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Pychische Abhänigkeit nach Klarträumen» Pychische Abhänigkeit nach Klarträumen

Pychische Abhänigkeit nach Klarträumen
#1
30.08.2019, 09:34
Hallo,
ich interessiere mich sehr für das Thema klarträumen.
Ich hätte allerdings Angst, eine pychische Abhänigkeit zu entwickeln.
Ganz nach dem Motto "Warum sollte ich aufstehen? Die Welt ist so schlecht, und im Traum habe ich wirklich die Kontrolle, ich will nur noch in meiner Traumwelt sein!"
Natürlich, kann ich mir vorstellen, dass ich in der Lage bin, dauerhaft Traum und Realität auseinander zu halten, auch pychisch. Aber kann es vorkommen, dass man davon abhängig wird?

Vielen dank!
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RE: Pychische Abhänigkeit nach Klarträumen
#2
30.08.2019, 10:15 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 30.08.2019, 12:41 von Rhetor.)
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Drei Gründe, warum ich das für so gut wie ausgeschlossen halte:

– Man kann ja nicht unbegrenzt schlafen. D.h. selbst wenn man 24h pro Tag im Bett verbringt, wird man deshalb trotzdem keine häufigeren und/oder längeren Klarträume haben. Im Gegenteil: Das käme einer massiven Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus gleich, was sich immer sehr negativ auf das Klarträumen auswirkt.
Und sollte jemand unvernünftigerweise trotzdem nicht mehr aufstehen wollen, dann leidet er/sie wohl ohnehin an einer schweren Depression. Das hat dann mit dem Klarträumen also gar nichts zu tun.

– Die Kontrolle im Traum führt oft auch zu mehr Kontrolle über das eigene Wachleben. Natürlich bekommt man keine Superkräfte, oder so. Aber das Verhältnis zur Wachrealität kann sich dadurch entspannen, dass man erkennt, dass diese – so wie man sie wahrnimmt! – nicht absolut existiert, sondern, wie die Traumrealität auch, im eigenen Gehirn erzeugt wird. Es fällt sehr schwer, regelmäßig klarzuträumen, ohne dabei einen gewissen Gefallen an einem konstruktivistischen Weltbild zu entwickeln. Und das tut meistens psychisch richtig gut. Natürlich nur, solange man nicht in einen Solipsismus abgleitet, aber die Gefahr ist gering, denke ich.

– (Der unerfreulichste Grund: ) Klarträume können zwar faszinierend sein, aber für die meisten Menschen ist das "Kosten-Nutzen-Verhältnis" recht hoch. D.h. sie müssen ihr Wachleben umstellen, kritisches Bewustsein entwickeln, verschiedene Praktiken ausprobieren, verschiedene Geisteshaltungen einnehmen – Six-Pack-Bauchmuskeln zu entwickeln ist da von der Disziplin her oft ein Kinderspiel dagegen.
Und trotzdem haben viele Menschen dann nur seltene und/oder kurze und/oder instabile und unspektakuläre Klarträume. Diese machen dann bestimmt nicht abhängig, einfach weil sie den Aufwand nicht wert erscheinen.
Mein Klartraum-Roman:      Finja – Bedeutsame Begegnungen


Wenn ich nicht möchte, dass man mir widerspricht, behalte ich meine Meinung für mich.
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RE: Pychische Abhänigkeit nach Klarträumen
#3
30.08.2019, 11:32
Grade das Klarträumen macht einem den Unterschied zwischen Schlaf und Wachleben besonders deutlich. Im normalen Traum hält man ja den Traum für ein Wachleben-Erlebnis. Dh. Klarträumen ist genau die Fähigkeit, Traum und Wachleben zu unterscheiden =D

Ich halte Klarträumen auch für gesund. Ich habe noch von keinem Fall gehört, dass jemand mehr Klarträume gehabt hätte, als ihm oder ihr gut getan hätten, aber von jeder Menge Leute, die mit Klarträumen ihre psychische Gesundheit stärken.
~ I primarily want to light up a flame in a raging storm ~


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RE: Pychische Abhänigkeit nach Klarträumen
#4
31.08.2019, 07:25 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 31.08.2019, 07:32 von Lucinda.)
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Ich sehe eher eine andere "Gefahr". meditier
Die Wahrnehmung wird dadurch "geschult". Die Welt und das eigene Erleben kann differenzierter "betrachtet" werden. Es regt zur Kreativität an, man versucht Dinge zu beschreiben, die vorher "unbeschreiblich" schienen. Es macht Lust aufs Schreiben und Beschreiben. grin

Der Energielevel steigt eher an und die Motivation, "in den Tag zu gehen" und Dinge anzupacken nimmt zu.

