Umfrage: Wo würdest du leben wollen?
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Erde
66.67%
2 66.67%
Mars
33.33%
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Zukunft

Zukunft
#1
15.11.2017, 21:11
Was wäre wenn...


1989 war die Welt geteilt. Zwei Wirtschaftssysteme kämpften um die Weltherrschaft. Wie 2019, 40 Jahre später, erzählte man sich hinter vorgehaltener Hand: „Es brodelt!“, „Es dauert nicht mehr lange und die Dinge werden sich ändern!“ Die Leute glaubten nicht mehr ihren Medien, die Leute glaubten nicht mehr der Schulmeinung, weil sie wussten: Das einzige Ziel dieser Propaganda ist der Machterhalt. Machterhalt auf Kosten der Wahrheit.


1989 und 2019 kam also die Wende. Das System brach zusammen. Anarchie breitete sich aus. Auf der ganzen Welt entbrannten Konflikte und Kriege, wo man sie vormals nicht für möglich gehalten hätte. Mitten in Europa (Jugoslawien) begingen die Menschen die abscheulichsten Greueltaten und brüsteten sich damit im Internet.


Doch dann besann man sich eines Besseren. Anstatt einander zu töten, begannen die Menschen einander zu helfen. 2040 fielen die Nationalstaaten und 2042 wurde die „soziale Marktwirtschaft“ bzw. das „kapitalistische System“ abgelöst durch eine neue Wirschaftsordnung, genannt, Shim-Nam-Irgendwas (man verzeihe mir, dass ich die dritte Silbe nicht erinnere – mein Gedächtnis ist nicht mehr das Beste).


Man hatte endlich verstanden, dass für 20 Milliarden Menschen zwar genug Ressourcen, aber nicht genug Arbeit auf der Welt da war, um Arbeit und Lebensunterhalt zu koppeln. Diese lächerliche Verbindung wurde als machterhaltenes Mittel erkannt, dass im 19. und 20. Jahrhundert die Menschen versklavt hatte.


Von nun an taten Maschinen und Roboter mit künstlichen Intelligenzen die Arbeit – und zwar besser als je ein Mensch sie hätte tun können. Sie programmierten sich sogar selbst, um neue Aufgaben zu erledigen – sogar das wurde den Menschen abgenommen durch die künstlichen Intelligenzen, die mit dem Internet verbunden waren. Manche sagen, dadurch veränderte sich die Gesellschaft drastischer als durch die Entwicklung der Dampfmaschine im 19. Jahrhundert.


Aber eines konnte man den Maschinen und Programmen nicht beibringen: Kreativität. Sie dachten und arbeiteten mit Wenn-dann-Regeln und ihre Welt war durch eben diese Regeln begrenzt. Kein Dann ohne ein Wenn und kein Wenn ohne ein Dann – sie konnten das, was die Menschen den freien Willen nennen, nicht begreifen. Freier Wille besteht nur aus Wenns oder Danns, die aus einem unendlich großen Pool beliebig kombiniert werden können – bringe das mal einer Maschine bei! Maschinen konnten Unendlichkeit nicht begreifen, weil sie nicht fühlen können.


Also entwickelte sich eine neue Beschäftigung für die Menschen: Ratgeber für die Maschinen zu sein. Immer dann, wenn eine Maschine an ihre Grenzen stieß, sich selbst zu programmieren, fragte sie einen Menschen. Je nach Vorbildung des Menschen und Komplexität der Materie dauerte es dann eine Weile, bis der Mensch den entscheidenden Hinweis geben konnte, den die Maschine brauchte, um ihr Problem zu lösen. Diese Zeiten waren golden. Die Menschheit lebte Jahre in Frieden und Eintracht und besiedelte zuerst den Mond und den Mars und schließlich andere Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Die Menschheit blühte in all ihrer Pracht.


Geld gab es nicht mehr, nur Follower. Stießen zwei Menschen zusammen und waren nicht einer Meinung, entschied schlicht die Anzahl der Follower. So wurde rationale Intelligenz und mathematische Vernunft als wichtigste Ressource abgelöst durch emotionale Kreativität im Umgang mit Maschinen und ihren Problemen. Luzide Träumer, Musiker, Maler, Künstler aller Art waren die neuen Weltherrscher und sie taten ihre Aufgabe gut.


Bis zu dem Unfall. Ein Flugzeug mit 10 Menschen an Bord, die insgesamt wenig Follower hatten flog über eine Megametropole mit Milliarden von Menschen (Neu-Berlin auf dem Mars). Nun hatte das Flugzeug technische Probleme und musste notlanden. Vorher musste es aber den hochexplosiven Uraneliriumkern loswerden, der es antrieb. Einzige Möglichkeit war, ihn abzuwerfen und damit die Milliardenmetropole für Jahrmillionen zu verseuchen. Normalerweise löste man dieses Problem anhand der Follower, so dass die 10 Menschen an Bord des Flugzeugs leider hätten sterben müssen zugunsten der Milliarden unter ihnen. Nun begab es sich aber, dass ein blinder Passagier an Bord war mit einer unglaublich großen Menge an Followern, mehr als alle Einwohner der Stadt zusammen. Es war nicht genug Zeit, einen Menschen zu fragen, also entschied die künstliche Intelligenz des Flugzeugs, den Uraneliriumkern abzuwerfen. Neu-Berlin war Geschichte. Das war der 11.09.2142 – später wusste jeder Zeitgenosse dieser Epoche, was er an diesem Tag gemacht hatte. Danach war die Welt eine andere.


