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Gewalt gegen Kinder» Heilung der Opfer, Vergebung der Täter, Selbstschutz, Täterintrojektion

Gewalt gegen Kinder
#1
07.03.2021, 17:31 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 07.03.2021, 17:36 von ichbinmehr.)
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Ich bin gerade über diesen Text gestolpert, bei dem es u.a. um die historischen Hintergründe der Gewalt gegen Kinder geht.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/ein...obal-de-DE

Wie steht ihr zu dem Thema? Habt ihr Gewalt erlebt? Wenn ja in welchem Außmaß?

Ist das ein Thema über das ihr sprechen wollt, sprechen könnt? Mir ist ja lange der Mund verboten worden. Es war mir peinlich, dass ich geschlagen wurde, als ob das meine Schuld gewesen wäre. Und als ich dann an dem Punkt war, dass mit 30 J etwa mal bei den Eltern anzusprechen (da dachte ich ja noch sie hätten eingesehen, dass das falsch war) wurde ich 1. ignoriert und als ich dann weiterhin drauf bestand, das Thema mal auf zu klären, wurde ich "entfreundet".

Sie bestanden darauf, dass das nie geschehen war. Das hat mich am meisten gekränkt, dass sie meine Realität nie anerkannt haben. Das es geschen ist, ok, damit kannich leben. Aber dass sie mich ignoriert haben, dass kann ich nicht verzeihen. Sie verboten mir, den Mund, so wie früher. Meine Mutter erzählte mir, ähnlich wie im obrigen Bericht, sie musste sich als Kind ausziehen. Ihr Vater schlug ihr dann mit einem Ledergültel auf die nackten Beine. Und dann hob sie den Finger und belehrte mich stolz und sagte: Und am wichtigsten war, ich durfte nicht weinen. Da war mir klar, warum ich nichts sagen dufte.

Mir blieb dann erstmal nur ein Leben was der Gewalt Einhalt gebieten wollte. Ich hatte starke Idealistische Ziele. Aber dann brachen die auch zusammen. Und dann blieb nichts mehr, als sich erneut der Ohnmacht zu stellen.

Ich versuchte meiner Mutter Mitgefühl zu geben, für das was sie erlebt hatte, bevor ich ansprach was sie mir angetan hatte und dass ich damit immer noch im Konflikt bin. Mein Mitgefühl konnte sie jedoch nicht nehmen. Sie sagte, es hat ihr nicht geschadet und es hätte mir auch nicht geschadet. Sie lehnte mein Mitgefühl ab. Sie hatte kein Mitgefühl für mich.

Heute verstehe, ich sie konnte ihre Eltern nicht verurteilen, weil sie die Beziehung zu ihren Eltern brauchte. Obwohl die Großeltern ja längst tot waren, war sie mit dem Täter identifiziert und hatte ihn geschützt. Das geschieht wenn die Erkenntnis " Ich bin Opfer von Gewalt" noch mehr Ohnmacht erzeugen würde. Dann hilft die Identifikation mit dem Täter, sich sicher zu fühlen und die Situation zu verarbeiten. Man kennt das auch als Stockholmsyndrom oder Täter - Introjektion.

Ich hab mich dann für mich entschieden, und die Beziehung verlassen. Lange hatte ich Schuldgefühle, mich für mich entschieden zu haben, bis ich merkte, dass die Schuldgefühle auch noch aus verdrehter Ohnmacht bestanden und dass ich unschuldig war. Natürlich war das nicht das einzige Thema. Die ganze Beziehung bestand aus solch einem Verhalten.

Mein Vater hat mich noch nie geschlagen, aber er guckte zu wie meine Mutter mich schlug. Er beschützte mich nicht. Auch nicht als ich ihn als KInd darum anbettelte, weil ich wusste dass er das nicht gut fand. Er wagte nicht, mich zu beschützen. Bis heute trägt die Gewalt und die damiut Verbundene Missachtung tiefe Wunden in mir, die mein Alltagsleben teils beherrschen.

Wie kann man sowas verarbeiten? Was können wir tun, dass Kinder in Sicherheit sind? Wie kann man Menschen die so hart drauf sind, wie meine Mutter zb aus ihrer Täterintrojektion rausholen, ohne dass sie daran zerbrechen? Kann man das nur so akzeptieren, dass sie die Wunde nicht anschauen können? 

Ich habe vieles geistig verstanden. Auch emotional habe ich vieles verarbeitet. Aber der Körper hängt immer noch im Trauma-Modus. Was könnte man für den Körper tun, damit er endlich Sicherheit findet?
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RE: Gewalt gegen Kinder
#2
07.03.2021, 19:02 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 07.03.2021, 19:27 von Lucinda.)
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(07.03.2021, 17:31)ichbinmehr schrieb: Wie kann man Menschen die so hart drauf sind, wie meine Mutter zb aus ihrer Täterintrojektion rausholen, ohne dass sie daran zerbrechen? Kann man das nur so akzeptieren, dass sie die Wunde nicht anschauen können? 

Hallo Steffi,

es handelt sich dabei um Erwachsene, die für ihr Handeln Verantwortung tragen.

Trotzdessen, dass sie selber einst Opfer waren, können nur sie selber entscheiden, ihre erlittenen Schmerzen anschauen zu wollen.

Wenn sie das tun können, spüren sie gleichfalls den Schmerz, den sie anderen angetan haben.

Das schmerzt doppelt, deshalb können sie vielleicht nicht hinschauen?

