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Der schamanische Weg des Träumens» Nicht-Techniken - and more - and less... and buddhist dreamyoga, too ;)

RE: Der schamanische Weg des Träumens
#16
09.06.2014, 14:51
@DasNetzInDir:
Es kommt mir total unauthentisch vor, wenn jemand vorgibt, von einem Thema/Stoff (das verbotene Wort mit "K" bigwink) frei zu sein, und dann absolut zwanghaft in jedem passenden und unpassenden Thread darüber sprechen muss.
Auf deutsch: Was ist mit der Unfreiheit Deines Geistes?!

Was die von Dir erwähnten "Geister in den Zwischenwelten" angeht:
Dein Posting klingt hier sehr angstbezogen. Ich hatte schon meine eher metaphorische Herangehensweise betont. Und ich kenne Schamanen, die derselben Meinung sind und Dir ihre "Geister" niemals als reale Wesenheiten vorstellen würden.

Man kann daran glauben, dass es sich in Sachen schamanischer "Geistwesen" (oder "Engel"/"Dämonen"/"Naturgeister" etc., wie sie in anderen Systemen heißen) um reale Wesen handelt. Es könnte aber auch sein, dass man sie vielleicht viel eher als Teilpersönlichkeiten oder innerpsychische Anteile sehen möchte.

Wenn wir alle eins sind, gibt es da keinen wirklichen Unterschied, der für mich wichtig wäre. Und falls Du wirklich mit diesen "Wesen" eins bist, wieso sollten sie Dir dann schaden können? Abgesehen davon habe ich bisher ausschließlich innere Anteile kennen gelernt, die vielleicht gruselig aussahen, die sich aber nach Beschäftigung mit ihren Aspekten stets als heilsam und integrativ herausgestellt haben.

@Raipat:
Gerne mehr davon. Ich will hier mitnichten einen Monolog halten - wenn Du schamanische Erfahrungen posten möchtest, werde ich absolut Ohr sein.

Ich finde es spannend, dass durch all Eure Posts der Thread eine ganz eigene Ordnung erhält. Das Thema scheint sich zwar unchronologisch und sprunghaft zu entwickeln - und doch ist es eine Ordnung, die Ihr als Leser durch Eure Fragen und Gedanken hineinbringt und die sonst nicht möglich gewesen wäre.

Deshalb hier schon mal ein spannender Link zur zweiten Aufmerksamkeit, die Raipat erwähnte.
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RE: Der schamanische Weg des Träumens
#17
09.06.2014, 17:44
(09.06.2014, 12:03)DasNetzInDir schrieb: Weil ich dich ja letztens persönlich getroffen hab und gesehen wie "unfrei" du deine Getränkewahl trafst. Wahre Freiheit kanns nur ohne den Kaffee geben.

Vielleicht bist Du so gegen den Kaffee, weil Du noch nie einen richtig guten getrunken hast. Ich bin gerade auf Sardinien. Weiß Du was, hier gibt es richtig guten Kaffee sag ich Dir! Allein deswegen lohnt sich schon eine kleine Reise nach Italien. Hab auch zwischen ca. 25 Sorten verschiedenen Espressosorten frei einen ausgewählt biggrin cool
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RE: Der schamanische Weg des Träumens
#18
10.06.2014, 13:30 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 10.06.2014, 13:31 von DasNetzInDir.)
(09.06.2014, 14:51)Dreamweaver schrieb: Auf deutsch: Was ist mit der Unfreiheit Deines Geistes?!
Die Wahrheit, lässt einem nicht viel/keine Freiheit/Spielraum. Wenn man in einer Sache konsequent bleibt.

(09.06.2014, 14:51)Dreamweaver schrieb: Was die von Dir erwähnten "Geister in den Zwischenwelten" angeht:

Dein Posting klingt hier sehr angstbezogen.

Es bezieht sich auf ein reales von mir bei anderen beobachtetes Phänomen.
Wenn jemanden eine leichte Angst, Warnung vor einem Fehler ist, der aus Naivität begangen werden könnte, dann ist Angst auch keineswegs negativ zu sehen sondern als schützend.


