Klartraumforum

Normale Version: 78 Türen
Du siehst gerade eine vereinfachte Darstellung unserer Inhalte. Normale Ansicht mit richtiger Formatierung.
Seiten: 1 2 3
78 Türen

"Why, they're only a pack of cards, after all.
I needn't be afraid of them."
- Alice in Wonderland


Was hier hinein kommt:

Alles Mögliche zum Tarot. Psychologisch, spielerisch, experimentell, spirituell.
Mal schauen, lasst euch überraschen.



>> Wegweiser

Tarot spielerisch erkunden
Beispiel: Tarot erkunden Teil 1
Beispiel: Tarot erkunden Teil 2
Das Große Arkanum und die Zahlenkarten
Der Narr und seine Geschichte
Wie lese ich überhaupt ein Kartenbild?
Die vier Elemente im Tarot: Höfe und Hofkarten

The Travelling Tarot Reader - Welcome to Night Vale
Das Tarot spielerisch erkunden


[attachment=4483]


Ich denke schon länger darüber nach, meine Tarot-Erfahrungen zu teilen und nun beginne ich deshalb mit diesem Thread. Mein erster realer Kontakt mit Tarot fand auf einem Klartraumtreffen 2016 bei Dreamweaver statt. Ich fand „solche Sachen“ schon immer spannend, habe aber nie angefangen mich damit zu beschäftigen – das Klartraumtreffen gab hier den nötigen Impuls.

Seither arbeite ich fast täglich mit den Karten, sei es für mich selbst oder für andere. Mich fasziniert die Kompaktheit der Bildsymbolik verschiedener Darstellungen in traditionellen und künstlerischen Kartendecks. Ich habe mich den Karten „damals“ sehr intuitiv genähert und dieses intuitive Wissen in den letzten Jahren vertieft. Dazu gehörte für mich das private Studium der historischen Hintergründe sowie der traditionellen Bildsymbolik und deren kulturelle Herkunft. Meine „Lehrerin“ war und ist immer noch Claire, die Druidin meines Vertrauens, wenn man so sagen will. Ich kann sie als Mensch und Mentorin uneingeschränkt weiterempfehlen.



Warum überhaupt Tarot?

Ich möchte vorab betonen, dass ich es sehr bedenklich finde, dass Tarot immer noch für billige und betrügerische Wahrsagerei ausgenutzt wird und nicht zuletzt auch die Menschen, die mit Sehnsüchten und Hoffnungen nach Erlösung bei unverantwortlichen Kartenlegern suchen, die sich aber nur für das Geld der Klienten interessieren. Das findet man leider nicht nur in der spirituellen Szene, aber davon möchte ich mich ganz klar abgrenzen und jeder der sich von mir schon die Karten hat legen lassen, der wird auch bestätigen, dass ich da eine andere Herangehensweise habe. AstroTV und Co. sind KEINE realistische Darstellung von Kartenarbeit, sondern Geldmaschinerien. Es ist wie mit Horoskopen in Zeitschriften, die höchstens 0,1% mit einem echten Horoskop zu tun haben. Hier muss man wirklich ganz klar abgrenzen, was Show ist und was nicht.

Gut, Disclaimer Ende. Hier soll es ja um einen hilfreichen und sinnvollen Umgang mit dem Tarot und seinen Facetten gehen. Kurzum: Tarot ist für mich ein psycho-spirituelles Werkzeug, das sowohl tiefenpsychologisch als auch ganz praktisch genutzt werden kann. Und natürlich auch spielerisch. Einen gewissen Respekt darf man den Karten dennoch entgegenbringen, auch wenn es am Ende des Tages lediglich bunt bedrucktes Papier ist. Wir wollen ja nicht vergessen, dass die Zeit, unsere Kultur und zahlreiche Künstler Herz und Blut in die Karten gesteckt haben. Ein vollständiger Kartensatz bildet jede erdenkliche Lebenssituation in ihren Schichten und Ebenen ab – allein das ist wirklich faszinierend. Hierbei spielen Bild, Symboliken, Zahlen und astrologische Zuordnungen eine Rolle.

Ich sage gerne „In einem Kartenbild liegt die ganze Welt“ und so ist es auch, wenn man sich näher darauf einlässt. Jedes Kartenbild ist wie eine Tür, durch die wir die Welt auf eine bestimmte Art und Weise sehen können. So wie wir auch die Welt sehen, wie wir sind – nicht wie die Welt ist. So ermöglicht uns jedes Kartenbild auf seine Weise einen Blick in die Welt – 78 Türen, 78 Perspektiven und noch viele viele mehr, dann man kann ja mehr als eine Karte legen. Das finde ich wirklich erstaunlich.



Wie kann man anfangen?

Das ist wohl eine Frage, die viele umtreibt, die das Tarot gerade erst zu entdecken beginnen. Es ist aber auch eine Frage, die ich mir selbst immer wieder stelle, denn auch als Fortgeschrittener lernt man ja nicht aus, sondern integriert immer wieder neue Aspekte in seine Wissens- und Erfahrungsstruktur. Im klassischen Sinne kann man sich einfach ein Buch kaufen oder Webseiten durchforsten, die Bedeutungen der Karten lernen und dann damit arbeiten. Dagegen ist absolut nichts einzuwenden und viele Wege führen nach Rom. Dieses Wissen ist auch heute kein Geheimnis mehr und kann von jedem im Netz oder in Buchläden eingesehen werden. Daher werde ich in diesem Thread auch keine Kartenbedeutungen stumpf auflisten oder dergleichen.

Meine damalige Herangehensweise war absolut intuitiv und an die Bildsymbolik gebunden. Da ich keine Ahnung von Schwertern, Stäben, Kelchen und Scheiben hatte und von Hofkarten schon gar nicht, blieb mir ja nichts anderes, als mir die Bilder anzuschauen und hineinzuspüren, was diese in mir bewegen und welche Themen, Gedanken, Erkenntnisse und Fragen sie in mir aufwerfen. Mit dieser Arbeitsweise habe ich mir nach und nach das gesamte Deck erarbeitet.

Da das erste Kartendeck mit dem ich in Berührung kam das Röhrig-Tarot war, habe ich auch damit weitergearbeitet. Danach dann mit dem Tarot von Nicoletta Ceccoli (was streng genommen kein Tarotdeck ist, da die Bilder nicht explizit als Tarotkarten gestaltet wurden) und erst danach habe ich mich schrittweise mit dem klassischen Waite-Smith Kartendeck befasst und den traditionellen Hintergründen. Das Crowley-Harris Deck hat mich ehrlichgesagt nie angesprochen – auf mich wirken die Bilder sehr zerstörerisch, hart und zu abstrakt. Hier ist es wirklich wichtig, dass man seine Karten danach auswählt, ob man mit den Bildern etwas anfangen kann, denn die Bilder sind ja letztendlich das, wodurch man sich inspirieren lässt. Man kann natürlich auch mit reinen Spielkarten ohne Bilder legen und arbeiten, ist aber für den Anfang eher schwierig, da man keine bildlichen Anker für die Symbole und Bedeutungen hat.



Einen Kartensatz erkunden und „auf sich prägen“

Prägen – so kann man es wohl nennen, wenn man sich einen Kartensatz Schritt für Schritt „zu eigen“ macht. Ich habe da mittlerweile eine ganz besondere Art und Weise, die ich euch heute zeigen will. Denn vielleicht ist ja gerade jemand unter euch, der vor seinem Kartendeck sitzt und nicht weiß wie es jetzt weitergehen kann. Vielleicht habt ihr auch schon viel Erfahrung mit den Karten und habt Lust, euch auf eine neue, spielerische Herangehensweise einzulassen und eure Karten einmal ganz anders zu verwenden und neu kennenzulernen.

