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Fragen stellen will gelernt sein

Fragen stellen will gelernt sein
#1
01.12.2021, 17:06
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Ich habe das Gefühl, dass es beim Befragen von Traumfiguren noch ein großes Potential gibt. Es hat ja rumgesprochen, dass man nicht immer ein Antwort kriegt, oder nur eine absurde Antwort. Das könnte wie man sich leicht denken kann an der Art der Frage liegen. Wer dumm fragt kriegt kriegt eine dumme Antwort. Relativ beliebt bei Klarträumern ist ja "Wer bist du?" Was würdest DU antworten, wenn dich jemand auf der Straße das fragen würde? Vielleicht irgendwas trotziges. Geht den Fremden doch gar nichts an wer ich bin. 

Ein weiterer Fehler besteht darin,  dass man die "falsche" Traumfigur befragt

Noch ein beliebter Fehler ist das Stellen von Fragen die zu schwierig sind oder zu "abgedreht"

Der Rest des Entwurfs ging mir leider verloren... War sowieso zu abgedreht.
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RE: Fragen stellen will gelernt sein
#2
01.12.2021, 21:30
[+] 3 User sagen Danke! Raipat für diesen Beitrag
Als Traumfigur würde ich Dir antworten: ich bin.

Wichtig beim Fragen ist die Intention, die Erwartung. Wenn man eine gute Antwort erwartet, bekommt man meistens auch eine. Dann gibt es noch den Trick, dass man statt traumfiguren direkt „den Traum“ oder die „awareness behind the dream“ fragt. Da kommt immer eine direkt, gute Antwort.
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RE: Fragen stellen will gelernt sein
#3
01.12.2021, 21:32
Zitat:Wenn man eine gute Antwort erwartet, bekommt man meistens auch eine.

Das ist ein guter Tipp. Danke. Das probiere ich mal.
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RE: Fragen stellen will gelernt sein
#4
03.12.2021, 01:51
[+] 1 User sagt Danke! Likeplacid für diesen Beitrag
@Raipat
Auf deine Idee dem Traum eine Frage zu stellen gehe ich weiter unten noch ein.  

Ehrlich gesagt, ich habe noch nie eine Traumfigur im Klartraum irgendwas gefragt (im Trübtraum allerdings schon oft). Ich fragte mich selbst,  wieso ich es noch nicht geschafft habe im Klartraum eine Frage zu stellen. Die Antwort die ich mir selbst gab war folgende: Weil mir die angebotenen Fragetechniken oder Standardfragen (wie z.b. "Wer bist du?" zu schematisch waren. Ich wurde im Klartraum mal "angegriffen". D.h. ich fühlte mich angegriffen, weil eine Traumfigur mit Schwert auf mich zulief. In so einer Situation zu fragen "Wer bist du?" halte ich für wenig aussichtsreich. Ich habe allerdings bisher nur wenige Traumberichte gelesen wo jemand die Frage "Wer bist du?" tatsächlich stellte.

Die folgende Liste von alternativen Fragen mag mir und anderen Klarträumern helfen Traumfiguren effektivere Fragen zu stellen. Ich vermute, man sollte Traumfiguren nicht überfordern, sondern sie eher so befragen wie man ein Kind fragt.

Der Traumfigur mit dem Schwert hätte ich z.B. folgende Fragen stellen können (statt sie einfach einzufrieren und dann in einen Teppich zu verwandeln) :

Was macht dich so wütend?

Warum gehst du auf mich los?

Was hast du mit dem Schwert vor?

Möchtest du mich umbringen?

Vielleicht würde er darauf mit  "Ja" antworten. Ich könnte dann weiter fragen "Und warum?" 

Feindliche Traumfiguren sind ein ernstes Problem beim Klarträumen. Des weiteren stellt, so weit ich es aus Traumberichten von fortgeschrittenen Klarträumern "gelernt" habe ein Problem dar, wenn der Traum an sich irgendwie ungastlich und horrorartig oder unangenehm wird (z.B. kalte Temperaturen,  üble Gerüche, Haare im Mund ). Wenn so was passiert kann es sicher oft weiterhelfen wenn man den Traum direkt befragt. Z.B. "Warum ist es so kalt hier?" oder "Warum funktioniert hier eigentlich gar nichts?" Und wenn das auch nichts hilft? Vielleicht die Frage ändern, so lange bis man eine befriedigende 
Antwort kriegt oder sich das Problem (z.B. Kälte) auflöst. Das alles funktioniert natürlich nur, wenn man im Klartraum ein normales Denkvermögen besitzt. Damit will ich sagen: zum flexiblen Fragen braucht man ein Denkvermögen, das dem 
Denkvermögen des Wachzustands entspricht. Aber ehrlich gesagt: zumindest mit meinem Denkvermögen ist es selbst im Wachzustand oft nicht allzu weit her.
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RE: Fragen stellen will gelernt sein
#5
03.12.2021, 12:15
[+] 1 User sagt Danke! Likeplacid für diesen Beitrag
Mir ist zwischenzeitlich bewusst geworden, dass es vom Wachzustand her eine Hemmung gibt Fragen zu stellen. Diese Hemmung besteht vor allem dann wenn man allein ist. Also dann, wenn keine Person da ist an die man die Frage richten kann. Im Wachzustand ist man aber auch dann oft gehemmt Fragen zu stellen, wenn Leute da sind. Das liegt vermutlich an negativen Erfahrungen, die man als kleines Kind mit "zu vielem" Fragen gemacht. Nach den Erkenntnissen der Entwicklungspsychologie gibt es zwei Phasen in der Kindheit wo vermehrt Fragen gestellt werden. Im ersten Fragealter fragt das Kind nach dem Namen von Dingen (2. Lebensjahr). Im zweiten Fragelalter fragt das Kind nach dem Warum der Dinge (3. Lebensjahr).

https://www.spektrum.de/lexikon/psycholo...alter/5169

Vor allem das zweite Fragealter ist problematisch. Es hängt von der Geduld und vom Einfühlungsvermögen der Erwachsenen ab wie das Kind diese Phase durchläuft und welche Lehren es daraus zieht. Die meisten Kinder beenden diese Phase wohl eher mit der Erkenntnis, dass Fragen nicht allzu viel bringt. Aber gewiss, einige der Warum-Fragen werden von den Erwachsenen in den meisten Fällen zufriedenstellend beantwortet. Es gibt aber auch Kinderfragen auf die Erwachsene keine Antwort haben oder keine Antwort geben wollen. Dieser Prägung sollte man sich bewusst sein, wenn man erwägt Traumfiguren Fragen zu stellen. Traumfiguren sind in gewisser Weise genauso wie reale Menschen, teilweise vielleicht sogar wie die Eltern, die irgendwann keine "dummen Fragen" mehr beantworten wollten. 