@Raipat (ich wollte es nicht in die Länge ziehen)
Nein, ich habe früher "Guten" Getrunken. Nein, wenn du irgendwann genau gelesen hättest,[ http://www.klartraumforum.de/forum/showt...ht=koffein ] wüstest du das ich andere Gründe anführe und würdest nicht gleich wieder Werbung für den Scheiß machen.

Dein Verhalten spiegelt sich im übrigen total in diesem Film hier wieder. http://de.wikipedia.org/wiki/One_Point_Z...ogrammiert
Zitat: Sie wurden ebenfalls süchtig nach anderen Produkten wie frischem Saft und „farm fresh meat“ (und Cola 500). Ein Kurierfahrer-Freund von Simon erzählt ihm von einem Unternehmensexperiment, bei dem Leuten Nanomiten in ihre Gehirne eingebracht werden, um sie an bestimmte Produkte zu binden. Zunächst verwirft er die Geschichte als eine Lüge, um nach und nach feststellen zu müssen, dass tatsächlich genau das passiert.

Sie müssen dann immer zwanghaft von den tollen Produkten sprechen. thumbsd
Bitte Antworte hier, wenn du noch was erwidern willst http://www.klartraumforum.de/forum/showt...ht=koffein
Klarträumen heißt nicht unbedingt, dass man die Traumwelten versteht, in denen man sich befindet!
Spaß zu haben, heißt viel zu oft -> Schlechtes zu ignorieren.thumbsd
Bietet Albträumen die Stirn! Grabt Fakern das Wasser ab! Geht keinen PseudoErleuchtungen auf den Leim! Reflektiert! Lernt! Findet den Flow! thumbsu

Infowiese für Realitychecker und -checkerinnen http://dasnetzindir.blogspot.de
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RE: Der schamanische Weg des Träumens
#19
18.06.2014, 16:00
Wie gehts hier weiter? Ich bin neugierig biggrin
Hello darkness, my old friend
I've come to talk with you again...

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RE: Der schamanische Weg des Träumens
#20
19.06.2014, 02:39
Ich denke schon, dass solche Wesen wie Naturgeister, Trolle, Dämonen und Einiges mehr nicht weniger real als Personen in der Wachrealität sind.
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RE: Der schamanische Weg des Träumens
#21
20.06.2014, 02:34
Nun möchte ich einige Gedanken und grundlegende Konzepte und eine erste (und vielen Schamanen im mexikanischen Bereich sehr am Herzen liegende) Technik vorstellen.

Die Konzepte beschäftigen sich dabei zuerst mit der menschlichen Psyche, dem "Hauptarbeitsgebiet" eines Schamanen, und seiner grundlegenden Liebe zu allem Leben und insbesondere zur Erde als einem lebenden System. Beides ist für einen "Medizinmann" untrennbar miteinander verknüpft, denn er fühlt sich sowohl geistig-emotional (Psychologie) als auch körperlich-faktisch (Systemtheorie) mit allem Leben verbunden. "Mutter Erde" ist sein Rückzugsort und sein Zugang zu allem, was existiert - auf welcher der bereits erwähnten "interdimensionalen" und zugleich interpsychischen Ebenen auch immer.

- Die erste Technik, die ich vorstellen möchte, habe ich bereits früher einmal an anderer Stelle im Forum hinterlegt. Für viele wird sie aber neu sein; und da sie für viele Praktizierende definitiv als wichtige Dreh- und Angelpunkt-Technik gilt, gehört sie definitiv in diesen Thread.


Das kollektive Unbewusste
C. G. Jung

Neben dem persönlichen existiert für Jung auch ein kollektives Unbewusstes, das grundsätzlich unabhängig vom individuellen Ich existiert und wirkt. Es wird seiner Ansicht nach ererbt und besteht aus präexistenten Formen, den => Archetypen. Seine Inhalte können erst
sekundär bewusst werden und verleihen dann dem Bewusstsein festumrissene Form.

