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Weise Geschichten, Zitate, Gedichte, usw.

Weise Geschichten, Zitate, Gedichte, usw.
#1
11.02.2022, 02:50 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 11.02.2022, 02:52 von ichbinmehr.)
Kennt ihr weise Zitate, Reime, Geschichten, usw.?

Gerne auch Videos. Oder andere Medien.


In diesem Thread können diese geteilt und auch diskutiert werden.

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Sehr beeindruckt hat michdie folgende Geschichte. Es war mir als ob ich etwas gefunden habe, was ich gerne verkörpern würde. Etwas was ich in meinem Herzen spüre, wie es mich anzieht. Diese Geschichte hat mich tief bewegt. Ich bin noch zu verletzt, ja noch zu verletzlich, um diese Größe zu verkörpern. Es ist etwas was ich mal erreichen möchte.

Viele Menschen sprechen von Selbstlosigkeit und meinen doch eigendlich Selbstverleugnung. Ich sehe gerade unter Sprituellen ganz üble Auslegung von Selbstlosigkeit, die mich eher an Dissoziation und fehlender Selbstachtung erinnern. Selbstlosigkeit muss von Liebe und Wertschätzung geprägt sein, damit ich diese anstrebendwert finde.

Diese Geschichte verkörpert eine sehr reine Form der Selbstlosigkeit, die mich sehr tief bewegt hat, denn es ist die bewusste Selbstlosigkeit eines Menschen, der sich keines Falls selbst verleugnet oder missachtet, der aber die Größe besitzt, sein Selbst zum Wohle eines anderen Menschen auf eine sehr beeindruckenden Weise zurück zu stellen. 


Zitat:OSHO ÜBER REIFE MENSCHEN

"Die Qualitäten eines reifen Menschen sind sehr merkwürdig. Zum ersten, er ist keine Person. Er ist kein Selbst mehr. Er hat Präsenz, aber er ist keine Person. Zum zweiten, er ist eher wie ein Kind,  einfach und unschuldig. Darum sage ich, die Qualitäten eines reifen Menschen sind sehr merkwürdig, denn Reife gibt einem das Gefühl, dass jemand erfahren ist, gealtert, alt. Physisch mag er alt sein, aber spirituell ist er ein unschuldiges Kind. Seine Reife ist nicht einfach die Ansammlung lebenslanger Erfahrungen. Dann wäre er kein Kind, er wäre keine Präsenz, er wäre eine erfahrene Person,  voller Kenntnisse, aber nicht reif. Reife hat nichts mit Lebenserfahrung zu tun. Sie hat etwas mit deiner inneren Reise zu tun, mit innerer Erfahrung.

Je tiefer jemand in sich hinein geht, desto reifer ist er. Wenn er das Zentrum seines Seins erreicht hat, ist er ganz reif. Aber in dem Moment löst sich die Person auf, es bleibt nur Präsenz übrig. Das Selbst löst sich auf, es bleibt nur Stille übrig. Wissen löst sich auf, es bleibt nur Unschuld übrig. Für mich ist Reife ein anderer Begriff für Verwirklichung: Man hat sein Potenzial erfüllt, hat es verwirklicht. Das Samenkorn hat einen langen Weg hinter sich gebracht und ist erblüht.

Reife besitzt einen besonderen Duft. Sie gibt dem Menschen eine enorme Schönheit. Sie gibt ihm Intelligenz, die schärfste Intelligenz. Sie macht aus ihm reine Liebe. Sein Handeln ist Liebe, sein Nichthandeln ist Liebe; sein Leben ist Liebe, sein Tod ist Liebe. Er ist einfach eine Blume der Liebe.

Der Westen hat Definitionen von Reife, die sehr kindisch sind. Der Westen meint mit Reife, dass man nicht mehr unschuldig ist, dass man durch seine Lebenserfahrungen geformt wurde, dass man nicht mehr leicht zu betrügen ist, dass man sich nicht mehr ausbeuten lässt, dass man in sich so etwas wie einen festen Fels trägt, einen Schutz, eine Sicherheit. Diese Definition ist sehr gewöhnlich, sehr weltlich. Ja, in der Welt gibt es reife Menschen dieser Art. Doch die Art und Weise, wie ich Reife sehe, ist ganz anders, ist dieser Definition diametral entgegengesetzt.

Die Reife, über die ich spreche, macht dich nicht zu einem Felsen; sie wird dich im Gegenteil sehr verwundbar machen, sehr weich, sehr einfach.

