Themabewertung:
  • 1 Bewertung(en) - 5 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5

Religion und Kirche

RE: Religion und Kirche
#76
16.01.2022, 00:58 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 16.01.2022, 02:38 von ichbinmehr.)
@Likeplaceid

Hey ich musste heute an dich denken. Ich lese gerade das Markus Evangelium und habe mich von dir inspirieren lassen, das mal ganz langsam zu tun. Bisher habe ich mir das nur im Schnellverfahren als Hörbuch angehört. X Versuche die Bibel von vorne und komplett zu lesen, sind an inneren Widerständen gescheitert.

Also mit dem alten Testament kann ich nix anfangen. Wen man die Namen überlebt hat, dann findet man sich in Geschichten eines strafenden Gottes wieder. Mit diesen Bewusstseinsebenen, die dem grundsätzlichen Lernen von Moral dienen, habe ich nichts mehr zu tun. Diese Phase habe ich hinter mir. Lediglich dem neuen Testament kann ich etwas abgewinnen. Aber da bin ich mit dem Hörbuch viel zu schnell an der Landschaft vorbei gallopiert und habe deshalb nur die Hälfte mitbekommen. Nun lese ich es nochmal ganz langsam.

Ich musste an deine Aussage denken, dass du empfunden hast, dass Jesus verfolgt wird. Ich nahm heute genau das selbe wahr. Ich fragte mich an der Stelle, wie kann das denn sein? Wenn Jesus eigentlich Gott selbst ist, warum begegnen ihm dann so viele Widersacher (Schatten-Projektionen)?

Dann dachte ich, mir gehts auch ständig so. Bei Facebook zum Beispiel. Haha. Da gibt es allerdings auch keine schützende äußere Struktur, so dass alle Schattenanteile mich anspringen können. Ich muss zugeben, ich setzte mich dort auch bewusst diesen Begegnungen aus, weil ich denen lieber dort als im physischen Leben begegne. Somit ist es eine sichere Umgebung, in der ich mich von Schattenanteilen attakieren lasse und lerne mit ihnen umzugehen. Sie treten bei mir sehr oft auf, wenn ich versuche aus meiner alten Rolle auszubrechen. Sie sind wie Wächter, die mich einschüchtern sollen.

Ich glaube, dass wenn man sich all seinen Schattenanteilen bewusst ist und mit denen Frieden geschlossene hat, erlebt man auch eine friedliche Umwelt, die frei von Kreuzigungen ist. Vielleicht treten einem dann immer noch mal Anteile vors Schienbein, aber man wird nicht getriggert, weil sie entweder Eulen nach Athen bringen oder man ihre Botschaften dankbar entgegen nimmt. So nach dem Motto, ach hier habe ich mich mal wieder festgehalten. So geht es mir zumindest mit Schatten Projektionen, die leer geworden sind, weil ich mich lange mit ihnen beschäftig habe. 

Das mir das passiert, ok. Ich habe auch nicht den Anspruch an mich, am Ende zu sein, mit meiner Suche nach Erleuchtung. Aber ich wunderte mich heute, dass selbst Jesus das so massiv und ständig passierte, obwohl er ja andererseits sehr bewusst war. Mich erinnerte das so krass an meine Facebook Umgebung, wo mir kürzlich eine ganze Menge Leute vors Schienbein getreten haben. Ich frage mich: Warum hat er seine Widersacher nicht besänftigen können? Konnte er das nicht, oder wollte er das nicht? Hat er es nicht getan, um Annahme für seine Mörder zu üben? Warum hat er sich lieber töten lassen?

Ich glaube um solidarisch zu sein, mit den gekreuzigten Menschen. Manchmal wenn ich mich so hilflos mit meinem physischen Leben fühle, dann halte ich mich an Jesus fest, weil ich dann keine reale Person mehr finde, die noch Resonanz mit meinem Leid gehen kann. Ohne religiös zu sein, sondern weil ich ein Rollen Model benötige, welches großes Leid tragen musste ohne ein Looser zu sein. Jemand der Ohnmacht und Selbstwert in sich vereinen kann. Jemand der dem Leiden einen höheren Sinn gibt.

Gewöhnliche Menschen sind meist nicht in der Lage, sich tief genug zu bücken, zur Energie Schwingung der Ohnmacht, die aber manchmal eine Notwenigkeit ist, damit die Ego Schale zerbrechen kann. Die Menschen recken sich nach oben, um die Macht, Weisheit, Liebe zuergreifen, dabei denke ich liegt der Schlüssel da unten. Aber da schaut niemand hin. Für da unten, haben die Menschen oft nur Verachtung, Spott und Hochmut übrig. Dabei können wir Ohnmacht in Würde tragen.

Selbst meine Psychologin, die Menschen wirklich tief ins Leid begleiten kann, trigger ich dann so sehr mit meiner Identifikation der Ohnmacht, dass sie sich gegen mich abgrenzen muss. Erstaunlich eigendlich, dabei ist Ohnmacht letztlich auch nur ein Gefühl. Aber eben eins welches uns in unserer Freiheit extrem einschränkt und und sehr ängstig, weil uns die Hilflosigkeit und der Kontrollverlust im Kern mit Todesangst konkret berührt.

Wenn aber die Selbstannahme noch nicht selbstständig möglich ist, dann stehst du dumm da, wenn niemand mit dir in Resonanz geht. Dann hast du dich verlassen und bist verlassen. Dann kannst du dir noch nicht selbst helfen, findest aber auch noch keine Hilfe im Außen. Du bist dann auf einer Ebene, die ist so tief, also genau am Abgrund zum Tod, da will niemand freiwillig hin.

Manchmal denke ich: Ich gebe einem Menschen gerade so eine Chance, einfach nur Empathisch mit meiner Ohnmachts Energie zu sein, dass sie die volle Transformation, im Grunde ohne leidvolle schmerzliche Ego Zerstückelungen erleben könnten, aber das ist für die Menschen zu absurd, sich darauf einzulassen. Manchmal möchte ich einen Menschen einfach mit meiner Ohnmacht tief im Herzen berühren, um ihm diese Chance zu geben, in Kontakt mit einer empathische Resonanz zu gehen und nur mal so diesem Gefühl zu begegnen, in einem sicheren Rahmen, denn ich halte das Leid dann ja in meinen Händen. Die Chance erkennt nur fast nie jemand, weil dafür auch viel Demut, Berührbarkeit und Verletzlichkeit nötig wäre. Lieber schauen sie dann auf mich herab. Das ich aber aich das Licht in den selben Händen tragen, sieht niemand. Während ich denke, keine Begegnung geschieht ohne Grund und meine Energie sehr oft an Menschen verschwende, weil ich hoffe sie können Das Licht hinter der Dunkleheit sehen.

Mittlerweile kann ich ganz gut selbstständig darin verweilen, bis es wieder loslässt und brauche auch keine Fremdgegulation mehr. Aber früher war es oft sehr schwer alleine. Der Versuch jemanden zu finden, der dich begleiten kann, das ist in dieser Phase wie ein Spießrutenlauf, weil jeder alles tut, um damit nicht im Kontakt zu sein. Meist stechen sie dir noch in die Rippen und spucken nochmal auf dich. Zumindest passierte mir das viel öfters, als dass jemand Empathie und Mitgefühl für meine Bekundung meiner tiefen Ohnmacht hatte. Vor Ohnmacht haben die Menschen enorme Angst und viele Abwehrprogramme, die das in Kontakt sein mit diesem Gefühl verhindern. Logisch, denn hinter der Ohnmacht ist auch immer der Ego Tod. Das Ego versucht alles um, das nicht zu erleben, sonst zerfällt es.

Einige Abwehrprogramme des Egos sind äußerst sadistisch, narzistisch, hochmütig und abwertend. Manchmal scheinheilig versteckt in vermeindlichen lösungsorientierten Hilfsangeboten, die aber keine Hilfe sind, weil sie keine Annahme sondern ein Abwehrversuch sind. Wenn du das sagst, wirst du ignoriert, beschimpft oder erniedigt. Wenn du dort bist, erlebst du Menschen fast immer immer von oben herab, aber du findest fast nie jemanden mehr, der sich aus Mitgefühl zu dir runter bückt und sich dort mit dir mitten in die Scheiße setzt und einfach mit dir dort verweilt. Aber im Grunde ist das das Einzige was helfen würde. Und dort wäre ja auch das Licht. Licht gibts aber nur im Zweierpack mit Mitgefühl, Demut und Berührbarkeit.

Ich habe nur einen Menschen kennen gelernt, der dass das konnte, der das ertragen konnte. Aber ohne eine Resonanz zu einem anderen Menschen, ist es kaum möglich eine volle Annahme, für die Ohnmacht zu finden. Die meisten Menschen die einen schweren Schicksaalschlag erleben, überwinden Ohnmacht um wieder auf die Beine zu kommen und zurück ins Ego. Aber das ist nicht die selbe Erfahrung, denn wenn du ewas überwinden kannst, ist das noch nicht die Annahme von Ohnmacht. Dann bist du vielleicht taff, stark oder flexibel, aber darum geht es nicht bei der Kreuzigung, die zur Erleuchtung führt. Wenn Jesus wie McGyver sich mit einem Kaugummi und einer Wäscheklammer vom Kreuz befreut hätte, währe das Christentum keine Lehre von bedingungsloser Liebe und Mitgefühl. Es würde dann wieder das starke Ego gewinnen und es gäbe keine Erlösung. Leid kann man nur Annahme, begleitet durch einen höheren Sinn durchschreiten.

So eine Resonanzerfahrung ist sehr wichtig, für die Integration eines Gefühls. So ein Rollen Model, welches das Leid getragen hat, gibt einem Kraft das auch irgendwie durchzuhalten, wenn man so schon ganz alleine ist damit. Die Meisten die diesen Zustand erleben dürfen, werden alleine damit sein, weil es fast niemanden gibt der das freiwillig aushält.

Also mein Fazit:

Wenn es diese Identifikation mit Jesus nicht geben würde, würden viele Menschen in dieser Phase, wo das Anhaften an das Leiden noch eine Funktion erfüllt, nicht überleben. Der Verfolgungswahn war deshalb Absicht. Gott inzinierte das genau so. Absichtlich. Er tat das aus Mitgefühl mit den Menschen, die schweres Leid tragen müssen und von allen verlassen sind.

Aber das ist nur eine Interpreation von mir von vielen möglichen Varianten, die einen Sinn ergeben könnten. Jeder Mensch braucht ja einen anderen höheren Sinn für sich.
Zitieren
RE: Religion und Kirche
#77
25.01.2022, 22:04 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.01.2022, 22:08 von mathchild.)
[+] 1 User sagt Danke! mathchild für diesen Beitrag
Übrigens.

