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Denken ohne Sprache

RE: Denken ohne Sprache
#16
10.09.2009, 13:53
(10.09.2009, 12:33)Traum11 schrieb: Das mit den gehörlosen ist eine echt gute frage! Oder wie denken Kinder die noch nicht sprechen können? Sind die etwa auf dem Tier level, weil sie keine sprache beherrschen?

Natürlich nicht. Das Denken ist die Grundlage der Sprache, nicht umgekehrt. Aber sprachliche Muster können sich auch aufs Denken auswirken, es auf gewisse Weise ordnen, strukturieren, vielleicht sogar "einschränken". Dazu ist aber nicht unbedingt wirkliches "akustisches Sprechen" nötig, und Hören auch nicht. Das sollte in der Diskussion sorgfältiger differenziert werden.

Tschüss,
Riky
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RE: Denken ohne Sprache
#17
10.09.2009, 14:08
Stimmt, das macht mehr sinn. Wenn ich jetzt mein Zitat von dir lese, klingt das sehr abwertend, also nur wenn man die tiere unter sich stellt, aber ich will niemanden beleidigen.
Was immer du tust, genieße es.

Klarträumen ist Luxus.
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RE: Denken ohne Sprache
#18
21.09.2009, 04:20
Es geht, etwas zu denken, ohne es sich gedanklich vorzusagen... Weiss nicht mehr wieso, aber vor einiger Zeit hab ich mir die Frage auch gestellt.
Würde die Antwort mal so beschreiben: Es ist, als ob du dir etwas vornimmst, aber schnell genug den Inhalt erfasst, um das "vorsagen" abzubrechen, bevor es beginnt...
Ist schwer zu beschreiben....
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RE: Denken ohne Sprache
#19
20.01.2014, 20:27
Sorry das ich den alten Thread ausgrabe aber das Thema fasziniert mich gerade. Ich denke eigentlich selten in formulierten Sätze. Eigentlich nur wenn ich mir einen Dialog vorstelle oder mir selber konkrete Fragen stelle, wie "Ist dies ein Traum?". Obwohl ich das auch ohne den Satz hinkriege.

Sonst sind es nur fragmente und einzelne Wörter ab und zu, die die Bilder begleiten.
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RE: Denken ohne Sprache
#20
22.01.2014, 23:04
Ich denke immer in Sätzen. Ich kann sie sogar hören. Ist mir sehr lange nicht aufgefallen, erst als ich durchs Klartraumtraining angefangen habe, mich mal vollständig auf die Außenwelt zu konzentrieren, ist mir aufgefallen, wie es auf einmal still in meinem Kopf wurde... Wenn ich die Konzentration wieder loslasse und mich entspanne, kommen die Gedankenstimmen wieder, sodass ich ständig ein leises Stimmengewirr höre.

Falls hier irgendwer jetzt was falsches denkt: Nein, ich habe keine gespaltene Persönlichkeit und ich kann die Stimmen eindeutig als meine eigenen Gedanken identifizieren und komme nicht mit Außengeräuschen durcheinander biggrin

Hat irgendjemand eine Idee, wie das zustande kommt oder geht es noch jemandem so?
Hello darkness, my old friend
I've come to talk with you again...

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RE: Denken ohne Sprache
#21
23.01.2014, 00:28
Geht mir absolut genauso.

Ich glaube, das ist für akustische Typen normal. Die Gedankenstimmen werden nur noch von der inneren Hintergrundmusik übertönt. Das kann manchmal ganzschön ablenkend sein.
Ich hab neulich in der U-Bahn meine Station zum Aussteigen verpasst, weil ich einem Ohrwurm analysiert hab.
Lebe jeden Moment so wie du ihn brauchst!
- - - - - - - - - - - - > Blog |  youtube

let's destroy another seismograph / injustifiable means / I dont think it matters
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RE: Denken ohne Sprache
#22
23.01.2014, 07:12
Oh ja, das mit den Ohrwürmern ist bei mir auch so eine Sache. Besonders, wenn ich 2 oder 3 gleichzeitig hab und die vermische...