Übertragung wird der psychologische Mechanismus genannt, durch den man prägende soziale Erfahrungen der frühen Kindheit auf Personen der Gegenwart übertragen werden. Jetzt wisst ihr also wie man diesen Mechanismus nennt. Nun könnte einer fragen "Und wozu braucht man den?" Weiß ich nicht. Es gibt ihn jedenfalls. 

Wenn ich klar werde, dann fiel es mir bisher nie ein eine Traumfigur anzusprechen. Ich machte eher einen großen Bogen um sie. In manchen Fällen machte ich was sexuelles, aber das dauerte nie lange. Ich zog es vor der weiblichen Traumfigur an die Brust zu fassen statt sie vorher zu fragen ob sie damit einverstanden ist, oder ihr vielleicht eine andere Frage zu stellen um sie erst mal kennenzulernen.  Da muss ich also noch sehr dran arbeiten. Aber das wird wohl kaum gehen, wenn ich dementsprechende Arbeit nicht auch im Wachleben leiste. Ich bin nämlich auch im Wachleben ziemlich gehemmt, was das Ansprechen und Befragen von Leuten angeht. Ich habe in der Beziehung seit meiner Pubertät (wo ich mich kaum traute jemanden nach dem Weg zu fragen) aber schon einige Fortschritte gemacht. 

Man sieht also. Traumleben und Wachleben sind eins. Sie gehen ineinander über. Wer an seinem Verhalten im Traumleben feilt, der wird feststellen, dass sich dies auch auf sein Verhalten im Wachleben auswirkt.
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RE: Fragen stellen will gelernt sein
#6
03.12.2021, 18:23 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 03.12.2021, 18:54 von ichbinmehr.)
[+] 1 User sagt Danke! ichbinmehr für diesen Beitrag
Voll interessant was du sagst, auch mit dem Bezug auf die Prägung. Jedoch obwohl du dich schlau gemacht hast und dich auf Entwicklungsphasen beziehst, interpretierst du das erwachsene Verhalten, ohne (wie ich vermute) deine eigenen Prägungserfahrungen in Frage zustellen. Ich höre heraus, dass du den Glaubenssatz hast, dass es dumme Fragen gibt. Vielleicht musstest du diese Haltung (dumme Fragen) als Kind übernehmen? Stichwort: Introjekt.

Täterintrojekt
https://lexikon.stangl.eu/10883/taeterintrojekte

Wir hatten da oft gar keine andere Wahl, als die Ablehung unserer Eltern uns selbst gegenüber zu übernehmen. Wir mussten ja schließlich in dieser Familie irgendwie überleben. Es geht mir an vielen Stellen ganz genauso. Man kann sich aber fragen, sind die Glaubenssätze die ich da übernommen habe, überhaupt wahr, und liebevoll oder sind dass nur die einschränkenden Sichtweisen meiner Eltern gewesen? Und kann ich mich heute von diesen Sichtweisen abgrenzen und etwas liebevolleres finden, als das was mir meine Eltern beigebracht haben?

Den Täterintrojekten auf die Spur zu kommen ist leider ein ganz schwieriges Thema, weil das meist voraussetzt dass wir die Beziehung zu unseren Eltern komplett in Frage stellen. Dh. die Bezogenheit auf die Eltern aufgeben, denn nur dann können wir unabhängig sein und uns ggf. uns Selbst beistehen. So ein Täterintrojekt verhindert oft uns selbst zu lieben und eine gesunde Selbstfürsorge zu üben.

Entweder ist es das Bedürfnis geliebt zu werden, sich vor Überflutung durch Traumamaterial zu schützen oder es hat die Funktion vor dem Täter geschützt zu sein. Das führt dann dazu, dass man die eigenen Eltern nicht kritisch genug in Frage stellt und diese Introjekte in sich herumträgt. Ein Introjekt, hat meist eine starke Schutzfunktion. Es schützt oft vor Selbstwertverlust und Todesangst.

Beispiel 1:

Kind wird von Vater geschlagen. Weil das Kind auf die Beziehung zum Vater angewiesen ist, sagt sich das Kind. Ich habe die Schläge verdient. Oder. Es hat ja gar nicht weg getan. Es solidarisiert sich mit dem Täter. Es bildet sich also ein Glaubenssatz aus Abhängigkeit weil das Kind die Liebe zum Vater nicht verlieren darf, denn dann wäre es in existentieller Not. Die Haltung des schlagenden Vaters wird verinnerlicht. Das wird Täterinrojekt genannt. da das aber ein unbewusster Prozess ist, wird diese Haltung als gegeben gesehen. Dieser Mensch sagt dann als Erwachsener, Schläge sind etwas normales und er kann sich nicht davon distanzieren, oder umdenken, weil das Täterintrojekt in ihm, ihn davor Schützt die Liebe zum Vater zu verlieren. Das Introjekt hat dann immer noch die Funktion die Liebe nicht zu verlieren, selbst wenn man erwachen ist oder der Vater gar schon verstorben ist. Man hält an diesem Introjekt fest.

Beispiel 2:

Kind wird geschlagen. Weil das Kind sich so klein und ohnmächtig fühlt und das nicht ertragen kann, sagt es sich ich habe einen Fehler gemacht und habe es verdient geschlagen zu werden. Es solidarisiert sich mit dem Täter, um die Ohnmacht nicht zu spüren. Die Ohnmacht bleibt auch als Erwachsener abgespalten und dieser Mensch denkt ständig er hat Strafen verdient. Die ständige Selbstbestrafung, zb im Firm von Selbstkritik  dient dann dazu die Ohnmacht, die als Kind nicht verarbeitet werden konnte, zu wegzuhalten.

Beispiel 3:


Kind wird geschlagen. Der Papa lobt das Kind dass es die Schläge tapfer aushält. Das Kind denkt wenn ich die Schläge tapfer hinnehme und keine Schwäche zeige, hat mich der Papa lieb. Folge: Der Erwachsene wird eine gewisse Härte haben und auch nicht ablegen können, weil er so gefühlt mit dem Vater in Verbindung ist und sich geliebt fühlt.

Beispiel 4:

Vater Schlägt Kind. Er lacht. Das Kind lacht aus hilflosigkeit mit in einer Art Übersprunghandlung. Folge: Wenn Menschen leiden wird das Mitgefühl mit Humor abgewehrt. Unter einem chronischen Narren, könnte also ein trauriges, hilfloses Kind sein.

Gesund wäre es ja mit einem geschlagenen Mitgefühl zu haben. Aber all diese Beispiel personen können das nicht. Deshalb können sie auch nicht liebevoll mit sich selbst und anderen Menschen umgehen. Es gäbe wirklich unzählige Beispiele.

Die Abwehr eines Menschen ist also funktional für ihn. Funktional meint, die Betriebsblindheit hat eine Schutzfunktion und wird deshalb aufrecht erhalten. Man erkennt es ganz gut, wenn man Menschen beobachtet und immer das gleiche Muster sieht. Man erkennt es in sich selbst, wenn man eine Eigenschaft hat, die destruktiv ist, die man aber nicht überwinden kann.