Warum werden Engel eigentlich so oft mehr oder weniger nackt dargestellt?

Also wenn ich z.B. über den Friedhof laufe, besonders in der momentanen Jahreszeit, und einige Grabfiguren so sehe, denke ich mir, die armen Kids frieren doch, so zusammengekauert wie sie manchmal sitzen. Muss das sein?

Oder was meint ihr so?
Ich spitze meine Farbstiftmine mit einer Farbstiftspitzmaschine.
Zitieren
RE: Religion und Kirche
#78
26.01.2022, 14:42 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 26.01.2022, 21:15 von ichbinmehr.)
Narzissmus, Neurozitismus, Engel, Sprituelle Egos und Projektionen entlarven.

Vielleicht weil sie sich offenherzig, verletzlich, und nackt zeigen? Vielleicht kann man nur nackt in den Himmel kommen? Nacktheit gilt als Symbol für Urpsrünglichkeit, Ehrlichkeit und Reinheit. Wir sollten auch die Flügel der Engel nicht vergessen, denn die Nacktheit und die Flügel stehen für mich als Gegensätze, die in Balance gehalten werden sollten, gegenüber.

Es gibt den Vers in der Bibel: "Ehr passt ein Kamel dürch eine Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt." Solange man an etwas festhält, ob das nun Geld, Erfolg, Status, Wissen ist und andere Teile seine Seele damit blockiert werden, behindert man seine volle Selbstannahme und somit den Aufstieg in höhere Energien und Daseinsformen.

Wenn ich zb immer nur meine starken, selbstwirksamen und erfolgreichen Selbstanteile in den Vordergrund meiner Persönlichkeit stelle und meine schwachen, hilflosen und Versager Anteile versuche auszublenden und vor anderen Menschen verstecken, bin ich im Ungleichgewicht. Menschen tun das, weil sie mal erlebt haben, dass sie für Schwäche und Verletzlichkeit verurteilt wurden. Wir haben alle Angst erneut verletzt zu werden, was dann dazu führen kann, dass sich jemand nur noch stark und mächtig und makellos zeigt. Wir sind auch alle so erzogen worden, eine Persona zu haben. Aber bei manchen Menschen ist das sehr stark ausgeprägt. Die Engel sagen uns, echte Makellosigkeit beinhaltet die Annahme der Fehler, Schwäche und Verletzlichkeit.

Im Extremfall bauen sich Menschen eine Ego Mauer aus Gradiosität, Stärke, Macht, Geld, Wissen und Ruhm, um nie wieder mit diesen Ängsten vor Verletzlichkeit in Berührung zu kommen. In extremen Fällen tendiert dass dann richtung Narzissmus.

In der Big 5 Persönlichkeits Typologie heisst es, jeder Mensch ist entweder narzisstisch oder neurotisch veranlagt. Ich würde da noch weiter gehen und sagen, es kann sogar sein, dass ich beides in mir habe. Vielleicht ist das eine sehr stark ausgeprägt und das andere nur leicht ausgeprägt. Manchmal sind Tendenzen auch verdreht, so dass man sie nicht direkt erkennt. Es gibt ja auch Konzepte über den nach Innen gerichteten Narzissmus (siehe Bärbel Wardetzki). Beide Ausprägungen sind Möglichkeiten mit niedrigem Selbstwert und Verletzlichkeit umzugehen. Der Neurotiker versinkt in seinem Leid, während der Narzisst überhaupt nicht mit seinem Leid im Kontakt ist.

Das macht es für spirituelle Sucher natürlich gefährlich. Der Neurotiker identifiziert sich womöglich mit dem Leiden von Jesus und haftet dort an. Der Narzisst identifiziert sich mit der Idee das Leid zu überwinden, jedoch bevor er überhaupt richtig mit seinen Gefühlen und dem Mitgefühl in Berührung gekommen ist. Er neigt dann durch sprituelle Praxis sehr stark zur Dissoziation, wenn er nicht auch Praktiken hat, die dem entgegen wirken.
Deshalb müssen auch beide sprituellen Egos aus dieser Identifikation nochmal erlöst werden. Für den Narzissten ist deshalb die Idee das Leid zu überwinden, wie die Buddhisten es praktizieren, gefährlich. Es kann eine Ego Falle sein, wenn diese Gefahr nicht bewusst gesehen wird. Für den Neurotiker ist die Kreuzigung die Ego Falle, denn Leiden ist für ihn einfacher, als das Leid abzuschütteln.

Narzissten sind ja nicht perse böse Menschen, es sind Menschen, die in ihrem Selbstwert eine tiefe existentielle Kränkung erlitten haben. Das war für sie so schlimm, dass sie nie wieder mit dieser Not in Berühung kommen wollen. Ihr Muster ist ein Schutz. Sie haben eben gelernt durch Stärke, Macht, Dominanz, Wissen, Ignoranz sich zu schützen.

Sie versuchen ihren Selbstwert deshalb chronisch hoch zu halten, indem sie gradios wirken sind und gerne auch mal andere Menschen abwerten, entwerten oder einfach austauschen. Ob aktiv oder durch stille Ignoranz ist gleichgültig. Manchmal lauert hinter heiliger Stille ein versteckter Narzisst. Man kann es jedoch energetisch fühlen, wenn man sensibilisiert ist und genau auf die Muster eines Menschen achtet.

Manche Narzissten schaffen es tatsächlich in allem gradios und erfolgreich zu sein. So hält sich das Selbstbild weiter aufrecht. Auch im sprituellen Bereich kann das vorkommen. Solange es jemanden gibt der sie bewundert, können sie ihrem Schatten nicht begegnen. Wir bewundern sie vielleicht, ohne zu sehen, wie verletzlich und fragil es unter diesen Schutzmauern aus Erfolg aussieht. So bin ich immer wieder auf solche Menschen hereingefallen, weil ich diese grandiosen Menschen so bewundert habe, ohnezu erkennen, was unter diesem Muster verborgen liegt.

Dann versuchen sie sich mit größter Anstrengung auf eine besonders grandiose Weise darzustellen und negieren damit ihre hilflose und verletzliche Seite. So kann kein Frieden mit der Welt gefunden werden, so kann sich ein Mensch nicht selbst in der Tiefe begegnen. Sie müssen dann ja immer wie ein Süchtiger nach Anerkennung und Erfolg streben oder immer fürchten, dass jemand kommt, der sie entlarvt oder übertrumpft. Deshalb schützen sich sich davor, entlarvt zu werden. Wer sie entlarvt, den tauschen sie aus. Freunde die so eine Gefahr bedeuten, werden entwertet um das Muster aufrecht zu erhalten. Wenn man ihr Muster bedient und sie anhimmelt, sich ihnen unterwirft, kann man wunderbar mit ihnen auskommen, aber man kann mit ihnen keine authentische Beziehung auf Augenhöhe in gegenseitiger Wertschätzung führen. Denn sie sind zutiefst abhängig von Anerkennung und wenn diese mal wegfällt und stattdessen berechtigte Kritik geäußert wird, kommen sie an ihre Not. Dann bist du schwups entfreundet.

Stärken anderer Menschen erkennen sie nicht an, in dem sie die Stärken eines anderen Menschen ignorieren oder gar ihnen absprechen, fühlen sie sich überlegen. Oft treten sie chronisch in Konkurenz und Wettbewerb mit anderen starken Menschen. Sie verkennen, dass es eine kooperative Ebene mit anderen Menschen geben könnte und sehen nur den Konkurenten, den sie ausstechen müssen. Sie verkennen Win-Win Situationen. Sie verkenne Co-Kreation. Sie verkennen Kooperation, weil sie wie im Tunnelblick nach Wettbewerb und Macht streben.

Sie tun das alles, damit ihre Fassade des Erfolgs nicht bröckelt, dafür gehen sie über Leichen und sehen andere Menschen als Objekte die ihre Bedürfnisse erfüllen. Oft tarnen sie sich als Helfer, Heiler, Lehrer um eine Abhängigkeitsbeziehung zu kreieren. Obwohl sie nicht so wirken, weil sie oft eine grandiose Persona haben, sind es zutiefst abhängige Menschen. Sie sind abhängig von Bewunderung. Narzisstische Tendenzen schaden nicht nur anderen Menschen, den Opfern dieser perfiden Spiele, sondern auch der eigenen sprituellen Entwicklung. Sie blockieren die eigene Entwicklung.

Ich hatte mal einen sprituellen Lehrer und Freund der Narzisst war/ist. Der Mann war intellektuell sehr weise, aber er hat sich bei allem selbst blockiert was bedeutet hätte, sich schwach und verletztlich zu zeigen. Sein Herz war verschlossen. Für Herzgeschichten brauchte er immer Projektionen auf Heilige im Außen. Er konnte aber nicht zugeben, dass er da noch ein paar Blockaden hatte. Er war sich immer sicher, alles schon erfahren zu haben, alles schon geheilt und erlöst zu haben, aber insgeheim hat der die Welt verachtet, weil da noch so vieles ungeheilt war. Insgeheim war er ein sehr einsamer Mensch, der sich hinter seinem sprituellen und psychologischen Wissen versteckt hat. Er hat Gleichmut mehr als starke Rolle gespielt, als dass er wirklich authentisch emotional befreit war. Das erkannte ich aber erst, nachdem ich eine ganze Weile sehr gut kannte, denn er hatte auch sehr viele mitfühlende und hilfreiche Eigenschaften von denen ich froh bin, diese von ihm gelernt zu haben. Für eine Zeit war unsere Beziehung eine Win-Win Beziehung, aber sie war eben nicht symmetrisch, dh nicht auf Augenhöhe. Ich habe von seinem Helterkomplex profitiert und er von meiner Ohnmacht.

Wenn ich ihm mit meiner sehr authentischen und verletzlichen Perspektive kam und darauf bestand da mal hinzuschauen, hat er begonnen mich anzugreifen, zu entwerten oder er hat mich ignoriert. Ich habe ihm das verletztliche Nackte gespielt, was er in sich abgespalten hatte. Und es war ganz erstaunlich, obwohl er ein Meister in Schattenarbeit war, konnte er das nicht sehen. Indem Moment hatte er nichtmal seine eigenen Konzepte anerkannt, die er sonst immer gelehrt hat. Er hat nicht erkannt, dass ich sein Schatten war. Sein Spiegel. Das was er nie sein wollte, verletzlich, schwach, kindlich, hilfsbedürftig. Er musste immer der Starke sein. Und ich habe den Starken Wissenden auf ihn projiziert. Der der ich werden wollte, aber den ich noch nach Außen projizierte.