Was abhängig machen könnte, sind eher andere Sachen. Ich denke da an so etwas wie, wenn zur Steigerung zu bewusstseinserweiternden Mitteln "gegriffen" würde, die zu körperlicher Abhängigkeit führen könnten.

Ansonsten gehört das Träumen ja zum Leben dazu und passiert sowieso automatisch.  sleep
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RE: Pychische Abhänigkeit nach Klarträumen
#5
31.08.2019, 07:37 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 31.08.2019, 07:38 von Rhetor.)
(31.08.2019, 07:25)Lucinda schrieb: Der Energielevel steigt eher an und die Motivation, "in den Tag zu gehen" und Dinge anzupacken nimmt zu.

thumbsu
Manche Klarträumer, mich eingeschlossen, sprechen sogar von einem regelrechten "Klartraum-High" das manchmal den ganzen anschließenden Tag anhält.
Bei mir äußert sich das insbesondere darin, dass ich in diesem Zustand viel extrovertierter bin als sonst.
Mein Klartraum-Roman:      Finja – Bedeutsame Begegnungen


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RE: Pychische Abhänigkeit nach Klarträumen
#6
31.08.2019, 11:56 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 31.08.2019, 11:56 von Ceesbe.)
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Das ist so eine typische Frage, die nur von jemandem gestellt werden kann, der noch nie (regelmäßig) Klarträume hatte. Um auf das Niveau zu kommen, dass man sich jederzeit hinlegen und einen perfekten Klartraum bekommen kann (stabil, lang, klar genug und mit guter Handlungsfreiheit), muss man jahrelang trainieren. Und selbst mit jahrelangem Training kommen die meisten auf etwa einen KT pro Woche. Versteh mich nicht falsch, es lohnt sich absolut! Nur wenn man Ablenkung sucht, gibt es viele andere Wege, die sehr viel einfacher sind.

Ein zweiter Punkt ist das von den anderen angesprochene "Klartraum-High", welches einen fitter, aktiver und motivierter macht. Ich persönlich will nach einem KT aufstehen, in den Tag hinausgehen und die Wunder und Schönheit der Welt erleben big
Hello darkness, my old friend
I've come to talk with you again...

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RE: Pychische Abhänigkeit nach Klarträumen
#7
01.09.2019, 22:32
Vergleicht man KT-Sucht mit Spiel-Sucht fällt auf, dass beide Süchte bestehen können auch dann, wenn es sich nicht lohnt, d.h. wenn die Bemühungen erfolglos bleiben. Erfolglos heißt, dass man keine KT kriegt, obwohl man es versucht. Im gleichen Sinne versucht ja der Spieler Geld zu machen und schafft es nicht, er verliert nur welches. Die Frage ist, ab wann ist jemand der viel spielt krank? Wohl dann wenn er unter seinem Verhalten selbst leidet und sagt: "Ich würde gern damit aufhören". So was ähnliches gibt es vielleicht auch auf dem Gebiet des Klarträumens. Ich selbst habe schon Phasen erlebt, wo ich "es" immer wieder versuchte, obwohl es nicht funktionierte. Ich habe auch mal einen Thread verfolgt, wo eine Frau noch keinen einzigen KT hatte und es immer weiter versuchte. Ich hatte das Gefühl, dass es für sie leidvoll war "dies" immer weiter versuchen zu müssen.
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RE: Pychische Abhänigkeit nach Klarträumen
#8
01.09.2019, 22:36
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Nun, aber dann müsste es "Klartraum-Versuch-Sucht" heißen. Denn bei der Spielsucht spielt der Spieler ja schon... zuviel eben.
~ I primarily want to light up a flame in a raging storm ~


