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F*ck the System» Was ist Frieden?

F*ck the System
#1
29.09.2019, 22:06
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Zitat:DIE MONTAGSDEMO …und die WAHRE Ursache des Unfriedens in der Welt
Ein Text von Anssi Antila

Immer mehr Menschen erkennen, dass etwas nicht stimmt. Immer mehr Menschen erkennen, dass es so nicht weiter gehen kann. Immer mehr Menschen gehen auf die Straße und demonstrieren. Sie demonstrieren gegen ein System, das nicht mehr tragfähig ist. Ein System, dass sie ausbeutet. Ein System, dass sie nicht aufklärt. Ein System, das sie belügt. Ein System, das sie krank macht. Gegen dieses System demonstrieren sie und nennen das Montagsdemo. Und sie fühlen sich gut dabei. Sie fühlen sich bestärkt. Sie finden Gleichgesinnte. Sie fühlen, dass sich etwas bewegt. Sie erheben gemeinsam ihre Stimme. Sie zeigen Flagge. Und: sie haben gute Absichten. Davon bin ich fest überzeugt.
Die wahre Ursache wird jedoch nicht angesprochen

Leider ist das System nicht die Ursache für den Unfrieden in der Welt. Es sind nicht die Regierungen. Es sind nicht die Konzerne. Es sind nicht die Massenmedien und auch nicht das Zinsgeldsystem. Das sind alles nur Symptome. Die wahre Ursache liegt ganz woanders. Und wenn wir das nicht erkennen, wird sich die Geschichte wiederholen. Das ausbeuterische System wird nur das Kleid wechseln. Keine Demo wird diesen Prozess aufhalten können. Denn man kann eine Krankheit nicht auf der Ebene der Symptome behandeln. Die Krankheit wird zurückkehren. Und das hat sie immer getan. Warum? Weil die wahre Ursache bisher nie angegangen wurde. 

Wenn man einen Blick in die jüngere Geschichte riskiert, wird man schnell feststellen, dass Friedensdemonstrationen nichts neues sind. Das ist ein ganz alter Hut. Und: es hat nie etwas gebracht. Alle Friedensaktivisten, die in eine Führungsrolle kamen, wurden früher oder später vom System korrumpiert. Denn man kann das System nicht ändern, bevor sich der Mensch nicht ändert. Gute Absichten hin oder her. Sobald jemand in einer Führungsposition ist, wird er zu den selben Mitteln greifen, wie seine Vorgänger. Er wird alle seine Ideale fallen lassen müssen. Warum? Weil die Menschen sich nicht verändern haben. Der Mensch will immer, dass sich alles andere ändert, außer er selbst. Daher wird er auch immer gleich regiert: durch Unterdrückung.
Das Zinsgeldsystem ist auch nur ein Symptom

Es stimmt: in der äußeren Welt ist das Zinsgeldsystem einer der Hauptursachen für den Unfrieden. Und wer das noch nicht begriffen hat, der sollte sich dringend aufklären lassen. Man kann die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Probleme nicht verstehen, wenn man den Einfluss des Zinsgeldsystems nicht einbezieht. 

Ich bin Menschen wie Andreas Popp sehr dankbar, dass sie das System wissenschaftlich analysieren und Alternativen erarbeiten. Ich bin auch dankbar für Menschen wir Ken Jebsen, der einen undogmatischen Journalismus fördert. Doch sie gehen nicht an die wirkliche Ursache des Unfriedens. Auch sie bewegen sich auf der Ebene der Symptome. Das aktuelle Geldsystem ist nur ein Symptom. Das Zinsgeldsystem ist im großen Bild nicht die Ursache. Nichts in der Außenwelt ist die Ursache und solange man gegen etwas „Äußeres“ ist, wird sich nichts Grundlegenes verändern. 

