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Mit dem Traumgefühl zu natürlichen Klarträumen» Ceesbes Nicht-Techniken

RE: Mit dem Traumgefühl zu natürlichen Klarträumen
#31
04.05.2021, 16:32
[+] 8 User sagen Danke! Ceesbe für diesen Beitrag
Hallo Xeo!

(03.05.2021, 20:37)Xeo schrieb: (ich hatte schon DILDs, aber die Art, wie ich klar wurde, schien mir unbefriedigend: ich wusste es einfach, aber ich wusste nicht, wieso ich es wusste).

Im Prinzip ist das schon eine Art Traumgefühl. Wenn es keinen konkreten, bewussten Auslöser gab, wird es unterbewusste gegeben haben. Dieses unterbewusste, unterschwellige Wissen besser wahrnehmen zu können, ist das, worum es beim Traumgefühl geht.

Zitat:In diesem Zusammenhang habe ich mich irgendwann gefragt: wie fühlt es sich denn überhaupt an, wenn man wach (im Sinne von nicht im Bett und wach im Traum) ist und wie, wenn man klar oder trüb träumt? Kann ich den Traum an sich «wahrnehmen»? Wie unterscheiden sich diese beiden Zustände und kann ich ein Gefühl dafür entwickeln, in welchem Zustand ich mich gerade befinde?

Das sind die richtigen Fragen die du dir stellst, damit bist du auf einem guten Weg big Wenn du das mit "Gehe einen Tag lang durch die Welt" verbindest, kannst du auch beobachten, wie die einzelnen Aufgaben dein Gefühl des Zustands verändert. Fühlst du dich eher wach, eher traumhaft, irgendwas dazwischen oder ganz anders?

Zitat:Gibt es hier neben Ceesbe noch andere, welche es geschafft haben, ein Gespür dafür zu entwickeln, wie es sich anfühlt, im Traum zu sein und über dieses Gefühl mehr Klarheit zu erlangen?

Viele fortgeschrittene Klarträumer haben ähnliche Konzepte. Ich weiß nicht ob Lauras "Traumstrom" oder Dons "onthologischer Strom" mit meinem "Traumgefühl" vergleichbar sind. Viele entwickeln im Laufe der Klartraumpraxis eigene Konzepte und Begriffe, die sich aber im Kern alle ähnlich sind und die ähnliche Grundeinstellungen voraussetzen.

Zitat:Ceesbe: Ich weiss, das ist wahrscheinlich keine einfache Frage und sehr subjektiv, aber: vielleicht kannst du das Traumgefühl etwas umschreiben? Ich habe mir fest vorgenommen, im nächsten Klartraum darauf zu achten, wie ich mich fühle, wie ich die Welt um mich herum wahrnehme und inwiefern dieser Zustand und diese Art das Wahrnehmens sich vom Wachsein unterscheidet, aber auch, welche Gemeinsamkeiten vorhanden sein könnten.

Eigentlich ist es so wie ich im ersten Beitrag beschrieben habe. Ich habe eine gewisse Sicherheit, ich fühle mich geborgen und warm und weiß tief in mir drinnen, dass mir nichts passieren kann. Dazu kommen noch kleinere Inkonsistenzen. Mir ist im Traum nie wirklich kalt, der Himmel ist etwas anders als im Wachleben, spektakulärer. Die Farbwahrnehmung ist leicht anders. Licht und Schatten verhalten sich anders. Im Wachleben spüre ich auch bei Windstille und in geschlossenen Räumen eine leichte Luftzirkulation auf der Haut, im Traum fehlt dieses Gefühl. Im Wachleben spüre ich, wie Töne Vibrationen in meinem Körper erzeugen. Man hört ja nicht nur mit den Ohren, Ton kann man auch fühlen. Im Traum spüre ich diese Vibrationen nicht. Ganz viele dieser kleinen aber feinen Unterschiede machen für mich das Traumgefühl aus. Ich nehme diese Unterschiede dann nicht bewusst wahr sondern merke intuitiv: "Das hier fühlt sich anders an." Je bewusster man durchs Wachleben geht, desto mehr nimmt man diese Inkonsistenzen wahr.

Zitat:Vielleicht hast du mittlerweile (der Thread ist ja doch schon ein paar Monate alt) auch noch weitere Erfahrungen sammeln können, wie du dem Gefühl nahe sein kannst? Ich würde gerne den kontrollierten Schlafentzug testen, aber dazu müsste ich wohl 1-2 Wochen Urlaub nehmen und das geht momentan definitiv nicht, somit fällt die aus deiner Sicht wohl effektivste Technik für mich weg.