Das erinnert mich an eine Geschichte ... Ein Dieb betrat die Hütte eines Mystikers. Es war eine Vollmondnacht, und er war aus Versehen dort eingetreten; denn was sollte man schon in der Hütte eines Mystikers finden? Der Dieb schaute sich um und war erstaunt, dass es dort überhaupt nichts gab – und plötzlich erblickte er einen Mann, der mit einer Kerze in der Hand auf ihn zukam.

Der Mann fragte: 'Was suchst du hier im Dunkeln? Warum hast du mich nicht geweckt? Ich habe direkt bei der Eingangstür geschlafen und hätte dir das ganze Haus zeigen können?' Und er blickte so einfach und unschuldig, als wäre er überhaupt nicht in der Lage, sich vorzustellen, dass jemand ein Dieb sein könnte.
Angesichts solcher Einfachheit und Unschuld meinte der Dieb:  'Vielleicht ist dir nicht klar, dass ich ein Dieb bin.

Der Mystiker antwortete darauf:  "Das spielt keine Rolle, jeder muss schließlich irgendjemand sein. Der Punkt ist, dass ich dreißig Jahre in diesem Haus verbracht und nichts gefunden habe, also lass uns zusammen suchen! Und wenn wir etwas finden, können wir Partner sein. Aber ich habe in diesem Haus nichts gefunden – es ist einfach vollkommen leer."

Der Dieb ängstigte sich ein bisschen – dieser Mann schien etwas seltsam zu sein! Entweder war er verrückt oder ... wer konnte schon wissen, was für ein Mann das war? Jetzt wollte er nur noch verschwinden und außerdem hatte er Sachen von zwei anderen Häusern mitgebracht, die er vor dem Haus hatte liegen lassen.
Der Mystiker hatte nur eine einzige Decke – das war alles, was er besaß – , und es war eine kalte Nacht, also sagte er zu dem Dieb: 'Geh nicht einfach so weg, beleidige mich nicht auf diese Weise; sonst werde ich mir niemals vergeben können, dass ein armer Mann mitten in der Nacht in mein Haus kam und mit leeren Händen wieder gehen musste. Nimm diese Decke. Sie wird dir gut tun – draußen ist es kalt. Ich bin im Inneren des Hauses, hier ist es wärmer.'

Und er bedeckte den Dieb mit seiner Decke. Der Dieb war nahe daran, den Verstand zu verlieren! Er sagte: ' Was machst du da? Ich bin ein Dieb! ' Der Mystiker erwiderte: ' Das spielt keine Rolle. In dieser Welt muss jeder irgendjemand sein, muss jeder irgendetwas machen. Du magst stehlen, das macht nichts – ein Beruf ist ein Beruf. Mach es einfach gut, und du hast meinen Segen. Mach es perfekt und lass dich nicht erwischen, sonst kommst du in Schwierigkeiten.'  Der Dieb meinte:  'Du bist seltsam. Du bist nackt und hast nichts.'
Der Mystiker erwiderte darauf: ' Mach dir keine Sorgen, denn ich komme mit dir! Nur die Decke hat mich in diesem Haus gehalten; abgesehen davon, ist in diesem Haus nichts, und die Decke habe ich nun dir gegeben. Ich komme mit dir, wir werden zusammenleben! Und du scheinst viele Dinge zu haben; das ist eine gute Partnerschaft. Ich habe dir meinen ganzen Besitz gegeben, da kannst du mir ein kleines bisschen von deinem geben – das ist nur gerecht. '

Der Dieb konnte es kaum glauben. Er wollte nur noch diesem Haus und diesem Mann entkommen. Er sagte:  'Nein, ich kann dich nicht mitnehmen. Ich habe eine Frau, ich habe Kinder. Und meine Nachbarn, was würden sie sagen, wenn ich einen nackten Mann in mein Haus bringen würde? '

Der Mystiker meinte: ' Du hast Recht. Ich werde dich nicht in eine peinliche Situation bringen. Du kannst also gehen, und ich werde hier bleiben. ' Doch als der Dieb am Gehen war, rief der Mystiker: ' He! Komm zurück! ' Niemals hatte der Dieb eine solch kraftvolle Stimme gehört; sie war wie ein Messer. Er musste einfach zurückkommen. Der Mystiker sagte zu ihm: ' Lerne erst einmal ein bisschen Höflichkeit. Ich habe dir die Decke gegeben, und du hast mir nicht einmal dafür gedankt. Also bedanke dich – das wird dich weit bringen. Zweitens, beim Hinausgehen ... du hast die Tür geöffnet, als du hereingekommen bist – also schließ die Tür! Siehst du nicht, wie kalt die Nacht ist – und ich habe dir meine Decke gegeben und bin nackt! Es ist in Ordnung, dass du ein Dieb bist, doch wenn es um Manieren geht, bin ich heikel. Ein solches Verhalten kann ich nicht dulden. Bedanke dich also! '