Einige Redner auf der Montagsdemo sagen, dass sie nicht “gegen etwas”, sondern dass sie “für den Frieden“ sind. Aber das sind nur Worte. Natürlich sind sie gegen etwas. Sie sind gegen das vorherrschende System. Sie beziehen ihre Motivation doch nicht aus dem Frieden. Ansonsten hätten sie auch eine Party veranstalten können, um den Frieden zu feiern. Nein. Sie sind gegen das System. Sie sind unzufrieden mit den äußeren Umständen. Es ist der Unfrieden, der sie motiviert, nicht der Frieden.
Wenn man sich das also genau anschaut, dann ist die Aussage „wir sind für den Frieden“ nur eine Floskel. Für den Frieden kann man auch Zuhause sein. Dafür geht man nicht auf die Straße. Man geht auf die Straße, wenn man im Unfrieden mit der Situation ist. Und übrigens: ein friedlicher Widerstand ist kein Beitrag für den Frieden. Denn Widerstand ist kein Frieden, Widerstand ist Unfrieden. Man kann nicht gleichzeitig im Widerstand und im Frieden sein. Das ist nicht möglich. Wer in Frieden ist, braucht keinen Widerstand. Friedlich Widerstand zu leisten, ist wie im Wasser trocken zu bleiben. Widerstand ist kein Frieden. Widerstand ist Unfrieden.
Jede Demo ist für das System. Auch jene, die gegen das System ist
Hat sich jemand schon mal gefragt, warum das System Demonstrationen zulässt? Die Antwort ist ganz einfach: sie können dem System nicht schaden. Sie sind Platzpatronen. Sie geben dem Volk nur das Gefühl etwas zu tun. Aber noch nie hat eine Demo irgendetwas bewirkt. Es ist das System selbst, dass den Menschen das eingeredet hat. „Wir demonstrier-en – auf allen Vier-en. Schule ist ne Schweinerei, wir verlangen: Hitzefrei!“ Das habe ich in der Schule gelernt. Das System hat uns beigebracht zu demonstrieren. Frage: warum sollte uns das System beibringen, wie man es stürzt? Es hat uns beigebracht zu demonstrieren, weil eine Demonstration keinen Einfluss hat. 

Ein Herrschungs-Prinzip lautet: Lass deine Gegner nur mit den Karten spielen, die du austeilst. Die Möglichkeit zu demonstrieren, ist eine Karte des Systems. Sie geht nie an die Ursache. Daher stellt die Demo aus der Sicht des Systems kein Problem dar. Sie ist für das System keine Gefahr. Die Demo ist ein Teil des Systems. So wie das Wahlsystem ein Teil des Systems ist. Das alles dient nur der Ablenkung von den wahren Ursachen. Ihr tut dem System einen Gefallen, wenn ihr demonstriert. Demonstrationen füttern das System. Denn jede Art von Widerstand, ob gewalttätig oder nicht, dient dem System. Das haben die meisten noch nicht begriffen.
Das System will das ihr gegen es seid, weil die Mächtigen schon längst eine noch raffinierte Matrix entworfen haben. Und zu einem günstigen Zeitpunkt, werden sie euch diese Matrix geben. Für euch wird es so aussehen, als hättet ihr das bekommen, was ihr wolltet. Ihr werdet denken, dass euer Widerstand dazu verholfen hat. Die Mauer wird erneut fallen und ihr werden denken, dass ihr sie zu Fall gebracht habt. Ihr werdet wie Helden gefeiert. Doch ihr unterschätzt die Intelligenz der Systemlenker. Die Systemlenker spielen Schach mit euch. Sie denken in mehr Schritten voraus als ihr. Wie beim Schach wird der Gegner (Volk) in eine Richtung gelenkt, auf dem er zu gewinnen scheint, während er tatsächlich unbewusst in eine Falle läuft.
Die wahre Ursache für den Unfrieden wollen die meisten gar nicht wissen
Egal wie tief ihr in das System schaut, solange ihr die Ursache für den Unfrieden vor euren Augen sucht, werdet ihr sie nicht finden. Solange ihr einen Sündenbock sucht, werden ihr immer wie Sündenböcke behandelt werden. Das ist das Gesetz der Natur. Das Gesetz der Resonanz. Die wahre Ursache befindet sich NICHT VOR euren Augen. Sie befindet sich HINTER euren Augen. Ihr seid die Ursache. Wir sind die Ursache. 