Zitat:Mein Vater hat mich noch nie geschlagen, aber er guckte zu wie meine Mutter mich schlug. 

Vielleicht ist er innerlich erstarrt gewesen, hat Ähnliches mit seiner eigenen Mutter erlebt?

Zitat:Ich versuchte meiner Mutter Mitgefühl zu geben.

Das konnte sie vermutlich nicht "ertragen". Ganz abgesehen davon handelt es sich dabei ja um eine sogenannte "Rollenumkehr". 
Als "mütterliche Person" wärst Du ihr vermutlich viel zu mächtig und sie fühle neuerlich ihre eigene Ohnmacht? Gerade deswegen wird sie womöglich erst recht ärgerlich?

Zitat:bis ich merkte, dass die Schuldgefühle auch noch aus verdrehter Ohnmacht bestanden 

Einmal bestand diese Art der Erziehung ja aus dem Einimpfen vom Schuldgefühlen, zweitens hat man durch die Übernahme von Schuldgefühlen die Dinge anscheinend doch noch in der Hand, man ist ja "selber schuld", also hätte man es "anscheinend" anders machen können.   

Das Buch von Sigrid Chamberlain: "Adolf Hitler, die deutsche Mutter und ihr erstes Kind" kennst Du sicher?

blumen Grüße
Lucinda


Nachtrag: Daran an schließt auch die "Kriegsenkel"-Thematik (Sabine Bode):

https://www.medizinpopulaer.at/archiv/ge...enkel.html

http://www.forumkriegsenkel.de/Aktuelles.htm

http://kriegsenkel.at/information1/
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RE: Gewalt gegen Kinder
#3
07.03.2021, 19:27
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Jap das Buch kenne ich. Danke für deinen Beitrag.

Ein paar Szenen aus meiner Kindheit:

Es fing schon damit an, dass ich nicht gesehen wurde. Ich erinnere mich, ich habe als Baby nicht geschrien, wenn ich was brauchte, weil ich spürte, dass ist nicht erwünscht.

Ich erinnere mich an Situationen aus der Kindheit wo ich 1,5 Jahre alt war und gefremdelt habe und dann vor allen Leuten von der Mutter ausgelacht wurde, warum ich mich denn so anstellte. Mir wurde immer Suggeriert dass meine Bedürfnisse falsch sind. Von Anfang an. Ich war ein Objekt.

Ich wurde gegen meinen Willen gefüttert und später gezwungen alles aufzuessen, sonst wurde ich mit Liebesentzug bestraft.

Als ich nicht beten wollte, weil ich wissen wollte wofür das gut ist, gab es dann mit 3-4 Jahren keine Gute Nacht Geschichte mehr. Auch hatte meine Mutter nie wieder für mich gesungen. Der Vater der mich dann ab und zu noch in Bett brachte, durfte das dann auch nicht mehr, schließlich habe ich es nicht verdient. Meine Mutter verbot es ihm. Er konnte das nur kompensierten in dem er trank.

Ich kenne es nicht Körperkontakt mit den Eltern zu haben. Nur einmal war ich auf dem Arm meines Vaters, als ich mit ca. 5 J. einmal Nasenbluten hatte. Ich hatte Sorge dass ich ihn vollblute. Ich weiß noch dass ich das gar nicht verstand, dass ihn das nicht störte, weil meine Mutter mich direkt vom Arm gelassen hätte, wenn ich sie dreckt gemacht hätte. Das ist die einzige Umarmung an die sich mein Körper erinnert. Ansonsten hatten alle Berührungen meiner Mutter nur Funktionale (zb duschen) Bedeutung.

(da passt dein oben genanntes Buch, indem Körperkontakt ja kritisiert wurde. Aber ich bin 1980 geboren. So war ich ziemlich allein damit. )

Als ich klein war schlug sie mir mit dem Kochlöffel auf die Finger. Sie ist ein Sadistin. Wieder erzählte sie mir, wie sie das als Kind auch aushalten musste, und dass ich nicht mit den Fingern zucken durfte. Das war ganz perfide, weil sie es so darstellte, als ob das richtig wäre, sich schlagen zu lassen.

Sie schrien sich so oft an, und immer wurde ich dabei mittendrin aber allein gelassen. Ich wurde von beiden Eltern als Spielball benutzt, denn sie stritten immer nur. Ich habe meine Eltern noch nie in einem authentischen Frieden gesehen. Und ich war immer in Not Deshalb. Einmal bat ich die Nachbarin um Hilfe, für meine Mutter die dann immer weinte. Die war sehr nett und sprach meine Mutter an. Dann strafte mich meine Mutter, wie ich das erzählen konnte. Ich lernte also, ich dufte mir keine Hilfe holen. Ich durfte nichts sagen. Ich durfte mich nicht beschützen.

Als ich mit 6 Lesen lernte, betonte meine Mutter immer wie gut doch mein Schulkamerad las und wie schlecht ich lese. Sie las mir dann nicht mehr vor, obwohl ich das so liebte. Das war eine der wenigen Situationen wo ich das Gefühl hatte, mit ihr in Kontakt zu sein. Überhaupt machte sie mich bei allen Lehrern schlecht. Ich sollte immer bei allen Sprechtagen mit, um mir das anzuhören, wie sie mich vorführte. Natürlich sprach sie auch vor Verwandten schlecht über mich, auch wenn ich dabei saß, und vor Nachbarn und Freunden.

