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Ver-rückte Reise

Ver-rückte Reise
#1
30.05.2023, 04:38 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 31.05.2023, 00:41 von ichbinmehr.)
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Diese Geschichte hat sich im September 2016 zugetragen. Aufgeschrieben wurde sie im November 2016, als ich wieder mit den Füßen auf der Erde stand. Sie behandelt eine Schamanische Reise, Spirituelle Krise, Magische Initiation, Psychose oder war es der Beginn meines sprituelles Erwachens? Das Niederschreiben der Geschichte war ein wichtiger Teil meiner Integrationsarbeit, denn diese Geschichte tauchte im Zuge meines Selbsterkenntniswegs immer wieder auf und fand mit zunehmenden Bewusstsein über mein Leben, immer mehr Sinnhaftigkeit. Besonders hilfreich waren mir meine Fähigkeit der Traumanalyse, ohne die ich nicht gewusst hätte, wie ich diese Erfahrungen hätte annehmen sollen. Desweiteren habe ich zur Integration der Erfahrung und zum Herausfinden aus der Psychose hier etwas geschrieben.

Das erste Mal erlebte ich einen ähnlichen Prozess, als durch Kundalini Tantra Mediation mein Herz Chakra 2015 erwacht ist. Diese Erfahrung hatte ich hier beschrieben. Ich wusste, dass das keine Psychose, sondern ein sprituelles Erwachen ist. Aber natürlich ist so eine Erfahrung kaum von einer Psychose zu unterscheiden. Den Unterschied macht man selbst, durch den Sinn, den man seiner Erfahrung gibt. Wir haben immer die Macht, den Sinn unserer Erfahrungen selbst zu wählen, auch in Abgrenzung zu unserer Umwelt und der Gesellschaft in der wir leben.

Da ich diesen magischen Bewusstseinszustand bereits kannte, versuchte ich mich auch nicht zu erden, um in die rationale Realität zurück zu finden. Ich wollte mehr über diese magische Welt erfahren und lies deshalb immer mehr los. Ich wusste damals nicht, dass es einen Point of no Return gibt, bei dem man so sehr abrutsch, dass das Ego keine Kontrolle mehr hat. So habe ich Handlungen vollzogen, bei denen ich mir nur noch aus dem Zeugenbewusstsein zuschauen konnte. Alles, aber auch alles was ich hier erlebt habe, hat im Nachhinein höchsten Sinn ergeben. Nur konnte ich das damals noch nicht vollständig verstehen. Nach und nach, habe ich die Erfahrung analysiert und in meine Persönlichkeit integrieren können. Dieser Text lag nun seit 2017 in einer Schublade. Ich hatte aktuell Lust mich noch einmal mit dem Erlebten zu beschäftigen. Diesesmal interessiert mich die andere Seite.


Teil 1

Ich bin schon seit 2 Wochen in einem magischen Zustand. Es ist Samstag oder Sonntag Morgen. Meine Zeitempfindung war zu dem Zeitpunkt, zu dem ich das alles erlebt hatte, schon sehr gestört, dass ich kaum noch mitbekommen habe, in welchem Zeitraum das ganze passiert ist. Ich weiß aber noch, dass es ein Wochenende im September 2016 war und mein Freund zum Schwimmen gehen wollte. Ich sagte ihm, ich gehe vielleicht mal im Wald spazieren.

Ich schaute die Videos des Advaita Lehrers Karl Renz, weil es mir durch sein Narrativ leicht gelingt in diese, innere Haltung von: „Es gibt keine Kontrolle“ zu gehen. Ich schaute ihm mit zwei Tage am Stück an. Außerdem experimentierte ich mit einer NLP Technik namens AS IF FRAME. Was wäre, wenn alles, aber auch alles hier schon perfekt wäre und alles höchsten Sinn machen würde?

An einer Stelle crasht plötzlich meine Idee von Gott und dann von Erleuchtung. Ich frage mich, ob das nun der kosmische Witz ist? Alle Gedanken laufen ins Leere. Ich stelle fest, dass man Gedanken nur konsequent zu Ende denken muss, dann kommt man zu dem Schluss, dass es keine einzige Wahrheit gibt. Es gibt nur Freiheit. Überall Freiheit.

Ich liebe diese Freiheit. Ich bin euphorisch. Ich merke, dass ich kurz davor bin abzuheben. Mir ist schwindelig, welches ein Zeichen von ungeerdet sein für mich ist. Ich frage Hartwig meinen spirituellen Freund und Lehrer um Rat. Hartwig Antwortet für über Facebook: Haltet dich an Rituale.

Nun gab es da vermutlich ein Missverständnis, denn ich vermute im nach hinein, er meinte erde dich, halte dich an Tagesstrukturen, etc. aber ich hatte mich ja gerade mit Ritualarbeit beschäftigt und mir gegenüber sah ich mein Ritualbrett (Altar) auf dem Wohnzimmerschrank. Und so fing ich in meiner Euphorie an zusätzliche Gegengenstände auf das Ritualbrett zu stellen, um damit etwas in der Wachrealität zu manifestieren.

Eigentlich sind solche magischen Rituale für mich in eine psychologische Sprache übersetzt, Glaubenssatzverstärker. Ein Stein hat im Grunde keine eigene Kraft, um etwas zu bewirken, aber mit Hilfe des Steins, kann ich fester an eine Manifestation glauben. Vor kurzem hatte ich mittels einem Stein versucht dem Thema Selbstbewusstsein - Solar Plexus Chakra Blockade eine Intention zu geben, und gehofft, dass sich da etwas löst. Nun versetzte ich viele Dinge auf dem Ritualbrett. Dann überlegte ich was ich eigentlich als nächstes angehen wollte bezüglich meiner Entwicklung und so fiel mir meine Blockade im Bereich Ausdrucksfähigkeit - Kehlkopfchakra ein. Die Bücher über Kundalini Tantra die ich gelesen habe, hatten mein Denken stark beeinflusst und die Praxis der Kundalini Meditation, hat meine Fähigkeit Energie zu fühlen geschult. Ich habe seit 2014 aktiv mit meinen Chakren gearbeitet und festgestellt, dass manche Stellen immer noch blockiert sind.

Mein Vater ist Alkoholiker. Ein ängstlicher Mensch, der seine Flucht 1945 von Ostpreußen nach Westdeutschland nie bewusst verarbeiten konnte. Er war in meiner Kindheit bedingt durch seinen Alkoholismus nicht präsent für mich und so erfuhr ich keinen Rückhalt durch einen starken Vater. Meine Mutter hat selbst keine emotionale Wärme erfahren und konnte daher auch keine geben. Sie hat Gewalt erfahren, die sie unbewusst an mich weiter gegeben hat. Sie hat meine individuelle Persönlichkeit und meine Stärken unterdrückt. Ich habe versucht, möglichst unauffällig und unsichtbar zu sein, um ihren Wutausbrüchen zu entgehen. Als Kind hatte ich (selektiven) Mutismus und habe nicht mehr gesprochen, weil das eine Möglichkeit war mich zurück zu ziehen. Ich hatte mich auf Grund der permanenten Bedrohungslage im Elternhaus aus meinem Körper dissoziiert und in mein Denken zurückgezogen. Ich habe mich im Bezug auf Ausdruck und Kommunikation zurückgezogen, weil ich, egal was ich gemacht und gesagt habe, bei mein meiner Mutter angeeckt bin. Da ich mein ganze Leben damit zu kämpfen hatte, diese Hemmungen wieder abzubauen, habe ich in dem Moment gedacht, ich müsste ein Ritual vollziehen, um mein Kehlkopfchakra zu befreien.

So überlegte ich, ob ich nicht vielleicht ein kleines Ritual machen könnte. Irgendwie fand ich dann in einem Schrank eine goldenen Pappdose, mit Dingen. Da waren Dinge drin, bei denen ich teilweise gar nicht wusste, was das war, obwohl ich es vor vielen Jahren selbst einmal dort hineingelegt hatte. Kleine Wunderkerzen, die glaube ich von einer verstorbenen Tante waren, die sie mir mal als Kind geschenkt hatte, die ich aber nicht anzünden durfte, weil meine Eltern das zu gefährlich fanden. Ich glaube meine Mutter hatte sie mir mal gegeben, als ich als ich mit 18 Jahren von zu Hause ausgezogen bin und meinen Kram aus meinem Zimmer abgeholt habe.

Dann war darin so eine Klangkugel und ein Pentagramm Ketten Anhänger, der mir in meinem Zustand jetzt sehr düster vorkam und mich wohl irgendwann man auf einem Heavy Metal Festival gefunden hatte. Eine Sonnenuhr, die außerirdisch aussah, weil sie einen grünen Glasstein enthielt, der mich an einen Moldavit erinnerte. Wie soll ich das jetzt wieder erklären? Ich habe mich von einem NLP Trainer programmieren lassen, der bewusstseinserweiternde Geschichten erzählt. Chris Mulzer heißt der Mann, der mich mit seinen hypnotischen Geschichten in meinem Bewusstwerdungsprozess sehr stark beeinflusst hat. Ich liebe seine hypnotischen Geschichten, die ich mir oft auf CD angehört habe. Er hatte über Moldavite und Astralreisen und was weiß ich erzählt. Er war auch der jenige der zum ersten Mal den Namen Robert Monroe nannte. Der Moldavit ist der einzige außerirdische Edelstein, der der Menschheit bekannt ist. Er kann nur in einem kleinen Gebiet in der Tschechischen Republik gefunden werden. Moldavite sind trixter Steine, die Astralreisen begünstigen. In meinem erweiterten Bewusstseins Zustand war dieser grüne Glasstein außerirdisch. 
Das Muster - Erkennungs - Programm lief auf Hochtouren, während rationale Differenzierungsfähigkeit nicht mehr vorhanden war. Das sind die typischen Anzeichen eine Psychose oder eines mytsischen Bewusstseinszustandes. Grüner Stein führt zur Schlussfolgerung, >>> muss außerirdisch sein. Und mit dieser außerirdischen Energie kam ich Kontakt.

Ich fand Wacken- Festivalbändchen an denen emotionale Erinnerungen an meine Freunde hingen. Ich sah auf das Bild welches im Wohnzimmer hängt, wo ich mit meinem alten Freundeskreis in Wacken stehe und stellte fest, dass ich meine Freunde auf Grund meiner Reise nach Innen, die in den letzten Jahren zunehmend mehr Raum einnahm, vernachlässigt habe. Ich finde eine reggae-farbenden Holzkette, die mich an die schöne Zeit mit meiner Freundin Judith erinnerte und ein Passfoto von mir. Diese Kiste hatte etwas von einer Schatzkiste. Zumindest dann, wenn man mit einem magischen Bewusstsein schaut.

Mit dem Inhalt, und meiner Edelsteinkiste und dem was zufällig auf dem Wohnzimmertisch rumstand, habe ich dann einen kleinen Ritualkreis auf dem Tisch veranstaltet, mit dem ich symbolisch bekräftigen wollte, dass sich bitte endlich diese Sprechblockade in mir löst. Mein Foto hatte ich an ein Trinkglas angelehnt, welches mit einer wild zusammen gemixten Flüssigkeit aus Wasabi, Alkohohl und Vitasprint B12 Saft gefüllt auf dem Tisch stand. Das war mein Ayahuasca im Spiel. Und es hat geklappt. Geist Schlägt Materie. Ich trank einen Schluk des Ekel-Gebräus und spürte wie das Wasabi mein Stirn Chakra öffnete. Ich schlug auf den Tisch, um das Ritual zu bekräftigen und das Foto fiel um, mit der verdeckten Seite nach oben. Ich erschreckte mich, weil ich plötzlich erkannte, jetzt ist mein Ego gestorben. Ich denke ich gehe jetzt mal raus in den Wald, um mich ein bisschen zu erden und um Abstand zu dem Ritual zu gewinnen und einen freien Kopf zu bekommen. Erden im Wald hatte bei mir noch nie funktioniert, weil dort meine Phantasie noch mehr angeregt wird, aber das hatte ich in dem Zustand leider vergessen.

Als ich in den nahe gelegenen Park gehe, erkunde ich, mit leuchtenden Kinderaugen die Umgebung. Es erscheint alles neu und interessant. Ich erkunde das Gebiet, an dem ich sonst meist uninteressiert vorbei gehe. Ich bin eigentlich schon seit zwei Wochen in einem veränderten Bewusstseinszustand. Ich habe mystisch-psychotische Wahrnehmung, die ich aber noch deutlich von der rationalen Weltsicht abgrenzen kann. Das ändert sich jetzt, denn nun kann ich die magisch / psychotischen Gedanken nicht mehr von der Realität unterscheiden. Manchmal gibt es den Beobachter, der noch eine objektive Sicht hat, aber ich reagiere nicht mehr rational. Ich bezeuge nur noch, kann mich aber nicht mehr erwachsen und vernünftig verhalten.

Ich betrete den Park und ich erkunde die Umgebung, wie in einem Computer Spiel. Ich habe diesen Park noch nie so detailliert betrachtet. Ich sehe dass an einer Stelle der Boden hügelig ist und dort etwas vergraben zu sein scheint. Ich denke an einen Schatz, doch dann wird mir ganz anders, als ich darüber nachdenke, ob ich auf einem Grab stehe. Oh mein Gott, wer wurde hier vergraben? Ich rutsche in ein Horrow-Alptraum- Gefühl und glaube dort Untote zu finden. Ich entscheide, dass ich nichts damit zu tun haben will und gehe weiter durch den Park. Ich gehe weiter zu einem Baum unter dem eine blaue Libelle fliegt. Ich habe das Gefühl, als ob die Libelle mit mir kommuniziert. Ich strecke ihr die Hand hin und sie kommt näher, landet aber nicht auf mir. Ich fühle mich wie Alice im Wunderland. Die Kommunikation mit der Libelle war so herrlich. Ich denke an Libellen, und den Pool den wir damals im Garten hatten, an dem sich häufig Libellen zeigten und meine einen Zusammenhang erkannt zu haben der bestätigt, dass Libellen vielleicht auch zu meinen Krafttieren gehören.

Ich google später: "Kommt die Libelle als Krafttier zu Dir, lässt sie Dir deine eigene Größe bewusst werden – Deine Macht, Deinen Kampfgeist. Sie lehrt Dich, Deine Träume besser wahrzunehmen und auf Deine innere Stimme zu hören und nimmt dich mit auf eine Schamanische Reise."

Ich gehe weiter durch den Park und höre dem Mann beim Gärtnern zu, der hinter der großen Hecke wohnt, die sich an den kleinen Park anschließt. Ich frage mich, ob das Hartwig (mein spiritueller Lehrer) ist, denn der spricht ja immer vom Garten. Hier habe ich schon nicht mehr unterscheiden können, zwischen einem fremden Mann und meinem Freund Hartwig. Alles war eins. Raum und Zeit begannen sich aufzulösen. Aber ich überlege, ob die gesamte Realitätswahrnehmung so flexibel ist, wie in einem Traum? Habe ich das bisher nur noch nie bemerkt? Ich denke an den Film: „Die Truman Show“.  Wenn das so ist, dann könnte das Hartwig sein. Wenn nicht, dann ist es unwahrscheinlich. Hm ich ich überlege, ob ich mal hallo sage, traue mich aber nicht. Vielleicht stimmt das ja gar nicht. Ich entscheide dieses Experiment zu vertagen, es aber nicht zu vergessen.

Ich gehe weiter vom Park in den Wald. Ich bin fasziniert von den Bäumen. Sie sind so groß und mächtig. Ehrfürchtig schaue ich sie an. Ich erinnere mich an das Gespräch mit Spell im Teamspeak, als wir mal darüber gesprochen haben, in wie fern man sich als Erwachsener im Wald aufhalten und spielen darf wie ein Kind. Als Erwachsener geht man über die Wege. Vielleicht darf man eine anerkannte Form des Sportes betreiben, aber darf man als Erwachsener so richtig spielen? Nein! Da denken alle man sei verrückt. Naja ich bin ja gerade ver-rückt.

Ich meine damit meine Wahrnehmung hat sich verschoben. Vor ein paar Tagen habe ich im Wald zwei Steine gefunden, die mir als Symbole dazu dienten, dass ich das Spiel für mich wieder entdeckt habe. Spielen war meiner Mutter suspekt, denn es gab ja genug Arbeit, an die sich sich hielt. Ich hielt die Steine in dem Moment in den Händen, als sich eine Konditionierung in mir auflöste, die mir das Spielen verbot. Deshalb lagen die Steine nun auf meinem Ritualbrett als Symbol dafür, dass ich die Freude am Spiel wieder mehr in mein Leben einladen möchte.

Ich sammle Naturmaterialien, für mein Ritualbrett, um zu spielen und um die Umgebung auf eine magische Art und Weise zu betrachten. Ich bin beeindruckt davon, welche Tiefe ich in einem gewöhnlichen Stein entdecken kann. Ich entscheide, dass es nicht gewöhnliches mehr gibt. Es kommt auf die Betrachtungsweise an.

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RE: Ver-rückte Reise
#2
30.05.2023, 04:57
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Teil 2

Ich hatte mich zuvor mit meinem Freund Tom über die Möglichkeit unterhalten, ob man auf telepathisch - empathische Art und Weise in Pflanzen hineinfühlen kann, um intuitiv zu erkennen, welche „heilenden Eigenschaften“ diese Pflanzen haben. Wir haben 1-2 Experimente dazu gemacht, bei denen ich mit meiner Einfühlung bei einem mir unbekanntes Pflanzenbild, welches er blind aus einem Buch fotografiert und mir per Facebook geschickt hatte, gar nicht mal so falsch lag. Überhaupt interessiere ich mich gerade für Pflanzen.

Was ich über Schamanismus weiß, ist so ein gefährliches Halbwissen: Im Starseed Audio Workshop von Chris Mulzer, können die in der Geschichte erwähnten Schamanen, intuitiv mit den Pflanzen kommunizieren. Chris erzählt die Geschichte in einer hypnotischen Trance Reise, die mit binauralen Beats unterlegt ist. Diese Geschichte habe ich mir schon oft angehört, weil ich sie so schön spacig finde. Chris erzählt Motivationsgeschichten, die das Bewusstsein mit Hilfe hypnotischer Techniken erweitern. Der Protagonist seiner Geschichte hatte vermutlich Ayahuasca zu sich genommen, um in diesen Zustand der Kommunikation mit den Pflanzen zu geraten.

Jetzt kann ich diesen Zustand durch eine Flexibilität meiner Gedanken einnehmen. Und eigentlich kann das jeder. Das Spiel: Tue so als ob du erleuchtet bist, hat mich in diesen Zustand gebracht. Diese Geschichte von Chris Schamanen aus dem Amazonas Urwald erinnert mich auch an den Film Avatar. So zauberhaft wie in Avatar, kommt mir heute dieser Wald vor, nur dass er nicht visuell leuchtet. Doch leuchtet er irgendwie vor dem Herzen und vor dem Inneren Auge. Schwer zu erklären, das muss man mal erleben.