Aber das wollen die meisten Menschen nicht hören. Warum auch? Es ist viel einfacher, die Verantwortung nach Außen zu verlagern. Es ist viel einfacher, das Problem in der Außenwelt zu sehen. So muss man sich selbst nicht ändern. Dann kann man in den Widerstand zu einem Sündenbock gehen. Und was wird die Folge sein? Ein Gegenwiderstand! Egos leisten einander Widerstand. Euer Ego ist der Unfrieden in euch. Daher wird jedes neue System im Widerstand zu euch stehen. Der wahre Feind sitzt in euch. Das System ist nur die Folge davon. Das System ist das Symptom eures Widerstands.

Soll man alles einfach über sich ergehen lassen? Soll man tatenlos zusehen? Nein. Aber die Ursache im System zu suchen, um einen Widerstand zu kreieren, ist nicht der richtige Weg. Es ist genau das, was das System will. Es will das ihr im Kriegsmodus seid. Egal mit wem. Hauptsache ihr habt einen Gegner. Hauptsache ihr seid im Widerstand. Denn genau das, macht euch machtlos. Genau das verstärkt die Illusion der Trennung. Genau das spaltet euch. Dabei spielt es keine Rolle wie groß die Gruppe der Demonstranten ist. Die Nazis waren in den 30er Jahren auch eine große Gruppe. Damit will ich die Teilnehmer der Montagsdemo nicht mit Nazis vergleichen. Ich will nur sagen, dass die Größe einer Gruppe nichts darüber aussagt, ob sie im Sinne des Ganzen handelt. Auch eine große Gruppe kann sich irren.

Der wahre Friedensaktivist sucht inneren Frieden
Der wahre Friedensaktivist kann niemand sein, der die Probleme in der Welt jenseits von sich selbst sucht. Der wahre Friedensaktivist kann niemand sein, der im Bewusstsein der Trennungen lebt. Und einen Sündenbock zu suchen, ist eine direkte Folge des Ego-Bewusstseins. Nur das Ego-Bewusstsein ist so ignorant zu glauben, es gäbe eine isolierte Ursache für die Probleme in der Welt, die nichts mit einem Selbst zu tun hat. Nur das Ego trennt zwischen sich und dem System.
Dabei ist das System die Folge des Ego-Bewusstseins. Das System ist eine Folge des inneren Widerstandes, den wir gegen das Leben haben. Und warum haben wir diesen Widerstand? Weil wir uns selbst nicht kennen. Wir sehen weder klar, was das Leben ist, noch wer wir selbst sind. Daher sind wir seid Tausenden von Jahren im Unfrieden und haben dadurch ein System heraufbeschworen, dass im Unfrieden mit uns ist. Das System ist unser Produkt. Es ist das Spiegelbild unseres Inneren.
 
Der wahre Friedensaktivist sollte nur ein Ziel vor Augen haben: den inneren Frieden. Dazu muss man sich den Dingen stellen, mit denen man nicht im Frieden ist. Jeder Widerstand ist Unfrieden. Jeder Widerstand schafft Unfrieden. Glauben wir wirklich wir könnten einen Betrag zum Frieden leisten, wenn wir mit Unfrieden beginnen? Das ist Gewalt gegen Gewalt. Das ist Krieg gegen den Krieg. Das ist Idiotismus. Widerstand ist Krieg. Widerstand ist nicht immer gewalttätig, aber er ist ein psychologischer Kriegsmodus. 

