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Begegnungen» Brücken bauen

RE: Begegnungen
#16
01.05.2021, 16:02
Zitat:"Respektiere deine Gefühle und Bedürfnisse, sowie die, aller anderen, und zwar uneingeschränkt."

Wenn du so einen Satz in den Raum stellst, dann fühle ich dass ein Teil meiner Bedürfnisses nach einer wertschätzenden Kommunikation nicht gesehen wird. Ich fühle mich verletzt, entmutigt, und resigniert, wenn das der Weisheits letzter Schluss sein soll. Für mich kann es das nicht der letzte Schluss ein.

Wer mich kennt, weiß dass ich ich sehr viel Energie invenstiere um Menschen in ihrer Individualität zu akzeptieren. meien ganze Bewusstseinsarbeit stützt sich auf das Verstehen und Akzeptieren der Vielfalt.
Ich sage das, um ein Beispiel anzuführen, dass man die Akzeptanz genauso wie den idealistischen Versuch der Veränderung einer Situation leben kann. Gleichzeitig. Ich widerspreche nicht der Methode der Akzeptanz. Ich sage nur, mir ist das zu einseitig. Mir recht das nicht. Ich fühle das da etwas fehlt. Mein Kerz fühlt dass da etwas fehlt. der Kopf weiß nur noch nicht was.

Ich stelle mal eine Gegenfrage:

Sollte man Gewalt, Unterdrückung, Missachtung, Entwertung, durch Stärkere und Dominantere auch uneingeschränkt akzeptieren?

Ich denke dass es gleichzeitig wichtig ist, an Stellen wo Kommunikation destruktiv ist, etwas zu verändern. Ich weiß selber noch nicht, wie das aussehen könnte. Aber ich weiß, dass wenn ich mich einzig auf den Pfeiler der Akzeptanz stütze, dass ich so keine Freiheit finde. Ich weiß das meine Liebe dann beschränkt bleibt, weil ich an einem Konzept der Akzeptanz einseitig festhalte.
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RE: Begegnungen
#17
01.05.2021, 17:41 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 01.05.2021, 17:52 von Nuevo.)
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(01.05.2021, 16:02)ichbinmehr schrieb:
Zitat:"Respektiere deine Gefühle und Bedürfnisse, sowie die, aller anderen, und zwar uneingeschränkt."

Wenn du so einen Satz in den Raum stellst, dann fühle ich dass ein Teil meiner Bedürfnisses nach einer wertschätzenden Kommunikation nicht gesehen wird. Ich fühle mich verletzt, entmutigt, und resigniert, wenn das der Weisheits letzter Schluss sein soll. Für mich kann es das nicht der letzte Schluss ein.


Wer mich kennt, weiß dass ich ich sehr viel Energie invenstiere um Menschen in ihrer Individualität zu akzeptieren. meien ganze Bewusstseinsarbeit stützt sich auf das Verstehen und Akzeptieren der Vielfalt.  ...

Ich wollte damit eigentlich zum Ausdruck bringen, dass es wichtig ist, sich selbst und andere zu verstehen und zu akzeptieren. Aber ich sehe das genauso, dass ist nicht der Weisheit letzter Schluss. 

(01.05.2021, 16:02)ichbinmehr schrieb: ...
Ich stelle mal eine Gegenfrage:

Sollte man Gewalt, Unterdrückung, Missachtung, Entwertung, durch Stärkere und Dominantere auch uneingeschränkt akzeptieren?

...

Nein, auf keinen Fall. Ist aber auch, glaube ich, nicht der Sinn der GfK.


(01.05.2021, 16:02)ichbinmehr schrieb: ...
Ich denke dass es gleichzeitig wichtig ist, an Stellen wo Kommunikation destruktiv ist, etwas zu verändern. Ich weiß selber noch nicht, wie das aussehen könnte. Aber ich weiß, dass wenn ich mich einzig auf den Pfeiler der Akzeptanz stütze, dass ich so keine Freiheit finde. Ich weiß das meine Liebe dann beschränkt bleibt, weil ich an einem Konzept der Akzeptanz einseitig festhalte.

Frage, wozu dient, deiner Meinung nach, die GfK? Was kann GfK leisten?

Ich finde das Wort "Gewalt", in "Gewaltfreie Kommunikation", etwas irreführend, weil es immer etwas drastisches impliziert.
Aber was ist mit folgendem, fiktiven Beispiel: Ich sage zu einem Kind, "Es macht mich traurig, wenn Du dein Zimmer nicht aufräumst und alles, überall liegen lässt". Ist das dann Gewalt? - 
Die Botschaft die dabei übermittelt wird ist, ich mache das Kind dafür verantwortlich, dass es mir nicht gut geht, ich sage ihm, Du bist Schuld, das ich traurig bin. Vielleicht mache ich das mit dem Ziel, es dazu zu bringen, dass es sein Verhalten ändert, das wäre das Konzept von Belohnung und Bestrafung. Ist das Gewalt?

