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Introspektion» ihre klassische Form und aktuelle Entwicklungen

Introspektion
#1
18.01.2017, 22:04 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 19.01.2017, 10:41 von Don Rinatos.)
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Auf der Metaebene betrachtet, ist die Fähigkeit zur Selbstbeobachtung wohl die wichtigste Technik eines Klarträumers! Von sich selbst zu lernen, "aus eigenem Buch lesen" das sind wichtige Kernkompetenzen. Beispielweise die Beobachtung des Einschlafsprozesses, der Veränderung in den Gedanken, Gefühlen, in der eigenen Atmung, all diese Empfindungen die mit dem Einschlafen auftreten.

Ich werde hier alles sammeln, was relevant ist und auf Klartraum beziehen. Auszüge aus der Bücher, die ich dazu lese, eigene Beobachtungen und Gedanken, verschiedene Techniken.


Forschungsmethoden und Statistik in der Psychologie, 2008 Sedlmeier, P.; Renkewitz, F. S112.
Zitat:Selbstbeobachtung

Die Selbstbeobachtung in ihrer klassischen Form, die Introspektion (Beobachtung eigener Denk- und Urteilprozesse), spielte in den Anfangsjahren der Psychologie in Deutschland eine große Rolle. Dabei war nicht selten der Professor die Versuchsperson und sein Assistent der Versuchsleiter. Der Grund dafür war, dass der „Selbstbeobachter“ besser in der Lage sein sollte, seine eigenen Gedanken zu erfassen als der Versuchsleiter. Diese Praxis wurde aber im Laufe der Zeit wieder aufgegeben, möglicherweise auch deswegen, weil damalige Theorien zu schwach für die reichhaltige Daten waren.

Das erinnert mich stark an unser Hypnagogic Report.
Zitat:Die Technik des H. Report wurde von ein paar Klarträumern in Heidelberg entdeckt und ausgearbeitet zur Zeit des Klartraum-Wahrtraum Kongresses - allerdings an einem andern Ort. Es geschah in etwas scherzhafter Anlehnung an die Ganzfeldmethodik, die vorher auf der Tagung erläutert wurde. Don stellte sich die Frage, ob das Induzieren und Beeinflussen von hypnagogen Bildern nicht auch einfacher zu machen sei. So entstanden die ersten Sessions: Er legte sich schlafen, Benita spielte dazu auf der Kalimba und Don erzählte alles, was er gerade sah. Sie fragte ihn etwas über die Umgebung, nach einer Zeit wurde sie fester, sie fragte ihn, in gewisse Dinge einzugreifen. So wurden mehrere Sessions mit mehreren Träumern durchgeführt, und es stellte sich heraus, dass auf diese Weise das Bewusstsein geschult werden kann, mit all den Eindrücken, die aus der eigenen Tiefe entstehen, umzugehen.

Es ist also eine Vorgehensweise, um seine innere Welt besser kennenzulernen und seine Klartraumfertigkeit zu trainieren.

Dazu braucht man zwei Menschen. Einer legt sich hin und schließt die Augen. Der andere setzt sich daneben und spielt z.B. Kalimba. Die Aufgabe von dem Liegenden ist zu beschreiben, was er sieht. Alle visuelle Eindrücke sollen genau beschreiben werden - wenn andere Eindrücke entstehen, dann auch die. Der Hypnagogic Reporter fragt nach Details: Farbe, Form, Farbe von dem Hintergrund, evtl. Bewegung usw., gibt aber auch Anweisungen zur Interaktion mit den Bildern.
Es könnte auch eingegangen werden auf die Details der Wahrnehmung, die Konstanz und Echtheit der Szenen, allerdings muss erst noch ausreichend geprüft werden, welche Fragen vom Reporter welche Auswirkungen haben. Es scheint z.B. die Tendenz vorzuherrschen, dass nach der Frage der Echtheit die Echtheit eher verloren geht, aber nach Fragen nach Details die Echtheit eher entsteht.

Stufe 1: Hypnagoge Bilder beschreiben (einfache geometrische Formen und Fraben)
Stufe 2: Komplexere und lebendigere Bilder entstehen lassen.
Stufe 3: Bilder einfrieren und stabilisieren, bewusst Einfluss darauf nehmen.
Stufe 4: Mit Bildern interagieren (z.B. Truhe aufmachen und Inhalt untersuchen)



Forschungsmethoden und Statistik in der Psychologie, 2008 Sedlmeier, P.; Renkewitz, F. S112.