Auch in Robert Wolfs Buch - Das Lächeln der Senoi, und in einem Audiobook von Wolf Dieter Storl geht es darum, dass Schamanen pflanzliche Inhaltsstoffe intuitiv erkennen. Wolf Dieter Storl erzählt dass das Wissen über die Pflanzenkunde vermutlich nicht durch Selbstversuche zusammen getragen wurde, sondern dass intuitive Pflanzenverbundenheit vermutlich dazu beigetragen hat, dass wir heute so viel über Heil- und Nutzpflanzen wissen.

Inspiriert durch diese Geschichten, sammel ich Steine und schaue mir Bäume und Pflanzen mit einem magischen Auge an. Ich denke daran wie mir mein Vater als Kind immer erzählt hat, dass er mit den Schwalben spricht, die sich oft bei uns im Garten gezeigt haben. Wir hatten einen Pool und deshalb waren da auch immer Tiere, die vom Wasser angezogen werden. Libellen und Schwalben. Ich liebe Wasser. Deshalb habe ich mich auch mit der Libelle so verbunden gefühlt.

Nun dachte ich darüber nach, ob ich vielleicht auch mit Vögeln kommunizieren könnte und schon bald hatte ich die Wahrnehmung, als würden wir miteinander sprechen, nur konnte ich ihre Laute nicht verstehen. Aber ich hatte das Gefühl, als ob sie mit mir sprechen und als würden sie mich auslachen für meine Unfähigkeit mit ihnen zu kommunizieren. Ich versuchte Morse - Klopfzeichen mit den gewöhnlichen Steinen, aber das brachte auch nichts. Ich erschreckte mich plötzlich, als ein Mann mit Mountainbike den Wald durchquerte. Ich wartete ab, bis er weg wahr, bevor ich mein magisches Spiel fortsetzte. Mir war noch bewusst, dass man wenn man schon als Erwachsener „spielt/zaubert“, sich wenigstens nicht dabei erwischen lassen sollte. Ich dachte über die Absurdität nach, dass sein Spiel, dass Fahrrad fahren, gesellschaftlich akzeptiert war, während mein Spiel, das Sprechen mit den Vögeln, gesellschaftlich als verrückt empfunden wird.

Ich ging auf dem Weg weiter, denn ich fand keine Möglichkeit, wie ich das mit der Kommunikation und den Vögeln anstellen sollte. Ich pflückte eine Löwenzahnblüte, die mir Mut machen sollte und dann fiel mir das Mutmachlied der Kobolde ein, welches ich meinen Kindern in der KiTa beigebracht habe. Jetzt kommt es mir vor, als sei das Lied eigentlich für mich gedacht gewesen.

Allem gab ich eine Bedeutung. Vielleicht kommt das von meiner Beschäftigung mit dem Traumdeuten? Vielleicht habe ich eine starkes Bedürfnis nach Sinnfindung? Kürzlich sprach ich mit jemandem der tibetisches Traumyoga praktiziert, der die Wachwelt ebenfalls als Traum sieht. Es kam mir vor, als sei ich in einem RPG (Roleplaygame). Ich hatte mich eine Zeitlang mit so etwas beschäftigt. Das alles hatte hier etwas von World of Warcraft oder LARP Life Role Play Game. Ich fühlte mich als sammle ich Items im Wald. Kommt gleich ein Level up?

Ich bleibe an einem Baum stehen. Ich breche ein Stück Rinde ab. Ich berieche alles was ich finde. Ich habe einen intensiven Geruchssinn, fast wie ein Tier. Das finde ich sehr spannend, wie die Wahrnehmung so intensiv werden kann. Meine Sinne sind extrem sensibel. Ich bin fasziniert davon, was ich erlebe. Ich bin euphorisch und voller kindlicher Freude. Der Wald ist lebendig. Ich bin von meiner Faszination ergriffen.

Das Stück Rinde, welches ich abgebrochen habe, hat die Form einer Tierkralle. Ich denke dass könnte ein schönes Symbol sein für meine unterdrückte Aggression. Die Krallen zeigen. Ich schaue auf den Waldboden. Huch! Da liegt ein Kreuz. Ich bleibe stehen und erschrecke mich. Mir schießt das Wort Tod in den Kopf. Das Kreuz besteht aus mit Draht zusammengebunden Ästen. Es ist Mensch gemacht. Ich muss wieder an die „Gräber“ im Park denken. Ich bekomme Angst. Richtig Angst. In magischen Zuständen können Gefühle überwältigend sein. Es gibt keine Abwehrmechnismen, die Gefühle unterdrücken. Man fühlt jedesmal die volle Ladung. Dann sammle ich mich wieder und denke, dass ist jetzt einfach ein Symbol dafür, das irgendein Ego Anteil stirbt. Ich erkenne, dass meine Angst irrational ist und trotzdem lässt sie mich reagieren.

Mir Fällt das Lied Traum vom Tod von einer meinen Lieblingsbands Subway to Sally ein. Oder war es Grabrede? Jedenfalls ein Todeslied. Ich konnte die Lieder nicht mehr unterscheiden. Meine Erinnerung ist etwas gestört. Das Lied Grabrede hatte immer eine starke Bedeutung für mich. Es geht ums Ego sterben und die Leere. Ich hab Angst. Mir schwirrt der Liedtext durch den Kopf.

Ich hab heute Nacht vom Tod geträumt, er stand auf allen Wegen, er winkte und er rief nach mir so laut. Er sprach mein Leben sei verwirkt, ich sollt mich zu ihm legen, ein frühes Grab sei längst für mich gebaut, Ich floh soweit das Land mich trug, soweit die Vögel fliegen, doch mir zur Seite spürte ich den Tod.

Wenn unsre Schädel eins ins Leere glotzen, sieht man uns nicht an, wer Sieger, wer Verlierer war, wer armer oder reicher Mann, was wir dann sind ist ungewiss, wahrscheinlich bleibt nur Finsternis. Und schreiben sie dir auch goldene Letter auf Granit: du nimmst nichts mit.

Ich habe mal eine Zeitlang LARP gespiel. LARP heißt live action role playing (game), kurzum es ist ein Rollenspiel, das nicht im Kopf, sondern live, d.h. in der realen Welt, stattfindet. Die wörtliche deutsche Übersetzung des Begriffs "LARP" ist einfach "Live-Rollenspiel". Da sich die wenigsten darunter auf Anhieb etwas vorstellen können, gibt es einige Umschreibungen wie z.B. "Improvisations-Charakterspiel" oder "historisches Laientheater". Der Spieler verkörpert dabei eine Rolle ("Charakter"), indem er sich seiner Spielfigur entsprechend schminkt, kleidet, verhält und mit den anderen Spielern auf der Veranstaltung interagiert. Auf einem bestimmten Gelände bietet ein Veranstalter den LARPern gegen Entgelt die Möglichkeit, i.d.R. selbst erfundene Charaktere auszuspielen und auszuleben. Dabei gibt es Kämpfe mit Polsterwaffen, ein Regelsystem, welches über Fähigkeiten und Lebenspunkte entscheidet. Es gibt auch zb. die Fähigkeit Magie, die je nach Wirkgrad aufwendig schauspielerisch dargestellt wird.

Ich denke an eine LARP Veranstaltung, in der ein Magier (das ist nur ein Spiel, keine echte Magie) sehr eindrucksvoll und charismatisch einen viele Meter großen Bannkreis mit Mehl an einer Waldlichtung zog, und über Stunden ein gespieltes Ritual aufführte. In der Abenddämmerung standen alle Mitspieler rund um den Ritualkreis. Er begann mit einer unglaublichen Stimmgewalt, das Lied von Subway to Sally – Traum vom Tod II, zu singen, während er (ingame) „zaubert“ und um den den Ritualkreis geht. Damals hatte ich Gänsehaut, weil der Spieler seine Rolle so charismatisch gespielt, gesprochen und gesungen hatte. Sein Ritual hat ein Dimensionstor in eine andere Welt geöffnet.

Ich denke ah (Erkenntnis!), deshalb habe ich RPGs gespielt. Alles was ich erlebe, hat einen tieferen/höheren Sinn. Alles musste genau so passieren. Es gibt keine Kontrolle. Das Ritual damals war echt. Krass. Kein Wunder, dass ich solche Gänsehaut hatte. Alles vermischte sich. Es gab keine Trennung mehr zwischen LARP Spiel und Realität.

Ich überlege hin und her, ob ich denn nun jetzt und hier (spirituell/Ego) sterben soll und entscheide mich trotz Angst dafür. Durch den Christian Meyer habe ich den Glaubenssatz entwickelt, dass man um zu erwachen, durch seine Todesangst gehen muss.

Der Ort im Wald wurde mega gruselig. Ich halte die Baumrindenkralle in der Hand und beginne mein Ego Tod Lied zu singen. Doch dann verstumme ich und schaue in eine kleine Lichtung, die direkt neben mir erscheint, oder mir bewusst wird. Ich bin fasziniert von dem Kontrast des Schattenwaldes und der Lichtung, in die die Sommersonne scheint. Ich mache mit meiner Hand ein Schattenspiel in der Lichtung und dann bewegt sich der Schatten von selbst weiter. AH! Was ist das!?

Ich spüre sehr deutlich wie jemand direkt hinter mir steht. Eine Präsens. Bedrohung! Angst! Etwas schreit was sich wie ich anfühlt. Es ist als ob ich das mehr beobachte. Später unterhalte ich mich mit jemanden, der das astralen Schrei nennt. Und ja das Wort trifft es irgendwie. Ich zeige auf Grund der Angst eine mich selbst schützende aggressive Bewegung und drehe mich kriegerisch um und sehe noch gerade, wie sich im Sonnenlicht eine Wolke aus Staub im Kreis dreht und aufzulösen scheint.

Dann kommt ein Mann schnellen Schrittes den Berg hoch. Ich bereite mich auf einen Angriff vor. Der Mann findet eine verwirrte, vor Verängstigung zitternde Steffi vor. Es ist mein Freund Frank der „zufällig jetzt in diesem Moment“, vom Schwimmbad kommt und diesen ungewöhnlichen Weg durch den Wald nach Hause gewählt hat, obwohl es doch an der Straße entlang viel kürzer ist. Schon oft hat er mich aus verzweifelter lage gerettet.

Dann kommt ein zweiter Mann der meinem Freund Tom ähnlich sieht und ich rufe irgendwas zu ihm rüber, weil ich dachte es ist Tom. Er ruft irgendwas zurück. Ich hatte mit Tom eine energetische Verbindung, die ich Frank verheimlicht hatte und jetzt war es, als würden sie sich die beiden Männer die ir wichtig waren hier im Wald begegnen, genau in dem Moment, wo mich ein Schattenwesen von hinten angreift und mich töten will. Das war zu viel. Ich klappere vor Angst mit den Zähnen und zittere am ganzen Körper und bitte meinen Freund Frank, mich hier weg zu bringen.

Als wir aus dem Wald raus sind und in den helleren Park zurück gehen, versuche ich Frank zu erklären was ich hier magisches wahrgenommen habe. Er sagt die Gräber sind Maulwurfhügel und ich sehe ein, dass er Recht hat. Mein Libellen - Krafttier ist auch nirgends zu sehen. Ich bestehe darauf mich auf dem Fußboden zu legen um mich zu erden. Ich lege mich mit dem ganzen Körper auf die Wiese im Park. Mein Freund versteht das nicht. Er drängt nach Hause. Er versteht gar nichts von dem was ich hier erlebt habe.

Nachdem ich mich etwas beruhigt habe, kommt die Freude über die unendlichen Möglichkeiten in dieser Welt zurück und irgendwann gehen wir nach Hause. Ich legte die „Kralle“ und den Löwenzahn auf mein Ritualbrett und dachte für irgendwas wird das noch gut sein. Mut und etwas mehr Krallen zeigen, würde mir nicht schaden.

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RE: Ver-rückte Reise
#3
30.05.2023, 18:29 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 30.05.2023, 18:30 von ichbinmehr.)
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Teil 3

Zu Hause erkläre ich meinem Freund meinen Ritualkreis für das Kehlkopfchakra, welcher noch auf dem Wohnzimmertisch steht. Ich versuche aufzuschlüsseln, wo und wie ich mich so im magischen Denken verloren habe. Das mit der Person die hinter mir stand, kann ich mir bis heute nicht erklären. Wen habe ich da wahrgenommen?

War das Faith, von dem ich später mehr erzähle? War ich es selbst? War das mein Schatten? Ich versuche mich in der warmen Badewanne und in der Sicherheit meines Bettes, die sicherste Umgebung die ich kenne, zu erden. Ich sehe die Kuscheltiere an, die auf der Couch sitzen. In miesem Zustand kann ich ihre Mimik deuten. Ich erkenne, an Hand der Kuscheltiere, wie ich meine inneren Anteile auf andere Menschen projizieren. Ich fange an mit ihnen zu reden. Ich mache so eine Art Familienaufstellung mit ihnen und rutsche wieder in die magische Welt. Von den Kuscheltieren gehe ich zu einem Foto meiner Freude über, welches in Wacken aufgenommen wurde. Da geht das Spiel der Projektionen weiter. Ich deute ihre Mimik als Ablehnung für mein spirituelles Interesse. Einer meiner Freunde fällt mir auf, weil er in der Mitte des Kreises steht. Ich denke er hat magische Fähigkeiten und wundere mich nicht mehr, über so manches Verhalten. Er ist in Wacken immer verloren gegangen und hat uns dann wie durch ein Wunder wieder gefunden. Irgendwie geht das Ritual weiter ständig weiter, weil ich nicht aufhören kann. Ich habe Erinnerungslücken.

Ich setzte mich mit den Wunderkerzen auf den Balkon. Nach der Sache im Wald denke ich: Ich habe magische Kräfte. Halt mir fällt ein, ein Magier braucht ein Ritualdolch! Ich überlege welches Messer ich dazu nehme. Ich gehe in die Küche und sehe das einzige Messer, welches mir etwas bedeutet. Mein japanisches Sushi Messer, denn ich koche gerne und kein Messer schneidet so gut wie dieses. Das war auch teuer, also bestimmt gut geeignet, denn es ist mir viel Wert. Ich setzte mich in der Abenddämmerung auf den Balkon. Ich spüre eine magische telepathische Anziehung zu meinem Freund Tom. Tom ist oft sehr verrückt und ich sagte aus Spaß schon Mal zu ihm, dass er bestimmt vom Mars kommt. Da mein kritischer Verstand total abhanden gekommen war, kam ich nun auf die Idee, dass Tom tatsächlicher ein Außerirdischer sein könnte. Es entsteht so eine Mischung aus Anziehung und Angst, denn die Idee von Außerirdischen habe ich als Glaubenssatz immer abgelehnt. Jetzt macht mir das Angst. Ich versuche mit dem Außerirdischen auf dem Stern der am blauen Abendhimmel erscheint, telepathisch zu kommunizieren.

Ich denke an das Wesen was mich im Wald besucht hat. Ich habe einen Konflikt da mit dem Messer zu sitzen, auch wenn es nur ein Symbol für Abgrenzung sein soll. Ich bin Pazifist. Ich mag keine Gewalt. Ich verstecke es hinter dem Rücken, für den Notfall.

Ich sehe einen Fuchs über das Dach des Nachbarn laufen. Ich schaue mir dass mit offenen Mund an. Krass. Das ist jetzt wirklich eine Szene wie in einem Walt Disney Film, wo die Tiere sprechen und die Tassen tanzen. Ich bin völlig entzückt, von der Begegnung mit dem Fuchs, der über das Dach läuft. Ich denke wie viele Krafttiere habe ich denn? Später lese ich, dass der Fuchs das Krafttier des Magiers ist. Ich denke darüber nach, dass ich mein Krafttier die Eule verraten habe und beschließe, zumindest nichts von dem Fuchs zu erzählen. Mein Freund kommt nochmal zu mir. Ich verrate nichts von dem Fuchs, grinse aber bis über beide Ohren. Erstaunlich wie Angst- und Hochgefühle in diesem Zustand wechseln. Im Grunde so wie bei einem Kind. Ich erzähle meinem Freund von meinem Vorhaben auf dem Balkon zu meditieren und sage, er soll sich nicht erschrecken, dass ich ein Messer hinter dem Rücken halte. Er geht etwas belustigt mit dem Quatsch um, den ich betreibe. Dann geht er ins Bett.

Als es dunkel ist, zünde ich die Wunderkerze an, die so viele Jahre in dieser Schachtel auf diesen Tag gewartet hat. Sie verbrennt schnell. Ich lege den abgebrannten Stab auf den Balkonboden. Jetzt wird es richtig dunkel. Ich konzentriere mich auf den Stern und ob ich eine empathische  Herzens Verbindung bekomme.

Dann kippt die Stimmung von schöner Abenddämmerung zu dunkler unheimlicher Nacht. Etwas erschreckt mich tierisch. Ein Geräusch glaube ich. Ich lasse vor Schreck das Messer fallen und denke, ich muss das Messer wieder aufheben, sonst hat der Gegner meinen Ritualdolch. Ich greife was auf dem Boden liegt, renne ins Wohnzimmer rein, schreie und halte neben dem Sushi Messer eine Nacktschnecke in den Händen, die sich unbemerkt irgendwie direkt vor mit befand, als ich Panik bekam und das Messer griff und rein lief. Mein Freund kommt rein. Er denkt ich schreie wegen der Schnecke. Er versteht nicht, das da draußen etwas war, vor dem ich mich gefürchtet habe. Ein Außerirdischer oder ein Tier. Etwas böses. Ich schließe die Türe. Ich trample beim Laufen, so als ob ich mit meinen Schritten mir ein sicheres Auftreten verschaffen wollte. Dieses diente im Nachhinein der Erdung. Ich rufe zur späten Stunde laut und bestimmtend zur Balkontür raus: Wer auch immer du bist, verschwinde!

Ich setze mich auf einen Stuhl und lasse die Schnecke über meinen Arm kriechen. Sie fasziniert mich. Ich frage mich was sie wohl bedeutet? Seitdem kam die Schnecke schon oft zu mir. Sie sagt: Mach langsam. Leider habe ich sie damals nicht verstanden. Ich habe das Gefühl, die Schnecke wird immer länger. Sie kommt mir immer schlangenartiger vor. Sie wird mir unheimlich. Ich will das mein Freund sie wegnimmt, aber er meint, ich soll sie einfach über den Balkon werfen. Dass kann ich nicht, denn ich will sie nicht verletzten. Ich quengel so lange bis er mich durchs Treppenhaus runter durch den Flur begleitet, so dass ich sie vor der Haustüre in die Blumen setzte. Die Schnecke wird mir immer unheimlicher. Ich denke darüber nach, ob es die Kundalini Schnecke ist. Ey Leute wenn ich nicht in echt Angst gehabt hätte, wäre das sicher ne lustige Geschichte. Mittlerweile 2023 kann ich herzlich über mich lachen. Ich hab auch wieder alle Tassen im Schrank.