Jung postulierte also im Gegensatz zu Freud, das Leben des individuellen "Ichs" beginne mit dem kollektiven Unbewussten und eben nicht als tabula rasa - der bewusste => Geist entwickle sich aus jener unbewussten Psyche, die älter sei als er und sogar ohne ihn Bestand habe. Damit setzt die Psychologie Jungs möglicher Weise ein Bindeglied voraus zwischen dem Individuum und dem gesamten Kosmos; und alles existiert als ein großes Gewebe von Zusammenhängen.

Die Seele liefert also apriori jene Bilder und Formen, die die Erkenntnis eines Objekts überhaupt erst ermöglichen. Jung versteht das Unbewußte als eine allen gemeinsame unpersönliche Psyche, obwohl es sich durch ein persönliches Bewusstsein äußert. Carl G. Jung: "Auch wenn der Einzelne atmet, so ist doch die Atmung kein persönlich zu deutendes Phänomen".


Die Archetypen
C. G. Jung

Die so genannten Archetypen sind laut C. G. Jung die Inhalte des => kollektiven Unbewussten; seelische "Lebensmächte", die zwar einen uns unbewussten Bedeutungskern haben, deren Sinn uns jedoch wahrscheinlich nie bewusst sein wird. Im weitesten Sinne kann man unter einem Archetypen jedes statische Muster und
Gebilde sowie jedes dynamische Geschehen in der Psyche verstehen, das transindividuell sein und universale Eigenschaften haben könnte. Archetypische Strukturen kann man als seelische Organe und psychische Strukturelemente erfassen. Sie sind vielleicht Formen ohne Inhalt, die nur die Möglichkeit gewisser Arten von Wahrnehmung und Handlung darstellen.

Als nach Jung angeborene Teile der Psyche stellen sie möglicher Weise die Urbilder menschlicher Vorstellungsmuster dar, die sich in Bildern manifestieren. Vor allem die elementarsten menschlichen Erfahrungen wie Geburt, Ehe, Mutterschaft und Tod haben in der Seele eine archetypische Verankerung; sie haben zu vielen Zeiten und in ungewöhnlich vielen Kulturen ähnliche Bilder hervorgebracht, die in Mythen und Sagen verewigt wurden, und könnten so als kollektive Menschheitserfahrungen gelten. Zu den wichtigsten "Figuren" dieser mythologischen Parallelismen gehören z. B. die Große Mutter, der Ewige Held, der Kindgott und der Trickster.

Archetypen gelten als die unbewussten Abbilder der Instinkte, die Grundmuster instinkthaften Verhaltens und die Erreger neurotischer und psychotischer Störungen. Wenn sich im Leben eines Menschen etwas ereignet, was einem Archetypus entspricht, wird dieser nach diesem Konzept aktiviert, da ihm Energie zugeführt wird, und im Leben des betroffenen Menschen könnte eine entsprechende Zwanghaftigkeit auftreten, die diesen Archetypus und sein "Drängen nach Gestalt" verkörpert. Dabei offenbart nach C. G. Jung die archetypische Struktur ihre Eigenschaft als schicksalhaft eintretender Erlebniskomplex.


Die Gaia-Hypothese
James Lovelock, ca. 1984

Diese Hypothese besagt, dass das Leben selbst aktiv Umwelt und Klima so beeinflusste, dass es über alle Zeiten und kritischen Phasen hinweg in einem erträglichen Gleichgewicht blieb.

Die Erkenntnis, dass Mikroorganismen in großer Anzahl in der Geschichte der Erde oft die Zusammensetzung der Gase in der Atmosphäre beeinflusst haben und keine der umwälzenden Veränderungen in der Erdgeschichte in der Lage war, das Leben als Ganzes grundlegend zu gefährden, ließ Lovelock seine berühmte These aufstellen, nach der die Erde und das Leben auf ihr nur zwei Seiten einer Medaille, nämlich ein und desselben Systems sind. Dabei sorgen die Organismen dafür, dass kein Ungleichgewicht lange bestehen kann und halten so die empfindliche Balance zwischen dem Leben und seiner Umwelt, seinem Planeten. Der Hypothese gemäß wäre ohne diese Selbst-Regulierung das irdische Leben schon lange ausgelöscht worden.

