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Gibt es sowas wie eine Seele?

Gibt es sowas wie eine Seele?
#1
04.08.2005, 10:10
Inspiriert durch den "was kommt nach dem Tod " -Thread und dieser Website ( http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/Werbinich.html ), die sich mit dem Kern des "Ichs" befasst, wollte ich mal zu diskutieren wagen, ob es eine Seele gibt, und was diese denn überhaupt darstellen soll.
Also bitte wenn ihr sagt "ich glaube an eine Seele" oder so, versucht doch bitte auch zu beschreiben, was ihr mit dem Wort überhaupt meint,
Und wenn ihr sagt "ich glaube nicht an eine metaphysisch-reale Seele", versucht doch trotzdem zu philosophieren, was dem in euren Augen am nächsten käme.



Wie gesagt kam ich darauf diesen Thread aufzumachen, weil mir beim Lesen, des "was kommt nach dem Tod"- Artikels nicht genau bewusst wurde, was denn nach dem Tod für was käme. Ich meine gibt es denn überhaupt so etwas wie das Ich?
Wenn ich systematisch durchgehe, was ich sein könnte aber nicht sein müsste, dann bleibt am Ende nicht viel übrig.
Identifikation mit Gegenständen
Identifikation mit Menschen
Identifikation mit dem Körper
Identifikation mit dem Gehirn
Identifikation mit der Lebensenergie
Identifikation mit Gefühlen
Identifikation mit der Persönlichkeit
(Liste nach oben genannter Quelle)
Das bin alles ich, aber gleichzeitig auch nicht! Was unterscheidet dann mein innerstes von einem Stein zum Beispiel?
Und vor allem, weil ich dies mit dem Begriff Seele assoziere, warum sollte dieses reine "Sein" sich nach dem Verfall der physischen Hülle und dem Wegfall all der möglichen Identifikationen noch von dem anderen reinen Sein abgrenzen wollen?
Und ich glaub ich stimme da u.a. auch mit buddhistischer Philosophie überein (Ichlosigkeit). Aber wie sollte man Ichlosigkeit mit Seelenwanderung in Einklang bringen können?
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Re: Gibt es sowas wie eine Seele?
#2
05.08.2005, 15:37

Also ich hab noch nie versucht, den Begriff Seele wirklich zu definieren, vielleicht geht das auch gar nicht?

Ansonsten finde ich dieses ganze Hinterfragen ziemlich verwirrend -- "Ich bin....ich bin nicht...." augenroll HILFE!!!

Frag Dich doch mal in einem KT, wer oder was Du bist, woraus Dein Traumkörper besteht, ob Du eine Seele hast und was das ist...Gruß Laura
Klarträumer sind Stehaufmännchen
Im Zenit der Tiefe ist alles eins.
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Re: Gibt es sowas wie eine Seele?
#3
05.08.2005, 16:16
es gibt meiner ansicht nach zwei verschiede ich-begriffe. das ist eben einmal die identifikation mit irgendwas, also erinenrungen, charaktereigenschaften etc. das ist konstruiert, also illusion, in dem sinne wie alles illusion ist. ich wuerde das "person" oder "ego" nennen, einfach weil das eher fuer diese eigenschaften verwendet wird.

der andere teil des "ich" ist eben das, was auch viele "seele" nennen. ich weiss nun nicht wirklich, wie umfassend das ist und was es ueberhaupt ist. ich denke nicht, dass man es wirklich beschreiben kann. auf jeden fall ist da eine art bewusstsein, eine wahrnehmung, eine beobachtung. und dieser beobachter, das ist eben die seele.
anders gesagt: ich bin zwar nicht meine gedanken udn gefuehle, aber ich bin der der sie wahrnimmt, durch den sie fließen.. so irgendwie.
nun ja, ich weiss aber nicht wirklich, was das genau ist. manche nennen es auch "goettlichen funken".

mir sagte einmal jemand, den, der beobachtet, koennte man nennen wie man will.
weiters sagte er, wenn ich den beobachter "ich" nenne, wer benennt ihn dann so?
der beobachter kann niemals sich selbst beobachten, wenn er das versucht, teilt er nur einen stueck von sich selbst als beobachtetes heraus. aber er nimmt dann trotzdem nicht sich selbst wahr als beobachter, immer nur als beobachtetes.