Wer nicht vollständig in Frieden mit sich selbst, allen Menschen, dem System, dem Leben, dem Tod, dem Elend, dem Hunger, dem Bösen und allen anderen Bestandteilen des Lebens ist, sollte sich nicht für den Frieden einsetzen. Jemand, der hauptsächlich im Ego-Bewusstsein lebt, sollte sich nicht für den Frieden einsetzen. Denn das Ego kann keinen Frieden schaffen. Das Ego ist der innere Unfrieden. Wenn du auch nur mit einer einzigen Sache, einem einzigen Menschen auf der Welt im Unfrieden bist, solltest du dich nicht für den Frieden engagieren. Man kann Unfrieden nicht mit Unfrieden bekämpfen.
Alles ist in allem enthalten
Das Universum ist ein fraktales Hologramm. Das heißt: jeder Mensch ist in dir enthalten. Alles Leben, das ganze Universum ist in dir enthalten. Und umgekehrt: du bist in jedem Menschen enthalten.
Wenn du inneren Frieden findest, tust du dem Ganzen einen großen Gefallen. Denn wenn jeder Mensch dich enthält, dann wird dein innerer Frieden dafür sorgen, dass er in jedem enthalten ist. Und wenn immer mehr Menschen inneren Frieden finden, dann sind mehr friedliche Menschen in allen anderen Menschen enthalten. Und nachdem eine kritische Masse erreicht ist, findet eine globale Transformation statt. Sie wird von ganz alleine geschehen. Finde inneren Frieden. Darin liegt deine eigentliche Macht. Das ist die Macht, vor der dich das System ablenkt. 

Deine eigentliche Macht liegt nicht in deinem Aktivismus. Sie liegt nicht im Erkennen der Probleme im System. Sie liegt nicht im Widerstand. Du bist nicht getrennt von irgendeinem Teil im Leben. Und wenn du gegen äußere Mächte kämpfst,  kämpft du nur gegen dich selbst. Diesen Kampf kannst du nicht gewinnen. Das Problem ist nicht der Gegner. Das Problem ist der Kampf. Nicht gegen wen oder was du kämpfst. Das Problem ist dein eigener Unfrieden. Dein eigener Widerstand gegen das Leben. Damit trägst du zum Unfrieden in der Welt bei, weil alles miteinander verbunden ist. Dein Unfrieden ist Teil des ganzen Unfriedens. Und wenn du diesen Unfrieden nicht auflöst, gibt es keine Hoffnung auf ein besseres System. Du musst dich selbst entgiften. Damit entgiftest du gleichzeitig alles auf der Welt, weil alles miteinander verbunden ist. Darin liegt deine Macht.
 
Der wahre Friedensaktivist versammelt sich nicht in Gruppen, um sich gegen einen gemeinsamen Sündenbock zu solidarisieren. Die Montagsdemo ist genau das. Sie ist eine Solidarisierung mit einem gemeinsamen Sündenbock: dem System. Der wahre Friedensaktivist sucht keinen Sündenbock. Er sucht und vertreibt seine eigenen Dämonen. Das ist ein Weg, den jeder allein gehen muss. Denn die Kräfte des Bösen befindet sich in uns selbst. Und es gibt nur ein Heilmittel gegen diese Kräfte und das ist spirituelle Selbsterkenntnis. Das ist die Transformation von einer getrennten Person zu einem Einheitsbewusstsein. Nur darin ist wahrer Frieden zu finden. Nur damit kann man den anderen Menschen helfen, sich selbst zu erkennen und ebenfalls Frieden zu finden. Und nur auf diesem Fundament kann eine neue, harmonische Gesellschaft erblühen.