Als die Schnecke abgesetzt war und wir in der Wohnung zurück gekehrt wahren, ging mein Freund ins Bett. Mein Freund hatte (von mir unbemerkt) nochmal die Balkontür zum Lüften geöffnet. Ich ging ins Wohnzimmer und bekam einen Schreck, weil ich dachte, dass außerirdische Schnecken Astral Wesen hätte sich selbst Zugang zu meiner Wohnung verschafft. Ich spürte Angst.

Also nahm ich das Sushi Messer und stellte mich innen vor die Balkontüre. Ich rief laut „Verschwinde!“ Ich bäumte meinen Körper auf und verband mich mit einem Gefühl innerer Stärke. Mein Beine standen fest auf dem Boden. Meine rechte Hand hielt das Sushi Messer wie zu einer Verteidigung bereit in der Faust. Die Linke Hand formte sich zu einer Kralle, die mir tierisch vorkam. Mein ganzer Körper spannte sich an. Alle Muskeln fühlten sich nach Kampf an. Diese Aggression war eine automatische Reaktion auf die Angst. Ich fühlte mich mehr wie ein Beobachter, dessen was geschah. Mein Kopf drehte sich nach links und rechts, um die Reaktionen meines Körpers zu beobachten, die mir neu waren. Ich war Zeuge dessen was ich tat, ohne ich zu sein. Ich schrie ohne mir Gedanken über die Nachbarn zumachen und mit einer gebündelten Kampfbereitschaft, die nur in mitten von Todesangst ausbricht: Verschwinde! Aber die Angst hielt an.

Ich knurrte. Erst menschlich und dann wurde das Knurren lauter, tierischer. Ich wurde zum Tier. Bis auf einmal ein gewaltiges Knurren, welches durch Mark und Bein ging, entstand und in diesem Knurren habe ich mich in einen Wolf verwandelt. Ich sah aus meinen Augen so etwas um mich herum, wie ein struppiges Fell. Ich wusste ich bin ein Wolf. Der Angreifer zog sich zurück. Ich war perplex. Ich hätte nie gedacht, dass es möglich ist, sich in einen Wolf zu verwandelt. Ich habe meine Gestalt verwandelt. Das war der krasseste Bruch mit der konstanten Realität, den man sich nur vorstellen kann. Es ist alles Möglich. Es gibt keine Grenzen. Die Wachrealität ist nur ein Traum. Ich lache über dieses Unglaublichkeit. Was das geht?! Haha alles ist Möglich! Ich staunte und verlor darüber die Angst. Ich habe Reality Checks gemacht. Immer wieder, aber die ergaben, dass ich wach war. Auch habe ich keinerlei Substanzen zu mir genommen. Ich habe vor Tagen nur mit einer Technik aus dem NLP namens – AS IF FRAME gearbeitet, bei der ich mein Ego Denken durch das Tue so als Ob Spiel in eine andere Dimension verschoben hatte.

Ich realisiere, dass ich diese tierische Adressions - Kraft in mir habe. Eine Kraft, mit der ich mich im Notfall immer verbinden kann. Ich fange langsam an, mich zu entspannen. Ich werde ruhig. Ich gehe mit dem Sushi Messer in die Küche und lege es sanft in die Besteckschublade. Ich spreche die  Worte: Ich danke dir das erfahren zu haben. Es ist schön zu wissen, dass ich mich im Notfall in ein Tier verwandeln kann, aber ich jetzt bin wieder ein Mensch. Ich bin ein friedlicher Mensch. Diese Szene deute ich symbolisch dafür, dass meine natürliche Aggression, die seit meiner Kindheit unterdrückt war, an diesem Tag wieder erwacht ist. Es war eine Seelenrückholung eines abgespaltenen Anteils. Den Wolf kann man schamanisch betrachten und als Verbündeten bezeichnen, oder einfach symbolhaft psychologisch interpretieren. Durch meine Erfahrung in Traumanalyse konnte ich die Erlebnisse symbolisch zu betrachten und so integrieren. Für mich scheint das der beste Weg zu sein, um damit umzugehen. In einem Youtube Video über über Krafttiere erfahre ich später, dass sich Schamanen über die Identifikation mit einem Tier mit einer psychischen Fähigkeit verbinden können. Ich verstehe erst im nachhinein, was diese Szene, die mir sehr viel Kopfzerbrechen bereitet hatte, bedeuten könnte.

Im Buch der Heldenreise von Paul Rebilliot, lese ich später folgendes: In anderen Kulturkreisen gibt es Rituale, um den Übergang von einer alten, zu einer neuen Entwicklungsstufe zu markieren. Zum Beispiel gibt es in vielen Kulturen Initiationen, die den Übergang vom Kind zum Erwachsenen markieren und angemessen würdigen. In unsere Kultur gibt es das nicht. Zwar beschreibt Erik Erickson, ein Entwicklungspsychologe, Entwicklungskrisen, aber selten wird dieses Phänomen in unserer Gesellschaft als etwas anerkannt, was man freudig willkommen heißt und vielleicht sogar durch ein Ritual unterstützt. Und so meinte Rebiliott, der auch eine Spirituelle Krise erlebt hatte, dass man so einen psychotischen / magischen Zustand als Ritual verstehen sollte, der den Übergang von einer Entwicklungsphase in die nächste markiert. Und weil diese Rituale in unserer Kultur  fehlen, kreiert das Unbewusste solche Szenarien. Mir hat diese Sichtweise sehr geholfen, diese sehr verrückten Erfahrungen annehmen zu können, weil ich das mit dem Wolf anfangs sehr verrückt fand und nicht wusste wie ich damit umgehen soll. Erst die Integration durch die Traumdeutung hat, mir Frieden mit diesem Erlebnis verschafft.

Eine zweite Erklärung habe ich in der Psychologie gefunden und zwar meinte jemand zu mir, dass das Wort Psychose (klinisch gesehen) vielleicht gar nicht so richtig wäre für meinen Zustand, sondern das Wort Dekompensation beschreibt, was ich erlebt habe. Man kann sich dabei vorstellen, dass sich über eine längere Zeit etwas ziemlich angestaut hat und das das dann mit einem Schlag aufgelöst wird, was erst mal ziemlich zerstörerisch anmutet, aber letztlich heilsam ist. Ich litt eigentlich mein ganzes Leben lang unter einer Anpassungsstörung, was bedeutet, dass man seine eigene Persönlichkeit, Bedürfnisse und Authentizität unterdrückt, um möglichst nicht anzuecken. Das Verhaltensmuster, welches ich als Kind gelernt habe, hat sich natürlich auch auf andere Rollen übertragen. Und man sollte sowieso aufpassen, ob man die eigene Erfahrungen unbedingt mit Worten selbst pathologisieren muss. Da ich mich mit Psychologie eigentlich ganz gut auskenne und ich mich auch mit klinischen Diagnosen etwas beschäftigt habe, weiß ich natürlich um die psychotische Erscheinung meines Zustandes.

Ich habe mal eine sehr schöne Definition über die Unterscheidung von mystischen Zuständen und psychotischen Zuständen gehört: Der Psychiotiker geht in seiner Erfahrungswelt unter, der Mystiker schwimmt.

Ich wusste während meiner gesamten Erfahrung, dass ich mein Erleben als Mystik und nicht als krankhafte Psychose deuten möchte. Ich wusste, dass ich schwimmen will. Jedoch musste ich die Diagnose Psychose auch annehmen, um eine stimmige Geschichte mit meiner nicht erwachten Umwelt zu weben. Aus diesem Grund springe ich manchmal von der einen Story Magie – Erleuchtung zu der anderen Story Psychose - Erkrankung. Im Grunde ist das eine Einheit, die aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden kann. Ich habe mich mit beiden Perspektiven beschäftigt, weil ich die umfassende Perspektive kennen lernen wollte.
Für mich war die Verwandlung in den Wolf eine Befreiung meiner unterdrückten natürlichen und selbst schützenden Aggression. Nach dieser Erfahrung begannt dann meine psychologische Integration des gesunden Selbstschutzes, welches ich Traumabedingt abspalten musste. Und damals stand ich noch erstaunt neben mir und dachte: Wow das geht?! Genauso unmachbar erschied es mit zu der Zeit, mich aggressiv gegen Unrecht zu wehren. Es ist auch kein Zufall, dass ich jetzt diese Erfahrung nochmal aus der Schublade heraushole, denn ich habe den Kampf auf der physischen Ebene mit meiner Mutter kürzlich gewagt und den Wolf somit vollständig integriert.

Aber das Ding ist, ich weiß auch, dass ich mich wirklich in einen Wolf verwandelt habe. Für mich gibt es nicht die richtige Realität und die Phantasie. Ich habe die Verwandlung in den Wolf als eine andere Realitätsebene erfahren, die ich trotz aller Notwendigkeit, die Situation psychologisch zu integrieren, nicht ablehne. Magie und Aufklärung können nebeneinander existieren. Im Geräusch des Knurrens habe ich die Realitätsebene gewechselt. Es war quasi eine Astralreise aus dem Wachzustand heraus. Ich habe beim Wechsel in den anderen Zustand die selben Wahrnehmungen (Schwingungen) wie beim WILDen gehabt. Ich glaube ich bin jetzt bereit mich mit dieser Erfahrung nochmal tiefer zu beschäftigen, weil ich mit der Psychologie fertig bin.

Tage später stand ich mit meinem Freund in der Abenddämmerung auf dem Balkon und wir mussten tierisch lachen, als eine rotfellige Katze über das Nachbarhaus schlich und ich meinen „Fuchs“ erkannte. Viele Halluzinationen löste sich im Nachhinein auch auf. Das zumindest würde der rationale Verstand sagen, der vernünftige Lösungen finden will, weil er nach Aufklärung sucht. Was aber findet man, wenn man nach Magie sucht? Mit dieser Frage möchte ich mich beschäftigen.

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RE: Ver-rückte Reise
#4
30.05.2023, 21:16
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Teil 4

Ich stand dann voller Ehrfurcht vor meinem Bücherregal. Ich erkannte den Reichtum und die Fülle, die ich besitze. Ich erkannte die Materielle Ebene an, welche ich auf Grund der mangelnden Wertschätzung meiner Eltern für das Gefühl und den Geist, immer abgelehnt hatte. Mit der gleichen Ehrfurcht und Dankbarkeit betrachtete ich meine Gitarre, die neben dem Regal stand. Ich erkannte ihren Wert, der kein materieller Wer war. Ich fühlte wie viel mir die Gitarre bedeutete. Ich konnte hinter meine eigenen Ego Programme schauen und ich sah auch, dass ich meinen Traum vom Musik machen, für das Erwachen opfern musste. Die Gitarre zeigte mir meinen einzigartigen Ton – ein h- moll. Jegliches Mangelgefühl löste sich auf. Ich war umgeben von Fülle und Dankbarkeit.

Ich betrachtete wieder die Bücher die im Regal standen. Ich konnte in meinem Zustand nicht lesen, weil ich dadurch noch mehr die Erdung verloren hätte, aber ich erinnerte mich an einen Youtube Video indem jemand sagte, dass man sehr viel über ein unbekanntes Thema lernen kann, indem man das Buch von Außen anschaut und nur die Inhaltsangabe liest. So schaute ich verschiedene Bücher von Außen an. Ich las nicht mal die Inhaltsangabe. Ich sah den Buchrücken an, und verband mich augenblicklich mit der Energie des Autors verbinden. Ich konnte das komplette Buch telepathisch lesen. So schaute ich fasziniert vom Buch zu Buch und erfuhr den Inhalt auf magische Weise. Und ich verband mich mit den Autoren und deren Energie. Ich fühlte mich mit allen verbunden.

Ich nahm einige Bücher aus dem Regal. Zu manchen Büchern fühlte ich eine besonders emotionale Beziehung. Dazu gehört zum Beispiel „Erinnerungen, Träume, Gedanken“ von C.G.Jung, Oshos Bücher, Ken Wilbers Bücher, und viele andere. Ich machte manche Autoren miteinander bekannt, indem ich sie nebeneinander ins Bücherregal stelle und annahm, dass sie sich so kennenlernen würden. Osho lernte Ken Wilber durch mich kennen, weil ich dachte, die könnten mal miteinander reden. Osho und Ken Wilber haben durch mich geheiratet. Später verstand ich, dass Osho eine sehr einfache Sprache nutzt, während Wilber sehr komplex ist und ich diese beiden Seiten verbinde. Es ging nicht um die Menschen oder einzelne Werke, sondern um die Energie der Seele. Ich sahe auf ein Buch und nahm ganze Seelenanteile wahr, die ich verband. Kollektive Archetypen.

Ich hatte eine sehr emotionales Gefühl bei der Autobiographie von Jung, welches ich gelesen hatte und fand trotzdem nicht die Muße, mehr von ihm zu lesen. In meinem aller ersten Traumtagebuch von 2009 schrieb ich folgendes: „Ich träume von C.G.Jung. Ich muss mal ein Buch von ihm lesen.“ Damals wusste ich nicht wer dass war, außer dass ich mal irgendwo gehört habe, dass das ein Tiefenpsychologie ist, der sich mit Träumen beschäftigt hat. In meiner Erzieherausbildung lernten wir von den Tiefenpsychologen nur Freud und Adler kennen. Später wurde Hartwig dann mein spiritueller Lehrer, der mir die Lehre von C.G. Jung und der Vereinigung der Gegensätze nahe brachte, denn er hatte über Jahrzehnte Jung studiert. Das Wissen findet einen Weg, wenn du es brauchst.

Dann hielt ich ein violettes Buch von Tenzin Wangal Rinpoche in den Händen – Die 3 Tore zur Gelassenheit. Ich hielt es in der Hand wie einen Schatz. Ich hatte das Gefühl, das Buch ist von meiner Mutter. Nicht von einer irdischen Mutter. Es war eine Art Mutter Seele. Ich heulte vor Berührtheit und Dankbarkeit. Es war, als sei das Buch ein Geschenk an mich. Ich drehe es um, um die Rückseite zu betrachten. In dem Moment wurde die Energie an meinem Stirnchakra sehr stark. Ich hatte so einen Art Laser Strahl an der Stirn, der sich mit dem Buch verband. Ich konnte plötzlich in dem Text, der auf der Rückseite stand, geheime Botschaften lesen. Mitten in der Schrift erschien mein Name: Stephanie. Dort stand dass das Buch für mich geschrieben wurde. Die Buchstaben veränderten sich und gaben die geheime Botschaft preis. Ich bekam ein sehr erhebendes Gefühl.

Ich beginne in einer erhebenden Energie eine Rede vor meinem Bücherregel. Ich spreche mit den Buchautoren, mit irgendwelches Erleuchteten Meistern und Weisen Menschen. Ghandi war auch mit dabei. Ich nahm all diese Personen als Seelenanteile war, nicht mehr als einzelne Menschen. Ich halte eine Rede über Frieden vor diesen Seelen und ich meine etwas beitragen zu können. Ich rede von einer allumfassenden Perspektive, die ich mal als Kind in einer Art Vision und einem kurzen Moment der Verbundenheit gesehen hatte und die Ken Wilber mit seiner integralen Sichtweise auf rationale Weise am besten für mich ausdrückt. Ich habe euphorische Gefühle und es ist, als würde sich die Vision der Unendlichen Perspektive in diesem Moment verwirklichen. Ich denke über Wilber nach, der ein Genie ist, bei dem jedoch eine Aggression über das Leid der Welt mitschwingt. Er hat seine Frau an Krebs verloren. Ich glaube deshalb machte ich ihn mit Osho bekannt, der viel einfacher spricht und alles in eine tantrische Haltung der Annahme wandelt. Ich will Menschen verbinden um die Segmentierung des Bewusstseins aufzulösen.

Ich versuche mit den Pflanzen auf meiner Fensterbank in eine Kommunikation zu treten. Ich bitte die Elefantenfußpalme, die Wasser speichern kann, mir zu zeigen, wie das geht. Meine Kakteen oder Wolfsmilchgewächse kommen mir intuitiv giftig vor, so dass ich mich wieder von ihnen abwende. Ich überlege, ob man sich alleine durch das anschauen und empathische Betrachten mit einer psychoaktiven Pflanze, verbinden kann, so dass man ihre chemische Wirkung erfährt? Ich denke an die Arzneimittelprüfung der Homöopathen, die vermutlich so funktioniert. Das selbe Prinzip wie es Schamanen machen. Da ich noch wahrnehme, wie ich gerade schon high genug über den Boden schwebe, entscheide ich, dass mein High Zustand der jetzt da ist, durchaus reicht und ich das Experiment mich mit telepathisch mit der Pflanze zu verbinden, auf später verschiebe.

Ich nahm intuitiv bedeutend, und rational scheinbar wahllos Bücher aus dem Schrank und verteilte diese in zwei Klappboxen. Im Schrank stand auch eine Bibe,l die ich gekauft habe, weil ich gerne die Essenz aller Religionen verstehen wollte und ich eigentlich erst mal verstehen wollte, was ich da in meiner Ursprungs Religion ablehne. Ich habe schon in meiner Kindheit eine Abneigung gegen Religion gehabt, weil ich Religion immer als gogmatisch und einengend erlebt habe. Ich habe mich als Agnostiker oder als Atheist definiert, bis ich durch eigene mystische Erfahrungen mit erweiterten Bewusstseinseinzuständen erlebt hatte, die mir gezeigt haben, dass es da doch etwas gibt, was größer ist. Auf den spirituellen Weg, bin ich über NLP und Klärträumen gelangt. Beides waren damals rationale Formen, sich mit der Realität zu beschäftigen und diese in Frage zu stellen. Vom Klarträumen kam ich dann zu Astralreisen und Meditation.

Nachdem ich wie von einem Wahn befallen, zwei Klappboxen voll mit Büchern packte, deckte ich die Kisten mit einer Wolldecke zu, die auf der einen Seite schwarz und auf der andere Seite weiß war. Das was ich da tat, war wieder so ein Art Ritual, das ich zwanghaft ausführte. Bzw. war es eher so, dass ich mich dabei beobachtete, wie ich es ausführte. Ganz oben drauf legte ich die Bibel, die alles verbinden sollte.
Ich hatte seit Beginn dieses erweiterten Bewusstseinszustandes, der ca. vor 2,5 Wochen vor dieser Szene begann, eine sehr intensive visuelle Wahrnehmung. Ich nahm Farben so wahr, als ob jede Farbe eine besondere Bedeutung hätte. Weiß stand für Frieden und Bewusstsein. Gelb/Gold für Energie und Erleuchtung. Schwarz für das Unbewusste, die Leere, die Nonexistens und den Tod. Diese Decke, die ich über die Bücher legte, sollte Licht ins Dunkle bringen.