Gut, fangen wir also an. Bei diesem „Kennenlern-Spiel“ geht es eigentlich um Selbstreflexion. Hier habt ihr schon die erste Verknüpfung: Ihr lernt die Karten besser kennen und auch euch selbst – besser geht es ja nicht. Ihr braucht im Grunde nur zwei Dinge: Einen Kartensatz mit Bildern, die euch ansprechen und ein wenig Zeit, die ihr euch nehmt. Dann geht es los. Zunächst geht ihr einfach mal Karte für Karte durch und schaut euch in Ruhe die Bilder an. Einfach nur anschauen, betrachten, entdecken was es zu sehen gibt. Vielleicht kommen Gefühle hoch, Gedanken oder Bewertungen. Einfach Bild für Bild durchgehen. Das könnt ihr so oft machen, wie ihr es für passend haltet.

Jetzt wird interagiert. Ich habe dreizehn Kategorien erstellt (die ihr gerne kürzen oder erweitern könnt), zu denen ihr nun jeweils eine passende Karte sucht und zuordnet. Ihr zieht also nicht die Karten aus dem verdeckten Stapel, sondern sucht sie explizit für die jeweiligen Kategorien aus. Damit das Ganze nicht so trocken wird, habe ich mitgemacht und einmal genauer beschrieben, wieso ich das jeweilige Bild ausgewählt habe. Fühlt euch frei, eure Erkundungen hier hineinzuposten, wenn ihr mögt. Sicherlich können einige – ich übrigens auch! – davon profitieren. Im nächsten Beitrag seht ihr dann, welche Kartenbilder ich für mich zugeordnet habe.



Die dreizehn Kategorien sind:

1. „Das bin ich“ – Finde ein Kartenbild, das „dich“ oder deine Biografie zeigt

2. „Meine Sonnenseite“ – Finde ein Kartenbild, das dich in deiner schönsten Version zeigt

3. „Meine Schattenseite“ – Finde ein Kartenbild, das dich in deiner dunkelsten Version zeigt

4. „Yin und Yang“ – Finde ein Kartenbild, das das absolute Gegenteil von dir zeigt

5. „Meine Vision“ – Finde ein Kartenbild, das dich zeigt, wie du gerne sein würdest

6. „So bin ich, wenn ich alleine bin“ - Finde ein Kartenbild, das dein Verhalten zeigt, wenn du alleine bist

7. „So bin ich, wenn ich unter Menschen bin“ - Finde ein Kartenbild, das dein Verhalten zeigt, wenn du unter Menschen bist

8. „Mein Feind“ - Finde ein Kartenbild, das jemanden zeigt, dem du misstrauen würdest

9. „Mein Lehrer“ – Finde ein Kartenbild, das jemanden zeigt, den du um Rat bitten würdest

10. „Mein Freund“ – Finde ein Kartenbild, das jemanden zeigt, dem du dich anvertrauen würdest

11. „Mein Zuhause“ – Finde ein Kartenbild, das einen Ort oder eine Gemeinschaft zeigt, die dir das Gefühl von „zuhause“ gibt

12. „Mag ich“ – Finde ein Kartenbild, das du dir als Bild an die Wand hängen würdest, weil es dir sehr gut gefällt

13. „Mag ich nicht“ – Finde ein Kartenbild, das du am liebsten aus dem Kartensatz entfernen würdest, weil es dir überhaupt nicht gefällt

*„Repräsentant“ – Finde ein Kartenbild, das repräsentativ für das gesamte Deck stehen kann



Und nun erstmal: Viel Spaß beim Erkunden!
Tarot spielerisch erkunden am Beispiel

Soo, ich habe mich mal dran gemacht und ein frisches Deck erkundet. Naja so frisch ist das Deck auch nicht mehr, aber das Heraussuchen passender Bilder fand ich dennoch sehr aufschlussreich. Ich habe hier das Wonderland Tarot gewählt. Es ist an das Smith-Waite System angelehnt.



1. „Das bin ich“ – Finde ein Kartenbild, das „dich“ oder deine Biografie zeigt

Ich nehme zwar häufig an, dass ich im Leben sinnlos umher irre, aber rückblickend muss ich feststellen, dass ich doch immer wieder neue Türen entdeckt und geöffnet habe, die mich irgendwie weitergebracht haben...

[attachment=4488]


2. „Meine Sonnenseite“ – Finde ein Kartenbild, das dich in deiner schönsten Version zeigt

Wenn ich emotional ausgeglichen bin, dann bin ich wie das Schaf. Weise, gelassen, sogar mütterlich.

[attachment=4489]


3. „Meine Schattenseite“ – Finde ein Kartenbild, das dich in deiner dunkelsten Version zeigt

Völlig geistig zerschossen, gefangen in Grübeleien und Ängsten - das bin ich, wenn ich unausgeglichen bin.

[attachment=4490]


4. „Yin und Yang“ – Finde ein Kartenbild, das das absolute Gegenteil von dir zeigt

Ich bin gewissenhaft, vorauseilend gehorsam und alles andere als risikofreudig.

[attachment=4491]


5. „Meine Vision“ – Finde ein Kartenbild, das dich zeigt, wie du gerne sein würdest

Ich wäre gerne gelassener, entspannt und öfter in der Lage, Müßiggang zu betreiben.

[attachment=4492]


6. „So bin ich, wenn ich alleine bin“ - Finde ein Kartenbild, das dein Verhalten zeigt, wenn du alleine bist

Wenn ich alleine bin, lebe ich meine Interessen aus, gehe mit dem Flow und es ergibt sich einfach so.

[attachment=4493]


7. „So bin ich, wenn ich unter Menschen bin“ - Finde ein Kartenbild, das dein Verhalten zeigt, wenn du unter Menschen bist

Wenn ich unter Menschen bin mutiere ich zum "People Pleaser" und will allen gerecht werden

[attachment=4494]


8. „Mein Feind“ - Finde ein Kartenbild, das jemanden zeigt, dem du misstrauen würdest

Merkwürdiger Schaffner...

[attachment=4495]


9. „Mein Lehrer“ – Finde ein Kartenbild, das jemanden zeigt, den du um Rat bitten würdest

Natürlich die Raupe...

[attachment=4496]


10. „Mein Freund“ – Finde ein Kartenbild, das jemanden zeigt, dem du dich anvertrauen würdest

Zugegeben, etwas Merkwürdiges hat er, aber dennoch.

[attachment=4497]




Weiter im nächsten Beitrag...
11. „Mein Zuhause“ – Finde ein Kartenbild, das einen Ort oder eine Gemeinschaft zeigt, die dir das Gefühl von „zuhause“ gibt

Ich mag das Schaf, und das Boot auch. Eine Abenteuerliche Boots-Gemeinschaft, wo alle in einem Boot sitzen.

[attachment=4498]


12. „Mag ich“ – Finde ein Kartenbild, das du dir als Bild an die Wand hängen würdest, weil es dir sehr gut gefällt

Das Pfeffermühlen-Ass. Das coolste Ass der Stäbe, das ich je gesehen habe. Und es hängt tatsächlich in meiner Küche. Für die gewisse Würze im Leben, ihr wisst schon. grin 

[attachment=4499]


13. „Mag ich nicht“ – Finde ein Kartenbild, das du am liebsten aus dem Kartensatz entfernen würdest, weil es dir überhaupt nicht gefällt

Hmm, also eigentlich mag ich alle Karten in dem Deck, aber diese hier scheint mir visuell etwas wirr:

[attachment=4500]


*„Repräsentant“ – Finde ein Kartenbild, das repräsentativ für das gesamte Deck stehen kann

Hier habe ich zwei Karten gewählt: Die Welt und den Herrscher. Die Schachbrett-Welt ist für mich sehr passend - alles ist ein Spiel und so. Und natürlich die Grinsekatze... floating wisdom.