Meine Eltern zerstören all meine Kinder Freundschaften. Sie waren besessen mich zu kontrollieren, und mir andere Sozialkontakte zu nehmen und das konnte man ja nicht, wenn das Kind andere Bezugspersonen hatte. Meine Mutter schrie meine Freunde jedesmal an, bis sie Angst bekamen und erniedrigte mich regelmäßig vor anderen Leuten. Mein Vater verscheuchte Freunde mit seiner Sauferei und seiner Schreierei, die dann regelmässig begann. Dann wollte keiner mehr zu mir nach Hause. Ich hab das erst sehr viel später kapiert, dass das immer auch System hatte. Damit muss man erstmal fertig werden, dass das auch noch System hatte. Es war ihnen nicht nur geschehen weil sie unbewusst sind, nein sie benahmen sich absichtlich so.

Wenn ich krank war, wurde ich mit Aufmerksamkeitsentzug bestraft. Ich war dann ja nicht funktional. Ich hab scheinbar die ganze Nazi Scheisse in einen Eltern erlebt.

Meine Mutter kam regelmässig und völlig unvorhergesehen in mein Zimmer gestürmt und schrie mich an. Sie schlug mich. Sie griff meinen Nacken und sagte hasserfüllt, ich könnte dich erwürgen. Das tat sie auch wenn ich Besuch von Kindern hatte. Ich war auf der Flucht um mein Leben, aber sie war stärker. Ich dachte daran wegzulaufen, aber ich hatte so große Angst, dass sie mich dann noch schlimmer bestrafen. Ich traute mich nichts mehr zu sagen, weil ich ständig eine Ohrfeige bekam. Und draußen vor den anderen Erwachsenen tat sie dann so, als ob sie voll angepasst, und umgänglich wäre. meine Eltern sind falsch, Lügner und Heuchler. Ich konnte mich nur beschützen indem ich immer die Wahrheit sagen wollte.
Und ich spaltenen meine Körper, meine Bedüfnisse, meien Gefühle und mein Identität ab, um zu überleben.

Sie nahm meine schulischen Schwierigkeiten zum Anlass, mich ständig zu erniedrigen und ins Gesicht zu schlagen. Ich hatte so eine Horror den Hausaufgaben mit meiner Mutter. Hilfe bekam ich nie. Ich war nur immer schuld und dumm und faul. Das ich mich nicht konzentrieren konnte, weil ich unter der häuslichen Situation litt, darauf kam keiner.

Ich wurde bei nichts was mir wichtig war unterstützt. Nichts was ich aus eigener Kraft schaffte, wurde anerkannt. Alles was ich trotzdem schaffte, wurde zerstört oder mir weggenommen. Der Neid meiner Mutter zerstörte alles was ich liebte.

Ich hatte keine normale Trotzphase mit 3. Ich hatte eine einzige Situation mit 6, wo ich mich einmal traute zu sagen was ich wollte. Das war damals ein rotes Fußballtrikot. Ich wurde so erniedrigt, mit Schlägen und Liebesenzug bestraft, der nie zurück genommen wurde, und anschließend als ich stundenlang in existentieller Not in meinem Kinderzimmer verbrachte, weinend, schreiend, außer mir, weil meine Mama mich nicht mehr lieb hatte, verhöhnt als ob ja gar nichts geschehen wäre. Ich war erstarrt, ich hatten einen Schock, denn ich war zuvor Stunden in mein Zimmer gesperrt worden und ich hab da so etwas wie ein mich selbst aufgeben erlebt.

Mit 8 musste ich dann 6 Wochen zu den Verwandten, weil meine Mutter krank war und mein Vater zu besoffen, um sich um mich zu kümmern. Das war das letzte MAl dass ich Heimweh hatte. Seitdem war meine Mutter immer krank und dann hatte sie gar keine Aufmerksamkeit mehr für mich. Sie ist bis heute zu krank um mich zu sprechen. Ich musste dann Rücksicht nehmen, weil sie ja krank ist und nichts dafür kann. Als ich 8 war, gab es dann gar keine Beziehung mehr zu Mutter. Sie war da, aber emotional war da nichts außer Angst und Bedrohung. Ich habe oft versucht Liebe für meine Mutter zu empfinden, aber alles was das war, waren Schuldgefühle. Oft dachte ich dass sei Liebe, aber es war nur Schuld. Und Angst. Woher soll die Liebe kommen? Es muss dafür dich mal positive Erlebnisse gegeben haben. Die gabs aber nicht. Jedes Positive Erlebnis war wieder mit ihrer Missgunst verknüpft.

Als ich mit 8 über die Schmerzen meiner Zahnspange klagte, weil die wirklich weh tat, wurde ich gepackt. Der Arm wurde mir auf den Rücken gebogen. Das war der Linke Arm an dem ich heute immer Probleme habe. Dann hielt sie mich fest und schlug mich so lange, bis ich alles zurück nahm. Erst versuchte ich bei mir zu bleiben, bei meiner Wahrheit, aber es tat so weh, dass ich mich aufgeben musste. Sie drohte und wehe zu erzählst davon, dass ich dich geschlagen habe, dann wirst du etwas erleben.

Ich wurde beschimpft, weil ich mit 8 Jahren etwas übergewichtig war. Sie haben mir gesagt, ich werde nie einen Mann finden. Mit 13 als ich Pickel bekam, sagten sie mir ich sei hässlich. Und wieder du wirst so nie einen Mann finden. Mit 10 sagte mein Vater besoffen zu mir, ich wäre besser nie geboren worden.