also da weiss ich auch nicht weiter. vielleicht gibts anstoeße von euch?
Das Elend begann, als du dich selbst zum Feind erklären musstest.
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Re: Gibt es sowas wie eine Seele?
#4
06.08.2005, 14:11
da bin ich ja froh, das andere die Fragestellung als ähnlich mind-blasting empfinden; aber das ist sie ja eigentlich schon per Definition.
Ich hab noch ein paar Informationen versucht zusammenzusuchen, und bin in der Terminologie indischer Religionsphilosophie fündig geworden, die das Thema sehr genau zu erfassen versucht.
Danach ist der Kern des Ichs Atman (sozusagen der göttliche Funke oder soetwas) und Atman ist wiederrum Teil Brahmans, dem höchsten Grundprinzip des Seins.
Schlagt am Besten mal in Wikipedia nach!
(Nur so nebenbei, für die Christen unter uns; Wenn man den Anfang des Johannesevangeliums betrachtet; Am Anfang war das Wort, das ja richtig übersetzt heissen müsste, am Anfang war Logos, das man ja wiederum seiner Eigenschaften wegen mit Brahman gleichsetzten könnte, so scheint es doch, dass selbst die Christen Gott als hierarchisch in mancher Weise sogar unter Brahman anordnen, wobei er aus menschlicher Perspektive wieder über Brahman steht da Brahman auch zwischen Gott und Mensch wäre. NAja soviel zur Bibelinterpretation eines Nichtmonotheisten.
http://de.wikipedia.org/wiki/Logos)
Hier noch ein interessanter Artikel zu Thema Atman - the eternal Soul in Englisch;
http://www.hinduwebsite.com/atman.htm
Wenn man hier schonmal die grossteilige Identifikation mit AussenWelt Gedanken uns so wegfallen ließe so bliebe nach dieser Quelle noch ein innerer Kern in 4 Schichten bestehend aus;
1. Vaishwanara - dem Ego - meine Interpretation; das Aussortierende
2.das träumende Taijasa, der subtile Objekte geniest und den leuchtenden Geist meistert -
3.das mysteriöse Pragna - der tiefe Schläfer und Meister der Weisheit
4.Atman der ewige, unkommunizierbare, das Ende des Phänomenologischen - Brahman selbst.

Der Text geht ausserdem davon aus, das man Atman nicht durch Intellekt sondern nur durch Yoga, Meditation, naja und bestimmt auch Klarträumen verstehen lernen könnte - und selbst dann nur "intuitiv".

Ich denke, das hieße dann Moksha ( http://de.wikipedia.org/wiki/Moksha )
oder Erleuchtung
(hier sind unter Punkt 5 zwei Beispiele für Moksha-ähnliches im Klartraum: http://www.gewahr-sein.de/klartraeumen1.html )

Hier beginnt allerdings mein Unverständniss; Wenn Moksha auch als Befreiung von Samsara - der Kette der Wiedergeburten oder als Befreiung von der Seele oder als Ich- Losigkeit beschrieben wird, und die relative Existenz in der materiellen Welt als negativbewertet wird - ein Gefängniss an das man gebunden ist, warum dann überhaupt die Trennung von Brahman und Atman? Und wenn die Auflösung der Seele das Ziel ist, wäre dann nicht ein Tod ohne Annahme einer Seele der direktere Weg ins Nirvana? ohne den Umweg der Wiedergeburten?
Findet hier eine Unterscheidung statt? Sind die indischen religösen Texte (wie die Upanishaden) hier immer noch darauf ausgerichtet, in ihrer Terminologie auf Adressaten einzugehen, die eher von einer Religion mit Erlösungsglauben kommen.
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Re: Gibt es sowas wie eine Seele?
#5
06.08.2005, 18:18
eine weitere frage, die unbeantwortet bleibt: warum bin ich ich?