[attachment=4501][attachment=4502]
Huhu Ursa,

obwohl ich mit Tarot nicht viel anfangen kann, fand ichs total spannend bisher, was du so zuordnest.
Musst teilweise auch lachen über Einzelnes, z.B. 8 oder 10.
Was mich sehr angesprochen hat, war ganz spontan die Nr. 5

Zitat:5. „Meine Vision“ – Finde ein Kartenbild, das dich zeigt, wie du gerne sein würdest

Ich wäre gerne gelassener, entspannt und öfter in der Lage, Müßiggang zu betreiben.

achje, das wärs echt...  thumbsu  ohhai  huepf
Geht mir ebenso


Danke fürs Teilen.
(09.11.2022, 17:26)Laura schrieb: [ -> ]Huhu Ursa,

obwohl ich mit Tarot nicht viel anfangen kann, fand ichs total spannend bisher, was du so zuordnest.
Musst teilweise auch lachen über Einzelnes, z.B. 8 oder 10.
Was mich sehr angesprochen hat, war ganz spontan die Nr. 5

Zitat:5. „Meine Vision“ – Finde ein Kartenbild, das dich zeigt, wie du gerne sein würdest

Ich wäre gerne gelassener, entspannt und öfter in der Lage, Müßiggang zu betreiben.

achje, das wärs echt...  thumbsu  ohhai  huepf
Geht mir ebenso


Danke fürs Teilen.

Hey, gerne und danke für die Rückmeldung!

Tarot hat mich tatsächlich schon immer irgendwie angezogen. Trotzdem hatte ich anfangs so meine Hürden. Ich mag einfach Systeme, aber nur, wenn ich sie auch verstehe und damit konform gehe. Daher war es für mich anfangs auch öfter ein unzufriedenes Gefühl, weil ich mich permanent gefragt habe, wieso es nun 22 große Arkana gibt (warum nicht 33?), warum Zahlen von 1 bis 10 (und nicht bis 11?), warum insgesamt 16 Hofkarten (und nicht 32?) und so weiter. Mit der Zeit habe ich herausgefunden, wie die ganzen Zahlen etc. zustande kommen und das hat für mich alles einfach gematched. Es ergibt einfach Sinn. Ich benutze manchmal auch Orakelkarten, doch letztendlich komme ich immer wieder zum Tarotsystem zurück. normal
Vielen Dank für diesen Thread Aura. Ich werde das das Thema definitiv verfolgen!
Das Große Arkanum und die Zahlenkarten spielerisch erforschen

Heute zeige ich euch ein weiteres „Spiel“, das man mit Hilfe des Großen Arkanums und der Zahlenkarten von 1-10 spielen kann, um sich näher mit den Themen der Großen Arkana auseinanderzusetzen. Dabei ist wie immer kein Vorwissen nötig – wir beziehen uns allein auf die Kartenbilder.

Einen kleinen Theorie-Exkurs möchte ich einschieben, weil ich den Aufbau des Tarots einfach spannend finde. Ein vollständiger Kartensatz besteht immer aus einem Großen Arkanum, den Zahlenkarten von 1-10 in den jeweiligen Höfen Schwerter (Element Luft/ Osten), Stäbe (Element Feuer/ Süden), Kelche (Element Wasser/ Westen) und den Münzen (Element Erde/ Norden) und den Hofkarten Bube, Ritter, Königin und König in den jeweiligen Höfen. Achtung: Wenn ihr ein Crowley-Harris basiertes Deck verwendet ist die Zuordnung bei den Hofkarten etwas anders. Bube = Prinzessin, Ritter = Prinz, Königin, König = Ritter.

Nun stellt sich für viele Neulinge vielleicht die Frage, wie genau die einzelnen Kartenzuordnungen zustande kommen. Dies lässt sich leicht beantworten. Sie basieren allesamt auf dem kabbalistischen Lebensbaum. Dieser besteht aus den zehn Sphären der Sephiroth. Hierbei handelt es sich um übergreifende Prinzipien des Lebens. Hinzu kommt noch die Sphäre „Null“, die der Leere entspricht.

In den zehn Sphären liegen die Zahlenkarten von 1-10. Zum Beispiel liegen alle vier Asse in der ersten Sphäre, sind also dem übergreifenden Prinzip „Kether“ zugeordnet, das die Einheit, den Ursprung und das anfängliche Potential symbolisiert. Daher stehen die Asse im Tarot auch klassisch für Neuanfänge, Anfangsimpulse oder neue Ideen. Alle Zweierkarten liegen demnach in der zweiten Sphäre, alle Dreierkarten in der dritten Sphäre und so weiter. Alle Zehnerkarten liegen in der zehnten Sphäre, die dem Prinzip „Malkuth“ entsprechen. Malkuth oder „Das Reich“ symbolisiert schlussendlich die greifbare Welt, in welcher wir leben. Daher stehen die Zehnerkarten im Tarot auch klassisch für etwas Vollendetes, etwas konkret Auskristallisiertes, das Form angenommen und sich verfestigt hat, beispielsweise ein kognitiver Konflikt bei den zehn Schwertern oder eine Krankheit oder eine konkrete Überforderung bei den zehn Stäben.

Die zehn Sphären sind durch „Pfade“ miteinander verbunden. 22 Pfade um genauer zu sein und ja, genau auf diesen 22 Pfaden liegen die 22 Großen Arkana vom Narren bis zur Welt. Die Bedeutungen der Großen Arkana ergeben sich deshalb ganz konkret aus den Verbindungen der jeweiligen Sphären. Ein Beispiel: Der Turm liegt auf dem Pfad Nummer 27 zwischen der siebten und achten Sphäre. Die Bedeutung des Turms ergibt sich also aus den beiden Prinzipien Netzach und Hod. Netzach steht für Illusion und Zersetzung, Hod hingegen für Pracht und Glanz. Verbinden sich beide ergibt sich eine Zersetzung von Pracht und Glanz, das Ganze passiert schlagartig, denn wenn etwas das uns prachtvoll erscheint plötzlich als Illusion enttarnt wird, zerfällt es unweigerlich – wie ein Haus dessen Fundament zerstört wird. Daraus ergibt sich also die Bedeutung des Turms und dadurch auch das Kartenbild, das dann letztendlich von der Künstlerin umgesetzt wurde.

Hier seht ihr die "Heimat" der Tarotkarten im kabbalistischen Lebensbaum:

[attachment=4504]



Eine Geschichte in drei Karten – was passiert dazwischen?

Die Spielerei, die ich euch nun vorstellen möchte, kann euch dabei helfen, euch den „Bildnissen“ der Zahlenkarten und Großen Arkana spielerisch anzunähern. Wie immer gilt: Man kann natürlich auch einfach die Bedeutungen der Karten auswendig lernen, wer aber Lust hat, sich einen eigenen Zugang zu den Karten zu „erspielen“, der kann nun direkt einsteigen. Zu allererst müsst ihr euren Kartensatz separieren, das heißt ihr sucht alle Großen Arkana heraus und legt sie auf einen Stapel, dann alle Zahlenkarten und zum Schluss alle Hofkarten. Die Hofkarten legt ihr erstmal beiseite. Dann nehmt ihr euch den Stapel mit den Zahlenkarten zur Hand, mischt ihn ein wenig und zieht verdeckt zwei Karten, die ihr dann vor euch ausbreitet. Ich habe mitgemacht und zeige euch hier mein Beispiel:


[attachment=4505]   ?   [attachment=4506]

Zu Beginn haben wir eine kleine Gemeinschaft, es wird angestoßen. Am Ende haben wir eine völlig zerstreute und geistig erdrückte Person, alles ist zu viel. Was ist in der Zwischenzeit passiert? Ihr sucht nun aus dem Stapel der Großen Arkana eine Karte heraus, die in die Mitte passt, sodass sich aus allen drei Karten eine kleine „Geschichte“ ergibt.

Ich habe den Turm gewählt. Eine überdimensionierte Hand bringt auf einmal alles durcheinander – vielleicht ist sogar jemandem die Hand ausgerutscht oder jemand hat sprichwörtlich auf den Tisch gehauen, war das gemeinsame Anstoßen noch so schön. Bäm! Und schon haben wir einen inneren Konflikt, fühlen uns bedroht, vielleicht sogar angegriffen und völlig überfordert mit der Situation.