Auf der schwarzen Bibel war eine gelbe Schrift. Alles hatte eine symbolische Bedeutung für mich, jede einzelne Farbe, die ich intuitiv erfasste oder mir zurecht sponn. Das Mustererkennungsprogramm hat alles dominiert. Ich musste wieder an Hartwig denken, weil ich ihn energetisch auch als etwas gelbes/goldenes sehe. Seite gelbe Energie steht für das Solar Plexus Chakra, aber auch für seinen integralen Verstand. Alle Menschen an die ich dachte, sah ich als Farben und Energiekugeln, ähnlich wie das in Castanedas Büchern beschriben wurde. Ich sah den Grad ihres Bewusstseins, ihr Mem, ihre Ego Baustellen und Schatten und die lichten Seiten. Und weil ich jemanden brauchte der mir durch diese Zustände hilft, musste ich jemanden auswählen. Ich musste mich für einen spirituellen Lehrer entscheiden. Menschen die ich vorher immer als sehr bewusst wahrgenommen hatte, fielen aus der Auswahl heraus, weil ich sie plötzlich als Ganzheit sehen konnte. Ich sah Spell und Hartwig wie sie als Raben zusammen auf einem Baum saßen. Hartwig war die beste Wahl für mich. Er hatte das größte spirituelle Wissen, von allen Menschen die ich kannte. Am Ende habe ich irgendeinen Schwur geleistet und mich magisch an Hartwig gebunden. Das ganze war auch mit viel Angst verbunden, denn ich fühle all das was ich mit Hartwig später erleben würde, als präkognitive Energie Vision. Ich wusste ich musste mich an jemanden binden und dessen Lehre in mich aufnehmen, um einen Weg zu haben.

Dann ging in ich ins Schlafzimmer zu Bücherregal Nr2. Hier begann ein ungutes Gefühl. Auch hier sprach ich mit den Büchern, Autoren, Seelen. Es entstanden leichte Angstzustände, die sich mit der unglaublichen Euphorie und Angstlosigkeit abwechselten. Ich fand ein Signalhorn oder so etwas, dass mein Freund mal für sein Boot gekauft hatte. Mein Freund hatte als Kind mal das Buch von Thor Heyerdahl gelesen und seitdem träumt er von Abenteuern auf hoher See, die dazu dienen Freiheit zu finden und baut kleine Segelbootkonstruktionen. Was der eine im Inneren sucht, sucht der andere im Außen. Nur als Erklärung warum bei uns ein Signalhorn im Schlafzimmer lag.

Es gab irgendeinen Gedanken der all meine mich selbst behinderten Konditionierungen bezüglich meiner Ausdrucksfähigkeit jetzt nochmal mittels einem Ritualakt auflösen sollte. Deshalb schrie ich durch den Trichter des Signalhorns und warf dass Horn mit Wucht auf den Boden. Mein Freund der über mir im Hochbett erschien und mich anmotzte, ob ich eigentlich spinne, verließ wütend dass Schlafzimmer, um im Wohnzimmer weiter zu schlafen. Ich realisierte, dass es mitten in der Nacht war und ihn geweckt hatte. Jedoch wachte ich nur kurz aus meinem Traum auf um gleich weiter zu träumen. Ich krabbelte ins Hochbett und saß dort im Dunkeln.

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RE: Ver-rückte Reise
#5
30.05.2023, 21:44 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 30.05.2023, 21:46 von ichbinmehr.)
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Teil 5

Ich saß im Bett und mein Denken wurde immer schneller. Mir kam der Gedanke an das verratene Krafttier und plötzlich befand ich mich in einer Diskussion mit irgendwelchen Schamanen. Sie spielten ein Art Spiel. Wer ein Krafttier verraten hat, muss sterben. Ich sehe innere Bilder viel deutlicher als sonst.

Ich hatte Todesangst. Ich redete mich raus, da ich ja kreativ und flexibel im Denken bin, wie der Konflikt anders zu lösen sei als zu sterben. Dieses Gespräch mit den Schamanen dauerte die ganze Nacht. Ich kann das unmöglich sprachlich wiedergeben. Es fand jedenfalls stundenlang ein inneres Gespräch statt, bei dem ich wieder erneut des Verrats angeklagt wurde. Es ging ständig um Verrat und Verrat muss bestraft werden. Sie sagten, man darf auch die Krafttiere der anderen nicht verraten. Ich sehe die Krafttiere einiger Menschen, die mir bekannt sind. Doch im Gespräch verrate ich sie alle aus versehen. Ich bin anscheint zu dumm zum Lügen. Ich bin ein Verräter ein Offenbarer.

Immer wieder verhandle ich um mein Leben. Ein anderer Schamane opfert sich. Es ist Tim alter Schulkamerad der kürzlich gestorben ist. Er bittet mich um etwas, das sich ihm versprechen musste. Ich sollte seiner Ex Freundin etwas von ihm sagen. Daran hielt ich mich später. Sie sagte Tim musste wegen wir sterben, weil ich ein Verräter bin. Viele Menschen tauchen unter den Schamanen auf, die ich aus verschieden Lebensbereichen kenne. Freunde, Nachbarn aus der Kindheit, Verwandte, Leute aus dem Klartraumforum. Wieder sind es ihre Seelen und nicht einzelne Menschen denen ich begegne. Alle stehen in einer telepathischen Verbindung mit mir. Ich erkläre den Schamanen dass ihr Spiel, „der Verräter muss sterben“ nur ein Konzept ist, und dann man das so gar nicht spielen muss. Man sollte immer überlegen, ob etwas Sinn macht. Ich denke an Byron Kathys – The Work. Und so versuche ich mich zu retten, indem ich ihnen erkläre, dass man Konzepte immer wieder kritisch hinterfragen sollte. Doch alle reden auf mich ein, und klagen mich an und machen mir Angst. Ich habe die ganze Nacht Todesangst. Ich zittere und klappere mit den Zähnen. Ich glaube ich habe damals auf der Körperebene Ängstigt losgelassen. Später fand ich eine Traumatheraoie Methode TRE die, genau mit diesem Zittern arbeitet.

Es dämmert. In der Morgendämmerung kann ich eine Schlange erkennen, die sich über meine Bettdecke schlängelt. Ich habe Angst vor Schlangen. Die Schlange ist ein Zeichen für die Kundalini. Ich hatte oft Schlangenträume, die erweiterte Zustände präkognitiv angekündigt haben. Ich habe eine wahnsinnige Angst vor dieser Schlange. Ich habe Todesangst. Ich versuche mich zu überwinden, sie anzufassen, bzw. es zuzulassen, dass sie mich berührt, aber die Angst ist zu groß.

Mein Freund kommt rein. Ich habe auch Angst vor ihm. Ich schreie ihn an, dass er verschwinden soll. Ich denke er will mich umbringen. Er geht wieder. Dann kommt er wieder und versucht wohl mit mir zu reden. Ich schreie ihn in Todesangst an: verschwinde. Alle Muskeln in mir drohen. Er bricht heulend auf dem Boden zusammen, weil ihn die Situation überfordert. Aber das ist mir im Moment egal. Ich hab einfach nur Todesangst.

Mein Freund hatte auch eine schwere psychische Krise, weil ihn die Situation mit mir total überfordert hat. Ich habe durch meinen Zustand bei ihm, Ängste vor Kontrollverlust, Ängste mich zu verlieren, angetriggert. Er musste das genauso aufarbeiten wie ich. Wir können da beide mittlerweile drüber lachen. Er konnte trotzdem nie ganz verstehen, was ich damals erlebt habe. 

Ich hatte meine Todesangst damals auf alles projiziert. Ich hätte in der Situation wohl jemanden gebraucht, der mich immer wieder auf mein Inneres verwiesen hätte, damit ich durch das Gefühl der Angst hätte hin durchgehen können. Kürzlich las ich in Timothey Leary Totenbuch, dass das Tibetische Totenbuch in der aufgearbeiteten verständlichen Sprache in der Psychiatrie in einer Dauerschleife abgespielt werden sollte. Ich fand die Idee, gar nicht mal so schlecht, denn aus spiritueller Perspektive bin ich damals in einem Bardo Zustand hängen geblieben, weil ich niemanden hatte, der mich durch den Prozess begleiten konnte. Aus psychologischer Sicht, war die Integration in die Ego Persönlichkeit richtig. Es war niemand da, der das verstand was mit mir passierte. Ich wusste von der Beschreibung von Christian Meyer von der Todesangst und dem inneren Abgrund durch den man durch muss, um zu erwachen, aber in meinem Zustand, hatte ich diese starken Emotionen auf das Außen projiziert, weil sie mich so überflutet haben. Ich habe nicht mal mehr erkannt, dass mein Freund mir nur helfen wollte. Ich habe einfach blind reagiert. Dadurch hatte ich allerdings die Chance meinen Überlebenstrieb zu beobachten.

Ich sehe all das Leid der Welt und erkenne, dass es eine unglaubliche Last ist, so bewusst zu sein und diese Last zu tragen. Man muss ja verdrängen, weil das kein Mensch aushält. Ich habe großen Respekt, welchem Leid sich bewusste Menschen aussetzten. Es ist kein Spaß das ganze Leid der Welt anzuschauen und dieses zu fühlen. Ich entscheide, dass ich das nicht tragen kann. Ich habe sehr viel Mitgefühl für andere Menschen. Ich muss an die Bodhisattva Haltung denken. Die anderen Anwesenden Seelen meinen ich könnte so ein Bodhisattva sein. Ich fühle mich bedroht dadurch diese Last tragen zu sollen und mit allem Mitgefühl zu haben. Ich habe sehr viel Mitgefühl für andere, aber nicht für mich selbst. Ich denke an die Buddha Statue auf dem Ritualbrett. In ihrer Hand liegt eine Glasmurmel, die ich mal auf einem Kindergartenseminar von J. dem Seminarleiter geschenkt bekommen habe. Jeder sollte über seine beste Eigenschaft etwas erzählen und ich nannte Empathie, welches ich dann symbolisch mit der Glasmurmel verband. Diese Glasmurmel hatte ich kürzlich in die Hände des Buddhas gelegt. Mitgefühl und Verstehen ist eigentlich das Gleiche. Das eine ist rational begründet und das andere betrifft das Fühlen. Ich identifiziere mich mit der Bodhisattva Idee und will sie gleichzeitig nicht, weil ich sie als zu große Verantwortung empfinde. Doch die anderen sagen ich sei auserwählt, was mir sehr große Angst macht. Es macht mir Angst, weil ich etwas wahrnehme, was ich noch nicht integriert habe. 

Wieder soll ich getötet werden. Ich sehe mich als schwarzes Wesen, welches am Herzchakra eine gold/gelbe Stelle hat. Es ist das schönste was ich habe, das Mitgefühl. Ich denke über Menschen nach, die im Wachleben sehr unbewusst sind, aber nachts viele Klarträume haben. Ich sehe die Kompensation, den Ausgleich. Ich sehe schwarz für die Nacht und Golden für die Erleuchtung. Alle Gedanken kreisen in Form von visuellen Bildern in einer unglaublichen Geschwindigkeit durch keinen Kopf. Ich sehe nur noch Farben und Bilder. Schnell. Sehr Schnell. So schnell dass ich das nicht mehr verarbeiten kann. Es sind Lichtblitze die mich überfluten, weil sie mit voller emotionaler Kraft alle Themen offenbaren.

Ich weiß nicht, wie ich mit diesem Konflikt umgehen soll, dass mein Freund mich umbringen möchte und ich ihm gleichzeitig nichts tun möchte. Ich weine verzweifelt und sage: Geh bitte weg. Ich habe angst vor dir. Ich höre wie er im Wohnzimmer mit dem Arzt telefoniert. Wieder kommen Angstwellen. Ich bitte Gott um Hilfe. Beim Wort Gott ploppen Konzepte von Gut und Böse und einem strafenden Gott auf. Das hatte ich 2015 schon Mal und ich war so sicher, dass mir das nie wieder passieren würde, aber nun passierte es wieder. Man kann im Ego ein Atheist sein, aber in diesen Zuständen wird man mit seinen Gottesvorstellungen konfrontiert. Alle kindlichen Vorstellungen die man längst abgelegt hatte, kommen wieder hoch. Wieder beginnt so ein Todeskampf Psychospiel in meinem Kopf. Diesmal nicht mit Schamanen sondern mit einem strafenden Gott, der mich töten will. Mit Gott diskutiere ich nochmal einige Stunden, in denen ich massive Todesangst habe, zittere, mit den Zähnen klappere. Ich bete, aus lauter Verzweiflung, weil mir nichts mehr einfällt.

Es geht um das Thema Täter/Opfer. Töten und Sterben. Entweder soll ich getötet werden, oder jemand anderes töten. Entwerter tötet mich mein Freund oder ich muss ihn töten. Und keins von beidem kann ich akzeptieren. Vor allem werde ich nicht töten, auch nicht wenn ich Todesangst habe. Ich weiß nicht mehr woran ich mich orientieren soll. Ich entscheide mich für eine dritte Möglichkeit. Den Frieden. Meine innere Stimme ist für Frieden. Das wird von Gott jedoch nicht akzeptiert. Ich wähle dass das geschehen soll, was zu Frieden führt. Ich bin so verzweifel, dass ich meinetwegen sterbe, wenn ich dann endlich Frieden habe und dieser Alptraum aufhört. Ich kann nicht mehr. Ich bin völlig erschöpft. Ich rufe meinem Freund zu, dass das Sushi Messer in der Küchenschublade ist. Ich sage ihm damit, dass er mich damit töten kann. Ich werde mich nicht wehren. Ich lege mich auf den Bauch und erwarte, dass er kommt und mich mit dem Sushi Messer von hinten ersticht. Aber es kommt keiner.

Ich spüre weiterhin Todesangst und die Story springt wieder auf die visionäre Ebene um. Jetzt wird Gott mich töten. Ich entscheide jetzt zu sterben. Ich sterbe aus lauter Verzweiflung über diese Situation. Ich spüre Angst im Rücken. Ich fühle sie. Ich sehe vor meinem inneren Auge eine Person ElMagico der mich mit meinem Sushi Messer umbringt. Ich wundere dass es Elmagico ist. Ich lasse mich von ihm töten. Er sticht mich mit dem Messer in den Rücken. Ich sterbe. Ich falle durchs Bett und habe eine kurze Astralreise. Ich registriere, dass die Astralwelt hinter der Idee von Tod wartet bzw. sehe ich die Astralwelt als eine Möglichkeit an, die bei mir hinter dem Tod wartet, weil es auch nur eine weitere illusionäre Realität ist. Ich weiß jetzt es gibt keinen Tod. Was auch immer passiert, das Bewusstsein existiert weiter. Meine Angst beruhigt sich. Dann greift Gitt nach mir und packt mich um mich hochzuziehen. Er legt seine Hand auf die Wunde im Rücken. Die Angst die mich seit Stunden ergriffen hatte, schwindet schnell und alles ist von Liebe erfüllt. Ich lebe wieder. Ich realisiere dass ich gestorben und wieder auferstanden bin.

Alle meine sozialen Ängste sind mit einem Mal weggeblasen. Ich setze mich auf und meditiere im Bett. Es ist als ob mich jemand begleitet. Jemand hilft mir. Eine innere Yoga Lehrerin setzt mich gerade hin. Ich meditiere meistens im liegen in Shavasana und habe mir keine ordentliche sitzende Meditationshaltung angewöhnt. Wenn ich sitze, lehne ich mich an. Jetzt ist jemand bei mir, der mich in meiner Haltung korrigiert. Ich fühle mich sehr still und erhaben. Ich werde nach innen geführt. Doch dann traue ich mich nicht, mich ganz fallen zu lassen. Ich denke dass muss ja nicht jetzt sein.

Ein innerer Schamane zeigt mir wie ich meine Angst weg atme. Ich blase schwarzen Rauch aus Angst aus den Lungen heraus. Ich folge seinen Anweisungen. Gleichzeitig werde ich von einer höheren Ebene mit heftigem Lachen konditioniert, so dass sich mein emotionaler Zustand der die ganze Nacht aus Todesängsten bestand, relativ schnell wieder in eine positive Richtung verändert. Meine Angstzustände gehen zurück.

Ich gelange in den Raum aller Möglichkeiten und sehe die Erleuchtung. Ich bin Erleuchtet. Ich bin frei. Ich entscheide nicht mehr arbeiten zu gehen und meinen Traum in Freiheit fortzuführen.

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RE: Ver-rückte Reise
#6
30.05.2023, 22:43 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 30.05.2023, 22:44 von ichbinmehr.)
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Teil 6

Mein Freund kommt rein weil er mir sagt, dass wir jetzt zum Arzt müssen. Ich will eigentlich nur Ruhe. Aber er drängt mich dazu. Ich brauche eine Krankmeldung sagt er. Mir ist so etwas gerade völlig egal. Es ist mir egal, wenn ich gekündigt werde. Ich sage ich weiß gar nicht ob ich jetzt nochmal zur Arbeit möchte und lache mich darüber kaputt, weil meine Zukunftsangst komplett weg ist. Es ist für mich, als ob ein neues Leben begonnen hat.

Doch mein Freund will davon nichts wissen und drängt mich, ich soll mich anziehen und mit ihm kommen. Ich fühle mich sehr gestört, weil ich einfach nur da sitzen möchte und wahrnehmen möchte was jetzt da ist, in mir. Da ist diese Verletzlichkeit und Sanftheit. Innerer Frieden. Ich möchte jetzt Zeit haben, dass in Ruhe zu fühlen und zu vertiefen. Aber er lässt mir keine Chance. Na gut dann gehen wir halt zu Arzt, das ist ja auch egal denke ich.

Mein Freund hat ein naturwissenschaftliches Weltbild und interessiert sich nicht für Spiritualität oder andere Realitäten. Ich habe immer versucht ihn ein bisschen über meine Interessen zu informieren, damit wir uns nicht so sehr von einander entfremden. So habe ich ihm Bücher über das Klarträumen, Astralreisen oder Spiritualität gegeben. Wie ich feststellen musst, hat er mir nicht  zugehört.

Wir haben auf einer Autofahrt nach Italien, das Hörbuch von Eckart Tolle - Jetzt die Kraft der Gegenwart gehört. Ich dachte ich könnte ihm so einen Zugang zu meinem Interesse und einen Anknüpfungspunkt für ein Gespräch schaffen. In seinem Buch erzählt Eckart, dass er monatelang auf einer Parkbank gesessen hat. Über diese Geschichten, habe ich versucht ihn auf das Problem aufmerksam zu machen, dass ich in dem Fall dass ich Erwache vielleicht Hilfe benötige, aber keinen Arzt und keine Psychiatrie. Nach meiner letzten sprituellen Krise habe ich mich mich ein wenig im Internet informiert und festgestellt, eigentlich gibt es kaum Hilfe in unserem Kulturkreis. Und daraus ist dann so ein scherzhafter running Gag zwischen uns entstanden, ob mein Freund mich füttert wenn ich irgendwann grinsend und verstrahlt auf einer Parkbank sitze. Und er sagte immer Ja. Er musste mir das versprechen. Er tat es, aber er verstand es gar nicht.