Schön, dass ich nicht die einzige bin big

... und sorry, dass es jetzt so offtopic ist. Aber um mal wieder zum Thema zurück zu kommen:

Ich formuliere nicht nur die Sätze, wenn ich mir einen Dialog ausdenke, sondern eigentlich immer. Warum das so ist... Keine Ahnung. Sprachprobleme wie sie andere oben beschrieben haben, habe ich übrigens überhaupt nicht, eher das Gegenteil. Wenn ich englisch denke, kann ich viel besser die Sätze formulieren und das ohne mehrere Anläufe, während ich, wenn ich richtig spreche, gerne mal ein wenig die Grammatik verdrehe oder mit Wörter nicht einfallen. Und das, obwohl denken viel schneller geht als reden.
Hello darkness, my old friend
I've come to talk with you again...

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RE: Denken ohne Sprache
#23
23.01.2014, 19:17
Auf den Monroe Cds sind einige Übungen um nonverbal zu kommunizieren....soll als vorbreitung auf die astralebenen dienen... chris mulzer (nlp trainer ), hat dazu nen mp3 workshop veröffendlicht, heisst nvk oder nonverbale kommunikation...
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RE: Denken ohne Sprache
#24
29.01.2014, 02:19
Ich bin der Meinung das es definitiv möglich ist zu denken ohne Sätze zu Bilden. Denken bedeutet für mich eher die Wahrnehmung in die Geistliche Ebene zu übertragen, um diese dann zb. wieder in Handlungen umzusetzen. Sätze dienen nur dazu um diese der Umwelt wieder so genau wie möglich wiederzugeben.
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RE: Denken ohne Sprache
#25
03.12.2014, 23:50
ich denke, wir denken oft visuell, wenn wir nicht verbal denken - zumindest geht mir das oft so.
komplexe sachverhalte skizziere ich immer in schemata und icons (im kopf), bevor sich das ins syntax und sprache verwandelt..
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RE: Denken ohne Sprache
#26
08.12.2014, 18:51
Ich denke mehr visuell als rein sprachlich.

Als Beispiel, wenn ich überlege, was ich machen oder essen könnte, dann läuft in meinem Kopf ein Video ab, in dem ich sehe, wie die Tätigkeiten ablaufen. Bei der Essensauswahl mit Geschmackserlebnis.
Dann entscheide ich mich.
Da ist kein Wort dabei.

Manchmal ist es auch ein Mix aus Bildern und Wörtern.

Aber nur mit Wörtern und Sätzen denk ich nie.

Kennt ihr denn nicht das Phänomen, dass ihr genau wisst, was ihr sagen wollt, aber euch das passende Wort nicht einfällt?
Das wär doch gar nicht möglich, wenn man rein in Wörtern denken würde.
Es wird langsam besser mit den Klarträumen. Auch Trübträume können interessant sein!
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RE: Denken ohne Sprache
#27
17.01.2015, 10:50
Ich hab zu dem Thema zufällig einige Bücher gelesen, in welchen Linguisten zu indogenen Völkern gegangen sind um dort Zusammenhänge von Sprache und Denken zu untersuchen. Dabei sieht man schon, wie eng Sprache und Denkweise doch gekoppelt sind. Zum Beispiel gibt es Völker ohne Zeitformen, ohne Erinnerungen an Ereignisse zwei Generation vor Ihnen, und so richtet sich auch das Denken in einen kleineren Zeitlichen Rahmen.

Aber jetzt mal zum Kern des Themas.
Ich habe ein kleines Experiment gestartet:

1. Plane deinen Tag, schreibe die Planung auf, z.B.
- 9 Uhr aufstehen
- halb 10 zum Bäcker gehen und Brötchen kaufen
- um 10 Frühstücken un ein paar Serien suchten
- usw

2. Versuche die Planung ohne Worte nachzuvollziehen, vermeide Sätze in Gedanken, konzentriere dich auf bildliche Vorstellung, Gerüche, Geräusche etc. Visualisiere den Gang ins Bad, den weg zum Bäcker, die Grüche dort, wie du dich zum Essen hinsetzt usw.