Mit 12 zog meine Mutter aus in die andere Wohnung im anderen Haus und lies mich mit meinem alkoholkranken Vater alleine. Wie es mir damit ging? Danach frage keiner. Mein Vater versprach mir oft, mich irgendwo hin zu fahren, aber dann war er doch zu betrunken. Oft hatte ich Angst vor ihm. Es kam dann manchmal jemand anders.

Mit 17 hatte mein Vater einen Zusammenbruch, Er fiel in so eine sehr kritische Zustand. Die Ärzte meinten das war ein Vorzustand eines Deliriums. Ich sagte, Mama wir müssen den Notarzt rufen. Sie wollte nicht. Sie weigerte sich, sie wollte ihn sterben lassen. Sie genoss es, die Macht über ihn zu haben. Ich rief dann zitternd und völlig überfordert den Notarzt, entegen dem Willen meiner Mutter. Die Angst die mein Vater dabei erlebte, korrigierte irgendetwas in ihm. Als ich 18 war hörte er auf zu trinken. Narzisst ist er geblieben. 

Manchmal kommt er an Weihnachten oder am Geburtstag noch vorbei, sonst haben wir keinen Kontakt mehr. Er kann 2 Stunden über sich reden. Wie toll sein Leben ist. Er ist jetzt 78 und ich neige manchmal dazu ihn so sein zulassen, weil er ja schon alt ist. Neulich sagte er wieder, wie gut doch alles gegangen ist als er damals noch getrunken hatte und ihn nie die Polizei anhielt. Welch ein Glück er gehabt hat. Und dann strahlt er über das ganze Gesicht. Kein Wort über die Folgen seines Trinkens für meine Mutter und mich. Noch versuchte ich neutral zu bleiben. Dann sagte er, damals als die Mama den Krankenwagen gerufen hatte. Gut dass sie das gemacht hat.

Und da bin ich ausgerastet. Ja die Steffi wieder, warum kann sie sich denn nicht beherrschen? Und ich hatte auch noch Schuldgefühle, dass ich ausraste, auf Grund der permanente Missachtung.

Dann lässt er sich wieder ein halbes Jahr nicht blicken, weil er ja eigentlich nur deshalb zu Weihnachten kommt, damit er vor seinen Kegelfreunden sagen kann, er war bei seiner Tochter. Aber er kommt nicht wegen mir, er macht das für sich. Er fragt mich auch wie geht es dir? Neulich sagte ich schlecht und meinte es so. Und er sagte, nachdem wir Monate lange nicht gesprochen haben, gibt mit mal den F (meinen Freund) der soll mal mein Navi einstellen. Ich bin als Mensch für meine Eltern nie etwas wert gewesen, ich war immer nur Objekt. Und wenn das Objekt nicht funktioniert um ihre Bedürfnisse zu erfüllen, dann wird es weggeworfen.

Ich hab nachdem ich eine ganze Weile Traumaufarbeitung gemacht habe, immer wieder versucht auf sie zuzugehen. Seit 2016 war sehr viel on/off. Zuletzt habe ich meine Mutter an ihrem Geburtstag vor 2 Jahren angerufen. Ich sagte einen freundlichen Satz. Alles Gute zum Geburtstag und wie geht es dir? Und sie dreht mir wieder das Wort im Munde herum, um fing an mich zu kritisieren. Da ist mir der Kragen geplatzt. Ich hab ihr gesagt, wenn sie nicht freundlich mit mir reden kann, dann habe ich kein Interesse an einem Gespräch. Seitdem hatten wir keinen Kontakt mehr. Mein Vater tut so als sei alles in Ordnung.

Dann habe ich gemerkt, dass sie immer noch für alles mir die Schuld gaben und ich diese Schuld angenommen hatte, um mit ihnen in Beziehung zu sein, zumindest theoretisch. Also das ist gar nicht so leicht den Täter, nicht zu verinnerlichen. Was mir hilft ist mich total abzugrenzen, meine Wut und Entäuschung auszudrücken. Diese scheiß ignoranten narzisstischen Arschlöcher, die mich mein ganzes Leben nur benutz haben, aber nie den Menschen der ich bin, in mir gesehen haben. Aber wer kann das schon, wenn er deine Eltern noch emotional braucht. Dann nimmt man die Schuld eben auf sicht.

Mitgefühl habe ich trotzdem mit ihnen. So habe ich das Ganze ja nur überstanden, weil ich Verständnis für sie hatte. Was mir immer gefehlt hatte, war jedoch Verständnis für mich. Und das habe ich jetzt, auch wenn ich dann im Zweifelsfall keine Eltern mehr habe. Ich habe mich. Die Wut wird wohl erst ganz vergehen, wenn ich nicht mehr leide. Denn bis heute hat das schwere Folgen für mich. Auch gute weil ich sehr bewusst geworden bin, durch das Trauma.

Die wenigsten Menschen sprechen offen über sowas, weil es ihnen immer noch peinlich ist. Deshalb dachte ich fange ich mal an. Vielleicht motiviert das ja auch andere Menschen das Schweigen zu brechen.
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RE: Gewalt gegen Kinder
#4
07.03.2021, 19:45
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Du, also ich habe ja jetzt schon vieles von Dir gelesen.

