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Was erwartet ihr von Erleuchtung? - Druckversion

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Was erwartet ihr von Erleuchtung? - Laura - 11.04.2019

Ich habe mal ein bisschen im Mentoring gelauscht und fand das Thema ganz interessant. Da stellt sich die Frage: Wie sollte jemand sein, der erleuchtet ist?

(09.04.2019, 19:32)Ver366 schrieb:
(05.04.2019, 20:56)ichbinmehr schrieb: Wie sollte für dich denn jemand sein, der erleuchtet ist?
Das ist mal eine spannende Frage.

Ja in der Tat eine spannende Frage.

Ich finde das Konzept der Erleuchtung an sich schwierig. Das was ich glaube, was Erleuchtung sein soll, passt nicht in mein momentan bevorzugtes Welterklärungsmodell.
Soweit ich es verstanden habe, ist Erleuchtung (z-B. im Buddhismus) eine Art maximale Vollendung.
Nach erreichter Erleuchtung hat man die Möglichkeit sich im Göttlichen bzw. im Nichts aufzulösen oder wiedergeboren zu werden, um anderen zu helfen ebenfalls Erleuchtung zu erlangen.

Es ist irgendwie auch eine Art Flucht. Die (Re-)Inkarnationen auf der Erde werden vor allem mit Leid assoziiert. Erleuchtung ist die Auflösung des Leides, aber auch die Auflösung des Selbst.

Ich finde, das eine traurige Philosophie. Mich stört vor allem:
  • Die erreichbare Entwicklung ist endlich. Hat man die Erleuchtung erreicht, geht es nicht weiter. Maximallevel...
  • Die Fokussierung auf das Leid und dessen Überwindung.
  • Die Auflösung nach Erreichen der Erleuchtung, bzw. nach dem Tod in dem Leben, in dem man sie erreicht hat.
Ich vermute jemand die/der erleuchtet ist, ist vollkommen gleichmütig. Vermutlich ist ihr/ihm auch langweilig, weil es keine Ziele mehr gibt, außer der Auflösung nach dem Tod. (Falls sie/er nicht auf die Auflösung zugunsten von weiteren Leben als LehrerIn verzichtet). Wahrscheinlich ist sie/er auch vollkommen berechnend insofern, dass sie/er ihre Worte und Taten genau abwägt, um für die anderen einen maximalen Lernfortschritt zu ermöglichen.
[...]
Ich glaube es gibt kein Ende, keine finale Auflösung und daher auch keine (finale) Erleuchtung.

Danke Ver366 für die Anregung!

Die Frage, die sich für mich auch daraus ergibt: Was erwarte ich von Erleuchtung? Darf ich überhaupt Erwartungen haben? Oder widerspricht das dem Glaubenssystem, das von Erleuchtung spricht? Und was, wenn nun die Erleuchtung gar nicht an einen speziellen Glaubensweg, Buddhismus, gebunden ist?

Also ich persönlich würde mir in erster Linie totale Freiheit erwarten. Freie Entscheidung, das Bewusstsein steht an oberster Stelle, es gibt kein UB, das irgendwelche Entscheidungen im Hintergrund trifft. Juhu biggrin Und ihr?


RE: Was erwartet ihr von Erleuchtung? - Liri - 11.04.2019

Ist Erleuchtung ein Prozess? Oder ein Zustand?


RE: Was erwartet ihr von Erleuchtung? - spell bound - 11.04.2019

(11.04.2019, 16:58)Laura schrieb: Die Frage, die sich für mich auch daraus ergibt: Was erwarte ich von Erleuchtung? Darf ich überhaupt Erwartungen haben? Oder widerspricht das dem Glaubenssystem, das von Erleuchtung spricht? Und was, wenn nun die Erleuchtung gar nicht an einen speziellen Glaubensweg, Buddhismus, gebunden ist?
erleuchtung ist ja ein begriff. ein begriff, der nicht einem bestimmten glaubenssystem angehört und dementsprechend auch recht unterschiedlich verstanden wird. jeder begriff gibt aber bedingungen dafür vor, was zu ihm zählt und was nicht. hätte man keine erwartungen zur erleuchtung, hätte man dementsprechend auch keinen begriff von ihr.