Mal ein ganz anderes, drastisches Beispiel von Rosenberg: Wenn ich zwischen zwei verfeindeten Kriegsparteien, die sich über Jahre, gegenseitig, Leid zugefügt haben, vermitteln möchte, die nun aber ein Ende der Gewalt wünschen und sich zusammensetzten, ist es dann Hilfreich, solche Verhandlungen damit zu beginnen, dem anderen vorzuwerfen, was er alles getan hat, wer damit angefangen hat u.s.w.?

Ich denke, das ist ein sehr extremes Beispiel, aber zeigt, wie GfK helfen kann, zu kommunizieren.
GfK fängt im kleinen an, das System von Belohnung und Bestrafung, von richtig und falsch, aufzugeben, wenn man kommunizieren möchte. 

Ich finde es schwierig, in jeder Situation "gewaltfrei" zu kommunizieren aber ich versuche es, und wenn ich es auch nur ein wenig schaffe, verbessert es die Lebensqualität.
Am helllichten Tage, in finsterer Nacht, nichts entgeht meiner Wacht.

Green Lantern


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RE: Begegnungen
#18
01.05.2021, 19:56 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 01.05.2021, 20:11 von ichbinmehr.)
Zitat:Nein, auf keinen Fall. Ist aber auch, glaube ich, nicht der Sinn der GfK.

Den Sinn vergibt ja jeder Selbst.

Zitat:Frage, wozu dient, deiner Meinung nach, die GfK?

Ich möchte Empathie fördern. Das Problem ist, man kann Empathie nicht erzwingen. Ich hoffe es dient mir einmal mal Brücken zu bauen, wo alle Gespräche aus lauter Resignation längst abgebrochen sind.

Zitat:"Es macht mich traurig, wenn Du dein Zimmer nicht aufräumst und alles, überall liegen lässt". Ist das dann Gewalt? - 

Das ist noch kein richtiges GFK. Da fehlt noch der Satz, weil ich mir Ordnung wünsche. Erst wenn der eigene Wunsch geäußert ist, kann das Kind überhaupt Verständnis und Empathie für den Erwachsenen aufbringen. Sonst sind das nur nette Worte die eigendlich dafür stehen: Ich will das du dein Zimmer aufräumst.
Es ist gerade die verletzliche Selbstoffenbarung die den feinen Unterschied macht.

Dann erfolgt die Bitte: Könntest du bitte dein Zimmer aufräumen, damit ich mich wohler fühlen könnte? Wichtig ist zu verstehen, dass das eine Bitte ist. Die Bitte muss aber nicht erfüllt werden! In der Erwartungslosigkeit eröffnet sich ein Raum der Freiheit.

Es gibt also keinen autoritäten Elternteil, der seinen Willen einfach nur nett verpackt ausdrückt. Nein es ist eine Haltung der Wertschätzung der Freiheit und der Erwartungslosigkeit. Das bedeutet auch Machtverzicht für Eltern.

Zitat:Die Botschaft die dabei übermittelt wird ist, ich mache das Kind dafür verantwortlich, dass es mir nicht gut geht, ich sage ihm, Du bist Schuld, das ich traurig bin. Vielleicht mache ich das mit dem Ziel, es dazu zu bringen, dass es sein Verhalten ändert, das wäre das Konzept von Belohnung und Bestrafung

Genau das habe ich in deinem Satz auch gehört, oder besser gefühlt. Als nette Worte, aber in Wirklichkeit fehlt da nochwas damit es GFK ist: Eine Haltung der bedingungslosen Wertschätzung und Erwartungslosigkeit, in der der Raum für wahre Empathie aus der Freiheit entstehen kann.

Man kann Empathie niemandem aufzwingen, nach dem Motto lerne jetzt endlich empathisch zu sein. Dann werden sich die Leute zurecht dagegen wehren. Es geht darum diesen Raum der Erwartungslosigkeit selbst zu öffnen, verletzlich inden Raum zu gehen, dann können vielleicht Wunder geschehen?

Das war die Antwort auf meine Frage. Hahah. Jetzt hab ich es verstanden.
Es sind nicht sie Sätze die aneinander gereiht werden, es geht um die Haltung mit der man die Satze spricht.
Und diese haltung die kann man nicht so mal eben einüben. Deshalb glaube ich, muss um wirkliches GFK praktizieren zu können, persönlich reifen bis man sich verletzlich zeigen kann und erwartungslos ist. 