Um so etwas aufzulösen, kann es helfen erstmal die Funktion anzuerkennen. Aber es ist wirklich besser man macht das mit einem Therapeuten, der einen emotional regulieren kann, denn die Täterintrojekte aufzulösen ist wie die Büchse der Pandora zur eigenen Schatten-Hölle zu öffnen. Es kann schnell zu Überflutungen kommen, weil man unter Umständen erkennen könnte, dass die eigene Kindheit gar nicht so rosig war und dann ist es wichtig unterstützt und aufgefangen zu werden.

Täterintrojekte haben immer etwas mit Selbstschutz und Abhängigkeit zu tun, und sie sind sehr schwer zu durchbrechen, weil dann ja erstmal Ohnmacht, Trauer, Schmerz oder Verlust der elterlichen Liebe akzeptiert werden müsste. Es hält unser Bewusstsein jedoch oft trüb und begrenzt unsere Fähigkeit uns zu freien, liebevollen und bewussten Wesen zu entwickeln.

Zurück zu den "dummen" Fragen und zu einer neuen liebevollen Sichtweise

Ich habe die Meinung es gibt keine dumme Fragen. Fragen sind immer intrinsisch motiviert. Alleine dafür sollte man sie ehren, denn sie sind der direkte Ausdruck des Unbewussten und Überbewussten. Fragen entstehen häufig aus Begeisterung für ein Thema. Der Neurobiologe Gerald Hüther sagt, Begeisterung ist die Gießkanne fürs Gehirn. Ein fragendes Kind lernt intrinsisch und dass sollten wir in jedem Fall unterstützen. Fragen dienen also dem Lernen.

Fragen dienen dazu in Beziehung zu sein. Vielleicht kennt ihr das wenn Kinder euch fragen wie heißt du, obwohl sie genau wissen wie du heißt. Das sind so typische Fragen, wo sich das Kind einfach wünscht in Beziehung zu sein. Und selbst wenn man das durchschaut, kann man als liebevoller Erwachsener doch einfach mitspielen. Dann haben die Fragen eine soziale Funktion.

Fragen dienen dazu sich Sicherheit zu verschaffen. Das kann gerade bei Kindern, deren Ur-Vertrauen nicht optimal entwickelt ist, eine gute Strategie sein, um sich Sicherheit zu verschaffen. Ein liebevoller wacher Erwachsener würde solche Fragen beantworten, weil er das versteht. Weil er sich einfühlen kann und weiß, dass das Kind funktional handelt und eigendlich nur versucht sich Sicherheit zu verschaffen.

Es gibt Erwachsene, die die Antwort auf eine Frage nicht wissen und nicht damit umgehen können, zu sagen ich weiß es nicht. Sich Unwissend zu zeigen, bedarf ja der Fähigkeit mit leeren Händen da zu stehen, sich hilflos zu zeigen, und sich mit dem fragenden Kind auf Augenhöhe zu begeben. Dabei ist zu sagen "ich weiß dass ich nichts weiß" sehr weise.

Er gibt Erwachsene, die wollen gar keine Augenhöhe, weil sie einen Machtanspruch haben oder mit dem Kind im Wettbewerb stehen. Es gibt Erwachsene die ungeduldig mit sich selbst sind, und diese Ungeduld auf das fragende Kind projizieren und es deshalb mit seinen Fragen abwerten. Dann sagen sie hör auf, so dumme Fragen zu stellen, oder sie antworten nicht.

Wenn ein Erwachsener es nötig hat, machtvoll über dem Kind zu stehen, dann kann er das vielleicht nicht ertragen, dass ein Kind fragen stellt, die ihn oder die Welt in Frage stellen. Oder die er nicht beantworten kann. Vielleicht wurde er als Kind bestraft, wenn er keine Antwort wusste? Dann verbindet er damit womöglich eine Situation, die er auf alle Fälle abwehren muss.

Fragende Kinder sind große Meister, aber wir neigen dazu, sie zu verkennen. Kinder laufen mit offenen Herzen und offenen Geist durch die Welt. Sie haben die Innere Freiheit zu staunen. Aus diesem Staunen heraus entstehen Fragen. Es ist sehr traurig, wenn wir ihnen sagen, höre auf zu fragen, denn damit begrenzen wir das staunende Kind in uns selbst. Manche Mensche schauen auf die Fragenden herunter, weil sie denken es ginge darum der Antwortende zu sein. Vielleicht haben wir viel mehr Macht, wenn wir die Fragenden sind?

Ein emotional und psychisch heiler Erwachsener fühlt bewusst, wenn eine Frage seinen Selbstwert kränkt. Er fühlt die Kränkung in sich und sucht die Ursache in seiner eigenen Biographie, und ersucht seine Kränkung aufzulösen. Er projiziert seinen Schmerz nicht auf das Kind. Er macht ds Kind nicht zum Symptomträger seines eigene Traumas. Im Gegenteil er ist dem Kind dankbar, dass es ihn mit diesem alten Schmerz konfrontiert hat. Er erkennt im Kind das Fragen stellt, sein Inneres Kind und lernt liebevoll mit sich selbst umzugehen.

Ein heiler Erwachsener könnte sagen: Ich weiß die Antwort leider nicht, aber deine Frage ist total spannend.  Er könnte sagen, wen könnten wir fragen um das herauszufinden. Wer könnte wohl die Antwort wissen? Er könnte sagen, ich müsste da mal in einem Buch oder bei Google nachgucken. Er könnte sagen, ich muss da erstmal drüber nachdenken. Er könnte fragen, warum interessiert dich diese Frage, um mit dem Kind in Beziehung zu treten. Er könnte sagen, deine Frage ist total toll, danke dass du sie mir gestellt hast. Ich weiß es gerade nicht.

Und wenn er schlechte Laune hat, und gar keine Kraft für Fragen, könnte er sagen, im Moment habe ich keine Idee zu deiner Frage. Ich habe gerade keine Zeit. Ich bin gerade so müde. Ich habe aber gehört dass du diese Frage gestellt hast und möchte gerne später noch einmal mit dir darüber reden.

Einem Kind zu sagen, es solle aufhören zu fragen, oder es zu ignorieren ist ein Versagen des Erwachsenen.

Die beiden kurezne Videos von André Stern und Gerald Hüther passen auch perfekt zu dem Thema. Es geht um die kindliche Begeisterung und dessen Förderung. Aber leider haben die meisten von uns gelent, dass diese Begeisterung gebremst wurde.

https://www.klartraumforum.de/forum/show...?tid=18381

Es gibt auch eine ganze Menge spirituelle Lehrer, die aus ihrer eigenen unbewussten Traumatisierung, die Fragen der Schüler abwehren, und das als Weisheit verstehen/verdrehen. Das ist aber oft nur spirituelles Bypassing, also ein Trauma, dass verdreht wurde. Das ist Selbstbetrug. Da ich immer so viele Fragen stelle, habe ich schon einige dieser Art getroffen. Ich spiele diesen Leuten immer ihr innere Kind. Nur die wenigsten erkennen mich, als ihren Schatten. Und naja daran sehe ich ob sie wirklich weise sind, oder noch träumen.