So wirken nach dieser Ansicht Biosphäre und Atmosphäre der Erde zusammen als ein System (=> Systemtheorie), das die Eigenschaften von => Autopoiese, => Selbstorganisation und Selbstregulierung aufweist. Die ältesten Einzeller, die sogenannten Prokaryoten, bilden
dabei die autokatalytischen Elemente des Systems Biosphäre plus Atmosphäre - sie brachten es nach Ansicht Lovelocks nach einer gründlichen Umgestaltung in eine globale autopoietische Stabilität, die seit anderthalb Milliarden Jahren anhält.

In den Jahren nach Lovelock spielte die Gaia-Hypothese eine bedeutende Rolle in der Systemtheorie, wobei - etwas freier interpretiert - das gemeinsame System aus Planet und ihn bewohnendes Leben als ein einziger großer Organismus angesehen wurde.
Seit Ende der neunziger Jahre gibt es wieder eine Koalition von Gaianern zweiter Generation. Sie sehen die Erde oftmals nicht mehr unbedingt als Lebewesen, sondern entwickelten die Idee eines globalen Metabolismus, eines lebensähnlichen Systems mit wechselwirkendem und rückkoppelndem Stoffwechsel. Sein Stoffkreislauf funktioniert wie ein Blutkreislauf, Produktion und Verbrauch von Sauerstoff und Kohlendioxyd gleichen der Atmung - um nur einige Beispiele zu nennen, wie moderne Gaianer das Konzept erfassen.


Die Koevolutions-Hypothese
Erich Jantsch, Ilya Prigogine, George Bateson, Paul Weiss, ca. 1976

Die Koevolutions-Hypothese, auch neue => Systemtheorie genannt, ermöglicht es vielleicht, die biologische, gesellschaftliche, kulturelle und kosmische => Evolution als einen wesentlichen Aspekt der Dynamik des => Selbstorganisations-Prinzips aller einzelner Systeme zu verstehen - auch, wenn die verschiedenen Arten der Evolution sehr unterschiedliche Mechanismen voraussetzen. Die Theoretiker begreifen hier Evolution im Zusammenspiel von Anpassung und Schöpfung, im gleichzeitigen Auftreten von Zufall und Notwendigkeit und in der subtilen Wechselwirkung zwischen Makro- und Mikroevolution als allseitige => Koevolution verschiedener Systeme.

"Koevolution" bedeutet in diesem Zusammenhang die Ausbildung von hierarchisch geordneter => Komplexität bis hin zur völligen Durchstrukturierung aller Ebenen der Hierarchie. Der These zufolge beruht die Dynamik der Evolution auf der Tatsache, dass ein lebendes System niemals absolut stabil ist, sondern sich in Homöostase befindet; einem Zustand dynamischen Gleichgewichts, das sich durch multiple, wechselseitig abhängige Fluktuationen auszeichnet und nur so lange aufrechterhalten werden kann, wie die Fluktuationen unterhalb eines gewissen kritischen Umfangs bleiben.

Der Systembegriff steht dabei für die => Kohärenz evolvierender, interaktiver Bündel von Prozessen, die sich nur zeitweise in global stabilen Strukturen manifestieren. Die Sichtweise lässt sich folglich als prozessorientiert bezeichnen - im Gegensatz zur Betonung "solider" Systemkomponenten und daraus zusammengesetzter Strukturen.
Aufgrund der postulierten ständig vorhandenen Fluktuationen ist das System zu jedem Zeitpunkt zur Evolution bereit. Da aber wiederum nach der Systemtheorie die Umwelt des evolvierenden Systems selbst ein zur Evolution befähigtes lebendes System ist, wird viel weniger Augenmerk auf die Evolution des Einzelorganismus gelegt als auf die Ko-evolution von Organismus plus Umwelt. Mit anderen Worten: Jedes System ist mit seiner Umwelt über Kreisprozesse verbunden, die eine Rückkoppelung in der Evolution beider Seiten bewirken.