soll heissen, warum nehme ich mich so wahr, wie ich mich wahrnehme, warum nicht aus der perspektive und aus dem koerper eines anderen menschen? warum ausgerechnet dieser? wenn doch jede seele teil gottes waere, warum nehme ich ausgerechnet diese wahr?
Das Elend begann, als du dich selbst zum Feind erklären musstest.
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Re: Gibt es sowas wie eine Seele?
#6
29.08.2005, 15:17
Goki:
Das ist mir jetzt zu hoch... zuviele Fremdwörter auf einmal... da brauch ich ja allein nen Tag, um mich einzulesen. Und irgendwie scheue ich davor zurück - vielleicht aus Angst, dass ich herausfinden könnte, dass es keine Seele gibt. Mir persönlich reicht meine kleine, vereinfachte Meinung dazu... die Du wahrscheinlich in Sekunden zerpflückt hättest bigwink

spell bound:
Vielleicht weil der Seelenteil in Deinem Körper gefangen ist?
The Science of Sleep
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Re: Gibt es sowas wie eine Seele?
#7
03.09.2005, 12:42

Zitat:spell bound schrieb am 06.08.2005 18:18 Uhr:
eine weitere frage, die unbeantwortet bleibt: warum bin ich ich?

soll heissen, warum nehme ich mich so wahr, wie ich mich wahrnehme, warum nicht aus der perspektive und aus dem koerper eines anderen menschen?


Das Gehirn kann naturgemäß nur Daten verarbeiten, die über irgendeine Form von Eingabekanal einfliessen. Solange man keine drahtlose Verbindung zum Sensorium eines fremden Körpers herstellt (was mit gewissem technischem Aufwand übrigens heute partiell machbar wäre, z.B. bei Trägern von Retina- oder Cochleaimplantaten) erreichen daher nur solche Daten das Gehirn, die von Sinnesorganen des eigenen Körpers erfasst werden. Ein Teil dieser Daten steht nach passender Aufbereitung und Filterung höheren kognitiven Prozessen zur Verfügung und diese Repräsentationen unserer Sinneswahrnehmungen bezeichnen wir dann als "Bewusstseinsinhalte". Auf einer ganz anderen Hardware, zum Beispiel der eines hinreichend schlau konstruierten Roboters, könnten gleichartige Prozesse prinzipiell auch ablaufen, und im Falle des Roboters würde niemand die Frage stellen, warum er sein Dasein aus der Perspektive seines Körpers erlebt und nicht aus der Perspektive des baugleichen Modells mit der nächsten Seriennummer. Anders ausgedrückt, sobald man sich von der Vorstellung verabschiedet, dass der Mensch ein irgendwie übernatürliches Wesen wäre, lösen sich diese Probleme spontan in Wohlgefallen auf, was als Indiz dafür aufgefasst werden könnte, dass der Glaube an eine Seele mehr Probleme schafft als löst.
Auf der empirischen Ebene kann man die Sache mit der Ichperspektive übrigens noch gewissermassen von der umgekehrten Seite her angehen, indem man Fälle betrachtet, in denen ein Mensch nicht mehr alles erlebt, was seine Sinne an Daten liefern. Das allseits populärste Beispiel dafür sind natürlich Querschnittsgelähmte, bei denen die Standleitung vom Unterkörper zum Gehirn gekappt ist und die daher nicht mehr spüren, was unterhalb der Rückenmarksverletzung passiert. In ähnlicher Weise können auch Verletzungen im Gehirn selbst oder in anderen wichtigen Nervenbahnen zu dauerhaften sensorischen oder kognitiven Totalausfällen führen - jemand kann blind sein, obwohl seine Augen perfekt funktionieren, wenn der Sehnerv oder der visuelle Kortex physikalisch zerstört oder durch Krankheit schwer geschädigt wurden. Auch diese Fälle weisen darauf hin, dass selbst wenn es so etwas wie eine Seele gäbe, sie sicher nichts mit dem Problem der Ichperspektive zu tun hätte.

Grüße,
Wintermute
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Re: Gibt es sowas wie eine Seele?
#8
03.09.2005, 12:48

Zitat:Anders ausgedrückt, sobald man sich von der Vorstellung verabschiedet, dass der Mensch ein irgendwie übernatürliches Wesen wäre, lösen sich diese Probleme spontan in Wohlgefallen auf, was als Indiz dafür aufgefasst werden könnte, dass der Glaube an eine Seele mehr Probleme schafft als löst.


Läßt sich aber gut als Kontrollinstrument verwenden bigwink

MfG
pu
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Re: Gibt es sowas wie eine Seele?
#9
04.09.2005, 16:24
Imagine there's no heaven,
It's easy if you try,
No hell below us,
Above us only sky,
Imagine all the people
living for today...