Große Anstrengungen wurden unternommen, die Tragödie aufzuklären. Es machte die Forschung nicht einfacher, dass der blinde Passagier, dessenwegen das Flugzeug Neu-Berlin ausgelöscht hatte, sich wenige Tage später umbrachte. Es gibt viele Versionen und Gerüchte über seinen Tod. Die wahre Geschichte wird wohl immer verborgen bleiben.


Ein Team von Wissenschaftlern machte eine exploratorische Faktorenanalyse mit den Programmen der Maschinen und der sie betreuenden Menschen und was man fand, war Folgendes: Die Maschinen unterschieden sich in einem entscheidenden Punkt: fragte man sie, ob der Mensch gut ist, wie er ist, gaben 51 % der Maschinen die Antwort „Ja“ und 49 % der Maschinen die Antwort „Nein.“


In der Folge erlebte die Menschheit einen neuen kalten Krieg. Auf der Erde versammelten sich Menschen, die ihre Freiheit und Unabhängigkeit von den Maschinen bewahren wollten und auf dem Mars versammelten sich Menschen und Maschinen, die die Zukunft in ihrer Verschmelzung sahen. Die Erde beschränkte sich selbst in ihren Mitteln. Dort verbot man Tierversuche und legte mehr Wert auf das „Dann“ als auf das „Wenn“ und auf dem Mars war es umgekehrt. Menschen wurden grausam zerstückelt bei lebendigen Leibe und mit Maschinen verbunden, weil alles was zählte, war das „Wenn“ und nicht das „Dann“.


Beide Systeme entwickelten mächtige Waffen, um sich gegenseitig zu vernichten. Auf der Erde lebte man in Freiheit und alle Informationen waren allen zugänglich. Das war ihr großer Vorteil. Die Forschung und Entwicklung konnte so viel schneller voranschreiten als auf dem Mars. Der Mars hingegen hatte den Vorteil, sich in seinen Methoden nicht einschränken zu müssen.


Tauchen wir ein in diese Welt und lauschen einer Debatte im Weltparlament von Berlin:


„Und deshalb, meine Damen und Herren, plädiere ich für eine Wiederaufnahme der Wurmforschung! Wir machen Versuche an Pflanzen, warum nicht an Würmern? Die Gegenseite macht Versuche an Menschen und das, was von ihnen übrig ist, sie werden uns eines Tages überholen und unser System wird zusammenbrechen wie 1989 der Kommunismus!“


„Papperlapapp verehrter Herr Kollege! Niemals werden sie uns überholen. Die Singularität wird niemals eintreten, niemals werden sie einer Maschine beibringen können zu fühlen! Immer werden Menschen den Maschinen überlegen sein.“


„Sie irren sich, Herr Minister – der Mars hat bisher nur nicht zum Erstschlag ausgeholt, weil dessen Führer an die Singularität glauben! Würden die Marsianer Ihnen Glauben schenken, gäbe es die Erde bereits nicht mehr! Deshalb, meine Damen und Herren, brauchen wir die Wurmforschung! Wir brauchen Sie in jedem Fall, entweder weil die Singularität eintritt oder weil die Marsianer verstehen, dass sie unmöglich ist!“


Zurück ins Jahr 2017: wo würdest du leben wollen, Mars oder Erde?
Oneironaut und Klartraumforscher Abenteuer eines Traumfahrers
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RE: Zukunft
#2
15.11.2017, 22:28
(15.11.2017, 21:11)Uefken schrieb: 1989 war die Welt geteilt […] Wie 2019, 40 Jahre später, […]

that arithmetic.
Oh, how can you be so invisible? Give me the nerves to see …
⟡·⟡·⟡·⟡·⟡·⟡·⟡
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Geschichte des Assessment Centers
#3
08.03.2018, 18:11 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08.03.2018, 18:13 von Uefken.)
Die Geschichte des Assessment Center vom Beginn bis heute

1920 die Berliner Universität führt neue Auswahlmethoden für Offiziersanwärter ein. Die Innovation: mehrere Verfahren und mehrere Beurteiler auf Basis der Gestaltpsychologie

1943 der US-Geheimdienst übernimmt das Verfahren zur Auswahl von Geheimagenten

50er Jahre Verbreitung in Wirtschaft durch ehemalige Geheimdienstmitarbeiter

1999 das MIB testet Willi Schmidt, der Dank seiner Nonkonformität und Unkonventionalität zum Retter der Menschheit und des Universums wird.

2042 Willi Schmidt schreibt seine Memoiren und das Assessmentcenter sowie die Gestaltpsychologie erfahren eine Renaissance. Die Welt lebt friedlich und in Reichtum.
Oneironaut und Klartraumforscher Abenteuer eines Traumfahrers
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