[attachment=4505]   [attachment=4507]   [attachment=4506]


Ein weiteres Beispiel: Zu Beginn haben wir eine friedliche Szene, Alice bekommt einen Hut voller Blumen übergeben, ein mutmachendes Geschenk? Eine wichtige Ressource? Auf jeden Fall eine Unterstützung und emotionale Zuwendung. Am Ende findet sie eine geheimnisvolle Tür hinter einem Vorhang. Was ist hier passiert?

[attachment=4508]   ?   [attachment=4509]

Ich habe die Welt gewählt. Nachdem Alice das Blumengeschenk erhalten hat, begibt sie sich emotional gestärkt auf eine Reise und auf die Suche nach einem neuen Weg. Die Suche ist nicht einfach – Irr- und Umwege sind nicht ausgeschlossen, doch schlussendlich findet sie hinter einem unscheinbaren Vorhang eine geheimnisvolle Tür. Und nicht nur das: Sie hält den Schlüssel zum Öffnen der Tür bereits in der Hand.

[attachment=4508]    [attachment=4510]    [attachment=4509]


Postet gerne eure „3-Karten-Storys“ wenn ihr mögt.

Ich wünsche euch viel Spaß! normal
Hallo Ursa Major.

Ich habe mich heute mit dem Raider-Smith-Wait Deck hingesetzt und ein paar Karten für die erste Aufgabe herausgesucht. Das Raider-Smith-Waith Deck ist für mich als Tarot Anfängerin am zugänglichsten, weil ich die Symbolik sehr klar finde. Leider kenne ich immer noch nicht die Bedeutung aller Karten, so dass es sein könnte, dass auch eine andere Karte viel passender gewesen wären. Ich freue mich auch auf die nächsten Aufgaben.

1. „Das bin ich“ – Finde ein Kartenbild, das „dich“ oder deine Biografie zeigt

[Bild: rw_ga_hohepr.png]

Die Hohepriesterin – Die Hohepriesterin steht für mich, für einen Menschen dem durch schwere Schicksaalsschläge ein enormes posttraumatisches Wachstum ermöglicht wird. Dieser Karte zeigt mich wie ich oft mit enormer Intensität und großer Gefühlsladung in den Abgrund springe und mit einem Erkenntnisschatz irgendwann wieder an der Oberfläche auftauche. Ich springe auch gerne mit anderen Menschen hinunter. Wenige Menschen erkennen das jedoch als Chance. Ich habe Vertrauen, dass ich wieder auftauche und zwar mit einem Schatz in der Hand. Die Hohepristerin steht für große Tiefsinnigkeit.

Die Hohepriesterin steht in den bekannten kabbalistischen Tarot Legungen auch oben auf der mittleren Säule zwischen Binah- Chokma – Daath und Kether. Die Hohepriesterin ist in der Lage Binah (Rationales Verstehen) und Chokma (Intuitive Weisheit) miteinander in einen Einklang zu bringen. Sie hat Daath (Initionation) durchquert, als sie tief in den Abgrund gefallen ist. Dieser Fall in den Abgrund ist die mystische Initiation der Hohepriesterin. Das alles habe ich erlebt, als ich durch eine übermäßige spirituelle Praxis eine umfassende Spirituelle Krise erlebt habe. Ich kenne Licht und Schatten dieser Karte.

2. „Meine Sonnenseite“ – Finde ein Kartenbild, das dich in deiner schönsten Version zeigt

[Bild: rw_ga_sonne.png]

Die Sonne - Auf der Raider-Waith-Smith Karte der Sonne, sitzt das Kind auf dem Pferd. Ich identifiziere mich mit dem Archetypen des Kindes. Das Kind hat für mich zwei Seiten. Einerseits ist es sehr naiv und kann sich manchmal nicht ausreichend beschützen. Auf der anderen Seite ist das Kind ein grenzenloser Visionär und liebt begingungslos. 

3. „Meine Schattenseite“ – Finde ein Kartenbild, das dich in deiner dunkelsten Version zeigt

[Bild: rw_schwas.png]

Das Ass der Schwerter – Ich weiß nicht genau, ob ich diese Karte richtig interpretiere? Das Schwert jedenfalls steht für mich für einen schneidend scharfen Verstand, der eine große Neigung dazu hat, Dinge und Menschen zu dekonstruieren. Mit einfachen Worten, ich habe ein starkes kritisches Bewusstsein.

Früher war ich ziemlich kritiksüchtig und habe sehr schnell gesehen, wo in Menschen etwas nicht rund läuft und habe dann chronisch den Finger in die Wunde legen müssen. Ich war damit selbst nicht zufrieden, weil ich ja auch gesehen habe, dass ich dadurch Leid erzeugt habe, Menschen gekränkt und Freundschaften zerstört habe. Ich habe versucht meinen Kritiker loszuwerden, aber das hat für mich nicht funktioniert. Nach einer Zeit der Beherrschung ist der Kritiker immer wieder hervorgebrochen. Beherrschung habe ich nicht als nachhaltige Lösung erlebt. 

Mein Lehrer hatte mir dann den Tipp geben, dass man diesen Persönlichkeitszug des Kritikers erstmal annehmen und am bestren sogar verehren sollte. Er erzählte mir von der indischen Göttin Kali, die mit ihrem Schwert die heilige Zerstörung repräsentiert. Ich begann Kali zu verehren, in dem ich mir eine Statur kaufte, die ich auf meinen Altar stellte. Ich identifizierte mich bewusst mit ihr, um von ihr zu lernen. Wenn man lange genug auf die schwarze Kali schaut, wird sie weiß. Ich habe erkannt, dass auch die Zerstörung perfekt ist. Denn die Zerstörung ist auch die Befreiung von Einschränkungen.

Gleichzeitig brachte er mit bei, die andere Seite zu nähren, also das Mitgefühl, die Geduld und die Gelassenheit. Das Kritische Denken ist nicht das Problem. Das Problem ist wenn Mitgefühl fehlt. Das Ennegramm hat mir auch sehr geholfen, einene Ausgleich zu finden, denn da wird der Kritiker im Ennegramm Typ 1 beschrieben. Man kann ihn zb mit dem Enneagramm Typ 9, der die Gelassenheit verkörpert ausgleichen. Ich habe mein kritisches Denken nicht verloren, aber es fällt jetzt nicht mehr so stark auf, weil ich nun mehrere Möglichkeiten habe, zu reagieren. Mit Zerstörung oder mit Mitgefühl. Manchmal besteht nur noch die Frage, was jetzt angepasst ist.

Irgendwann ist Kalis Statue dann von meinem Altar gefallen und hat sich die Sichel und den Sper abgebrochen. Ich hab sie dann in den Müll geschmissen. Ich ehre sie dennoch und manchmal sehe ich sie auch in anderen Menschen.

4. „Yin und Yang“ – Finde ein Kartenbild, das das absolute Gegenteil von dir zeigt

[Bild: rw_ga_narr.png]

Der Narr – Ich bin in meiner Kindheit mit meinem Bedürfnissen nicht ernst genommen wurden. Ich wurde für meine Verletzlichkeit ausgelacht. Deshalb finde ich den Narren immer ein bisschen schwierig. Ich brauche es noch ernst genommen zu werden.

Da ich von klein an emotionalen Missbrauch erfahren habe, komme ich nicht so gut mit der Manipulation und der Unbeständigkeit des Narren klar. Ich brauche verlässliche Beziehungen, die der Narr aber nicht ein geht. Der Narr wird im Tarot immer als so frei dargestellt, er ist es aber nicht, wenn er nicht auch seinen Schatten kennt.

Ich habe aber auch zwei wunderbare Narren kennen gelernt, die emotional sehr berührbar und sehr mitfühlend wahren. Die hatten ihr Herz am rechten Fleck und deshalb konnte ich sie würdigen. Das war ein KiTa Kind und ein Praktikant in der KiTa. Das Kind verstand es genau seine frechen Scherze im Einklang mit der Empathie zu machen und der Praktikant hatte die Fähigkeit alles sagen zu können. Er ging einfach auf die Vorgesetzten zu und knallte ihnen alles an den Kopf. Er konnte das, weil er sich selbst nicht ernst genommen hat. Deshalb hatte das nie eine Konsequenz für ihn. Die Vorgesetzten lachten über ihn. Das könnte ich nicht, weil ich mich selbst noch ernst nehmen muss.