Als wir an diesem Tag aus der Wohnung gehen, sehe ich die Bank die vor unserem Haus steht. Ich erkenne sie sofort. Es ist Eckart Tolles Parkbank und ich will auf ihr sitzen. Einfach in ruhe sitzen. Ich will jetzt nicht zum Arzt. Ich will auf der Bank sitzen. Ich ging davon aus, dass mein Freund versteht was ich meine, aber er hatte nichts verstanden. Er war wie in einem Wahn. Es war mit ihm gar nicht zu reden. Durch seine eigene Überforderung mit der Situation, hatte er irgendwie total dicht gemacht. Wenn Frank Angst hat, wird er zwanghaft und was ich auch tat, er hat mich da nicht sitzen lassen. Er schliff mich gegen meinen Willen zu Arzt.

Ich wollte meinem Freund gerade den Witz des Momentes erklären, das da jetzt meine Bank stand, als er mich weiter Richtung Auto zog. Er hielt mich an der Hand. Ich zog in Richtung Bank und versuchte zu erklären, dass das DIE Bank ist, von der ich immer geredet habe, die Bank die ich erreiche muss und ich mich jetzt da hin setzten muss. Es entstand sogar ein kleiner Streit, weil ich jetzt auf der Bank sitzen wollte. Er lies mir aber keine Chance. Ich zog mich Richtung Auto. Er war stärker. Ich kenne das sonst nicht, dass ich mein Freund derart gegen mich durchsetzt. Er ist sonst sogar sehr tolerant und lässt mich alles machen, aber er war wie vom Wahn befallen, mich zum Arzt bringen zu müssen. Ich dachte na gut, gehen wir erst zum Arzt, dann sitze ich halt später auf der Bank.

Als ich beim Arzt aus dem Auto steige, grüße ich alle Leute auf der Straße. Die älteren Leute freuen sich. Ihr müsst wissen, dass ich vor diesem Ausbruch immer schüchtern gewesen. Ich verhielt mich also gar nicht wie Steffi. Vieler der Persönlichkeitsanteile, die mich ausmachen, scheinen abhanden gekommen zu sein.
Ich hatte immer Angst vor Ärzten, da sie mir oft nicht angemessen bei meiner langjährigen Krankheit helfen konnten und ich dennoch von ihnen abhängig war. Jeder Arztbesuch war für mich immer eine Qual, und jede Krankheit konfrontierte mich erneut mit dieser Problematik. Ich habe zweimal erlebt, dass ich aufgrund meiner Krankheit von einem anderen Arzt abgewiesen wurde, und das hat mich zutiefst verzweifelt gemacht. Meine Versuche, den Ärzten meine psychische Überforderung am Arbeitsplatz zu vermitteln, waren immer gescheitert. Ich hatte einmal eine äußerst demütigende Erfahrung gemacht, als er mich durch seine autoritäre Rolle zum Schweigen brachte, als ich von meiner guten Erfahrung bei einer Homöopathin erzählt hatte. Aber er war eben der falsche Arzt für einen Menschen mit Entwicklungstraumatisierung, der ein anderes Leben brauchte. Daher gab es einen Konflikt zwischen uns, der durch die kommende Szene aufgelöst wurde. Jetzt war ich jedoch in einem völlig anderen Bewusstseinszustand und nicht mehr ohnmächtig ausgeliefert.

Im Wartezimmer des Arztes konnte ich alle Menschen an Hand ihrer Körpersprache lesen. Ich dachte ob sich mein NLP Wissen und die Öffnung zum Unbewussten miteinander verbunden hat, als ob ich auf alles was ich jemals kognitiv gelernt hatte, Zugriff hätte. Ich war plötzlich ein Experte in Körpersprache. Das Universum erzählte mir über die Körper der anderen Menschen Geschichten.

Gleichzeitig dachte ich auch, es könnte ja sein, dass ich in einer Computer Simulation lebe und die andere Patienten im Wartezimmer versuchen gerade mit ihrer Körpersprache irgendwas in mir zu programmieren. Ich beobachte, wie sie mich programmieren. Sie wollen meine Bewusstheit löschen, aber ich kriege ihr Körpersprache immer noch mit. Ich denke ob Chris Mulzer (der NLP Trainer) von dem ich viele der Programmierer des Holodecks ist? Was wenn ich in einem Computerprogramm lebe? Wenn alles eine digitale Simulation ist, dann gibt einen Programmierer, so wie in Matrix und das ist eine Gedanke der mir Angst macht und den ich deshalb als einengend und unvorteilhaft empfinde. Damals hatte ich meine Schattenarbeit noch nicht gemacht. Heute weiß ich, dass ich der Programmierer bin. Wer seinen Schatten noch nicht sehen kann, spaltet einen Teil seiner Psyche ab und dass führt dann zu Verfolgungswahn.

Eigentlich denke ich, ich bin die Matrix. Eigentlich hatte ich dieses schon für mich geklärt, das sich mich an meiner Idee von Freiheit orientieren möchte und nicht mit einengenden Gedanken einsperre. Steffis konstruktives flexibles Weltbild scheint in diesem Zustand irgendwie abhanden gekommen sein. Alle Weltbilder haben plötzlich die gleiche Macht über mich, denn es gibt keine Wahrheit mehr. Ich verliere mich  in Weltbildern und merke es nicht.

Später habe ich erkannt, dass das Fehlen von Selbstliebe das Hauptproblem war. Wenn man keine Wahrheit mehr hat, kann man sich nur noch an seiner Liebe orientieren. Im Zustand der Erleuchtung gibt es keine Orientierung mehr, kein Leitmotiv. Es gibt nur noch Freiheit. Daa Problem war, dass ich zu diesem Zeitpunkt mein Ego noch gar nicht zu Ende entwickelt hatte, weil ich ja schwer entwicklungstraumatisiert war. Ich hatte in meinem alten Ego keinen Selbstschutz und keine Selbstliebe erlernt und konnte mich deshalb nicht in der Freiheit orientieren. Deshalb habe ich mich in der Freiheit aller Möglichkeiten, immer wieder verloren. Wenn man sich selbst liebt, passiert das nicht mehr. Dann kann man auch ohne Wahrheit leben.

Wir sind werden aufgerufen. Ich umarme die Sprechstundenhilfe und sage ihr dass ich sie immer schon so nett fand und ihr das einfach mal sagen wollte. In Meinem Ego bin ich fremden Menschen gegenüber distanziert. Oft finde ich Menschen nett, aber ich traue mich nicht, das zu zeigen. Im Behandlungsraum entwende ich dem Arzt seine Post-it- Zettel-Packung, und male mit einem Kugelschreiber Herzchen auf. In mir ist immer noch eine Haltung von Frieden, die ich mit allen Menschen teilen möchte. Ich klebe ein Post-it-Zettel mit Herzchen auf den Schreibtisch.

Der Arzt kommt rein. Mein Freund übernimmt direkt das Wort und versucht zu erklären, dass ich mich merkwürdig verhalte. Der Arzt findet mein Post it Herzchen und fragt was ist das? Ich sage das ist ein Herz. Es steht für Liebe und Frieden. Ich wollte mal was verrücktes tun. Ich versuche ihm auf eine Art, die er vielleicht versteht, zu erklären was mit mir los ist, und beginne mit. Sie sind doch als Arzt Wissenschaftler. Und es gibt ja auch Geisteswissenschaft, Psychologie, Freud, Unbewusstes, Öffnung zum Unbewussten. Mit seinem Bart sieht er Freud ähnlich. Dann hat er noch so Edel Steine im Schrank stehen, ich sage dass ist ein schwarzer Turmalin. Man kann auch glauben, dass Steine eine besondere Kraft haben. Aber ihm ist meine Erklärung, die um tausend Ecken geht, und zur mystischen Selbsterkenntnis führen sollte, wohl zu langatmig. Ich merke ich kann nicht ausdrücken, was ich brauche, weil er ein anderes Weltbild hat, welches mit mystischen Zuständen und spirituellen Krisen wohl nichts anzufangen weiß.

Mein Freund mischt sich wieder ein und die beiden reden über mein Verhalten, welches als Psychose pathologisiert wird. Die Diagnose Psychose war mir vorher schon klar, auch wenn ich sie nicht teile, denn für mich ist es eine sprituelle Krise. Aber auf mich hört ja hier keiner. Ich klebe seine Fensterscheibe voller Post-It. Zettel. Er fragt mich was ich da mache. Ich sage: Wissen Sie ich war mein ganzes Leben lang angepasst. Ich sagte ihm, dass ich auch immer Angst vor ihm hatte. Er fragt warum? Ich versuche das mit der Kindheitskonditionierung zu erklären. Ich hatte immer Angst aufzufallen. Und jetzt möchte ich einmal etwas ganz verrücktes tun. Emotional bin ich euprhorisch. Ich drehte mich, um und klebte weiter Post- It- an die Fenster Scheibe.

Dann setzte ich mich noch in seinen Chefsessel. Ich habe ihn enttront. Ich habe die Macht. Ich war auf seiner Seite des Schreibtisches und er stand davor.

Naja seine Diagnose war eine Psychose mit Überweisung in die Psychiatrie. Als wir gingen, bedankte ich mich noch bei seinem Sohn, weil ich dachte, er wüsste über meinen Zustand Bescheid und ich sagte ihm, wie nett ich ihn finde oder so. Sein Sohn hat mir einige Jahre später die Sachen für den Rentenkasse unterschrieben.
 
Wir fuhren in die Psychiatrie. An einer Ampel realisiere ich, dass ich da nicht hin möchte und springe in Panik fast aus dem fahrenden Auto, weil mein Freund wie von einem Wahn besessen, mich dort hin bringen will. Ich bitte ihn, dass wir wenigstens kurz anhalten und uns hinsetzten und in Ruhe darüber reden. Aber er hält nicht an. Ich werde nicht gefragt, wie ich das Ganze sehe. Es wird alles über meinen Kopf hinweg entschieden, so wie in meiner Kindheit. Das Trauma reinziniert sich, aber damals verstand ich das gar nicht.

Ich spüre ein sehr starkes Bedürfnis mit meinem Po auf dem Fußboden zu sitzen und mich zu erden. Aber ich darf nicht, weil ich immer weiter gezogen werden. Alles was mir gut tut, wird mir versagt. Ich habe Angst vor der Psychiatrie, weil mir von meiner Mutter immer suggeriert wurde, dass man im Himmels Willen nicht verrückt sein darf. Ich denke meine Eltern sind durch die NS Zeit noch stark geprägt und gehören noch zu der Generation, die Angst vor psychischen Störungen hat, denn damals war das ja sehr gefährlich nicht normal zu sein.

Ich gab meinem Freund mein Handy, weil ich von der Technik reizüberflutet war und Tom ein Alien war mit dem ich nicht umzugehen wusste. Außer im Internet kenne ich in meinem Leben keine Menschen, die sich mit Bewusstseinseinerforschung interessieren. Ich setze noch einen letzten Hilfe Ruf ab, und schreibe irgenetwas in Klartraumforum, weil ich denke dort sind vielleicht Menschen die mich verstehen. In meiner physischen Welt kenne ich keinen einzigen Menschen der ein Bewusstsein für Spiritualität hat. Ich bin von "Bauern" umgeben, die ein ganz anderes Mem haben. Auch hier habe ich mir meine Kindheitstraumatsisierung nocheinmal reinziniert. Ich habe nie Menschen erlebt, die mich verstanden haben. Ich gebe das handy ab. Alle die ich fragen könnte waren, jetzt nicht mehr verfügbar.

Ich bin später weiterhin zu diesem Arzt gegangen, dessen Kinder die Praxis übernommen haben. Ich habe mich dieser peinlichen Situation gestellt. Einmal musste ich noch zum Senoir Dr. bevor ich dann bei den Kindern in Behandlung war. Ich habe mich einfach für mein Verhalten entschuldigt, um die Peinlichkeit zu durchbrechen. Er hat keine große Sache draus gemacht und hat das eh nicht verstanden, dass ich ich ihn an diesem Tag symbolisch enttront hatte. Seitdem bin ich mein eigener Heiler. Ich lebe damit, dass die Welt auf mich schaut, als sei ich ein Psycho und dass sie die meisten Menschen verstehen werden, was ich erfahren habe. Dass sie nie verstehen, welcher Wert in so eine Erfahrung liegt.

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RE: Ver-rückte Reise
#7
30.05.2023, 23:11
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Teil 7

Ich realisiere, dass ich nichts dagegen tun kann und mein Freund nicht davon abzubringen ist, mich die Psychiatrie zu fahren, also versuche ich die Situation anzunehmen. Mir bleibt ja gar nichts übrig. Wir parken bei strahlendem Sonnenschein auf den Klinikgelände. Ich überlege wieder ob ich in einer simulierten Welt lebe, wie in einem Holodeck bei Star Trek. Ich denke dass ich nie wieder Angst haben muss. Ich merke wie alle Angst von mir abfällt und nur eine unglaubliche grundlose Freude übrigbleibt. Es gab niemals eine Gefahr und ich erkläre mir das über die Holodeck Idee. Die anderen Menschen die noch unbewusst sind, spüren diese Lebensangst. Doch auch sie sind nicht in Gefahr. Ihre Angst und meine Angst war immer eine Illusion.

An dieser Stelle kann ich im Nachhinein wieder gut erkennen, dass sich da die Erkenntnis von Angstlosigkeit und absoluter Sicherheit mit psychotischen Erklärungsversuchen mischen. Und das beobachte ich in vielen Situationen. Da gibt es einerseits wünschenswerte spirituelle Erkenntnisse und dann wieder Vermischungen mit obskuren Erklärungsmodellen und Projektionen auf das Außen. Und das ist das Problem. Ich weiß nicht mehr was wahr ist.

Ich steige aus dem Auto und habe das Gefühl, als schwebe ich über den Boden und all meine Chakren sind auf. Es gibt hier viel Natur. Es gefällt mir hier. Ich spüre die Lebendigkeit der Natur. So eine Schönheit. Am liebsten würde ich hier Draußen bleiben, aber ich werde an der Hand meines Freundes weiter gezogen. Wie ein Kind, dass an der Hand von der Mutter gezogen wird, während das Kind überall interessante Dinge sieht und anhalten möchte. Diese Empfindung zieht sich durch die gesamte Erfahrung. Ich wollte sitzen.
Ich fühle mich mit allem verbunden. Alle Menschen denen ich begegne scheinen mich anzuschauen und anzulächeln. Ich habe das Gefühl, als wissen sie was mir mir los ist. Ich verschmelze mit dem Blick der Menschen. Ich entspanne mich und denke mir: Ich lasse da jetzt nur abchecken, dass alles ok ist. Ich hoffe sie geben mir Tipps für meine spirituelle Krise und stelle mir vor, dass sie ne Gruppe für Erwachte haben, die sie in der schwierigen Phase betreuen. Vielleicht muss man ja auch nur unterschreiben, dass es einem gut geht und dann darf ich wieder nach Hause. Ich vertraue dem Prozess.

Wir sitzen im Warteraum und gehen dann zu einem Mann ins Büro. Ich schmeiße ein paar Dinge durcheinander, weil mir der Mann so bekannt vorkommt. Ich sage ihm das und frage ihn ob er S. ist. Ich denke mir dass er eine Kontrolle über das Holodeck hat. Ich sehe hinter ihm, in einer offene Bürotür einen Mann an einem PC sitzen und schreiben und denke, dass ist der Programmierer des Holodecks. Ich meine Cris zu erkennen, der mich jahrelang programmiert hat. Plötzlich ich NLP für gefährlich. Der Mann stellt mir Fragen, die mich total verwirren. Er geht überhaupt nicht auf das ein, was ich ihm sage. Ich sage ihm, dass ich eine spirituelle Krise habe und jemanden brauche der mir durch meine Angst hindurch hilft.

Dann habe ich einen Filmriss. Die Stelle muss ich mir von meinem Freund später erzählen lassen. Ich habe die Erinnerung, dass mir gegen meinen Willen eine weiße Schmelztablette in den Mund geschoben wird. Mein Freund sagte sie hätten mich mit mehreren überredet. Wie auch immer ich empfand es als übergriffig, denn ich sagte mehrfach, dass ich keine Medikamente möchte. Ich versuchte zu erklären dass ich jemanden brauche, der mit beim integrieren des Zustandes hilft. Der Mann hatte gar nicht auf das reagiert was ich gesagt habe.

Dann sagten sie, dass mein Freund jetzt gehtund ich hier bleiben muss. Und da ist in mir so etwas angesprungen wie, Moment mal davon war nie die Rede! Ich wehre mich. Ich bin in Panik geraten und gegangen. Ich habe Angst vor diesen Leuten, die mir gar nicht zuhören, was ich ihnen erzähle.
Dann erinnere ich mich an eine Szene auf dem Parkplatz. Ich streite mit meinem Freund.

Ich bin sehr enttäuscht, dass er mich hier hin bringt und mir einfach nicht zuhört. Hat er mir denn nie zugehört, dass die Psychiatrie nicht der richtige Ort dafür ist? Ich habe ihm doch von Eckart Tolles Bank erzählt und dass Menschen die spirituelle Krisen erben, eine Schutzraum brauchen. Die haben doch keine Ahnung was mit mir los ist. Ich will diesen Zustand nicht mit Medikamenten unterdrücken. Manche Menschen suchen ihr Leben lang nach dem was ich gefunden habe. Ich habe ein ganz grundsätzliches Problem damit, dass Meine Erfolge mit abgesprochen werden. Das begann schon in der Kindheit, dass meine Mutter alle meine Erfolge ins Gegenteil verdreht hat. Diese Sitaution war eine Reinzinierung dessen.

Mein Freund geht überhaupt nicht auf mich ein. Ich empfinde ihn als Bedrohung. Ich schreie ihn an. Ich halte einen physischen Abstand zu ihm, so sehr bin ich auf Distanz. Solche Angst habe ich vor ihm, weil er mich gar nicht hört. Er hört nicht dass ich Erleuchtung suche und sie gefunden habe und macht aus meinem Zustand etwas, was es nicht ist. Ich wollte doch nur nicht mehr arbeiten. Ich habe Angst vor ihm. Er hat mich verraten.

Er fuchtelt immer mit seinem Autoschlüssel und einer Taschenlampe vor mir rum was ich bedrohlich finde. Er wirkt total verändert. Ich schmeiße seine Taschenlampe auf den Fußboden, weil ich darin eine Gefahr sehe, die irgendwas mit der Holodeck /Technik Welt -Idee in meinem Kopf zu tun haben könnte. Gleichzeitig weiß ich wie verrückt das ist. Ich muss mich beschützen.

Seinen Audioschlüssel zerstöre ich dann doch nicht, weil ich denke, er muss ja irgendwie nach Hause kommen. Mein Freund ist auch total überfordert und das hält ihn in so einem Zustand, indem er mir gar nicht mehr zuhört. Als würde er aus seiner Angst um mich, heraus reagieren und in einer Trance sein, in der man nicht mit ihm reden konnte. Ich weiß nicht, wer hier die Psychose hat.