Bei dieser Sichtweise liegt die Vorstellung einer Evolution zugrunde, die sich durch ein Wechselspiel von Anpassung und Schöpfung entfaltet. Sie ist offen und im Grunde absolut unbestimmt; sie verfolgt kein vorgegebenes Ziel, aber dennoch ist ein Ent-Wicklungsmuster erkennbar. In der Koevolutions-Hypothese wird der evolutionäre Prozess nicht vom "blinden Zufall" beherrscht, sondern stellt die Entfaltung einer Ordnung und Komplexität dar, die hier als eine Art Lernprozess mit Autonomie und
Freiheit der Wahl angesehen wird.


Nun aber zum praktischen Teil... biggrin

Die Technik der Rekapitulation
Toltekisch-mexikanischer Schamanismus

Es ist typisch und entspricht der Idee des Traumyoga, dass wir immer wieder in alte Themen unseres Lebens einsteigen. Unsere Träume werden geradezu komplett vereinnahmt von den Dingen, die uns oft so emotional verstricken und beschäftigen, dass wir gar nicht auf die Idee kommen, zu fragen, ob wir uns in einem Traum befinden oder Träume von Kraft und Licht und Freiheit zu träumen… Deshalb nutzen die Schamanen einiger Schulen den eigenen Atem, um ihr Traumuniversum von dem Ballast zu befreien, der durch die eigene Autobiographie verursacht wird.

Beginne damit, Dir eine kleine Liste von fünf Erfahrungen Deines Lebens zu erstellen, die Dich sehr geprägt haben, im angenehmen oder im unangenehmen Sinne. Dann beginne in einer ruhigen Minute mit dem ersten Ereignis und setze Deine Atmung ein, um Dir die Situation wieder genau in Erinnerung zu rufen, als ob Du sie durch Deinen Atem wieder mit Leben und Gefühl füllen würdest. Dabei atmest Du etwas tiefer und schneller ein und aus, um Dein Unbewusstes einzuladen, sich zu öffnen, und rufst Dir mit allen Sinnen in Erinnerung, was damals geschehen ist. Wer war damals bei Dir, wo warst Du, was hattest Du an, wie war das Wetter, wie hat die Umgebung gerochen, was für einen Geschmack oder Geruch erinnerst Du vielleicht?

Auch für diese Übung gilt wie immer: Mache sie nur, wenn Du dabei ein stimmiges Gefühl hast, und geh damit nur soweit, wie es Dir gut tut. Und atme so, wie es sich für Dich richtig und stimmig anfühlt. Wenn Dir schwindelig wird, könnte es sein, dass weniger Atem Dir gut tut. Fühlst Du rein subjektiv zu wenig, so könnte es gut tun, den Atem etwas zu intensivieren.

Sobald Du dann das Gefühl hast, in der Szene zu sein, fängst Du damit an, Dir beim Einatmen vorzustellen, dass Du die Energie zu Dir zurückholst, die Du vielleicht in Form starker Emotionen in der damaligen Situation gelassen oder an sie gebunden hast. Das Wort „Energie“ ist dabei ein recht abstrakter Begriff, der nicht unbedingt wörtlich zu nehmen ist – er stellt eher ein Konzept dar, mit dem man mangels eines passenderen Begriffes arbeiten kann.

Benutze Deinen Einatem dabei wie eine Angel, um zurück zu holen, was Dir gehört. Im Gegensatz dazu atme aus, um das loszuwerden, was Du damals aufgenommen hast und was Dich heute noch beeinflusst, z. B. Gedankenkonzepte, die man Dir früher in bestimmten Prägephasen vermittelt hat. Hierbei kannst Du Dir vorstellen, dass Du mit dem Atem alles von Dir schiebst, was sich in Deinem System befindet und bisher nicht von Dir zu Deinem Wohl stimmig integriert werden konnte.