Zitat:GfK fängt im kleinen an, das System von Belohnung und Bestrafung, von richtig und falsch, aufzugeben, wenn man kommunizieren möchte. 

Ja ich finde das ist ganz entscheidender Denkansatz.
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RE: Begegnungen
#19
01.05.2021, 19:57 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 01.05.2021, 20:00 von hörnix.)
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Zitat:
"Ich sage zu einem Kind, "Es macht mich traurig, wenn Du dein Zimmer nicht aufräumst und alles überall liegen lässt". Ist das dann Gewalt? - 
Die Botschaft, die dabei übermittelt wird ist, ich mache das Kind dafür verantwortlich, dass es mir nicht gut geht, ich sage ihm, Du bist Schuld, dass ich traurig bin. Vielleicht mache ich das mit dem Ziel, es dazu zu bringen, dass es sein Verhalten ändert, das wäre das Konzept von Belohnung und Bestrafung. Ist das Gewalt?"


Ja klar, es ist Gewalt. Außerdem ist es gelogen, wenn man den eigenen Ärger umformuliert und Schuldgefühle zur Manipulation einsetzt. Deuten kann ein Kind das noch nicht. Es wird emotional verwirrt sein, da unterschiedliche Signale kommen.
Wenn man bedenkt, wie Kinder mit übertragenen Schuldgefühlen oft noch nicht umgehen können, fände ich das Vorgehen mehr als fragwürdig.
Letztlich hilft beim Zimmeraufräumen und bei Ehrlichkeit nur die Vorbildwirkung. Kinder werden GFK, wie viele Erwachsene, nicht durchschauen, aber doch die Widersprüche spüren.
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RE: Begegnungen
#20
01.05.2021, 20:01
Zitat:Kinder werden GFK, eue viele Erwachsene, nicht durchschauen, aber doch spüren.

Du hast total Recht mit deiner Empfindung. Bitte lies nochmal was ich über dir geschrieben habe. Das was Nuevo dargestellt hat, ist auch kein GFK. Deshalb fühlt es sich so falsch an.
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RE: Begegnungen
#21
30.08.2021, 00:46 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 30.08.2021, 00:46 von ichbinmehr.)
Kurze Inspiration zur Kommunikation mit Andersdenkenden. Video 5 Min.

Was ich spanned fand, war die Idee der "Zweinigkeit" = Akzeptanz der Nicht Einigkeit.

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RE: Begegnungen
#22
08.09.2021, 02:04
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Ein Vorschlag: In meiner Welt

Der NLP Trainer Chris Mulzer spricht in seinen Seminaren gerne von Möglichkeiten, durch flexibles Denken mit der Welt umzugehen. Als es einmal um das Thema Toleranz ging, brachte er einen Einwurf eines bekannten Linguisten zur Determiniertheit des Wortes IST:

„Alfred Korzybski hat herausgefunden, dass Du mit dem Wort IST Deine Realitätswahrnehmung markierst, als wäre sie die tatsächliche Wahrheit.

Zwei Menschen, zwei Welten, zwei Wahrnehmungen – und jeder hält die seine für wahr. Eine gute Basis für Auseinandersetzungen.

Korzybsk schlägt deshalb vor, an Stelle des Wortes “ist” einen Ausdruck wie “in meiner Welt” zu verwenden und damit die Relativität Deiner und der Wahrnehmung Anderer zu markieren.

Das hat allerdings einen Nachteil: Du kannst Dich dann nicht mehr mit Anderen streiten, weil jeder “nur” eben seine Weltsicht darstellen und vertreten kann.

Inspiriert du ein sehr spannendes Gespräch mit meinem Freund Christian hatte ich gerade folgende Idee. Ich glaube er hatte in seiner Welt die selbe Idee.

Was wenn jeder wirklich in seiner Welt lebt?

Was wenn der Spruch von Chris, dass man sagen soll, in "meiner Welt", nicht nur ein Spruch ist, der dem Anderen auf der Ebene der Toleranz seine Welt zu gesteht, sondern wir es mal wortwörtlich nehmen? Meine Welt im Sinne von Parallelwelten. Stellt euch das mal vor. Was wäre denn die Folge dessen?

Frieden
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RE: Begegnungen
#23
08.09.2021, 09:15
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Ich komme auch immer mehr zu demselben Schluss. Das Beste daran ist, es in der Praxis zu erkunden.
Klarträumer sind Stehaufmännchen
Die Wahrheit macht frei.

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