Selten ist aber mal jemand dabei der in der Lage ist, sich der Sache zu stellen. Es ist ja einfacher seinen Schatten nach außen zu projizieren. Es ist aber auch wirklich wirklich schwer, so ein Täterintrojekt aufzulösen. Wenn man selbst immer wieder weggeschickt wurde, wenn man Fragen hatte, denkt man vielleicht, dass das richtig ist. Gerade Menschen die sehr erfolgreich sind, haben es schwer an ihren Schatten zu kommen. Sie begegnen ihrem Schatten meist nur durch das Außen. Dem hören sie aber oft gar nicht wirklich zu. Ein Dilemma.

Wo ich dir auch total zustimme, ist dass einem diese ganze Prägung zum Beispiel nicht beachtet, beantwortet zu werden, in Form von Traumfiguren noch einmal gespiegelt werden kann. Vielleicht könnte man im Klartraum einmal ganz lauf rufen: Ich möchte dass ihr mir zuhört! Ich möchte, dass ihr mich ernst nehmt! Ich möchte dass ihr mich beantwortet! Das ist eurer Job als Erwachsene! Manchmal muss man ernsthaft betrauern, dass man eiskalt ignoriert wurde.

Und dann kann man auch Selbstverantwortung übernehmen wo man sich selbst helfen kann, dem Inneren Kind seine Fragen zu beantworten. Man kann sich selbst sagen, Inneres Kind, ich liebe deine Fragen und weißt du was, alle Menschen die mit deinen Fragen nicht umgehen können, haben noch gar nicht erkannt, welche besondere Kraft in deinen Fragen steckt. Sie sind die dummen. Und dann lacht man laut mit seinem Inneren Kind zusammen, über die dummen Leute, die Fragen dumm finden.

Zitat:Ich bin nämlich auch im Wachleben ziemlich gehemmt, was das Ansprechen und Befragen von Leuten angeht. Ich habe in der Beziehung seit meiner Pubertät (wo ich mich kaum traute jemanden nach dem Weg zu fragen) aber schon einige Fortschritte gemacht. 

Da muss ich an meinen Freund denken. Der fragt nicht, weil er zu Stolz ist um zu fragen. Das ist auch Sturheit. Er denkt er muss alles alleine schaffen. Das nimmt manchmal groteske Züge an. Es ist ja gut vieles alleine zu schaffen, aber er ist nicht flexibel. Er kann nicht nach Hilfe fragen, lieber stirbt er. Das ist auch dumm.

Zitat:Man sieht also. Traumleben und Wachleben sind eins. Sie gehen ineinander über. Wer an seinem Verhalten im Traumleben feilt, der wird feststellen, dass sich dies auch auf sein Verhalten im Wachleben auswirkt.

Sehe ich auch so.

Danke für deine Sichtweise.
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RE: Fragen stellen will gelernt sein
#7
05.12.2021, 12:31
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@ ichbinmehr
Da ich kein großer Leser bin habe ich deinen Beitrag bisher nur überflogen. Mir ist dadurch bewusst geworden, dass ich Traumfiguren vielleicht deshalb meide, weil ich Angst habe von ihnen ignoriert zu werden. Der Grund für die Angst könnte sein, das ich als Kind von meinen Eltern oft ignoriert wurde. Ob ich häufiger als die meisten anderen Kinder ignoriert wurde weiß ich nicht. Entwicklungspsychologie ist keine exakte Wissenschaft. Es wäre sehr aufwändig herauszufinden inwieweit manche Eltern ihre Kinder ignorieren. Man müsste sie heimlich beobachten. Wenn man ihnen sagen würde, dass man sie beobachtet, dann würden sie ihr Verhalten entsprechend anpassen um nicht als schlechte Eltern dazustehen. Selbst wenn es möglich wäre solche Untersuchungen wissenschaftlich korrekt durchzuführen, wäre damit erst ein Bruchteil der Arbeit getan. Es müsste dann auch noch in einer Langzeitstudie ermittelt werden wie sich das unterschiedliche Verhalten von Eltern auf die Lebensläufe ihrer Kinder auswirkt. Solche Untersuchungen (Studien) würden also Jahrzehnte dauern, falls sie überhaupt durchführbar wären. Da  es keine wissenschaftliche Studien über Kindheiten gibt, die andere erlebt haben,  ist es also letztlich ein großes Geheimnis für mich, was andere in ihrer Kindheit erlebt haben. Vielleicht wurden andere viel mehr als ich von ihren Eltern ignoriert und haben TROTZDEM keinen Entwicklungsschaden in Form von "Angst ignoriert zu werden" davon getragen. 

Durchaus, ich könnte mir bessere Eltern vorstellen als meine. Aber heißt es nicht "Du sollst Vater und Mutter ehren" ?  Dieses Gebot basiert auf einem natürlichen Instinkt. Niemand stellt gern seine eigene Familie in ein schlechtes Licht. Wenn ich z.B. einer Frau, die ich erobern wollte erzählen würde wie schlecht meine Eltern (angeblich) gewesen sind, dann würde sie vielleicht denken: "Aus was für einer Familie kommt der denn? Mit dem möchte ich keine Kinder haben. " Man möchte die Qualität der eigenen Abstammung lieber beschönigen. Dies erhöht die eigenen Attraktivität (in den Ohren des Zuhörers). In diesem Sinne: meine Eltern waren einfach Spitze.  

