(14.07.2018, 18:53)ichbinmehr schrieb: Ok und was würdest du mir raten, wenn ich eben diesen Weg über die Materie nicht gehen kann?
Ich bin hauptsächlich an den rein geistigen Gesetzten interessiert, aus dessen Perspektive ich Einfluss auf die Materie nehmen kann. Ich bemühe mich sehr, Frieden mit dem Erdaspekt zu schliessen. Aber das liegt nicht in meinem Ermessen, in wie fern mir das gelingen soll. Ich spüre das mein Weg eher der geistige Weg Mystikers ist, der Magie mehr als Methode ansieht, um die Gesetzmässigkeiten der Realität zu ergründen und praktisch zu prüfen. Vielleicht sind auch diese klaren Kategorien, Magier Mystiker etwas zu eng gefasst für mich. Ich bewege mich gerne fern von Systemen, um von Außen einen besseren Überblick zu haben. Ich benutze aber gerne Systeme, evtl aber Zweckentfremdet.
Hallo
Ich erlaube mir, kurz was von Bardon zu posten, dass uns hilft, die Dinge besser zu verstehen:
-----------------------------------------
Dem gewöhnlichen Menschen dient die Gottesidee dazu, eine Stütze oder einen Anhaltspunkt für seinen Geist zu haben, um nicht im Ungewissen zu sein oder sich zu verlieren. Deshalb bleibt ihm sein Gott stets unbegreiflich, unfaßbar und unvorstellbar. Anders dagegen ist es beim Magier. Er kennt seinen Gott in allen Aspekten. Nicht nur, daß er seiner Gottheit die höchste Verehrung zollt, da er weiß, daß er nach ihrem Ebenbilde erschaffen wurde, also ein Teil Gottes ist, sieht er sein höchstes Ideal, seine höchste Pflicht und sein heiligstes Ziel darin, einszuwerden mit der Gottheit, Gottmensch zu werden. Den Aufstieg zu diesem erhabenen Ziele beschreibe ich im weiteren.
Die Synthese des Einswerdens mit Gott liegt darin, die göttlichen Ideen von den niedrigsten Stufen angefangen bis zu den höchsten soweit auszubilden, bis das Einswerden mit dem Universalen erreicht ist. Dabei bleibt esjedem frei überlassen, seine Individualität aufzugeben oder sie zu behalten. SolcheGrößen kehren dann im allgemeinen mit einer bestimmten heiligen Aufgabe oder Mission betraut auf die Erde zurück. Im Aufstieg ist der eingeweihte Magier zugleich Mystiker.
Nur bei der Einswerdung, falls er seine Individualität aufgeben will, geht er freiwillig in die Auflösung, was die mystische Terminologie als mystischen Tod bezeichnet. Wie man also sieht, gibt es in der wahren Einweihung weder einen mystischen noch magischen Pfad. Es gibt nur eine einzige wahre Einweihung, die beide Begriffe verbindet, als Gegensatz zu den meisten mystischen und geistigen Richtungen, die sich durch Meditation oder andere geistigen Übungen gleich mit den höchsten Problemen befassen, ohne erst die untersten Stufen durchgearbeitet zu haben. Es ist genau so, wie wenn jemand gleich mit dem Universitätsstudium beginnen würde, ohne vorher die untersten Elementarklassen besucht zu haben.