Der Dieb musste also sagen:  'Vielen Dank, mein Herr ', und dann schloss er die Tür und entkam. Doch er konnte kaum glauben, was ihm da widerfahren war! Er konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Immer und immer wieder erinnerte er sich ... er hatte noch nie eine so kraftvolle Stimme gehört, so voller Macht. Und dabei besaß der Mann überhaupt nichts!

Am nächsten Tag zog er Erkundigungen ein und fand heraus, dass es sich bei diesem Mann um einen großen Meister handelte. Er hatte einen Fehler gemacht – es war absolut hässlich, zu solch einem armen Mann zu gehen, der nichts besaß. Doch er war ein großer Meister.

Der Dieb sagte: ' Das kann ich verstehen – er ist ein sehr seltsamer Mann. In meinem Leben habe ich schon die verschiedensten Leute getroffen, von den ärmsten bis zu den reichsten, doch niemals ... wenn ich nur an ihn denke, durchläuft mich schon ein Schauder. Als er mich zurückrief, konnte ich nicht wegrennen. Niemand hielt mich fest, ich hätte meine Sachen packen und wegrennen können, aber ich konnte es nicht. Da war etwas in seiner Stimme, das mich zurückhielt. '

Ein paar Monate später wurde der Dieb erwischt und der Richter fragte ihn: ' Kannst du jemanden in der Nachbarschaft benennen, der dich kennt? ' Er erwiderte: 'Ja, ein Mann kennt mich', und er nannte den Meister. Der Richter sagte:  'Das ist genug – ruft den Meister. Sein Zeugnis ist mehr Wert als das von zehntausend Leuten. Was er über dich sagt, ist ausreichend für eine Beurteilung. ' Der Richter fragte den Meister: ' Kennst du diesen Mann? '

Dieser erwiderte: ' Ihn kennen? Wir sind Partner! Er ist mein Freund, er hat mich sogar schon mitten in der Nacht besucht. Es war so kalt, dass ich ihm meine Decke gab. Wie man sieht, trägt er sie gerade. Diese Decke ist im ganzen Land berühmt; jeder weiß, dass sie mir gehört. ' Der Richter wollte wissen:  'Er ist dein Freund? Und, stiehlt er? ' Der Meister antwortete: ' Niemals! Er kann nicht stehlen. Er ist so ein höflicher Mensch, dass er  'Danke, mein Herr !' zu mir sagte, als ich ihm die Decke gab. Und als er aus dem Haus ging, machte er ganz leise die Tür hinter sich zu. Er ist ein sehr höflicher, netter Kerl. ' Der Richter meinte daraufhin:  'Wenn du das sagst, dann widerlegt das all die Aussagen der Zeugen, die behauptet haben, dass er ein Dieb sei. Er wird freigelassen. ' Der Mystiker ging hinaus und der Dieb folgte ihm.

Der Mystiker fragte ihn:  'Was machst du? Wieso kommst du mit mir? ' Dieser antwortete: ' Nun kann ich dich nie mehr verlassen. Du hast mich deinen Freund genannt, deinen Partner. Niemand hat mich jemals respektiert. Du bist der Erste, der gesagt hat, dass ich ein höflicher Mensch sei, ein netter Kerl. Ich werde zu deinen Füßen sitzen und lernen, wie du zu sein. Woher hast du diese Reife, diese Macht, diese Kraft, diesen ganz anderen Blick auf die Dinge?'

Der Mystiker antwortete:  'Weißt du, wie schlecht ich mich in jener Nacht fühlte? Du warst gegangen – und ohne Decke war es so kalt, dass Schlaf unmöglich war. Ich saß also einfach am Fenster und betrachtete den Vollmond und schrieb ein Gedicht: 'Wenn ich reich genug wäre, hätte ich diesem armen Kerl, der da im Dunkeln gekommen war, um im Haus eines armen Mannes nach etwas zu suchen, diesen vollkommenen Vollmond gegeben. Ich hätte ihm den Mond gegeben, wenn ich reich genug wäre, doch bin ich selber arm.' Ich werde dir das Gedicht zeigen, komm mit.

