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Wieso das Klarträumen oft so schwierig ist - Likeplacid - 19.09.2026 Es hängt mit dem UB zusammen. Und dahinter steckt das Über-Ich. Klarträumen ist im Grunde also verboten. Das UB möchte nicht, dass man klarträumt (UB steht für Unbewusstes oder Unterbewusstsein) Hier ein paar Links, die mit dem Begriff "Über-Ich" nicht viel anfangen können. Kurzes Video zur schnellen Orientierung: https://studyflix.de/biologie/instanzenmodell-freud-4753 Kurzer Artikel: https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/ueber-ich Für Leute mit großem Lesehunger: https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Ich_und_das_Es RE: Wieso das Klarträumen oft so schwierig ist - Likeplacid - 21.09.2026 Eigentlich habe ich eine Antwort wie diese erwartet: Ich weiß nicht was du meinst. Ich will ja nicht unhöflich sein, aber was soll der Quatsch eigentlich? Was soll denn Klarträumen mit Moral zu tun haben?
RE: Wieso das Klarträumen oft so schwierig ist - Likeplacid - 21.09.2026 Oder vielleicht auch so was: Interessanter Ansatz, aber meinst du nicht, dass das etwas zu psychoanalytisch gedacht ist? Bei mir scheitert es meistens einfach an mangelnder Realitätsprüfung im Alltag, ganz ohne Freudschen Zeigefinger.
RE: Wieso das Klarträumen oft so schwierig ist - Likeplacid - 21.09.2026 Wer die Links angeklickt hat und daraus was gelernt hat, der wird die folgende Erklärung sicher verstehen: Nicht die mangelnde Technik oder die Biologie ist das Haupthindernis, sondern die instanzenübergreifende Zensur im Kopf. Das Es drängt mit seinen unterdrückten Sehnsüchten und verbotenen Wünschen in den Klartraum. Das träumende Gehirn hätte rein kapazitiv und schöpferisch die unendliche Macht, diese Wirklichkeit werden zu lassen – aber das Über-Ich schaltet sich ein und zieht im Hintergrund die Notbremse. Das erklärt, warum viele Klarträume so oft abrupt abbrechen. RE: Wieso das Klarträumen oft so schwierig ist - Likeplacid - 24.09.2026 Paul Tholey, der Klarträumen durch seine Arbeit bekannt machte, glaubte ebenfalls an ein Über-Ich. Er nannte es aber in der Tradition der Gestalt-Therapie, Topdog. Der Gegenspieler des Topdog ist der Underdog. Er ist vergleichbar mit dem einem Ich, das mit den Forderungen des Es zumindest teilweise identifiziert ist. https://www.gestalttheory.net/uploads/pdf/archive/tholeywach.pdf Zitat:Das folgende Klartraumbeispiel, das von einer männlichen Person stammt, soll zeigen, daß hinter bedrohlichen Traumgestalten auch berechtigte Gewissensforderungen stecken können. Der Grund wieso Tholey in Bezug auf das Klarträumen optimistisch war, war seine Annahme, dass man den Topdog im Klartraum zur einer Einsicht bewegen könne und auf diese Weise dann die Freiheiten im Klartraum voll ausnützen könne. Dies jedoch nur unter der Bedingung, dass man sich auch beträgt. Daher forderte Tholey in seinem Buch "Schöpferisch träumen" (das er zum großen Teil von Kaleb Utecht schrieben ließ) dazu auf, dass man mit dem Klarträumen auf eine REIFE Weise umgehen solle. Das bedeutet natürlich eine deutliche Einschränkung der Freiheit, oder zumindest wird das in vielen Fällen so sein. RE: Wieso das Klarträumen oft so schwierig ist - Likeplacid - 28.09.2026 1. In den 2 Minuten, die ca. 90% der Klarträume dauern, taucht in der Regel kein Topdog auf. Daher ist im Klartraum meist keine direkte Auseinandersetzung mit dem Topdog möglich. Man könnte versuchen seine Gebote und Verbote auf anderem Weg herauszufinden, und sich dann versuchen darauf einzustellen, oder man könnte auch versuchen sie zu verändern. 2. Die Regeln von Über-Ich und Realitätsprinzip überschneiden sich zum großen Teil. Man kann hier von einer Schnittmenge aus Über-Ich-Einstellungen und Realitätsprinzip-Einstellungen sprechen. Die Motivationen, die für das Klarträumen problematisch sind, betreffen Motive, die außerhalb dieser Schnittmenge liegen. RE: Wieso das Klarträumen oft so schwierig ist - Likeplacid - 03.10.2026 Die verbale Auseinandersetzung mit Traumfiguren ist ja im Grunde Hardcore. Normalerweise sind Träume nicht reich an Dialogen. Von dort ist der Dialog mit einer feindlichen Traumfigur ein großer Sprung. Vorbereiten kann man sich darauf durch Kreatives Schreiben. Beim Kreativen Schreiben ist es wichtig, dass man das Produkt (den Text) der dabei entsteht, in der Regel NICHT weitergibt. Man schreibt also nur für sich selbst, und nicht damit irgendwer es dann liest. Er dient bloß zur Selbstreflexion. Beispielsweise könnte man einen Aufsatz darüber schreiben, was man im Klartraum vorhat und wie man sich den idealen Klartraum vorstellt. Wenn man einen Klartraum hatte, der nicht so befriedigend war, könnte man auch darüber einen Aufsatz darüber schreiben. Normalerweise ändert sich das was man denkt, sobald man es aufschreibt, jedenfalls wenn die Intention dabei eine SELBSTANALYTISCHE ist. Wenn man hingegen bloß was aufschreibt um es dann jemandem zu schicken (damit ihm vielleicht was dazu einfällt) kann man unter Umständen lange warten, bis sich dadurch was ändert. Wenn man das was man denkt an eine KI schickt, dann kriegt man zwar schnell eine Antwort. Die ist aber meist ziemlich abgedroschen, zumindest dann, wenn das, was man schreibt nicht allzu originell oder interessant ist. https://de.wikipedia.org/wiki/Kreatives_Schreiben Wer darin einige Übung hat kann vielleicht als nächstes versuchen sich auf dem Gebiet des „Katathymen Bilderleben“ (Fantasiereise) langsam vorzutasten. Dieses ist für den Einsatz in der Psychotherapie entwickelt worden. Da gibt es die Möglichkeit so tief zu gehen wie man will. Wenn ein Therapeut dabei ist, dann ist die Situation natürlich eine ganz andere als wenn man es allein versucht. http://methodenpool.uni-koeln.de/download/fantasiereise.pdf |