Dabei ist wichtig zu verstehen, dass es keine fremde oder gefährliche "Energie" gibt, die Dir schaden könnte, weder innerhalb noch außerhalb von Dir. Es gibt Energie, die zu Dir passt und solche, die Du als unangenehm empfinden würdest. Dennoch kann sie Dir nichts tun. Was nicht zu Dir passt, nimmt Dein Körper auch nicht an. Es ist besser, solche Energie wahrzunehmen und durch sich hindurch fließen zu lassen, als sich dagegen zu sperren oder Blockaden aufzubauen. Da gleiche gilt für geistige Wesen, falls Du solche als real empfinden solltest. Hinter Angst machenden Wesen versteckt sich meist etwas ganz anderes, das vielleicht nur angenommen werden möchte.

- Die Technik der Rekapitulation klingt vielleicht zunächst kompliziert, ist aber tatsächlich ganz einfach: Lasse schlicht zu, dass Dein Körper in Gedenken an die betreffende Situation wie von selbst in einen Atemprozess kommt, der sich vielleicht befreiend anfühlen mag. Dabei brauchst Du gar nicht zu wissen, was genau dabei geschieht – mache Dich von den Gedanken frei, lasse Deine Gefühle und den Atem einfach fließen, und spüre dabei einfach, wie sich das Bild der Szene immer weiter auflöst, bis Du Dich anders oder tatsächlich befreiter fühlst. Dann kannst Du zum nächsten Punkt auf Deiner Liste übergehen und das nächste Ereignis zunächst als Erinnerung wieder durch den Atem beleben, um Dich und Deine Traumwelt dann mithilfe der Atemtechnik von seinem Einfluss auf die Gegenwart zu befreien.

Die Schamanen atmen dabei übrigens nach links, also zum Herzen hin ein und nach rechts aus, so dass eine leicht pendelnde Kopfbewegung entsteht. Das kann für viele aber zu kompliziert sein. Wie jede Technik gestaltest Du sie am besten so um, dass sie Dir dienlich ist. Liegt Dir der verstärkte Atem nicht, bleibe bei Deinem natürlichen Atemrhythmus und setze verstärkt Deinen Geist ein. Es kommt niemals auf eine scheinbar richtige Ausführung einer Technik an, sondern immer auf das zugehörige Gefühl.

Die Rekapitulation (kurz: „Rekap“) ist zwar geistig und evt. körperlich anstrengend, aber meist äußerst effektiv. Gönne Dir danach eine Auszeit von allem und tue etwas, was Dir Spaß macht, erfülle Dir z. B. einen Wunsch oder belohne Dich auf andere Art für Deine Bemühungen.

Gehe später dann mit dem Gefühl zu Bett, Dich von wichtigen Aspekten befreit zu haben und davon nicht mehr träumen zu müssen. Falls doch, so sollten diese Situationen wichtige Traumzeichen für Dich werden, weil Du Dich von ihnen befreit hast und sie deshalb in Träumen leichter als Dreamsigns identifizieren können solltest.

Die Technik kannst Du gerne im Laufe Deines Traumpfades immer wieder ausführen, um Dich und Dein Traumuniversum damit Schritt für Schritt von den Einflüssen Deiner Autobiographie zu befreien. Im Schamanismus arbeitet man damit, möglichst viele, wenn nicht alle wichtigen und scheinbaren unwichtigen Ereignisse seines Lebens zu rekapitulieren, damit möglichst viel darin gebundene Energie freigesetzt und nutzbar gemacht werden kann und Träume geträumt werden können, die nicht länger autobiographisch geprägt sind.

Hier sind sich Schamanismus und Traumyoga einig, wie sie auch in anderen Dingen sehr ähnlich sind.
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RE: Der schamanische Weg des Träumens
#22
11.07.2014, 00:24
Ok, ich verstehe, dass etwas Komplexes vielleicht besser einfach dargestellt werden sollte... biggrin

Ich wollte im letzten Post darlegen, dass die erste Liebe des Kriegers (so nennt man einen schamanisch Arbeitenden im Huichol) vor allem der Erde gilt.
Er ist nie allein, denn "die Erde", die er vielleicht als lebendiges Wesen begreift, ist mit ihm.
Die Gemeinschaft des An- und Organischen ist bei ihm.
Er atmet, er spürt, er lebt die Erde. Er begreift sie als seine Mutter, während er die Sonne als seinen Vater erfühlt.
Ob das objektiv so stimmt?
Äh, das bleibt wohl jedem selbst überlassen.. bigwink
Ich denke, das ist am ehesten Gefühlssache.