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RE: Pychische Abhänigkeit nach Klarträumen
#9
02.09.2019, 07:26
(01.09.2019, 22:32)Likeplacid schrieb: Vergleicht man KT-Sucht mit Spiel-Sucht fällt auf, dass beide Süchte bestehen können auch dann, wenn es sich nicht lohnt, d.h. wenn die Bemühungen erfolglos bleiben. Erfolglos heißt, dass man keine KT kriegt, obwohl man es versucht. Im gleichen Sinne versucht ja der Spieler Geld zu machen und schafft es nicht, er verliert nur welches. Die Frage ist, ab wann ist jemand der viel spielt krank? Wohl dann wenn er unter seinem Verhalten selbst leidet und sagt: "Ich würde gern damit aufhören". So was ähnliches gibt es vielleicht auch auf dem Gebiet des Klarträumens. Ich selbst habe schon Phasen erlebt, wo ich "es" immer wieder versuchte, obwohl es nicht funktionierte. Ich habe auch mal einen Thread verfolgt, wo eine Frau noch keinen einzigen KT hatte und es immer weiter versuchte. Ich hatte das Gefühl, dass es für sie leidvoll war "dies" immer weiter versuchen zu müssen.

Ich glaube ja, dass es sich bei so etwas eher um eine Zwangserkrankung handelt.

Denn bei einer Sucht spielt gehirnphysiologisch der Faktor Belohnung eine wichtige Rolle. D.h. keine Belohnung => auf Dauer keine Sucht. Insbesondere die von dir angesprochene Spielsucht würde ganz schnell verebben, wenn der Spieler nicht regelmäßig mit Gewinnen bei der Stange gehalten würde, z.B. mit dem gelegentlichen Dreier (oder sogar auch mal Vierer) im Lotto, oder mit dem, was der einarmige Bandit hin und wieder ausspuckt. Dass es im Durchschnitt viel weniger ist als der Einsatz, spielt für den nucleus accumbens (wo das Gefühl "Belohnung" erzeugt wird) dabei keine Rolle.

Hmm, nach dieser Argumentation sind vielleicht nicht die Spitzenklarträumer und auch nicht die vollkommen erfolglosen, sondern gerade die Gelegenheitsklarträumer die Süchtigen. fear
In diesem Fall würde ich sagen: Ob das ungut ist, hängt davon ab, ob man darunter leidet, dass man nicht mehr Klarträume hat, oder ob man vielmehr durch die bewusste und achtsame Lebensweise dadurch sogar ein glücklicherer Mensch ist, trotz einer eher mageren KT-Quote. Alles eine Frage der inneren Einstellung, würde ich sagen.

Aber, wie gesagt, wenn jemand überhaupt keine Erfolge erzielt und es trotzdem immer wieder versuchen MUSS, dann leidet er/sie an einem Zwang. Und dass das noch viel mehr Leid mit sich bringen kann als eine Sucht, steht außer Frage.

Wenn ich den Thread-Autor richtig verstanden habe, ist der Klartraum-Versuchs-Zwang hier allerdings off topic, schätze ich fear
Mein Klartraum-Roman:      Finja – Bedeutsame Begegnungen


Wenn ich nicht möchte, dass man mir widerspricht, behalte ich meine Meinung für mich.
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RE: Pychische Abhänigkeit nach Klarträumen
#10
04.09.2019, 18:50
Rhetor:
"Wenn ich den Thread-Autor richtig verstanden habe, ist der Klartraum-Versuchs-Zwang hier allerdings off topic, schätze ich"

Das habe ich befürchtet. Manchmal passt es eben nicht so ganz. Ich würde aber nicht sagen, dass das was ich geschrieben habe nichts mit dem Thema zu tun hat. Ich habe übrigens schon oft darüber nachgedacht was passieren würde, wenn meine Versuche klarzuträumen erfolgreicher wären. Dann würde die Zwanghaftigkeit des erfolglosen Versuchens in eine fröhliche Sucht übergehen. Es gibt zwei Arten von Sucht: Sucht die Spaß macht und Sucht die behandlungsbedürftig ist, wie z.B. Spielsucht, Rauschgiftsucht (beides kann auch Spaß machen, zumindest am Anfang). Ein erfolgreicher Klarträumer ist vermutlch psychisch ziemlich gesund, sonst könnte er so viele Klarträume gar nicht generieren. Ob das wahr ist weiß ich natürlich nicht und meines Wissens gibt es auch keine breiten psychologischen Untersuchten zu Thema. Wie muss die Psyche eines Menschen beschaffen sein, damit er viele Klarträume haben kann?  Muss er relativ normal sein oder darf er auch ein bisschen verrückt (neurotisch) sein? Psychose soll ja kontraindiziert sein.
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RE: Pychische Abhänigkeit nach Klarträumen
#11
04.09.2019, 19:56
(04.09.2019, 18:50)Likeplacid schrieb: Rhetor:
"Wenn ich den Thread-Autor richtig verstanden habe, ist der Klartraum-Versuchs-Zwang hier allerdings off topic, schätze ich"