Seiner Verletzlichkeit zu begegnen, ist notwendig um sich selbst ganz zu begegnen. Man kann sich in seiner Tiefe gar nicht richtig erfahren, wenn man das nicht zulassen kann. Nur so können Traumta heilen. Nur so können Energie Blockaden heilen. Nur wenn man auch mit diesen verletzlichen Selbstanteilen Mitgefühl gefunden hat, kann man authentisches Mitgefühl ausstrahlen. Für mich ist dieses Mitgefühl ein unabdingbare Voraussetzung, damit ich ich jemanden als voll erwachten Buddha bzw. als heile Persönlichkeit anerkennen kann.

Er hatte einmal am Anfang unsere Beziehung eine Vision, dass er von mir Nacktheit lernen würden. Da war er ganz begeistert, was dann des wohl sein würde. Aber meine emotionale Nacktheit, hat er dann dennoch verachtet. Er war trotz all seinem theoretischen Wissen über Psychologie und Buddhismus, nicht in der Lage mich mit meiner emotionalen Nacktheit, als seine Lehrerin anzuerkennen. Besonders dann wenn ich ihm das arglose Kind spielte, triggerte ihn das extrem.

Er hatte in seiner Konditionierung gelernt, dass man Schwäche und emotionale Offenheit verachten muss. Das war für sein Selbstbild zu tiefst gefährlich. Ich habe ihm das kleine verletzte, nackte, arglose, hilflose innere Kind gespielt und er hat drauf gehauen, so wie er das selbst als Kind erfahren hatte. Täterintrojekt, nennt sich das in der Traumapsychologie. Verinnerlichte Täter.

Mein Freund hatte einen Sadisten als Vater, der bei den Nazis in der SS war. Das war ein Vorbild von einem Mann für ihn. Hart. Unbeugsam. Stark. Makellos. Ohne Gefühl. Der Vater hat ihn als kleines Kind so verprügelt und für Schwäche verachtet, dass es für ihn zu gefährlich war, sich diesbezüglich nochmal zu öffnen und verletzlich zu zeigen. Er kam nicht darüber hinweg, sich innerlich von der Beziehung zu seinem Vater zu lösen. Deshalb reinzinierte sich das immer wieder, mit mir. Es gelang mir nicht, ihm das begreiflich zu machen. Er ist unschuldig an seinem Muster. Es ist eine Traumfolgestörung, die ihn so sehr überwältigt hatte, dass er nicht bewusst bleiben konnte sich Situationen, wo sein Trauma getriggert wurde zu stellen.

All seine Meditation und sonstige Arbeit mit sprirituellen Techniken hatte ihm nicht geholfen, in diesen Situationen wo das eigene Trauma der Kindheit hochkam klar zu bleiben. Bei der Täterintrojektion identifiziert mans ich mit dem Täter, statt mit dem Opfer. Dieses hat eine Funktion und dient dem Selbstschutz, ganz ähnlich wie wir das vom Stockholm Syndrom kennen.

Er hat Bücher über Persönlichkeitspsychologie geschrieben, aber dass was er da verstanden hat, war alles in der Theorie, im Verstand, aber das Herz blieb verschlossen. Er hätte eine Therapie gebraucht, aber dafür war er zu stolz. Sich das einzugestehen, hätte seinen Selbstwert so gekränkt, dass er das abgewehrt hatte. Und das ist das Problem, anstatt dann zu sagen, ok ich brauche hier nochmal Hilfe, bauen Narzissten ihre Ego Schutzmauern, immer härter auf. Er hat meine Verletzlichkeit immer wieder bekämpft, während ich hoffte er erkennt mich - sich.

Er war mir dennoch ein großer Lehrer und ich werde ihn als das immer verehren, für das was er mir gegeben hat. Er hatte großes Mitgefühl mit meiner Krankheit und mich durch einen Teil meiner Dunklen Nacht der Seele geführt. Da hatte er wirkliches Mitgefühl gelernt, denn das hat er selbst durchmachen müssen, ganz alleine.
Diesbezüglich hätte ich mir keinen besseren Lehrer wünschen können. Aber sein Mitgefühl beschränkte sich auf bestimmte Situationen.

Ich bin ihm zutiefst Dankbar, für das was er mir gegeben hatte, denn er war da als mein Leben durch die Sprituelle Krise in tausend Scherben lag. Er erklärte mir, wass ich da erlebte. Desswegen wird die Beziehung zu ihm für mich immer ambivalent bleiben. So ist auch die beziehung zu meiner Mutter, weil die Mutter die Urbeziehung ist, die einzigartig ist. Aber meine Mutter war Narzisstin und hat mich schwer traumatisiert. Es ist manchmal schwierig für mich dass ich so besondere Menschen für mich, nur innerhalb dieser Ambivalenz lieben kann.

Es ist für mich große Liebe und große Enttäuschung ein einem, denn auf der anderen Seite war er eben Grandios für mich. Deshalb sind Narzissten auch so anziehend. Die sind oft wirklich gradios. Sie haben oft irgendeine ganz besondere Fähigkeit. Er hatte ja sein ganzes Leben nach Grandiosität in Form von Wissen gestrebt. Da hatte sich einiges an Wissen und Fähigkeiten angesammelt, die bewundernswert waren.

Aber nach 4 Jahren, habe ich mich von ihm getrennt, denn wir drehten uns da nur noch im Kreis. Für Narzissten sind nur Menschen mit niedrigem Selbstwert interessante Beziehungspartner, weil sie dann ja Bewunderung erhalten. Sie wollen gar keinen gleichwertigen Partner, Freund oder Kollegen.

Wenn ein Mensch dann seinen Wert immer mehr erkennent, funktionieren solche Beziehungen nicht mehr. Die Trennung war meine Abschlussprüfung mit ihm, weil ich als Opfer von narzisstischem Missbrauch seit der Kindheit, in Abgrenzung zu ihm in meinen Selbstwert gekommen bin. Weil ich mich trotz der Liebe und Bewunderung für ihn, für mich entschieden habe. Er war also perfekt für mich, damit ich mich entwicklen, insividuieren und befreien konnte.

Denn erstmal muss man jemanden wirklich Lieben, damit man sich Individuieren kann. Es war ein Schritt den ich mit meinen Eltern nie machen konnte. So hat er mir mit seiner Persönlichkeit dieses Muster gespielt. Ich konnte nie zu meinen Eltern aufschauen, aber zu ihm habe ich aufgeschaut. Ich bin seinem Muster sehr dankbar, denn ohne ihn würde ich jetzt immer noch Menschen vergöttern und interessanten Leuten blind hinter rennen. Da ich durch eine narzisstische Mutter erzogen wurde, war es Schicksal, dass ich ausgerechtet ihn als Lehrer fand, denn ich konnte so meine Kindheit und die dadurch entstanden Beziehungsmuster bewusst verstehen und heilen.

Auf Grund meiner Traumafolgestörung, zog ich energetisch immer wieder Menschen an, bzw. fühle mich von ihnen angezogen, die Aspekte des Narzissmus in sich tragen. Die Anziehung diente meiner Heilung, damit sich die traumatischen Beziehungserfahrungen mit meiner Mutter nochmal bewusst reinzinieren und heilen konnten.

Mittlerweile habe ich einen sehr guten Blick dafür. Ich erkenne narzisstische Muster sehr schnell und weiß, dass man mit diesen Leuten manchmal nicht kooperieren kann. Ich falle nicht mehr drauf rein, weil ich solche Beziehungen nicht mehr zum Heilen brauche. Die Hoffnung, dass so ein Mensch sein Muster aufgibt, habe ich abgelegt. Den Menschen die mir irgendwann mal ans Herz gewachsen sind, wünsche ich das immer wieder, aber ich habe viel zu viel Energie an Menschen verschwendet, die gar keine Lust haben, sich in ihrer Tiefe zu begegnen.

Meinen Freund und Lehrer hat eigendlich nur sein Narzissmus bzw. seine tiefe Verletzung, die unter diesem Muster (Abwehr) lag, von seiner vollständigen Erleuchtung getrennt. Das macht mich manchmal traurig. Er hat sich auf den letzten Metern damit den Weg versperrt, weil er nicht zum Schüler werden konnte. Dabei heisst es doch Meister und Schüler sind eins. Aber da hatte er wohl einen Brett vorm Kopf bzw. Herzen. Ich denke noch oft an ihn, und wünsche ihm dass dieses Brett abfallen möge. Aber dann frage ich mich, möchte ich dass damit er eines Tages sagt du hast Recht gehabt. Ja das würnsche ich mir tatsächlich, weil ich auch nie von meinen Eltern anerkannt wurde. Und dann denke ich wieder, vielleicht soll es so bleiben, damit ich mich selbst anerkenne. Manchmal ist es eine schwiege Sache zwischen dem Ego und dem Selbst zu vermitteln. Ich frage mich wie könnte da die Mitte aussehen?

Er hatte Techniken mit denen er seine Blockaden kurzzeitig umgehen konnte, um wieder eine kleine Weile im Einheitsmodus zu sein. Dieses reichten ihm. Das musste ich akzeptieren. Es war aber nicht die Erleuchtung, die ich gesucht hatte. Ich wusste ich muss weiter ziehen, weil ich etwas noch viel Tieferes suchte und finden möchte. Das konnte er mir nicht zeigen. Vielleicht hatte er nicht genug stabilisiernde Ressorcen, um sich dem Schmerz und den Gefühlen der Minderwertigkeit zu stellen, der unter der vermeindlich perfekten Fassade lag. Ich bin so lange bei ihm geblieben, weil ich hoffte, er kann doch noch loslassen, und natürlich erhoffte ich mir im Tauschgeschäft, dafür seine Aufmerksamkeit und den Ritterschlag für meine Buddhaschaft. Die Beendung der Beziehung war jedoch der einzige Weg für mich aus dem Abhängigkeitsmuster meiner Kindheit heraus zu finden, und mich selbst anzuerkennen.

Ich habe am Beispiel meines Lehrers und Freundes vieles darüber gelernt, auch dass es nur ganz selten ist dass ein Mensch mit narzistischer Tendenz sich wirklich selbst begegnet. Oft gibt es Sucht-Tendenzen der Selbstbegegnung zu entfliehen. Zu dieser Sucht kann auch Meditation bzw. Sprituelle Dissiziation, sprituelles Bypassing oder das Anhaften an Wissen gehören. Bei ihm war es die Schattenarbeit, mit der er alles gerechtfertigt hatte. So hat er seine größte Kraft, die Schattenarbeit benutzt, um sich selbst nicht zu begegnen. Er war ein Schattenmeister.