Zitat:Neben der prinzipiellen Zugänglichkeit der entsprechenden Denk- und Handlungsprozesse scheinen für die Brauchbarkeit von Selbstbeobachtungsresultaten zwei Bedingungen entscheidend zu sein:

A Selbstbeobachtung braucht Übung und
B ein zweiter geschulter Beobachter assistiert bei der Selbstbeobachtung
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RE: Introspektion
#2
18.01.2017, 22:37 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 18.01.2017, 22:40 von Don Rinatos.)
Hamburger Forschungswerkstatt entwickelte Dialogische Introspektion (Dialogic Introspection) auch interessant:

https://de.wikipedia.org/wiki/Dialogische_Introspektion

Oh, geil das kann man auch auf einem Klartraumforumtreffen als Spiel machen:

Zitat:Versuchsanordnung

Ca. 4–12 Teilnehmer beschäftigen sich unter Anleitung eines Versuchsleiters mit einem Forschungsgegenstand, z.B. dem Erleben eines Films. Dabei haben sie die Aufgabe, ihr eigenes Erleben mit folgender Instruktion zu beobachten:

„Seien Sie offen und aufmerksam für alles, was während des Films in Ihnen vorgeht, Ihre Gedanken, Phantasien und Erinnerungen, Ihre Empfindungen und Gefühle. Lassen Sie alle Gefühle und Einfälle zu. Sie können sich schon während des Films Notizen machen.“

Nach der Vorführung notieren die Teilnehmer jede® für sich ihr Erleben. Diese Protokollphase kann ca. 5–15 Minuten dauern. Sie ist beendet, wenn sich niemand mehr Notizen machen möchte.

Anschließend berichten die Teilnehmer reihum von ihrer Introspektion, wobei folgende Regeln gelten:

Die Teilnehmer berichten mündlich, wobei sie ihre Notizen verwenden können.
Sie können ohne Zeitbegrenzung alles mitteilen, was sie möchten – im Extremfall auch nichts.
Kommentare oder Wertungen durch andere Teilnehmer sind nicht erlaubt, Diskussionen unterbleiben.
Die Notizen bleiben zur Verfügung der Teilnehmer.

In einer zweiten Runde sind Ergänzungen zum eigenen Introspektionsbericht möglich. Dadurch, dass die Teilnehmer voneinander hören, wie sie das gleiche Ereignis erlebt haben, werden sie angeregt, erneut ihren eigenen Erfahrung nachzuspüren und ihren Bericht zu ergänzen.

Die Verfahrensregeln, für deren Einhaltung der Versuchsleiter sorgt, sollen die Mitteilungen der Einzelnen in der Gruppe erleichtern und unerwünschte gruppendynamische Prozesse minimieren helfen. Außerdem dienen sie zur Hierarchieabschwächung, da jeder Teilnehmer den gleichen Raum für Mitteilungen zur Verfügung hat.

Die Introspektionsberichte werden auf Tonband aufgezeichnet, transkribiert und außerhalb der Gruppe in Einzelarbeit analysiert. Die Analyse erfolgt durch Suche nach Gemeinsamkeiten in den Daten nach den Regeln der qualitativ-heuristischen Methodologie.[3]

Durch die Gruppensituation werden Selbstdialoge mit Mitteilungen an die Gruppe verschränkt. Einerseits beschäftigen sich die Einzelnen im Selbstdialog mit ihrem Erleben und dem Versuch, es angemessen zu dokumentieren; anderseits gibt es kontrollierte soziale Kommunikation, die das eigene Erleben den anderen in der Gruppe mitteilt und das mitgeteilte fremde Erleben der anderen zur Kenntnis nimmt und zum eigenen Erleben in Beziehung setzt. Selbstdialog und die Mitteilungen in der Gruppe stimulieren sich gegenseitig.
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RE: Introspektion
#3
20.01.2017, 09:52 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.01.2017, 09:54 von Don Rinatos.)
Das menschliche Bewusstsein arbeitet nicht wie serieller Computer viele kognitive Prozesse verlaufen parallel zueinander. Der Selbstbeobachter kann die Metakognition gut für seine Forschung benutzen. Ein solcher paralleler Prozess kann die Metakognition „Methodische Spur“ sein. In dieser Betrachtung werden alle Bedingungen der Bewusstseinsaktivität registriert. Man sammelt unterwegs die Antworten auf die Frage „Wie wird’s gemacht?“

Ein Beispiel hierfür ist Dreamcar
Die Beschreibung der Techniken ist die methodische Spur.
Zitat:Es soll durch Atmung funktionieren. Es ist nicht nur die Augenmuskulatur, die im Schlafzustand kontrollfähig ist, sonder auch Atmung!!! Durch langsames, flaches Atmen, mit grösseren Pausen zw. Aus- uns Einatmen komme ich mehr ins Traum!

Ein weiteres wichtiges Reflexionsthema ist die Vigilanz des Bewusstseins. Besonders spannend beim Einschlafen. „Wie klar ist das Bewusstsein?“ Die „Vigilanz Spur“ geht von unbewussten Schlafschichten bis zu überbewussten Schwingungen in der Meditation.