Schaffe Frieden durch Selbsterkenntnis
Doch solange wir lieber gegen etwas demonstrieren und Widerstand leisten, gibt es keine Hoffnung. Denn so bleibt das individuelle Ego in Takt. Und alle Systeme, die auf dieser Basis entstehen, werden immer eine Form der Unterdrückung sein. Denn das ist, was Egos machen. Sie unterdrücken sich gegenseitig. Mach da nicht mit. Sei ein wahrer Friedensaktivist und erkenne dich selbst. Dann wirst du mühelos Frieden in der Welt schaffen. Du befreist alle, in dem du dich selbst befreist. Das ist im übrigen das einzige, was in der Geschichte noch nicht probiert wurde. Es ist Zeit. Es ist Zeit einen anderen Weg zu gehen. Dieser Weg heißt nicht Widerstand. Dieser Weg heißt nicht Demo. Dieser Weg heißt nicht “Gemeinsam sind wir stark” gegen einen Sündenbock. Dieser Weg ist: löse deine eigenen inneren Widerstände auf. Finde Frieden in dir. Erkenne dich selbst. Wir brauchen keine äußere Revolution, sondern eine Innere.
Letzter Hinweis
Ich habe nichts gegen die Montagsdemo. Als Feier und Informationsveranstaltung. Aber wenn unsere Motivation der Unfrieden ist, wird sie mehr Unfrieden schaffen. Widerstand ist keine Lösung. Widerstand ist das, was das System will.

Ideen dazu?
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RE: F*ck the System
#2
29.09.2019, 23:18 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 29.09.2019, 23:19 von Viltrudis.)
Zitat:Jede Demo ist für das System. Auch jene, die gegen das System ist
Hat sich jemand schon mal gefragt, warum das System Demonstrationen zulässt? Die Antwort ist ganz einfach: sie können dem System nicht schaden.
Ja genau, deswegen gibt es auch niemals Regierungen, die versuchen, Demos zu verbieten. Dass Polizei gegen friedliche Demonstrant*innen vorgeht, ist auch absolut unerhört!

/sarcasm

Zitat:Widerstand ist das, was das System will.
???

Das System wird in erster Linie von den vielen vielen Leuten getragen, die irgendwo doch nicht so wirklich ganz Handlungsbedarf sehen. Und natürlich von so Leuten wie dem Autor dieses Textes, offenbar...

~

edit: Mir ist grad eine Aussage einer bekannten Person eingefallen... irgendwie so "ne offiziell erlaubte Demo ist ja eigentlich keine richtige Demo" grin Also ... hm, okay.^^
...in einer anderen Herde. pink
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RE: F*ck the System
#3
30.09.2019, 16:13 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 30.09.2019, 16:16 von Bultungin.)
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Angenommen, die Welt ist nur ein Spiegel von allem, was unsichtbar in, zwischen und um uns herum existiert, sich manifestiert und "symptomatisch" sich niederschlägt - welche Eigenschaften trägt dann das Wesen bzw. das Konglomerat, das vor dem Spiegel steht? Was würden wir sehen, wenn wir nicht das Spiegel(ab)bild, sondern das Original anschauen - oder sogar durch-schauen?

Antila gibt uns einige wunderbar passende Vergleiche: Wenn die Ausprägung eines Systems das Symptom ist, was ist dann die Krankheit?

Die Pharmaindustrie weiß: Pillen und Pülverchen begleichen keine Krankheiten, sondern unterdrücken oftmals nur die Symptome - dafür muss man sie dauerhaft einnehmen. Das treibt Geld ein. Klar, die Pharmaindustrie ist eben genau das, eine Industrie.

Das System weiß: Demonstrationen und manipulierte Wahlen begleichen nicht die an sich krankende Unterlagerung desselben Systems - sie geben den ohnehin aufgebrachten Bürgern aber ein Gefühl der Selbstbestimmung. Auf deutsch: So kann man die zappelnden Bürger ruhig stellen. Klassisches Phänomen: Besser eine kleine Partei wählen gehen anstatt gar nicht wählen - dennoch ist die mögliche Aus-Wahl vorbegrenzt und damit grundsätzlich vor-manipuliert.

Persönliches Beispiel aus meinem Unterricht, in dem sich das gleiche System perfide und fraktalistisch spiegelt: Es gibt eine Belohnungsampel, die den Kindern das Gefühl geben soll, dass sie es selbst in der Hand haben, wie und wie oft sie belohnt werden. Am Ende des Tages sitze ich am langen Hebel - ich allein bestimme, wer belohnt wird und wie oft.