Ein Meister in Meditation wird vielleicht die Meditation für seinen Selbstbetrug nutzen. Ich selbst habe mich auch schon selbst betrogen, durch spirituelles Bypassing. Niemand der auf diesem Weg ist, wird daran vorbei kommen. Wir sollten das Sprituelle Bypassing lieber von vorne herein als etwas betrachten, was und geschehen wird, so dass wir offen damit umgehen wenn es uns geschieht.

Ich denke, man muss seinem Trauma voll begegnen, es sei denn man wird von Gott begnadet und erlöst.  Aber dann gibt es das Problem, dass das Muster evtl. weiter fort geführt wird und wieder zur Trennung führt.  Ich sehe das Erwachen ja mehr aus integraler Sicht, als Entwicklungsweg vom Menschen-sein zum Gott-sein. Sicher habe ich da auch meine blinden Flecken, die auf meinem Weg erwachsen sind.

Ohne dass wir Narzisst sein müssen, haben wir alle regelmässig Angst uns nackt und verletzlich zu zeigen. Ich habe auch immer wieder Angst, etwas zu erzählen, wo ich mich schutzlos von meinen negativen und verletzlichen Seiten zeige. So auch in disem Text. Jedoch nutze das sich Öffnen ganz systemtisch, um mich von meinen Selbturteilen zu befreien.

Am Ego des Narzissten ist das sehr eindrücklich zu sehen, weil es da sehr ausgeprägt ist. Jedoch jeder trägt ein paar Prozent Narzissmus in sich. Auch ich. Ich tendiere dazu wenn mich jemand entwertet, dann entwerte ich manchmal zurück.

Nackt sein bedeutet für mich daher, sich mit den schwachen Seiten seiner Persönlichkeit zu offenbaren, was unweigerlich zu einer Annahme dieser Seelenanteile führt. Es bedeutet das Herz für die eigene Verletzlichkeit zu öffnen. Daraus erwächts Liebe und Mitgefühl für sich und als Folge für die äußere Umwelt.

Es ist sehr selten, dass ein Mensch der so ein starkes festes Ego Muster hat, sich öffnet. Sollte so einem Menschen dieses gelingen, so wäre dieses ein höchst anerkennenswerte Leistung, wenn jemand sagen kann, ich bin Narzisst und ich habe dieses und jene Muster in mir und versuche, dieses zu überwachsen. Denn diesen Menschen fehlt Vertrauen, dass er in seiner offenbarten Verletzlich aufgefangen wird. Ihnen auch ein Wissen, dass sie von jeder Schuld frei spricht und ihnen den Mut gibt, die Verantwortung für sich zu übernehmen.

Das sieht man auch in der Enneagramm Arbeit, da gibt es Enneagramm Typen, die eher in die narzisstische Verhaltensweisen tendieren und die haben es viel schwerer Introspektion und Selbstheilung zu betreiben. Die 1, die 7, die 8 und die 3 zum Beispiel. Ich habe diesebezüglich günstige Tendenzen, habe aber auf der anderen Seite all die Schwierigkeiten des Neurotikers, der sich immer schwach, klein und unzulänglich fühlt. Niemand ist besser oder schlechter als der andere. Zumal ich aus spiritueller Sicht alles bin. Niemand kann etwas dafür, dass er ausgerechtet diese oder jene Traumafolge entwickelt hat. Nackte Engel symbolisieren für mich Unschuld.

Die Nacktheit der Engel empfinde ich als eine symbolische Erinnerung daran zu denken, dass es darum geht, diese einseitigen Persönlichkeitsausprägungen abzubauen und sein strebsames narzisstisches Ego zu überwachsen, indem man seinen Hang zu Gradiosität auf ein normales Maß einpendelt, welches auch Unzulänglichkeiten zulassen kann. Die Nacktheit sagt mir, zeige dich nackt und du wirst von deinen Ängsten und Urteilen bzgl. deiner Verletzlich erlöst werden. Man soll natürlich seine Stärken leben, aber wenn die Stärken als Mittel der (Selbst oder Fremd) Unterdrückung dienen, dann ist etwas im Ungleichgewicht.

Die Flügel der Engel erinnern die neurotischen Menschen, die immer zu wenig Selbstvertrauen haben und nicht an sich glauben, daran sich ihre Stärken und ihre Gradiosität bewusst zu machen und sollen diese dazu ermunter mutig, über sich hinaus zu wachsen. Denn wer Selbstbewusst ist, braucht auch keinen Narzissten auf den er die eigene Grandiosität das eigene Licht projiziert. Da kann man auch mit dem Enneagramm sehr gut dran arbeiten, denn da gibt es auch Typen, die sich sicht gut nackt machen können, die 4 zum Beispiel. Der Enneagramm Typ 4 hat große Probleme hat, seine Engels Flügel zu entwickeln. Viele Ennegramm Typen gucken auf die 4 herunter, weil die immer klein, ohnmächtig, hilflos, herumheult und sich in Schmerz, Trauma und Selbstmitleid suhlt. Was die 4 zu viel hat, haben die anderen Typen zu wenig. Es geht um die Mitte.

Ich glaube das Nackheit und Flügel der Engel in einer Balance stehen sollten, denn wie immer geht es um die Mitte. Beide Seiten sind, wenn sie zu stark ausgeprägt sind pathologisch. Nur der Neurotiker merkt das selbst, weil er selbst leidet. Das ist sein Vorteil und seine Nachteil. Der merkt dass er was ändern muss.

Der Narzisst merkt das oft gar nicht, denn bei dem leiden die anderen Menschen für ihn. Früher dachte ich es ist voll unfair, weil die Menschen mit narzisstischen Tendenzen, sich in der Welt besser durchsetzten können und somit oft die Gewinner sind. Ich als Neurotiker habe mich oft zu den Verlierern dieser Welt gefühlt und ich leide manchmal immer noch unter diesem Eindruck.

Irgendwann habe ich jedoch festgestellt, dass die Narzissten nur in der Welt der äußeren Formen die Gewinner sind, denn was Innenschau und Selbsterkenntnis angeht, haben die Neurotiker klar die Nase vorn. So ist doch letztlich alles im Gleichgewicht. Jedes Muster hat seinen Wert. Die letzten werden die Ersten sein, steht in der Bibel.

Nacktheit könnte auch mit Unschuld übersetzt werden. Unschuldig sind wir, wenn wir uns selbst und allen anderen Menschen für ihr so-sein vergeben können. Das passt sich mit den oben genannten Aspekten zusammen. Wenn ich alle meine Persönlichkeitseigenenschaften bewusst sehen, sie annehmen und akzeptieren kann und wenn ich dann auch noch das annehme und akzeptiere, was ein anderer Mensch verkörpert, vielleicht das völlige Gegenteil von mir, dann bin ich unschuldig. Dann habe ich die Gegensätze vereint und löse damit die Dualität und die Erfahrung der Trennung vom Gegenüber auf. Wenn ich etwas nicht mehr ablehne, kann ich dieses auch als Teil meines höheren Selbst anerkennen.

Manchmal ist das gar nicht so leicht, denn wenn wir sehr viel Schmerz erfahren mussten, durch einen Täter, diesen als Unschuldig zu betrachten. Aber es hätte doch gar keinen besseren Lehrer für mich geben können.

Ich glaube dennoch wir sollte nicht zu früh vergeben, nicht bis wir das wirklich authentisch fühlen können, denn sonst verraten wir uns wieder selbst.

Wenn man den Tätern vergeben kann, hat das den Effekt, dass die eigene Erleuchtung sich wieder vertieft, weil jedes UR-TEIL eine Trennung zwischen Ich und Höherem Selbst verursacht. Also für mich sagen die nackten Engel genau das. Seid emotional nackt (verletzlich) und denkt an eure Flügel (Stärken). Dann seid ihr leicht genug um zu fliegen, weil ihr im Gleichgewicht seid.


[/b]
Zitieren
RE: Religion und Kirche
#79
20.02.2022, 18:37
[+] 1 User sagt Danke! mathchild für diesen Beitrag
(26.01.2022, 14:42)ichbinmehr schrieb:
Dann seid ihr leicht genug um zu fliegen, weil ihr im Gleichgewicht seid.

Ein absolutes Gleichgewicht, ein Leben "in der Mitte" ist meiner Meinung nach auch nicht erstrebenswert: Gleichgewicht ist ein Zustand von Stillstand. Die kleinste Unruhe im Universum kann ein Kippen verursachen. Und wo alles in Ordnung ist, gibt es nichts mehr, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Vielmehr geht es um ein "gesundes Ungleichgewicht". Ab wann es ungesund wird, ist eine Frage, die wohl jeder für sich selbst beantworten muss.


(26.01.2022, 14:42)ichbinmehr schrieb:
Seiner Verletzlichkeit zu begegnen, ist notwendig um sich selbst ganz zu begegnen. Man kann sich in seiner Tiefe gar nicht richtig erfahren, wenn man das nicht zulassen kann.

Zwar grübele ich viel über mich selbst nach, aber wie tief ich dabei vordringe, kann ich genau genommen nicht wirklich abschätzen. Vielleicht bräuchte ich dazu auch einen Therapeuten, aber ich möchte niemandem die besonders derzeit dringend gesuchten Therapieplätze wegnehmen.


(26.01.2022, 14:42)ichbinmehr schrieb:
Solange man an etwas festhält, ob das nun Geld, Erfolg, Status, Wissen ist und andere Teile seine Seele damit blockiert werden, behindert man seine volle Selbstannahme und somit den Aufstieg in höhere Energien und Daseinsformen.

Wenn die Erde voll von Sachen ist, die mich am Eintritt in den "Himmel" hindern, was habe ich dann noch hier verloren?
Meh, mir würde hierfür sicher noch etwas Besseres zum schreiben einfallen, aber dafür mangelt es mir heute wohl an persönlicher Tiefe... normal

Über lange Strecken Deiner Ausführungen über Narzissten musste ich ans Trumpelstilzchen denken. (Meine Schwester, die in den USA lebt, nennt ihn nur noch "45", nach offizieller Zählung der US-Präsidenten.)

Eigentlich wollte ich zum Thema Schuld/Unschuld noch einiges schreiben, aber jedesmal wenn ich drüber nachdenke, kommen andere Gedanken dabei raus.


