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Die Evolution des Kosmos und die Evolution des Geistes

Die Evolution des Kosmos und die Evolution des Geistes
#1
30.07.2026, 21:32
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Ich habe Zweifel, ob ich diesen Thread eröffnen soll.

Vielleicht sollte ich lieber ein Buch anfangen. Die Frage ist wie es mit dem Buch weitergehen würde. Würde jemals ein Buch entstehen? Was ist überhaupt ein Buch? Ein Telefonbuch ist ja schließlich auch ein Buch. 

Man kann in einem Buch alles sammeln, was man denkt und es dann rausbringen. Dann mögen sich manche Leute beschweren: "So was könnte ich aber auch, aber ich tue es nicht" Und andere mögen es vielleicht sogar. 

Man kann einem Buch jeden beliebigen Titel geben. Da mögen sich manche Leute beschweren: Der Titel hat mit dem Inhalt nichts zu tun." Das passiert gar nicht mal selten. Das ist nicht mal verboten. Oder etwa doch? Ist ein Buchtitel - rechtlich gesehen - die Zusicherung einer Eigenschaft, etwa so wie man sagt "Diese Schuhe sind aus echtem Leder" oder "Das ist ein Jogurt ist Kuhmilch"

Nun aber zum eigentlichen Thema:  

Die Evolution des Kosmos und die Evolution des Geistes 

Es fing an vor 13 Mrd. Jahren. Ein absurdes Geschehen. Im Nichts wurde es plötzlich sehr heiß und sehr eng. In Nullkomma - Nichts waren die ersten Protonen und Neutronen entstanden. Warum passiert so was? Weil es entsprechende Kräfte vorhanden waren, sagen die Physiker, genau gesagt: die Astrophysiker. 


Aufgrund der Feinabstimmung der Naturkräfte muss man wohl von einer schöpferischen Intelligenz ausgehen. Alternativ könnte man eine Art Lotteriemaschine annehmen, die ständig neue Kombinationen von Naturgesetzen auswürfelt. Oder man könnte einfach sagen es ist ein Wunder. Oder man weigert sich einfach über das nachzudenken was vor dem Urknall gewesen ist.

Da bleibt meiner Meinung also nur die Annahme einer schöpferischen Intelligenz übrig.  Was für Ziele hatte diese schöpferische Intelligenz? Hatte sie überhaupt ein Ziel? Hatte sie überhaupt ein Bewusstsein? Das Vorhandensein von KI und ihrer schöpferischen Leistungen beweist, dass man kein Bewusstsein braucht um kreativ zu sein. Hier bahnt sich also eine Umgestaltung des Gottesbegriffs an. Gefällt euch das? Vermutlich wollt Ihr lieber einen Daddy der wach ist als einen Daddy, der schläft und dabei nebenbei ein Universum nach dem anderen erschafft. Aber ich bin mir nicht sicher. Vielleicht war Gott gut ausgeschlafen, als der Universum anfangen ließ.
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RE: Die Evolution des Kosmos und die Evolution des Geistes
#2
30.07.2026, 22:50
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Was bedeutet es eigentlich für die Selbstbefindlichkeit des Menschen, dass das Universum riesengroß ist? Es ist viel größer als man sich jemals hätte vorstellen können. Vermutlich wissen die meisten Leute es nicht mal, wie groß es ist. Denn in der Schule wird das nicht gelehrt. Oder etwa doch? 

Im Fach Erdkunde wird es vielleicht manchmal erwähnt, dass die Erde nicht mehr der Mittelpunkt der Welt ist, sondern so eine Art Staubkorn, das sich um einen brennende Gaskugel herumbewegt. Es bewegen sich noch andere Himmelskörper um die Sonne. Das nennt man Sonnensystem. Das Sonnensystem ist Teil einer größeren Ansammlung von Sonnen, die Galaxis. Ein Teil dieser Sonnen hat Planeten, was aber nicht heißt, dass es dort einen Planeten wie die Erde geben muss. Die Galaxis ist so groß. dass  das Licht 100.000 Jahre braucht um ein mal hindurchzufliegen. Wir sind also unbedeutend, weil wir so klein sind? 