Ich habe in dieser Nacht geweint und gedacht, dass Diebe doch ein paar Dinge lernen sollten. Wenn sie zu einem Mann wie mir kommen, sollten sie das wenigstens ein oder zwei Tage im Voraus ankündigen, damit wir etwas vorbereiten können, so dass sie nicht mit leeren Händen gehen müssen.

Und es ist gut, dass du dich vor Gericht an mich erinnert hast; diese Menschen sind gefährlich, sie hätten dich möglicherweise misshandelt. Ich habe dir in jener Nacht angeboten, mit dir zu kommen und dein Partner zu werden, doch du hast dich geweigert. Jetzt möchtest du mit mir kommen! Das ist kein Problem, du kannst gern kommen; was immer ich habe, werde ich mit dir teilen. Doch es ist nichts Materielles, es ist etwas Unsichtbares. '

Der Dieb erwiderte darauf: ' Das kann ich spüren – es ist etwas Unsichtbares. Doch du hast mein Leben gerettet, und nun gehört mein Leben dir. Mach damit, was du willst, denn ich habe es bisher einfach nur verschwendet. Nachdem ich dich gesehen und dir in die Augen geblickt habe, ist eines für mich sicher – dass du mich verwandeln kannst. Ich habe mich in jener Nacht verliebt. '
Reife ist für mich ein spirituelles Phänomen."


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#2
12.02.2022, 04:34
Es gibt eine alte Zen-Geschichte

Es war einmal ein Bauer, der hatte ein Pferd, das eines Tages davonlief. Nun musste er mit seinem Sohn die Felder von Hand pflügen. Die Nachbarn sagten: »Ach, was für ein Pech, dass dir das Pferd davongelaufen ist!« Der Bauer erwiderte einfach: »Pech, Glück – wer weiß?«

Eine Woche später kehrte das Pferd mit einer ganzen Herde von Wildpferden im Schlepptau zurück. »Was für ein Glück!«, riefen die Nachbarn, aber der Bauer erwiderte: »Glück, Pech – wer weiß?«

Der Sohn des Bauern versuchte, eines der wilden Pferde zu reiten. Aber er wurde abgeworfen und brach sich das Bein. »Ach, was für ein Pech«, sagten die Nachbarn mitfühlend. Wieder antwortete der Bauer: »Pech, Glück – wer weiß?«

Einige Wochen darauf rief der König alle jungen Männer zu den Waffen, da er in eine Schlacht ziehen wollte. Nur der Sohn des Bauern blieb mit seinem gebrochenen Bein zu Hause zurück. »Was für ein Glück, dass dein Sohn nicht in den Krieg ziehen muss«, riefen die Nachbarn aus.

Doch der Bauer meinte nur: »Glück, Pech – wer weiß?«
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RE: Weise Geschichten, Zitate, Gedichte, usw.
#3
16.02.2022, 20:47
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Zitat aus Alice im Wunderland

"Aber beinahe hätte ich es vergessen. Du musst die Augen schließen, ansonsten siehst du gar nichts."
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#4
08.06.2022, 22:49
Was ist wahre Perfektion?

Kommt ein Schüler zu einem ZEN Meister und fragt: „Meister was ist wahre Perfektion?“
Der Meister sagt: „Du willst lernen was Perfektion ist? Nun gut.“ Der Meister schickt seinen neuen Schüler in den Steingarten und sagt: „ Nun harke mir den Garten, bis du denkst, dass er perfekt“.

Der Schüler nimmt die Harke entgegen und bemüht sich redlich, alle Steine ordentlich in Reihe und Glied zu harken. Als er sein Werk beendet hat, geht er zum Meister und zeigt ihm seine Arbeit. Der Meister schaut sich an, was der Schüler gemacht hat und schüttelt den Kopf. „Nein falsch. Versuchs nochmal.“

Der Schüler denkt, ich muss mich mehr anstrengen, damit der Meister mich lobt. Er nimmt die Harke und beginnt erneut den Steingarten zu halten. Diesmal strengt er sich richtig an die Furchen symmetrisch zu ziehen. Er arbeitet viele Stunden bis er selbst stolz auf sein Werk ist. Dann geht er wieder zum Meister und fragt: „Meister habe ich es jetzt richtig gemacht?“

Der Meister schaut wie der Schüler geharkt hat, schüttelt wieder den Kopf und sagt: “Leider falsch, versuche es nochmal.“ Der Schüler der sich richtig angestrengt hatte, war enttäuscht. Was hat er nur falsch gemacht? Er mobilisiert nochmal all seine Kraft, um den Steingarten noch ein mal zu bearbeiten. Diesmal wollte er es perfekt machen.