Re: ligion und Kirche  (Hm, auf Englisch funktioniert das Wortspiel auch besser...)
Ach ja, wieder mal ein Missbrauchsgutachten, und die Kirchenaustritte gehen durch die Decke. Warum überrascht mich das nicht? Hatte ich schon mal erwähnt, dass die vor einigen Jahren in den öffentlichen Raum geworfene Zahl von 3677 identifizierten Missbrauchsopfern zwischen 1946 und 2010 in Deutschland (wenn ich das richtig im Kopf habe, bitte um Korrektur falls falsch) die schlimmste Un-Statistik ist, die mir bisher begegnet ist? Ich würde eine Zahl von 3,677 Millionen für realistischer halten. Okay, die kann man nicht alle belegen. Aber so eine Zahl - noch dazu eine Primzahl! - durch die Presse zu jagen, in dem Wissen, dass die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher ist, das geht mir irgendwie nicht mehr aus dem Kopf, deswegen musste ich das hier mal erwähnen.
Ich spitze meine Farbstiftmine mit einer Farbstiftspitzmaschine.
Zitieren
RE: Religion und Kirche
#80
21.02.2022, 02:04
Zitat:Ein absolutes Gleichgewicht, ein Leben "in der Mitte" ist meiner Meinung nach auch nicht erstrebenswert: Gleichgewicht ist ein Zustand von Stillstand. Die kleinste Unruhe im Universum kann ein Kippen verursachen. Und wo alles in Ordnung ist, gibt es nichts mehr, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Vielmehr geht es um ein "gesundes Ungleichgewicht". Ab wann es ungesund wird, ist eine Frage, die wohl jeder für sich selbst beantworten muss.

Ja. Das hast du voll schön ausgedrückt. Danke dir.

Vielleicht könnte ich das was ich meine besser benennen, mit einer Pendelbewegung um die Mitte. Wenn man sehr stark zwischen den Extremen lebt, so wie es bei mir immer war, kann es eine befriedigende Erkenntnis sein, um die Mittel zu pendeln. Ich hätte die Mitte gar nie schätzen könnten, wenn ich die Extreme nicht voll ausgelotet hätte. Ich komme halt aus der Erfahrung der Extreme und finde Ruhe und Frieden in der Mitte. Wer sich jedoch immer in der Mitte aufhält, weil er besonders normativ und angepasst lebt, dem fehlen natürlich die inspierenden Ausbrüche in die Extreme, um überhaupt das ganze Spektrum des Möglichen zu sehen.

Deshalb hast du voll Recht, dass du sagst: "Ein absolutes Gleichgewicht, ein Leben "in der Mitte" ist meiner Meinung nach auch nicht erstrebenswert: Gleichgewicht ist ein Zustand von Stillstand."

Genau das ist ein sehr gutes Beispiel dafür dass es keine absoluten wahren Aussagen gibt. Es kommt immer auf die Perspektive an. Ich hatte etwas einseitiges zum Ausdruck gebracht. Danke dass du es durch deine Sichtweise vervollkommnet hast. normal

Zitat:Vielleicht bräuchte ich dazu auch einen Therapeuten, aber ich möchte niemandem die besonders derzeit dringend gesuchten Therapieplätze wegnehmen.

Das Klingt sehr Rücksichtsvoll gegenüber den Bedürfnissen anderen Menschen. Da ist die Frage in wie fern ist das sinnvoll?

Ich glaube dass wir gerade dann wer wir eine sehr hohe Ethik haben, dazu neigen uns selbst nicht wichtig genug zu nehmen. Das ist so der Schattenaspekt eines sehr eethischen udn rücksichtsvollen Menschen. Meiner Meinung nach wäre da eine Prise Egosismus wieder gut, weil das ist Gleichgewicht bringt. Deshalb macht man ja auch Schattenarbeit, nachdem man seine Ethik auf ein gewisses Level gebracht hat.

Ich glaube um so mehr wir selbst heilen, um so mehr können wieder andere Menschen davon profitieren. Somit gibt es eigentlich gar keine egoistische Selbstbezogenheit, wenn man in seine eigene Heilung investiert.

Es gibt ja auch Therapeuten die sich sehr gezielt Klienten aussuchen, mit denen sie differenzierte Gespräche über die Psyche führen können. Das ist nicht unbedingt so selbstlos. Das erfüllt auch immer für den Therapeuten eine Funktion. Aber wer weiß bielleicht kann der dann wieder vielen anderen Helfen. Ichmeine das ist so wie mit dem Flügel des Schmetterlings. Du kennst ja gar nicht die Auswirkung von etwas, was du tust. Du glaubst zu wissen, was die Auswirkungen wären, aber dass ist ja nur eine Berechnung die auf Grund einer vorirgen Datenlage gescheiht. Was aber wenn die Datenlage unvollständig ist, dann kann das Ergebnis im Extremfall in eine ganz andere Richtig führen.

Therapeuten projizieren ihre eigenen nicht gelebten Schwächen (den Schatten) auf die Klienten. Ein guter Therapeut weiß das. Ein schlechter geht damit recht unbewusst um. Die Therapeuten sprechen ja auch nur mit sich selbst, durch den Klienten. Wenn es richtig gut läuft, weiß man nicht wer hier wen gerade weiter bringt. Dann ist das ein Geben und Nehmen. Ein Austausch auf Augenhöhe.

Wenn ich mich heile bringe ich die heile Energie in meine Umwelt. Wenn ich sehr heil bin, dann kann es sein dass ich überall wo ich hingehe, Menschen mit Heilungsenergie berühre und etwas auslösen. Um so mehr du selbst heil bist, um so mehr ordnest du die Umwelt um dich heraum. Nicht weil du das aktiv machst, einfach indem du du selbst bist. Das apssoert so nebenbei.

Weil wir kollektiv in Geist/Herzen/Seele verbunden sind, sollte jeder der kann Psychotherapie machen, weil die Heilung dann ins Kollektive Feld geht und auch denen hilft, die noch gar nicht in der Lage sind so eine Therapie in Angriff zu nehmen. Therapie ist nichts für schwache Menschen. Das ist ein Irrglaube. Denn in der Therapie begegnet man sich selbst. Es gibt keine schlimmeren Feinde, als die die man in sich selbst sitzen hat. Es sind oft gar nicht die schwachen, sehr bedürftigen Menschen, die eine Therapie in Anspruch nehmen. Es sind oft die starken und mutigen Menschen, die die Kraft haben sich selbst zu begegnen. Die die sagen, ich schaue jetzt mit Hilfe des Therapeuten in den Spiegel weil ich wissen will, wer ich wirklich bin.

Zitat:Wenn die Erde voll von Sachen ist, die mich am Eintritt in den "Himmel" hindern, was habe ich dann noch hier verloren?

Voll die interessante Frage. Auch weil mich das Thema selbst gerade interessiert. Danke dir!

Ich glaube ja nicht dass die Sachen den Eintritt in den Himmel verhindern, nur das unbewusste Festhalten daran. Nichtmal das Festhalten an sich hindert, sondern einzig das unbewusste Festhalten. Vielleicht darf sich nur dieses unbewusste „reinigen“?

Ich kann nämlich bewusst entscheiden, dass ich Sachen brauche, weil sie mir Bedürfnisse erfüllen und so voll bewusst etwas konsumieren oder besitzen. Ich kann zb ein Buch besitzen, dass ich gar nicht lese, weil ich es aus der Haltung von Selbstliebe besitze. Weil ich früher keine Bücher hatte, habe ich heute sehr viele Bücher, obwohl ich ne Leseschwäche auf Grund der PTBS habe und es nur schaffe einen kleinen Teil zu lesen. Ich habe sie mir aus Großzügigkeit, ja aus Großherzigkeit geschenkt. Weil ich weiß wie abschnitten ich mich in der Kindheit von Wissen früher gefühlt habe. Es kann ja sein, dass ich sie eines Tages verkaufe oder verschenke, weil ich mich so sicher fühle für immer Zugang zu Wissen zu haben. Aber ich erkenne an, dass ich diesbezüglich einen schweren Mangel erlebt habe und schaffe mir durch den materiellen Besitz einen Raum der Heilung von dem Mangel. Scheinbar muss ich die Bücher jeden Tag sehen, und anfassen können, um wirklich zu (be) greifen, dass ich jetzt alles habe, was ich an Wissen brauche. Vor dem Verstehen kommt das (be) greifen.

Schwierig ist nur, wenn wir auf der Ebene des Metereillen stehen bleiben. Letztens sah ich ein Interview von dem Psyiker Hans-Peter Dürr. Er sagte Materie ist geronnener Geist. Er meinte es gibt Menschen, die sind mehr wie gronnerner Geist. Erstarrt. Die sind nur noch Stillstand. Da kreirt sich nichts neues mehr. Er meinte Menschen die in einer Regression sind, deren Entwicklungsprozess stehen geblieben ist. Diese Menschen habe oft eine sehr starke Anhaftung an Materielle Dinge, ohne dass sie bewusst mit ihrem Besitz umgehen. Sie horten nur noch, wissen nichtmal warum. Sie besitzen völlig unbewusst. Ich glaube man kann auch bewusst mit dem Besitz oder Konsum von Dingen umgehen.

Sich Bedürfnisse einzugestehen ist ein Ausdruck von bedingungsloser Selbstliebe. Meine Erfahrung damit ist, dass manchmal das Bedürfnis nach Besitz loslässt, wenn man mal die Erfahrung gemacht hat, dass man in Fülle lebt. Natürlich ist Mangel und Fülle ein Inneres Gefühl und die Frage ist, wie komme ich dahin? Ich glaube da kann das bewusste Bezug nehmen auf Objekte helfen. Ist halt die Frage wie bewusst man etwas kauft, konsumiert, besitzt.

Sich einzugestehen, dass man zur Zeit eine bestimmte Methode hat, sich dieses Bedürfnis zu erfüllen ist für mich ein Ausdruck von Selbstakzeptanz. Es verändern zu wollen, um sich weiter in Richtung Unabhängigkeit zu entwickeln, finde ich gut wenn es liebevoll geschieht. Wenn der Wunsch das Brauchen abzustellen aber eher einem Ausdruck von Selbstkritik und Selbstbeschneidung gleicht, dann ist das selbstzerstörerisch. Natürlich ist Selbstzerstörung auch ein Weg mit sich selbst umzugehen. Ich habe mich oft selbst zerstört. Ich habe mir oft den Boden unter den Füßen weggezogen, mir Bedürfnisse versagt und ging dann aus dieser Haltung auch mit anderen so um. Ich dachte ich käme so schneller als Ziel und meinte es mit anderen auch nur gut, aber das war ein Trugschluss. Ich habe dadurch Erfahrungen gemacht, die wertvoll waren, aber ans Ziel kam ich damit nicht.

Ich glaube das Unabhängigkeit von Sachen auf eine liebevolle Weise geschehen kann. Gar nicht mal in dem man asketisch lebt, sondern eher indem man erkennt, dass man all diese Sache in seinem Geist erschaffen hat und sich über die Idee von der Materie abhängig zu sein hinaus hebt. Aber das erforsche ich noch und daher weiß ich nicht ob ich damit Recht behalten werde.

