (bewegliches Zeichen)

Lebenskraft und Selbstachtung (Sonne) treffen auf Flüchtigkeit und Doppelnatur (Zwilling). Bei den zehn Schwertern ist nichts mehr zu holen - rien ne va plus. Nichts geht mehr. Die Lage ist kompromittiert. Wenn die Lebenskraft durch Ambivalenzen oder Unauthentizität brüchig gemacht wird, sind wir am Ende der Schwerter-Fahnenstange angekommen. Wir müssen uns Fragen: Wo haben wir uns selbst verleugnet? Wo haben wir uns selbst zu Gunsten eines fremden Konzepts verlassen? Der Schatten liegt in der Selbstverachtung, die wir trügerisch getarnt haben als etwas heroisches. Am Ende sind wir Märtyrer geworden. Jetzt hilft nur noch Annahme und von vorne anfangen.

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08.02.2024, 19:42

("Just Dessert")


Zum Deuten schaut auch gerne nochmal in diesen Beitrag rein.
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"We understand so much, but the sky
behind those lights - mostly void, partially stars."

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RE: 78 Doors - Tarot spielerisch entdecken
#58
12.02.2024, 11:46 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.02.2024, 11:50 von Bultungin.)
[+] 1 User sagt Danke! Bultungin für diesen Beitrag
Heute entdeckt:

Minimalistische Tarotkarten zum Ausdrucken bei TAROT OAK.

Es ist nur das Nötigste vorhanden, weshalb man sehr klare Legungen erhält. Auf der Seite sind auch die Bedeutungen der Karten übersichtlich erklärt.
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