In einem System, das an sich selbst krankt, dadurch, dass diejenigen, die es aufrechterhalten, in sich selbst kranken, gibt es solange ausschließlich aufrechterhaltende Mechanismen, bis ein Punkt überschritten wird, den die träge Masse nicht mehr widerspiegeln kann. Dann würde das System kippen (siehe unsere Geschichte) und sich in einer neuen Gestalt etablieren. Solange das Gros der Systemtragenden Widerstände in sich trägt, wird immer wieder eine Systemstruktur daraus erfolgen, die ebenfalls widerständig und in sich krankende Muster aufweist (denken wir an das Original und den Spiegel). Im kleinen kann man diese "Gesetzmäßigkeit" in Familiensystemen erkennen. Tragen die Ältesten einer Generation widerständige Muster in sich (z.B. unbearbeitete Traumata), erzeugen diese eine Art intersoziale Spannung, die sich auf alle Folgemitglieder der gleichen Familiengeneration überträgt - das Familiensystem krankt an sich und erbringt widerständige Muster (z.B. Körperliche und/oder psychische Erkrankungen, die "in der Familie" liegen). Schafft es mindestens ein Mitglied des Familiensystems, das Unbearbeitete zu bearbeiten und die Widerstände zu lösen, besteht die Chance, dass auch andere Mitglieder daran "heilen" können. Ein noch kleineres System, in dem man diesen Vorgang sehr gut beobachten kann, sind Partnerschaften. Je größer ein System, desto langwieriger, träger und stabiler zeigen sich widerständige Muster und Strukturen, da es mehr Abhängigkeitsbeziehungen und Umfelddynamik gibt.

Was kann ich tun, um meinen Anteil am System zu ent-kranken und zu heilen?

Ich kann Teile und Bereiche meines Lebens unabhängig gestalten, sofern ich Möglichkeiten zur Umsetzung habe (oftmals reichen Geld und Zeit nicht aus). Ich kann lernen, mit weniger Geld auszukommen und meine Arbeitszeiten anpassen. Ich kann lernen, mir mein eigenes Gemüse anzubauen. Ich kann lernen, auf Werbeprodukte zu verzichten, indem ich ihre Unsinnigkeit erkenne (Wasser und Seife genügen in den meisten Fällen, ein Kleiderschrank ist mit 30-50 Teilen gut aufgestockt, Geschirr in Ausführungen für mich und ggf. Mitbewohner genügen, Möbel benötige ich nur bei einem Viel an Dingen, weniger Möbel ermöglichen das Leben auf kleinerem Wohnraum, etc etc). Mit meiner Arbeit an meinem eigenen Leben, an meiner inneren Haltung, inspiriere ich vielleicht andere. Und wenn nicht, dann nicht.

Mit jedem, der an sich arbeitet, ist dem "System" um einen seiner Träger geholfen.

Vor einigen Tagen fragte mich ein Mädchen in der Schule, wieso es so viel Krieg und Unfrieden in der Welt gäbe, wenn Streit doch schlichtbar ist. Ich überlegte einige lange Sekunden und antwortete ihr dann: "Es gibt so viel Krieg und Unfrieden in der Welt, weil viele Menschen nicht gelernt haben, auf sich selbst Acht zu geben." Am Gesichtsausdruck des Mädchens konnte ich erklären, dass meine Antwort in ihr etwas angestoßen hatte. Für sie war es eine neue Perspektive darüber nachzudenken, dass die Prozesse im Einzelnen eine Auswirkung auf das große Ganze nehmen.
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RE: F*ck the System
#4
04.10.2019, 23:35 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.10.2019, 00:37 von ichbinmehr.)
Zitat:Wenn die Ausprägung eines Systems das Symptom ist, was ist dann die Krankheit?