Wenn du mit deinem Schlaf arbeiten möchtest und Schlafentzug gerade nicht möglich ist für dich, wäre es vielleicht möglich, Naps einzulegen? Napping ist eine gute Möglichkeit, Übergangszustände zu beobachten. Mit etwas Übung kann man auch Nonrem-Klarheit erleben. Alternativ hilft es auch, an einem anderen Ort zu schlafen oder sich verkehrt herum ins Bett zu legen (also mit dem Kopf dahin wo sonst die Füße sind). Beides sorgt dafür, dass du im Schlaf etwas aufmerksamer bleibst und erhöht die Klarheit. Und WBTBs sind natürlich eh immer gut.

Aber nimm dir nicht zu viel vor! Mache lieber jeden Tag ein bisschen und das über einen Monat hinweg als eine halbe Woche alles auf einmal zu wollen. Generell: Was genau du tust ist beim Klarträumen nicht so wichtig wie dass du konsistent dabei bleibst und Spaß dabei hast.

Zwei Möglichkeiten habe ich tatsächlich noch im Laufe der Zeit gefunden, ich werde die beiden Techniken auch in den vorderen Beiträgen ergänzen:

Tanzen mit dem Wind

An windigen Tagen möglich: Gehe hinaus, spüre den Wind, höre ihn, betrachte die Bäume, Gräser, Blätter, die sich im Wind bewegen. Bewege dich nun selbst mit dem Wind, lasse dich von ihm schieben, bewege die Arme, Beine, Oberkörper, so wie der Wind sich gerade dreht. Erlebe den Wind so lange, bis du mit allen deinen Sinnen auf ihn eingestellt bist.

Details im Zoomblick

Schaue dir irgendeinen alltäglichen Gegenstand ganz genau an. Gehe immer näher an ihn heran, betrachte die Struktur und wie sich das Licht darauf bricht ganz genau. Vor allem Spiegelungen und Lichtbrechungen sind hier sehr wichtig. Gehe so nah dran, bis du nur noch diesen einen Gegenstand siehst und studiere ihn so intensiv wie möglich.
Wer mit Hypnagogien etwas vertrauter ist, dem empfehle ich sehr, diese Technik bei hypnagogen Gegenständen anzuwenden. Dabei sind bei mir schon sehr interessante Bewusstseinsverschiebungen aufgetreteten bis hin zur Basalen Klarheit.
Die Sicht ist   im Innern  der Tiefe.
Die Sicht ist in der Stille der Tiefe.

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RE: Mit dem Traumgefühl zu natürlichen Klarträumen
#32
04.05.2021, 21:05
[+] 3 User sagen Danke! Xeo für diesen Beitrag
Guten Abend und vielen Dank für deine ausführliche und spannende Antwort, Ceesbe!

(Ich tu mich grad schwer mit dem Zitieren, ich hoffe, es ist trotzdem verständlich, was ich schreibe, haha).


Zitat:Ich weiß nicht ob Lauras "Traumstrom" oder Dons "onthologischer Strom" mit meinem "Traumgefühl" vergleichbar sind. Viele entwickeln im Laufe der Klartraumpraxis eigene Konzepte und Begriffe, die sich aber im Kern alle ähnlich sind und die ähnliche Grundeinstellungen voraussetzen.


In dem Fall schaue ich gerne mal, ob ich im Forum noch über ähnliche Ideen und Konzepte stosse, welche hier unter anderem Namen beschrieben werden. Da finden sich bestimmt noch einige interessante Threads und Posts. wink1


Zitat:Eigentlich ist es so wie ich im ersten Beitrag beschrieben habe. Ich habe eine gewisse Sicherheit, ich fühle mich geborgen und warm und weiß tief in mir drinnen, dass mir nichts passieren kann. Dazu kommen noch kleinere Inkonsistenzen. Mir ist im Traum nie wirklich kalt, der Himmel ist etwas anders als im Wachleben, spektakulärer. Die Farbwahrnehmung ist leicht anders. Licht und Schatten verhalten sich anders. Im Wachleben spüre ich auch bei Windstille und in geschlossenen Räumen eine leichte Luftzirkulation auf der Haut, im Traum fehlt dieses Gefühl. Im Wachleben spüre ich, wie Töne Vibrationen in meinem Körper erzeugen. Man hört ja nicht nur mit den Ohren, Ton kann man auch fühlen. Im Traum spüre ich diese Vibrationen nicht. Ganz viele dieser kleinen aber feinen Unterschiede machen für mich das Traumgefühl aus. Ich nehme diese Unterschiede dann nicht bewusst wahr sondern merke intuitiv: "Das hier fühlt sich anders an." Je bewusster man durchs Wachleben geht, desto mehr nimmt man diese Inkonsistenzen wahr.


Finde ich sehr spannend, dass du das hier erwähnst! Einerseits gefällt mir die Vorstellung, dass du ein Gefühl der Geborgenheit hast im Traum, da fühlt man sich ja gleich prima aufgehoben, egal, was passiert.