Imagine there's no countries,
It isnt hard to do,
Nothing to kill or die for,
No religion too,
Imagine all the people
living life in peace...

Imagine no possesions,
I wonder if you can,
No need for greed or hunger,
A brotherhood of man,
Imagine all the people
Sharing all the world...

You may say Im a dreamer,
but Im not the only one,
I hope some day you'll join us,
And the world will live as one.

SORRY FÜRS OFFTOPIC ABER DAS MUSSTE JETZT KOMMEN
Gar nichts...
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Re: Gibt es sowas wie eine Seele?
#10
05.09.2005, 20:38
Ich glaube selbst nicht daran das nach dem Tod noch etwas auf uns wartet, d.h. die seele bist du, dein charakter....einfach alles aber es erlischt genauso wie du wenn du stirbst. Eine Seele also als das was man gerne hätte was es wär (reinkarnation etc.), finde ich ist nur eine ARt mit dem Tod klarzukommen. wenn es das paradies gibt warum müssen wir dann auf der Erde anfangen????? das was wir hier tuen und machen ist alles was wir je machen werden deshalb an alle lebt euer leben, lebend kommt ihr eh nicht raus (Zitat: Party animals)
Carpe diem
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Re: Gibt es sowas wie eine Seele?
#11
07.09.2005, 18:59
Hallo,

ich betrachte die Seele in engem Zusammenhang mit der Menschheit und möchte meine Sicht auf die Dinge auch mit unserer heutigen Weltsituation verbinden.

Für mich ist die Seele der Kern meines Bewusstseins, welches mich zum Denken, Fühlen und Wissen befähigt, und welches durch ihn überhaupt funktioniert, reift, sich stetig verändert und anpasst. Der eigentliche Sinn und Zweck der Seele ist es dementsprechend, Impulse aus dem Bewusstsein zu speichern und andere Impulse in das Bewusstsein zu senden. Selbstverständlich bestehen zwischen beidem Zusammenhänge, deren Komplexität mehrdimensional ist. Impulsverarbeitung ist auf jeden Fall, wenn vielleicht nicht die einzige, aber doch eine überaus wichtige Funktion unserer Seele.
Seelen verbinden sich durch Liebe und bilden so die Menschheit, die wiederum das Gemeinsame aller Menschenseelen formt, und wohlmöglich einen göttlichen Ursprung hat - doch der sei hier irrelevant.

Die heutige Menschheit ist aber vom Krebs zerfressen, welcher das Gleichgewicht zwischen Verteilung (das "Gute") und Verzehrung von Energie* (das "Böse") stört, hin zu letzterem drängt; die Menschen auseinander treibt, das Wesen unserer Art durchlöchert und zerreißt. Ebenso sieht es natürlich auch auf der darunterliegenden Ebene aus: Die Seele vieler Menschen ist derart entstellt, krank und gibt also dem Bewusstsein schädliche Impulse, die von der geschwächten Moral** nicht mehr abgefangen/ausgeglichen werden können und ergo als Wort und Tat direkt in das Verhalten münden.

Ich weiß nicht, ob das "gute Gewebe" noch stark genug ist, das "schlechte" zu heilen. Und ich bin sehr skeptisch und eigentlich nicht der Meinung, dass man dieses "Böse" mit Bösem heilen kann, wie der gewöhnliche Mensch es gewohnt ist. Schließlich funktioniert das beim Feuer und Gegenfeuer auch nur deshalb, weil das eine dem anderen Nahrung entzieht.
Aber dieses Prinzip auch 1:1 auf die Menschheit zu übertragen, ist sehr töricht! Böses bekämpft nicht nur das Böse, sondern auch Gutes (vgl. Chemotherapie). Heilung geschieht nur, indem man die Übel an der Wurzel packt und diese "löst", aber dazu muss man sie kennen, doch das Kennenlernen wiederum setzt Annahme und Verständnis des Übels voraus.


FLoH.

*) hier Sammelbegriff für: Reichtum, Macht, Gesundheit und Fürsorge, Fülle, Sicherheit, ...
**) Bei einer urgesunden Seele sind Wille und Moral sowieso dasselbe, wie ich aber nur vermute.
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