Aber im Vergleich zu Atomen sind wir unvorstellbar groß. Die Zahl der Atome in unserem Körper liegt geschätzt bei 6,700000000000000000000000000. In der Breite eines Haares könnte man ca. 800.000 Atome nebeneinander reihen (diese Zahl hat mir eine KI genannt, ich weiß nicht wie sie das ausgerechnet hat) 

Was ist erstaunlich finde: keins der Atome weist einen Fehler auf. Sie sind absolut perfekt und bestehen schon seit langer Zeit. Wer mag da noch an das Wirken blinder Kräfte glauben? Ich möchte noch mal an die Feinabstimmung erinnern. Nur aufgrund der Feinabstimmung gibt es Atome überhaupt. Und diese fein aufeinander abgestimmten Kräfte bleiben so wie sie sind. Dass sich Naturkräfte nicht verändern, das wird in Physik und Astrophysik als selbstverständlich angesehen. Mich wundert das aber durchaus. 

Im Bereich des Lebens nimmt man es als selbstverständlich an, dass Fehler passieren. Zellen entwickeln sich aufgrund von Fehlern bei der Zellteilung falsch und es kommt zu Abweichungen vom Bauplan (der Zelle und des Organismus), und dies soll  angeblich der Motor der biologischen Evolution sein. Ab und zu kommt mal ein Wurm mit einem zehntel Bein zur Welt. In unzähligen Fehlerschritten wird dann ein fertiges Bein draus oder mehrere. Unglaublich. Aber die meisten Leute glauben es.
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RE: Die Evolution des Kosmos und die Evolution des Geistes
#3
31.07.2026, 12:21
[+] 4 User sagen Danke! glider für diesen Beitrag
Zu diesem Thema passt gerade hervorragend dieser Beitrag, den xmaniacx gestern veröffentlicht hat:
https://www.klartraumforum.de/forum/show...#pid286668

Dürrs Ausführungen sind für mich immer total stimmig thumbsu

oder bist Du sogar durch dieses Video auf die Idee deines Threads gekommen @Likeplacid?
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RE: Die Evolution des Kosmos und die Evolution des Geistes
#4
01.08.2026, 01:35 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 01.08.2026, 01:39 von Likeplacid.)
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Quantenphysik verstehe ich leider kaum. Das wenige was ich verstehe verursacht bei mir nur ein Kopfschütteln, in dem Sinne, dass ich mich frage "Wieso ist die Welt eins, wegen eurer Doppelspaltversuche? " Ich kapiere es nicht, vielleicht bin ich zu dumm dafür.  

In dem sehr empfehlenswerten Buch "Das Spektrum des Bewusstseins" hat Ken Wilber auch einige Quantenphysiker (Schrödinger, Heisenberg) zu Wort kommen lassen. Ich habe deren Ausführungen  damals einfach geglaubt. Die meisten Zitate in diesem an genialen Zitaten reichen Buch stammen allerdings nicht von Quantenphysikern, sondern von Philosophen, Zen-Meistern, Mystikern etc.

Vor drei Tagen habe ich das Buch "Eine kurze Geschichte des Kosmos" von Ken Ken Wilber bestellt (Man kriegt es günstig für 6 Euro, inclusive Versand bei Amazon). Die Lieferung ist noch nicht angekommen. Der Titel hat mich sehr neugierig gemacht. Ich habe mir erst hinterher die Leseprobe durchgelesen. Da gibt er zu, dass das Buch nicht vom Kosmos im eigentlichen Sinne handelt. Was in dem Buch steht kann ich mir mittlerweile denken. Es wird sein Schwergewicht in der integralen Psychologie haben, in der es darum eine "vollständige" Persönlichkeit zu werden (Stichwort: Intergration des Schattens) , damit man sich dann dem Streben nach Erleuchtung widmen kann.
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RE: Die Evolution des Kosmos und die Evolution des Geistes
#5
01.08.2026, 18:49
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Der Vorteil eines solchen Threads ist, dass man nichts löschen kann. Wenn ich mich also in eine Sackgasse verirre und mein Denken ändere, kann man es hinterher genau nachverfolgen. Nichts löschen können:  damit ist gemeint, dass man normalerweise nichts löschen sollte. 

Der Geist, wie ich ihn in diesem Thread verstehe, ist die bewusste Selbstbefindlichkeit des Menschen. Damit meine ich so was ähnliches wie Kierkegaard, wenn er vom existierenden Denker redete (ich habe ihn jedoch nicht im Original gelesen, sondern nur gelesen, was über ihn geschrieben wurde).  Das Nachdenken über die Welt nach kann nicht ohne Folgen bleiben für die Gedanken die er sich über sich selbst macht. 

Die Naturwissenschaften haben Entdeckungen gemacht, die niemanden unberührt lassen können. Aber dennoch scheint es so, als ließe es die meisten unberührt. Viele Entdeckungen der Naturwissenschaft erreichen den Durchschnittsmenschen oder Normalbürger aber erst gar nicht. Er lebt wie mit Scheuklappen, so als wenn das Mittelalter noch nicht vorbei wäre. Die technischen Geräte wie Smartphone und Automobil benutzt er mit der Naivität eines Kindes. 

Genauso wenig wie es ihn interessiert wie sein Auto oder Handy funktioniert ist es ihm auch egal wie sein Körper funktioniert. Sein Körper ist eine Maschine, und zwar von einer Art, deren Funktionsweise weitgehend im Dunkeln lag. Nachdem durch die Zellbiologie (dank Entdeckung des Lichtmikroskops und Elektronenmikroskops) viele Dinge sichtbar gemacht hat, stellt sich das Wesen des Lebens und des menschlichen Körpers ganz anders dar. Aber die Körpererfahrung der meisten befindet sich noch auf Niveau, das knapp über dem Steinzeitmenschen steht.
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RE: Die Evolution des Kosmos und die Evolution des Geistes
#6
06.08.2026, 21:53
[+] 6 User sagen Danke! craooo für diesen Beitrag
Hallo @Likeplacid

Ich finde diesen Thread hochinteressant, weil er Themen behandelt, die ich mir oft selbst stelle. Und die wichtigste dabei wird für mich immer sein: Wer sind wir in anbetracht diesem unvorstellbaren grossen und komplexen Universums? Sind wir mehr, als ein klitzekleines Sandkorn eines astronomisch gigantischen Strandes, oder müssen wir uns mit dem abfinden, was wir sind? Warum bin ich in der Lage diese Fragen zu stellen? Fragen in dieser Art haben mich lange gequält und ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung wo und wie man dafür Antworten finden soll, vor allem wenn man sich wissenschaftlichen Aspekten bedienen will. Darum stelle ich sie mir auch heute und nachdem ich deinen Thread entdeckt habe, merke ich, dass ich kein Stück weiter gekommen bin. Aber das ist völlig okay. Ich glaube, ich habe einfach aufgegeben…

Als ich den Titel des Threads gelesen habe, dachte ich mir: Wie kann man den Kosmos mit dem Geist vereinbaren? Der Urknall ist nach wie vor eines der grössten Rätsel der Menschheit. Das Problem dabei ist kompliziert. Wir können unser jetztiges Universum grösstenteils mit der Gravitation beschreiben. Also die Mechanik zwischen Sonnen und Planeten, zwischen Sonnen und supermassiven schwarzen Löchern, usw. ABER: Millionstelsekunden nach dem Urknall war unser Universum immernoch so gross wie Stecknadelkopf. Dieser Stecknadelkopf trug die Energie des gesamten heutigen Universums (auf allerengsten Raum zusammengepfercht), wo wir bis heute nicht sicher sind, wie gross es überhaupt ist.
Worauf ich eigentlich hinaus will: Während dem Urknall gab es ein Punkt, wo Quantenphysik mit der Gravitationsmechanik zusammen verschmolzen waren. Also Therorien zur Beschreibung von „sehr gross“ vs „sehr klein“. Und das ist der Punkt, wo unsere Physik (bis jetzt) versagt, weil wir das nicht miteinander vereinen können. Und das ist ja erst der Anfang des ganzen Schlamassels. Bei den folgenden Fragen sind wir noch gar nicht angekommen; Warum dehnt sich unser Universum aus? Gibt es dunkle Materie? Ist das Universum unendlich oder endlich? Wie genau ist die erste Zelle entstanden? Wie sind aus diesen Zellen intelligente Wesen mit einem Bewusstsein entstanden? Die nächste Frage würde lauten: Gibt es einen Gott bzw. eine schöpferische Intelligenz? Menschen, die sich nicht ihr ganzes Leben mit dieser Wissenschaft auseinandersetzen, können sich diese Fragen nicht (wissenschaftlich) beantworten. Darunter zähle ich mich. Wenn mich jemand fragt: „Gibt es einen Gott?“, sage ich immer, „Ich habe keine Ahnung“, und das meine ich wirklich so. Es gibt höchstens Indizien, aber so richtig beweisen kann das eigentlich niemand. Und genau so gut, wie niemand beweisen kann, dass es ihn gibt, kann niemand beweisen dass es ihn NICHT gibt.
Und dann sind wir schon beim Glauben und der Philosophie angekommen.

Ich möchte Dir das Buch „Eine kurze Geschichte der Zeit“ von Stephen Hawking ans Herzen legen. Das Buch ist aus der Perspektive eines Wissenschaftlers geschrieben, behandelt aber dennoch genau solche Fragen. Die anderen beiden Bücher, die du in diesem Thread genannt hast, sind mir leider nicht bekannt, aber ich ziehe sie stark in Betracht, sie mal zu lesen.

Bevor ich mich wieder verabschiede, möchte ich dir unbedingt noch sagen, dass Du niemals aufhören sollst, Dir diese Fragen zu stellen und zu versuchen, sie zu beantworten.
Ich bin da wahrscheinlich zu sehr auf die Wissenschaft „beschränkt“. Vielleicht ist ja doch ein höheres Wesen, das sich über die Gesetze der Physik stellt, die Antwort. Irgendwann werden wir es wissen.
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RE: Die Evolution des Kosmos und die Evolution des Geistes
#7
08.08.2026, 16:59 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08.08.2026, 20:30 von mathchild.)
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(06.08.2026, 21:53)craooo schrieb: „Eine kurze Geschichte der Zeit“ von Stephen Hawking

Das hab ich auch, ebenso wie "Kurze Antworten auf große Fragen". Likeplacids Gedanken schlagen in eine ähnliche Kerbe, wie es Hawking in diversen Kapiteln seiner Bücher versucht, auseinanderzuklabustern (ist das ein Wort?). Die Frage nach Gott, finde ich, kann insofern auf etwas dünnes Eis führen, indem Gott praktisch wohl so real ist wie die Existenz der Menschen, die an ihn glauben.

In seinen Ausführungen zu der Frage "Gibt es einen Gott?" beschränkt Hawking sich meiner Meinung nach auch zu sehr darauf, Gott "im Außen" zu suchen, ähnlich einem Mann der Zeugen Jehovas, mit dem ich mich mal unterhalten hatte (und dem ich die Fibonacci-Folge und die Bedeutung eines synoptischen Vergleichs der Bibel erklären durfte normal ). Letztlich würde durch die Erforschung der Naturgesetze ein Gott bis auf den Zeitpunkt des Urknalls zurückgedrängt. Ich finde, das ist generell der falsche Ansatz - Gott sollte man vielmehr "im Inneren" suchen, im Verstehen der eigenen Existenz.

Die Bücher von Hawking fand ich persönlich weniger inspirierend als erwartet. Oft beleuchtet er ein und dasselbe Thema aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven, z.B. referiert er immer mal wieder zu den verschiedenen Effekten der allgemeinen Relativitätstheorie oder zum anthropischen Prinzip (man denke an die Frage: "Wenn im Wald ein Baum umfällt und keiner wäre da, um es zu hören, würde er dann trotzdem ein Geräusch machen?" (Tipp: definiere "Geräusch")). Ich hätte irgendwie etwas mehr erwartet. Was würde er heute wohl über Elon Musk sagen, mit dem er auch korrespondierte? Und glaubte er wirklich, dass KI das Potenzial hat, Krankheit und Armut endgültig zu beseitigen (s. "Kurze Antworten auf große Fragen", S. 214)? Ich habe schon des Öfteren betont, dass ich vor KI keine Angst habe, vielmehr vor ND, "natürlicher Dummheit". Aktuell sieht alles danach aus, dass irgendwann die ganzen Bots das Internet verstopfen und Rechenzentren die letzten natürlichen Ressourcen rauben. KI ist quasi die modernste Variante, die Erde auszubeuten.

Aber zurück zum Thema. Es existiert wohl ein Kosmos im Inneren eines jeden Menschen - und es gilt, diese unbekannten Universen (oder sind es Omniversen?), diese unendlichen Weiten, zu erforschen. Meiner bescheidenen Meinung nach müssen wir nicht ins Weltall fliegen, uns auf anderen Planeten ausbreiten, um sie ebenfalls auszubeuten. Wir sollten die Welten, die sich in den Köpfen unserer Mitmenschen befinden, erkunden und verstehen lernen.

Die Frage nach einer schöpferischen Intelligenz, einem "allgemeinen" Gott, führt ja einerseits zum Determinismus, der von der Quantentheorie konterkariert wird, andererseits kann man fragen, ob es überhaupt einen Unterschied macht, ob unser "Schicksal" vorherbestimmt ist, wenn wir sowieso nicht in die Zukunft sehen können (zumindest nicht direkt). Also irgendwie kommt man da weder auf physischer noch auf metaphysischer Ebene auf einen grünen Zweig.

Wenn mir nun aber die ganze philosophische Debatte zu schwer wird, denke ich gerne zurück an die Chip&Chap-Folge "Das Ultra-Pudel-Störgerät". Immer noch sehenswert, alleine wegen "Ram-Chap". Aber ich komme drauf wegen dieser einen Ratte da, wie sie predigt "Weeer sind wir denn schon? Das ist die essenzielle Frage! Leben heißt existieren und zu existieren heißt zu leben - und doch..." Ich hatte mal die Folge auf YouTube gefunden und die Kommentarspalten gelesen, und eigentlich war ich etwas vor den Kopf gestoßen ob der negativen Kommentare zu diesem Nebencharakter. Einige waren sogar froh, dass der Kerl letztlich vom Eiffelturm runtergeworfen wurde. Was soll das? Haben die Leute Angst davor, mit solchen Fragen konfrontiert zu werden?

Gibt es also einen Gott? Wichtiger wäre wohl die Frage: würde es etwas ändern, wenn die Frage mit ja oder nein beantwortet werden würde? Respektive: welche Konsequenzen ziehen wir aus unseren aktuellen Erkenntnissen? Und überhaupt, wie viele Fragezeichen habe ich noch übrig?
Ich spitze meine Farbstiftmine mit einer Farbstiftspitzmaschine.
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RE: Die Evolution des Kosmos und die Evolution des Geistes
#8
08.08.2026, 18:26
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(06.08.2026, 21:53)craooo schrieb:  Während dem Urknall gab es ein Punkt, wo Quantenphysik mit der Gravitationsmechanik zusammen verschmolzen waren. Also Therorien zur Beschreibung von „sehr gross“ vs „sehr klein“. Und das ist der Punkt, wo unsere Physik (bis jetzt) versagt, weil wir das nicht miteinander vereinen können. Und das ist ja erst der Anfang des ganzen Schlamassels. Bei den folgenden Fragen sind wir noch gar nicht angekommen; Warum dehnt sich unser Universum aus? .

Für mich lesen sich die Beschreibungen vom Urknall wie ein Märchen. Aber kann ich mir überhaupt ein Urteil erlauben? Sollte ich nicht erstmal Astrophysik studieren? Dann würde ich es bestimmt verstehen. Das ist mit Religionen ganz ähnlich. Man muss sich darauf einlassen, dann versteht man es. 

Dass mit der Kosmologie einiges vermutlich nicht stimmt sieht man auch daran, dass zwei "Dinge" postuliert werden, die man nicht messen kann: Schwarze Materie und Dunkle Energie.  Das ist im Grunde ein absolutes No-Go. In der Physik fängt alles mit dem Messen an. Eine Kraft, die nicht gemessen werden kann, die gibt es normalerweise auch nicht. Oder es gibt sie zwar, aber man kann sie grundsätzlich nicht messen, und zwar weil sie GÖTTLICHER NATUR sind. Es ist ja nicht zu erklären wieso Galaxien überhaupt existieren. Ich glaube, dass Gottes Hände sie zusammenhalten, womit ich eigentlich "Gottes Geist" oder "Gottes Wille" meine. 

Das von dir empfohlene Buch von Hawking hat ja einen sehr ähnlich klingenden Titel wie das von mir bereits erwähnte Buch "Eine kurze Geschichte des Kosmos" von Ken Wilber. Ehrlich gesagt habe ich nie irgendwas kapiert von dem was Stephen Hawking geredet hat. Es ging oft um Schwarze Löcher. Auf dem Gebiet ist er wohl eine echte Kapazität. Die Detailfragen von Schwarzen Löchern sind mir relativ egal. Ich sehe es als logisch an, dass es Schwarze Löcher geben muss. Ich sehe es aber auch als möglich an, dass es Weiße Löcher gibt.
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RE: Die Evolution des Kosmos und die Evolution des Geistes
#9
09.08.2026, 13:06 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09.08.2026, 13:14 von Likeplacid.)
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Zitat:Wenn mir nun aber die ganze philosophische Debatte zu schwer wird, denke ich gerne zurück an die Chip&Chap-Folge "Das Ultra-Pudel-Störgerät". Immer noch sehenswert, alleine wegen "Ram-Chap". Aber ich komme drauf wegen dieser einen Ratte da....

Wenn wir nun schon dabei sind wild und frei zu assoziieren (im Sinne einer wilden Psychoanalyse): Chip und Chap (die Backenhörnchen) reisen nach Paris. Was sie da machen ist mir ehrlich gesagt egal. Die Ratte interessiert mich auch nicht. Oder etwa doch ? Ich finde es irgendwie entwürdigend. Sind wir alle Ratten oder doch eher Backenhörnchen? Damit spiele ich an auf die Evolutionstheorie an. Es wird oft behauptet, der Mensch sei ein früher ein kleines Säugetier gewesen, also vielleicht ein Tier, ähnlich einem Eichhörnchen, Backenhörnchen oder Goldhamster. Ratte möchte ich ja nicht hoffen.

Paris, das bringt mich die Serie "Emily in Paris" Das ist eine aktuelle TV-Serie, die ich bis vor einigen Wochen geliebt habe. Da versucht eine junge Frau aus USA sich in Paris einzuleben. Ihr Beruf besteht darin reichen Leuten Luxusartikel anzudrehen. Sie ist eine Werbefrau. Sie hat geniale Ideen. Das ist vielleicht eine Geschichte, die wirklich schon passiert ist.

Dieser kleine Planet ist voller Geschichten. Die meisten sind bloß persönlich. Die meisten Leute wollen sich mit realen Schicksalen nicht allzu oft beschäftigen. Ihnen reichen schon die eigenen Probleme. Daher sind erfundene Handlungen, in Form von Romanen und Spielfilmen so beliebt. Die Handlungen von Reality Soaps ist ja meistens auch nicht richtig echt, sondern da gibt es  meist ein Drehbuch.

Wollte man eine wahrhaftige Reality Soap machen, so wäre das sehr stressig. Und zum Teil auch ziemlich langweilig. Das gesamte Filmteam müsste warten bis endlich mal was interessantes passiert. Und wenn es dann so weit ist müssen sie versuchen alles zu filmen und auch die Mikrofone müssen blitzschnell richtig ausgerichtet werden. Also im Grunde nicht machbar.

Vom realen Leben übrig bleiben also nur Erzählungen. Die können aber erfunden sein oder halb erfunden.
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RE: Die Evolution des Kosmos und die Evolution des Geistes
#10
10.08.2026, 19:53
[+] 6 User sagen Danke! mathchild für diesen Beitrag
(09.08.2026, 13:06)Likeplacid schrieb: Wenn wir nun schon dabei sind wild und frei zu assoziieren (im Sinne einer wilden Psychoanalyse): Chip und Chap (die Backenhörnchen) reisen nach Paris. Was sie da machen ist mir ehrlich gesagt egal. Die Ratte interessiert mich auch nicht. Oder etwa doch ? Ich finde es irgendwie entwürdigend. Sind wir alle Ratten oder doch eher Backenhörnchen? Damit spiele ich an auf die Evolutionstheorie an. Es wird oft behauptet, der Mensch sei ein früher ein kleines Säugetier gewesen, also vielleicht ein Tier, ähnlich einem Eichhörnchen, Backenhörnchen oder Goldhamster. Ratte möchte ich ja nicht hoffen.

Erdhörnchen!  normal

Die Folge hatte mich damals inspiriert, meinen ersten noch erhaltenen Text zu schreiben, der sich mit dem Sinn des Lebens befasst. Noch recht rudimentär, aber immerhin. Bitte nicht überinterpretieren à la "Hurz!" Obendrein war der Ausflug über meine damalige Lieblingsserie ein dürftig versteckter Hinweis, zu versuchen den Spaß am Leben nicht zu versäumen. Vielmehr noch hatte ich aber auf eine Art Beleg gehofft, dass ich nicht der Einzige bin, der solch Tiefgang in dieser Kinderserie zu schätzen wusste.

Zurück zum Thema. Apropos schwarze Energie und dunkle Materie. Ja, finde ich auch etwas doof, aber das sind halt Lückenfüller für Sachen, die sich die Wissenschaftler noch nicht erklären konnten. Irgendwann können sie es hoffentlich. Es gibt ja schon Theorien, die ohne diese mysteriösen Dinge auskommen, diese konnten sich aber bisher nicht experimentell durchsetzen. Oder etwa doch?

Man kann ja auch fragen: ist Mathematik erfunden oder entdeckt? Ist es Gottes Wille, dass die Zahl Pi irrational ist? Oder dass in 2*Pi ab der 761. Stelle hinter dem Komma sieben Neunen hintereinander vorkommen? Oder dass e^(Pi*Wurzel(163)) = 262537412640768743,99999999999925... ist? Mathematik ist gewissermaßen auch ein Kosmos, in dem manches zufällig scheint, aber irgendwie doch alles genau festgelegt und vorherbestimmt ist. Aber egal ob Zahlentheorie, Astrophysik oder Psychologie - Zusammenhänge verstehen zu lernen ist immer eine Bereicherung.

Du hattest eingangs gefragt, ob uns die Umgestaltung des Gottesbegriffs durch KI gefällt. Mir persönlich ist es an und für sich Jacke wie Hose; sollen die Leute weiterhin glauben was sie möchten. IMHO ist der Gottesbegriff seit Urzeiten im Wandel, quasi auch einer Evolution unterworfen. Früher gingen Adel und Kirche Hand in Hand, heute sind es Big State und Big Tech, politische Elite und technologische Oligarchie. Menschen, die sich dem entziehen wollen, müssen vielleicht auswandern, in jedem Fall aber selbst auf sich aufpassen und für sich sorgen. Leben in Abhängigkeit eines Königs, eines Staates oder eines Gottes. Es ist wohl zweitrangig, wie diese Entscheidung zustande kommt. Wie wird wohl die nächste Evolutionsstufe aussehen?

Apropos TV. Das mit den Reality Soaps und Krimis und sonstwie derartigen Filmen kann ich insofern nicht ganz verstehen, als dass wir in der realen Welt schon genügend Probleme haben. Warum also tut man sich sowas dann in Form von Fiktion noch an? Meine Mutter kuckt sich fast jeden Tag diese Nachmittags-Sendungen an, wo sich die Leute gegenseitig anbrüllen und rumschimpfen wie eine Horde Rohrspatzen. Ich lasse sie mit ihren 86 Jahren nicht gerne alleine, aber wenn ich nicht umschalten darf, muss ich wieder raus, bissl spazieren oder zurück in meine eigene Wohnung, weil mich das gescriptete Gebrüll und künstliche Geheule aggressiv macht. Nun ja, vielleicht habe ich einfach nicht genügend Probleme.

"Echte" Reality-Soaps gab und gibt es tatsächlich schon genug. Man denke nur an "Big Brother". Und hast Du noch auf dem Schirm, wie viele Fans damals in den 80ern die Fische im Aquarium des Nachtprogramms hatten? Glaube das war im hr - oder warte, da waren's die kleinen Kätzchen. Wobei die soweit ich weiß nicht live waren. Hätte aber auch keinen Unterschied gemacht. Die Evolution des Fernsehprogramms ist ohnehin ein ganz eigenes Thema.

Apropopropos. Können wir unsere eigene Evolution beschleunigen? Wollen wir das überhaupt? Inwiefern würde das die Evolution des Kosmos verändern?

Oy, wenn ich so weitermache, sollte ich selbst ein Buch schreiben.

(Übrigens, die Ratte in der Chip&Chap-Folge wird darin als ein Verrückter abgestempelt, was ich unfair fand. Ich hatte schon immer ein Herz für verrückte Nebencharaktere...)
Ich spitze meine Farbstiftmine mit einer Farbstiftspitzmaschine.
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RE: Die Evolution des Kosmos und die Evolution des Geistes
#11
11.08.2026, 11:08
[+] 5 User sagen Danke! xMANIACx für diesen Beitrag
(10.08.2026, 19:53)mathchild schrieb: (…)
Können wir unsere eigene Evolution beschleunigen? Wollen wir das überhaupt? Inwiefern würde das die Evolution des Kosmos verändern?

(…) hatte schon immer ein Herz für verrückte Nebencharaktere...)

Als Teil der Evolution geschieht eine Einflussnahme unausweichlich, würde ich sagen. 

Siehe KI. Mal schauen, wie sich die Menschheit und das Leben hier verändern.

Oder: Was ist, wenn sich die menschliche Spezies irgendwann evtl. auf einem anderen Planeten niederlässt und Einfluss auf das Leben dort nimmt?

Für mich ist Evolution der Rahmen und alles, was in diesem Rahmen geschieht, nimmt Einfluss. Einen ewig währenden Einfluss (z.B. ewig gleiche Formen) innerhalb dessen jedoch kaum. 
(Wenn die Sonne explodiert, war’s das mit dem Sonnensystem.)

Der Kosmos lebt und die einzige Regel scheint zu lauten: Alles ist im Wandel.
"So funktioniert das auch mit einer regelmäßigen Traumwelt.
Schenkt den Orten mehr Beachtung und achtet auf die Gefühle, die sie auslösen, dann kommen sie immer wieder und ihr fühlt euch jede Nacht wie "zu Hause".
", Metropolis über das (Klar-)Traumgefühl
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RE: Die Evolution des Kosmos und die Evolution des Geistes
#12
Gestern, 14:42
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Zitat:Echte" Reality-Soaps gab und gibt es tatsächlich schon genug. Man denke nur an "Big Brother".

Habe ich auch schon mitgekriegt. Der korrekte Name ist übrigens "Reality Show" bzw. "Reality TV Show". Die gibt es schon lange, ich schätze seit den 90er Jahren. 
In meinem Beitrag ging es um Reality-Soaps, die man auch als Doku Soaps bezeichnet. Ich würde nicht sagen, dass Reality Soaps (wie z.B. "Die Geissens") sehr viel "unechter" sind als Reality TV Shows (wie z.B. "Big Brother" oder "To hot to handle Italy" und "...Germany" etc. 

Denn die Teilnehmer dieser TV-Shows bekommen Anweisungen wie sie sich zu verhalten haben. Das ist im wirklichen Leben zwar auch so, aber da kommen die Anweisungen von Personen die irgendwie realer sind. 
Um es zu konkretisieren: Teilnehmer einer Reality TV Show (z.B. Big Brother) dürfen das Areal nicht verlassen. Sie haben feste Essenszeiten und müssen an Challenges teilnehmen. In der Zwischenzeit können sie sich unterhalten. Die Gespräche werden aber nicht alle gesendet. 

Eine Reality-TV-Show, bei der Zuschauer permanent und gleichzeitig Zugriff auf absolut alle einzelnen Kameras (Kamera-Feeds) im Haus haben und diese frei wählen können, gibt es aktuell nicht.

Obwohl Formate wie Big Brother mit über 60 bis 95 Kameras arbeiten, behalten die Produktion und die Regie stets die Kontrolle darüber, welche Perspektiven gesendet werden. Das hat vor allem technische, redaktionelle und rechtliche Gründe.

Am nächsten dran: Der Big Brother 24-Stunden-Live-Stream. Das Format, welches dem Konzept eines Vollzugriffs am nächsten kommt, ist der Big Brother Live-Stream (in Deutschland auf der Streaming-Plattform Joyn verfügbar): Zuschauer können das Geschehen im Container 24 Stunden am Tag live verfolgen. Aber die Regie wählt aus: Sie sehen  nicht alle 65 oder mehr Kameras gleichzeitig auf dem Bildschirm. Stattdessen schaltet die Live-Regie manuell zwischen den Räumen hin und her – je nachdem, wo gerade die spannendsten Gespräche oder Konflikte stattfinden.

Manchmal zwei Feeds: In einigen früheren Staffeln oder internationalen Ablegern (wie Big Brother US) gab es zeitweise zwei bis vier parallele Feeds, zwischen denen Zuschauer wählen konnten (z. B. „Schlafzimmer“ oder „Garten“). Aber auch dort wurde jeder einzelne Feed von einem Kamerateam gesteuert und nicht jede einzelne Kameralinse freigeschaltet.

Warum gibt es keinen Zugriff auf alle Kameras? Die Antwort ist "Datenmenge und Überlastung"

Bei bis zu 95 installierten Kameras parallel müsste die Streaming-Plattform 95 hochauflösende Video-Feeds gleichzeitig an Millionen Nutzer übertragen. Das würde die Server-Infrastrukturen extrem überlasten. Tote Winkel und Langeweile: Viele Kameras filmen stundenlang leere Räume oder schlafende Teilnehmer. Ein ungeschnittener Zugriff wäre für den Zuschauer über weite Strecken schlicht uninteressant.

Kameras hängen zwar oft auch in sensiblen Bereichen (z. B. Toiletten zur Sicherheit der Kandidaten). Die Regie sorgt aber dafür, dass solche Aufnahmen niemals an die Öffentlichkeit gelangen.

Storytelling und Zensur: Die Sender möchten die Hoheit über das Narrativ behalten. Wenn Zuschauer alles unzensiert sehen könnten, würden versehentliche Mikrofon-Pannen, Absprachen mit dem Produktionsteam oder vertrauliche Informationen sofort live im Netz landen. 

Von Porno gar nicht zu reden.
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