Das habe ich befürchtet. Manchmal passt es eben nicht so ganz. Ich würde aber nicht sagen, dass das was ich geschrieben habe nichts mit dem Thema zu tun hat.

Nein, kein Stress, das passt schon so normal

Und ich glaube, es stört nicht grundsätzlich beim Klarträumen, wenn man neurotisch ist. Es kommt aber vielleicht auf die Art der Neurose an. Wenn jemand z.B. an sehr geringem Selbstbewusstsein leidet, und sich immer sehr schnell und auf allen Gebieten als Versager fühlt – k.A. ob das überhaupt unter Neurose läuft, aber am Klarträumen hindert es bestimmt, denke ich fear
Mein Klartraum-Roman:      Finja – Bedeutsame Begegnungen


Wenn ich nicht möchte, dass man mir widerspricht, behalte ich meine Meinung für mich.
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RE: Pychische Abhänigkeit nach Klarträumen
#12
05.09.2019, 00:58 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.09.2019, 04:31 von Likeplacid.)
Zu den Neurosen gehört auch die Zwanghafte Persönlichkeitsstörung. Sie ist gekennzeichnet durch Versagensangst und Perfektionismus. Laut Wikipedia hat die Zwanghafte Persönlichkeitsstörung.mit Zwangsstörung nichts zu tun. Ich glaube, dass die verschiedenen Arten von psychischer Sucht zwischen Zwanghafter Persönlichkeitsstörung und Zwangsstörung anzusiedeln sind. (Nebenbemerkung: ich bin kein Psychiater oder Therapeut; ich beschäftige mich mit diesen Dingen um mich selbst besser zu verstehen) Jemand der dazu neigt eine psychische Sucht zu entwickeln, der kann süchtig werden nach den verschiedensten Tätigkeiten, wie z.B. Joggen, Radfahren, Videospiel, Sex, und vielleicht auch nach Klartraum.

Sexsucht  und Spielsucht werden ja oft thematisiert, vermutlich, weil sie die "Ordnung" mehr stören als wenn jemand süchtig nach Joggen oder Videospielen wird.
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RE: Pychische Abhänigkeit nach Klarträumen
#13
05.09.2019, 12:39
[+] 6 User sagen Danke! gnutl für diesen Beitrag
Also ich weiß nicht... "Klarträumen wollen" ist jetzt nicht wirklich ne Tätigkeit. Also ich kann natürlich jetzt viel Zeit damit verbringen, mich damit zu beschäftigen, okay. Aber die Suchtgefahr ist dann ziemlich genauso hoch wie bei praktisch jeder anderen Beschäftigung auch. Also jedes Hobbie. Wobei beim Klarträumen dazukommt, dass für eine längere Beschäftigung eine hohe Frustrationstoleranz erforderlich ist, womit es eigentlich weniger geeinget ist für eine Sucht, als viele andere Hobbies?

Ich werd immer dann auf etwas süchtig, wenn ich woanders blockiert bin, also von woanders her frustriert... dann brauche ich eine Beschäftigung, die mich ablenkt. Dafür ist das Thema Klarträumen suboptimal, weil es genaugenommen eine Beschäftigung mit mir selbst ist, d.h. es gehört eigentlich Reflektion dazu, und der will ich ja gerade entfliehen...
Lebe jeden Moment so wie du ihn brauchst!
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RE: Pychische Abhänigkeit nach Klarträumen
#14
05.09.2019, 20:00
Klarträumen ist in der Tat keine Tätigkeit im engeren Sinne. Aber die Techniken, die man ausführt teilweise ja schon.
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