Nächstes Thema ist die bewusste Memorierung des Erlebten mit dem Ziel so viele Erlebnisse zu speichern wie möglich.
Zitat:Mein Bericht trage ich mir selbst vor, erzähle mir munter unterwegs mit Begeisterung wie ein Schizophrener über alle Abenteuer und Erlebnisse: kodiere, memoriere und präge mir auf alle erdenkliche Arten und Weisen das Geschehen ein.
Klartraum in der Dichtung
Chunking ist hier sehr zu empfehlen. Für die Klarträume habe ich Act-Erinnerungsschleifen entwickelt.
Wobei das Erlebte nicht unbedingt chronologisch memoriert werden muss. Manchmal ist es hilfreich die Erlebnisse nach ihrer Wichtigkeit zu managen.
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RE: Introspektion
#4
21.01.2017, 23:37
http://wiki.yoga-vidya.de/Introspektion

Zitat:Introspektion : Was ist Introspektion? Was will man mit diesem Wort sagen? Wozu ist Introspektion ein guter Begriff? Was sind Synonyme, was Gegenteile von Introspektion? Hier eine kurze Zusammenfassung: Introspektion ist die Innenschau. Intro bedeutet Innen. Spectio heißt Betrachtung, Schau. Introspektion ist Selbstbeobachtung, Bewusstwerdung seiner Selbst. Die Fähigkeit zur Introspektion ist eine für das Menschsein essentielle. Durch Introspektion kann der Mensch sicher seiner Motive bewusst werden, seiner Talente, seiner Fähigkeiten. Und durch Introspektion kann der Mensch auch bewusst an sich arbeiten. In den spirituellen Übungssystemen wie Yoga spielt Introspektion eine besondere Rolle. Zum einen verhilft die Introspektion zu erkennen, worauf man in seiner spirituellen Praxis besonders achten soll. Dies ist die relative Introspektion. Swami Sivananda sagte auch gerne: Scrutinize your motives – überprüfe immer wieder deine Motive. Zum anderen ist die tiefste Introspektion die Bewusstheit der Tiefen des eigenen Wesens.
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RE: Introspektion
#5
23.01.2017, 23:40 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 23.01.2017, 23:47 von Don Rinatos.)
Zitat:"Nirgends, Geliebte, wird Welt sein als innen."
Rilke: DIE SIEBENTE ELEGIE


Zitat:"Ich bin ohne Geschichte und schwimme im Bewusstsein wie in einem Bassin voller wundersamer Töne."

"Kann ich nicht sofort lieben? Wen? Alle. Und alles. Das Wasser unserer Träume. Die Quelle der Farben. Das Leben."

Marica Bodrožics: „Das Wasser unserer Träume“

Wow, besonders Roman von Marica scheint eine Ode an Ontologischer Strom und Basale Klarheit zu sein! Sie zitiert als erstes Novalis

Zitat:Selbst der Schlaf ist nichts als Flut jenes unsichtbaren Weltmeeres,
und das Erwachen das Entretten der Ebbe

https://www.randomhouse.de/Buch/Das-Wass...hd#service

Novalis:

Dateiname: Novalis.jpg
Größe: 184,57 KB
23.01.2017, 23:47
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RE: Introspektion
#6
25.01.2017, 00:57 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.01.2017, 01:12 von Don Rinatos.)
Thomas Grundmann, Die Struktur des skeptischen Traumarguments, Grazer Philosophische Studien, Band 64

Dateiname: Grundmann.jpg
Größe: 209,3 KB
25.01.2017, 00:57


https://books.google.de/books?id=k4mZWmA...MQ6AEIJjAB
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RE: Introspektion
#7
25.01.2017, 10:10 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.01.2017, 10:11 von Schuhbewegtsich.)
Ein spannender Thread, bei dem man länger verweilen kann - mit Dank gelesen!

Ich bin mit meiner Einschlaftheorie leider noch nicht so weit durch, dass ich mit Bezug darauf direkt anknüpfen könnte (demnächst mehr) - meine Frage kommt insofern noch ganz freihändig (unschuldig wink1) rüber:

(20.01.2017, 09:52)Don Rinatos schrieb: ...viele kognitive Prozesse verlaufen parallel zueinander...
Besonders spannend beim Einschlafen. „Wie klar ist das Bewusstsein?“ Die „Vigilanz Spur“ geht von unbewussten Schlafschichten bis zu überbewussten Schwingungen in der Meditation.