Die Folgen einer solchen einseitigen Schulung sind in manchen Fällen je nach Veranlagung des einzelnen schwer, mitunter sogar drastisch. Der Irrtum ist zumeist darin zu suchen, daß das meiste Material aus dem Orient stammt, wo die materielle und astrale Welt als Maya (Täuschung) angesehen wird und wenig Beachtung findet. Auf Einzelheiten hinzuweisen ist nicht möglich, da dieses Thema den Rahmen dieses Werkes weit überschreiten würde. Bei planmäßiger, stufenweiser Entwicklung gibt es weder ein Ausgleiten noch einen Mißerfolg oder schlimme Folgen, denn man reift entwicklungsgemäß langsam, aber sicher heran. Ob nun der Eingeweihte als seinenGottesbegriff Christus, Buddha, Brahma, Allah oder sonstwen wählt, ist seine individuelle Angelegenheit. Bei der Einweihung kommt es lediglich auf die Idee an. Der reine Mystiker wird sich nur in der allumfassenden Liebe seinem Gott nähern wollen. Der Yogi geht meistens auch nur einem Gottesaspekt zu; der Bhakti - Yogi den Weg der Liebe und Hingebung, der Raja - und Hatha - Yogi den Weg der Beherrschung oder des Willens, der Jnana - Yogi den der Weisheit und Erkenntnis.
Betrachten wir vom magischen Standpunkt aus die Gottesidee entsprechend den vier Elementen, das sogenannte Tetragrammaton, das Unaussprechliche, das Höchste: Dem Feuer - Prinzip ist die Allmacht und die Allkraft zuzusprechen; dem luftigen Urprinzip die Weisheit, Reinheit und Klarheit, aus deren Aspekt die universale Gesetzmäßigkeit hervorgeht; dem wässerigen Urprinzip stehen die Liebe und das ewige Leben zu; dem erdigen Urprinzip die Allgegenwärtigkeit, Unsterblichkeit und somit die Ewigkeit. Diese vier Aspekte bilden zusammen die höchste Gottheit. Den Weg zu dieser höchsten Gottheit wollen wir stufenweise, von der niedrigsten Sphäre angefangen, praktisch betreten, um die wahre Gottesverwirklichung in uns zu erreichen. Glücklich ist derjenige zu preisen, der dies noch in diesem Leben erreicht. Niemand scheue die Mühe, denn jeder gelangt einmal ans Ziel.
-----------------------------------------
Man könnte also sagen, dass es keinen wirklichen Unterschied zwischen einem Magier und Mystiker gibt, allenfalls das der Mystiker sich am Ende des Weges für den mystischen Tod und die Vermählung mit Gott entscheidet, wohingegen der Magier eher seinen Weg darin sieht, sein Bewusstsein aufrechterhalten zu wollen und Kraft seiner erworbenen Kräfte weiter auf Erden, betraut mit einer heiligen Mission, weiter der Menschheit zu dienen.
Im Grunde werden beide um ihre Gottheit verstehen zu wollen nicht drumerhum kommen, das grosse Geschenk des Geistes zu meistern, denn Gott ist Geist und der Magier kann seine Geisteskräfte nicht anders einsetzen als im Verständnis des Geistes selbst, der er ja auch ist.
Der Mystiker wird, um die Grösse und das Wunder Gottes erfassen zu können, ebenfalls früher oder später nicht herum kommen, sich mit den Universalgesetzen und der Meisterung des Geistes zu befassen. Gleiches zu gleichem.
Bei den Elementen denkt man gerne an das Hexentum und die grobstofflichen Elemente, doch diese meint Bardon nicht, wenn er von den Elementen der Astralwelt oder der Mentalsphäre spricht. Sie sind aus demselben geschaffen, sich verwandt, doch im Aggregatszustand feiner, so wie auch Wasser in einem höheren Aggregatszustand sich in Dampf verwandeln lässt.
Vielleicht hilft dir das, die Sache mit den Elementen etwas weiter zu fassen und sie in dein Modell aufzunehmen, denn meist denkt man dank der heutigen, betriebenen Magie an die grobstofflichen Elemente.
Ich habe mich für den Weg des Magiers entschieden, doch das kann sich in der späteren Entwicklung noch ändern. Der Weg eines Mystikers steht einem auch als Magier weiterhin offen, umgekehrt gilt dasselbe.
Ich möchte dir danken, dass ich aufgrund deiner Frage für mich nochmal des Themas bewusst werden durfte.