Dennoch leuchtet für mich ein, dass das Autobiographisch-Irdische unsere Träume bestimmt.
Muss das so sein? Ich denke, nicht.

Ich selbst wende die Technik der Rekapitulation seit Jahren an und kann vor allem Positives davon berichten.
Natürlich kann es auch unangenehm werden, aber Transformation ist eben oft kein Zuckerschlecken.
Will sagen: Willst du dich wirklich verändern, so kommst du oft (aber nicht zwangsweise!) am Unangenehmen nicht vorbei.
Wobei es dann umso angenehmer ist, solche Aspekte zu wandeln und damit zu neutralisieren und sie nicht länger als unangenehm zu empfinden.
Erfahrungsgemäß sind dabei jedoch manche emotionsgebundene Erlebnisse renitenter als andere.

Soll heißen: Rechne nicht gleich mit dem ultimativen Erfolg!
Arbeite lieber langfristig, mit Geduld und Langmut.
Das meiste, was schnelle Erfolge verspricht, ist redundant.
Rechne nicht damit!
Plane ein, länger an Dir zu "arbeiten".
Wozu die Eile? Was versprichst du dir von scheinbar schnellen "Erfolgen"?

Wenn ich schnell versuche, mich zu verändern, welche Motivation steckt dahinter?
Versuche ich dann nicht bloß, mich aus einem Mangelgefühl heraus zu verändern?
Weil ich mich als "nicht ok" empfinde?
Ganz ehrlich: Dann kann ich das Ganze sowieso meistens vergessen.
Veränderung im angenehmen Sinne geschieht aus einem Gefühl der Fülle heraus.

Denn wahrscheinlich nur aus einem Gefühl der Selbstliebe heraus schaffe ich es, mich zu verändern. Weil dann die Veränderung aus sich selbst heraus geschieht, und nicht, weil ich meine, dass ich mich unbedingt verändern müsste...

So lasst uns denn innehalten.
Lasst uns der Welt um uns herum bewusst werden.
So viel Schönheit, so viel Seele.
Einatmen, Ausatmen.
Sein.
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RE: Der schamanische Weg des Träumens
#23
11.07.2014, 07:52 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 11.07.2014, 07:54 von neuer träumer.)
Eventuell lockt der nahe mit der Schulpsychologie, Soziologie und klassischen Gesundheitswissenschaften verwandte Neo-Schamanismus nicht so sehr,
wie die ethnobotanisch, ethnologisch und kulturanthropologisch bedeutsamen Themen wie Extase, Trance und Pilze bigwink
(11.07.2014, 00:24)Dreamweaver schrieb: Wenn ich schnell versuche, mich zu verändern, welche Motivation steckt dahinter?
Versuche ich dann nicht bloß, mich aus einem Mangelgefühl heraus zu verändern?
Weil ich mich als "nicht ok" empfinde?
Ganz ehrlich: Dann kann ich das Ganze sowieso meistens vergessen.
Veränderung im angenehmen Sinne geschieht aus einem Gefühl der Fülle heraus.

Denn wahrscheinlich nur aus einem Gefühl der Selbstliebe heraus schaffe ich es, mich zu verändern. Weil dann die Veränderung aus sich selbst heraus geschieht, und nicht, weil ich meine, dass ich mich unbedingt verändern müsste...

So lasst uns denn innehalten.
Lasst uns der Welt um uns herum bewusst werden.
So viel Schönheit, so viel Seele.
Einatmen, Ausatmen.
Sein.

thumbsu
man muss die anzahl der gedanken derart vervielfachen, dass die anzahl der wächter für sie nicht mehr ausreicht
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