Die Frage, die sich hier stellt – wie kriegt man den Weckreizcharakter, der vom klaren Bewusstsein ausgeht, während des Einschlafens überdeckt, überschrieben – gelöst, um die Wahrnehmungsqualität so zu steigern, wie du das hier beschreibst? Man muss ja irgendwie schon „drüben“ sein (wach woanders als im Wachen sein). - Wenn ich deinen anderen Thread lese, in dem es darum geht, über die ganze Nacht klar bleiben zu wollen - dann ist es ja eher so, dass du von der Klarheit ausgehend den Weckreiz sogar suchst, eine Mücke, die im Zimmer herum surrt, zum Beispiel mit Freuden begrüßt, damit du die Klarheit halten kannst. Der Weg bis dorthin ist weit – zuvor ist alles, was weckt, wachhält, wach ist, ja störend, macht einen WILD zum Beispiel sehr schwierig. Es muss einen Übergang geben, wo das Bewusstsein in den Dienst des Schlafsogs (oder anderer Schichten) tritt - mit auf den fahrenden Zug aufspringt, um sich als anhaltender Weckreiz zu überschreiben.
Sicher ist zum „Übergang“ hier schon einiges ausgetauscht worden, in den Threads zu WILD.
Aber es gehört auch in dieses Introspektionsthema, daher erlaube ich mir die Frage, anknüpfend an deine Bemerkung „viele kognitive Prozesse verlaufen parallel zueinander“ – spaltet sich nicht schon recht früh etwas ab, in der Wahrnehmung, Selbstbeobachtung, eine Spur, auf der man wach ist ohne zu stören, ehe man überhaupt WILD angeht? Etwas das sich frei gelegt hat und fortan parallel mit läuft – was man dann auch merkt, dass die Bahn jetzt frei ist?
(Bei meinen eigenen Übungen, ich kann ja noch kein WILD - kommt es mir so vor, als müsste es so etwas geben).
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RE: Introspektion
#8
25.01.2017, 11:30 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.01.2017, 13:54 von Don Rinatos.)
Hi Schuh!

ich musste gerade noch gestern daran denken, dass unser Austausch im „Aktive Imagination“ – frei nach C.G. Jung spontan sehr nah an Dialogische Introspektion kommt thumbsu. Ohne darüber zu wissen, haben wir diese beiden Methoden verbunden.

Dialogische Introspektion der aktiven Imaginationen grin

Als Beispiel die erste Introspektion aus deinem Thread:

(04.02.2016, 14:39)Don Rinatos schrieb:
(04.02.2016, 13:30)Schuhbewegtsich schrieb: Vielleicht hat ja jemand Bock, etwas Ähnliches auszuprobieren, dass es den Träumen zugute kommt! big

14:10 Ich habe mein Fenster im Dach aufgemacht, Augen geschlossen und gewartet.

Ich höre die Polizeisirenen in der Ferne. Einmal und das zweite auch, dann wird es still. Ich atme die frische Luft ein und aus und dann atme ich langsamer, komme tiefer, wie eine Hand die in die Erde greift und dann bewegt sich die Erdkraft durch die Finger die wie ein Baum die Lebenssaft von unten nach oben zieht und es vereint, um dann oben zur grünen Krone zu entfalten. Ich fühle die aufsteigende Energie am Rückenmark. Der Vergleich mit dem Baum ist beliebig, die Bewegung ist jedoch echt. Auf der grünen Krone des Baumes werden nicht nur die Früchte reif. Dort leben in den Nesten auch mache Gesangvogel. Ich werde zu einem Vogel, singe und steige hoch in die Luft. Ich höre ein vorbeifahrendes Auto und mein Bewusstsein wird durch dieses Geräusch absorbiert. Ich fahre Sebnitzerstraße entlang in einem Auto. Die Frau fährt, er sitzt daneben, ich bin auf der Rückbank, wo mittig in der Schale ein Baby angeschnallt ist. Baby kann mich plötzlich sehen, erschreckt sich und fängt an zu heulen. Wir haben mittlerweile Prießnitzstraße erreicht und ich kullere durch die Wand des Autos auf die Straße heraus. Ich bin eine halbdurchsichtige Gele-artige Kugel. Ich schwebe über Prießnitzbach und wandere mit imaginären Füßen Bach entlang nach oben. Jetzt kommt ein langer dunkler Tunnel, der nach rechts abbiegt und wo man zuerst nix sehen kann. Ich stampfe mutig im Void entlang. Ratten, Krokodile, Dinosauriern, immer Größer und Bedrohlicher, immer mit größeren Maulen verschlingen mich in die Dunkelheit des Tunnels. Wasser, Schnee und Moorleichen fühle ich unter meinen imaginären Füßen und freue mich total, dass ich stattdessen doch gemütlich in meinem warmen Zimmerchen sitze! Nach der Biegung erscheint das Licht am Ende des Tunnels. Der Winter weicht dem Frühling, und ich erreiche die Carolabrücke: das magische Tor in die andere Dimension des Geistes – in den Wald. Unter der Brücke ist coole Akustik. Ich materialisiere dort mich samt der Uduvase. Ich spiele Udu und probe neue Rhythmen aus, ich muss die Geschwindigkeit drosseln, damit Echo zur Sprache kommt. Als es dann nun harmonischer wird, erscheinen meine Bandfreunde und stimmen ihre Instrumente ein. Wir wollen dort ein Konzert geben. Irgendwelche coole Freiwillige streichen die ganze Brücke neu.

*Türklingel* ich bin raus 14:15


Zu deiner Frage:

Zitat:spaltet sich nicht schon recht früh etwas ab, in der Wahrnehmung, Selbstbeobachtung, eine Spur, auf der man wach ist ohne zu stören, ehe man überhaupt WILD angeht?