Ich musste da nur ein paar Zeilen lesen, da stiegen mir schon Tränen in die Augen - ohne, dass ich Dich kenne.  hug2

Das Thema "narzisstische Mutter" war, meine ich, schon mal im Gespräch? - Wobei das ja gleichfalls Richtung Borderline gehen könnte.

https://www.narzissmus.org/eigenschaften...er-mutter/

https://www.youtube.com/c/LohreyTraining/videos

https://www.youtube.com/channel/UCzwOitF...HPg/videos

https://www.youtube.com/c/Narzissmusverstehen/videos

https://www.youtube.com/c/Hilfef%C3%BCrO...ten/videos
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RE: Gewalt gegen Kinder
#5
07.03.2021, 19:49
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(07.03.2021, 17:31)ichbinmehr schrieb: Wie kann man sowas verarbeiten? Was können wir tun, dass Kinder in Sicherheit sind? Wie kann man Menschen die so hart drauf sind, wie meine Mutter zb aus ihrer Täterintrojektion rausholen, ohne dass sie daran zerbrechen? Kann man das nur so akzeptieren, dass sie die Wunde nicht anschauen können? 

Ich habe vieles geistig verstanden. Auch emotional habe ich vieles verarbeitet. Aber der Körper hängt immer noch im Trauma-Modus. Was könnte man für den Körper tun, damit er endlich Sicherheit findet?

Zum Ersten: Mein Beruf hat mich gelehrt, dass ich Gewalt an Kindern nicht verhindern kann. Manchmal ist es mir sogar nichtmal möglich sie sichtbar zu machen. Das kann ich annehmen. Ich habe einen anderen Weg gefunden: Ich bin Zuhöhrerin geworden und ich glaube den Kindern, wenn sie mit etwas anvertrauen. Das ändert viel.

Was andere Menschen und ihre Wunden angeht: Ich versuche das so zu praktizieren wie das Füttern von Wildtieren. Wildtiere sind in der Regel menschenscheu. Nur wenn man regelmäßig und ganz still verharrt, mit der geöffneten Hand Futter anbietet, nehmen sie das Futter irgendwann an. Das ist eine ganz großartige Erfahrung. Menschen sind nicht anders gestrickt, nicht alle sind offen und neugierig und erzählen gleich von ihrem Inneren. Man darf sich zurücklehnen, ihnen die Hand reichen. Wann und ob sie nach dieser Hand greifen, darf man ihnen überlassen. Wenn du damit große Schwierigkeiten hast, frag dich vielleicht warum du das Bedürfnis hast, sie alle "sofort" zu retten. Einen Fötus würdest du ja auch nicht mit Gewalt zu früh gebären, sondern ihn dann rauslassen, wenn er eben kommt.

Trauma IST körperbezogen, immer. Insofern ist es schonmal super, wenn du das spürst. Es gibt traumatisierte Menschen, die ihren Körper gar nicht mehr spüren können. Da Trauma sich immer körperlich manifestiert, kann es auch nur dort gelöst werden. Dein Verstand kann dir dabei helfen, hilfreiche Routinen zu entwickeln. Was du für dich (ganzheitlich) tun kannst? Ich würde sagen alles, was dir gut tut von guten Lebensmitteln, Bewegung in der Natur, Meditation, geistige Nahrung für Seele UND Verstand, Glaubenssätze modifizieren, körper- und gestalttherapeutisch arbeiten.
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RE: Gewalt gegen Kinder
#6
07.03.2021, 20:52 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 07.03.2021, 21:01 von ichbinmehr.)
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Danke Aura


Zitat:Wenn du damit große Schwierigkeiten hast, frag dich vielleicht warum du das Bedürfnis hast, sie alle "sofort" zu retten.

Retten muss ich gar nicht mehr. Ich schaue was ich tun kann, und wenn ich nichts tun kann, dann kehre ich zu mir zurück. Ich kann mich identifizieren und da auch wieder aussteigen.

Aber ich will über mein Leben reden, weil es zu mir gehört. ohne dass alle beschämt weggucken. Ich möchte das Trauma ein normales Thema ist, damit ich mich nicht als Sonderling fühlen muss. Alles was ich dazu tun kann ist, dass ich den Anfang mache und ganz offen darüber rede, was mir geschehen ist. Manchmal klappt das. Nicht immer, und nicht an jedem Ort. Ich glaube aber ich bewege schon etwas, wenn ich mich damit zeige, ganz egal ob jemand antwortet. Irgendwer muss ja anfangen.

Ich merke dass da kein Bedürfnis mehr ist Mitgefühl zu bekommen. Das hab ich ich mittlerweile selbst. Aber ich möchte nicht einen Teil von hinter Tabus versteckt halten, nur weil das für 99% der Menschen ein Tabu Thema ist. Ich möchte über mein Trauma reden, genauso wie wenn ich sage heute hat die Sonne geschiehnen. Einfach weil das zu mir gehört. Es ist mir einfach wichtig, die letzten Reste der Selbstverleugnung aufzulösen. Ich möchte ganz wertfrei mit mir umgehen.

Danke Lucinda

Jap das ist so ne Mischung aus Borderline Störung, was ja immer wieder die Schuldgefühle verursacht hat und Narzissmus, was ich erst sehr spät erkannt habe, weil ich es gar nicht ertragen konnte. Früher hab ich ja immer gedacht, meine arme Mutter, die hat so schlimmes erlebt (hat sie auch) aber dabei habe ich mich ganz vergessen. Ich habe ja auch schlimmes erlebt. Ich war Co Abhängig und habe sie über mich gestellt. Das musste ich auflösen.