@ Morti

Ich glaube unsere blinden Flecken, die Unbewusstheit, die wir auf ein Gegenüber projizieren.

Ich würde aber noch weiter gehen und behaupten, dass die Krankheit letztlich gar keine Krankheit ist, sondern die Motivation sich mit sich selbst auseinander zu setzen.

Ich finde deine Methoden Fragen in die Richtung zu stellen, wo man sich hinbewegen will gut.
Ich mache das auch oft, und das bringt es manchmal echt. Es ist als ob man sich selbst auf den Weg bringt.


Zitat:Im kleinen kann man diese "Gesetzmäßigkeit" in Familiensystemen erkennen. Tragen die Ältesten einer Generation widerständige Muster in sich (z.B. unbearbeitete Traumata), erzeugen diese eine Art intersoziale Spannung, die sich auf alle Folgemitglieder der gleichen Familiengeneration überträgt - das Familiensystem krankt an sich und erbringt widerständige Muster (z.B. Körperliche und/oder psychische Erkrankungen, die "in der Familie" liegen). Schafft es mindestens ein Mitglied des Familiensystems, das Unbearbeitete zu bearbeiten und die Widerstände zu lösen, besteht die Chance, dass auch andere Mitglieder daran "heilen" können.


Ja das ist ein gutes Beispiel. Und auch irgendwie nachfühlbar, wie schwer das ist, aus so einem System indem man hineingeboren wurde, was man für Normalität halt, auszubrechen. Es ist aber auf jeden Fall machbar, wenn man Schritt für Schritt vorgeht. Wenn ich sagen kann ich bin heute freier als vor einem Jahr ist das doch super. Man muss kleine Schritte würdigen woraus sich dann immer mehr Vertrauen entwicklen kann, dem Leben gewachsen zu sein.

Zitat:Ein noch kleineres System, in dem man diesen Vorgang sehr gut beobachten kann, sind Partnerschaften. Je größer ein System, desto langwieriger, träger und stabiler zeigen sich widerständige Muster und Strukturen, da es mehr Abhängigkeitsbeziehungen und Umfelddynamik gibt.

Ja und es ist wirklich toll wenn man einen Partner hat, der daran interessiert ist, das Unbewusste was sich in der Dynamik der Beziehung manifestiert, auch auflösen zu wollen. In nahen Beziehungen besteht eine große Chance das Kindheitstrauma stellvertretend, auf Grund der emotionalen Bindung zum Partner, emotional nachzuerleben und dann in Bewusstheit zu erlösen.

Ich habe das als sehr befreiend empfunden, durch meinen Partner noch mal bewusst durchs Ablehnung Trauma der Kindheit gehen zu können. Da waren so viele unbewusste Emotionen drin gebunden, die in der Beziehung zum Partner ausgelöst wurden, so dass ich das anschauen und auflösen konnte. Das macht einen so stark, diese Emotionen endlich überwachsen zu haben. Die emotionale Ladung ist aus diesen Situationen weg und das befreit.

Zitat:Am Gesichtsausdruck des Mädchens konnte ich erklären, dass meine Antwort in ihr etwas angestoßen hatte. Für sie war es eine neue Perspektive darüber nachzudenken, dass die Prozesse im Einzelnen eine Auswirkung auf das große Ganze nehmen.

Ja und genau das möchte ich bewirken. Eigentlich geht es um Inspiration zur geistig- emotionaler Selbstwirksamkeit. Ich erlebe dass sich mein Blick auf meine Umwelt stetig ändert, sobald ich in meiner geistig emotionalen Innenwelt etwas verändere. Das Update im Innen, erzeugt ein merkliches Update im Außen. Und so kann man Schritt für Schritt erleben wie sich die Welt, um einen herum mit dem Selbst verändert.