Aus der alltäglichen Introspektion wissen wir, dass unser Bewusstsein immer wieder gespaltet wird. Wenn wir Tagträumen und aufeinmal kurz weg sind, oder beim Mittagessen im Gedanken versunken sein. (Auch schon da kann man üben die Veränderungen in der Dynamik als Sprungbrett zur Klarheitsspur zu nutzen.)

Ich denke Bewusstsein spaltet sich eigentlich nicht, es ist eher so, dass es schon immer gespalten gewesen ist. Einige körperliche Vorgänge sind nicht bewussteinspflichtig, manche Bewusstseinsspuren wirken auf dieser Grundlage implizit (prozeduralles Wissen, Intuition). Klassischerweise begründet man diese Spaltung durch die begrenzte Kapazitäten der menschlichen Aufmerksamkeit. Man kann sagen, dass die Ausdehnung der Aufmerksamkeit auf die parallellaufende Bewusstseinsprozesse im eigenen Kopf der erste Schritt ist. Eine Bewusstseinserweiterung im Sinne der Ausdehnung der Aufmerksamkeit auf vorbewusste Vorgänge.
Hat man das realisiert, kann man eine Bewusstseinsspur mit Klarheit belegen. Zu dieser Spur wechselt man dann kurz vor Absinken der Bewusstseinsvigilanz.

die Reflexion der Dynamik des Bewusstseins mit aktiver Absicht beim Absinken der Vigilanz den "schweren" Bewusstseinskörper eintrüben lassen, aber im "leichten" in der Basalen Klarheit über die Nacht schweben. meditier
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RE: Introspektion
#9
25.01.2017, 15:59
(25.01.2017, 11:30)Don Rinatos schrieb: Ich denke Bewusstsein spaltet sich eigentlich nicht, es ist eher so, dass es schon immer gespalten gewesen ist. Einige körperliche Vorgänge sind nicht bewussteinspflichtig, manche Bewusstseinsspuren wirken auf dieser Grundlage implizit (prozeduralles Wissen, Intuition). Klassischerweise begründet man diese Spaltung durch die begrenzte Kapazitäten der menschlichen Aufmerksamkeit. Man kann sagen, dass die Ausdehnung der Aufmerksamkeit auf die parallellaufende Bewusstseinsprozesse im eigenen Kopf der erste Schritt ist. Eine Bewusstseinserweiterung im Sinne der Ausdehnung der Aufmerksamkeit auf vorbewusste Vorgänge.
Hat man das realisiert, kann man eine Bewusstseinsspur mit Klarheit belegen. Zu dieser Spur wechselt man dann kurz vor Absinken der Bewusstseinsvigilanz.

die Reflexion der Dynamik des Bewusstseins mit aktiver Absicht beim Absinken der Vigilanz den "schweren" Bewusstseinskörper eintrüben lassen, aber im "leichten" in der Basalen Klarheit über die Nacht schweben. meditier

Es geht es also darum, bereits vorhandene Spuren aufzunehmen (vielleicht gelegentlich auch wieder-aufzunehmen, als Hinterlassenschaft von etwas, Kindheit, anderes) – es sind zwar bewusstseinsfähige (dem Vorbewussten zugängliche) Prozessbegleiter, aber nicht bewusstseinsnötige „verpflichtende“. Von daher vom Wachbewusstsein zur Selbstprüfung auch ungenutzte, beziehungsweise nicht wahrgenommene.
Der Gedanke, dass bereits Vorhandenes ins Spiel kommt und ent-deckt wird, gefällt mir sehr gut!
Dies erst mal nur eine kurze Verständnisantwort dazu, sofern das so stimmt. Ich muss natürlich den praktischen Weg dazu erst einmal suchen und verstehen normal.

(25.01.2017, 11:30)Don Rinatos schrieb: Dialogische Introspektion der aktiven Imaginationen grin

Ja, geil - diese Kombination wäre vielleicht wirklich auch etwas für ein Klarträumertreffen.
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RE: Introspektion
#10
26.01.2017, 11:41
(25.01.2017, 15:59)Schuhbewegtsich schrieb: Es geht es also darum, bereits vorhandene Spuren aufzunehmen (vielleicht gelegentlich auch wieder-aufzunehmen, als Hinterlassenschaft von etwas, Kindheit, anderes) – es sind zwar bewusstseinsfähige (dem Vorbewussten zugängliche) Prozessbegleiter, aber nicht bewusstseinsnötige „verpflichtende“. Von daher vom Wachbewusstsein zur Selbstprüfung auch ungenutzte, beziehungsweise nicht wahrgenommene.

Der Gedanke, dass bereits Vorhandenes ins Spiel kommt und ent-deckt wird, gefällt mir sehr gut!

Ja, genau, die bereits vorhandenen implizite Prozesse entdecken und im vorbewussten Bereich die metakognitive Spur der Klarheit aufbauen.