Diese Inkonsistenzen, welche du ansprichst, sind mir aber auch schon vermehrt aufgefallen. Ich hatte vor ca. 2 Monaten einen Klartraum, wo ich zu Beginn aus dem Meer aufgetaucht bin und mich dann an einem kleinen Boot aus dem Wasser hochgezogen habe. Ich habe das während des Traums selbst nicht bemerkt, aber als ich später darüber nachdachte, ist es mir sofort aufgefallen: ich war nicht nass im Traum. Ich kam aus dem Wasser, aber da war kein Gefühl von Nässe oder Feuchtigkeit auf meiner Haut, meinen Kleidern, meinen Haaren... Ich habe in ein paar anderen Träumen auf solche Details geachtet und dabei ist mir folgendes aufgefallen:

Konstanten Empfindungen sind in der Regel abwesend in meinen Träumen, es sei denn, ich fokussiere mich bewusst auf sie, weil ich entweder klar bin und dies tun kann, oder aber weil es in die Traumgeschichte passt.

Hier sind noch ein paar andere Sachen, welche ich häufig nicht wahrnehme in Träumen:

  • Meine Kleider, Haare, Schuhe und Accessoires (Ich trage eine Brille, eine Armbanduhr und zwei Ringe, aber eigentlich nie, wenn ich träume!)
  • Meine Füsse oder Beine, oft nicht mal meine Hände, wenn ich sie nicht brauche im Traum
  • Mein Gewicht oder die Schwerkraft, welche meinen Körper am Boden hält (ich bin so gut wie schwerelos in meinen Träumen und kann daher problemlos lange Treppen raufrennen, mich irgendwo hochziehen oder hochklettern, usw.
  • Temperatur (schliesse mich dir gerne an, die Temperatur ist immer stimmig, nie zu kalt oder zu warm)
  • Ich habe oft trockene Lippen oder Hände, aber natürlich nie im Traum

Ich könnte die Liste wahrscheinlich endlos fortführten. Meine Vermutung ist, dass Empfindungen, welche konstant da sind und darum von unserem Gehirn in der Regel ignoriert werden nach einer Zeit (wie das Ticken einer Uhr) dann auch nicht in den Traum übernommen werden, weil wir ihnen einfach keine oder nur selten bewusste Aufmerksamkeit schenken. Den Wind würde ich auch dazu zählen, auch ist mir aufgefallen, dass ich Umweltgeräusche wie Vogelgezwitscher und den Lärm einer befahrenen Strasse selten erleben kann.

Was das Gefühl von Nässe anbelangt, habe ich in einem späteren Klartraum mich bewusst in einen Pool gestürzt und konnte dieses dann deutlich und komplett realitätsgetreu wahrnehmen, als wieder rausgestiegen bin. Als ich meine Aufmerksamkeit woanders hinlenkte, verschwand das Gefühl von Nässe sofort. Wahrscheinlich eine "aus den Augen, aus dem Sinn" Sache, wobei ich die Abwesenheit des Nässegefühls bewusst wahrgenommen habe zu diesem Zeitpunkt.

Als mir diese Unterschiede zum Wachleben aufgefallen sind, habe ich angefangen, vermehrt auf solche Sachen zu achten, wenn ich mich frage, ob ich gerade träume. Wie es scheint, geht es dir ähnlich.


Zitat:Wenn du mit deinem Schlaf arbeiten möchtest und Schlafentzug gerade nicht möglich ist für dich, wäre es vielleicht möglich, Naps einzulegen? Napping ist eine gute Möglichkeit, Übergangszustände zu beobachten. Mit etwas Übung kann man auch Nonrem-Klarheit erleben. Alternativ hilft es auch, an einem anderen Ort zu schlafen oder sich verkehrt herum ins Bett zu legen (also mit dem Kopf dahin wo sonst die Füße sind). Beides sorgt dafür, dass du im Schlaf etwas aufmerksamer bleibst und erhöht die Klarheit. Und WBTBs sind natürlich eh immer gut.


Ich werde mir dazu noch Gedanken machen... du hast sicher Recht, wenn du sagst, dass man sich nicht zu viel vornehmen sollte, sodass man immer mit Spass an der Sache bleibt. Darum gefallen mir ja die Vorschläge unter "gehe einen Tag durch die Welt" so gut - weil ich denke, dass sie mir total viel Spass machen werden!  biggrin Anbei auch nochmals danke für die zwei weiteren Vorschläge, die gefallen mir auch gut. Ich werde mal ein wenig herumspielen!

Nun gut, ich verabschiede mich für den Moment. Einen schönen Abend wünsche ich noch!

Liebe Grüsse

Xeo
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