Wenn ich im Kampf mit meiner eigenen Abhängigkeit von Dingen bin, dann verengt sich da ja mein Ego und die Energie geht runter. Wenn ich etwas mit Liebe anschaue, selbst eine Abhängigkeit, meinetwegen von Schokolade, entsteht hingegen Freiheit und Heilung.

Klar kann ich immer defizitär denken und mir sagen: Wieso brauche ich eine Sache für die Erfüllung eines emotionales Bedürfnisse? Aber Fakt ist doch, wenn ich mir ein emotionales Bedürfnis nur mit einer Sache erfüllen kann, dann brauche ich diese materielle Sache erstmal noch. Mir das zuzugestehen ist bedingungslose Selbstliebe.

Dann kann ich über die Beziehung zu den Sache lernen, wie ich mir mein emotionales Bedürfnis erfüllen kann. Ich kann so über die Akzeptanz meiner derzeitigen Abhängigkeit Unabhängigkeit entwickeln.

In den ich mich frage, was macht die Sache mit mir komme ich mit meinen Gefühlen in Kontakt? Was macht es mir mir, wenn ich Schokolade in den Mund nehme? Welche Gefühle entstehen dabei? Wie ist das Gefühl in meinem Hals, wenn ich warmen Kakao trinke? Wie ist das Gefühl in meinem Bauch? Was passiert da emotional und energetisch mit mir? SInd das Bedürfnisse die ich mir anders erfüllen kann oder muss es ganz und gar so sein, zb dass die Schokolade über den Mund aufgenommen wird? Wenn ja, könnte das ein Hinweis auf eine Trauma in der oralen Phase sein. Ich kann halt auch mit eine Stück Schokolade sehr bewusst arbeiten. Ich kann mit der Schokolade im Mund meditieren. Und ich kann die Schokolade vorher segnen, dass sie mir gutes tut. Das ist ganz wichtig wenn man glaubt, dass die Schokolade schädlich ist. Denn was der Denker denkt, wird der Beweisführer beweisen.

Was macht es mit mir wenn, ich mir ein teures Auto kaufe? Welche Gefühle befriedigt das? Was macht das mit mir, wenn ich 500 Bücher im Schrank stehen habe? Wie geht es mir mit dem neuen Pullover? Was fühle ich? Wer denke ich bin ich damit? Ich finde man kann ganz wunderbare Bewusstseinsarbeit machen mit seinem Besitz, mit dem Konsum von Sachen. Oft denken Menschen in schwarz-weiß. Entweder wird ein unbewusster Konsum gelebt oder man versucht den Konsum aufzugeben. Aber es sind nicht die schwarz-weiß Gedanken die uns heilen, denn dass ist immer noch ein Ausdruck eines Kampfes zwischen zwei Polaritäten. Deshalb lehre Buddha den Weg der Mitte.

Ich bin mitfühlender dadurch geworden. Früher hatte ich sehr viel Urteil in mir, weil ich so einen Absolutheitsanspruch hatte. Erst heute begreife ich wie hart und kalt und unmenschlich das war. Ich glaube ja nicht dass man ohne sein Ego in den Himmel kommt, nur mit seinem Ego. Also muss man das Ego lieb haben bis sich die unbewussten Stellen mit Liebe füllen. Man kann sein Ego auch zerschlagen (zerstückeln) und dann wie in der Tradition des Kintsugi zusammen setzten. Nicht umsonst wird das Ego in vielen sprituellen Traditionen regelrecht zerstückelt. Manche Menschen zerstückeln ihr Ego zb indem sie Ayahuasca trinken. Bei mir war es die Erfahrung einer Sprituelle Krise und Psychose. Das hat funktioniert, war aber sehr gewaltvoll.

Zitat:Das Kintsugi (wörtlich „Reparieren mit Gold“) ist eine traditionelle japanische Technik. Dabei werden zerbrochene Keramik-Tassen und -Teller mit Hilfe eines speziellen Lacks wieder zusammengefügt und mit Gold oder Silber veredelt. Indem das Kintsugi diese neu entstehenden Formen betont, verleiht es dem Objekt einen eigenständigen Wert und eine neue Eleganz. Diese traditionelle Methode verbindet nicht nur Bruchstücke miteinander. Die Kintsugi-Kunst umfasst auch die Schaffung neuer keshikis und stellt die verloren gegangene Harmonie wieder her.

Ja das geht auch. Dann muss man alle Bruchstücke mit Gold (Liebe) wieder zusammen setzten. Manchmal muss man sich erst Selbst zerstören, bevor man bereit ist einen liebevollen Weg zu gehen. Man muss erst erkennen, dass es nur mit Geduld geht.

Asket zu sein, ist ein Phase, die wieder überwunden werden muss. Asekt zu sein ist eine sehr wertvolle Phase auf der man vieles lernen kann. Aber man kommt damit alleine nicht zum Ziel. Dieses Thema umkreist mich gerade. Ich traf diese Woche einen sehr interessanten jungen Mann der Asket ist. Also er lebte keine Sexualität. Ich habe seinen Weg erstmal akzeptiert und war einfach nur neugierig.

Vor allem hat er einen sehr imposanten Energiekörper entwickelt durch seine Praxis der Askese die sexuelle Energie irgendwie zu sublimieren wie er sagt. Ich habe dann einen großen Teil meiner Vorurteile verworfen. Ich gehe nämlich den entgegen gesetzten Weg und es ist immer gut sich mit Menschen des gegüberliegendne Weges auszutauschen, um die Anhaftungen an den eigenen Weg zu verlassen.

Aber dann stellte sich heraus, er hat das Thema Beziehung zu Frauen total ausgespart, weil er in Wirklichkeit voll die Angst hat je wieder mit so einem Thema in Kontakt zu kommen. Er hat ganz erstaunliche Fähigkeiten wie es scheint aus der Sublimierung der sexuellen Energie hervorgebracht. Bestimmt kann ich ne ganze Menge über den Energiekörper von ihm lernen. Das ist die Frucht seiner Askese. Aber er hat auch etwas vermieden, dass ist die Beziehung zu Frauen. Wenn er das Thema nicht löst, wird ihn das ewig behindern auf seinem spirituellen Weg. Ich sehe das also sehr differenziert. Ich sehe dass Askese eine nützliche Erfahrung sein kann, aber sie darf nicht das einzige Bein sein, auf dem man steht. Vor allem darf es nicht in einem versuch enden, alles kontrollieren zu wollen. Der Junge Mann hat seine Askese mit Selbstliebe Techniken kombiniert und so hatte das nicht mehr diese härte. Es gibt aber auch Menschen die leben Asketisch, weil das ein Ausdruck ihrer Selbstablehnung ist. Es gibt da verschiedenen Abstufungen.

Ich kann eine Sache genieße und sie mir zum Lehrer machen. So geht Tantra.
Das ist mein Weg im Umgang mit den Dingen. Im Tantra macht man die Sachen, den Körper, die Sehnsüchte, die Begierden zum Lehrer. Manche Leute empören sich, dass das Dalai Lama Fleisch ist, aber er ist eben Tantriker. Dann haben sie seinen Weg gar nicht verstanden. Als Tantriker tanzt du immer mit deinen Begierden, mit deinen Leidenschaften und deinen Schatten so lange bis die Schatten zu Licht werden. Du tust das nicht unbewusst, sondern mit großer Bewusstheit.

Aber wie gesagt ich hatte auch andere Wege, sehr harte Wege, wo ich versucht hatte mir meine Bedürfnisse mit Gewalt abzuscheiden. Das war aber eigentlich nur eine Form von Realitätsflucht. Vielleicht denkt man noch das würde funktionieren, wenn man sich selbst noch nicht tief genug kennt. Ich halte das nicht mehr für so zielführend. Das hat am Ende zu viel Leid erzeugt. Ich musste mir eingestehen, dass das diese Härte in mir war, die sehr grausam war. Ich habe Sachen aus liebe zu mir. Ich esse Schokolade aus Liebe zu mir.

Jetzt mal ein Beispiel wo eine Anhaftung die eigene Befreiung blockiert, weil sie nicht mit bewusstsein gelebt wird. Ich treffe öfters auf Leute, die aus ihrer Spirituellen Erkenntnissen ein Business gemacht haben. Dagegen ist nix einzuwenden! Aber wenn du mit diesen Leuten auf Augenhöhe reden willst, dann kommt immer, du kannst ein Termin für ein Coaching machen. Dann denke ich: Ich will aber gar kein Coaching mit dir, was in eine Richtung läuft. Dann ist der andere der Lehrer und ich muss in die Rolle des Schülers gehen. Ich möchte auch keine Schüler haben, die alle kritiklos hinnehmen was ich sage. Ich möchte ein freies Fließen zwischen zwei Menschen, die sich auf Augenhöhe und mit gegenseitiger wertschätzung Begegnungen. Ich möchte einen Austausch auf der Basis von Koperation und Co-Kreation, wo jeder Lehrer und jeder Schüler sein darf, wie es sich gerade ergibt. Es gibt natürliche Hierachien die sich dadaurch ergeben dass einer gerade etwas weiß. Aber es kann schon im nächsten Moment anders sein und der andere ist gefragt in die Rolle des Experten zu gehen. In der Coaching Szene ist das selten, dass du da mit einem Menschen normal reden kannst, weil sie sich alle mit der Rolle, als Lehrer oder Coach identifizieren und irgenwann nur noch alles für Geld machen. Deshalb schreibe ich auch lieber in Forem oder bei Facebook, weil es da keine Rollen gibt, außer die die sich temporär ergeben. So wie es sich hier gerade zwischen uns ereignet. Solche Begegnung schätze ich sehr.

Aber ich kenne soo viele spirituelle Menschen, die so viele Konzepte um ihre Lehrer Rolle drum herum bauen, dass sie sich selbst in der Entwicklung blockieren. Ja sie sperren sich ein in einen Art Elfenbeinturm ein, so dass niemand mehr an sie herantreten kann. So verhindern sie, dass sie jemand in Frage stellt. Das sind Programm die das Ego schützen sollen. Für manche Sprituelle Lehrer ist der Erfolg der Genickbruch, denn sie hängen dann in der Rolle fest. So ein Eckart Tolle der Millionär ist, in frage mich wie frei ist der wirklich? hat der den Schneid sich den Boden unter den Füßen wegzuziehen, oder hängt der nicht voll in der Rolle und an seinen Konzepten fest?