Viele Klarträume sind mit der Bewusstseinsparallelität verbunden.
z.B. ein KT von mir: Traumparallelität
und ein Thread von Laura: Basisklarheit und parallele Traumspuren
Womöglich kann man die Bewusstseinsparallelität am Tag trainieren und dadurch besser klarträumen. exclam

Danke für dein Verständnis! normal
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RE: Introspektion
#11
28.01.2017, 22:30 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 28.01.2017, 22:32 von Katakan.)
Danke Schuh das du diese Frage nach dem Parallelen Bewußtsein oder der "anderen" Spur mal so stellst. Ich suche nach wie vor noch nach der Instanz oder der Spur des Bewußtseins, die wach bleibt wärend das von Don sog. schwere Bewußtsein einschlafen kann. WILD ist mir nach wie vor ein Rätsel, ein Paradox. Ich schlafe einfach zu schnell ein und selbst im sitzen, wenn die Schlaftrunkenheit groß ist, und ich sehr schnell in Bilder und Szenen komme, bin ich immer sofort mit dem "ganzen" Bewußtsein weg. Das ist ein Sache von wenigen Sekunden. Erst beim Wiedererwachen gelingt es mir zu erkennen, das es da einen Übergang gegeben hat. Wobei ich es eher ein Umschalten nenne.
Nur ein einziges mal, nach bestimmt drei Tagen mit Ausschlafen, Mittagsschlaf usw. gelang es mir zu fühlen, das ich einerseits müde war, andererseits ein Teil Bewußtsein in meinem Hinterkopf war, das mühelos und wach den Einschlafprozess beobachten konnte. Da dachte ich, aaaaah so könnte es sich anfühlen. ^^ Aber ist das ein paralleles Bewußtsein? Don, du hast als Beispiel die Intuition für eine zusätzliche Spur aufgeführt. Und das es nützlich ist sich dieser Parallelspuren bewußt zu werden am Tag. Das würde ich gern. Aber wie mach ich mir Intuition bewußt? Ist es nicht ihr Merkmal das sie sich dem Bewußtsein entzieht und eben unbewußt abläuft. Wie leg ich da eine Klarheitsspur? Hm, ich denke ich werde dich am Samstag (4.2. wenn es beim meeting bleibt) mal dazu löchern. ^^
"Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen." Douglas Adams
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RE: Introspektion
#12
31.01.2017, 19:54
(28.01.2017, 22:30)Katakan schrieb: Don, du hast als Beispiel die Intuition für eine zusätzliche Spur aufgeführt. Und das es nützlich ist sich dieser Parallelspuren bewußt zu werden am Tag. Das würde ich gern. Aber wie mach ich mir Intuition bewußt? Ist es nicht ihr Merkmal das sie sich dem Bewußtsein entzieht und eben unbewußt abläuft.

Intuition, oder
Zitat: „Implizites Wissen“, wie es Polanyi so zutreffend bezeichnete. Polanyi argumentiert, dass sich Wissen dadurch auszeichnet, zwei Kenntnisse in Beziehung zu setzen, von denen nur eines in Worte ausgedrückt werden kann. Diese zweigliedrige Grundstruktur des Wissens beschreibt er als eine „von-auf-Struktur“. Damit ist gemeint, dass Menschen, indem sie sich auf Teile ihres Wissens in Form einer kohärenten Struktur oder einheitlichen Gestalt verlassen, ihre Aufmerksamkeit von diesen Wissensgrundlagen auf eine spezielle Sache richten können. Dabei befinden sich Komponenten des Wissens in einem hintergründigen Aufmerksamkeitsbereich, wogegen andere in einem zentralen Aufmerksamkeitsbereich stehen.
http://www.klartraumforum.de/forum/showt...#pid171320

Du hast viele Reflexionen nach dem berliner KT-Treffen oder nach dem Kuma-Um Konzert, wo ich merkte, dass deine Intuition sehr gut ausgebildet ist! Ich schätze, dass die intuitive Spur etwas mit dem Bauchgefühl zutun hat. Eben Bewusstsein gemischt mit dem (richtigen) Gefühl.
Zitat:ein Teil Bewußtsein in meinem Hinterkopf war, das mühelos und wach den Einschlafprozess beobachten konnte. Da dachte ich, aaaaah so könnte es sich anfühlen. ^^


Zitat:Hm, ich denke ich werde dich am Samstag (4.2. wenn es beim meeting bleibt) mal dazu löchern. ^^

Ich löchere dich zurück! tongue
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RE: Introspektion
#13
31.01.2017, 19:55
Zitat:Kinder sind ab ca. dem 8. Lebensjahr zur Introspektion in der Lage (vgl. Lyons 1986, 97).

Sogar Träume werden mit der introspektiven Technik des "lucide dreaming" – einem trainierbaren Bewußtseinszustand, in dem man träumt und weiß, daß man träumt – analysiert (vgl. LaBerge 1997).