Was das Thread-Thema betrifft. Vielleicht habe ich diesen Thread nur gestartet, weil ich darauf erpicht bin Antworten in mir selbst zu finden. Indem ich Traumfiguren befrage statt reale Personen befrage ich mich im Grunde ja nur selbst. Ich bin aber mehr als nur das "bewusste Ich". Ich möchte Traumfiguren befragen, weil ich mir einblide, sie seien Repräsentanten meines Unterbewusstseins. Als ich das erste mal über das Klarträumen las (u.a. "Schöpferisch träumen" von Paul Tholey und Kaleb Utecht) entwickelte ich den Wunsch im Klartraum von einer Hexe verfolgt zu werden. Mit dieser Hexe hätte ich dann ein Gespräch geführt, das meine psychischen Konflikte geheilt hätte. Aber eine solche Hexe ist nie in einem meiner Klarträume aufgetaucht. Es sind anfangs gar keine feindlichen Traumfiguren aufgetaucht, was  wohl daran lag, dass meine Klarträume anfangs nicht so lang waren wie später. Der schon erwähnte Mann mit dem Schwert tauchte auf als mein erster Klartraum bereits über 20 Jahre zurücklag. Ich bereute es hinterher diese Traumfigur ausgelöscht zu haben, statt ein Gespräch mit ihm zu suchen. Aber hätte dieses Gespräch überhaupt was gebracht? Vielleicht hätte er mir den Kopf abgeschlagen. Das wäre zwar nicht real gewesen, aber weh hätte getan hätte es vielleicht trotzdem. Ich habe dann später versucht rauszufinden, was diese Traumfigur wohl zu bedeuten hatte. Da sind ja alle möglichen Deutungen möglich. Es könnte sich beispielsweise auch um Projektion gehandelt haben. Projektion ist die Verschiebung eigener Motive und Absichten auf andere Personen. Vielleicht hatte ich unbewusst den Wunsch im Klartraum herumzulaufen und Traumfiguren die Köpfe abzuschlagen. Ich hatte mal einen sehr primitiven omnipotenten Klartraum. Da war ich einen Zustand von eingebildeter Allmacht. Das wirkte sich so aus, dass ich Traumfiguren in leblose Gegenstände verwandelte, und zwar in VASEN. Vase könnte als weibliches Symbol (Vagina, Gebärmutter) gedeutet werden. Ich verwandelte also Männer in Frauen wobei die Frauen dann relativ leblos waren. Auf den Vasen konnte man noch die Gesichter und Körper der Männer erkennen. Ich fand das im Traum sehr lustig Männer auf diese Weise zu verwandeln. Das lässt tief blicken. Ich bin irgendwie ein aggressiver Typ. Diese Aggressionen halten mich davon ab mich normal am sozialen Leben zu beteiligen. Das ist ein einsames Leben, aber ich fühle es kaum. Ich fühle die Schrecklichkeit dieser Einsamkeit kaum. Ich ziehe es vor allein zu sein, denn das ist besser als mich den Wünschen irgendwelcher Leute anzupassen. Ich wünschte ich wäre anders. Aber es will mir nicht gelingen mich zu verwandeln. Ich kann mich an einzelnen Tagen oder ein paar Tage anders verhalten. Ich kann zu Abwechslung auch mal kontaktfreudig und nett sein. Aber am nächsten Tag bereue ich es. Ich bin dann wieder in meinem alten Ich, d.h. in meinem gewöhnlichen Ich. Dieses ruht irgendwie in sich selbst. Ich habe das erste mal mit 25 Jahren ein normales Gespräch geführt. Bis dahin habe ich nur Befehle ausgeführt. Wenn ich zu anderen was sagte waren es meistens nur einzelne Sätze. Ich glaube aber es gibt viele Leute die ebenfalls nicht viele Gespräche führen, die aber ansonsten ganz anders sind als, gesellig. Sie brauchen gar keine tiefen Gespräche. Sie ruhen irgendwie in sich selbst. Das tue ich ja auch, aber bei mir ist es was anderes.
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RE: Fragen stellen will gelernt sein
#8
05.12.2021, 20:17 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.12.2021, 20:57 von ichbinmehr.)
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Zitat:Mir ist dadurch bewusst geworden, dass ich Traumfiguren vielleicht deshalb meide, weil ich Angst habe von ihnen ignoriert zu werden. Der Grund für die Angst könnte sein, das ich als Kind von meinen Eltern oft ignoriert wurde.

Das habe ich auch so erlebt. Auch dass sich diese Erfahrung reinszeniert. Ich nutze diese Situation wenn sie entsteht und frage Traumfiguren, selbst dann wenn ich erneut keine Antwort bekomme. Ich wertschätze meine eigene Frage.

Ich gebe den Traumfiguren nicht die Autorität darüber, ob ich fragen stellen darf oder nicht. Ich weiß dass die Antworten ohnehin zu mir kommen, wenn sie kommen sollen. Ich mache das nicht mehr von anderen Menschen abhängig. Ich meide diese Menschen aber auch nicht. Sonst wären sie mir ja immer noch eine Autorität. Dann wäre ich in der Vermeidung einer Zurückweisung.

Wenn ich den Impuls habe zu fragen, weil der Impuls aus meiner intrinsischen Begeisterung kommt, dann frage ich. Spontan und lebendig. Und wer da nicht mitkommt, hat eben pech.

Zitat:Entwicklungspsychologie ist keine exakte Wissenschaft. Es wäre sehr aufwändig herauszufinden inwieweit manche Eltern ihre Kinder ignorieren. Man müsste sie heimlich beobachten.

Ich besitze nicht die Kompetenz um das ganz korrekt einschätzen zu können. Ich weiß nur, dass Entwicklungspsychologen und Pädagogen, Kinder in ihren Entwicklungsphasen beobachten und daher zu ihren Ergebnissen gekommen sind.

Jean Piaget, Lawrenz Kohlberg und Erik Erikson sind die bekanntesten Entwicklungsforscher, die mir zu dem Thema einfallen. Piaget hat zur kognitiven Entwicklungspsychologie geforscht. Kohlberg forschte zur Moralentwicklung. Erikson war der Erste, der herausgefunden hat, dass die Entwicklung nicht im Stadium des erwachsen seins aufhört, sondern dass sich der Mensch bis ins hohe Alter immer weiter entwickelt.

Für das Problem mit der Ignoranz, würde ich dir das Stufenmodell von Erik Erikson empfehlen und versuchen durch eine liebevolle Selbstregulation eine entsprechenden Umkehrung zu bewirken.

Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung

https://de.wikipedia.org/wiki/Stufenmode...ntwicklung

Die 8 Stufen der Entwicklung nach Erik Erikson (Video 5 Min)
https://www.youtube.com/watch?v=7nCCsB6BAHk&t=1s

Ich würde mir bewusst machen, dass ich jetzt wo ich erwachsen bin und nicht mehr abhängig bin, dass jemand auf mich regiert, denn ich kann mich selbst regulieren und selbst nach Antworten suchen.

Es ist manchmal ganz hilfreich zu erkennen, in welcher Entwicklungsphase das Problem in der Kindheit aufgetreten ist, weil man wenn man das weiß, noch besser auf den verletzten Teil eingehen kann und mehr Verständnis für sich findet.

Um so früher das Trauma entstanden ist, um so schwieriger ist es leider das mit kognitiven Methoden zu lösen. Manchmal gibt es gar keine szenische Erinnerung, sondern nur ein schlimmes diffuses Gefühl, aber keine Worte dafür. Für die Arbeit mit solchen Gefühlen ist der Focussing Ansatz (Klaus Renn, Eugen Gendlin, Ann Weiser Cornell) sehr gut geeignet. 

Zitat:Wenn man ihnen sagen würde, dass man sie beobachtet, dann würden sie ihr Verhalten entsprechend anpassen, um nicht als schlechte Eltern dazustehen. Selbst wenn es möglich wäre solche Untersuchungen wissenschaftlich korrekt durchzuführen, wäre damit erst ein Bruchteil der Arbeit getan. Es müsste dann auch noch in einer Langzeitstudie ermittelt werden wie sich das unterschiedliche Verhalten von Eltern auf die Lebensläufe ihrer Kinder auswirkt.