Er arbeitet viele Stunden, ja die ganze Nacht hindurch. Er zieht die Furchen mit allergrößter Sorgfalt und Präzision. Er arbeitet mit größter Achtsamkeit, um wahre Perfektion zu erziehlen. Jetzt wollte er es schaffen. Jetzt muss ihn der Meister doch mnal loben. Dann geht er zum Meister und fragt: „Meister, habe ich denn jetzt die Aufgabe richtig gemacht?“

Der Meister schaut sich die Arbeit seines Schülers an, schüttelt wieder den Kopf und sagt: „Nein leider falsch.“ Der Schüler verliert seine Fassung. Er sagt wütend: “Aber Meister! Ich habe jetzt wirklich versucht a-l-l-e-s richtig zu machen, aber schon wieder sagst du, ich habe versagt.“
Der Meister sieht wie getroffen sein Schüler ist, denn er hat sich sehr bemüht. Jetzt sitzt er da mit hängenden Schultern. So hat der Meister Mitgefühl mit seinem Schüler und sagt: „Komm, ich zeig dir wie es richtig geht.“

Der Meister nimmt eine Hand voll Steine und wirft sie quer über den Steingarten, den der Schüler in perfekter Präzision geharkt hat. Der Schüler schaut ihn entsetzt an.
Dann sagt der Meister: „Jetzt ist es richtig.“
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#5
12.07.2022, 01:03 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.07.2022, 01:06 von ichbinmehr.)
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Follow the white Rabbit.

"Liebst du mich?", fragte Alice. "Nein, ich liebe dich nicht", antwortete das weiße Kaninchen. Alice runzelte die Stirn und legte ihre Hände zusammen, wie sie es immer tat, wenn sie verletzt war. "Siehst du", erwiderte das weiße Kaninchen. Jetzt wirst du dich fragen, was dich so unvollkommen macht und was du falsch gemacht hast, damit ich dich nicht wenigstens ein wenig lieben kann. Weißt du, deshalb kann ich dich nicht lieben. Du wirst nicht immer geliebt werden Alice, es wird Tage geben, an denen andere müde und gelangweilt vom Leben sind, ihre Köpfe in den Wolken haben und dich verletzen werden. Weil Menschen so sind, verletzen sie sich immer gegenseitig, sei es durch Nachlässigkeit, Missverständnisse oder Konflikte mit sich selbst. Wenn sie sich selbst nicht lieben, zumindest ein wenig, wenn sie keinen Brustpanzer der Selbstliebe und des Glücks um Ihr Herz schaffen, wird das schwache Unbehagen, das von anderen verursacht wird, tödlich und zerstört sie. Als ich dich das erste Mal sah, schloss ich einen Pakt mit mir selbst: "Ich werde es vermeiden, dich zu lieben, bis du lernst, dich selbst zu lieben."

Lewis Carrol, "Alice im Wunderland"

[Bild: 292417029_591936685631121_2320433376184721405_n.jpg]
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RE: Weise Geschichten, Zitate, Gedichte, usw.
#6
31.07.2022, 02:10
Gerald Hüther

Manchmal muss man scheitern - 4 Min
https://youtu.be/ZF0p_0zMwi8

Was ist Liebe - 3 Min
https://youtu.be/SqXOeTVhAPk
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#7
06.12.2022, 18:12 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 06.12.2022, 18:18 von ichbinmehr.)
„Man sieht nur mit dem Herzen gut.
Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“


Antoine de Saint-Exupéry – Der Kleine Prinz





Der Kleine Prinz (Antoine de Saint-Exupéry) Erzählt von Ulrich Mühe
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RE: Weise Geschichten, Zitate, Gedichte, usw.
#8
12.01.2023, 02:10 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.01.2023, 04:04 von ichbinmehr.)
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Heiliger Gral, 2008, Acryl auf Holz

Dateiname: 324562521_3298835637049248_8124487288482318083_n.jpg
Größe: 521,82 KB
12.01.2023, 01:54



"Liebe ist ein Pfad der Transformation, der dein Selbstwertgefühl verbessert. Unser "heiliger Spiegel" im anderen lässt uns unseren Wert erleben. Gegenseitiger Respekt und Bewunderung sind für diese Chemie unerlässlich. Es könnte wichtig sein, sich vorzustellen, dass ein Mensch ein besserer Mensch ist, als Sie erwartet hätten."