5. „Meine Vision“ – Finde ein Kartenbild, das dich zeigt, wie du gerne sein würdest

[Bild: rw_kelch10.png]

[Bild: rw_ga_magier.png]

[Bild: rw_ga_rad.png]

Hier konnte ich mich nicht entscheiden. Ich habe die 10 Kelche, den Magier und das Rad des Schicksals gewählt. Diese Karte stehen für Fülle, Glück, Liebe, enendliche grenzenlose Möglichkeiten.  Die Sphinx, die über dem Lebensrad thront befindet jenseits von Zeit und Raum. Es gibt noch viel mehr über diese Karten und meine Ziele und Träume zu sagen, aber das würde wohl einen eigenen Textabschnitt füllen, der sehr umfassend wäre. Vielleicht bearbeite ich das später noch mal. Vielleicht bin ich mir auch noch nicht ganz im Klaren über diese Ziele. Kein Wunder, sie liegen ja als Projektionen in die Zukunft noch im Ungewissen.

6. „So bin ich, wenn ich alleine bin“ - Finde ein Kartenbild, das dein Verhalten zeigt, wenn du alleine bist

[Bild: rw_ga_eremit.png]

Der Eremit – Ich bin ganz zufrieden mit mir wenn ich alleine bin. Ich versinke dann in meinen Interessen und komme zur Ruhe. Mir tut Rückzug von der Welt gut. Ich kann im Rückzug Kraft tanken. Das ist eine typische Eigenschaft des Enneagramm Typ 5. 5er können sich schlecht abgrenzen, weshalb sie räumlichen Rückzug von der Welt brauchen.

7. „So bin ich, wenn ich unter Menschen bin“ - Finde ein Kartenbild, das dein Verhalten zeigt, wenn du unter Menschen bist

[Bild: rw_ga_gehaengt.png]

Der Gehängte – Im Vergleich mit anderen Menschen, empfinde ich mich immer wieder als benachteiligt. Das liegt daran, dass in unserer Gesellschaft Erfolg an materielle Ding geknüpft ist. Dass ich eine große emotionale und geistige Fülle habe, spielt in der physischen Welt in der ich lebe, meist keine Rolle. Ich bin sehr erfolgreich, aber eben in Selbsterkenntnis Dingen. Ich habe jedoch immer mehr verstanden, dass mein Scheitern in den weltlichen Dingen, mein Glück ist.

8. „Mein Feind“ - Finde ein Kartenbild, das jemanden zeigt, dem du misstrauen würdest

[Bild: rw_ga_turm.png]

Der Turm – Ich habe große Schwierigkeiten mit Menschen die mauern. Menschen die hinter Fassaden leben um sich zu schützen, kann ich nur schwer ertragen. Es ist sehr schwer auszuhalten für mich, wenn Menschen sich nicht öffnen, sich nicht verletzlich zeigen, wenn sie hochmütig und herablassend sind. Ich möchte ihnen manchmal ihren Turm mit einem Mal herunter reißen. Es macht mich wütend, weil meine Mutter so ist und es mir mein ganzes Leben lang nicht möglich war in eine echte Beziehung mit ihr zu treten.

Ich habe jedoch verstanden, dass diese Menschen schwerst traumatisiert sind und sie einfach so viel Angst haben, sich zu öffnen. Sie haben Angst vor Nähe und Authentizität.

Der Tum ist mein Schatten. Er ist das was ich nicht gut kann, mich angemessen schützen. Da fällt mir gerade ein, ich hätte gerne 10% der Fähigkeiten des Turm, nur so viel um in einen Ausgleich kommen zu können. Gerne verschenke ich auch 10% meine Offenheit an alle Menschen die in einem Turm leben müssen.

9. „Mein Lehrer“ – Finde ein Kartenbild, das jemanden zeigt, den du um Rat bitten würdest

[Bild: rw_ga_hiero.png]

Der Hohepriester – Da ich ein intuitiv begabter Mensch bin, profitiere ich immer sehr, von Menschen die den Hohepriester verkörpern. Als Ennegramm Typ 5 liebe ich Wissen. Ich verehre wissende Menschen. Das liegt auch daran, dass ich einen bildungsfernen sozialen Hintergrund habe und mir als Kind so oft jemand gefehlt hat, der mich in meinen individuellen Interessen sehen,  inspirieren und angemessen fördern konnte. Es ist schrecklich wenn du als kleines Kind schon mehr weißt als deine Eltern.

Der Hohepriester ist ein Hüter der Traditionen. Ich gehe in meinem Selbsterkenntnisweg oft sehr intuitiv vor und werfe gerne mal alles traditionelle Wissen über den Haufen. Ich binde mich nicht an Traditionen und manchmal tue ich den Traditionen damit auch Unrecht. Manchmal agiere ich so frei, dass mir dann der äußere Rahmen fehlt. Manchmal verliere ich ich in meinem gefährlichen Halbwissen. Der Hohepriester bringt das wieder in den Ausgleich, deshalb schätze ich ihn sehr als Lehrer. Aber ich stelle ihn auch in frage, weil das eben meine Aufgabe ist. Er muss das aushalten können, sonst harmonieren wir nicht mit einander. Er muss meine Fragen wertschätzen und selbst bereit sein sein Wissen aufzugeben.

Gleichzeitig strebe ich es selbst an dieser Hohepriester zu werden. Der Hohepriester hat ja in verschiedenen Decks verschiedene Namen. Manchmal heißt er Hierophant. Im Tarot des Marseille heißt er Papst. Dieser Text ist aus dem Buch – Der Weg des Tarot – von Alejandro Jodorowsky und handelt vom Tarot des Marseille. Es ist ein Auszug aus der Beschreibung der Karte des Papstes.

Zitat:Wenn Der Papst sprechen würde...

Vor allem bin ich ein Vermittler meiner selbst. Zwischen meiner erhabene spirituellen Natur und meiner instinktiven Menschlichkeit habe ich gewählt der Ort zu sein, an dem die Verbindung stattfindet. Ich stehe im Dienste dieser Kommunikation zwischen unten und oben, meine Mission ist es, die scheinbaren Gegensätze zu vereinen.

Eine Brücke ist kein Heimatland, sie ist nur ein Durchgangsort. Sie erlaubt die Zirkulation der Energien, die das wundervoll illusionäre Phänomen erschaffen, das wir Existenz nennen. Nicht indem ich mich absondere, sondern indem ich alle Wege gehe, überbringe ich diese gute Nachricht.

Ich verkörpere die Segnung: Vor mir seid ihr in Gegenwart eines Mysteriums. Bewohnt von der Göttlichkeit, erlangt noch die kleinste meiner Gesten heilige Würde. Um zu einem Ort zu werden, an dem der göttliche Wille verkehrt, habe ich gelernt, jedes Hindernis auf den Pfaden meiner Kommunikation auszuräumen, selbst das meiner eigenen Spuren.

Ich führe mich zum Nichts, damit das höchste Wesen mich ganz besetzt. Ich führe mich zum Schweigen, damit nur Er spricht. Aus meinem Mund entferne ich jedes eigene Wort, ich versenke mein Herz in den Frieden und die Abwesenheit von Wünschen, um einzig Seiner Liebe Platz zu lassen, und lösche aus meinem Willen selbst das Wollen, den Willen auszulöschen.

In mir herrscht dieselbe Ordnung wie im Universum. Ich bin ein leeres formloses Schiff, das das Licht dorthin trägt, wohin der Wind es treibt. Ich stelle mich zwischen Himmel und Erde, ich rufe die Bewohner zu der Hoffnung auf, sich dorthin zu erheben, wo es keine Grenzen gibt.