Solche Untersuchungen (Studien) würden also Jahrzehnte dauern, falls sie überhaupt durchführbar wären. Da  es keine wissenschaftliche Studien über Kindheiten gibt, die andere erlebt haben,  ist es also letztlich ein großes Geheimnis für mich, was andere in ihrer Kindheit erlebt haben.
Deine Gedankengänge zur Objektivität sind schon wichtig, dennoch gibt es Studien. Oft erfolgen diese mit einer intervenierenden pädagogisch wirkenden Person, die in das Experiment eingeweiht ist. Bei Langzeit fällt mir direkt das Marshmello Experiment von Walter Mischel ein, bei der Impulskontrolle und Belohnungsaufschub von Kindern untersucht wurden und zwar mit einer Langzeitstudie. Nur damit du dir mal vorstellen kannst wie so etwas aussehen könnte.

Süßigkeiten-Experiment: Welche Kinder können widerstehen? | Quarks (Video 5 Min)
https://www.youtube.com/watch?v=P_xq2PCm0us

Langzeitstudie. Die haben die Kinder, ich glaube bis zu ihrem 25sten oder 30sten Lebensjahr begleitet (ich weiß das nicht mehr so genau), um herauszufinden, ob die Fähigkeit zum Belohnungsaufschub Einfluss auf das Leben diesen Menschen hat.

In diesem Video wird zumindest auf die Langzeitstudie eingegangen, ich hatte mal ne ausführliche Dokumentation da drüber gesehen aber leider finde ich die nicht. War vielleicht auch auf Arte.

Psychologie und Selbstkontrolle: Die berühmten Marshmallow-Experimente von Walter Mischel
https://www.youtube.com/watch?v=mjDADDhvlzs (Video 26 Minuten)

Oder Guck mal hier. Ein Experiment zum Thema Erziehungsstile nach Kurt Lewin. Da kannst du sehen wie, so eine Beobachtung auch ohne Eltern durchgeführt werden könnte. Es sind ja nicht nur die Eltern die Einfluss auf Kinder nehmen. Es sind ja auch Erzieher, Lehrer und andere pädagogisch wirkende Personen.

Teil 1 https://www.youtube.com/watch?v=JppBg4G17FY&t=3s (Video 10 Min)
Teil 2 https://www.youtube.com/watch?v=1ZwSx0bPBuE&t=3s (Video 10 Min)

Bei uns im Kindergarten war mal eine Psychologie Studentin, die hat mit Kindern die kognitiven Entwicklungsstufen nach Jean Piaget nochmal neu erforscht. Das lief durch kleine Aufgaben die die Kinder, die an der Studie teilgenommen haben, machen mussten. Die Kinder haben mit Einverständnis der Eltern teilgenommen. Es wurde erforscht, ob Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren mit der Hand einen Kreis malen konnten, und ob das mit der Phase der Ich-Entwicklung im Zusammenhang steht, denn dass hatte Piaget wohl so beobachtet. In der Studie die die Studentin gemacht hatte, wurde dann geschaut, ob das heute immer noch so ist, oder ob man zu anderen Ergebnissen kommt. Sie kam auch zu anderen Ergebnissen, nämlich dass die Fähigkeit den Kreis zu malen statistisch früher entwickelt war.

Piaget's Theorie der Kognitiven Entwicklung
https://www.youtube.com/watch?v=yxQM6vUXEJI (Video 7 Minuten)

https://de.wikipedia.org/wiki/Jean_Piaget
Zitat:Vielleicht wurden andere viel mehr als ich von ihren Eltern ignoriert und haben TROTZDEM keinen Entwicklungsschaden in Form von "Angst ignoriert zu werden" davon getragen. 

Ja weil es ja auch davon abhängt ob ein Mensch Ressourcen hatte, die ihn zu Bildung von Resilienz ermächtigt haben. Es gibt ein paar ganz gute Bücher über die Entstehung von Traumata die ziemlich gut erklären, welche Umstände zur Traumatisierung geführt haben und was man tun kann, um sich davon zu lösen. Ein guter Einsteig für ist zb Dami Charf – Auch alte Wunden könne heilen.

Wenn man sich dann für die Therapeutenrolle interessiert (auch um sich selbst zu therapieren) sind Peter Levine, Luise Reddemann, Woldemade Hartmann, Michaele Huber, Karl Heinz Brisch, Bessel van der Kolk, Franz Ruppert, Ellert Nijenhuis, ect… Autoren, die zu dem Thema eine Menge veröffentlicht haben.

Es gibt auch schon ein paar pädagogische Ansätze, die Erkenntnisse aus der Entwicklungspsychologie und die Erkenntnisse aus der Traumafoschung miteinender in Beziehung zu setzten. Ein Ansatz ist zum Beispiel BASE von Karl Heinz Brisch, der mit seinem Baby Watching Ansatz ganz gezieht auf die Förderung von Empathie abzielt. Ein snderes Programm  mit dem ich selbst schon gearbeitet habe ist Papilio, ein Programm zur Sucht- und Gewaltprävention für 4-6 Jährige, welches mit einer Langzeitstudie evaluiert wurde. Das sind beides Ansätze für KiTa und Grundschule.

Was nun eine exakte Wissenschaft sein soll, damit kenne ich mich nicht aus. Ich bin was so etwas angeht mehr an einer Essenz interessiert, als dass ich mich da detailversessen an den Methoden stoße. Ich kann aber verstehen, dass andere Menschen andere Lebensentwürfe haben, wo die Exaktheit genau dieser Details eine größere Rolle für sie spielt. Ich nehme aber auch wahr, dass es viele Menschen gibt, die denken dass es in den Geisteswissenschaften, gar keine Methoden zur Messung gäbe. Das ist aber falsch.

Wenn Wissenschaft zu mathematisch wird, und ihr aus lauter Detailversessenheit das große Ganze verloren geht, habe ich immer das Gefühl, dass damit auch die Essenz verloren geht, um die es mir aber eigentlich geht. Mich lenkt ja nicht nur mein Verstand, sondern auch mein Herz. Und manchmal lenkt mich mein Herz von einem mit dem Verstand zu erfassenden Detail weg, um mich wieder am großen Ganzen zu orientieren und mich nicht in Details zu verlieren. Im NLP habe ich gelernt, es gibt Detailsortierer und Überblicksortierer.

Zitat:Der Überblickssortierer schwebt über “dem Ganzen” und sieht keine Details. Dafür hat er eben das Ganze im Blick. Der Detailsortierer sieht – und braucht – jedes kleine Detail und verliert deshalb oft den Blick auf das Ganze.

Hier ein kleiner Artikel zum Thema: https://www.kikidan.com/nlp/das-metaprog...sortierer/

Ich gehöre wohl zu den Überblicksortierern. Im Idealfall arbeiten beide Sorten Mensch zusammen und ergänzen sich in gegenseitiger Wertschätzung der Andersartigkeit, wissend um die Kompetenz des anderen, die einem selbst fehlt.

