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Warum hindern wir uns am eigenen Glück?

Warum hindern wir uns am eigenen Glück?
#1
20.01.2017, 20:59 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.01.2017, 21:01 von Bene1999.)
Irgendwie bin ich heute Abend in Schreiblaune big

Mir geht es um ein Thema, das mir schon länger auf dem Herzen liegt, aber über das ich noch nicht wirklich reden konnte.

Das ist das schöne an dieser Community, euch kann man selbst den umnachtetsten Idiotien vorsetzen, ohne gleich als verstrahlter Pseudo-Hippie abgestempelt zu werden.
Aber wie komme ich auf das Thema?

Ende Dezember des vergangenen Jahres habe ich realisiert, dass ich etwas an meinem Leben ändern möchte.
Meine Freizeit bestand nur aus schwachsinnigen Videos, Social Media und weiteren geistigen Ergüssen.
Ich war mit mir selbst unzufrieden, mit meinem Körper wie mit meinen Geiste.
Es ist nicht so, dass ich unsportlich bin, ich spiele Volleyball und gehe schon immer joggen.
Ich hab mich vielmehr innerlich schmutzig gefühlt.

Und so habe ich mein Leben von heute auf morgen umgekrempelt. Einfach so. Leicht war es nicht, und fragt mich nicht, wie ich es geschafft habe, aber bis jetzt geht es wunderbar.

Ich mache jetzt jeden Tag mindestens 30 min Sport, ich ernähre mich gesund, esse kein FastFood und keine Süßigkeiten mehr, ich gehe kalt duschen, ich beschäftige mich wieder mit dem Klarträumen, ich mache wieder mehr handwerklich, ich lese wieder öfters, zeichne und male wieder öfters, sitze weniger vor Bildschirmen, bin fast gar nicht mehr auf Social Media unterwegs und wenn ich auf YouTube Videos schaue, dann nur noch lehrreiche. Ich trinke nur noch Wasser und davon mindestens 3 L am Tag. Ich spiele wieder mehr Gitarre.

Und wie geht es mir damit?


Großartig. Ich weiß, es klingt übertrieben, aber ich habe mich mein Leben lang noch nicht so ausgeglichen und gut gefühlt.
Ich fühle mich "rein", diese Leere in mir ist weg und ersetzt worden durch ein grundlegendes Glücksgefühl.

Ich war wirklich noch nie so glücklich. Nicht die Art von Glück, die man empfindet, wenn man sich etwas kauft, was man schon lange wollte.

Nein, eher die Art von Glück, die man empfindet, wenn man an einem Sonntagnachmittag im Sommer draußen mit Freunden sitzt und Spaß hat, und dann einen Moment innehält, und einfach glücklich darüber ist, das alles genauso ist, wie es ist.


Spätestens hier stellt sich doch die Frage: Warum macht das nicht jeder?


Um Missverständnisse auszuräumen, dies soll keine Selbstprofilierung werden. Ich möchte hier nicht mit dem Finger auf andere Leute zeigen, um diesen vorzuführen, wieviel besser ich doch bin.

Auch für mich war es weiß Gott nicht leicht.

Wie oft habe ich mir nen Apfel genommen, obwohl ich doch so viel lieber die Tafel Schokolade hätte.

Wie oft hätte ich gerne geschrien wie ein kleines Mädchen, als ich unter die kalte Dusche gehüpft bin, und hätte es gerne wärmer gedreht.

Wie oft wäre ich viel lieber liegen geblieben, und musste mich mit all meiner Willenskraft dazu zwingen, jetzt Sport zu treiben.


Und hier stellt sich mir die Frage: Warum stehen wir uns selbst im Weg?
Warum fällt es uns so leicht, unsere Zeit mir Dingen zu verschwenden, die uns unglücklich machen?


Und zu dieser Frage würde ich gerne einmal wissen, was ihr denkt.


Ich denke, die Gemütlichkeit des modernen Menschen spielt eine wichtige Rolle hierbei.
Das Smartphone rauszuholen und Facebook zu öffnen fällt uns oftmals so viel leichter, als uns aufzurappeln und uns zu bewegen.
Es ist so leicht, die Dusche einfach warm zu drehen, und soviel angenehmer, also warum sollte ich kalt duschen?

Diese Art von Gedanken sind es, die uns doch davon abhalten, glücklich zu werden.

Es ist für mich wie in der Physik: Dinge in Bewegung neigen dazu, in Bewegung zu bleiben, während ruhende Dinge eher weiter ruhen.
Ist dieser erste Schritt einmal gemacht, dann kommt der Rest wie von selbst.

Zumindest war es bei mir so.