10. „Mein Freund“ – Finde ein Kartenbild, das jemanden zeigt, dem du dich anvertrauen würdest

[Bild: rw_ga_mond.png]

Der Mond – Ich verstehe mich immer gut mit Menschen die einen Zugang zu ihren Emotionen haben. Manchmal sind das auch intuitiv begabte Menschen von denen ich vieles lerne. Es sind Menschen die in die Tiefe gehen können. Mit diesen Menschen fühle ich mich verbunden.

11. „Mein Zuhause“ – Finde ein Kartenbild, das einen Ort oder eine Gemeinschaft zeigt, die dir das Gefühl von „zuhause“ gibt

[Bild: rw_ga_stern.png]

Der Stern – Manchmal glaube ich, ich bin nicht von dieser Welt. Vielleicht bin ich ja eine Außerirdische.  happy

12. „Mag ich“ – Finde ein Kartenbild, das du dir als Bild an die Wand hängen würdest, weil es dir sehr gut gefällt

[Bild: rw_ga_wagen.png]

[Bild: 10Wagen1.jpg]

Den Wagen – Den Wagen hatte ich im letzten Jahr für einige Monate als Desktop Hintergrund Bild eingerichtet als Symbol für den freien Willen. Man braucht beide Zugtiere. Man braucht Mitgefühl aber auch Entschiedenheit, damit der Wagen in die Richtung fährt, in die man fahren will. Bzgl des Wagens hatte mich da das Bild vom Crowley Deck am meisten angesprochen, weil der Fahrer für mich dort die Erleuchtung in Form der goldenen Rüstung ausdrückt. Die Karte ist auch die Vereinigung der Gegensätze, dargestellt durch die beiden Tiere, ähnlich dem Yin Yang Symbol. 

13. „Mag ich nicht“ – Finde ein Kartenbild, das du am liebsten aus dem Kartensatz entfernen würdest, weil es dir überhaupt nicht gefällt

[Bild: rw_kelch05.png]

Die 5 Kelche – Es fällt mir sehr schwer Situationen zu verlassen. Es fällt mir sehr schwer Menschen zurück zulassen. Ich weiß dass die Karte zeigt, dass bei jedem Abschied, jedem Verlust neue Dinge auf einen zukommen. Mein Kopf weiß das, aber emotional ist da noch irgendetwas was mich immer wieder um die umgefallen Kelche kämpfen lässt. Das ist vielleicht auch so eine Schattensache, weil ich als kindlicher Archetyp sehr viel Hoffnung und Konstruktivität mitbringe, und niemanden einfach so aufgeben will. Ich kann auch Orte die mir nicht gut tun, nur schwer verlassen. Ich bin an schlechten Orten schon kaputt gegangen, weil ich nichtgehen konnte. Das ist der Schatten des Kindes. Vielleicht fehlt mir da noch eine Intervention für mein inneres Kind, damit es lernt Dinge die beschweren zurück zu lassen. Welche könnte das sein? (Frage an mein HS)

*„Repräsentant“ – Finde ein Kartenbild, das repräsentativ für das gesamte Deck stehen kann


Es sind alles Selbsterkenntnis Themen, die mich beschäftigen. Ich weiß nicht welche Karte dazu passt?
Hast du einen Tipp für mich Ursa Major?
(14.11.2022, 19:18)ichbinmehr schrieb: [ -> ]
Hallo Ursa Major.

Ich habe mich heute mit dem Raider-Smith-Wait Deck hingesetzt und ein paar Karten für die erste Aufgabe herausgesucht. Das Raider-Smith-Waith Deck ist für mich als Tarot Anfängerin am zugänglichsten, weil ich die Symbolik sehr klar finde. Leider kenne ich immer noch nicht die Bedeutung aller Karten, so dass es sein könnte, dass auch eine andere Karte viel passender gewesen wären.

Hallo Steffi, schön, dass du deine Karten erforschst. normal

Das RWS finde ich auch am zugänglichsten, insofern kann ich verstehen, dass du das verwendest. Das mit den Bedeutungen ist ja genau eben nicht wichtig, bei den Übungen, die ich hier vorstelle.  wink1 Wir können hier ganz entspannt rein nach Bild gehen. Ich muss sagen, dass es mir selbst auch etwas schwer fiel, da ich die meisten Karten für mich klar habe und dann eher nach Bedeutung gegangen bin anstatt nach Bild. Daher habe ich dann nochmal bewusst die eigentlichen Bedeutungen ausgeblendet. Insofern ist die Karte für dich passend, die du als passend empfindest. Bei der Misstrauens-Person hab ich zum Beispiel den Wagen gewählt, aber nicht weil es der Wagen ist, sondern weil auf der Karte dieser ominöse Schaffner abgebildet ist und DEM würde ich misstrauen. Insofern habe ich aber auch nochmal einen neuen Zugang zum Wagen bekommen, weil ich mich natürlich gefragt habe, wo das Thema Misstrauen beim Wagen verarbeitet ist - das finde ich spannend.


Zitat:*„Repräsentant“ – Finde ein Kartenbild, das repräsentativ für das gesamte Deck stehen kann

Es sind alles Selbsterkenntnis Themen, die mich beschäftigen. Ich weiß nicht welche Karte dazu passt?
Hast du einen Tipp für mich Ursa Major?

Der Repräsentant steht einfach nur für das Deck an sich. Es gibt Decks, die eher düster sind und vielleicht zu Schattenthemen einladen, dann gibt es Decks die eher verspielt-fröhlich sind. Insofern hat ja jedes Deck eine Art "Charakter". Der Repräsentant bildet sozusagen den Charakter des Decks ab. Da das RWS ein sehr neutrales Kartendeck ist, ist die Sache mit dem Repräsentanten vielleicht schwierig. Frag dich einfach: Welche Karte kommt dir als allererstes in den Sinn, wenn du an das RWS Deck denkst?

In meinem Fall ist es die Hohepriesterin. Sie verkörpert für mich die Klarheit des RWS auch ziemlich gut.
Ich habe gerade erkannt, dass ich die Befähigung für das Problem mit den 5 Kelchen eigendlich schon als Kompetenz besitze, nämlich Kali die Zerstörerin. Aber ich muss noch herausfinden, warum ich Kali nicht lebe, wenn es angebracht wäre?

Das hat sicher mit meinem Wunsch nach Verbundenheit und Harmonie zu tun. Ich kann diesen Wunsch aber auch nicht einfach willendlich loslassen, denn es sind eben fehlende Erfahrungen in meiner Prägung. Das ist eine emotionale Sache. Vielleicht fehlt mir noch mehr Mitgefühl für diesen Wunsch nach Verbundenheit, der jedoch manchmal einfach nicht angemessen und realistisch ist.

Ich bin gespannt was mir dazu noch einfällt. Vielleicht brauche ich doch eine neue Kali Statue, die mich im richtigen Moment erinnert und ermutigt einen Schlußstrich zu ziehen.

Das Spiel war jedenfalls eine aufschlussreiche Selbstbegegnung. Danke für die Inspiration dazu!
Spannendes zum Hohepriester/Hierophant (5):

Ich habe irgendwann mal festgestellt - bezogen auf das RWS Deck - dass der Teufel eine schattenhafte "Weiterentwicklung" des Hierophanten ist. Es ist mir aufgefallen, da beide Figuren sehr ähnlich erscheinen von der Körperhaltung her. Auch die beiden polaren Abbildungen der Menschen, die den jeweiligen "konsultieren": Beim Hierophanten sind sie Ratsuchende und beim Teufel sind sie Abhängige. Was beim Hierophant die Schlüssel sind, sind beim Teufel die Ketten.

Schon irgendwie unheimlich. grin  Es macht aber viel Sinn, denn wenn man sich als Ratsuchender zu einem Hierophant begibt, besteht auch schon ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis - man stellt ihn höher, weil er scheinbar mehr weiß und im Besitz von Geheimwissen ist. Daher kann der Hierophant auch dafür stehen, höhere (Glaubens-)Systeme zu hinterfragen, anstelle sie blind zu übernehmen, ohne sie verstanden zu haben.