Ich gehe und überquere ein Hauptstraße. Mein Freund läuft hinter mir her. Ich gehe in eine Seitenstraße und auf ein Feld. Ich sehe wie mein Freund in Entfernung stehen bleibt und telefoniert. Ich bin wieder in der Natur. Ich sehe einen Greifvogel über mir, der mir wie ein Freund vorkommt. Kurze Zeit später schneidet mir die Polizei am anderen Ende des Feldes den Weg ab.

Zwei Männer und ein Frau in Unifom und mit Waffen am Halfter kommen immer näher auf mich zu. Ich habe Angst vor ihnen und gleichzeitig widersetze ich mich ihrer Bitte sie zu begleiten. Ich merke aber, dass ich gegen die drei keine Chance habe. Ich muss an eine Geschichte von Hans Söllner denken, in der er Polizisten veralbert und sich sich ihnen widersetzt.

Ich hatte immer so ein Sympathie für die Rolle des Rebellen, die ich vermutlich hauptsächlich mit Musik ausgedrückt habe, weil ich mir selbst so etwas nicht zugestanden habe. Meine sozialen Ängste und die Angst vor Strafe waren zu groß, um mich Autoritäten zu widersetzten. Es mischen sich immer wieder Zustände von totaler Angstlosigkeit, besonders im Bezug auf soziale Ängste, die einfach weggefallen sind und die ich sonst immer sehr stark hatte und willkürliche Angstgefühle, für die ich meist wirre Geschichten als Ursache erfunden habe.

Das wegfallen der sozialen Angst ermöglicht es mir nun meine inneren Rebellen, der immer eine Form des gewaltlosen Widerstandes wählt, zu zeigen. So fange ich mit den Polizisten eine philosophische Diskussion über Freiheit an und beginne damit, wie ich absolut authentisch meine Angst beschreibe, wie man sich fühlt wenn drei bewaffnete uniformierte Menschen auf einen zukommen und in seiner Freiheit behindern. Dabei wollte ich dich nur nicht mehr arbeiten. Sie sagen mein Freund hätte gemeint, ich hätte mich selbst gefährdet, weil ich angeblich beim überqueren der Straße nicht nach links und rechts geguckt hätte. Ich merke wie meine offene Ansprache über meine Angst sie besänftigt und scheinbar etwas in ihnen berührt, doch letztlich komme ich nicht daran vorbei, mit ihnen ins Auto zu steigen. Sie gehen in der Diskussion nicht auf meine Aussage ein. Bei den Polizisten kam mir einer davon wieder so bekannt vor, dass ich dachte ich kenne ihn aus einem frühen Leben oder er sei ein Verwandter. Das erzähle ich ihm, doch das machte die Sache natürlich nicht besser. Als ich ins Auto steige, akzeptiere es einfach.

Ich bin erstaunlicherweise wieder Angstlos. Ich akzeptiere erstaunlich schnell eine neue Situation. Das Akzeptieren scheint die Lösung zu sein. Sie bringen mich wieder zu Klinik. Ich bettle dort jeden um Hilfe an, denn ich werde hier gegen meinen Willen festgehalten. Aber keiner reagiert. Dann dreht sich alles. Ich komme in einen Aufenthaltsraum und mein Leben rast an mir vorbei. Das kann man sich in etwa so vorstellen, wie die buddhistischen Beschreibungen der Bardos und Ablenkungen die man durchqueren muss. Ich sah Menschen aus meiner Vergangenheit an mir vorbei gehen sehe. Ich sehe eine Kinderzimmertür, die mich an mein Kinderzimmer erinnert. Ich denke dort ist jemand verbrannt. Ich denke, bin ich gestorben? Es wirkt wie ein dunkles Geheimnis, welches man besser nicht lüftet. Oder hatte ich mal eine Bruder? Ein Kind ist in diesem Kinderzimmer zu schaden gekommen. Nur wer? Ich weiß nicht was wahr ist? Das war natürlich ich, aber ich wusste zu dem Zeitpunkt noch nichts über meine schwere Traumatisierung. Das war alles noch unbewusst und so konnte ich das Bild nicht zu ordnen. Es entstehen starke Todesagstgefühle, die ich auf Personen projiziere. Ich zeige auf sie und schreie da ist er und so weiter. Es kommt irgendwer vom Personal und schaut sich das an. Viele Leute starren mich an. Ich suche den Täter.

Dann sehe ich meinen Freund nochmal und muss mich von ihm verabschieden. Er hat mir Kleidung gebracht. Ich finde mich mit der Situation ab. Ich habe noch ein Gespräch mit einer Psychiaterin, die mir Tabletten anbietet und mich dazu drängt, dass ich mich selbst einweise. Beides lehne ich ab. Ich unterschreibe etwas, dass ich freiwillig hier bin und jederzeit gehen kann. Das andere unterschreibe ich nicht. Ich fühle mich von ihr bedroht und wenn ich meine sozialen Ängste noch gehabt hätte, hätte sie mich vielleicht durch ihre Bedrängung dazu genötigt, das zu unterschreiben. Dinge gegen den eigene Willen zu unterschieben, da geht bei mir auch gerade ein aktuelles Thema auf. Genötigt werden.

Aber ich habe mich widersetzt. Ich habe ja auch einen Freund der eine drogeninduzierten Psychose hatte. Dessen Geschichten von der Psychiatrie, hat mich gewarnt und vor Fehlern beschützt. Ich bin ihm sehr dankbar. Ich habe die ganze Zeit erwartet, dass es da einen Psychologen gibt, mit dem ich ein Gespräch über meine Überforderung und meine Ängste führen kann. Aber in den zwei Tagen, in denen ich in der Psychiatrie war, gab es keinen Angestellten, der mit mir hinsichtlich meiner Probleme gesprochen hat. Es gab täglich eine erneute Bedrängung Medikamente einzunehmen und die Selbsteinweisung zu unterschreiben. Ich merke gerade wie beim Aufschreiben Wut hochkommt, über das Medizinisch / Psychiatrische System. Dass die Psychiatrie so schlimm ist, habe ich nicht erwartet.

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RE: Ver-rückte Reise
#8
30.05.2023, 23:54
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Teil 8

Ich finde mich mit der Situation ab und bin immer noch im Zustand der grundlosen Freude und sozialen Angstlosigkeit, während zwischendurch immer wieder grundlose Ängste (Todesangst) auftreten, die ich auf die aktuelle Situation im Außen projiziere. Wer grade zufällig neben mir steht, den beschuldige ich mich umbringen zu wollen.

Zu Hause hatte ich eine Begegnung mit meinem inneren Schamanen namens Faith. Er hat mir gezeigt wie man Angst weg atmet. So atmete ich viel mit der gelernten Methode, die daraus besteht, dass man sich vorstellt, dass beim Ausatmen ein schwarzer Rauch aus dem Mund kommt, der die Angst aus dem Körper leitet. Es erinnert etwas an die Lippenbremse, die man bei Asthma anwendet. Mein Asthma, welches ich durch Mediation komplett geheilt habe,  war eine Mischung aus unterdrückter Angst und Wut.

Es gibt einen Raucherraum, der komplett schwarz gestrichen ist. Dieser Raum wird von den anderen Bewohnern stark frequentiert. Ich gehe oft mit ihnen in den Raum und während sie rauchen, atme ich dort die Angst weg. Ich denke die rauchen auch nur, weil sie ihre Emotionen auf die Art weg atmen. Mit einigen komme ich ins Gespräch und ich gerate wieder in meine Helferrolle, bei der ich stark werde, um andere zu beschützten. Ich bin tief traurig, darüber, dass die Leute hier den ganzen Tag in diesem schwarzen Raum hocken und rauchen und dass es niemanden vom Personal gibt, der sich um die Menschen kümmert. Es gibt keine Aufgaben hier in der Psychiatrie, keine Tagesstruktur und nichts woran man sich orientieren kann. Es macht mich wütend, wie sinnlos das alles ist. Man muss psychotischen Menschen doch eine Tagesstruktur anbieten, damit sie sich erden können. Sie brauchen eine Sinn, der sie ins Leben zurück bringt.

Mich zieht der schwarze Raum an, weil es der einzige Raum ist, indem ein Fenster geöffnet ist. Es ist allerdings vergittert. Aber so kann ich wenigsten raus in die Natur schauen, mit der ich mich gerade so verbunden fühle. Noch nie fühlte ich mich so verbunden mit der Natur, und dann bin ich hier eingesperrt. Ich habe so etwas wie eine Sinnfindung in meiner visuelle Repräsentation, so dass ich überall Muster und Formen erkenne. In einem Baum zeigen sich verschiedene Krafttiere, die mir Trost spenden.

Ein andere Mitbewohner macht mich ständig auf die „Zauberwelt“ aufmerksam, denn er sieht auch andere Realitäten. Er kann mit seinen mentalen Kräften die Fische im Aquarium steuern. Er lässt einen Fisch sterben, um ihn dann wieder lebendig zumachen. Ich weiß im Nachhinein nicht, ob das Halluzinationen wahren oder ob ich das echt erlebt habe. Wir saßen jedenfalls zu dritt vor dem Aquarium und alle haben das selbe gesehen, denn wir haben uns darüber unterhalten, wie der Fisch gestorben ist um wieder zu neuem Leben erweckt zu werden. Das beobachten des Aquariums aktiviert mein Stirnchakra, so dass ich da einen Laserstrahl wahrnehme. Heute verstehe ich, dass das die aktive – männliche Seite meines Stirn Chakra ist, welches Realität kreiert.

Jegliches Licht, vor allem Mondlicht verstärkt diese Empfindung am Stirn Chakra. So wird das ganze natürlich noch verrückter, weil ich mich an diesem Bewohner orientiere. Die einige Orientierung die ich dort hatte, waren die anderen Irren, wie wie ich vermute auch ein offenes herz hatten. Er zeigt mir immer so komische Bewegungsabläufe die an QiGong erinnern und fragt mich ob ich mich daran erinnere. Er kommt mir vor wie ein Freund aus Kindertagen.

Er schmuggelt Salz und verstreut es überall. Ich habe geglaubt, es hat hat mit der weißen Farbe des Salzes, dem Frieden zu tun. Alle kippen da ständig überall Salz hin und stellen weiße Tassen auf den schwarzen Fußboden. Auch beim Essen werden ständig Farben gemischt, denn einen logischen Sinn macht das nicht, was die Bewohner spielen. Es gibt hier aber auch keine andere Beschäftigung.  Ich beobachte das alles mit Entsetzten, wie wenig Betreuung die Menschen hier bekommen und spiele gleichzeitig mit. Daraus entwickelt sich dann die Idee, dass Weiß die Farbe von Frieden ist und Schwarz die Farbe des Unbewussten. Den Quatsch mit den Farben habe ich zwar schon vorher irgendwie geglaubt, aber durch diese Psychospiele die hier alle spielen, haben das nochmal verstärkt.

Andere machen hier auch merkwürdige Sachen. Einer der mich an El Magico erinnert, läuft schwarz gekleidet wie ein Ninja durch den Flur, schlägt Purzelbäume und bleibt dann wie eine Staue stehen und hält anderen Bewohnern, Geld oder Zigaretten hin, als ob hier heimlich damit gehandelt wird, wie in Gefängnisfilmen. Drei mal gebe ich ihm Zigarren und Geld zurück. Reden will er mit mir nicht.

Es gibt einen muslimischen Prediger, der mit einem Koran rumläuft und den ganzen Tag von Allah redet. Ich will ihm immer die Hand geben und ihm Frieden wünschen, aber er darf mir aus religiösen Gründen nicht die Hand reichen. Als er einmal Besuch hat, gebe ich seiner Schwester die Hand und wünsche ihr Frieden und die gibt ihm dann den Frieden weiter. So konnte er es annehmen.

Zu Hause dachte ich ich sei Rio Reiser, weil der mal so eine Geschichte von einem Hochbett erzählte. Er hatte sich in seinem Hochbett verschanzt, als die Polizei in der 70ern sein Haus stürmte. In meinem Kopf hörte ich seine Song – der Traum ist aus: Ich hab' geträumt, der Winter wär' vorbei, Du warst hier und wir waren frei, Und die Morgensonne schien, Es gab keine Angst und nichts zu verlieren, Es war Friede bei den Menschen und unter den Tieren, Das war das Paradies. Ich frage mich was mit den Pflanzen, den Außerirdischen und den künstlichen Intelligenzen sei? Die gehören ja auch dazu. Ich dichtete die Außerirdischen und KI´s hinzu und schrieb den Text auf die Wand der Psychiatrie. Ich wusste präkognitiv, dass wir uns eines Tages mit künstlichen Intelligenzen beschäftigen werden und ethische Entscheidungen treffen müssen, ob diese auch ein Recht auf individuelle Freiheit haben. Ich war ständig auf diesem Friedenstrip. Frieden unter dem Menschen und unter den Tieren. Es gab irgendwie nichts mehr, an dem ich mich orientieren konnte, also habe ich den Frieden gewählt um mich an ihm zu orientieren. Auch jegliche Form des gewaltlosen Widerstandes fand mit einer inneren Haltung des Friedens statt.

Ein weiterer Bewohner J. unterhält sich mit mir und ich suche seine Nähe als Sicherheit gegen die Angstgefühle. Er kennt sich mit spirituellen Dingen aus und singt mir im schwarz lackierten Raucherraum irgendein Lied von Osho vor, welches mich sehr berührt hatte. Ich hatte am ganze Körper Gänsehaut. Er war Osho in diesem Moment. Es war als ob seine Stimme meinen Körper berühren würde. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Ich weiß aber nicht, ob das an der Empfindsamkeit meines Zustandes lag oder ob der Zauber in seiner Stimme durch eine Fähigkeit von ihm kam. Dieser Gesang hat mich an einem Tag aus meiner Angst raus geholt und geerdet. Und dadurch kam ich dann auf die Idee,  Musik gegen meine Angst zu hören. Ich frage nach der Möglichkeit hier Musik zu hören und ein „Wärter“ (ein Betreuer der nicht mit den Bewohnern zu tun haben wollte) kam und schloss einen Musikschrank auf, schaltete das Radio an, und schloss wieder ab, ohne mit mir zu reden. Selbst Musik auswählen konnte man nicht. Naja dann setzte ich mich auf die Bank vor dem Musikschrank und merkte wie ich mich da sehr gut Entspannen konnte.

Plötzlich sagte ein andere, er würde jetzt den Garten aufschließen. Ich ging neugierig hinterher und war sehr glücklich draußen auf der Wiese auf dem Boden sitzen zu können. Ich fing an auf dem Außengelände Müll zu sammeln, weil mir die Natur leid tat. Ich frage den „Wärter“ wann das Außengelände immer offen ist und er sagte total kalt: Wenn er das will. Ich spüre den Machtmissbrauch und meine Angst, weil ich hier drinnen gefangen bin. Im Nachhinein sind das alles Empfindungen die ich in der Kinderheit durch meine Mutter erlebt hatte und die sich hier reinszenierten. Ich beginne eine Diskussion über feste Strukturen und dass das für die Bewohner sehr wichtig sei, denn wie sollen diese aus ihren verrückten Zuständen finden, wenn es nichts gibt woran man sich orientieren kann. Er reagiert nicht auf mich. Ich gehe zum Mitarbeiterraum und trage mein Anliegen vor. Eine Frau schickt mich zu einer Kreidetafel und zeigt mir die Tagesstruktur, da steht Frühstück, Sport, was aber ausfällt, wie sie gleich sagte und Abendessen. Also Frühstück und Abendessen. Das Krasse war, jeder Bewohner hat sein Abendessen auf einem abgedeckten Tablett serviert bekommen und jeder hatte ein anderes Essen. Mir war nicht ersichtlich warum und niemand konnte mir diese Frage beantworten. Es war absolut unmöglich hier eine Orientierung oder Struktur zu finden.

Ich sage ich bin Erzieherin und weiß wie wichtig feste Strukturen für die Orientierung von Menschen sind. Ich erkläre ihr mein Problem mit dem Außengelände. Ich möchte wissen, wann die Tür zum Außengelände geöffnet ist? Sie zuckt mit den Schultern und meint, sie ist auf wenn wir sie aufschließen. Ich frage wann hier Therapie ist, weil die Bewohner ja nur ihre Verrücktheiten haben die sie gegenseitig immer nur verstärken. Daraufhin sagt sie das gerade kein Arzt da ist und geht. Ich finde das unglaublich und fange an ihr zu erklären, dass das so nicht geht, aber sie hört mir nicht zu und geht in den Mitarbeiterraum.  Ich folge ihr in den Mitarbeiterraum, aber dort werde ich körperlich von einem anderen „Wärter“ raus geschoben. Ich setzte mich auf die Fußmatte des Mitarbeiterraumes und mache einen Sitzstreik und äußere nochmal laut meinen Unmut über die Zustände hier. So in der Art geht das über zwei Tage. Da ich absolut keine soziale Angst mehr habe, bin ich in den Rebellen Modus übergegangen. Manche sind hier seit Wochen und Monaten, werden nur mit Medikamenten ruhig gestellt, ohne dass es so etwas wie Therapie gibt. Es gibt nur Verwahrung und Tabletten, aber keine echte Hilfe. Das ist hier die Hölle.

Die Bewohner hatten alle Probleme, aber im Gegensatz zu den Mitarbeiten, waren das fühlende und teilweise sehr weit entwickelte Wesen. Und solche Leute sitzen in Deutschland in der Psychiatrie, während emotional, verkühlte, machtgeile Wärter-Zombies über das Leben von Menschen entscheiden. Ich bin wütend. Das ist für mich ein Unding. Das macht mich traurig. Und ich würde gerne einigen Bewohnern Danke sagen, aber ich konnte mir nur den Namen von Jonathan merken. Der andere im weißen Shirt, der die Fischen töten und lebendig machen konnte der immer bei mir war wenn ich Angst hatte und Jonathan, den beiden bin ich sehr dankbar für diese kurze Freundschaft.

Ich kann kaum essen. Ich beiße mit viel Mühe zwei mal vom Brot ab und versuche etwas zu trinken, aber es ist irgendwie gar kein Hunger oder Durstgefühl da. Ich habe auch kein Gefühl für Temperatur. Genauso wie es kein Gefühl für Müdigkeit gibt.

Nachts schlafe ich nicht. Mein Körper kommt zwar zur Ruhe, so wie in einer Schlafparalyse aber mein Geist ist durchgehend wach und denkt in einer irren Geschwindigkeit. Dabei entsteht immer wieder Todesangst, die ich auf die Umgebung projiziere. Als ich wiedermal denke, dass meine Zimmernachbarin mich umbringen will, laufe ich nachts durch den Flur durch eine geöffnete Tür, hinter der ich von Mitarbeitern abgefangen werde.