Thomas Burkart
http://www.introspektion-hamburg.net/htm...rkart.html
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RE: Introspektion
#14
18.02.2017, 22:12
http://www.sueddeutsche.de/kultur/geiste...-1.2879581

Zitat:Denn Geist ist für Gelernter eben nur als "Spektrum" zu denken, das von hochfokussierter Konzentration über Tagträumerei zu unspezifischem Träumen im Schlaf reicht. Insofern spannt sich auch das Bewusstsein von Wahrnehmung der Außenwelt und intentionaler Handlung bis zu Introspektion und den Bildern im Traum. Alle kognitiven und mentalen Prozesse - konzentrierte Gedanken, Gefühle, die Vernunft, Träume und Erinnerungen - siedeln innerhalb eines individuellen Spektrums und sind abhängig vom körperlichen und psychischen Zustand - und von der Tagesform. So wird "Geist" zu einer Funktion in und mit der Zeit: Er "ist" nicht, sondern variiert eben entlang seines Spektrums, dessen Zustände Gelernter vertikal anordnet: "Oben" erkennt er Logik und Vernunft, "unten" sieht er Erinnerung und Traum. Das - auch in den willkürlich wirkenden Korrelaten - macht für Gelernter insgesamt menschlichen Geist aus, der eben nicht nur auf die logisch-vernünftige Funktion des Hirns zu beschränken sei.
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RE: Introspektion
#15
24.07.2017, 21:12 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 26.07.2017, 22:40 von Don Rinatos.)
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Ich lese das Buch "Gezeiten des Geistes" (2016) von David Gelernter.
David Gelernter ist ein alter Informatikprofesseor aus Yale-Universität, und einfach der "Rockstar der Computerwissenschaften" (laut NEW YORK TIMES).

Endlich, endlich, endlich ein vernünftiges Buch über menschiches Bewusstsein!

Los geht!:

S.27:
Zitat:Viele Denker halten den Geist für eine Art riesige antike Tempelanlage, die seit kurzem irgendwo in einer Wüste ausgegraben wird. ...
Aber diese Vorstellung ist falsch. Der Geist wandelt sich ständig, regelmäßig und auf vorherbare Weise.

Wow, da kommen wir den ontologischen Strom schon näher normal

S.29: seine Vorstellung vom Spektrum des Geistes auf der Dimension "Vitalität und Konzentration":

S. 31-32:

Dateiname: GelernterDavids29.jpg
Größe: 71,49 KB
24.07.2017, 21:19

Zitat:Das Spektrum ist das Erste, was wir kennen müssen, um etwas über die Qualität des Bewusstseins sagen zu können. Man kann sogar mit Fug und Recht behaupten: Es ist das Erste, was wir ganz allgemein über den Geist wissen müssen.
Und doch ignoriert es die Wissenschaft des Geistes und die Philosophie des Geistes völlig. Man stellt dort zwar gute Fragen, aber man ignoriert auch gute Fragen. Welche Dynamik hat der Geist? Wie verändert sich die Beziehungen zw. Denken und Gedächtnis im Laufe eines Tages? Wie wandelt sich die Rolle des Gedächtnisses zw. seinen Aufgaben als wichtige Informationsquelle im oberen Teil des Spektrums (Wo habe ich dieses oder jenes hingelegt? Was tue ich als Nächtes? Wer ist das?) und seiner redseligen Rolle als Geschichtenerzähler, der weiter unten im Spektrum die Erinnerungen an frühere Erlebnisse, Geschichten und schließlich sogar das ganze ergiebige Ambiente der Träume beisteuert? Die Grenze zur Hallunation passieren wir täglich beim Einschlafen. Doch unsere Ideen und Erinnerungen werden real, wenn sie uns einfallen, also während des Prozesses, in dem wir sie denken. Wenn man genau hinsieht, erkennt man, wie es geschieht. Wie aber sollen wir diesen öminösen Übergang verstehen, wenn wir die Vorstellung von einem statischen Geist haben? Und wenn wir uns schon weigern, die Dynamik des Geistes im Laufe eines einzigen Tages zu studieren, wie sollen wir dann verstehen, welchen Wandel wir während des Heranwachsens durchmachen? Oder während unseres ganzen Lebens?

In Davids Vorstellung durchläuft jeder Mensch in seiner Psychogenese die psychische Entwicklung von unten nach oben: von Unbewussten über Geschichten zum konzentrierten logischen Bewusstsein (welches sich erst später entfaltet). Aber auch die ganze Menschheit in ihrer Soziogenese macht ähnliche kulturelle Entwicklung (von implizitem Wissen, Mythen... hin zur Explizien wie z.B. Computerprogrammierung).

S.33 Bewusstsein auf seinen unteren Flussebenen kann schlechter dauerhafte Erinnerungen speichern, deswegen ist es unser blinder Fleck. Dort (z.B. im Traum) sind mehr Erlebnisse und Emotionen präsent.