[attachment=4511]   >>>   [attachment=4513]
Ja mein Lehrer H. war eine Mischung aus Hohepriester und Teufel. Ich kann deinen Gedankengang deshalb sehr gut nachvollziehen.  normal

Der Teufel kann ein Lehrer für Autonomie sein. Der Teufel hat mich aufgefordert, meine abhängigen Muster durchbrechen zu müssen. Deshalb habe ich auch diese intime Beziehung und die tiefe Bindung an H. gebraucht. In meiner Psychose hatte ich auch eine Vision in der ich mich an ihn gebunden hatte. Ob er seine Rolle völlig bewusst gespielt hat oder ob das so passiert ist, darauf habe ich keine Antwort. Er war der perfekte Lehrer für mich, in all seiner Unvollkommenheit.

Vielleicht muss man also anerkennen, dass man in der Rolle als Lehrer andere Menschen gelegendlich abhängig macht, weil die Auseinandersetzung mit der Abhängigkeit immer auch eine Funktion für den Betroffenen haben könnte, die man vielleicht noch gar nicht überblickt hat.

Vielleicht sollte man sich deshalb auch mal erlauben seine Begierden nicht grundsetzlich zu unterdrücken, sondern im Bewusstsein dessen, dass diese einem anderen Menschen dienlich sind, diese einsetzten.

Es sind ja oft die Eltern zu denen man diese Ur -Abhängigkeit hat und es kann sehr hilfreich sein, dass nochmal stellvertretend mit einer anderen Person zu erleben. Um so bewusster einem ist, dass man Menschen abhängig machen kann, um so weniger Schaden richtet das an. Aber das muss man auch fein abwägen, weil es auch vom Grad des Missbrauchs abhängt, den man auch nicht pauschal rechtfertigen darf!

Ich befinde mich da gefühlsmäßig immer wieder als balanciere ich auf Messers Schneide, wenn ich entscheiden soll, ob das richtig oder falsch ist. Ich finde es auch schwierig darpber zu reden, weil Menschen solche Themen meist missverstehen. deshalb versteht auch kaum jemand Crowley, mit seinem "Tu was du willst" - Satz; denn den kann man erst verstehen wenn man die entsprechende Ethik vorbreitet hat. 

Ich kann nur sagen, in meinem Fall hat es mir sehr geholfen mich dem Teufel hinzugeben, weil ich mich so in meine Autonomie entwickeln konnte, aber es war auch traurig, dass das am Ende nur mit einem Kontaktabbruch zu lösen war.

Mich erinnert das auch nochmal an die Doku über Missbrauch im Buddhismus, die ich hier letztens im Religions Thread verlinkt hatte. Leider ist die Doku zur Zeit nicht mehr aufzufinden. Falls sie jemand findet, würde ich mich über den Link freuen. Sie hieß: "Missbrauch im Namen der Erleuchtung" und war auf Arte zu sehen und später auf Yutoube zu finden. Jetzt ist sie weg.

Ich hatte da sehr viel über die Bewertung der Situation des Dalai Lama nachgedacht, an den die Missbrauchsfälle in buddhistischen Klöstern heragetragen wurden und der sich nicht eindeutig positioniert hatte. Ich glaube jetzt verstehe ich seine Zurückhaltung nochmal besser. Es hängt natürlich auch davon ab, ob man als Opfer die Sache verarbeiten konnte, oder ob man noch Schutz bruacht, denn nur dann wenn man nicht mehr gefährdet ist, kann man diese Weitsicht aif das Thema entwickeln. Es gibt aber auch Momente da muss man sich ganz klar gegen solche missbräuchlichen Situationen positionieren. Eine Schwierige Sache. Es ist ein sensibeles Thema, das schnell falsch verstanden wird, denn man muss ja erst ein grundsätzliches ethisches Verständnis mitbringen, um die andere Seite der Medaille sehen zu können. Deshalb ist es so schwer über diese Themen zu sprechen.

Wenn ich von einem Menschen lernen möchte, gebe ich ihm eine Autorität und mache mich damit in einem gewissen Maße abhängig. Das ist auch so eine typische Hohepriesterin Sache, ihre große Fähigkeit zur Hingabe. Hingabe macht aber auch nur Sinn, wenn man von einer Person wirklich etwas lernen kann. Im Fall von H war das richtig. Aber ich mache das auch viel zu oft, bei random Menschen und warte dann vergeblich auf einen weisen Input. Haha.  wink1

Auch da muss ich nochmal genau hinschauen, wann sich das überhaupt lohnt, sich an einen Menschen zu binden. Ich verpasse manchmal den Moment, wo ich mich dann auch wieder lösen müsste, weil das Gegenüber es nicht vermag in einer sinnvollen Weise zu führen. Hingabe macht nur Sinn wenn der andere weise führen kann.
Witzig dass der Narr bei uns beiden nicht integriert ist. Du hattest ihn in der ersten Aufgabe auch als Yin Yang Karte gewählt. Das habe ich erst jetzt gesehen. Darüber sollten wir mal philosophieren.

Warum entspricht die Grinsekatze bei Alice im Wunderland denn der Karte des Herrschers?  Ist die Grinsekatze nicht eher der Narr?

Zu der Erklärung mit der kleinen Arkana, den Zahlen und der Kabbala nochmal. Übrigens super dass du das Thema nochmal beschreibst, genau das hätte ich mich nämlich gewünscht.

Dann weißt also mein Problem mit den 5 Kelchen auf Geburah hin. Geburah hat die Zahl 5 in der Kabbala. Geburah steht für Abgrenzung, Stärke, Härte und Gerchtigkeit. Kali ist Geburah.

[Bild: 44e7189fe9d8ba77ef7a3d73d3a3a68b.jpg]

10 Malkuth = Erde (Paradies)
9 Yesod = Unbewusstes (Traumbewusstsein)
8 Hod = Klugheit (Bildung)
7 Netzach = Heilung (Emotion)
6 Tiphered = Harmonie (Gottes Sohn)
5 Geburah = Strenge (Stärke)
4 Chesed = Gnade (Liebe)
3 Binah = Verstehen (Ordnung)
2 Chokma = Weisheit (Intuition)
1 Kether = Krone (Erleuchtung)

Daa´th = mystische Einweihung (Hüter der Schwelle)

Zitat:Daher stehen die Zehnerkarten im Tarot auch klassisch für etwas Vollendetes, etwas konkret Auskristallisiertes, das Form angenommen und sich verfestigt hat, beispielsweise ein kognitiver Konflikt bei den zehn Schwertern oder eine Krankheit oder eine konkrete Überforderung bei den zehn Stäben.

Demnach wäre auch eine Karte, die als mein Vision gewählt habe, die 10 Kelche unten beim Malkuth, weil Malkuth (Erde, Materie) die Zahl 10 hat. Also haben die 10 Kelche damit zu tun, die Dinge auf die Erde bringen.

Was ja auch der Vorstellung von Erleuchtung in der Kabbala entspricht. Deshalb sagen die Kabbalisten, dass Malkuth das Königreich (das Paradies) ist und nicht Kether. Gegensätzlich als das im Buddhismus gelehrt wird. Kether entspricht mehr dem Nirvana wie ich das verstanden habe. Ich merke dass ich so endlich einen Zugang zur kleinen Arkana bekomme.

Das mit dem kabbalistischen Lebensbaum, dem Tarot und der Astrologie ist alles sehr komplex. Man muss sich mit allen dreien Konzepten auskennen, um das vollständig zu verstehen. Und am besten noch fließend hebräisch sprechen und alle heiligen christlichen Bücher auswendig kennen. Haha. Aber ich bezweifle dass ich das in diesem Leben alles schaffen werde. Vielleicht schaffe ich Kabbala, Tarot und Astrologie nach und nach. Zumindest habe ich mir das vorgenommen. Es gibt auch noch irgendwelche Engel die an 72 Toren stehen, die man durchschreiten muss. Es ist ein unendliches Unterfang.  wink1

Zitat:Der Turm liegt auf dem Pfad Nummer 27 zwischen der siebten und achten Sphäre. Die Bedeutung des Turms ergibt sich also aus den beiden Prinzipien Netzach und Hod. Netzach steht für Illusion und Zersetzung, Hod hingegen für Pracht und Glanz. Verbinden sich beide ergibt sich eine Zersetzung von Pracht und Glanz, das Ganze passiert schlagartig, denn wenn etwas das uns prachtvoll erscheint plötzlich als Illusion enttarnt wird, zerfällt es unweigerlich – wie ein Haus dessen Fundament zerstört wird. Daraus ergibt sich also die Bedeutung des Turms und dadurch auch das Kartenbild, das dann letztendlich von der Künstlerin umgesetzt wurde.