Ich hatte einen sehr guten Freund, der auch Narzisst war, mit dem ich das alles nochmal bewusst erleben durfte. So hab ich gelernt, bei mir zu bleiben. Und manchmal denke ich, so ein Arschloch, und sehe nur die Möglichkeit mich abzugrenzen. Narzissten sind ja nicht nur ignorant, sie werten auch gerne ab. Und früher habe ich immer gedacht, mir mir stimmt was nicht. Ich hab es nicht geschafft mit ihm auf Augenhöhe zu kommen, weil er mich dann immer wieder abgewertet hat. Das habe ich immerhin gelernt. Abgrenzen und Selbstwert erkennen. Und dann denke ich wieder, der arme der hatte es wohl noch schwerer als ich. Er muste sich mit dem Täter verbünden, weil er das Trauma sonst gar nicht ertragen könnte. Ich verstehe, dass er es nicht schafft. Wenn es einer schafft, dann er. Ich weiß ja wie mich das umgehauen, hat als ich meinen fragilen Selbstwert durchqueren musste. 

Ich hab ein paar gute Bücher und Vorträge von der Bärbel Wardetzki über Narzissmus gefunden. Da erklärt sie wie man mit ihnen umgehen kann. Was man erwarten kann und was nicht. Wenn man erwartet in Beziehung zu sein, Nähe zu spüren und Wertschätzung zu erhalten, wird man am ausgestreckten Arm verhungern. Man muss also nehmen, was der Mensch geben kann. Wenn das reicht, dann kann so eine Beziehung funktionieren. Wenn sie sich durchschaut fühlen, ust aber oft gar keine Beziehung mehr möglich. Sie suchen ja naive Opfer, durch die sich sich grandios fühlen können. Ich hab kein Bock, Menschen ständig mit Bewunderung zu füttern. Entweder ist Bewunderung echt, oder eben nicht. Ich mag keine falschen Spiele.

Im Fall meiner Mutter könnte ich mich da aber nur beschimpfen und erniedrigen lassen. Mein Freund der hat mich wenigsten mit seiner echten Grandiosität überzeugt so dass ich ihn für eine Weile gerne auf sein Podest gestellt habe. Der hatte auch etwas was er geben konnte. So war das ganze nicht einseitig. Da kann ich anders empfinden, weil ich da auch in einem gewissen Rahmen genährt wurde. Aber bei meiner Mutter ist da leider gar nichts liebevolles und auch nichts grandioses. Ich hatte ja auch oft versucht den Anfang zu machen, aber auch das funktioniert nicht. Sie hat zu viel Angst meine Wertschätzung zu nehmen. Zb dafür dass sie mich versorgt hat. Das kann sie dann nicht nehmen. Ich hab mich da mehrfach um meine eigene Achse gedreht, aber nix hat geholfen. Ich sollte mich da raus holen.


Bärbel Wardetzki sagt auch was zum komplemtären Narzissmus, sie nennt es auch weiblichen Narzissmus. Das fand ich auch sehr interessant, weil ich immer verstehen wollte, wo ist der Narzisst in mir? Wo spiegelt er sich. Wo projiziere ich etwas nach außen? Und da habe ich erkannt, es ist meine Selbstverleugnung, meine Gewalt gegen mich selbst. Nun wer damit angefangen hat, das weiß ich leider nicht. Naja seitdem ich das einmal bewusst überwunden habe, habe ich eine ziemlichen guten Riecher, warum manche Beziehungen so verlaufen, wie sie verlaufen.

Wen ich auch interessant finde, ist der Jochen Peichl, der macht hypno-analytische Teilearbeit mit Täterintrojekten. Ich meine der schrieb er sei selbst Narzisst. Das scheint auch selten zu sein, dass ich jemand selbst erkennt und outet. Das zeigt von hoher Bewusstheit, wenn man da drüber stehen kann. Mich würde interessieren, wie das jemand schaffen kann?

Ich fände es schön, wenn Menschen im narzisstischen Spektrum keine Angst haben müssten, denn es ist für sie schon schwer genug mit der eigenen Selbstabwertung umzugehen. Unter ihrer harten Schale, sind sie sehr verletzlich. Nur deshalb schützen sie sich so massiv. Da hab eich mit meinem emotional Missbrauch leichter, weil ich ja nicht schuld bin. Der Narzisst ist letztlich auch nicht schuld, aber er hat sehr viele Menschen benutzt und missbraucht. Da gehört einiges dazu, dazu zu stehen. 

Und gerade höre ich "Gestatten ich bin ein Arschloch. Ein netter Narzisst und Psychiater erklärt, wie sie Narzissten entlarven, von Pablo Hagemeyer. Das ist auch ein sehr gutes Buch, weil viele Verhaltenweisen, aus der Innensicht erklärt werden. Der hat sich auch sehr gut durchschaut.

Es wird mir wohl immer ein Thema sein, weil ich natürlich immer noch ein bisschen hoffe, eines Tages, ein normales und ehrliches Gespräch mit der Mutter führen zu können und wenn es am Totenbett ist. Und dann lacht die andere Seite von mir und sagt, dass glaubst du ja selbst nicht. Vergiss es. Naja ich versuche offen zu bleiben und mich nicht fest zu legen, ich glaube ja dass alles möglich ist.