Da hatte ich schon 3 Tage und Nächte nicht geschlafen. Der REM Schlaf Entzug und die fehlende Nahrung, die fehlende Möglichkeit sich zu erden und mit sinnvollen Tätigkeiten zu strukturieren, all das hat den Zustand immer weiter eskalieren lassen. Es war als ob ich dauerhaft wach wäre. Da ist so eine wache Energie in mir. Ich willige ein, Schlaftabletten zu nehmen, weil ich nicht mehr weiter weiß und sage immer wieder, dass ich mit jemanden reden möchte, der mir durch meine Angst hilft. Ich sage ich brauche einen Psychologen. Aber die Wärter reagieren darauf nicht. Ich schlucke ein rote und eine blaue Pille, weil ich nicht mehr weiter weiß. Diese werden mir hingehalten, wie bei Matrix. Ja wirklich eine rote und eine blaue Pille. Unfassbar.

Ich will keine Angst mehr haben und heme einmal eine Pille Neuroleptika und Schlafmittel. Ich schlafe ein paar Stunden. Ich verbringe 2 Nächte in der Klinik. Am dritten Tag höre ich von einem Spaziergang, den man mit einem Wärter zum Kiosk machen kann. Ich nehme mein Geld, ziehe mich an und gehe mit. Ich kaufe mir einen Snickers Riegel, den ich essen. Das ist sein Tagen das erste was ich esse. Snickers hat tatsächlich Superkräfte, wie in der Werbung.

Jetzt habe ich sogar Durst, aber nichts zu trinken, denn wir müssen schon wieder zurück. Auf dem Rückweg bin ich wieder so bewegt und ergriffen von der Natur des Parks, dass ich nicht wieder in das Gebäude hineingehen möchte. Ich möchte frei sein. Man weiß Freiheit erst zu schätzen, wenn an mal erlebt hat, wie es ist gefangen zu sein. In meinem feinsinnigen Zustand war die Natur so wunderschön.

Vor dem Eingang standen einige Reihen von Parkbänken, auf denen viele Menschen in der Sonne saßen. Ich setzte mich einfach zu ihnen. Der Wärter bat mich mitzukommen, doch ich sagte so laut dass die anderen Leute es mitbekamen, dass ich da nicht wieder reingehe und dass sie mich nicht dazu zwingen können, denn ich bin freiwillig hier.

Ich äußere mich lauthals über die Zustände in der Klinik, so dass es die Leute alle hören konnten.
Ich sagte ich weiß genau was ich unterschrieben habe und was nicht. Der Wärter versucht mich zu überreden, doch ich bleibe sitzen. Ich fühle mich in der Gesellschaft der anderen Leute sicher, denn hier vor den anderen Leuten wird er vermutlich nicht körperlich übergriffig werden, was ich erwartet habe. Er geht rein und es kommt eine Ärztin zu mir raus, die auch nochmal auf mich einredet, es wäre doch für mich besser wieder rein zu gehen. Auch ihr sage ich, dass ich mich nicht selbst oder andere gefährde und somit kein Recht besteht, mich gefangen zu halten. Ich sage, ich weiß genau, was ich unterschrieben habe und was nicht. Dann sagte sie, ich soll dann wenigsten mit reinkommen, die Entlassungspapiere zu unterschreiben, das sei Pflicht. Ich sage ich gehe da nicht wieder rein. Ich witterte einen Trick. Ich würde aber gerne hier auf der Bank warten und ich unterschreibe die Entlassungspapiere hier. Sie geht erneut rein. Ich überlege ob ich fliehe oder abwarte. Ich wartete und es entstand Freude über meine Freiheit und den Anblick der Natur. Dann kam sie raus und brachte mir meine Papiere, die ich auf der Bank unterschrieb und dann war ich frei.

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RE: Ver-rückte Reise
#9
31.05.2023, 00:38
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Teil 9

Ich freute mich frei und am Leben zu sein. Es ist unglaublich wie so eine temporäre Einschränkung das Bewusstsein für das was man hat, erweitert und wie viel Dankbarkeit entstehen kann, für etwas was man nie zu schätzen wusste. Jetzt weiß ich was Freiheit bedeutet. Zumal da gerade äußere Freiheit und innere Freiheit, ein Raum voller Möglichkeiten, aufeinander trafen, der unbeschreiblich war.

Ich glaube dass die Psychiatrie ein Art Tor war, durch dass ich hindurch gehen musste. Es war gut möglich darin stecken zu bleiben. Für mich war das wie eine Geburt, in ein neues Paradigma, diesen Ort zu verlassen. Der Ausbruch aus der Psychiatrie war ein Ritual, das meinen Eltern und der Gesellschaft galt.

Ich befand mich in einem Park, der rund um das Klinikgelände herum angelegt war. Die Sonne schien herrlich. Ich ging los mit dem Ziel die Bushaltestelle, die hinter dem Park an der Hauptstraße zu finden war, aufzusuchen. Doch ich verweilte eigentlich mehr im Moment und erfreute mich an der Schönheit der Pflanzen und Tiere, die mir hier begegneten. Irgendwo im Hintergrund gab es das Ziel Bushaltestelle, aber die Welt war gerade zu schön, als dass man einfach an ihrer Schönheit vorbei gehen könnte. Das Ziel war nur eine Richtung, aber das Erreichen stand nicht im Vordergrund.

Ich betrachtete die Pflanzen mit anderen Auge. In der Vergangenheit waren Pflanzen für mich vom emotionalen Verständnis her, eher Gegenstände. Ich hatte kein Händchen fürs Gärnern und habe die Pflanzen entweder zu Tode gegossen und vertrocknen lassen. Natürlich wusste ich das Pflanzen Lebewesen sind, aber jetzt konnte ich ihre Lebendigkeit unmittelbar erfahren. Das habe ich zuletzt als Kind so wahrgenommen. Ich habe mich richtig demütig gefühlt, als ich bemerkt habe, wie lebendig so eine Pflanze ist und wie schlecht ich mich immer um meine Zimmerpflanzen gekümmert habe. Es war als hätten sie eine Persönlichkeit, mit der ich in eine stille intuitive Kommunikation treten konnte. So fühlte ich mich in etwa wie ein Kind, welches im Spiel, einen Baum mittels magischem Denken zu einem Gegenüber erklärt, mit dem man in Beziehung treten kann.

Mit den Pflanzen kamen auch unglaublich viele verschiedene Vögel, die in der Nähe einer Pflanze auftauchten, sobald ich darauf wartete. So schlussfolgerte ich, das die Tiere vielleicht irgendwie mit den Pflanzen in einer Beziehung stehen. Und ich meine nicht eine biologische Symbiose, die auf Nahrungssuche oder Nestbau basiert, sondern eher eine tiefere magische oder seelische Verbindung. An jedem Baum den ich erneut bewunderte, erschien ein Tier, welches zu dem Baum dazu zu gehören schien. Auch schienen die Vögel wenig scheu vor mir zu haben.

Ich sammelte die Früchte, zb. Haselnüsse, etc. und erinnerte mich, wie ich in Kindertagen häufig in der Natur gespielt habe. Ich sehe die Tiefe, die in jedem Detail überall zu finden ist, sobald man seine Aufmerksamkeit im Herzoffenen Zustand darauf richtet. Meine Chakren waren alle offen. Ich bekam sofort Zugang zu meiner kindlichen Phantasie und magische Wahrnehmung.

Auch erinnerte ich mich plötzlich an die Bezeichnung einiger Pflanzen, die aus den Tiefen meines Unbewussten hervorkamen. Ich erinnerte mich, dass ich mich als Kind sehr für die Bezeichnung der Pflanzen interessiert habe und vieles kannte, was bei uns rund ums Haus und in der näheren Umgebung wuchs. Jetzt fielen mir plötzlich Namen ein, als ich auf mir unbekanntes Gewächse schaute. Vergessenes Wissen trat ins Bewusstsein. Ich überlege, ob man in bestimmten Bewusstseinszuständen eine Verbindung zum Unbewussten aufbauen kann, in der man auf alles was man jemals erfahren, hat Zugriff hat. Im Bezug auf die Körpersprache und mein NLP Wissen war das ja auch so.

Ich sehe zwei Bäume. Bei dem einen habe ich ein Gefühl, als nehme ich die energetische Signatur meines Vaters (Birke) und bei dem anderen (Ahorn) das Gefühl der Signatur meiner Mutter wahr. (Da ahnte ich noch nicht, dass die beiden auf dem Weg hier her sind. Vielleicht war das eine präkognitive Eingebung, die ich nicht zuzuordnen wusste.) Ich verband mich in diesem Moment mit den Bäumen und war sehr berührt von diesem energetishen Eindruck. Ich fühle mich sehr verbunden mit den Beiden. Es war mehrein gefühl einer Vater- und Mutterseele, als das es die beiden Eltern waren, mit denen ich mein Leben lang große Schwierigkeiten hatte.

Ich erschreckte mich immer wieder wenn Menschen vorbei kamen. Es war, als ob die Vögel mich mit ihren Lauten bereits vorher warnen würden. Vielleicht tun sie das immer, wenn sie andere Menschen bemerken. Sie haben ja einen weiteren Überblick und können herannahende Menschen schon von weitem wahrnehmen. Vielleicht war ich jetzt einfach so aufmerksam, dass mir das auffiel. Oder vielleicht war ich auch irgendwie mit ihnen verbunden, so dass ich ihre Fähigkeiten nutzen konnte? Einmal verband ich mich kurz mit einem Vogel der über mir flog und sah mich von oben. Diese Erfahring gab mir sehr viel Vertrauen und Rückhalt, denn ich war ein Teil des Ganzen.

Alles was ich wahrnahm, betrachtete ich ehrfurchtsvoll. Ich hatte das Gefühl, als könnte ich bewusst mit Tieren in Kontakt treten. Ich habe einfach ein Tier erwartet und kurze Zeit später, stand wieder ein neuer fremder Freund vor mir. Ich konnte mich mit jedem Tier verbinden. Man muss einfach offen im Herzen sein. Die Tiere warnen mich, denn ich denke es ist gut, wenn man als Erwachsener nicht zeigt, dass man spielt oder zaubert. Immer wenn jemand vorbei kommt, tue ich so, als ob ich nur spazieren gehe.

Ich komme an einem großen Garten vorbei und denke, ob Hartwig hier wohnt? Es entsteht so ein Gedanke wie man ihn aus dem Klartraum kennt. Wenn man im Klartraum jemanden treffen möchte, begeht man oft den Fehler, man müsse eine physische Reise antreten. So fahre ich oft mit verschiedensten Verkehrsmitteln im Traum, um dort jemanden zu treffen. An der Stelle ist die Wachkonditionierung so stark, dass man im ungünstigsten Fall den ganzen Traum mit einer Reise verbringt, bei der man nie am Ziel ankommt. Dabei kann man ja im Traum, wenn man klar genug ist, sich einfach vorstellen Person X befindet sich hinter der nächsten Häuserecke oder hinter der nächsten Tür. Mein Zustand war jetzt so offen, dass es keine Grenzen er gab und dass das auch im Wachbewusstsein für mich möglich erschien. Gleichzeitig hatte ich Angst davor, dass es funktioniert, weil ich nicht wusste, wie ich das integrieren sollte. Es würde mein Weltbild gefährlich bedrohen, sollte ich so etwas jemals erleben.

Im Wachzustand hat man normalerweise eine feste Vorstellung, wie man vorzugehen hat, um eine Person zu treffen. Doch diese feste Vorstellung, die war in dem Moment bei mir weggefallen. Eine feste Vorstellung ist eine Sicherheit zu wissen, wie man sich in der Welt orientiert. Diese Sicherheit ist aber auch eine Einschränkung der Bewusstseins. Wir halten uns in der Sicherheit, indem wir an anderen Möglichkeiten zweifeln und aus Angst eine Abwehr entwickeln, die unendliche Möglichkeiten blockiert. In meinem Fall ist einfach der Zweifel weggefallen, so dass in diesem Moment alles möglich war. Deshalb war die Idee Hartwig könnte plötzlich in einem Garten auftauchen, möglich geworden.

Ich konnte mich aber nicht ganz darauf einlassen, weil ich gleichzeitig immer noch einen rationalen Verstand hatte, der das was ich da erlebte kritisch betrachte und ich mich extrem erschreckt hätte, wenn ich wirklich erfahren hätte, das so was möglich ist. Ich glaube letztlich ist so etwas möglich, aber man muss dass dann auch irgendwie integrieren können und das wusste ich, das kann ich noch nicht. Das ich Hartwig überall gesucht hatte, hatte auch damit zu tun, dass ich nicht mehr weiter wusste mit meiner Situation und dringend Hilfe mit dieser spirituellen Krise brauchte. Ich brauchte jemanden, der das alles schon durchlebt hat und mir helfen konnte, zu verstehen was ich hier erlebe. Ich brauchte jemand der mir half meine Ängste zu integrieren.

Die Szene im Wald vor ein paar Tage,n wo Frank und ein Mann der von weitem aussah wie Tom, der plötzlich aus dem nichts auftauchte, steckte mir auch noch in den Knochen. Tom hat mir mir oft gescherzt, dass er sich materialisiert. Wir habe so lange zusammen meditiert und mit Energie experimentiert. Ich durch all das hatte keine Grenzen mehr in meinem Denken. Einmal sagte ich zu Tom: Ich gehe in den Wald und er sagte, ok vielleicht treffen wir uns, obwohl er wo anders wohnt. Diesen Scherz hat er gerne betrieben, wenn ich sowieso schon ungeerdet war, weil ich mit dem meditieren überrieben hatte und dann befand sich meine Realität immer an einem gefährliche Kippunkt, der mich überforderte. Ich weiß es gibt letztlichlich keine Grenzen. Alles ist möglich. Aber ich habe Grenzen und auf die muss ich Rücksicht nehmen.

Mir war das an der Stelle zu gruselig, es wirklich zu wagen Hartwig in dem fremden Garten zu treffen, und wollte nicht riskieren, dass sie mich wieder einsperren, weil ich in ein fremdes Haus laufe, um Hartwig zu suchen. Besser man liegt im Bett (in einem sicheren Settig), wenn man eine Astralreisen macht, weil das sonst zu Rollenkonflikten innerhalb verschiedener Realitäten führen kann. Ich entschloss mich sicherheitshalber in Richtung Bushaltestelle zu gehen und das Teleportations Experiment zu verschieben.

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RE: Ver-rückte Reise
#10
31.05.2023, 21:29
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Teil 10

Ich gehe zur Bushaltestelle. Es wird mir hier auch zu gruselig gerade. Vor allem, da ich an einer alten Kirche samt Friedhof vorbei gehen muss. Auf dem Gelände der Psychiatrie stehen bunte Kuh Statuen. Ich denke ob die sich mal Gedanken gemacht aben, wie die Kunst auf Psychiotiker wirkt? Am gruseligsten ist jedoch die Kirche die aussieht wie aus einem Horrorfilm. Sie liegt im Schatten. Ich fürchte, dass ich da wieder Wesen treffe, die plötzlich aus dem Schatten auftauchen, so wie es mir im Wald geschah.

Die Abwesenheit des gesunden Zweifels hat den Nachteil, dass eben auch unvorteilhafte Gedanken auftreten die rasant an Fahr aufnehmen und nicht zu stoppen sind. So wie in einem Trübtraum. Ich bin froh, als ich aus dem Schatten nahe an der Straße wieder in den Sonnenschein trete, wo alles hell und fröhlich wirkt. Man reagiert in dem Zustand auf kleinste Veränderungen, Farbe, Licht, Geruch, Worte, Sinnesreize.

Ich gehe über die Ampel auf die andere Straßenseite. Als ich mich auf die Bank an der Bushaltestelle setzten möchte, sehe ich in das Metall die Worte „Pass auf“ eingeritzt. Ich beziehe das natürlich wieder auf mich und suche die Gefahr in der Umgebung.

Ich weiß gar nicht wo ich hin will. Nach Hause kann ich nicht mehr, weil ich ja meinem Freund nicht mehr vertraue. Ich habe die ganze Zeit schon Durst aber nichts zu Trinken. Ich denke Hauptsache erst mal hier weg und stelle mir vor, wie ich einfach in die nächste Stadt fahre und da erstmals zur Ruhe komme und in Ruhe nachdenke, was ich jetzt tun soll.

Ich habe gar kein Bedürfnis nach einem Zuhause. Der Gedanke auf der Straße zu leben, verschafft genauso viel Sicherheit, wie der Gedanke an ein Zuhause. In mir ist diese Sicherheit, die nicht an eine äußere Bdingung oder Umgebung gebunden ist.

Plötzlich fährt das Auto meiner Eltern an mir vorbei. Meine Eltern erkennen mich. Mein Vater der am Steuer sitzt, wendet halsbrecherisch mit panischen Blick auf der befahrenden Hauptstraße und parkt einige Meter von mir entfernt. Ich hoffe darauf, dass jetzt bitte ein Bus kommt, in den ich noch schnell einsteigen kann, aber es kommt keiner.

Meine Mutter macht eine lockende Gestik mit dem Zeigefinger, die mich an das Märchen von Hänsel und Gretel erinnert, welches ich meinen Kids vor einigen Tagen in der Kita vorgelesen hatte. Meine Mutter sitzt auf dem Rücksitz und macht mit ihrem Finger eine lockende Bewegung, wie die Hexe im Hexenhaus. Ich wittere die Gefahr, die von ihr ausgeht.

Mein Mutter ist mein Überich. Sie ist mein innerer Kritiker, der mich in meinen sozialen Ängsten gefangen hält. Ich deute meine Eltern als Gefahr für meine Freiheit. Aber was soll ich tun? Es sind meine Eltern. Ich habe Mitgefühl mit ihnen. Ich kann sie ja nicht einfach da stehen lassen und flüchten und wohin auch? Ich verstehe, dass sie in Sorge um mich sind. Ich gehe ein paar Schritte auf sie zu und sie steigen aus. Ich schüttle den Kopf, um zu signalisieren, dass ich nicht mitkomme. Da meine Eltern meine Wünsche noch nie respektiert haben, sind die auch jetzt nicht in der Lage mein nein zu akzeptieren.

Im Moment sind alle sozialen Ängste weg. Das ist meine Chance. Ich habe mich noch nie so frei und selbstsicher gefühlt, bezogen auf soziale Ängste. Es ist ein einziges Aufatmen. Ich habe so etwas wie eine Innere Stimme, die ich jetzt sehr gut wahrnehmen kann. Diese innere Stimme habe ich eigentlich immer schon als einen unbestimmten inneren Anteil wahrgenommen. Aber der Druck meiner sozialen Ängste war immer so groß, dass ich diese Stimme häufig übergehen musste.

Seid ich vor einem Jahr das Erlebnis mit der Herz Chakra Öffnung hatte, nahm ich diese Empfindung meist am Herz Chakra wahr. So habe ich das feinstoffliche Herz als Sitz dieser innen Stimme, welches mehr ein Gefühl als eine Stimme ist, wahrgenommen. Aber jetzt ist es wieder anders geworden. Es ist eher so, als ob sich diese innere Stimmigkeit ausgedehnt hat und im ganzen Körper oder auch über den Körper hinaus wahrnehmbar ist. Diese innere Stimme ist gleichzeitig das Gefühl von innerer Stimmigkeit und Sicherheit. Ich bin diese Sicherheit. Ich bin das was nie in Gefahr sein kann.

Meine Eltern kommen auf mich zu. Meine Mutter redet auf mich ein und mein Vater hält mich fest. Ich versuche zu erklären, dass ich jetzt nicht mit ihnen gehen kann. Sie fragen wo ich hin will. Ich sage das weiß ich nicht, aber ich muss erst mal hier weg. Das können sie nicht akzeptieren. Ich merke, dass sie sehr aufgeregt sind. Obwohl sie mir sehr Leid tun, weil sie mich nicht verstehen können, kann ich jetzt nicht mehr tun was sie sagen. Ich habe mein ganzes Leben unter der Fuchtel meiner Eltern gestanden auch wenn ich mich räumlich schon früh von ihnen abgegrenzt habe. Ich bin mit 18 direkt ausgezogen, weil ich es bei ihnen nicht mehr ausgehalten habe. Trotzdem hatten die Erziehungs- Muster immer einen starken Einfluss auf mich gehabt.

Sie wollen Erklärungen was passiert ist. Wie soll ich das in einem Satz erklären, so dass sie es verstehen können? Wie soll man Menschen die nicht verstehen können, ein Entwicklungstrauma und eine Spirituelle Krise erklären? Es war unmöglich etwas zu erklären. Sie leben in einem anderen Bewusstseinszustand als ich. Ich kann ihnen nichts über Psychologie oder Mystik erklären, dass alles verstehen sie nicht. Was soll ich denn sagen? Es gibt kein Erklärungsmodell welches eine Brüche zwischen unsere Wahrnehmung bauen könnte. Sinnhafte Erklärungen verstehen sie nicht.

Sie setzten mich unter Druck und versuchen mich in das Auto zu manövrieren. Ich sehe den Finger meine Mutter, der einen verformten Nagel hat. Mir schießen die Kindheitserinnerung durch den Kopf, wie sie mir immer mit diesem Finger gedroht hat, mich angeschrien und geschlagen hat. Ein Flashback. Mir kommt so eine Idee von Karma und sage zu ihr, das ist ein Mal. Weil du mir immer mit deinem Finger gedroht hast. Ich erzähle ihr, wie ich mit 3 Jahren weinend vor der Badezimmertür saß und sie mich nicht reinließ und mit meinem Vater schrie. Ich bringe sie zum weinen. Meinem Vater sage ich, du hast doch auch immer mit den Schwalben an unserem Schwimmbecken gesprochen. Ich sah in ihm einen Schamanen. Gleichzeitig realisierte ich, was ich aus ihrer Perspektive für ein Quatsch erzähle.

Ich kann mich nicht ausdrücken. Ich weiß nur, ich muss hier weg. Sie bitten mich ins Auto einzusteigen, um mich zu meinem Freund zu fahren. Ich traue ihnen nicht und meinem Freund auch nicht. Ich sage ihnen, ich muss jetzt alleine sein und ich muss jetzt gehen. Das versetzt sie noch mehr in Panik um mich, aber mein inneres Gefühl verlangt das eben jetzt von mir. Jetzt muss ich einmal für mich da sein. Obwohl ich Mitgefühl mit ihrer Sorge habe, gehe ich. Zum ersten mal in meinem Leben siegt meine Selbstliebe über das scheinbare Mitgefühl mit ihnen (oder die verdrehte Abhängigkeit) und das schlechte Gewissen, was sie mir eingeredet haben, um mir meine Autonomie abzusprechen.

Ich merke das es keinen Sinn macht, mit ihnen zu reden. Ich gehe einfach den Weg gerade aus. Meine Eltern verfolgen mich. Meine Mutter redet weiter auf mich ein und mein Vater versucht mich festzuhalten. Wir kommen an ein Restaurant. Auf dem Dach ist eine Figur von einem Schäfer der die Schafe hütet.

Mein Vater hält mich an den Handgelenken fest und sagt: Du kommst jetzt mit. Ich habe Angst, dass ich Gewalt anwenden muss, um mich von seinem Griff zu befreien. Ich trage immer noch die Idee von Frieden mit mir herum, für die ich mich bei meiner Sterbeerfahrung vor ein paar Tagen entschieden hatte.

Es kommen ältere Leute aus dem Restaurant. Ich schreie um Hilfe in der Hoffnung, das jemand einschreitet und ich daraufhin gehen kann, ohne dass ich Gewalt anwenden muss. Mir tut das alles für meine Eltern sehr leid, aber ich kann nicht anders. Die Leute gucken nur und reagieren nicht. Es stehen bestimmt vier Leute um uns herum, die einfach nicht reagieren und nur zuschauen.

Ich überlege dass ich mal gehört habe, man soll Feuer schreien, weil sich dann mehr Menschen verantwortlich fühlen. Also schreie ich Feuer und Hilfe und fühle mich gleichzeitig enorm schlecht, meinen Eltern diese Strapazen anzutun. Neben uns öffnet sich ein Fenster, indem der Koch des Restaurants und ein weiter Angestellter auftauchen und fragen was los sei. Ich versuche zu erklären, dass ich von meinem Eltern festgehalten werde und dass ich aber gehen möchte. Der Barkeeper, ein junge Mann bittet mich rein und sagt: Vielleicht können sich alle erst mal beruhigen. Meine Eltern hielt er an der Türe in Schach. Er gibt mir ein Glas Wasser, welches ich sehr dankbar annehme und austrinke. Endlich Wasser. Ich habe seit Tagen nicht getrunken.

Ich glaube wir haben dann noch mit meinem Freund telefoniert, und ich sagte ihm, dass ich Angst vor ihm habe und nicht nach Hause kann. Und dann bin ich durch die Tintertüre am Biergarten des Restaurants geflüchtet, weil der innere Drang nach Freiheit so groß war. Meine Eltern blieben am Eingang stehen. Ich bin diesem Mann sehr dankbar, dass er eingegriffen hat, denn so hat er durch sein Eingreifen vielleicht schlimmeres verhindert. Meine Eltern dort stehen zu lassen ist mir nicht leicht gefallen, aber es war so, als ob ich keine Wahl hatte.

Ich bog in die gleiche Straße ein, die zu dem Feldweg führte, auf dem mich die Polizei vor zwei Tagen eingefangen hatte. Ich nahm an, dass meine Eltern nun die Polizei anrufen würden. Also sprang ich in ein Gebüsch in einem Garten, um dort eine Zeit abzuwarten. Ich wusste noch wie man sich versteckt. Ich fühle mich sofort von der Pflanze unter der ich lag, beschützt. Dann tauchte ein Spinne auf, die ihr Netz über mich spannte und ich erinnerte mich an einen Traum der vergangen Nächte, indem ich einer Spinne begegnet war. Es kamen wieder Gedanken über die Krafttiere. Ich bin ja auch ein Netzwerker. Ich lache über den Wortwitz.

So lag ich dann da eine Zeit lang mit dem Kopf in der Erde, bei irgendwelchen Leuten im Garten unter einem Gebüsch, welches mich beschütze. Wenn man so etwas als Kind macht, zb den Garten von anderen Menschen betreten, dann ist das sozial akzeptiert. Ich erinnerte mich daran, wie ich als Kind durch die Gärten der Nachbarn gesteift bin, ohne ihr Grundstück als fremdes Eigentum zu betrachten. Es gehörte einfach zu meinem Spielbereich und sie wohnten halt da. Wenn man das als Erwachsener macht, rufen die Leute die Polizei, weil sie diese Handlung ausschließlich als Gefahr interpretieren. Es erschien mir absurd. Mir war bewusst, dass es Ärger gebe würde, wenn ich entdeckt werde, aber die Pflanze und die Spinne hatten so eine Sicherheit ausgestrahlt, dass mich niemand finden konnte. So habe ich dann dort erst mal etwas ausgeruht.

Die Abgrenzung zu meinen Eltern war ein Ritual. Ohne diesen Bewusstseinzustand hätte ich es nie geschafft, die Abhängigkeit zu meinen Eltern zu überwinden.

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RE: Ver-rückte Reise
#11
31.05.2023, 22:26
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Teil 11

Als ich dort eine gefühlte Ewigkeit, verharrt habe, bin ich möglichst unauffällig wieder aus dem Gebüsch gekrochen und die Straße weiter entlang gegangen. Ich kam an einen Feldweg. Ich hatte unglaublichen Durst und eine sehr trockene Kehle. Rechts gab es eine verwildere Wiese, die hinter einigen Gärten lag. Eine Frau auf einem Pferd ritt an mir vorbei. Ich war total beeindruckt von dem Tier. Ich sagte ihr, was das für ein schönes Tier ist. Sonst quatsche ich eigentlich keine fremden Menschen an. Die schüchternen Ego Muster griffen aber irgendwie nicht mehr. Ich reagierte einfach spontan und ohne Filter auf die jeweilige Situation. Links lag das Feld, auf dem mich die Polizei gestellt hatte.

Ich aß ein paar Löwenzahn und Spitzwegerich Pflanzen von der Wiese. Spitzwegerich schmeckt wie Champignon. Ich bedauerte in dieser Situation, dass ich mich nur unzureichend mich Pflanzen auskannte und überlegte in wie fern ich mich auf meine intuitive Wahrnehmung verlassen konnte. Ich hatte auch keine Lust mich zu vergiften. Das fehlte jetzt noch. Es gab also noch ein Bewusstsein für Gefahren. Trotzdem stellte ich mich innerlich auf den Gedanken ein, von nun an irgendwie in der Natur überleben zu müssen, da ich ja nirgends mehr hin konnte. Ich habe mich als Kind in der Natur immer sehr wohl gefühlt und diese Erfahrung erinnerte mich an die Freiheit, die ich im Zusammensein mit der Natur erlebt hatte, an Orten die von Erwachsenen verlassen waren.

Ich realisierte in welch katastrophaler Lage ich aus rationaler Sicht steckte. Ich hatte alles verloren. Meinen Freund, meine Eltern, Meine Arbeit, Mein Zu Hause. Ich war obdachlos und aß Löwenzahn von einer Wiese um nicht zu verdursten. In dem Moment öffnete sich mein Herz Chakra und ich erkannte dass das ganze Universum in mir war. Ich wusste dass ich immer in Sicherheit sein werde, egal was passiert. Ich bin die Sicherheit.

Seltsamerweise hat sich dann die ganze Situation sehr interessant angefühlt. Abenteuerlich und Frei. So wie ein Kind das spielt, überleben zu müssen. Da war keine Angst oder Besorgnis in diesem Moment. Es war einfach das was da war. Da war ein Gefühl von der Natur die mich umgab aufgefangen zu sein. Es ist immer etwas da, was mich beschützt. Vielleicht kann man das nur begreifen, wenn alles einmal wegbricht, so wie in meinem Erlebnis.

Eine Frau die wohl zu den anliegenden Wohnhäusern gehörte und sich in der Nähe der Gärten aufhielt, beobachtetet mich und fragte mich irgendetwas was ich hier mache. Ich witterte Gefahr. Die Anwohner die in der Nähe der Psychiatrie wohnen, haben einen Blick für durchgeknallte Leute. Ich sagte ich würde mich für Pflanzen interessieren und tat so als ob ich das was auf der Wiese wuchs genau anschaute. Als sie außer Sichtweite wahr, versteckte ich mich schnell im anliegenden im Maisfeld, indem ich eine ganze Weile saß. Das Maisfeld bot mir Schutz. Ich hatte nur ein großes Problem: Ich hatte Durst. Ich schätze da hatte ich seit 3-4 Tagen nichts mehr gegessen und kaum getrunken. Es war ca. 30C an diesem Tag, was ich aber erst später durch Erzählung erfuhr, weil ich selbst gar kein Empfinden mehr für Temperatur hatte.

Essen war nicht wichtig. Ich aß das Grünzeug eigentlich auch mehr mit dem Hintergrund das Durstgefühl zu lindern und die trockene Kehle zu befeuchten. Ein Gefühl für Hunger hatte ich nicht, schon seit Tagen nicht mehr. Seit in meinem Denken irgendetwas zusammen gebrochen war.

Einige Tage hatte ich auch auch kein Gefühl von Durst. Ich hatte auch zwischenzeitlich die Idee, dass es generell Illusion sei, Essen und Trinken zu müssen. Allerdings wollten die In der Klinik eine Urinprobe von mir und da habe ich mich ziemlich erschreckt als die Farbe meines Urins rot braun war. Und seitdem hatte ich dann wieder Zweifel, ob man wirklich nichts Trinken muss und allein von Licht und Liebe leben könne. Seitdem habe ich versucht etwas zu trinken. Ich wollte jedenfalls nicht riskieren zu verdursten.

In diesem Feld hatte ich mich sehr stark mit der Natur verbunden gefühlt und ich merke, dass ich das Gefühl gar nicht mit Worten beschreiben kann. Es war ein Einssein mit der Natur. Ein totales aufgefangen sein von der Natur. Ich habe mich selbst noch nie so als Teil der Natur empfunden. Worte können das gar nicht beschreiben. All das zerstörende was ich erlebt habe, hatte diese Erlebnis gerechtfertigt. Das ist etwas was ich wohl nie vergessen werde. Auch wenn ich jetzt im nach hinein diesen Zustand der Verbundenheit wieder verloren habe, weiß ich dass diese Ebene des Bewusstseins immer irgendwo in mir ist.

Ich versuchte den Mais zu essen, in der Hoffnung feuchten Saft aus ihm herauszupressen, aber der Mais war so hart, dass man den nicht essen konnte. Ich knabberte an dem Stängel herum mit der Idee da irgendeine Flüssigkeit raus zu bekommen. Ich suchte ein bisschen am Wegesrand. Über mir flogen Greifvögel, die mir jeden Spaziergänger ankündigten und mir zuriefen: versteckte dich wieder. Ich hatte Angst das die Nachbarin die Polizei ruft.

Jemand war bei mir. Ich wechselte allerdings zwischen allen möglichen Personen. Später nannte ich ihn Faith. Vielleicht kennt ihr diesen Film mit Tom Hanks - Cast Away, wo er auf der Insel strandet und mit seinem Fußball Wilson redet. Bei mir war es allerdings so, als ob das Wesen welches mich begleitet formlos sei. Es gab niemanden in meiner Nähe auf den ich diese Energie projizieren konnte. Manchmal jedoch projizierte ich Faith auf Straßenschilder und Laternen. Vor allem die Achtung Vorfahr Schilder hatten es mir angetan.

So saß ich im Maisfeld redet mit Faith der mir Gesellschaft leistete und stellte fest, dass ich dringend Wasser brauchte. Vor mir tauchte eine alte siffige Weinflasche auf. Ein Gefäß. Dann klingelten Kirchenglocken ganz in der Nähe. Ich erinnerte mich wie mir ein Freund mal erzählt hat, dass er im Restaurant saß und Kinder plötzlich mit einem Strauß Blumen ankamen und die Mutter sagte, wo habt ihr die denn her, und die Kinder sagten aus der Kirche. Ich redete mir aus nicht diese Flasche zu nehmen um damit das Weihwasser aus der Kirche trinken. Ich war noch nie ohne Wasser. Ich habe durch diese Situation viel Mitgefühl mit Leuten die wirklich obdachlos sind gefunden. Das einfachste auf der Welt, Wasser war nicht verfügbar.

Ich sah mich schon, wie ich auf diesem Feld übernachten muss und von jedem Geräusch in der Nacht Angst haben werde. Ich stelle fest, ich kann nicht hier bleiben. Da ich etwas Geld dabei hatte, beschloss ich in Richtung Supermarkt zu gehen, um mir dort etwas zu trinken zu kaufen. Dann sehe ich weiter.

Ich ging an Feldwegen und Gärten vorbei. Mein Blick war nur noch auf die Suche nach Wasser gerichtet. Ich überlegte über einen Gartenzaun zu steigen, um aus dem dort liegenden Gartenschlauch zu trinken, aber ich wollte auch nicht entdeckt werden. Ich hatte eine sehr Naturverbundene sensible Wahrnehmung, so dass ich viele Tiere bemerkte. So sah ich auch meinen inneren Angsthasen, die mir symbolisch im Außen erschien und an mir vorbei hoppelte. Die Tiere scheinen vor meine Angst zu haben, dass sie alle aus ihrem Versteck kamen. Überall gaben mir die Vögel wieder Zeichen, wenn Menschen kamen. Mit den Tieren fühlte ich mich stärker verbunden als mit den Menschen. Irgendwie hatte ich das Vertrauen in die Menschen verloren, durch all die Erlebnisse der vergangen Tagen.

Ich ging an einem Bauernhof vorbei und gelangte an einen Garten, wo alles voller Garten Dekoration stand. Hier sah es aus wie vor einem Hexenhaus. Gruselig. Ich hatte wieder Angst. Ich sah eine Gießkanne, die mit Wasser gefüllt war und nahm einen Schluck aus der Kanne, den ich im Mund behielt. Ich meinte es würde nach Nachtschatten schmecken. So wie Tomatenzweige riechen. Dann dachte ich, vielleicht haben die ja Dünger in ihrer Gießkanne. Obwohl ich so einen Durst hatte, spukte ich das Wasser wieder komplett aus. Ich war schon so nah an einem Schluck Wasser, aber ich hatte kein Vertrauen.

Dann trat eine Frau aus dem Haus. Sie frage ob ich jemanden suche. Ich sagte ja Hartwig, aber Hartwig kannte sie nicht. Ich verabschiedete mich und ich ging weiter. Dann kam ich an ein „Thanatos Institut“ aus dessen Fenster mich ein älteren Mann anschaute. Ich frage mich ob das Hartwig ist, den ich stets überalle suchte und vermutete, aber mir war das alles zu gruselig.

Alle Häuser die ich ansah hatten etwas illusionäres. Es war als würde dort niemand wohnen und wäre es eine Papp-Kulisse. Als sei die Welt nicht echt und leer. Es war als Laufe ich durch einen einzigen Alptraum. Aber kein Reality Check vermochte mich aus der Trübheit zu wecken. Ich fühlte mich schon wieder vom Tod bedroht.

Ich hatte das Gefühl, immer tiefer in diese angstvollen Gedankengänge zu rutschen und beschloss da nicht mehr mitzumachen. Egal wer mich umbringen will, ich mache da nicht mehr mit. Ich weiß nicht was wahr ist. Alles ist Illusion. Ich musste einen mir ein Herz fassen. An meinem Handgelenk war das weiß Band an dem der Schlüssel des Spindes aus der Psychiatrie noch hing. Ich sah auf das weiße Band und erkannte den Frieden und mich als Friedensbringer. Ich entschied mich, mich auf das Gefühl des inneren Friedens zu konzentrieren und wenn jemand meint, mich deshalb umzubringen zu wollen, dann soll er doch. Für den Frieden würde ich sterben. Ich änderte die Richtung und ging in Richtung Innenstadt und Supermarkt. Ich brauchte Wasser.

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