Zitat:Also ich persönlich würde mir in erster Linie totale Freiheit erwarten. Freie Entscheidung, das Bewusstsein steht an oberster Stelle, es gibt kein UB, das irgendwelche Entscheidungen im Hintergrund trifft. Juhu biggrin Und ihr?
man kann deinen gedanken auch umgekehrt betrachten: das bewusstsein steht nicht an oberster, sondern an unterster stelle. das unterbewusste wurde vollständig integriert, so dass es keine inneren konflikte oder unklarheiten mehr gibt. (definiere "vollständig"). daraus folgt dann auch, dass erleuchtung mit der präsenz im augenblick und der verbundenheit aller mitwesen einher geht.

leider ist erleuchtung oft nur eine illusion von erleuchtung.


RE: Was erwartet ihr von Erleuchtung? - tanjasin - 11.04.2019

Ich stelle mir unter Erleuchtung einen Zustand vor, wie ich ihn häufiger im Forum, Klartraumbüchern etc. über Erlebnisse in der Basalen Klarheit, dem Void, unter Einfluss psychedelischer Drogen oder einem extrem luziden Traum gelesen habe.
Das Gefühl absoluter Zufriedenheit, des Einsseins mit allem,...

Sorry falls der Satz etwas wirr rüberkommt, habe eine Kiefer- Nebenhöhlen- und Stirnhöhlenentzündung und stehe unter Drogen.


RE: Was erwartet ihr von Erleuchtung? - ImmerMüde - 12.04.2019

Ich finde es nicht zielführend große Erwartungen an das Konzept der Erleuchtung zu haben, da ich denke, dass es im Endeffekt sowieso komplett anders ist, als erwartet. 
Das einzige was ich inzwischen annehme, ist ein neues/erweitertes Verständnis von sich selbst und der Welt.    

Das beste was ich jemals zu dieser ganzen Debatte um den Erleuchtungsbegriff und (westlichem) Buddhismus generell gelesen habe ist Daniel Ingrams Buch "Mastering The Core Teachings Of the Buddha". 

Findet sich hier zum kostenlosen download in englischer Sprache unter InteractiveBuddha: http://integrateddaniel.info/ 

Wie Ingram halte ich es für sinnvoller, sich klar zu machen, was Erleuchtung (vermutlich) nicht ist:
  • emotionale Perfektion
  • moralische Perfektion
  • Allwissenheit
  • haufenweise übernatürliche Fähigkeiten zu besitzen
  • permanentes "Einssein" mit allem zu erleben 
  • Zustand, der nicht wieder verloren gehen kann 
  • kein Leid mehr zu erfahren/negative Lebensereignisse 
  • perfektionierter Energiekörper 
  • erhöhte kognitive Fähigkeiten

etc., ließe sich noch haufenweise mehr aufzählen.


RE: Was erwartet ihr von Erleuchtung? - glider - 12.04.2019

Zitat:Ist Erleuchtung ein Prozess? Oder ein Zustand?
so wie ich es momentan sehe, ein Zustand, ein (Gewahr-)Sein in 'Ewigkeit'.

Zitat:Zitat:Also ich persönlich würde mir in erster Linie totale Freiheit erwarten. Freie Entscheidung, das Bewusstsein steht an oberster Stelle, es gibt kein UB, das irgendwelche Entscheidungen im Hintergrund trifft. Juhu [Bild: 76_biggrin.gif] Und ihr?
Erleuchtet sein ist für mich irgendwie ein Gewahrsein in No-thingness, das 'All that is' ist. Freiheit pur - ohne Dualität von Bewusstsein und UB, nur noch 'Sein'.