Und dann mischt sich das im Spirituellen Bereich womöglich auch noch mit bypassing. Es sehr komplexes Themengebiet.
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RE: Gewalt gegen Kinder
#7
08.03.2021, 07:27
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(07.03.2021, 20:52)ichbinmehr schrieb: Wen ich auch interessant finde, ist der Jochen Peichl, der macht hypno-analytische Teilearbeit mit Täterintrojekten. Ich meine der schrieb er sei selbst Narzisst. Das scheint auch selten zu sein, dass ich jemand selbst erkennt und outet. Das zeigt von hoher Bewusstheit, wenn man da drüber stehen kann. Mich würde interessieren, wie das jemand schaffen kann?

Ich meine auf J. Peichel habe ich in einer PN sogar vor langer Zeit einmal hingewiesen in Zusammenhang mit NLP und dem Teilemodell , der Timeline und dem Reimprint.

Ich möchte andere Menschen verstehen bzw. wieso sie so handeln wie sie es tun, um zu erkennen, welche Trigger es für das oder so ein Verhalten gibt, u. a. damit ich es "vermeiden" kann.

Ich habe glücklicherweise nicht solche Erfahrungen gemacht, dennoch hinsichtlich narzisstischer Abwertungsmuster privat und Manipulation, erlebt man ja auch im Alltag beruflich - also die Steuerung auf Verzicht.

Zitat:Es wird mir wohl immer ein Thema sein, weil ich natürlich immer noch ein bisschen hoffe, eines Tages, ein normales und ehrliches Gespräch mit der Mutter führen zu können und wenn es am Totenbett ist......
Naja ich versuche offen zu bleiben und mich nicht fest zu legen, ich glaube ja dass alles möglich ist.

Ich wünsche Dir, dass es klappt. normal  

Mittlerweile denke ich, es ist wie es ist oder der Mensch ist wie er ist, dann ist es halt so. 
Aber auch ich darf sein wie ich bin und muss mich nicht verbiegen. Davon habe ich schon genügend Gelenkbeschwerden. lol
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RE: Gewalt gegen Kinder
#8
08.03.2021, 10:47
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(07.03.2021, 20:52)ichbinmehr schrieb: Danke Aura

Aber ich will über mein Leben reden, weil es zu mir gehört. ohne dass alle beschämt weggucken. Ich möchte das Trauma ein normales Thema ist, damit ich mich nicht als Sonderling fühlen muss.

Wenn du dich als Sonderling fühlst, dann bist du wahrscheinlich auch überzeugt davon, ein Sonderling sein zu müssen. Es ist ein Unterschied ob mir bewusst ist, dass ich zu einer Minderheit gehöre oder ob ich zu einer Minderheit gehöre und mich gleichzeitig deshalb als Sonderling fühle. Bei mir hat sich da mittlerweile ein positives Gefühl gebildet. Ich gehöre in vielen Belangen einer Minderheit an, empfinde es aber als Stärke und besonderes Merkmal.

Tabus sind nur solange Tabus, wie sie unter dem Teppich bleiben. Das Tabu wird ja bereits gebrochen, wenn etwas thematisiert und damit sichtbar gemacht wird. Von daher hast du doch einen förderlichen Weg gewählt. normal Was man annehmen darf ist denke ich auch einfach, dass viele Menschen Angst haben, nur deshalb wird ja etwas zum Tabu.
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RE: Gewalt gegen Kinder
#9
08.03.2021, 13:07 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08.03.2021, 13:13 von ichbinmehr.)
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Zitat:Aber auch ich darf sein wie ich bin und muss mich nicht verbiegen. Davon habe ich schon genügend Gelenkbeschwerden.

Ah guter Hinweis.  wink1
Zitat: Ich gehöre in vielen Belangen einer Minderheit an, empfinde es aber als Stärke und besonderes Merkmal.

Das sehe ich auch immer mehr so. Manchmal hänge ich aber noch am System, bzw. an meiner Trennung von Ich und du fest. Ich habe eben auch mein ganzes Leben erlebt, wie meine Traumafolgestörungen ignoriert wurden und ich alles leisten musste, genau wie gesunde Menschen. Und als Mensch mit helfersyndrom habe ich sehr viel geleistet, über meine Kräfte hinaus.

Niemand würde jemandem der nicht laufen kann und im Rollstuhl sitzt, so etwas zumuten. Diese Menschen erhalten Unterstützung. Es wird Rücksicht auf sie genommen.  Aber wenn eine Behinderung oder Krankheit nicht sichtbar ist, dann wird sie von vielen Menschen nicht anerkannt. Und die wenigsten können sich vorstellen, wie weitreichend so ein Entwicklungstrauma das ganze Leben beherrscht. Viele wissen nichtmal was der Unterschied zwischen einem Entwicklungstrauma und einem Schocktrauma ist. So wenig ist allgemein über Traumatisierung in unsere Gesellschaft bekannt.

Das war auch bei meinem Astma so, bei meiner Depression, bei meinem Hörsturz. Alles nicht sichtbar, nicht materiell, nicht beweiskräftig. Also wird es mal schön in Frage gestellt. Die Kollegin, die sich ihr Bein gebrochen hatte, bekam Genesungskarten. Ich wurde behandelt, als wäre ich ein Simulant. Und mir geht das schon mein ganzes Leben so. Es ist ja logisch, dass ich mich deshalb immer wieder von der Gesellschaft verlassen fühle. Das fing ja schon bei meinen Eltern an, die nichts davon wissen wollten, wie es mir geht. Ich glaube dass Trauma ein gesellschaftliches Tabu Thema ist. Ich selbst kann da nur etwas ändern, indem ich mich selbst ernst nehme. Wir sind aber auch soziale Wesen, die in Beziehung leben und ein soziales Feedback brauchen.