Zitat:Aber heißt es nicht "Du sollst Vater und Mutter ehren" ?

Ja und an einer anderen Stelle in der Bibel steht: Wenn du Jesus folgst, verlasse Vater und Mutter und deine ganze Familie, gebe alles weltliche auf und folge mir oder so ähnlich. Mit den Religionen halte ich es wie mit der Wissenschaft, ich interessiere mich nur für die Essenz. Deshalb kann ich dir die Stelle leider nicht nennen. Ich fand es mal in einem Buch über die Kabbala, da müsste ich jetzt echt alles durchsuchen. Dazu habe ich keine Lust. Hab ich auch erst spät entdeckt. Die Bibel ist ein integrale Buch, welches sich an den Entwicklungstand des Lesers anpasst.

Es gibt Menschen sie sollen Vater und Mutter ehren (blaues Mem) und Menschen die sollen sie in Frage stellen (ab orangen Mem) denn nur so entwickelt sich ein unabhängiges kritisches Denken. Das wusste Jesus wohl auch schon, ganz ohne Entwicklungspsychologie. Lach. Deshalb wird an der einen Stelle so und an der der anderen Stelle so gesprochen. Wir Menschen sind ja nicht alle gleich.

Zitat:Niemand stellt gern seine eigene Familie in ein schlechtes Licht. Wenn ich z.B. einer Frau, die ich erobern wollte erzählen würde wie schlecht meine Eltern (angeblich) gewesen sind, dann würde sie vielleicht denken: "Aus was für einer Familie kommt der denn? Mit dem möchte ich keine Kinder haben. " Man möchte die Qualität der eigenen Abstammung lieber beschönigen. Dies erhöht die eigenen Attraktivität (in den Ohren des Zuhörers). In diesem Sinne: meine Eltern waren einfach Spitze.

Ich wollte immer einen Partner, der sich mehr für mich interessiert als für meine Familie. Jemand dem ich wichtig bin, nicht woher ich komme.

Sich so stark auf die Familie zu beziehen, das ist typisch purpur und blaues Mem (in Spiral Dynamics), also Ausdruck einer bestimmen Werteebene. Aber wenn du deinen Selbstwert unabhängig vom Außen in dir Selbst findest, bist du nicht mehr so bezogen auf deine Familie. Das passiert dann ab orange, grün und später nochmal bei turkis. Im Ünergang ist man dann im Konflikt zwischen blau (Du sollt vater und Mutter ehren) und orange, grün und turkis (Folge Jesus und lasse deine Familie zurück). Der Konflikt ist ein Konflikt des dazwischen hängens. Und für Atheisten, niemand braucht Jesus, setzt dafür einfach das Wort Ich oder Individualität ein.

Zitat:Was das Thread-Thema betrifft. Vielleicht habe ich diesen Thread nur gestartet, weil ich darauf erpicht bin Antworten in mir selbst zu finden. Indem ich Traumfiguren befrage statt reale Personen befrage ich mich im Grunde ja nur selbst. Ich bin aber mehr als nur das "bewusste Ich". Ich möchte Traumfiguren befragen, weil ich mir einblide, sie seien Repräsentanten meines Unterbewusstseins.

Ist ne gute Idee.

Zitat:Als ich das erste mal über das Klarträumen las (u.a. "Schöpferisch träumen" von Paul Tholey und Kaleb Utecht) entwickelte ich den Wunsch im Klartraum von einer Hexe verfolgt zu werden. Mit dieser Hexe hätte ich dann ein Gespräch geführt, das meine psychischen Konflikte geheilt hätte. Aber eine solche Hexe ist nie in einem meiner Klarträume aufgetaucht.

Tolle Idee. Zur Hexe kannst du mal gucken, ob du dazu ein therapeutisches Märchen findest. Eugen Drewermann ist eine gute Adresse für therapeutische Märchen. Er interpretiert diese symbolisch, halt so wie man einen Traum analysiert. Ich weiß nicht ob der eins mit einer Hexe hat. Aber wenn du verstehst wie er die Märchen deutet, kannst du die Hexe vielleicht selbst deuten.

Ich bin der Hexe in meiner Erfahrung der Psychose begegnet. Sie hat sich mir gezeigt, und ich habe erkannt wer sie ist.

Wolf Dieter Storl erzählt Märchen auch aus einer archetypischen Sicht. Da denkt man immer das wären Kindergeschichten. Finde heraus was die Hexe als archetypische Figur bedeuten könnte.

Zitat:Der schon erwähnte Mann mit dem Schwert tauchte auf als mein erster Klartraum bereits über 20 Jahre zurücklag. Ich bereute es hinterher diese Traumfigur ausgelöscht zu haben, statt ein Gespräch mit ihm zu suchen. Aber hätte dieses Gespräch überhaupt was gebracht? Vielleicht hätte er mir den Kopf abgeschlagen. Das wäre zwar nicht real gewesen, aber weh hätte getan hätte es vielleicht trotzdem.

Kennst du das Buch vom Bartozs Werner, der auch hier im Forum ist. Der hat einen sehr interessanten Ansatz zu dem Thema. Er stirbt bewusst im Traum. Sein Buch heißt Transzendentes Träumen.

Zitat:Ich habe dann später versucht rauszufinden, was diese Traumfigur wohl zu bedeuten hatte. Da sind ja alle möglichen Deutungen möglich. Es könnte sich beispielsweise auch um Projektion gehandelt haben. Projektion ist die Verschiebung eigener Motive und Absichten auf andere Personen. Vielleicht hatte ich unbewusst den Wunsch im Klartraum herumzulaufen und Traumfiguren die Köpfe abzuschlagen.
Ja stimmt man kann es nie wissen. Man projiziert ja ständig. Man kann ja auch allen Deutungen nachgehen und vielleicht erkennen, dass ich alle Perspektiven, die ich in mir habe. Also beide Seiten der Projektion. Täter und Opfer.

Zitat:Ich hatte mal einen sehr primitiven omnipotenten Klartraum. Da war ich einen Zustand von eingebildeter Allmacht. Das wirkte sich so aus, dass ich Traumfiguren in leblose Gegenstände verwandelte, und zwar in VASEN. Vase könnte als weibliches Symbol (Vagina, Gebärmutter) gedeutet werden. Ich verwandelte also Männer in Frauen wobei die Frauen dann relativ leblos waren. Auf den Vasen konnte man noch die Gesichter und Körper der Männer erkennen. Ich fand das im Traum sehr lustig Männer auf diese Weise zu verwandeln.