Ich hab früher auch versucht so was zu bauen, weil ich dachte das müsste man, weil ich ja auch einen Output habe, einen Bedarf zu reden zu lehren, zu analysieren, zu philosophieren, ich kann das nicht abstellen. Das fließt irgendwie so durch mich, weil ich so meine eigenen Themen verarbeite und gleichzeitig merke dass ich damit auch etwas für meine Umwelt tue, also muss ich es ausleben. Zum Glück hat das nicht funktioniert. Ich hätte mich dadurch total begrenzt. Ich frage mich lieber, welche Möglichkeiten habe ich jenseits dieser Realität? Wenn ich aber hier eine feste Rolle spiele, wie kann ich dann noch frei sein?

Ja man muss irgendwovon leben und es ist auch total ok, wenn da jemand nen Coaching Business hat. Nur wenn ein Mensch daran anhaftet und Geld, Status, Rolle ihm wichtiger ist, als in absoluter Freiheit mit seinem Gegenüber zu kommunizieren, dann beschränkt sich diese Person selbst. Dann haftet dieses Person an ihrer Rolle oder an Geld an und steht sich selbst im Weg. Das meine ich damit, wenn ich von Anhaftungen rede. Es kann aber auch sein dass diese Rolle für einen Menschen eine Funktion hat. Manche Rollen muss man auch erfahren, weil man eben auch heilsame Erfahrungen machen kann. Ich will das gar nicht pauschal werten, nur aufmerksam machen auf mögliche Fallstricke.

Mir ist nur noch nicht klar wie man in diese Freiheit in der ich leben möchte, hier leben kann, ohne sich diesen festen Strukturen aus Status, Geld, ect. unterzuordenen? Vielleicht geht das nur wenn man über den Dingen schwebt, weil man erkennt, dass Materie eine Erscheinung im Geist ist? Ich habe keine Ahnung, ich erkunde das noch.

Ich kaufe auch oft Dinge, wo mich mein Intuition hinführt hat. Meistens sind es Bücher. Oft bringt mich das weiter. Ich liebe Bücher, obwohl ich sie oft gar nicht zu Ende lese. Sie drücken die Wertschätzung der Geistigen Welt aus, welche mir in der Kindheit so gefehlt hat. Manchmal habe ich sie nur um sie zu lieben, um mich zu lieben, um meinen Verstand zu lieben. Ich drücke meine Liebe über den Besitz der Bücher aus.

Ich bin alles andere als ein Asket. Ich habe ständig das Gefühl dass ich irgendwas materielles bruache. Sachen. Wenn ich gucke welchem Zeck dienen diese Sachen, dann sind das immer Themen, die meinen Geist erweitern (also Bücher über Bewusstsein) oder kreative Dinge, von denen ich mir Heilung verspreche. Also kaufe ich eigendlich Sachen, die zur geistigen Erweiterung oder zu Heilung dienen. Sich das mal klar zu machen erzeugt schon eine andere Haltung zu den Dingen, als zu denken: Ich konsumiere Sachen. Dann sehe ich nämlich es hat alles mit einem Ausdruck von Selbstannahme und Liebe zu tun. Zuletzt waren es Malsachen, die ich bruachte, weil ich damit wohl etwas lernen werde. Es geht diesmal zb um Lernerfahrungen, die mir dabei helfen werden mehr Geduld zu finden. Heilung ist eine gute Sache. Also sind auch die Sachen gut.

Zitat:Trumpelstilzchen lol

Haha. Danke für den witzigen Namen. Ja der ist mal ein typischer Narzisst, wie er im Buche steht. Ich dachte mal vielleicht ganz gut, dass die ganze Welt ihn mal kennen gelernt hat, um sich bewusst zu machen, was das für eine Charakter Struktur ist. Aber scheinbar übt er auf 50% der Menschen auch eine starke Anziehung aus, weil er diese Stärke hat. Nur ist das eben ein Stärke, die mehr eine Fassade ist. Es ist Stärke die auf Sand gebaut ist. Wahre Stärke ist die Liebe.

Zitat:Eigentlich wollte ich zum Thema Schuld/Unschuld noch einiges schreiben, aber jedesmal wenn ich drüber nachdenke, kommen andere Gedanken dabei raus.

Ok. Vielleicht ein ander mal.

Zitat:Ach ja, wieder mal ein Missbrauchsgutachten, und die Kirchenaustritte gehen durch die Decke. Warum überrascht mich das nicht?

Das ist auch ein Grund warum ich denke, dass der tantrische Ansatz da besser ist. Man sieht es ja am Beispiel des Zölibats, dass das oft nicht funktioniert und dann extreme Folgen hat. Man kann die Sexualität nicht völlig abschneiden. Meist fühlen sich da eh Leute von angezogen die Schwierigkeiten mit ihrer eigenen Sexualität haben. Also man sucht sich nicht völlig neutral ein Zöllibat aus denke ich. Man hat vorher von ein Thema damit. Erstmal das.

Wenn die Priester das wenigstens freiwillig machen könnten und ihr Gesicht nicht verliren würden, wenn sie dann doch heiraten meinetwegen auch einen Mann oder in wilder Ehe leben wollen, dann wäre das ja gar nicht so tragisch. Dann könnte jeder dieses Experiment Zöllibat aufgeben, sobald er merkt, dass da Bedürfnisse aufkommen, die nicht mehr zu händeln sind. Aber so, ist das ja vorprogrammiert, denn die Bedürfnisse des Menschen werden so ja völlig missachtet.

Das ist dann wie ein Fluss den man durch Beton begrenzt, und dann braucht es nur mal einen schweren Regenfall und das Wasser geht über die Ufer, überschwemmt und zerstört. Es ist völliger Irrsinn, dass die so starr daran festhalten. Aber eben auch ein gutes öffentliches Beispiel für alle normalen Menschen. Sehr symbolisch. Eigendlich sehr lehrreich. Vielleicht geschieht es deshalb? Damit es alles sehen und wissen das das keine Option ist. Das Zölibat hat ja den Sinn, die ganze Energie eines Menschen auf Gott auszurichten. Aber ich finde ich muss meine Sexualität damit mit einschließen. Zumal man bewusste Sexualität auch bewusst für Bewusstseins Themen nutzen kann.

Zitat:Hatte ich schon mal erwähnt, dass die vor einigen Jahren in den öffentlichen Raum geworfene Zahl von 3677 identifizierten Missbrauchsopfern zwischen 1946 und 2010 in Deutschland (wenn ich das richtig im Kopf habe, bitte um Korrektur falls falsch) die schlimmste Un-Statistik ist, die mir bisher begegnet ist? Ich würde eine Zahl von 3,677 Millionen für realistischer halten.

Kennst du das Lied: Zeig dich von Rammstein?
[video=youtube] https://www.youtube.com/watch?v=Lfiwewpr8F8[/video]

Ja voll schlimm dass es da immer noch so viele Leute gibt, die das alles vertuschen. Das ist absurd, dann da von Gott zu reden. So ist das manchmal mit der Kirche außen hui und inne pfui. Ich kann deshalb auch voll verstehen, dass sich manche Menschen empört von Gott abwenden, solange die diese Haltung des Verantwortung von sich Schiebens leben. Ich kann auch verstehen dass Menschen dann mit Religion gar nix mehr zu tun haben wollen, weil man sich ja nie sicher sein kann, wenn diese Standards an Aufklärung und Menschenwürde nicht gehalten werden, dass man da wieder reingerät.

Ich finde es nur Schade wenn die Menschen die Opfer so eine Missbrauchs waren, sich dann selbst ins eigene Fleisch schneiden und sich selbst die Beziehung zu Gott abschneiden. Denn Gott hat mit dem Missbrauch seines Namens in der Kirche ja nichts zu tun. Man sollte eher die Menschen bestrafen die im Namen von Gott eine falsche Handlung ausüben. Aber ja was woll man da sagen. Mich macht diese Ignoranz sehr betroffen. Es ist ein Hohn für die Opfer. Vielleicht sollten alle Menschen solidarisch aus der Kirche austreten, solange die da so verantwortungslos mit umgehen. Ich würde das ja glatt machen, aber ich habe das ja schon mit 14 gemacht.

Da fällt mir wieder das Wort Täterintrojekt ein. Täter verherrlichen, Opfer missachten. Das ist ein ganz typisches Phänomen bei traumatisierten Menschen die eine Dissoziation haben. Würden sie sich die Tat eingestehen, würde ihnen ihr eigenen Trauma als Opfer um die Ohren fliegen. Deshalb ist es eigendlich nicht möglich das aufzulösen, so wir uns das wünschen würden. Das Kollektive Unbewusste hält die ganz dunklen Themen dicht. Ich frage mich warum? Ist ja bei Gewalt gegen Kinder auch so. Das wird immer so abgetan, dabei passiert das überall. Das wird eben Schulterzuckend hingenommen, weil je jeder irgendwann man Gewalt erfahren hat und das ja normal zu sein scheint. Würde man sich das wirklich bewusst machen, würde man seine eigen Erfahrung als Opfer bewusst sehen.

Gott ist eine großartige Ressource, die absolut frei von Dogmen ist. Ich unterscheide sehr stark zwischen Gott und den Dogmen der Kirche. Gerade weil denen Gott gar nicht gehört. Es müsste erstmal ne Kirche geben wo Freiheit und Menschenwürde wirklich gelebt wird. Habe ich noch nie gesehen, weil die Menschen mit ihren Machtstrukturen die aus Traumafolgen entstehen, da wieder rein pfuschen. Natürlich nicht alle, aber meistens passiert es ja doch. Sicher gibt es Ausnahmen, die ich aber selbst nicht kenne. So eine Ausname würde ich mal gerne kennen lernen. Eine sprituelle Gemeinschaft ohne Machtstukturen. Boar da merke ich wie ich richtig traurig werde, dass es das nicht gibt. Dazu müsste jedes Mitglied sehr bewusst sein und an sich arbeiten, statt einen anderen zu unterdrücken, was natürlich einfacher ist.

Vielleicht ist das auch so ne Sollbruchstelle mit der Kirche, dass man auf eigenen Beinen stehen muss, um sein Bewusstsein als Gott zu werden, statt als Mensch in einer Kirche zu Gott zu beten. Deshalb bin ich Mystiker da brauche ich keine Kirche. Gott spricht direkt zu mir, ohnen Priester dazwischen. Letzten las ich etwas über Aktien und dass nur Leute die sich nicht auskennen, zum Bankberater gehen. Da dachte ich hahah, ist genauso mit der Kirche. Aber ich werde da wieder einseitig abwertend. Das tur mir leid, für alle die sich in der Kirche aufgehoben fühlen und da eine Zuflucht finden. Es tut mir leid dass ich da nicht objektiv sein kann, denn ich wurde mit den Dogmen der Religion immer so gequält. Ich weiß ich bin nicht objektiv. Im Buddhismus gibt es auch den Begriff Zuflucht nehmen.