Alex Grey



Vermutlich kennt ihr die visionäre Kunst von Alex Grey. Er begann nach einer Ayahuasca Erfahrung mit Schamanen diese Bilder zu malen auf denen der Energiekörper des Menschen zu sehen ist. Ich finde seine Bilder faszinierend, weil sie meine perönliche Erfahrungen mit dem Energiekörper bestätigen und sichtbar  externalisieren.

Mich hat sein Bild vom heiligen Gral heute angesprochen, welches mich kürzlich auf Facebook erreichte. Mit meinem Lehrer hatte ich oft über die König Artus Legende und die Suche nach dem Gral gesprochen. Sein Standpunkt dazu war, dass alle Ritter (Archetypen) an der Tafelrunde sitzen müssen, damit Ganzheit und Frieden entsteht. Der dunkle "böse" Ritter benötigt genauso viel Beachtung und Akzeptanz, wie der sensible und liebevolle Ritter. Da er ein Buch über das Enneagramm geschrieben hatte, fand ich darüber einen modernen Zugang zur Gralsgeschichte, dessen Bedeutsamkeit mir sonst vermutlich entgangen wäre.

Alex Grey hat das Thema hier mal wieder so wunderbar visuell herausgearbeitet. Ich glaube wir finden den heiligen Gral wenn wir alle Menschen annehmen können. Ich arbeite täglich daran, das Licht welches aus jemandem Menschen strahlt, zu sehen.

Falls ihr den Künster Alex Grey noch nicht kennt, hier ist seine Website, ein Blick lohnt sich: https://www.alexgrey.com

Meine Lieblingsbilder von Alex Grey sind der Typ der in alle Richtungen gleichzeiig schaut (Net of Being) weil dieser die unendliche Perspektive zeigt, die ich so faszinierend finde. Zweitens das Bild bei dem der Geist (Rational und Intuition) mit dem Höheren Selbst zu einer Einheit verschmolzen ist (Oversoul) - siehe neues Profil. Ich habe genau das erfahren was Alex mit Oversoul gemalt hat, als ich anerkannt hatte, dass alle Perspektiven gleichzeitig existieren. Plötzlich vermolz mein Kopf mit dem ganzen Universum. Deshalb liebe ich dieses Bild und seine Kunst. Die Bilder zeigen meine Erfahrungen mit Bewusstseinszuständen die ich immer noch versuche zu verstehen.
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RE: Weise Geschichten, Zitate, Gedichte, usw.
#9
19.01.2023, 21:17 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 19.01.2023, 21:33 von ichbinmehr.)
Bewusstseinszustände vs. Liebe

Ich habe diesen Text von Abd-ru-shin kürzlich gefunden. Er passt ganz gut zu meinen eigenen Gedanken im Bezug auf die Frage, was ist eigentlich Erleuchtung? Geht es hier um die Verwirklichung von Bewusstseinszuständen, Siddhis oder um die Verwirklichung der Menschlichkeit und Liebe? Wie ist eure Sichtweise hierzu?

Ich glaube es kommt darauf an, welchen Zugang ein Mensch zu dem Thema hat. Es stellt sich für mich die Frage, strebe ich nach Macht, Wissen oder nach Liebe? Aus der Antwort auf diese Frage ergibt sich das jeweilige Ziel und der jeweilige Weg für einen Menschen.

Für mich hat die Liebe den höchsten Wert in dieser Wertehierachie und wenn diese nicht auch auf den anderen Wegen erreicht wird, dann ist nichts erreicht. Der nun folgende Text spricht das Thema an:


Zitat:Im Lichte der Wahrheit  - Abd-ru-shin  - Kapitel 1 gekürzt

Wohin man blickt, dort ist in allem nur noch Anmaßung zu finden, keine Demut. Es fehlt die rechte Selbsteinschätzung. –

In erster Linie wird notwendig, daß der Mensch heruntersteigt von seiner künstlichen Höhe, um wirklich Mensch sein zu können, um als solcher seinen Aufstieg zu beginnen. Er sitzt heute am Fuße des Berges geistig aufgeblasen auf einem Baume, anstatt mit beiden Füßen fest und sicher auf dem Erdboden zu stehen. Deshalb wird er auch nie den Berg ersteigen können, wenn er nicht vorher von dem Baume herunterklettert oder stürzt. Unterdessen sind aber dann wahrscheinlich alle die, welche ruhig und vernünftig auf der Erde unter seinem Baume ihren Weg schritten und auf die er hochmütig herabsah, oben auf dem Gipfel angekommen.