Das lässt tief blicken. Ich bin irgendwie ein aggressiver Typ. Diese Aggressionen halten mich davon ab mich normal am sozialen Leben zu beteiligen. Das ist ein einsames Leben, aber ich fühle es kaum. Ich fühle die Schrecklichkeit dieser Einsamkeit kaum. Ich ziehe es vor allein zu sein, denn das ist besser als mich den Wünschen irgendwelcher Leute anzupassen. Ich wünschte ich wäre anders. Aber es will mir nicht gelingen mich zu verwandeln. Ich kann mich an einzelnen Tagen oder ein paar Tage anders verhalten. Ich kann zu Abwechslung auch mal kontaktfreudig und nett sein. Aber am nächsten Tag bereue ich es. Ich bin dann wieder in meinem alten Ich, d.h. in meinem gewöhnlichen Ich. Dieses ruht irgendwie in sich selbst. Ich habe das erste mal mit 25 Jahren ein normales Gespräch geführt. Bis dahin habe ich nur Befehle ausgeführt.

Ich hatte eine Hexe als Mutter unter der ich sehr gelitten habe. Aber du weißt ja, bei Hänsel und Gretel kommt sie am Ende in den Ofen. Dann sind Kinder sind frei. Um wieder auf die Ebene von Psychologie zurück zu kommen, wir haben diese Hexenmutter, samt ihrer Hexenmuster oft verinnerlicht.

Innere Kind Arbeit und liebevolle Selbstregulation sind tolle Methode um die verinnerlichte Hexe los zu werden. Selbstregulation bedeutet ja nicht nur Disziplin, sondern auch Liebe.

Mir geht das auch so, dass ich sehr stark im Rückzug lebe, weil meine Schutzmechanismen einfach nicht stark genug sind für die Ellenbogengesellschaft da draußen. Aber ich glaube wenn die Selbstliebe wächst,  dann wächst auch das Vertrauen und dann kann sich vieles ändern. Es ist niemals zu spät für eine glückliche Kindheit. Man muss sie sich nur selbst schenken. Und man beginnt damit, indem man Verständnis für sich selbst aufbringt und sich selbst gegenüber gütig und liebevoll wird. So hat die Hexe immer weniger eine Chance. Vielleicht ist das Thema zu komplex um das in einem Klartraum rein intuitiv zu lösen. Vielleicht kann man am Tag und in der Nacht arbeiten. Beides.

Zitat:Ich habe das erste mal mit 25 Jahren ein normales Gespräch geführt. Bis dahin habe ich nur Befehle ausgeführt. Wenn ich zu anderen was sagte waren es meistens nur einzelne Sätze.

Ich  habe erst mit ca. 30 Jahren zaghaft angefangen zu reden. So richtig erst mit 36 als ich die Psychose hatte. Jetzt rede ich wie ein Wasserfall. Es kann sich alles ändern, wenn du liebevoll mit dir bist. Es dauert. Es ist nicht leicht. Aber es kann sich eine ganze Menge ändern.

Zitat:Ich glaube aber es gibt viele Leute die ebenfalls nicht viele Gespräche führen, die aber ansonsten ganz anders sind als, gesellig. Sie brauchen gar keine tiefen Gespräche.

Das ist auch ne Frage des Mems. Bis zum blaue Mem kann ein Mensch gar keine tiefen Gespräche führen. Orange redet über Sachthemen, spart Emotionen aber noch aus. Grün fängt erstmals an über Gefühle zu reden.

Mit nem blauen ein tiefsinniges Gespräch zu führen ist ein vergebliches Projekt. Da kann man übers Wetter reden, oder über alltägliche Dinge. Mehr nicht.

Sicher gibt es auch Menschen die in sich ruhen, aber die meisten die nicht reden verdrängen, haben resigniert, und sich selbst verloren. Ich glaube dein Bedürfnis nach tiefen Gesprächen ist gesund.
Manchmal sind auch die Anderen die Gestörten. Das darf man sich auch mal eingestehen.  wink1

Ein kleiner Einstieg in die Innere Kind Arbeit. Es sind bisher 3 Texte.
https://bewusstseinsnetz.wpcomstaging.co...nd-arbeit/
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RE: Fragen stellen will gelernt sein
#9
07.12.2021, 01:36 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 07.12.2021, 01:39 von Likeplacid.)
[+] 3 User sagen Danke! Likeplacid für diesen Beitrag
Danke fürs Lesen, danke fürs Verstehen. Ich glaube du willst helfen. Ob es mir geholfen haben wird, weiß ich noch nicht (genau genommen werde ich es nie wissen, denn in der Psyche gibt es keine Kausalbeziehungen die sich nachweisen lassen, außer im Psychologie-Labor).  Ich bin 58, meine Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen. Goethe soll seine erste Liebesaffäre er mit über 70 gehabt haben. Aber das ist nicht unbedingt mein Ziel. Ich finde Sex im Alter ein bisschen eklig. Sex in der Jugend allerdings auch. Es ist bloß so, dass ich Sex im Alter noch ein bisschen ekliger finde. 

So genug Off-Topic. Ich möchte noch mal was zum Thema schreiben. 

Ich hatte vor einigen Wochen einen Trübtraum Da fragte ich die Traumfiguren:

Bin ich geflogen? Sie antworteten natürlich nicht. 

Man könnte im Klartraum Traumfiguren fragen

Fliege ich?

Man könnte sie auch fragen, während man fliegt:

Fällt dir irgendwas an mir auf? Wenn dann eine Traumfigur antwortet "Du fliegst" könnte das ein Hinweis auf ein eigenes Bewusstsein der Traumfigur sein. 

Des weiteren könnte man Traumfiguren im Klartraum fragen woher man sie kennt:

Woher kenne ich dich?

Sind wir uns schon mal begegnet?

Der Fokus meines Interesses läge dabei auf dem Nachweis, dass eine Traumfigur weiß welche reale Person sie darstellt, wohingegen ich diese Person (aus dem Wachleben) vergessen habe.
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RE: Fragen stellen will gelernt sein
#10
08.12.2021, 19:58 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08.12.2021, 19:58 von ichbinmehr.)
[+] 1 User sagt Danke! ichbinmehr für diesen Beitrag
Zitat:Ich bin 58, meine Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen. Goethe soll seine erste Liebesaffäre er mit über 70 gehabt haben. Aber das ist nicht unbedingt mein Ziel. Ich finde Sex im Alter ein bisschen eklig. Sex in der Jugend allerdings auch. Es ist bloß so, dass ich Sex im Alter noch ein bisschen ekliger finde.

Du hast ja Humor.  lol

Ich glaube ja Sex findet vor allem im Kopf statt und das sollte man die Gedanken wählen, die einem Spaß machen. Sex auf körperlicher Ebene ist eine Möglichkeit, aber nicht die einzige. Du könntest ja mal Sex mit Traumfiguren haben und gucken wie ekelig es ist. biggrin

Zitat:Fällt dir irgendwas an mir auf?

Ja du warst gut drauf, als du den Text geschrieben hast.

Zitat:Woher kenne ich dich?

Sind wir uns schon mal begegnet?

Das sind sehr interessante Fragen. Danke sehr.  blumen
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