Das ist auch interessant, denn so könnte ich auch noch mal auf mein Problem mit dem Turm schauen. Vielleicht finde ich durch die Kabbala noch mehr Inspiration.

Ich interpretiere Netzach und Hod etwas anders. Netzach ist ja auch die Welt der Emotionen. Netzach ist das Kind, welches bei mir sehr positiv besetzt ist. In Netzach findet Fürsorge und Therapie statt. In Netzach lernen wir liebevoll mit unserem Inneren Kind umzugehen. Netzach bereitet den Pfad zu Chesed (Liebe) vor. Genau wie im Tarot gibt es nicht nur eine Interpretation einer Sephirah. Jeder sucht sich eine für ihn passende Erklärung heraus.

Hod steht in meiner Interpretation für strukturelles Wissen. Der Grundkonflikt zwischen Hod und Netzach den drückt für mich ganz wunderbar der André Stern aus, der in dem Video, welches ich hier verlinkt hatte, sagte dass Spielen (Netzach) und (Lernen) im Grunde eins sind.

Und vielleicht hat das auch noch etwas mit meinem Turm Konflikt zu tun. Ich wünsche mir nämlich dass die Menschen ihre kindlichen Eigenschaften mehr leben würden. Aber vielleicht muss ich auch anerkennen, dass manche Menschen noch viel Struktur und Strenge brauchen. Kinder müssen ja auch lernen sich an Regeln zu halten. Emotionale Freiheit alleine würde auch ein Ungleichgewicht entstehen lassen.

Das hat mich jetzt tatsächlich weiter gebracht in meinem Verständnis der kleinen Arkana als auch in meinem Turm Problem. Ich glaube jetzt könnte ich sogar die kleine Arkana legen, ohne in einem Buch nachgucken zu müssen, weil ich das Konzept der Kabbala ja schon im Kopf habe und mich jetzt daran orientieren kann.

Die Kabbala zum Beispiel oder das Tarot das sind Konzepte die man bei Hod lernen kann. Und erst später kann man dann vielleicht intuitiv auf dem rechten Pfand damit arbeiten. Man braucht beides. Erstmal muss man die Regeln und die Bedeutung lernen und dann kommt die freie Interpretation hinzu.

Vielleicht sind ja die Menschen die hinter ihren Turmmauern sitzen, dort am besten aufgehoben. Ich glaube dass ist auch ein Grund warum ich es manchmal nicht schaffe Streng zu sein, weil ich es nicht verstehe warum es sein muss. Erst wenn ich die Zusammenhänge verstehe, finde ich eine Annahme dafür. Ich liebe das wenn sowas passiert, wenn ich Frieden mit einer Sache finde.

Bei Kindern ist mir das immer leicht gefallen, die Rolle der Authorität zu spielen, weil ich ja verstanden habe, dass Kinder auch Grenzen brauchen. Sie müssen ja noch die Regeln lernen. Ich neige immer wieder dazu erwachsene Menschen zu überschätzen und dann fällt es mir schwer anzuerkennen, dass sie manchmal eine ganz andere Ansprache benötigen. Deshalb hilft mir auch das Integrale Modell immer wieder, meine falschen Erwartungen an Menschen zu durchbrechen.

Faszinierend. Vielen Dank Ursa Major!

Das zweite Tarot Spiel gucke ich mir später noch an. Das war gestern richtig aufschlußreich für mich, dass ich mich auf weitere Tarot Aufgaben freue.
Nun zum zweiten Tarot Spiel

Ich habe alle Karten übrigens blind gezogen. Ich wusste nicht ob du die Karten gezogen oder ausgesucht hattest. Ich habe es jetzt so gemacht.

Die 6 Schwerter

[Bild: rw_schw06.png]

Es geht scheinbar um einen Aufbruch zu etwas Neuem. Im Boot sehe ich mein Inneres Kind und seine Mutter sitzen (symboliosch für das weibliche und mütterliche in mir) Der Mann das ist der mein Animus der die Situation lenkt und führt. Vielleicht deutet das auch darauf hin, dass ich diesen Teil stärker entwickeln werde.

Dann musste ich an Nr. 6 denken, die ja in der Kabbala für Tiphereth steht und dachte ich werde übers Wasser gehen. Weil Tipheret ja das Christusbewusstein ist und sich die Assoiziation von Jesus der, übers Wasser gehen konnte, einstellte. Allerdings stellt sich hier auch die Frage was damit gemeint ist? Sind das alchemistische Gleichnisse? Das Wasser könnte für die Gefühle stehen, die ich immer wieder kläre, wenn ich mich mit emotionalen Situationen auseinander setzte.

Außerdem fällt mir zu der Karte der Fährmann ein, der auf die andere Seite hinüber fährt. Ich als Rabe kann ja in alle Richtungen fliegen, dehalb muss das keine endgültige Überquerung sein. Was könnte die andere Seite sein? Vielleicht das Traumbewusstsein oder der Verlust mit der Ich Identifikation?

Die 2 Kelche

[Bild: rw_kelch02.png]

Hier sehe ich wieder Anima und Animus, die sich wie Yin und Yang gegenüber stehen. Über ihnen ist ein Kundalini Symbol. Sie schenken sich gegenseitig etwas. Ich glaube der mann schenkt Feuer Energie und die Frau Wasser Energie. Es geht mal wieder um die Vereinigung der Gegensätze, die zur Harmonie führen. Sie stoßen mit ihren Kelchen an, weil das eine Geste des Friedens und der Freundschaft ist. Vielleicht besiegeln sie auch etwas. Die Kundalini Schlange weißt auch noch mal auf die aufhebung Dualität hin. Es könnte sich auch um eine energetische Verbindung handeln.

Auf Grund dessen was du über die Beziehung zu den Zahlen in der Kabbala erzählst, ist auch die 2 sehr interessant. Denn die zwei ist Chokma. Chokma steht für Intuition, Weisheit (Wissen des Herzens), Energiekörper. Chokma befindet sich vor oder jenseits des rationalen Verstandes.

Die Karte die von der einen Karte zur anderen führt, ist der Mond

[Bild: rw_schw06.png]

[Bild: rw_ga_mond.png]

[Bild: rw_kelch02.png]

Der Mond

Beim Mond geht es um Intuition und Gefühl. Mehr wusste ich üner die Karte nicht. Deshalb habe ich nachgelesen und das hier gefunden:

Zitat:Wir erleben eine Sehnsucht nach Erfüllung, gehen in unseren Träumen und Sehnsüchten auf. Nur der Mond erleuchtet die schattenhafte Nacht, nur undeutliche Konturen der Dinge sind erkennbar. Die Tarotkarte Der Mond fordert uns auf, unserem inneren Gefühl nachzugeben und unserer Sehnsucht nachzugeben. Es existiert noch eine andere Wahrheit hinter der vertrauten Realität. Unser Unterbewusstsein hat es bereits erkannt, es ist nur nicht zu unserem Bewusstsein vorgedrungen. Vielleicht muss man für die Bewusstwerdung erst durch eine seelische Krise gehen, es gibt zumindest noch Unklarheit in einer Angelegenheit. Der Mond fordert uns auf, unsere Ängste fallen zu lassen und unseren tiefen Sehnsüchten zu erlauben, den Weg in der Dunkelheit zu erleuchten.

Quelle: Feuerfunke.de

Vielleicht hast du noch eine Idee zu der Geschichte?
Seiten: 1 2 3