Hier ein paar Zitate aus dem Buch 'Dream Yoga' von Andrew Holocek, die mir gefallen:
Zitat:When someone is 100 percent lucid, they are a fully awakened one, a buddha.

If we understand that we're heading into radiant light - not dark - when we fall into sleep, we can use that 'black light' to inspire us into spiritual awakening.

When we talk about the clear-light mind, we're talking about non-duality. And duality can never understand nonduality (Trying to do so often results in paradox).

When you fall into the deepest level of sleep, you're falling into the light of the clear-light mind, whether you know it or not.

The universal awakened mind common to all beings is 'the' clear-light mind, not 'your' clear-light mind. 
When the traditions talk about 'liberation' they're talking about being liberated from exclusive identification with the psyche.

We can touch into the clear-light mind not only in deep dreamless sleep, but between each and every thought. It's always available. 

We are spiritual beings (the clear-light mind) with physical experiences (temporarily lost in the psyche).

At the highest levels of mindfulness, the mind itself becomes what you've been looking for - something changeless and therefore deathless, two central qualities of the clear-light mind. 

Awareness is all; one point contains the awareness of all points; nothing exists apart. Pure awareness, knowing, light.

When you know that you are nothing and, in being nothing, are everything. That is all.
Glücklicherweise muss ich jetzt aufhören (keine Zeit mehr). Aber mich hat dieses Buch tief beeindruckt, ohne mich jetzt als Buddhist zu fühlen ohhai


RE: Was erwartet ihr von Erleuchtung? - ichbinmehr - 12.04.2019

Bei mir haben sich die Vorstellungen kontinuierlich verändert.

Zuerst hatte ich gar keine feste Vorstellung, außer dass es ein Zustand der Allwissenheit sein soll.
Die Idee hat mich angelockt. Dann habe ich begonnen zu meditieren.

Ich bin diversen Leuten begegnet, die scheinbar erleuchtet waren, aber die menschlich für mich Idioten waren. Zb begegnete ich völlig unempathischen Menschen. So stellte sich dann die Frage, ob es das denn sein kann? Das fühlte sich für mich falsch an. Ich habe mich sehr intensiv über andere Menschen mit der Frage auseinander gesetzt, in dem ich sie beobachtet habe und damit verglichen habe, was sich in mir stimmig oder unstimmig anfühlt.

So kam ich dann darauf, dass ich unter Erleuchtung einen Menschen verstehe, der ein großes Mitgefühl hat. Ein MItgefühl, dass alles einschließt. Die Allwissenheit war mir immer noch wichtig. Ich machte dann daraus eine Mischung aus Weisheit und Mitgefühl.

Und mir war klar, dass Erleuchtung innere Zufriedenheit also Frieden bedeuten muss. Mit der Zeit wurde dann daraus, ein Freiden im Innen und Außen. Dies jedoch, änderte sich wieder als ich erkannte, dass es einen Frieden jenseits von Freiden und Unfrieden gibt. Ich erkannt, dass es um die bedingungslosen Gefühle geht.

Außerdem traf ich Leute die aus ihrer Intuition heraus channeln konnten. Das wollte ich auch.
Und ich traf viele die ein Problem mit meiner Rationalität hatten. In der Kabbalah las ich dann, dass ein Aspekt der Erleuchtung sein, eine Einheit aus Rationalität und Intuition zu entwickeln. Das setzte ich mir dann zum Ziel.

Inzwischen führte ich innere Kriege zwischen meinem Mitgefühl und meinem Wissen.
Zwischenzeitlich empfand ich die beiden Aspekte als sich widersprechende Anteile. meine Logik sagte immer wieder etwas anderes als mein Mitgefühl. Ich musste sehr lange in mir verhandeln, bis ich erkannte, dass sie sich komplett ineinander auflösen lassen. Das ging erst als ich den Schatten annahm. Denn solange Mitgefühl und Weisheit Kontrahenten wahren, konnte ich keinen Frieden in mir finden.