Wie kann man einen geistigen Helfer so sich denken! – Nun gibt es aber auch noch eine Sorte Menschen, die sich ganz besonders rege dünken! Diese haben sich von einem Helfer natürlich ein ganz anderes Bild entworfen, wie man aus Berichten lesen kann. Es ist jedoch nicht weniger grotesk; denn sie erwarten darin einen … Geistesakrobaten!

Es wird ja sowieso von Tausenden schon angenommen, daß Hellsehen und Hellhören, Hellempfinden usw. großer Fortschritt wäre, der es in Wirklichkeit jedoch nicht ist. Derartiges Angelernte, Großgezogene, sogar das als Begabung Mitgebrachte, kann sich niemals über diesen Erdenbann erheben, bewegt sich also nur in niederen Grenzen, die auf Höhe niemals Anspruch machen können und deshalb ziemlich wertlos sind. Dies hat mit eigentlichem Aufstiege des Geistes nichts zu tun. Ebensowenig Zweck für irdisches Geschehen! Es sind geistige Kunststückchen, nichts weiter, für Einzelmenschen interessant, für die gesamte Menschheit aber ohne jeden Wert! Daß alle solche sich auch einen gleichartigen Helfer wünschen, der es schließlich besser kann als sie, ist ja ganz leicht verständlich. –

Doch es gibt eine große Zahl, die darin noch viel weiter gehen, bis ins Lächerliche. Und die es damit trotzdem bitter ernst nehmen. Diesen gilt zum Beweis der Helferschaft zum Beispiel auch als Grundbedingung, daß sich ein Helfer … nicht erkälten darf! Wer sich erkälten kann, der ist schon abgetan; denn das entspricht nach deren Meinung nicht einem idealen Helfer. Ein Starker muß auf alle Fälle und in erster Linie mit seinem Geiste über diese Kleinigkeiten ganz erhaben sein. Das klingt vielleicht etwas gemacht und lächerlich, aber es ist nur Tatsachen entnommen und bedeutet eine schwache Wiederholung des einstmaligen Rufes: »Bist Du Gottes Sohn, so hilf Dir selbst und steig herab vom Kreuze.« – Das schreit man heute schon, bevor ein derartiger Helfer überhaupt in Sicht ist!

Arme, unwissende Menschen! Der, der seinen Körper so einseitig erzieht, daß er unter der Gewalt des Geistes zeitweise unempfindlich wird, der ist mitnichten ein hervorragender Großer. Die ihn bewundern, gleichen Kindern früherer Jahrhunderte, welche mit offenen Mäulchen und glänzenden Augen den Verrenkungen herumziehender Spaßmacher folgten, wobei der brennende Wunsch in ihnen wach wurde, auch solches tun zu können.

Denken wir doch einmal weiter: Fahrendes Volk der alten Zeiten, von dem ich soeben sprach, entwickelte sich mehr und mehr, wurde zu Akrobaten in den Zirkussen, in den Varietés. Ihr Können wuchs ins Ungeheuerliche, und täglich sehen Tausende verwöhnter Menschen heute noch mit immer neuem Staunen und oft innerem Erschauern diese Darbietungen an. Doch haben sie dabei für sich Gewinn davon? Was nehmen sie nach solchen Stunden mit? Trotzdem so mancher Akrobat bei seinen Darbietungen auch das Leben wagt. Nicht das geringste; denn auch in der höchsten Vollendung werden alle diese Dinge immer nur im Rahmen der Varietés und Zirkusse verbleiben müssen. Sie werden immer nur zur Unterhaltung dienen, doch nie zu einem Vorteil für die Menschheit führen. Ein derartiges Akrobatentum auf geistigem Gebiete aber sucht man jetzt als Maßstab für den großen Helfer! Laßt solchen Menschen die geistigen Clowns! Sie werden bald genug erleben, wohin solches führt!

