Ich habe Zweifel, ob ich diesen Thread eröffnen soll.
Vielleicht sollte ich lieber ein Buch anfangen. Die Frage ist wie es mit dem Buch weitergehen würde. Würde jemals ein Buch entstehen? Was ist überhaupt ein Buch? Ein Telefonbuch ist ja schließlich auch ein Buch.
Man kann in einem Buch alles sammeln, was man denkt und es dann rausbringen. Dann mögen sich manche Leute beschweren: "So was könnte ich aber auch, aber ich tue es nicht" Und andere mögen es vielleicht sogar.
Man kann einem Buch jeden beliebigen Titel geben. Da mögen sich manche Leute beschweren: Der Titel hat mit dem Inhalt nichts zu tun." Das passiert gar nicht mal selten. Das ist nicht mal verboten. Oder etwa doch? Ist ein Buchtitel - rechtlich gesehen - die Zusicherung einer Eigenschaft, etwa so wie man sagt "Diese Schuhe sind aus echtem Leder" oder "Das ist ein Jogurt ist Kuhmilch"
Nun aber zum eigentlichen Thema:
Die Evolution des Kosmos und die Evolution des Geistes
Es fing an vor 13 Mrd. Jahren. Ein absurdes Geschehen. Im Nichts wurde es plötzlich sehr heiß und sehr eng. In Nullkomma - Nichts waren die ersten Protonen und Neutronen entstanden. Warum passiert so was? Weil es entsprechende Kräfte vorhanden waren, sagen die Physiker, genau gesagt: die Astrophysiker.
Aufgrund der Feinabstimmung der Naturkräfte muss man wohl von einer schöpferischen Intelligenz ausgehen. Alternativ könnte man eine Art Lotteriemaschine annehmen, die ständig neue Kombinationen von Naturgesetzen auswürfelt. Oder man könnte einfach sagen es ist ein Wunder. Oder man weigert sich einfach über das nachzudenken was vor dem Urknall gewesen ist.
Da bleibt meiner Meinung also nur die Annahme einer schöpferischen Intelligenz übrig. Was für Ziele hatte diese schöpferische Intelligenz? Hatte sie überhaupt ein Ziel? Hatte sie überhaupt ein Bewusstsein? Das Vorhandensein von KI und ihrer schöpferischen Leistungen beweist, dass man kein Bewusstsein braucht um kreativ zu sein. Hier bahnt sich also eine Umgestaltung des Gottesbegriffs an. Gefällt euch das? Vermutlich wollt Ihr lieber einen Daddy der wach ist als einen Daddy, der schläft und dabei nebenbei ein Universum nach dem anderen erschafft. Aber ich bin mir nicht sicher. Vielleicht war Gott gut ausgeschlafen, als der Universum anfangen ließ.
Was bedeutet es eigentlich für die Selbstbefindlichkeit des Menschen, dass das Universum riesengroß ist? Es ist viel größer als man sich jemals hätte vorstellen können. Vermutlich wissen die meisten Leute es nicht mal, wie groß es ist. Denn in der Schule wird das nicht gelehrt. Oder etwa doch?
Im Fach Erdkunde wird es vielleicht manchmal erwähnt, dass die Erde nicht mehr der Mittelpunkt der Welt ist, sondern so eine Art Staubkorn, das sich um einen brennende Gaskugel herumbewegt. Es bewegen sich noch andere Himmelskörper um die Sonne. Das nennt man Sonnensystem. Das Sonnensystem ist Teil einer größeren Ansammlung von Sonnen, die Galaxis. Ein Teil dieser Sonnen hat Planeten, was aber nicht heißt, dass es dort einen Planeten wie die Erde geben muss. Die Galaxis ist so groß. dass das Licht 100.000 Jahre braucht um ein mal hindurchzufliegen. Wir sind also unbedeutend, weil wir so klein sind?
Aber im Vergleich zu Atomen sind wir unvorstellbar groß. Die Zahl der Atome in unserem Körper liegt geschätzt bei 6,700000000000000000000000000. In der Breite eines Haares könnte man ca. 800.000 Atome nebeneinander reihen (diese Zahl hat mir eine KI genannt, ich weiß nicht wie sie das ausgerechnet hat)
Was ist erstaunlich finde: keins der Atome weist einen Fehler auf. Sie sind absolut perfekt und bestehen schon seit langer Zeit. Wer mag da noch an das Wirken blinder Kräfte glauben? Ich möchte noch mal an die Feinabstimmung erinnern. Nur aufgrund der Feinabstimmung gibt es Atome überhaupt. Und diese fein aufeinander abgestimmten Kräfte bleiben so wie sie sind. Dass sich Naturkräfte nicht verändern, das wird in Physik und Astrophysik als selbstverständlich angesehen. Mich wundert das aber durchaus.