Zitat:Durch die Zufluchtnahme zu den drei Juwelen = Buddha, Dharma, Sangha erklärt man sich nach außen zum Buddhisten. Zufluchtnahme bedeutet, diese Drei Juwelen zu den wesentlichen Pfeilern der persönlichen Glaubens- und Lebenspraxis werden zu lassen, sich also am Buddha, seiner Lehre und der Gemeinschaft zu orientieren.

Diese Zuflucht kann eine Zwischenstation sein auf dem Weg zur Selbsterkenntnis. Aber irgendwann muss man auf eigenen Beinen stehen und sich individuieren.

Dann bekenne ich mich doch lieber zu meinen authentischen menschlichen Begierden und lebe sie offen, frei und kontrolliert mit Respekt vor mir selbst, als dass das so was dabei raus kommt: Missbrauch.

Ich glaube das passiert immer, weil man sich Bedürfnisse nicht eingesteht. Das ist der üble Schatten von Askese. Manchmal sind Asketen auch einfach nur Hochmütig und schauen auf Menschen herab, die ihre Bedürfnisse liebevoll annehmen. Dann dient das Ganze dem Erhalt von Selbstwert und der Illusion von Kontrolle als Abwehr der Angst und Ohnmacht. Askese hat eine Schattenseiten, die leider oft verkannt wird.

Ich sage ja nicht dass jeder Asket sich an Kindern vergeht. Das ist ja jetzt nur das aller extremste Beispiel was wir überhaupt finden können. Aber deshalb ist es so anschaulich. Ich glaube aber das Askese nicht zu wahrem inneren Frieden führt. Ein sehr interessantes Buch zu dem Thema erleuchtung finden durch Askese oder Eintauschen in das weltliche ist: Hermann Hesse – Siddartha.

Gleichzeitig müssen wir uns unsere Beziehung zu den Dingen auch bewusst anschauen, wenn wir die unbewusste Abhängigkeit überwinden wollen. Vielleicht geht es darum bewusst zu schauen, was ich wie und warum konsumiere, kaufe und besitze und mit welcher Haltung und zu welchem Zweck ich es tue?

Ohne sich festzulegen, ohne aus diesem Gewahrsein eine Haltung (ein Ideal) zu machen.

Weder Tantra noch Askese.

Denn mal kann das eine richtig sein und mal das andere. Man muss beide Wege kennen und würdigen, um das überhaupt entscheiden zu können. Ist vielleicht mal wieder ein schmaler Grad und eine Frage der Mitte wie ich es nennen würde. Natürlich eine Mitte die frei pendeln darf.

Vielen Dank für deine spannenden Gedanken!

Du hast da gerade ein paar ganz wichtige Themen emporgehoben, die noch nach Verarbeitung in mir gesucht haben.

Ich freue mich auf das nächste Mal.
Zitieren
RE: Religion und Kirche
#81
20.03.2022, 21:04 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.03.2022, 21:42 von Likeplacid.)
[+] 1 User sagt Danke! Likeplacid für diesen Beitrag
Jesus hat mit Liebe im Grunde nicht viel im Sinn gehabt. Das wird zwar im Religionsunterricht und in Predigten oftmals behauptet, aber im Matthäus-Evangelium, das ich aufmerksam gelesen habe steht nicht viel davon. Man könnte freilich seine Wundertaten wie z.B. Heilungen als Liebesakte interpretieren. Aber ich glaube dass er hat er nur gemacht um sich in Szene zu setzen. 

Wenn Jesus nun also nicht primär Liebe lehrte, was lehrte er dann? Ich glaube Gottesfurcht. 

Viele Leute halten sich auch heute noch, weil immer behauptet wird er sei so gut gewesen, immer noch an ihm fest. Was würde wohl geschehen wenn sie einsehen würden, dass er gar nicht der war, als den die Kirche ihn seit einigen Jahrhunderten immer dargestellt hat? Sie würden sich vermutlich ein anderes  religiöses Idol, das Liebe auszustrahlen scheint, suchen, wie z.B. Krishna. Der ist aber auch nicht grade immer der Netteste gewesen.
Zitieren
RE: Religion und Kirche
#82
21.03.2022, 08:22
Ich glaube du hast auf der dualistischen Ebene Recht. Vielleicht dient dieses Ideal dennoch einem höheren Sinn? Wie so ne Möhre, die du dem Esel vor die Nase hälst, damit er läuft.

Auch wenn es letztlich unrealistisch ist, immer liebevoll mit allen Menschen zu sein, weil das auch unlebendig und selbstverleugnend als gar nicht lieb wäre, dann bewirkt es doch eine Menge, wenn sich der Mensch erstmal auf dieses positive Ideal ausrichtet, um seine niederen Triebe in den Griff zu bekommen. Der Versuch gut zu sein, macht uns zu halbwegs sozialen Menschen und bringt uns zu tieferer Selbsterkenntnis. Idealismus ist eine starke Motivationskraft. Idealismus kreiert eine Lernumgebung. Idealismus kreiert Realität. Ah!

Ich weiß auch nicht, ob ich geglaubt habe, dass Jesus immer nett war. Hm. Das hat höchstens mein Inneres Kind angenommen, denn das ist noch so klein, dass denkt manchmal noch dogmatisch in schwarz-weiß Kategorien, weil es sich daran festhält. Aber ich denke ich halte mich da mehr an meinen Idealen fest.

Jesus hatte jedenfalls Mitgefühl. Mitgefühl zu haben und nett sein, sind nicht das Selbe. Aber bei mir treten beide oft zusammen auf. Vielleicht kann ich begreifen wie ich diese die entkoppeln kann?

Mitgefühl haben, bedeutet tief zu fühlen und eben auch mit allen Wesen die leiden sein zu können, aber auch mit den Tätern fühlen zu können und sich nicht davor zu verschließen, damit im Kontakt zu sein. Das ist eine Eigenschaft die meiner Meingung nach mit Selbsterkenntnis einher gehen muss, weil man ja sonst gar nicht damit umgehen kann, alles zu sein.

Kann sein dass die Buddhisten das anders sehen als die Christen. Die sprechen ja immer vom Überwinden des Leides, während Jesus das Leid mehr durchschritten und durchdrungen hat. Manchmal habe ich noch einen Konflikt zwischen diesen beiden Perspektiven. Vielleicht könnte mir das jemand erklären und helfen eien Brücke zu bauen?

Außerdem war er den Siddis aufgeschlossener als Buddha. Für Buddha waren Siddis Ablenkungen. Kein Wunder, er hatte ja erfahren, dass ihn das nicht zum erwachen gebracht hat, so hat er diese Schlußforderungen daraus gezogen. Aber das war nur seine persönlich Erfahrung, die er dann verallgemeinert hat. Buddha ist auch nicht perfekt.

Und ja das Ideal des Gut sein muss am Ende nochmal überwunden werden. Aber es wird auch nicht verneint, vielmehr löst sich die starre Idee des Gut seins in einer Paradoxie auf. Theoretisch. Lach. Praktisch hänge ich da noch fest. Das Ego ist wie Wackelzähne. Manchal hängen sie nur noch ein einem Faden, ich sehe wo ich festhänge, aber ich kann nicht anders. Jedesmal wenn jemand gegen so eine Wackel zahn kommt tut es weh. Aber rausfallen wollen sie noch nicht.

Mir ist eigendlich ziemlich egal wer Jesus ist oder war, ich benutze ihn nur als einen Art Archetypen oder als Projektionsfläche. Ich kann ihn aber gleichzeitig anerkennen. Ich weiß nur was ich nie sein wollte, kalt, herzlos und ignorant. Das Festhalten am Gut sein sind meine ganz persönlichen Anhaftungen. Ich entwickelte sie aus meinem Leid heraus. Es sind so Kreisgedanken.

Jesus hat auch gesagt, man solle keine Perlen vor die Säue werfen. Er war richtig von oben herab, wenn es angemessen war.

Ich finde deine kritische Sicht auf Jesus sehr erfrischend. Ich kann deiner Dekonstruktion sehr viel abgewinnen. Aber ich würde es auch nicht so einseitig sehen. Ich möchte mir lieber den Raum für alle Möglichkeiten offen halten. Ich nehme aber mal deine Dekonstruktion an, um mein kindlich naives Bild von Jesus zu zerstören und mir die Hoffnung zu nehmen.

Zudem denke ich, man sollte Bewusstsein wie eine Holarchie sehen. Es gibt nicht die eine richtige oder faschen Sichtweisen. Jede Ebene hat ihre Wahrheit und Gestzmässigkeiten, die dann auf der nächsten Ebene wieder überwunden werden darf. Alleine die Ebenen die in SD bekannt sind sind 9 Ebenen und auf jeder Ebene gelten andere Gesetze. Man kann gar nicht sagen, was letztlich richtig ist. Man kann immer nur eine Lösung für den jetzigen Moment finden, die sich gut oder schlecht auswirkt und anfühlt. Und dann muss man weiter sehen.

Wenn wir auf Jesus schauen, dann schauen wir doch in der Regel auf den Menschen der er war. Was aber wenn wir über einen erleuchteten Geist sprechen müssten der er war? Diesbezüglich haben wir ja so gut wie keine Datenlage. Mich würde da das Buch interessieren, welches Jesus Weg in den Himmel beschreibt. Mir fehlen da die Geschichten wo er als Körperloses Geistweisen in den Astralwelten unterwegs war.

Da ich nicht weiß welche Weite dieser erleuchtete Geist hat, kann ich nicht ausschließen, dass Jesus nicht doch Liebe für alle Wesen empfunden hat. Vielleicht hat er sich ja der kontrollieren Torheit bedient? Wenn ich im Kindergarten mit meinen Kindern schimpfe, dann spiele ich die Wut auch zu einem großen Teil.

Ich habe gar nicht mehr die Vorstellung immer gut sein zu wollen. Ich habe die Idee irgenwann gegen die Idee ausgetaucht mit jedem in seiner Welt kommunizieren zu können. Dafür müsste ich aber eine Energie mobilisieren, die ich bisher nicht habe. Also kann das nicht die Lösung sein. Ich habe mal eine Frau gesehen die konnte das. Die hat mit allen Mems gesprochen. Aber ich komme nicht mit den unteren Mems klar. Vielleicht ist das auch Selbstliebe, sich das zuzugestehen und auch mal aufgeben zu dürfen.
Zitieren
Gehe zu:
Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 2 Gast/Gäste

Kontakt | Klartraumforum | Nach oben | Alle Foren als gelesen markieren | Archiv-Modus | RSS-Synchronisation | Impressum | Datenschutz
Forenstyle: