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78 Türen» Wir unterbrechen diesen Thread für eine wichtige Durchsage!

RE: 78 Türen
#16
16.11.2022, 09:47 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 16.11.2022, 10:39 von Ursa Major.)
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Hallo Steffi, erstmal zu den kabbalistischen Bezügen etc.:

Zitat:Warum entspricht die Grinsekatze bei Alice im Wunderland denn der Karte des Herrschers?  Ist die Grinsekatze nicht eher der Narr?

Wenn wir darauf eine genaue Antwort wollen, müssten wir wohl die beiden Künstler Chris und Morgana Abbey fragen. grin Ich sehe die Grinsekatze vor allem als das "floating wisdom" im Wunderland - sie ist überall und nirgendwo und bildet damit eine konstante und den Gesetzen des Wunderlands unterliegende Energie. Das wäre hier die Entsprechung des Herrschers. Wenn man mit Künstlerdecks arbeitet ist man häufiger vor solche Fragen gestellt, was einem nochmal ganz neue Türen öffnen kann.


Zitat:Dann weißt also mein Problem mit den 5 Kelchen auf Geburah hin. Geburah hat die Zahl 5 in der Kabbala. Geburah steht für Abgrenzung, Stärke, Härte und Gerchtigkeit. Kali ist Geburah.

Genau, die 5 bzw. Geburah korrespondiert astrologisch mit Mars. Mars ist manchmal ganz schön aufrüttelnd, kratzig, holprig, umwälzend. Das spiegelt sich auch in den Fünfer-Karten ganz gut. Bei den fünf Kelchen ist es eine Form von emotionaler Krise, in der ein klarer Schnitt, ein Umwenden nötig ist. Bei den fünf Schwertern ist es wirklich eine Vollkatastrophe könnte man sagen, da es um geistige Übervorteilung geht, Kampf, Niederlage, man wird sozusagen beschnitten. Bei den fünf Stäben ist es mehr eine Kabbelei, die nicht allzu dramatisch oder böse daherkommt, da mit gleichen Mitteln "gerauft" wird. Das liegt daran, dass sich das Feuer-Element mit der Energie von Mars relativ wohlfühlt. Bei den fünf Münzen sieht es dann wieder anders aus, denn wenn die "marsische Umwälzung" auf das stabile Erd-Element trifft, dann gibt es Brüche und zwar ganz greifbar. Von Geldeinbrüchen bis hin zu gesundheitlichen Tiefpunkten ist alles dabei. Zu den astrologischen Bezügen mache ich aber auch nochmal einen eigenen Beitrag. normal


Zitat:Das mit dem kabbalistischen Lebensbaum, dem Tarot und der Astrologie ist alles sehr komplex. Man muss sich mit allen dreien Konzepten auskennen, um das vollständig zu verstehen. Und am besten noch fließend hebräisch sprechen und alle heiligen christlichen Bücher auswendig kennen.

Du hast recht damit, dass das Tarot sehr umfassend ist, wenn man erstmal eingetaucht ist. Und im Grunde sind die Bezüge noch weitreichender: Astrologie, Kabbala, Vier Elemente, nordische Mythologien, ägyptische Mythologien, christliche Mythologien, sogar das I Ging hat Waite damals miteinfließen lassen. Bei Crowley ist ein starker astrologischer Bezug vorhanden durch die Dekaden etc. Das Schöne beim Tarot ist: Du kannst dir einen Zugang auswählen, der dich anspricht und darüber alle Türen öffnen sozusagen. Man muss nicht jeden noch so kleinen Bezug kennen, das wäre auch nicht möglich in einem Leben. Dazu gibt es zu viele Einflüsse, die das Tarot haben entstehen lassen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es ein sehr guter Anfang sein kann, sich erstmal für sich selbst die Karten zu erschließen. Oder auch nur das Große Arkanum zu verwenden.
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RE: 78 Türen
#17
16.11.2022, 10:00 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 16.11.2022, 10:02 von Ursa Major.)
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Nun zu deinen Ergebnissen des 3-Karten-Spiels:

Zitat:Ich habe alle Karten übrigens blind gezogen. Ich wusste nicht ob du die Karten gezogen oder ausgesucht hattest. Ich habe es jetzt so gemacht.

Bei diesem Spiel werden die beiden Zahlenkarten blind gezogen und die Große Arkana wird explizit ausgesucht. Die Übung besteht ja darin, eine passende Große Arkana zu finden. grin  Aber beim blind ziehen ist die Herausforderung natürlich größer, die drei Karten dann inhaltlich zusammen zu bringen. Von daher kannst du natürlich auch alles blind ziehen. Du bist ja auch keine wirkliche Anfängerin mehr.

6 der Schwerter: Ich finde du hast den Kern der Kartenbedeutung gut erfasst. Es geht auch tatsächlich um raue und ruhige Gewässer. Die gute Frau Smith hat das sogar malerisch eingebaut. Wenn man genau hinsieht ist das Wasser im unteren Bereich des Bildes wellig und im oberen glatt. Darin steckt die Symbolik, dass man von raue in ruhigere Gewässer übergeht. Der kabbalistische Bezug zu Tipharet ist hier gegeben in Form von Harmonie. Da es um die Schwerter (Element Luft) geht, haben wir es sozusagen mit der Klärung und Harmonisierung von Gedanken, Ideen etc. zu tun - es geht voran, es nimmt sozusagen Form an.

2 der Kelche: Ja hier geht es um Dualität bei der zwei. Aber es ist sehr harmonisch. Das Wasser-Element (Kelche) fühlt sich sehr wohl mit der Dualität der zwei. Es fließ sozusagen von einem Pol zum anderen, wobei beide Pole (hier als Mann und Frau dargestellt) auf Augenhöhe sind und sich gegenseitig ausgleichen.

Der Mond: Es ist mal wieder spannend zu sehen, wie die Karten (trotz blind gezogen) perfekt passen. grin Beim Mond geht es um Emotionen, aber auch um das Undurchsichtige. Für mich passt das hier folgendermaßen: Von den 6 Schwertern aus werden geistige Erkenntnisse geordet und in Übereinstimmung gebracht und dann emotional ergründet. Das ist wichtig, denn solange das Geistige sprichwörtlich in der Luft hängen bleibt, kommen wir nicht weiter. Es muss auch tiefer rutschen ins Herz sozusagen. Das geht mit dem Mond. Und das führt dann zu einem emotionalen Ausgleich, man könnte fast sagen, man steht sich selbst ganz anders gegenüber (so wie die Personen bei den 2 Kelchen), man begegnet sich selbst wieder mehr auf Augenhöhe, nachdem man durch sein emotionales Tal (der Mond) gegangen ist.
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RE: 78 Türen
#18
19.11.2022, 11:08 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 19.11.2022, 11:19 von Ursa Major.)
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Der Narr und das Narrenspiel


Dateiname: tarotkarte-der-narr.jpg
Größe: 534,78 KB
19.11.2022, 10:59



Wer ist dieser Narr?

Der Narr nimmt eine besondere Stellung innerhalb des Großen Arkanums ein. Er liegt im kabbalistischen Lebensbaum auf dem Pfad Nummer 11 und entspricht dem Element Luft. Er „fällt“ sprichwörtlich aus der Einheit der ersten Sphäre direkt hinein in die zweite Sphäre. Hier ist weder Zeit noch Raum für viele Gedanken oder Pläne, die geschmiedet werden – es geht direkt los – ein kleiner Urknall könnte man sagen. Und das spiegelt sich auch in den Bedeutungsebenen des Narren:

Er ist unbeschwert, leicht(sinnig), ein echter Luftikus, der auf in die Welt zieht. Dabei hat er nur ein kleines Beutelchen – seine sieben Sachen – und sein Blick richtet sich nach oben in das Reich der Luft, dem er entsprungen ist. Der Narr ist deshalb besonders, weil er überall auftauchen kann – so plötzlich wie er aus der „Einheit“ fällt, kann er in jede andere Energie hineinfallen und sich dort „neu erfinden“. Und hier liegt der Knackpunkt beim Narren: Er ist unbeschriebenes Papier und im Begriff alles noch werden zu können.

Die Figur bzw. Bedeutungsebene des Narren findet sich in vielen anderen Systemen, Kulturen und Religionen, oft in Form des „Tricksters“, des Chaos oder des Koyoten in den nordamerikanischen Kulturen. Gemeint ist die unberechenbare Energie von Chaos, Umwälzung, Zufall oder Schicksal. Es gibt dafür viele Begriffe und doch ist ähnliches gemeint. Nicht alles lässt sich logisch erklären oder in eine analytische Ordnung bringen, manches geschieht, wirbelt alles durcheinander und wir müssen irgendwie damit umgehen. Und das kann ständig passieren und an jedem erdenklichen Ort oder in jeder erdenklichen Situation. Wir können jederzeit aus unserer Komfortzone herausfallen, so wie der Narr aus der Einheit fällt.

Das Element Luft ist hier sehr dominant. Luft breitet sich aus, strebt nach oben, wenn sie sich erwärmt. Luft ist aber auch unberechenbar: Treffen verschiedene thermische Luftmassen aufeinander kommt es zu Turbulenzen, Wirbelstürmen oder anderen Wetterphänomenen. So ist das auch beim Narren: er ist aufstrebend, stürmisch, wechselhaft. Anhand dieser Wetter-Allegorie zeigt sich auch wieder, dass Konzepte wie „Vier Elemente“ oder ähnliches nicht einfach aus der Luft gegriffen wurden, sondern ganz klare Bezüge zu realen Phänomenen, Naturgesetzen und Lebensthemen aufzeigen.



Das Narrenspiel

Ein bekanntes Legemuster im Tarot ist das „Narrenspiel“. Dabei wird der Narr aus dem Kartensatz entfernt. Dann wird gemischt und es werden zwölf Karten gezogen. Zu den zwölf verdeckten Karten mischt man den Narren. Dann legt man eine Reihe aus – der Narr repräsentiert uns selbst und in der Kartenreihe sehen wir dann, was bereits hinter uns liegt und was noch kommt.

Das Legemuster ist gut geeignet, um den „Stand der Dinge“ zu reflektieren. Ich wandele das Narrenspiel gerne etwas ab und möchte euch heute zeigen, wie das gehen kann und dabei noch jede Menge Spaß und Kreativität bringen kann. Ihr könnt natürlich trotzdem den Narren für euch als Signifikator wählen, wenn das stimmig für euch ist.



Der Signifikator und die Narrengeschichte

Als Signifikator wählt ihr zunächst eine beliebige Karte der Großen Arkana oder auch eine der Hofkarten – das seid ihr. Geht dabei wieder mit dem Bild, weniger mit den Kartenbedeutungen als solche, es sei denn ihr wollt es so. Ich möchte nur zum Ausdruck bringen, dass hier keinerlei Vorwissen nötig ist und ihr einfach das Bild auswählen könnt, mit dem ihr euch gut identifizieren könnt. Legt eure Signifikator-Karte beiseite und zieht dann acht Karten verdeckt aus dem Stapel. Es können natürlich auch mehr sein, aber mehr bringt nicht immer mehr, sondern kann auch überfordern. Geht nach eurem Gefühl. Zu den gezogenen acht (oder mehr/weniger) Karten mischt ihr nun euren Signifikator dazu. Dann legt ihr der Reihe nach aus, klassischerweise von links nach rechts. Jetzt könnt ihr erstmal euren Signifikator suchen und alles auf euch wirken lassen.

Das Spiel besteht nun darin, eine kleine, luftig leichte (gerne auch witzige!) Narren-Geschichte zu bauen – in etwa wie eine Bildergeschichte. Klammert euch dabei nicht zu sehr an die Kartenbedeutungen, falls ihr sie schon kennen solltet, sondern lasst euch wirklich auf die Bilder ein, die euer Kartensatz enthält. So entdeckt man immer mal wieder neuartige Bedeutungsebenen und bleibt nicht an den Bedeutungen „kleben“, die man schon kennt, gelernt hat und deshalb immer wieder in die jeweiligen Karten hineinliest. Im besten Fall habt ihr euren Signifikator mit einem passenden Hintergedanken gewählt. Ein guter Ansatzpunkt ist es oft, sich zu fragen, wie man sich aktuell fühlt und dazu einen passenden Signifikator zu wählen. Scheut euch nicht davor, die „Bildergeschichte“ lustig oder humorvoll zu gestalten. Narren waren im Mittelalter bekannt dafür, dass sie bittere Wahrheiten in Witz und Weisheit verpackt haben, daran ist nichts auszusetzen und macht die Themen nicht weniger bedeutungsschwer, falls ihr ein ernstes Thema gewählt habt.

Ich habe wieder mitgemacht und den Gehängten gewählt, da ich mich aktuell doch ziemlich „in der Schwebe“ fühle. Hier ist mein Narrenspiel oder sollte ich lieber sagen Hummerspiel? Seht selbst und lauscht gerne diesem Soundtrack, der meine Narrengeschichte musikalisch perfekt und mit ein wenig Witz begleitet.



Die Geschichte vom Hummer, der gekocht werden sollte

Dateiname: Hummerspiel.jpg
Größe: 654,81 KB
19.11.2022, 11:01


Einst vor nicht allzu langer Zeit brach der Hummer zu großen Abenteuern auf (Ritter der Austern/Scheiben) und erkundete neue Lande und Leute, was ihm sehr gefiel. Nach erfolgreichen Reisen aber setzte er sich ein wenig zur Ruhe und gab sich der Muße und der puren Entspannung hin (10 der Hüte/Kelche). Alles war gut im Leben des Hummers und er ahnte nichts Böses. Er schwebte geradezu auf Wolke Zehn der Harmonie. Aber das sollte sich ändern... denn das Leben entschied plötzlich anders: Der Hummer sollte gekocht werden. Jeder Hummer weiß, dass dies kein gutes Omen ist und es eine wirklich sehr missliche Lage darstellt, als Delikatesse auf einem Teller zu landen.

Aber so war es nun, da hing er (Der Gehängte - Signifikator), in den schwitzigen Händen eines üblen Kochs, der im Begriff war, den Brei mächtig zu verderben. Was tut ein Hummer in einem solchen Fall? Richtig! Er steht erstmal Kopf. Klar, was auch sonst. Und jeder weise Hummer weißt: Wenn man in der Tat Kopf steht, gebührt einem die Ehre, die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten zu können. Hierdurch lassen sich ganz neue Einsichten und Entscheidungen abwägen (Die Gerechtigkeit). Aber das alles nützt einem nicht viel, wenn unter einem schon das Kochwasser zu schäumen beginnt. Man sieht wortwörtlich schwarz (5 der Hüte/Kelche). Man sieht sehr schwarz. Und im Endstadium definitiv rot (im Falle des Hummers). 

In dieser misslichen Lage wurde dem Hummer plötzlich etwas klar: Er könnte hier hängen bleiben und alles über sich ergehen lassen oder er könnte die Initiative ergreifen und den Perspektivwechsel endgültig und aktiv vollziehen. Ja und in dieser speziellen Situation gab es auch nur eine Möglichkeit: Die direkte Kontaktaufnahme mit dem üblen Koch, der ihm so gar nicht auf Augenhöhe begegnete (2 der Hüte/Kelche). Das gab lediglich Ärger und Stress, aber nicht ganz aussichtslos. „Bitte, Herr Koch, lassen Sie mich herunter!“ – „Aber, aber, du bist ein Hummer, du gehörst auf den Teller!“ Der Hummer begann zu zappeln und setzte seine mächtigen Scheren nun geschickt dazu ein, es dem Koch so richtig schwer zu machen. Der Koch indes wurde fahrig (9 der Flamingos/Schwerter) und begann zu krakeelen – lauter und hibbeliger.

Unter dem Hummer hatte das Kochwasser nun endgültig zu sieden begonnen und inmitten des ganzen Chaos hätte der Koch den Hummer beinahe in das Kochwasser fallen gelassen. Nur beinahe. Da der Koch völlig außer sich war, gelang es dem Hummer nun spielerisch, ihn gekonnt mit seiner Schere zu packen (Der Magier), was umgehend dazu führte, dass der Koch die Kontrolle verlor und mit dem Gesicht mitten in den Kochtopf stürzte.

Und so wendete sich das Schicksal (Das Schicksalsrad) des Hummers, der gekocht werden sollte und schlussendlich doch entkam, allein durch die Umkehrung seiner Sicht auf die Welt. Die Moral von der Geschicht: Hängende Hummer schmecken nicht. Und: So ausweglos eine Situation auch erscheinen mag, manchmal wendet sie sich geradezu dann zum Besseren, wenn man es am wenigsten erwartet.

* * *

Jetzt du! Teile gerne deine Narrengeschichte, wenn du magst!
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RE: 78 Türen
#19
19.11.2022, 18:09
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Faszinierende Synchronizität! Denn der Narr hatte mich gestern wieder beschäftigt, als ich über das Enneagramm geschrieben habe. Dem Narren entspricht der Enneagramm Typ Sieben am ehesten und das ist ausgerechnet der Enneagramm Typ, den ich in mir selbst noch nicht zur Blüte bringen konnte. Die Sieben wird durch mein Bedürfnis nach Struktur und Ordnung und dem Streben nach Selbstverbesserung und Vollkommenheit erdrückt. Es ist typisch, dass die sehr spontane Sieben für eine Fünf im Enneagramm aber auch für die Eins die alles richtig machen wil, oft im Schatten liegt.

Spannend war dann auch, dass mich dein Musikstück bzgl. der Integration des Narren weiter brachte. Dein Musikstück erinnerte mich an eine meiner Lieblingsbands Dream Theater, welche sich u.a. durch ihre sehr komplexen Songstrukturen auszeichnen, weshalb ich als Fünf diese Band so liebe. Ihre Musik ist wie meine Art zu Denken.

Nun erkannte ich aber durch deinen Song, und den Hinweis auf den Narren, dass die Komplexität, die ich so liebe, auch vom Narren abhängt. Denn es ist ja nicht nur die Komplexität und Verkopftheit, die ich an der Band mag. Was an der Band für mich so besonders ist, ist ihr Vermögen alle bekannten Hörgewohnheiten (Refrain, Strophe, Refrain, Strophe, Bridge, Refrain) zu irritieren, zu durchbrechen, spricht die Ordnung mit einer gewissen Menge an Chaos zu vervollkommnen, wie in diesem Song zu hören. (Eigentlich muss man aber das ganze Album hören, weil es ein Konzept Album ist und sich wie bei Klassischer Musik Themen im Album wiederholen.)

Erst das Chaos macht die Ordnung perfekt. Dream Theater ist aber auch kein totales Fallen ins Chaos, wie beim Free Jazz. Nein Es gibt hier durchaus Struktur. Weil ich die Band Dream Theater so liebe, konnte ich den Narren und vielleicht auch die Sieben im Enneagramm, noch mal tiefer annehmen.

Manchmal macht mir das Chaos Angst, das liegt auch daran, dass meine Traumatisierung mit dem Erleben von Willkür in Kombination mit Gewalt und Missbrauch erfolgte. Ich kann mich gut verstehen, warum ich diese Schwierigkeiten mit dem sehr spontane Narren habe. Ich möchte ihn immer einordnen, um mich sicher zu fühlen. Ich verstehe, dass ich mich durch Ordnung schütze. Ich verwechsele also Spontanität noch mit Willkür. Vielleicht gilt es auch darum genau zu pürfen, ob Menschen zu ihren eigenen Gunsten willkürlich mit anderen Menschen umgehen, oder ob es sich um eine Form der kreativen Spontanität handelt. Manchmal fehlen mir, bedingt durch mein Bedürfnis nach Ordnung, die Momente der Freude und Leichtigkeit und Kreativität. Deshalb möchte ich jetzt an der Stelle zu meinem Selbst sagen: Ich möchte gerne 10 % mehr positives Chaos, Kreativität und Spontanität zulassen, weil ich weiß, dass die höchste Ordnung dann erst perfekt ist.

Und ich musste auch an meinen Alltag denken, und den Umstand, dass ich ja zur Zeit sehr unstrukturiert lebe (ohne Lohnarbeit, ohne zu Wissen wie mein Leben weiter gehen soll) und immer wieder versuche eine Struktur in meinem Leben zu etablieren, die aber von meinem innersten Gefühl immer wieder abgelehnt und sabotiert wird. Ich habe nochmal tiefer verstanden, wie Heilsam das Fehlen von Strukturen für mein Leben ist. Nur muss man dafür eben den Gedanken, was gut und richtig ist, ablegen und am besten nichts wissen, wie der Narr.

Ich hatte mal einen Freund der Bassist war. Durch ihn habe ich Dream Theater überhaupt erst kennen gelernt. Er war halt ein Musik Neard (Enneagramm Typ 5) und hatte ständig über Musik philosophiert und er meinte immer, dass der Sänger von Dream Theater nicht in die Band passen würde. Seine Band Kollegen sind nämlich alle studierte Musiker, die ihr Instrument alle meisterlich beherrschen und James ist technisch kein herausragender Sänger. Weil ich meinem Freund musikalisch und freundschaftlich eine Autorität gab, sah ich das dann erstmal auch so. Bis ich eines Tages erkannte, dass die Band erst durch James perfekt und vollendet ist, denn James ist das Gefühl. Als ich das verstand, verstand ich auch mich Selbst im Gefüge meiner Umwelt. Denn ich fühlte mich fälschlicher Weise oft minderwertig, wenn ich mit anderen Menschen, die viel akademisches Wissen hatten, wissens-technisch nicht mithalten konnte. Ich verstand durch James, dass ich das Gefühl und die Intuition bin und damit unterbreche ich auch auch manchmal die strukturelle Ordnung der Wissenden, wie der Narr es tut. Das Gefühl durchbricht die Ordnung des Verstandes. Im Zusammenhang dazu fällt mir diese Zen Geschichte ein, die mir Hartwig erzählt hatte.

Das Tarot Narrenspiel werde ich auf jeden Falle noch ausprobieren.
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RE: 78 Türen
#20
21.11.2022, 02:05 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.11.2022, 02:48 von ichbinmehr.)
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Also beim ursprünglichen Narrenspiel war ich "etwas" überfordert.

Es fielen folgende Karten in dieser Reihenfolge:

Fünf Kelche
Narr
Turm
Page der Kelche
Ass der Münzen
Neun Schwerter
Ass der Kelche
Sieben Stäbe
Neun Kelche
König der Münzen
Sieben Schwerter
Vier Schwerter

Ich sehe in alldem nur eine riesiges auf und ab, aber es überfordert mich, dass zu deuten.

So und jetzt zu dem zweiten Spiel. Ich habe die Hohepriesterin als Signifikator verwendet. Interessanterweise kamen viele Karten aus dem ersten Spiel erneut. Wie das ja immer so ist beim Tarot.

Es fielen folgende Karten in dieser Reihenfolge:

König der Münzen
Sieben Schwerter
Neun Kelche
Hohepriesterin
Fünf Schwerter
Page der Kelche
Sieben Stäbe
Ass der Kelche
Vier Schwerter

Es geht mit aber auch beim zweiten Spiel nicht wirklich besser mit der Deutung.  grin

Ich habe auch leider gar nicht diesen visuellen Bezug zu den Karten wie du. Ich muss immer die sinngemäße wörtliche Bedeutung kennen, um in meinem Kopf eine Bedeutung zusammen stricken zu können. Ich sehe auch oft keine Symbole auf den Karten, obwohl mit meinen Augen alles stimmt. Ich muss die Beschreibung so einer Karte oft erst hören, damit ich die Symbole wahrnehme.

Zitat:Page der Kelche

[Bild: rw_kelchbube.png]

Im Rider-Waite-Tarot ist "Der Bube der Kelche", auch "Page der Kelche" genannt, ein wirklich schmucker Junge. Mit seinem aufwendigen Kopfschmuck, seinen weichen Gesichtszügen und den zartrosa Seerosen, die sein Gewand verzieren, wirkt der Jüngling recht feminin oder zumindest androgyn. In jedem Buben der vier Hofkarten-Familien des Tarots hat sich tatsächlich auch eine heimliche Prinzessin versteckt.

Fasziniert betrachtet der Bube den goldenen Kelch, den er in der rechten Hand hält. Ein kleiner Fisch schaut daraus hervor, ein Bote des Meeres, mit dem die Farbenreihe der Kelche korrespondiert. Das Element Wasser steht für Emotion und Ahnungen, die Liebende beflügeln, und auch für die künstlerische Inspiration, die Dichter zu romantischen Minnesängern macht, wunderbare Liebeslieder in die Charts bringt oder den jugendlichen Liebhaber auf der Bühne brillieren lässt. Die Körperhaltung des Kelch-Buben, der in die Seite gestemmte Arm, hat schon etwas von einer theatralischen Pose, was meinst du?

Mit dem Fisch, dem Wasserwesen, betrachtet der hübsche Page sozusagen ein Stück seiner eigenen Wasser-Seele. Er schaut sich seine unterbewussten Bedürfnisse und Regungen, seine Träume und Sehnsüchte an. Und das geschieht ganz ruhig, entspannt und liebevoll. Um aufgewühlte Empfindungen geht es hier nicht. Das zeigen auch die sanften, weichen Wellen des Meeres im Hintergrund.

Nur der graue Himmel darüber bringt etwas Skepsis in das schöne Bild: Zu analytisch – oder auch zu leichtfertig! – sollte man auch mit kleinen, unspektakulären Empfindungen lieber nicht umgehen!

https://www.brigitte.de/horoskop/tarot/d...88558.html

Erst nachdem ich die Beschreibung gelesen habe, finde ich die Symbole auf der Karte. Deshalb ist es für mich sehr aufwendeig das Tarot und seine Bedeutung zu lernen, weil ich die Symbole nicht sehe. Ich muss eigendlich immer mit einem Buch arbeiten, es sei denn ich kenne die Karten bereits. Deshalb kann ich nicht einfach wie du eine Geschichte sehen. Ich sehe nur Überforderung. Haha.  lol

Sowas geht irgendwie an meiner Wahrnehmung vorbei. Aus meiner Beschäftigung mit NLP weiß ich, dass es unterschiedliche Wahrnehmungtypen gibt. Im NLP sagt man es gibt visuelle, auditive und kinästhetische Typen. Ich bin auditiv und kinästeth (fühlen), aber mein visueller Wahrnehmungskanal ist mir oft nicht bewusst. Früher als unser alter Fernseher immer gesponnen hatte und so Pixel Bilder gezeigt hatte, habe ich das nie mitbekommen und mein Freund hat sich immer aufgeregt. Ich habe es gesehen, es liegt nicht an meinen Augen, aber ich blende so etwas aus. Wenn ich mit Frank im Wald spazieren gehe, dann bin ich oft ganz in meiner inneren Welt und denke nach. Den Wald um mich herum sehe ich oft gar nicht. Ich muss erst stehen bleiben und gezielt etwas anschauen, um den Wald bewusst zu sehen. Ich sehe ihn sonst nur so periphär. Meine Wahrnehmung ist es gewohnt nach Innen zu schauen, sagt meine Intuition. Ah! Deshalb.

Ich hatte auch immer voll die Schwierigkeit mit den Kindern in der KiTa Memorie oder etwas ähnliches zu spielen. Sobald die Karten keine eindeutigen Symbole hatte, habe ich mich oft verwirrt gefühlt, weil ich sie nicht unterscheiden konnte. Tja was soll ich sagen, ich bin das angeht, wohl in irgendeiner Form neurodivergent und ich glaube dass das diese Überforderungsgefühl mit den vielen Karten auslöst.

Und selbst wenn ich jetzt die ersten vier Karten

Fünf Kelche
Narr
Turm
Page der Kelche

als Geschichte erzählen soll, ist mir das schon zu viel. Ich finde die Aufgabe sehr schwer.

Etwas ist verloren gegangen (5 Kelche), als jemand nicht hingesehen hat (Narr), dann brach alles zusammen (Turm) und dann kam die Liebe (page der Kelche). Haha. Sorry besser kann ichs gerade nicht. wink1
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RE: 78 Türen
#21
21.11.2022, 09:42 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.11.2022, 09:43 von Ursa Major.)
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Hey Steffi!

Cool, dass du es ausprobiert hast. Ja, es ist in der Tat nicht so einfach "Bilder" zu lesen. Wir haben das in unserer Gesellschaft ein bisschen verlernt, weil wir in einer sehr sprachlich-kognitiven Umwelt leben. Es ist verblüffend nicht wahr? Unser Gehirn arbeitet anders, wenn es ein Bild sieht. Manchmal sehen wir dann "nichts" mehr und sind plötzlich "blind".


Zitat:So und jetzt zu dem zweiten Spiel. Ich habe die Hohepriesterin als Signifikator verwendet. Interessanterweise kamen viele Karten aus dem ersten Spiel erneut. Wie das ja immer so ist beim Tarot.

Es fielen folgende Karten in dieser Reihenfolge:

König der Münzen
Sieben Schwerter
Neun Kelche
Hohepriesterin
Fünf Schwerter
Page der Kelche
Sieben Stäbe
Ass der Kelche
Vier Schwerter

Ja, die Karten haben definitiv ihre eigene Sprache. grin Vielleicht gehst du das Ganze auch zu "logisch-verkopft" an. Hier liegt genau die Herausforderung, die ich übrigens auch habe: Sich von dem, was man schon weiß zu lösen und sich immer wieder neu auf das Kartenbild einzulassen. Das ist nicht einfach. Ich werde dazu später noch eine Übung erstellen, die ganz Basic ist. Was auch wichtig ist: Deutung ist nicht gleich Bildergeschichte. Deshalb habe ich bewusst mit der Bildergeschichte angefangen.

Du kannst aber auch das Narrenspiel zu einer 3-Karten-Geschichte machen. Ich habe mal die erste und letzte Karte sowie den Signifikator markiert. Nun ist es vielleicht zugänglicher. Der König der Münzen: Jemand sitzt auf einem Thron, er wirkt ruhig, gelassen und vertrauensvoll. Die Hohepriesterin: Sie sitzt ebenfalls dort und ruht zwischen den Säulen des Lebensbaums, in ihren Händen hält sie geheimes Wissen, sie wirkt im Vergleich zum Münzkönig etwas ätherischer. Vier Schwerter: Ein Sarg. Ruhe. Die Karte wirkt visuell sehr geordnet. Jetzt ziehen wir alles zusammen: Vertrauen und Erdung (Münzkönig) führen über geistige Erkenntnisse (Hohepriesterin) zu Ruhe und Einkehr (vier Schwerter).


Zitat:Etwas ist verloren gegangen (5 Kelche), als jemand nicht hingesehen hat (Narr), dann brach alles zusammen (Turm) und dann kam die Liebe (page der Kelche). Haha.

Genau so. DAS ist eine Bildergeschichte. Keine Sorge, wenn sich das manchmal platt und irgendwie nicht gut genug anfühlt. Genauso machst du es richtig. thumbsu Ernsthaft das ist richtig gut, vor allem wie du den Narren mit einbezogen hast ("als jemand nicht hingesehen hat") - sehr spannende Ebene. normal
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RE: 78 Türen
#22
21.11.2022, 11:00 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.11.2022, 14:02 von Ursa Major.)
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Ein Kartenbild lesen und erkunden – eine Basic Übung

Manchmal sehen wir ein Bild und sind plötzlich wie „blind“. Das liegt daran, dass wir oft sehr sprachlich geprägt sind. Mit Worten können wir irgendwie umgehen, weil sie uns permanent umgeben. Bilder sind hingegen etwas von uns abgerückt und wir haben manchmal nicht mehr den Zugang dazu. Das merkt man dann, wenn man vor den Karten sitzt und eigentlich nichts sieht. Sie scheinen alles und nichts zu sagen und wenn wir eine Bedeutung in Form eines Wortes bereits kennen, lesen wir sie immer wieder in die Karte hinein und gelangen auf diese Weise auch nicht wirklich zu einer befriedigenden Aussage.

Daher soll es heute um ein echtes Basic gehen: Wie liest man überhaupt ein Bild? Geschweige denn eine Tarot-Karte? Ich zeige die Übung heute am Beispiel des Waite-Smith Tarot. Hauptgast der heutigen Ausgabe ist der Wagen.

Dateiname: tarotkarte-der-wagen.jpg
Größe: 629,92 KB
21.11.2022, 10:48



Der Wagen liegt auf dem 18. Pfad des Lebensbaums und verbindet die 3. Sphäre (Binah) mit der 5. Sphäre (Geburah). Hieraus leitet sich seine allgemeine Bedeutung ab. Durch das wiederholte Drehen der Wagenräder wird die bestehende Form (Binah) umgewälzt (Geburah) und hierdurch kommt man vorwärts, obwohl sich etwas „im Kreis dreht“, nämlich die Räder. Es geht beim Wagen also darum, vorwärts zu streben und dabei ist man selbst der Wagenlenker – man hält die Zügel seines Lebenswagens selbst in der Hand.
Bei der Übung, die ich euch gleich zeige, wird es um Assoziationen gehen – ganz platt und stumpf. Dabei geht es einfach nur darum zu benennen, was auf dem Kartenbild zu sehen ist. Und hier kommt bei vielen der erste Konflikt: Man fragt sich dann schnell so etwas wie „Ja also beim Wagen sehe ich schwarz-weiße Wesen, die den Wagen ziehen, aber was soll das jetzt mit der Grundbedeutung des Wagens zu tun haben? Wenn ich so herangehe, lerne ich die Kartenbedeutungen möglicherweise falsch?!“ Stopp, keine Panik auf der Titanic.

Hier ist es wichtig eines zu wissen: Alles, wirklich alles auf einer jeweiligen Karte ist dort mit Absicht „hingemalt“ worden. Alles, wirklich alles auf einer Karte (Gegenstand, Person, Form, Farbe, etc.) korrespondiert unweigerlich mit der „Gesamtbedeutung“ einer jeweiligen Karte.

Also was sehen wir auf der Karte, ganz einfach gedacht:

- ich sehe gelb
- ich sehe Sterne auf einem blauen Tuch
- ich sehe eine Person, frontal ausgerichtet, womöglich männlich
- ich sehe Türme in der Ferne
- ich sehe schwarz-weiße Sphinxen vor dem Wagen

Wenn man die Grundbedeutung des Wagens kennt, wird klar, dass alles „Erkennbare“ auf dem Bild, dieser Grundbedeutung zuspielt. Gelb ist eine kraftvolle Farbe, die Farbe der Sonne und die Sonne ermöglicht uns zu leben. Die Sonne lässt etwas entstehen. Die Sterne auf dem blauen Tuch sehen aus wie der Himmel, die Weite, alle Möglichkeiten, die das Universum innehält. Die Person wirkt entschlossen, frontal, klar ausgerichtet, willensstark. Die Türme in der Ferne rücken ab, da der Wagen von ihnen wegzufahren scheint. Etwas wird hinter sich gelassen, eine Festung vielleicht, ein Gebäude der Qual oder sonst etwas, das nicht mehr dienlich ist (sonst würde man ja dortbleiben). Oder die Festung ist ein sicherer Ort, der einem Kraft und Ressourcen gibt, die einem wortwörtlich den Rücken stärken. Die Sphinxen sind schwarz-weiß im „Yin-Yang-Stil“, sie greifen daher farblich irgendwie ineinander, sie ergänzen sich, gehören zusammen. Sie ziehen den Wagen in die gleiche Richtung – sie ziehen sprichwörtlich an einem Strang und nicht in entgegengesetzte Richtungen. Dabei blicken sie nach vorne.

Alle dick markierten Begriffe spielen der Grundbedeutung des Wagens zu. Nun ist es so, dass man anfangs die Grundbedeutungen vielleicht noch nicht kennt. Das Schöne ist, dass dieses Assoziationsspiel auch andersherum funktioniert: Indem wir Assoziationen zu den Bildelementen finden, erschließen wir uns schrittweise die Grundbedeutung einer Karte, ohne die Bedeutung vorher gekannt oder nachgelesen zu haben.



Zu einem Kartenbild assoziieren und eine Deutung ableiten

Diese Übung kann man mit einer einzigen Karte (oder natürlich mit mehreren Karten) machen, die man sich aussucht oder verdeckt aus dem Stapel zieht. Man kann auch absichtlich eine Karte wählen, zu der man keinen richtigen „Zugang“ findet. Eine gute Möglichkeit kann es auch sein, das Ganze per Mind-Map aufzuschreiben. Es reicht aus, wenn man für den Anfang zwei bis drei oder auch fünf Assoziationen findet und sich dazu dann überlegt, was man selbst damit verbindet. Das ist der erste Teil der Übung. Nun hast du im besten Fall deine Karte und dazu einige Assoziationen:

Dateiname: photo_2022-11-21_10-32-27.jpg
Größe: 238,72 KB
21.11.2022, 10:51


Nun folgt der zweite Teil der Übung: Das „Zusammenziehen“. Du markierst dir jetzt in deinen Assoziationen einzelne Wörter oder Wortzusammenhänge, die dir besonders „wichtig“ erscheinen oder die dich einfach besonders ansprechen und dir gut gefallen. Gehe hier einfach nach deinem Bauchgefühl. Vielleicht ist es auch nur ein einziges Wort, das dich anspringt. Es müssen nicht mehrere sein. Ich wähle in meinem Beispiel folgende Begriffe, da sie mich heute besonders ansprechen:

- entschlossen
- nach vorne blicken

Und nun zeigt sich ganz wie von selbst eine mögliche „Deutung“ beim Zusammenziehen der Begriffe: Die Karte „der Wagen“ gibt mir heute den Tipp, entschlossen nach vorne zu blicken. Punkt. Das wars. So „einfach“ kann eine Deutung sein. Wenn man weitergehen möchte, steht jetzt die Auseinandersetzung mit dem Tipp der Karte an: Ich kann in Ruhe darüber nachdenken, was es für mich bedeutet, entschlossen zu sein. Zu was möchte ich mich überhaupt entschließen und wie könnte ich es umsetzen – heute, hier und jetzt? Welche Überzeugungen helfen mir denn konkret, um nach vorne zu blicken anstatt mich hängen zu lassen? Brauche ich Unterstützung bei etwas? Fehlt mir etwas, um voran zu kommen? Usw.

Nun seid ihr wieder dran, wenn ihr mögt. Postet gerne eure Assoziationsübungen! normal
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RE: 78 Türen
#23
23.11.2022, 14:40 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 23.11.2022, 15:07 von ichbinmehr.)
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Ich glaube mein Zugang zu Bildern ist intuitiv, aber nicht intuitiv analytisch, sondern auf eine verrückte Weise intuitiv. Es hat mit subjektiven Assoziationen zu tun, die zum Teil völlig aus dem logischen Zusammenhang gerissen werden und auf diese Weise zu Erkenntnissen führen. So hatte ich das in der Psychose erlebt. Es gab quasi eine zweite Ebene der Aufmerksamkeit, weil das Stirn Chakra sich ganz geöffnet hatte. Das hatte ich jetzt einige Male beim Tarot des Marseille Deck. Das Raider-Waith-Schmith Tarot wird wohl mein begrifflich analytisches Deck bleiben, welches ich mir über die von Außen kommende vermittelte Bedeutung erschließe. Das erinnert etwas an die Unterscheidung zwischen Objektstufe und Subjektstufe bei der jungschen Traumanalyse. Vielleicht teilen sich diese beiden Ebenen für mich auf zwei Decks auf, damit ich sie erstmal getrennt erlernen kann. Mit dem Tarot des Marseille ist es, als rutsche ich in einen schamanischen Zustand. Es gibt dort nicht so eine rationale Analyse. Das gelingt aber bisher nur bei der großen Arkana und vielleicht noch bei den Hofkarten. Die Bilder auf den Karten sind da sehr deutlich in farbige Segmente unterteilt. Die stechen dann oft in mein Bewusstsein und dann habe ich eine Erkenntnis, ohne dass ich mich konzeptuell beziehe. Oft habe ich so Dinge entdeckt, die ich im Raider-Waith-Schmith Tarot nicht erkannt habe. Zum Beispiel konnte ich so einmal auf einen integrierten Narren schauen, der kein naiver "Guck in die Luft" war, sondern ein Mensch der seine Fähigkeit loszulassen sehr bewusst einsetzt, eine gute Selbstfürsorge hatte und im Sinne des Enneagramms ganzheitlich war, so wie Tuvix.  Diese integrierte Version des Narren hatte mir dann eine größere Annahme für den Narren ermöglicht, weil ich ja keinen naiven "Guck in die Luft" integriert bekomme. Anstatt blind in einen Abgrund zu fallen, kann man ja auch bewusst und souverän über unschöne Dinge hinweg sehen. Das heißt aber nicht, dass man sie nicht sieht. Das hat mir die Karte dann rein intuitiv verraten. Solche Erkenntnisse hatte ich dann mehrmals mit diesem Kartenspiel. Ich habe mir das nirgends angelesen, sondern einfach gewusst, als ich die Karte angeschaut habe. Das Tarot de Marseille ist seit dem mein magisches Deck und ich will die Magie nicht durch eine rationale Bildanalyse kaputt machen. Zu viel Rationalität kann Magie auch zerstören. Deshalb werde ich diese Übung überspringen, um mir diese beiden getrennten Zugänge zum Tarot erstmal noch zu bewahren und opfere dafür die Fähigkeit der rationalen Bildanalyse. Vielleicht bin ich beim nächsten Mal wieder dabei. Was gibt es denn über die Hofkarten zu sagen?
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RE: 78 Türen
#24
23.11.2022, 19:42
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Hey Steffi, das kannst du natürlich so machen, wie du dich am wohlsten fühlst. normal  Ich zeige hier ja einfach nur Ideen, die man ausprobieren kann, aber nicht muss. Sowhl für Tarot-Anfänger als auch für Fortgeschrittene, die sich auf neue und spielerische Herangehensweisen einlassen möchten.

Die Assoziationsübung ist ja auch keine rationale Bildanalyse (aka "kunstwissenschaftliche Analyse"), sondern eine intuitive Deutungsweise. Assoziationen haben einen starken Bezug zum kreativen Denken. Das ist aber alles weitaus komplexer als es erscheinen mag. Ich habe die Übung einfach nur so weit heruntergebrochen wie möglich. Es ist auch klar, dass ich in den Beispielen immer nur die Oberfläche ankratzen kann, denn allein über eine Karte könnte man mehrere Bücher schreiben. Sich das alles zu erschließen ist dann der eigene Weg, den man mit Tarot gehen kann. Insofern nimm dir einfach das mit, was du gebrauchen kannst und den Rest lass hier. normal 

Die Hofkarten sind sehr komplex und oft die Karten, zu denen der Zugang am schwierigsten sein kann. Dazu kommt dann als nächstes etwas. Ich arbeite noch daran, um es wieder möglichst herunterzubrechen auf das Wesentliche - es soll ja zugänglich sein, sodass man es auch praktisch nutzen kann. normal
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RE: 78 Türen
#25
24.11.2022, 11:14 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 24.11.2022, 11:16 von Ursa Major.)
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Die vier Elemente im Tarot


Heute wird es erstmal ein wenig theoretisch, bevor es dann demnächst wieder eine kleine Übung gibt.  normal

Das Konzept der vier Elemente Luft, Feuer, Wasser und Erde bildet neben den kabbalistischen Bezügen einen weiteren wichtigen Pfeiler im Grundaufbau eines Kartensatzes. Insbesondere begegnen uns die vier Elemente im Tarot in Form der Höfe und Hofkarten. Mit den Höfen sind die „Farben“ der Zahlenkarten gemeint. Jeder Hof korrespondiert mit einem der vier Elemente. Die vier Elemente wiederum leiten sich aus dem Rad der Himmelsrichtungen ab: Osten, Süden, Westen, Norden. Das „Rad“ geht auf eine lange Tradition zurück, die bis hin zu unseren kulturellen Wurzeln führt. Ich habe über die Zeit alle möglichen Bezüge zu den vier Elementen gesammelt und zusammengetragen:


Schwerter – Pik

Element: Luft („Ich verstehe“)
Luft korrespondiert mit: Osten, Frühling & Frühlingspunkt, Morgen
Grundenergie: männlich-aktiv/ yang, ausdehnend & initiativ > gedanklich, gelöst
Stichwörter: Mentale Struktur, Verstand, Intellekt, Gedanken, Theorie, Neugier, Geist,
Unabhängigkeit, Imagination, Klarheit, Wissen, Kommunikation, Atmung, Inspiration, Ideen


Stäbe – Kreuz

Element: Feuer („Ich will“)
Feuer korrespondiert mit: Süden, Sommer & Sommersonnenwende, Mittag
Grundenergie: männlich-aktiv/ yang, ausdehnend & initiativ > impulsiv, gespannt
Stichwörter: Wille, Entfaltung, Entwicklung, Begeisterung, Selbstvertrauen, Impuls, Mut,
Sexualität, Leidenschaft, Wachstum, Zerstörung, Kreativität, Wandel, Erfolg


Kelche – Herz

Element: Wasser („Ich fühle“)
Wasser korrespondiert mit: Westen, Herbst & Herbstpunkt, Abend
Grundenergie: weiblich-passiv/ yin, zusammenziehend & beobachtend > emotional, gelöst
Stichwörter: Emotionen, Seele, Gefühlswelt, Flow, Sensibilität, Intuition, Verbundenheit,
Fantasie, Träume, Liebe, Psyche, Reflexion, Reinigung


Münzen – Karo

Element: Erde („Ich habe“)
Erde korrespondiert mit: Norden, Winter & Wintersonnenwende, Nacht
Grundenergie: weiblich-passiv/ yin, zusammenziehend & beobachtend > realistisch, gespannt
Stichwörter: Verlässlichkeit, Halt, Dauer, Geduld, Stabilität, Friedfertigkeit, Trägheit, Starrheit,
Sicherheit, Materielles, Ordnung, Konventionen, Körper, Wohlstand, Schutz, Besitz, Finanzen


Traditionelle Systeme oder Weltanschauungen basieren oft auf „Beobachtungs-Erfahrungen“. Das sehen wir zum Beispiel auch in der chinesischen Tradition, die als Vorbild für Elemente, Gleichnisse und Weisheiten Naturbilder nutzt. Bei den vier Elementen ist es ähnlich. Es lohnt also, sich mit den Elementen auch auf der naturwissenschaftlichen Ebene zu befassen. So werden auch die ganzen Bezüge viel klarer und deutlicher. Zum Beispiel: Luft hat den Bezug zur Kommunikation. Warum ist das so? Weil nur durch Schall stimmliche Kommunikation gelingt. Weil Pflanzensamen und Pollen über den Wind getragen werden und sich Pflanzen so ausbreiten können. Auf diese Weise der Betrachtung lassen sich sämtliche Bezüge zu den vier Elementen herleiten.



Höfe und Zahlenkarten im Tarot

Die Höfe der Zahlenkarten bilden eine enorme Komplexität ab, da sich das Element einer Karte mit der Zahl „paart“ und die Zahl verweist wiederum auf eine bestimmte Sphäre im kabbalistischen Lebensbaum. Schauen wir uns einige Beispiele dazu an:

Die fünf der Schwerter bildet eine Kombination des Elements Luft und der fünften Sphäre (Geburah). Was passiert nun? Sehen wir uns zunächst das Element Luft genauer an: Luft dehnt sich aus, strebt nach oben, ist nicht greifbar und überall, sie unterliegt thermischen Dynamiken. Geburah symbolisiert vereinfacht ausgedrückt eine umwälzende Kraft. Was passiert, wenn sich Luft und Umwälzung „paaren“? Richtig, es gibt ordentlich Turbulenzen, vielleicht sogar einen verheerenden Sturm. Und genau das sieht man auch bei den fünf Schwertern. Da Luft mit Konzepten wie Gedanken, Intellekt und Verstand korrespondiert, haben wir es also mit einer intellektuellen Umwälzung zu tun. Bei Waite-Smith wird dies abgebildet durch eine Niederlage, wobei die hinteren Personen von der vorderen Person entwaffnet wurden.

Anders sieht es aus bei der sechs der Stäbe. Hier trifft Feuer auf die sechste Sphäre (Tipharet). Tipharet symbolisiert vereinfacht ausgedrückt Schönheit und Harmonie. Feuer drängt nach Entfaltung, kann sich blitzschnell entzünden, Wärme spenden oder zu Zerstörung führen. Harmonisiert sich diese „Feuer-Energie“ haben wir es mit einem angenehmen, wärmenden Feuer zu tun. Und wenn Feuer „harmonisch“ brennt, können wir es gezielt nutzen. Die sechs der Stäbe bildet daher Erfolg und Zielerreichung ab, was auch im Bild der Karte deutlich wird. Auf diese Weise lassen sich die Zahlenkarten vertiefen und sinnbildlich ableiten.



Höfe und Personenkarten im Tarot

Die Personenkarten der Höfe – auch Hofkarten genannt – treiben dieses „Kombinationsspiel“ auf die Spitze. Sie kombinieren die Elemente miteinander und bilden dabei menschliche oder persönlichkeitsbezogene Archetypen ab. Hier zunächst einmal eine Übersicht:

Dateiname: Personenkarten.jpg
Größe: 52,15 KB
24.11.2022, 11:03


Was zunächst auffällt ist, dass es in jedem Hof eine Personenkarte gibt, die jeweils einen „reinen“ Archetypen des entsprechenden Elements abbildet. Diese „reinen“ oder selbstverstärkenden Archetypen sind: König der Stäbe (Feuer trifft Feuer), Königin der Kelche (Wasser trifft Wasser), Ritter der Schwerter (Luft trifft Luft) und Bube der Münzen (Erde trifft Erde). In diesen Archetypen konzentrieren sich die Eigenschaften des jeweiligen Elements und verstärken es damit.


Um den 16 Archetypen nun auf die Spur zu kommen, gibt es wieder mehrere Möglichkeiten:

1. Einfach mal in das Kartenbild hineinspüren und /oder dazu assoziieren
2. Bedeutungen anhand der vier Elemente herleiten

Um die zweite Variante zu nutzen, ist es hilfreich sich mit den physikalischen Eigenschaften der vier Elemente und deren Formzuständen zu befassen. Da ich nicht alle 16 möglichen Kombinationen hier erklären werden, nehmen wir wieder einige Beispiele heraus:


Beispiel – Königin der Münzen > Wasser trifft Erde

Was passiert, wenn Wasser auf Erde trifft? Klar, es wächst etwas, da das Wasser die Erde nährt und mit Mineralien anreichert. In diesem Fall gedeiht ein üppiger Dschungel voller Ressourcen. Aber was passiert, wenn es zu viel Wasser ist, das auf die Erde trifft? Das kennt man von Waldspaziergängen nach einem Regenguss... alles wird matschig, schlammig. Die Erde verliert ihren Halt und wird vom Wasser aufgeweicht. Im Extremfall entstehen Moore und Sümpfe, in deren Treibsand man geradezu versinkt ohne auf festen Boden zu treffen.

Wie können wir diese Naturbilder nun in einen menschlichen Archetyp „übersetzen“? Im ersten Fall haben wir es mit einer fürsorglichen Mutter zu tun, die ihrem Kind geben kann, was es braucht. Wasser „befruchtet“ Erde – insofern kann die Königin der Münzen auch eine sehr sinnliche Frau sein. Im zweiten Fall verwässert das haltgebende Erdreich, was sich dann in Form einer ängstlichen und von sich abgeschnittenen Persönlichkeit ausdrücken kann. Kein Halt ist mehr da und verliert den Boden unter den Füßen, weil man buchstäblich versackt.


Beispiel – Ritter der Stäbe > Luft trifft Feuer

Eine brisante Kombination. Was passiert, wenn Luft auf Feuer trifft? Richtig, es bekommt Zufuhr. Ohne Sauerstoff kann Feuer nicht brennen. Ein belüftetes Feuer kann ziemlich heftig werden oder sogar plötzlich entzündet werden, enorme Hitze entwickeln und sich rasant ausbreiten, wenn genug Brennstoff vorhanden ist. Gleichzeitig dehnt sich die Luft durch das Feuer aus und gewinnt an Beweglichkeit. In Form eines menschlichen Archetyps haben wir es mit einer sehr dynamischen, bewegten Person zu tun, in welcher sich Idee (Luft) und Wille (Feuer) paaren, es geht voran. Das kann auch jemand sein, der viel unterwegs ist, Druck im Kessel hat oder platzt vor Energie. Impulsivität ist auch eine Eigenschaft, die hier zu nennen ist.


Beispiel – Bube der Stäbe > Erde trifft Feuer

Erde bildet den Brennstoff für Feuer, beispielsweise in Form von Holz, Kohle oder Zunder. In diesem Fall hat das Feuer eine Grundlage zum Brennen und wird nach und nach auflodern. Brennt das Feuer lange genug und kräftig genug, erschöpft sich der Brennstoff nach und nach oder wird eingeschmolzen. Erde in Form von Stein oder Metall kann sich dann verflüssigen und sich neu anordnen bevor es erkaltet.

Der Archetyp im Buben der Stäbe ist jemand mit Handlungsimpuls, der schrittweise ein Ziel ins Auge fasst und umsetzt. So wie eine Glut behutsam ins Zundernest gelegt werden muss, damit sie sich zur Flamme entwickelt, so investiert der Bube der Stäbe seine Energie gezielt und mit Blick auf das, was er erreichen und verwirklichen möchte. Doch hier ist Vorsicht geboten, denn das Spiel mit dem Feuer kann sich auch ungünstig auswirken und dazu führen, dass man sich die Finger verbrennt. Das Verhältnis von Erde und Feuer muss hier sorgfältig ausbalanciert werden, damit sich das Erdelement nicht vorzeitig erschöpft. Dinge und Ideen überstürzt anzugehen ist hier also nicht der Königsweg.



„Charaktereigenschaften“ der vier Elemente nutzen

Um sich bei den Kombinationen nicht den Kopf zu zerbrechen, kann es hilfreich sein, sich erstmal auf die Grundausprägungen der Elemente zu konzentrieren und sich dann zu überlegen, wie sich die einzelnen Elemente in Kombination miteinander verhalten:

Luft dehnt sich aus, steigt nach oben und ist fremdbewegt. Sie kann durch Feuer erwärmt werden und verhält sich dann anders als wenn sie kalt ist. Auch Wasser kann sich in der Luft anreichern in Form von Nebel oder Wolken. Erde kann sich ebenfalls in der Luft anreichern, im weitesten Sinne durch feinste Partikel und Stäube. Luft unterliegt thermischen Dynamiken und dient als Kommunikationsraum im weitesten Sinne über Schall und Luftwiderstand.

Feuer ist aufsteigend, brennt sozusagen immer nach oben und braucht Sauerstoff, Hitze und eine Grundlage zum Brennen. Wasser löscht Feuer. Viel Feuer kann aber auch Wasser verdampfen lassen und Erde verbrennen, austrocknen oder verflüssigen, je nach Verhältnis und Konzentration. Feuer erstickt ohne Sauerstoff.

Wasser ist fremdbewegt, fließt immer der Neigung nach und tendiert dabei zum Erdmittelpunkt, also zum Gravitationszentrum. Wasser kann aufbrausen, wenn es auf Luft trifft, verdampfen, wenn es auf Feuer trifft und zerstreuen, wenn es auf Erde trifft. Wasser kann sich anreichern mit Erde und Mineralien und ist dann „informiert“ und nährend.

Erde ist formgebend, stabil und im Extremfall „gitterbildend“ und sich anreichernd (zum Beispiel Mineralien, Erze, kristalline Strukturen). Erde kann verbrennen und zu Staub und Asche werden durch Feuer oder schmelzen. Sie kann angereichert werden durch Wasser. Erde kann durch Wasser sowie Luft geformt und verändert und allmählich abgetragen werden durch Erosion. Erde kann aufbrechen durch Erschütterungen, die vom feurigen Erdinneren ausgehen. Erde kann Halt verlieren durch Aufschwemmung.


_____

Ganz nebenbei gesagt: Gerade hier wird wunderbar deutlich, dass sich Wissenschaft und Tarot, Rationalität und Intuition, Fakten und Spiritualität in keinem Fall widersprechen. Viel mehr gehen sie miteinander einher und können sich gegenseitig bereichern und ergänzen. Die Gründe für in Verruf geratene Traditionen (wie Tarot, Astrologie, Volksmagie etc.) sind oft ganz anderer Natur, nicht zuletzt spielt kulturelle Entfremdung eine tragende Rolle. Aber darum soll es ja jetzt gar nicht gehen. Es ist mir nur gerade aufgefallen. grin
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RE: 78 Türen
#26
25.11.2022, 00:51 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.11.2022, 01:01 von ichbinmehr.)
[+] 1 User sagt Danke! ichbinmehr für diesen Beitrag
Vielen Dank für die Erklärung zu den Hofkarten! Jetzt habe ich endlich einen Bezug zu diesen finden können und bin wieder einen Schritt weiter, eigenständig mit dem Tarot zu arbeiten.  happy  hug2


Das hier fand ich auch spannend und erklärt mir warum ich so empfänglich für Energien bin, diese selbst jedoch oft nur schwer lenken und Form geben kann.

Zitat:Luft dehnt sich aus, steigt nach oben und ist fremdbewegt. Sie kann durch Feuer erwärmt werden und verhält sich dann anders als wenn sie kalt ist. Auch Wasser kann sich in der Luft anreichern in Form von Nebel oder Wolken. Erde kann sich ebenfalls in der Luft anreichern, im weitesten Sinne durch feinste Partikel und Stäube. Luft unterliegt thermischen Dynamiken und dient als Kommunikationsraum im weitesten Sinne über Schall und Luftwiderstand.

Feuer ist aufsteigend, brennt sozusagen immer nach oben und braucht Sauerstoff, Hitze und eine Grundlage zum Brennen. Wasser löscht Feuer. Viel Feuer kann aber auch Wasser verdampfen lassen und Erde verbrennen, austrocknen oder verflüssigen, je nach Verhältnis und Konzentration. Feuer erstickt ohne Sauerstoff.

Wasser ist fremdbewegt, fließt immer der Neigung nach und tendiert dabei zum Erdmittelpunkt, also zum Gravitationszentrum. Wasser kann aufbrausen, wenn es auf Luft trifft, verdampfen, wenn es auf Feuer trifft und zerstreuen, wenn es auf Erde trifft. Wasser kann sich anreichern mit Erde und Mineralien und ist dann „informiert“ und nährend.

Erde ist formgebend, stabil und im Extremfall „gitterbildend“ und sich anreichernd (zum Beispiel Mineralien, Erze, kristalline Strukturen). Erde kann verbrennen und zu Staub und Asche werden durch Feuer oder schmelzen. Sie kann angereichert werden durch Wasser. Erde kann durch Wasser sowie Luft geformt und verändert und allmählich abgetragen werden durch Erosion. Erde kann aufbrechen durch Erschütterungen, die vom feurigen Erdinneren ausgehen. Erde kann Halt verlieren durch Aufschwemmung.


Zitat:Ganz nebenbei gesagt: Gerade hier wird wunderbar deutlich, dass sich Wissenschaft und Tarot, Rationalität und Intuition, Fakten und Spiritualität in keinem Fall widersprechen. Viel mehr gehen sie miteinander einher und können sich gegenseitig bereichern und ergänzen. Die Gründe für in Verruf geratene Traditionen (wie Tarot, Astrologie, Volksmagie etc.) sind oft ganz anderer Natur, nicht zuletzt spielt kulturelle Entfremdung eine tragende Rolle.

Mit dieser Frage habe ich mich auch sehr intensiv beschäftigt. Ich glaube dass viele Menschen lernen wollen, rational, logisch und differenziert zu denken. In der Phase wo man das logische Unterscheiden übt, hat das Ganzheitliche oft keinen Platz.

Ich glaube aber dass man auch innerhalb anderer kulturellen Traditionen das Unterscheiden lernen kann und diese Möglichkeit in vielen Themengebieten enthalten ist. Ich habe mal in einer Diskussion in Clubhouse einer Gruppe Muslimen zugehört, die die über Koran Suren debattiert haben. Eigentlich ging es um aktuelle ethische Fragen, die sie diskutiert hatten. Sie haben einander auf bestimmte Suren verwiesen und diese dann individuell interpretiert. Dann wurde diese Interpretation von einer anderen Person wieder in Frage gestellt, mit exaktem Quellenverweis auf eine andere Sure, die das Gegenteil sagt. Ich war fasziniert, dass die alle auswendig wussten, wo das im Buch steht. Da dachte ich, das ist ja fast wie auf dem wissenschaftlichen (orangen) Mem, wo man als Quelle seiner These eine Studie angibt, um seine These zu stützen. Im Islam werden die Auslegungen der Suren von vier obersten Gelehrten abgestimmt. Dieses Verfahren erinnerte mich an einen wissenschaftlichen Konsens. Bei Uneinigkeit welche Interpretaion nun stimmt, wurde der Konsenz der religiösen Führer, als die wahre Auslegung angegeben. Die Menschen waren ja vor dem wissenschaftlichen Zeitalter nicht gänzlich dumm. Scheinbar dient dieses Verhalten sowohl der moralischen Orientierung als auch dem Erwerb einer logischer Argumentation.

Eine intuitive Ahnung würde bei diesem Kompetenzerwerb vermutlich stören und so habe ich meinen Frieden damit gefunden, dass sich manche Menschen derart in ihren Möglichkeiten die Welt zu betrachten einschränken. Ich glaube dass manche Menschen sich diese Beschränkung scheinbar auferlegen, um innerhalb dieses Paradigmas (zb oranges Mem) etwas zu lernen. Manchmal kann ich darauf Rücksicht nehmen, weil ich die Funktion der Selbstbegrenzung verstehe und daher auch würdigen kann. Manchmal jedoch muss ich mich auch durchsetzten, wenn sich Menschen tunnelblickartig verloren haben und den weiten Horizont hinter ihrem Mem nicht mehr sehen können. Der Versuch einer objektiven Betrachtung wie das die Wissenschaft macht, verhindert häufig eine ganzheitliche Sichtweise. Wir haben Gefühle, Emotionen udn Intuition. Das ist immer eine schwierige Entscheidung für mich wie man damit umgeht. Vielleicht macht es die Mischung aus beidem, Akzeptanz und Widerspruch.

Zudem kommt noch die eigene Induviduationsphase hinzu. Manchmal liebt man zum Beispiel Tarot und ist von Menschen umgeben, die so eine Methode ablehnen, weil ssie sagen dass diese unwissenschaftlich ist. Vielleicht ist das eine Art Pürfung, ob man dennoch seinen Weg geht, notfalls ganz alleine. Und obwohl ich an dieser Stelle natürlich mit meiner beschränkten Umwelt gehadert habe, kann sich diese Erfahrung aus heutiger Sicht schätzen. Aus meiner Sicht siehtst du das ganz richtig, dass es diese Trennung zwischen den magischen Elementen und den der wissenschaftlichen Perspektive auf die Elemente gar nicht gibt. Du kannst sehen, dass es diese Trennung nicht exitiert, weil deine Denken weit und ganzheitllich ist. Andere Menschen sehen da eine Trennung, weil sie noch dabei sind das Unterscheiden zu lernen. In der Kabbal gibt es zwei Pfade die heißen einmal das Schwert der Unterscheidung und einmal das Schwert das Verbindet.
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RE: 78 Türen
#27
25.11.2022, 10:00 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.11.2022, 10:01 von Ursa Major.)
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Hey Steffi,

freut mich erstmal, dass du einen neuen Zugang zu den Hofkarten gefunden hast. normal 


Zitat:Manchmal liebt man zum Beispiel Tarot und ist von Menschen umgeben, die so eine Methode ablehnen, weil ssie sagen dass diese unwissenschaftlich ist.


Ja, das habe ich natürlich auch schon erlebt. Es bleibt auch gar nicht aus und ich gebe diesen Menschen noch nicht einmal die "Schuld" für ihre Sichtweise. Ganz viel hängt mit Kulturentfremdung zusammen. Es ist ein bisschen so, wie mit der Esoterik im Allgemeinen. Es gibt zwei Aspekte, die hier zum Tragen kommen:

1. Kulturelle Entfremdung, in dem Sinne, dass man selbst gar nicht mehr weiß, was man für kulturelle Wurzeln hat und "Fremdes" lehnt man rein instiktiv zunächst oft ab. Nicht immer, aber häufig. Manche bleiben auch bei ihrer Ablehnung.

2. Veränderte Definitionen und Konnotationen im Laufe der Sprachgebrauchsentwicklung, in dem Sinne, dass viele Begriffe oder Konzepte heute völlig missverstanden werden, weil die ursprünglichen Bedeutungen verloren gegangen sind. Esoterik wird heute ganz anders assoziiert, als "damals". Tarot und Astrologie sind auch in Verruf geraten, weil wir diese Konzepte eher aus Show-Fernsehen und Entertainment kennen. Dann wird das Ganze auch gerne durch den Kakao gezogen und abgewertet.

Aber wieviel wissen wir schon? Die Wissenschaft ist eine Methode, die Zusammenhänge messbar macht. Aber nicht alles ist messbar. Noch nicht. Da gibt es aus meiner Sicht viel Aufholbedarf und auch eine innere Einstellung, dass vielleicht nicht alles logisch erklärt werden muss. Manchmal reicht es, wenn etwas einem hilft - aus welchen Gründen auch immer. Die wissenschaftliche Methode ist auch ein Streben nach Kontrolle und Vorhersage - ähnlich wie Astrologie und Tarot. Sie arbeiten nur unterschiedlich. Ich für mich nutze gerne beide Richtungen für mich, in der Kombination multipliziert sich der Nutzen. normal
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RE: 78 Türen
#28
25.11.2022, 10:15
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Hey Steffi, nun noch zu deinem ersten Punkt, den ich ebenfalls sehr spannend finde:


Zitat:Das hier fand ich auch spannend und erklärt mir warum ich so empfänglich für Energien bin, diese selbst jedoch oft nur schwer lenken und Form geben kann.

Zitat: schrieb:Luft dehnt sich aus, steigt nach oben und ist fremdbewegt. Sie kann durch Feuer erwärmt werden und verhält sich dann anders als wenn sie kalt ist. Auch Wasser kann sich in der Luft anreichern in Form von Nebel oder Wolken. Erde kann sich ebenfalls in der Luft anreichern, im weitesten Sinne durch feinste Partikel und Stäube. Luft unterliegt thermischen Dynamiken und dient als Kommunikationsraum im weitesten Sinne über Schall und Luftwiderstand.

Feuer ist aufsteigend, brennt sozusagen immer nach oben und braucht Sauerstoff, Hitze und eine Grundlage zum Brennen. Wasser löscht Feuer. Viel Feuer kann aber auch Wasser verdampfen lassen und Erde verbrennen, austrocknen oder verflüssigen, je nach Verhältnis und Konzentration. Feuer erstickt ohne Sauerstoff.

Wasser ist fremdbewegt, fließt immer der Neigung nach und tendiert dabei zum Erdmittelpunkt, also zum Gravitationszentrum. Wasser kann aufbrausen, wenn es auf Luft trifft, verdampfen, wenn es auf Feuer trifft und zerstreuen, wenn es auf Erde trifft. Wasser kann sich anreichern mit Erde und Mineralien und ist dann „informiert“ und nährend.

Erde ist formgebend, stabil und im Extremfall „gitterbildend“ und sich anreichernd (zum Beispiel Mineralien, Erze, kristalline Strukturen). Erde kann verbrennen und zu Staub und Asche werden durch Feuer oder schmelzen. Sie kann angereichert werden durch Wasser. Erde kann durch Wasser sowie Luft geformt und verändert und allmählich abgetragen werden durch Erosion. Erde kann aufbrechen durch Erschütterungen, die vom feurigen Erdinneren ausgehen. Erde kann Halt verlieren durch Aufschwemmung.



Vielleicht kannst du nochmal kurz zusammenfassen, was genau du meinst mit Energien lenken und Form geben.

Was man sagen kann ist, dass jedes Element seine ganz eigenen Stärken und Herausforderungen mit sich bringt. Ich bin zum Beispiel ein sehr luftiger Erd-Typ. Ich neige zu viel geistiger Aktivität, Grübeln etc. und tendiere gleichzeitig zum Verharren und zur Trägheit. Das führt dazu, dass ich viele Ideen oft nicht in die Tat umsetze.