Es ist etwas anderes wenn du zb Homosexuell bist. Denn es gibt Menschen die sind Homosexuell und welche die sind es nicht. Aber alle Menschen haben ein Trauma. Nur spalten dieses die meisten Menschen ab. Und deshalb werden Menschen wie ich von der Gesellschaft ignoriert. Und das ist jedesmal eine neue Retraumtatisierung, eine neue Verleugnung meines Selbst.

Irgendetwas bzgl. des Trauma muss sich da noch in mir wandeln. Es gehört ja auch zu meinem spirituellen Selbsterkenntnisweg. Und es gehört möglicherweise zu meiner beruflichen Selbstverwirklichung. Mein Kopf weiß, dass all meine Handicaps meine Stärken sind, aber fühlen kann ich das noch nicht immer.

Vielleicht muss ich die Früchte meines Wegs wirklich erst in den Händen halten, sodass ich meine Schwächen ganz als Stärken fühlen kann. Da bin ich noch nicht.

Ich möchte eben auch mal erfolgreich sein. Im Rahmen wie andere Menschen das können, kann ich das aber nicht. Ich hatte nie die Chance dazu. Und dann dreht man sich immer wieder im selben Kreis, weil man nie gesehen wird. Ja klar ich muss mich selbst sehen, das tue ich auch. Ich weiß was ich alles geleistet habe, aber ich bin eben auch ein soziales Wesen. Ich sehe ja auch meinen Erfolg, aber den sehe nur ich. Da ist aber das Bedürfnis gesehen zu werden. Das in dem ich erfolgreich bin, ist für viele Menschen unsichtbar. Sie haben gar kein Bewusstsein dafür. Ich kann nicht zu meinen Eltern, oder zu meinen alten Freunden von früher gehen und sagen, hey guckt mal was ich geschafft habe. Sie sehen es nicht. Sie würdigen und wertschätzen nicht was ich bin.

Ich arbeite ja mit dem Inneren Kind, und sage mir in solchen Situationen: Ich sehe dich Steffi. Ich weiß was du alles geleistet hast und ich sehe wozu du fähig bist. Ich wertschätze dich. Aber das macht mich emotional nicht immer satt. Und deshalb hab ich immer wieder das Gefühl, dass da was fehlt. Solange ich ein ich bin, fehlt was. Und dann bin ich wieder in diesem Kreislauf, indem sich Widerstände aufbauen.

Letzten war ich so stolz auf mich, dass mich erkannt habe. Das ich erkannt habe, was ich an Innenschau Kompetenzen habe. Und dann hab ich das Leuten erzählt und fast keiner hat es verstanden. Ich möchte mal erleben, dass ich Menschen mit mir freuen.

Eine Person die mir wichtig war, hat meinen Stolz der zum Ersten Mal da war, sogar wieder zerstört bis ich wieder völlig in meine Selbstzweifel abgestürzt bin. Sie konnte es nicht anerkennen, weil sie an dem Punkt wo ich bin, noch gar nicht war. Ich hab ihr Selbstbild gefährdet. Ich muss mein ganzes leben lang Rücksicht nehmen auf die Unbewusstheit anderer Menschen. Immer wieder kann ich dann nur Verständnis haben. Oder aber aus der Beziehung gehen und allein sein.

Es passiert immer, weill das bei ihnen im Unbewussten liegt. Es sind nicht nur die Narzissten. Denn Narzissmus nennt man es ja nur dann, wenn Ignoranz und Abwertung in einem Rahmen passiert, der gesellschaftlich anerkannt ist. Trauma ist aber nicht gesellschaftlich anerkannt. Ich finde es sollte anerkant sein. Ich nehme das bei weitaus mehr Memnschen war, weil ich immer etwas bin, was in ihrem Schatten liegt. Das ist sowohl bei meinem Schmerz so, dem die Mehrheit mit Schweigen begegnet, als auch bei meinen Talenten. Ich fühle mich oft wie ein Ausßerirdischer, der gar nicht in diese Welt passt.

Natürlich hat das auch posive Auswirkungen. Ich kann dem nur einen höheren Sinn geben, weil ich sonst verzweifeln würde. Ich muss wirklich unabhängig werden. Und das versuche ich ja auch. Aber es tut eben auch weh, wenn man fast nie gesehen wird als die Person die man ist. Und manchmal denke ich, ich kann dann gar keine Person sein, ich bin die Erleuchtung. Das war ich schon immer. Aber da ist eben auch das Kind in mir, welches das Bedürfnis hat, gesehen zu werden. Ich kann nicht mehr als mir immer wieder sagen, ich sehe dich Steffi. Aber was wenn das nicht reicht? Nicht immer kann man sich so einfach das geben, was man braucht. Manchmal ist es komplizierter und langwieriger. Der Kopf hat immer schnelle Lösungen, aber der Emotionalkörper ist oft viel langsamer. Oft ist die Würdigung des Erlittenen nicht ausreichend genug vorhanden. Manchmal braucht es lange bist die Würdigung ausreicht, damit eine Veränderung geschieht.
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