Was haltet ihr davon?
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RE: Warum hindern wir uns am eigenen Glück?
#2
20.01.2017, 21:18
(20.01.2017, 20:59)Bene1999 schrieb: Und hier stellt sich mir die Frage: Warum stehen wir uns selbst im Weg?
Warum fällt es uns so leicht, unsere Zeit mir Dingen zu verschwenden, die uns unglücklich machen?


Und zu dieser Frage würde ich gerne einmal wissen, was ihr denkt.


Ich denke, wir stehen uns selbst im Weg, weil wir es so gelernt haben. Ich meine damit die gesamte Sozialisation... alles was jemals in irgendeiner Form auf uns einwirkte (und es auch noch tut), trägt dazu bei, dass wir werden, wie wir sind. Nun muss man nur mal einen Blick auf die Tendenzen unserer Gesellschaft blicken und dann hat man auch schon ein Bild davon, "was" da konkret auf uns einwirkt und sich in uns hinein implantiert.

Um nur einige Dinge zu nennen: Werbung, Konsum, Kapitalismus, Leistungsgesellschaft, Rollenzuschreibungen, Vorstellungen von "richtig" und "falsch" (die teilweise völlig absurd sind), Ideale etc. ...

All die Gesetze, die an diese Dinge gebunden sind, lernen wir schon sehr früh - sie konstituieren uns. Leider sind die meisten Glaubenssätze, die wir so aufbauen schlecht und nicht wirklich förderlich - weder für unsere Zufriedenheit noch für unseren "messbaren Erfolg". Der Mensch verlässt sich für gewöhnlich auf eine einmal gefundene Lösung. Die Strategien, die wir in Kinderjahren entwickelt haben, haben zu der Zeit noch funktioniert. Weil wir emotional abhängig von unserem Bezugsumfeld waren. Als Erwachsene jedoch sind wir für uns selbst verantwortlich. Wir wissen, dass uns gewisse Dinge absolut nicht weiter bringen, und doch führen wir sie fort. Weil es leichter ist. All das loszulassen, kann sich im ersten Moment wie ein totaler Identitätsverlust anfühlen (und ich spreche da aus Erfahrung). Deshalb klammern wir uns an das Vertraute, an das, was wir schon kennen (die alten Muster). Das Unbekannte macht uns Angst.

Bis man echte Erkenntnisse hat und wirklich etwas umstellt, bzw. bis sich von alleine etwas umstellt (denn das geschicht unwillkürlich, sobald man die sinnlosen Muster entlarvt hat) braucht es manchmal Zeit. Einige erkennen schneller als andere... und wieder andere, werden nie aufwachen aus dieser "sozialen Matrix". Unser Denk- und Handlungsvermögen ist begrenzt, weil es begrenzt gehalten wurde - früher von unserem Bezugsumfeld und heutzutage von uns selbst.

Diese ganze Dynamik ist aber weit aus komplexer, als man es hier darstellen könnte. grin
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RE: Warum hindern wir uns am eigenen Glück?
#3
20.01.2017, 21:32
Interessante Ansicht, danke!

Ich denke, gerade in so einen schnellen Welt mit so vielen Einflüssen von außen ist es gut, des öfteren mal Zeit mit sich selbst zu verbringen und einfach über das nachzudenken, was einem so in den Sinn kommt.
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RE: Warum hindern wir uns am eigenen Glück?
#4
21.01.2017, 17:36
Zitat:Und hier stellt sich mir die Frage: Warum stehen wir uns selbst im Weg?
Warum fällt es uns so leicht, unsere Zeit mir Dingen zu verschwenden, die uns unglücklich machen?

"Jeder große Fortschritt fing damit an, dass jemand sagte: "Mhmm... DAS ist ja komisch....""bigwink

Ich denke, die Frage ist falsch gestellt. Du fragst, warum wir uns unglücklich machen. Ich sage: damit wir uns verändern, rekalibrieren. Das Unglück ist kein "Mangel" an irgendwas, es ist ein Antrieb, ein energiereicher (statt -armer) Zustand, der die Veränderung zum Ziel hat.

Es ist anstrengend unglücklich zu sein.

Wir müssen nicht schlafen, um uns auszuruhen im Sinne von Energie auftanken - das ist eine völlig falsche Vorstellung. Wir müssen uns nur ständig verändern. Wir müssen vom Wachen zum Trüben von Glück zu Unglück und von einem Zustand zum Anderen ständig schwingen, um uns weiterzuentwickeln.

Und um so mehr wir schwingen, um so leichter fällt es uns umd um so mehr Energie kriegen wir - wie du es beschrieben hast. Dem Reichen wird mehr gegeben als dem Armen - klingt ungerecht, ist aber so bigwink
Oneironaut und Klartraumforscher Abenteuer eines Traumfahrers
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RE: Warum hindern wir uns am eigenen Glück?
#5
21.01.2017, 22:35
Klingt stimmig.
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