Es ist im Leben ja generell so, dass es Situationen, Stimmungen, Energien etc. gibt, die sich auch nicht in eine Form zwängen lassen wollen. Zum Beispiel ist es mit Emotionen so. Sie korrespondieren ja mit dem Wasser-Element. Nun, man kann Wasser stauen und insofern unterdrücken - wir kennen ja alle die großen Staudämme oder Deiche. Aber das geht nur für einen begrenzten Zeitraum. Irgendwann ist der Deich aufgeweicht oder abgetragen und das Wasser findet seinen Weg. Selbst die stabilsten Staudämme können brechen. Die Naturbilder bzw. Naturbeobachtungen können hier helfen, das Ganze dann psychologisch zu vertiefen, da sich Gefühle ähnlich wie Wasser verhalten. Unterdrückt man sie, stauen sie sich und brechen dann irgendwann umso stärker hervor. Kommt zum Wasser dann noch Feuer hinzu, zum Beispiel in Form von Wut, dann kocht es. Und da gibt es ja auch einige vertraute Sprichwörter dazu. Wenn es kocht und man es dann unterdrückt, dann haben wir das gleiche Prinzip wie bei einem Dampfkessel: Der Druck steigt. Im schlimmsten Fall explodiert das Ganze - und das wiederum kennen wir ja auch in menschlichen Zusammenhängen. grin
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RE: 78 Türen
#29
25.11.2022, 19:06 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.11.2022, 20:18 von ichbinmehr.)
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Zitat:Vielleicht kannst du nochmal kurz zusammenfassen, was genau du meinst mit Energien lenken und Form geben.

Meine Kundalini Energie ist zur Zeit wieder in mir unterwegs ist, aber eben nur die kühlende yin Energie. Ich bin seit Tagen am frieren und ja es liegt auch daran, dass wir die Heizung runter gedreht habe. Mir ist dann aber irgendwann aufgefallen, dass die Kälte, die mich frieren lässt, in mir ist. Kalte Kundalini Energie ist Yin Energie. Es fällt halt nur gerade so stark auf, wegen der äußeren Situation mit der Heizung. Ich bin mein Leben lang ein Sonnenanbeter gewesen, bis zu der Hautkrebsvorstufe und brauchte es immer sehr warm. Jetzt konfrontiert mich die Sache mit der Heizung gerade mit meinem Ungleichgewicht.

Die kühle Energie fließt durch alle Chakren. Logischerweise dachte ich dann, dass die wärmenden yang Energien fehlen. Ich dachte daran zu versuchen Tummo Mediation zu praktizieren, aber ich habe eine starke Überzeugung, dass ich nichts hervorbringen kann. Ich komme nicht gegen diese Überzeugung an. Alle Mediationen und magischen Übungen die das Yang stärken haben nie funktioniert. Ich habe Yin Empfänger Eigenschaften, aber keine Yang Erschaffer Eigenschaften.

Aber dann dachte ich, dass ich in den letzten Jahren so hart an meinen Yang Energie gearbeitet habe, Grenzen setzten, Autonomie, Selbstbewusstsein, etc. dass ich nicht verstehe, warum die yang Energie nicht fühlbar fließt. Und dann hatte ich die Idee, dass die ja vielleicht schon längst fließt, aber ich habe vielleicht keine Wahrnehmung für diese Energie.

Ich kann Energie sehr gut spüren und empfangen, jedoch habe ich kein Sendungsbewusstsein, was der Grund ist, warum ich so viel sende. Mir fehlt Feedback und zwar seit meiner Kindheit. Ich suche das Gefühl, dass ich die Welt verändern und wegen kann. Ich suche Erfahrungen von Wirksamkeit. Ich habe kein Gefühl dafür, in wie fern ich in der Welt etwas lenken, steuern oder bewegen kann und fühle mich emotional hinsichtlich dieses Punktes chronisch unwirksam.

Ich habe kürzlich die Tarot Karte Sonne gezogen und dazu eine Interpretation gelesen. Dabei ist mir dieser Satz aufgefallen:

Zitat:„Sie brauchen Menschen oder Situationen mit der gleichen Sonnenenergie, anstatt als Sonne, Inspiration und Vitalität für Menschen fungieren zu müssen, die ihre eigenen verloren haben und von Ihnen erwarten, dass Sie sie liefern.“

Ich konnte die Idee, dass ich dieses entwickeln muss über Board werfen, weil ich meine erkannt zu haben, dass ich diesen Teil meines Selbst einfach nur nicht wahrnehmen kann. Als Ursache aus traumapsychologischer Perspektive glaube ich, es liegt an den andauernden Entwertungen, die ich seit meiner Kindheit täglich ertragen musste und andererseits daran, dass  meinen positiven Sonnen Eigenschaften als Person nicht gesehen oder benannt wurden.

Das Gleiche ist es mit dem Lenken und Bewegen. Mit Sicherheit bewege ich etwas in der Welt, aber ich fühle es nicht, weil mir von klein an immer gesagt wurde, dass meine Handlungen unbedeutend sind. Selbst wenn ich ein Ergebnis verursacht hatte, wurde mir mein Erfolg noch abgesprochen. Obwohl mein Verstand begreift, dass es das Täterintrojekt ist und ich kognitiv weiß, dass ich wirksam bin und auch eine Sonne in mir trage, fühle ich so und komme nicht dagegen an.

Dass mir meine Sonnenkraft nicht bewusst ist, führt dazu, dass ich meine Sieben (das Sonnenkind) im Enneagramm nicht sehen kann, nicht spüren kann. Das Schattenkind in der Vier sehe ich. Das Kind in mir hat kein Bewusstsein für seine Sonnenkraft.  Ich denke immer wieder mir fehlt die Sonne, auch energetisch fühle ich diese immer nur durch andere Menschen, als Projektion auf diese.

Im Februar dieses Jahres, hatte ich einen Konflikt und daraufhin ist die Yang Energie durch meinen Energiekörper geflossen. Ich habe allerdings nicht genau verstanden, was diese Ereignis ausgelöst hatte.

Es war ein Konflikt zwischen männlichen und weiblichen Energien, mit einer Person die sehr yang war und mein Yin dominieren wollte. Ich wollte aber Augenhöhe, was die Person nicht aushalten konnte. Ich habe auf Augenhöhe bestanden und die Person hat die Beziehung verlassen. Das ist etwas was mir ständig passiert. Menschen können ja so viel Angst haben vor einer selbstbewussten Yin Energie. Dann plötzlich schaute ich auf mein Herzchakra und erkannte, das die Stärke und Durchsetzungsfähig, die ich schon mein ganzes Leben lang vergeblich gesucht hatte, meine Liebe ist. Die Idee das Stärke eine Yang Energie und Liebe ein Yin Energie ist, hatte sich aufgehoben. Es war der Pfad zwischen Geburah (Stärke) und Chesed (Liebe) deine sein dualistisches Denken verloren hatte. Das war ein sehr emotionaler Moment. In dem Moment ist die Identifikation mit meinen physischen Körper weggefallen und ich war nur noch Lichtkörper. Plötzlich floß die yang Energie.

Nur dann verlor ich es wieder, genau zu dem Zeitpunkt als im Außen der Krieg in der Ukraine ausbrach. Da habe ich mich auch gefragt wie das zusammenhängt, weil Krieg ja meist eine yan Sache ist. Ich glaube es könnte an einem Dualismus liegen, an dem ich irgendwie noch anhafte und ich suche da noch den Weg das zu überwinden. Ganz konkret wäre ich aktuell froh, etwas wärmende yang Energie durch mein System fließen lassen zu können. Langfristig möchte ich diese Projektion von Yang Energie auf die Umwelt erlösen und erkennen, dass ich das schon bin. Ich frage mich nur wie ich meine Wahrnehmungsfilter die das verhindern, überwinden kann?

Ich habe auch schon die Karten danach befragt und heraus kam, ich soll irgendwie selbstbewusster sein. Es geht um ein Selbstbewusstein für meine Liebe für meien Yin Energie. Nicht um das Yang was man klassischer Weise als Durchsetzungsfähigkeit versteht. Das ist auch etwas was ich im Außen sehr oft sehe. Wenn Frauen danach streben in ihre Kraft zukommen, dann versuchen die oft einer Yang Kraft zu entsprechen. Dabei sollten sie ihre Yin Kraft ehren. Im Außen als Projektion auf meine Umwelt sehe ich das Dilemma, aber es fällt mir so schwer eine positive Wahrnehmung für meine Yin Kraft, meine Liebe und Sonne zu empfinden, weil diese mein Leben lang nie positiv gesehen wurde. Umgekehrt muss auch erkannt werden, das Yang Energie zb Grenzen setzten = Liebe ist.

Vielleicht hast du dazu ja eine Idee?
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RE: 78 Türen
#30
25.11.2022, 20:26 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.11.2022, 20:33 von ichbinmehr.)
[+] 1 User sagt Danke! ichbinmehr für diesen Beitrag
Ein weiteres Thema zu dem du sicherlich viel sagen und zeigen kannst, sind die unterschiedlichen Tarot Decks und / oder auch Orakel Karten.

Ich wollte dir eine Karte zeigen, die ich gefunden hatte und die ich total klasse finde. Vor allem deshalb weil ich mich ja mit dem Gehängten sehr identifiziere und dieses Bild mit dem Faultier so weise ist. Die Karte passt sehr gut zu dem Leistungsdruck den ich mir immer gemacht hatte, als ich krank war. 

[Bild: sylvia-ritter-thehangedman-sylviaritter.jpg?1506618433]

Oder das hier:

[Bild: 6651b6a2f12b3f930482de135c44fa1e.jpg]

Das Tarot Deck von der Silvia Ritter ist noch nicht fertig. Viele ihrer Bilder die alle mit Krafttieren zu tuen haben, resonieren total in mir.
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