3. PLane deinen nächsten tag ohne den ersten schritt, verzichte auf die wörtliche Vorbereitung

Wenn es klappt, kannst du ohne Sprache Denken. Wenn nich denk ich mir was anderes aus tongue
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RE: Denken ohne Sprache
#28
17.01.2015, 11:54 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 17.01.2015, 12:02 von Wasser.)
Sebblbu,

das klingt für mich etwas umständlich. Das ist: Vorhaben in Sprache übersetzen, Sprache wieder in Bilder rückübersetzen.

Witzigerweise war es heute bei mir fast genau so. Ich lag im Bett und hab noch ein wenig gedöst, war aber wach. (Bloß zu faul, aufzustehen.)

Dabei hab ich ein paar Bilder durch den Kopf ziehen lassen und mich an einem Tisch gesehen, mit einer Kanne grünen Tees. Den hab ich mir eingegossen, hab das Geräusch gehört und ein bisschen geschnuppert.
Das Bild gefiel mir, also hatte ich meinen Vorsatz, wie ich den Tag beginnen möchte: Ruhig am Tisch mit grünem Tee! Genau so hab ich es dann auch gemacht.

Dafür brauch ich keine Wörter. In Wörter hab ich das erst umgewandelt, als ich meinem Freund sagte, ich hätte heut Lust auf grünen Tee beim Frühstück.

Zitat: Zum Beispiel gibt es Völker ohne Zeitformen, ohne Erinnerungen an Ereignisse zwei Generation vor Ihnen

Hier wär die Frage: Schreiben die das denn alles auf? Wie werden Geschichten dort erzählt? Worauf wird der Fokus gelegt?
Ich weiß auch nicht wirklich, was meine Uroma so alles gemacht hat. Dafür ist der zweite Weltkrieg bestens dokumentiert und es wird einem immer davon erzählt.

Es mag schon Zusammenhänge zwischen Sprache und Denken geben, aber ich stell mir das eher als Fokussierung auf bestimmte grammatisch vorgegebene Sachen vor.

Und es gibt auch Fehlschlüsse von Sprachforschern. Ich glaub, die Navajo (? Kann mich auch irren. Kann auch ein anderes Volk gewesen sein.) betreffend waren das, dass denen auch unterstellt wurde, keine Zeitformen zu nutzen. Im Nachhinein hat man dann entdeckt, dass die doch einige sprachliche Ausdrücke davon hatten, die Forscher die bloß nicht als solche erkannt haben.
Es wird langsam besser mit den Klarträumen. Auch Trübträume können interessant sein!
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RE: Denken ohne Sprache
#29
29.08.2015, 10:33
Da hab ich auch schonmal nachgedacht... Vielleicht will unser "normales Hirn" Kontakt mit dem Unterbewusstsein aufbauen und wie wir es vom Kontakt aufnehmen kennen spricht man ja dabei... Heisst, dass wir eigentlich mit unserem Unterbewusstsein sprechen wollen... Und zu der Frage ob Denken ohne Worte geht habe ich eine Idee : erstmal ein Beispiel : " Ein sportwettbewerb findet statt! Es gibt zwei Kategorien -> Fußball und Laufen" ich nehme natürlich den Sport, den ich besser kann ! Vielleicht ist es so, dass wir nur in unserer Sprache denken weil wir das so gut können und es gibt aber eine andere "Sprache" mit der wir denken... Sie wird nur nicht verwendet, weil wir sie nicht beherrschen oder verlernt haben
Selbstbewusstsein ist der Schlüssel zum Erfolg...
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RE: Denken ohne Sprache
#30
13.10.2015, 15:11
Ich denke das ist sogar sehr gut möglich. Zumindest meine ich mal gelesen oder gehört zu haben das taube Menschen bzw stumme eher in Bildern denken bzw vorstellen. Ob das genau stimmt Weis ich nicht, klingt aber plausibel finde ich
Einzig allein die Klänge einer Laute, die ich im Traum gespielt, hallen in diesen stummen Tagen durch den Raum meines Kopfes und lassen mich träumen.
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