Zitat:Wir schenken dem unteren Teil des Spektrums nicht so viel Aufmerksamkeit, wie wir sollten, weil es uns so schwerfällt, uns daran zu erinnern, was dort eigentlich geschieht.

Mal weiterspinnen, oder auf Träume anwenden: Wenn man ein Traumtagebuch führt, dann schenkt man die Aufmerksamkeit dem unteren Spektrum und Traumerinnerung wird besser - das ist eine geile Basicserklärung! Es erklärt auch warum nach einer weile kein TTB mehr benötigt wird: wenn man gelernt hat die Aufmerksamkeit unten einzubringen, sind Traumerinnerungen leicht zugänglich.

Ich bin gespannt was das Buch noch mitsichbringt, aber mit fehlt die Berücksichtigung der Klarträume. Denn die Klarträume zeigen noch ein ganz neuer Aspekt: ganz unten kann logischer Bewusstsein eingeschleust werden. Das sollte die ganze Introspektion aufgrund revolutionieren.

s. 34
Zitat:Zimmer mit Aussicht

Der Geist ist ein Zimmer mit Aussicht. Aus dem Zimmer beobachten wir sowohl die Außenwelt als auch unsere private Innenwelt.

Kant'ssche innere und äußere Realität

S. 40
Zitat:Introspektion

Hilfe! Polizei! Die meisten Psychologen und Philosophen hassen die Introspektion wie der Teufel das Weihwasser.

happy

Zitat:Durch das Schlüßelloch meines Erlebens kann ich (wenn ich genug hinsehe) erkennen, wie das Bewusstsein strukturiert sein muss, damit es mein Erlebnis möglich machen kann.
Doch Introspektion ist auch leicht misszuverstehen. Wer sie betreibt, scheint auf den ersten Blick zu sagen: Mein Geist funktioniert so und so; daraus schliesse ich, das auch der Geist mancher anderer (oder vieler anderer oder aller anderen) genauso funktioniert. Aber von dieser Annahme geht man nicht aus, wenn man Introspektion betreibt!...
Wer Introspektion betreibt, ist kein Tänzer, sondern Tanzlehrer. Er führt eine Bewegung vor und sagt dann: Jetzt probiere du es einmal! Er will Tanzen nicht erklären, indem er zeigt, wie er das macht, sondern indem er zeigt, wie du es machen sollst. Von einem schwachen Argument, das sich ausschließlich auf sein Erleben stützt, zu einem unwiederlegbaren, auf dein Erleben gestützten Argument. Die Existenz von Phänomenen zu leugnen, die man im eigenen Geist beobachtet hat, ist schwierig.

S. 45: Wir leben, um uns zu erinnern
S. 46: Ohne Erinnerung keine Erfahrung (Beispiel Patienten in OP kurz aufgewacht aus Narkose, aber keine Erinnerungen darüber angelegt)

S. 48 WIE?
Ratschlag von Ralph Waldo Emerson (zitiert nach "Absence of Mind" von Robinson):

Zitat:Lass ihn in Stille, in Beharrlichkeit, in strenger Abstraktion ganz allein innehalten; er füge Beobachtung zu Beobachtung, sei langmütig gegenüber Missachtung, langmütig gegenüber Ablehnung und warte rechten Augenblick ab - glücklich genug, wenn er sich allein damit zufriedenstellen kann, dass er an an diesem Tage etwas wirklich gesehen hat... Denn der Instinkt ist sicher und veranlasst ihn, seinem Bruder zu sagen, was er denkt. Dann erfährt er, dass er mit dem Hinabsteigen in die Geheimnisse seines eigenen Geistes auch in die Geheimnisse aller Geister hinabgestiegen ist.

S. 54

Zitat:Gesetz des Spektrums: der Geist ist damit beschäftigt, Sinn herzustellen. Im oberen Teil des Spektrums stellt er Sinn durch Logik her. Weiter unten schafft er Sinn, indem er Geschichten erfindet.

Sprache gehört zum oberen Bereich des Spektrums, die Bilder erfüllen ihre Aufgabe gut weiter unten im Spektrum. (Bilder transprotieren Details,Gefühle,Atmosphäre)

Oben "Handeln" unten "Sein" - hehe auch hier ist bei Klarträumer anders. Aber das erklärt gut, warum ist es für Einsteiger schwierig ist Kontrolle im Klartraum zu behalten oder aktiv gewünschte Handlung auszuführen!

S.63 Unten im Spektrums löst sich die Bezogenheit auf

S. 68 Am unteren Ende des Gefühlsspektrums sind Zustände des reines Seins

Aha, basale Klarheit wink1

Ach nein, laut Autor ist dort die Reflexion nicht möglich. Das ist aber nur für den Fall wenn man nicht klar ist. Jetzt verstehe ich die basale Klarheit besser: es ist reines Sein + logisches reflexives Denken der Klarheit -das Paradoxon des Klartraums wird auf die Spitze getrieben happy

Oben Verstand, unten Gefühle
Alles begann mit einem Tod


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