@ Gnutle

Ich verstehe den Ansatz des Textes, nicht als Gegnerschaft zu humanistischen Werten. Ich sehe diesen Text mehr als das fehldende Stückchen zu einer ganzheitlichen Sichtweise, die ohne die eigene Innenwelt zu reflektieren, nicht komplett ist. Es gibt so einen Spruch der heisst irgendwas mit der "Splitter im Auge des Nachbarn" oder so. Ich glaube indem man sich mit diesem Splitter des Nachbarn befreundet, dem blinden Fleck, kann man seine Aufgabe (zb sich für humanistische Werte einzusetzten) erfolgreicher leben, weil man ohne agressive, emotionale Ladung agieren kann und somit weniger Gegnerschaft und mehr Zustimmung erzeugt.

Außerdem fallen manche Gegner weg, weil man zu einem tieferen Verständnis dessen Existenz kommt.
Und so bleibt unterm Strich, weniger Kampf, weniger eigene Agression, mehr Einklang mit der Umwelt.

Das ist für mich in etwa vergleichbar mit dem Wort ökologischer Fingerabdruck. Wenn man für höhere Klimaziele ist, dann müsste man doch auch daran arbeiten, dass sein persönlicher ökologischer Fingerabdruck klein ausfällt. Man kann ja nicht auf Klimademos gehen, ohne bei sich selbst anzufangen, klimaneutraler zu leben. Man muss ja selbst zumindest irgendwie versuchen, ein Vorbild zu werden. Zumindest ist das für mich so, sonst kann ich Menschen nicht ernst nehmen. Obwohl ich glaube dass dieses ja oft schon ein blinder Fleck sein kann, diese unbewusste Ambivalenz, zwischen unseren Erwartungen an uns selbst und die Umwelt.

Deshalb wenn man für Humanismus ist, denke ich, müsste man auch daran arbeiten, dass der Agressions Austsoß den man unbewusst in die Welt schleudert möglichst gering ist, in dem man seine eigenen psychosoziale Gewalt - Emissionen im ersten Schritt bei sich selbst betrachtet und im zweiten Schritt so weit reguliert, dass man selbst zu dem Menschen wird, den man im außen idealisiert und erwartet.

Davon handelt dieser Text, in meinem Verständnis. Es geht darum im eigenen inneren psychischen System, den ersten Schritt zu machen, in Richtung, Frieden. Es geht um die Frage, was kann ich selbst tun, um Frieden zu erzeugen, zb in meinem direkten Umfeld. Zb in dieser Diskussion. Jetzt zum Beispiel.


Was kann ich tun? zb in einer Diskussion

- den anderen mit seinem Standpunkt würdigen, weil er einen persönlichen Grund hat, dass er so denkt, handelt und fühlt
- wertschätzende Kommunikation verwenden, um zu zeigen, dass ich an einem konstruktiven Gespräch interessiert bin, welches kontruktive Ergebnisse erzeigen soll
- die Verantwortung für aufkommenden Emotionen (zb Wut oder Trauer) die in mir entstehen,  weil ich die Worte des Gegenübers lese, übernehmen. 
- bereit sein eigene Irrtümer zuzugeben, auch wenn das bedeutet ich verliere meinen Status

Es gibt viele Möglichkeiten, was man tun kann, um selbst als Frieden zu wirken. Und ich finde das wird oft vergessen, obwohl es das naheliegendste ist. Ich glaube dass wir viel erreichen können, wenn wir unsere eigenen Gedanken und Emotionen, die wir im Bezug auf die Umwelt erleben, achtsam prüfen und konstruktiv verwenden um daran zu wachsen.

Ich glaube Unfrieden ist eine Folge fehlender Selbstverantwortung. Es ist aber keine Verantwortung die wir in einem Moment übernehmen können, ich glaube es ist ein Prozess sich der Verantwortung bewusst zu werden. Und ich glaube wer sich dem stellt, der wird die Früchte seiner Arbeit in seinem Leben sehen können.


Ich habe dazu eine tolle praktische Übung gefunden, die ich im Thread zur Schattenarbeit verlinke.
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