Im Bereich des Lebens nimmt man es als selbstverständlich an, dass Fehler passieren. Zellen entwickeln sich aufgrund von Fehlern bei der Zellteilung falsch und es kommt zu Abweichungen vom Bauplan (der Zelle und des Organismus), und dies soll angeblich der Motor der biologischen Evolution sein. Ab und zu kommt mal ein Wurm mit einem zehntel Bein zur Welt. In unzähligen Fehlerschritten wird dann ein fertiges Bein draus oder mehrere. Unglaublich. Aber die meisten Leute glauben es.
Zu diesem Thema passt gerade hervorragend dieser Beitrag, den xmaniacx gestern veröffentlicht hat:
https://www.klartraumforum.de/forum/show...#pid286668
Dürrs Ausführungen sind für mich immer total stimmig
oder bist Du sogar durch dieses Video auf die Idee deines Threads gekommen @Likeplacid?
Quantenphysik verstehe ich leider kaum. Das wenige was ich verstehe verursacht bei mir nur ein Kopfschütteln, in dem Sinne, dass ich mich frage "Wieso ist die Welt eins, wegen eurer Doppelspaltversuche? " Ich kapiere es nicht, vielleicht bin ich zu dumm dafür.
In dem sehr empfehlenswerten Buch "Das Spektrum des Bewusstseins" hat Ken Wilber auch einige Quantenphysiker (Schrödinger, Heisenberg) zu Wort kommen lassen. Ich habe deren Ausführungen damals einfach geglaubt. Die meisten Zitate in diesem an genialen Zitaten reichen Buch stammen allerdings nicht von Quantenphysikern, sondern von Philosophen, Zen-Meistern, Mystikern etc.
Vor drei Tagen habe ich das Buch "Eine kurze Geschichte des Kosmos" von Ken Ken Wilber bestellt (Man kriegt es günstig für 6 Euro, inclusive Versand bei Amazon). Die Lieferung ist noch nicht angekommen. Der Titel hat mich sehr neugierig gemacht. Ich habe mir erst hinterher die Leseprobe durchgelesen. Da gibt er zu, dass das Buch nicht vom Kosmos im eigentlichen Sinne handelt. Was in dem Buch steht kann ich mir mittlerweile denken. Es wird sein Schwergewicht in der integralen Psychologie haben, in der es darum eine "vollständige" Persönlichkeit zu werden (Stichwort: Intergration des Schattens) , damit man sich dann dem Streben nach Erleuchtung widmen kann.
Der Vorteil eines solchen Threads ist, dass man nichts löschen kann. Wenn ich mich also in eine Sackgasse verirre und mein Denken ändere, kann man es hinterher genau nachverfolgen. Nichts löschen können: damit ist gemeint, dass man normalerweise nichts löschen sollte.
Der Geist, wie ich ihn in diesem Thread verstehe, ist die bewusste Selbstbefindlichkeit des Menschen. Damit meine ich so was ähnliches wie Kierkegaard, wenn er vom existierenden Denker redete (ich habe ihn jedoch nicht im Original gelesen, sondern nur gelesen, was über ihn geschrieben wurde). Das Nachdenken über die Welt nach kann nicht ohne Folgen bleiben für die Gedanken die er sich über sich selbst macht.
Die Naturwissenschaften haben Entdeckungen gemacht, die niemanden unberührt lassen können. Aber dennoch scheint es so, als ließe es die meisten unberührt. Viele Entdeckungen der Naturwissenschaft erreichen den Durchschnittsmenschen oder Normalbürger aber erst gar nicht. Er lebt wie mit Scheuklappen, so als wenn das Mittelalter noch nicht vorbei wäre. Die technischen Geräte wie Smartphone und Automobil benutzt er mit der Naivität eines Kindes.
Genauso wenig wie es ihn interessiert wie sein Auto oder Handy funktioniert ist es ihm auch egal wie sein Körper funktioniert. Sein Körper ist eine Maschine, und zwar von einer Art, deren Funktionsweise weitgehend im Dunkeln lag. Nachdem durch die Zellbiologie (dank Entdeckung des Lichtmikroskops und Elektronenmikroskops) viele Dinge sichtbar gemacht hat, stellt sich das Wesen des Lebens und des menschlichen Körpers ganz anders dar. Aber die Körpererfahrung der meisten befindet sich noch auf Niveau, das knapp über dem Steinzeitmenschen steht.
Hallo @Likeplacid
Ich finde diesen Thread hochinteressant, weil er Themen behandelt, die ich mir oft selbst stelle. Und die wichtigste dabei wird für mich immer sein: Wer sind wir in anbetracht diesem unvorstellbaren grossen und komplexen Universums? Sind wir mehr, als ein klitzekleines Sandkorn eines astronomisch gigantischen Strandes, oder müssen wir uns mit dem abfinden, was wir sind? Warum bin ich in der Lage diese Fragen zu stellen? Fragen in dieser Art haben mich lange gequält und ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung wo und wie man dafür Antworten finden soll, vor allem wenn man sich wissenschaftlichen Aspekten bedienen will. Darum stelle ich sie mir auch heute und nachdem ich deinen Thread entdeckt habe, merke ich, dass ich kein Stück weiter gekommen bin. Aber das ist völlig okay. Ich glaube, ich habe einfach aufgegeben…
Als ich den Titel des Threads gelesen habe, dachte ich mir: Wie kann man den Kosmos mit dem Geist vereinbaren? Der Urknall ist nach wie vor eines der grössten Rätsel der Menschheit. Das Problem dabei ist kompliziert. Wir können unser jetztiges Universum grösstenteils mit der Gravitation beschreiben. Also die Mechanik zwischen Sonnen und Planeten, zwischen Sonnen und supermassiven schwarzen Löchern, usw. ABER: Millionstelsekunden nach dem Urknall war unser Universum immernoch so gross wie Stecknadelkopf. Dieser Stecknadelkopf trug die Energie des gesamten heutigen Universums (auf allerengsten Raum zusammengepfercht), wo wir bis heute nicht sicher sind, wie gross es überhaupt ist.
Worauf ich eigentlich hinaus will: Während dem Urknall gab es ein Punkt, wo Quantenphysik mit der Gravitationsmechanik zusammen verschmolzen waren. Also Therorien zur Beschreibung von „sehr gross“ vs „sehr klein“. Und das ist der Punkt, wo unsere Physik (bis jetzt) versagt, weil wir das nicht miteinander vereinen können. Und das ist ja erst der Anfang des ganzen Schlamassels. Bei den folgenden Fragen sind wir noch gar nicht angekommen; Warum dehnt sich unser Universum aus? Gibt es dunkle Materie? Ist das Universum unendlich oder endlich? Wie genau ist die erste Zelle entstanden? Wie sind aus diesen Zellen intelligente Wesen mit einem Bewusstsein entstanden? Die nächste Frage würde lauten: Gibt es einen Gott bzw. eine schöpferische Intelligenz? Menschen, die sich nicht ihr ganzes Leben mit dieser Wissenschaft auseinandersetzen, können sich diese Fragen nicht (wissenschaftlich) beantworten. Darunter zähle ich mich. Wenn mich jemand fragt: „Gibt es einen Gott?“, sage ich immer, „Ich habe keine Ahnung“, und das meine ich wirklich so. Es gibt höchstens Indizien, aber so richtig beweisen kann das eigentlich niemand. Und genau so gut, wie niemand beweisen kann, dass es ihn gibt, kann niemand beweisen dass es ihn NICHT gibt.
Und dann sind wir schon beim Glauben und der Philosophie angekommen.
Ich möchte Dir das Buch „Eine kurze Geschichte der Zeit“ von Stephen Hawking ans Herzen legen. Das Buch ist aus der Perspektive eines Wissenschaftlers geschrieben, behandelt aber dennoch genau solche Fragen. Die anderen beiden Bücher, die du in diesem Thread genannt hast, sind mir leider nicht bekannt, aber ich ziehe sie stark in Betracht, sie mal zu lesen.
Bevor ich mich wieder verabschiede, möchte ich dir unbedingt noch sagen, dass Du niemals aufhören sollst, Dir diese Fragen zu stellen und zu versuchen, sie zu beantworten.
Ich bin da wahrscheinlich zu sehr auf die Wissenschaft „beschränkt“. Vielleicht ist ja doch ein höheres Wesen, das sich über die Gesetze der Physik stellt, die Antwort. Irgendwann werden wir es wissen.