Sie wissen auch nicht, was sie eigentlich damit erstreben. Sie wähnen: Groß ist nur der, dessen Geist den Körper so beherrscht, daß dieser Krankheit nicht mehr kennt! Jede derartige Ausbildung ist einseitig, und Einseitigkeit bringt nur Ungesundes, Krankes! Es wird mit diesen Dingen nicht der Geist gestärkt, sondern der Körper nur geschwächt! Das notwendige Gleichmaß für gesunde Harmonie zwischen dem Körper und dem Geiste wird verschoben, und das Ende ist, daß sich zuletzt ein solcher Geist viel früher loslöst von dem mißhandelten Körper, der für ihn nicht mehr die kraftvolle, gesunde Resonanz gewähren kann für irdisches Erleben. Dieses aber fehlt dem Geiste dann, und er kommt unreif in das Jenseits. Er wird sein Erdensein noch einmal leben müssen.

Es sind geistige Kunststückchen, nichts weiter, die auf Kosten des irdischen Körpers gehen, welcher dem Geiste in Wirklichkeit helfen soll. Der Körper gehört zu einer Epoche der Entwickelung des Geistes. Wird er aber schwach gemacht und unterdrückt, so kann er auch dem Geiste nicht viel nützen; denn seine Ausstrahlungen sind zu matt, um diesem die Vollkraft in der Stofflichkeit zu bringen, die er nötig hat.
Will ein Mensch eine Krankheit unterdrücken, so muß er geistig den Druck einer Ekstase auf den Körper herbeiführen, ähnlich wie im Kleinen Furcht vor dem Zahnarzt die Schmerzen verdrängen kann. Solch hohe Erregungszustände hält ein Körper ungefährdet wohl einmal, vielleicht auch mehrere Male aus, aber nicht für die Dauer, ohne ernsthaft Schaden zu leiden. Und wenn das ein Helfer macht oder rät, so ist er nicht wert, ein Helfer zu sein; denn er verstößt damit gegen die natürlichen Gesetze in der Schöpfung.

Der Erdenmensch soll seinen Körper als ein ihm anvertrautes Gut bewahren und die gesunde Harmonie zwischen dem Geiste und dem Körper herbeizuführen suchen. Wird diese durch einseitige Unterdrückung gestört, so ist das kein Fortschritt, kein Aufstieg, sondern ein einschneidendes Hemmnis zur Erfüllung seiner Aufgabe auf Erden, wie überhaupt in der Stofflichkeit. Die Vollkraft des Geistes im Hinblick auf seine Wirkung in der Stofflichkeit geht dabei verloren, weil er dazu auf jeden Fall die Kraft eines nicht unterjochten, sondern mit dem Geiste harmonisierenden Erdenkörpers braucht! Der, den man auf Grund solcher Dinge Meister nennt, ist weniger als Schüler, der die Aufgaben des Menschengeistes und dessen entwickelungsnotwendigkeiten gar nicht kennt! Er ist sogar ein Schädling für den Geist.


Zitat:Über den Autor

ABD-RU-SHIN HIES mit bürgerlichem Namen Oskar Ernst Bernhardt. Er war Deutscher und wurde am 18. April 1875 in Bischofswerda (nahe Dresden) geboren. Der Name Abd-ru-shin, unter dem er seine Gralsbotschaft schrieb, bedeutet sinngemäß „Diener des Lichts“.

1928 übersiedelte Oskar Ernst Bernhardt nach Österreich, wo er lebte bis die Nationalsozialisten seinen Besitz enteigneten und das Werk „Im Lichte der Wahrheit“ verboten. An seinem Wirken gehindert, starb Abd-ru-shin am 6. Dezember 1941 in Kipsdorf im sächsischen Erzgebirge, wo er seine letzten Lebensjahre unter Gestapo-Beobachtung hatte verbringen müssen.

DIE DREI BÄNDE des Werkes „Im Lichte der Wahrheit“ umfassen insgesamt 168 Vorträge, die, inhaltlich aufeinander aufbauend, ein vollständiges Bild vom Schöpfungsganzen geben. Diese umfassende Welterklärung basiert auf der Grundlage der uns bekannten Naturgesetze, die den Leser die verborgenen Zusammenhänge im Leben erkennen lassen und dadurch wertvolle Lebenshilfen bietet. Die Vorträge, die in diesem Buch zusammengefaßt sind, entstanden zwischen 1923 und 1938.

Quelle: https://gralsbotschaft.org/abd-ru-shin/
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RE: Weise Geschichten, Zitate, Gedichte, usw.
#10
19.01.2023, 22:55
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Zitat:Wie ist eure Sichtweise hierzu?


"Der Weg liegt nicht im Himmel. Der Weg liegt im Herzen."

(Buddha)
~ Nachad hobi no driabadramd ~


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