Dann gab es noch den Spruch: Wenn du denkst, du seist erleuchtet, verbringe 2 Wochen mit deinen Eltern. Ich kann nicht mal 2 Std mit meinen Eltern verbringen, ohne dass ich darunter leide. Ich habe den Spruch am Ende im Frage gestellt. Und so mache ich es mit vielen Dinge. Ich prüfe Annahmen, bis ich keinen Ausweg mehr finde, und stelle Dinge auch in Frage.

Dann dachte ich man muss wenigstens einige Siddhis (übernatürliche Kräfte) beherrschen.
Ebenso sagten mir Advaita Leute, dass das Gewahrsein im Schlaf ein wichtiges Kriterium für die Erleuchtung wäre. Bisher bin ich wenn ich keinen unbewussten Schlaf hatte immer durchgedreht.
Zum Glück ist mir dieses nicht gelungen, so konnte ich diese blöde Idee loslassen.

Erleuchtung hat ganz sicher nichts mit Fähigkeiten zu tun, die man erwirbt!

Kann ja sein dass sich ein Gewahrsein im Schlaf irgendwann einstellt, aber es davon abhängig machen, ist unlogisch. Dann strebt man ja wieder etwas an. Auch sind die Vorstellungen von Gott geplatzt. Gott ist eine Idee. So wie Erleuchtung eine Idee ist. Was wirklich zählt, ist die Freiheit die sich jenseits von Konzepten einstellt.

Dann hatte ich noch die Idee, man müsse wie es im tibetischen Totenbuch heißt, in allen 3 Zuständen, Wachen, Träumen und Tod bewusst bleiben. Doch dann erkannte ich, dass das auch wieder nur eine Vorstellung war, die ein Ego hatte, weil es dachte, es könnte sterben. Ohne Tod ist die Idee aber völlig unlogisch. Ich hatte da eine lange to- do Liste vom Klarträumen – Klares Licht – Über den Tod hinaus, die zusammengebrochen ist.

Dann dachte ich, wenn man Erleuchtet sein will, dann muss man das Leid (zb Krankheit) überwunden haben. Damit habe ich mich sehr intensiv beschäftigt. Doch letztlich ist das auch eine bedingte Vorstellung. Ich habe zwar einen Umgang mit Leid gefunden, doch weiß ich, dass ich es nicht „überwinden“ kann. Ich kann es nur akzeptieren. Und je nach dem wird es sich verringern oder bleiben, weil es noch eien Funktion hat. Das leiden hat aber am Ende nichts mit der Erleuchtung zutun. Man leidet allerdings immer weniger am Leid, wenn man sich damit auseinander gesetzt hat.

Heute denke ich, dass das was Erleuchtung ist von nichts bedingten abhängt. Aber um das zu verstehen, bin ich sehr vielen Vorstellungen intensiv gefolgt. Und zwar mit totaler Selbsthingabe.

Das Beste was einem passieren kann, wenn man Erleuchtung sucht, ist total zu resignieren und in sein Trauma zu fallen. Und das alles anzunehmen. Das schlimmste was einem passieren kann, ist dass man mit seinen Vorstellungen von Ereluchtung Erfolg hat. Denn dann bindet man sich an diese Vorstellungen, und ist doch gefangen in ihnen.

Das Folgen der Vorstellungen hat mich dann ja auch zu einer Auseinandersetzung geführt. Man muss es ja selbst prüfen. Wenn du es nicht selbst prüfst, dann hast du immer Zweifel, dann hängst du immer an einer Hoffnung.

Ich denke auch dass man irgendeinen Weg gehen muss, ein Ziel verfolgen muss, jedoch geht es letztlich nicht darum dieses Ziel konkret zu erreichen, sondern zu erkennen, dass es nichts zu erreichen gibt!
Es gibt nichts zu erreichen! Ein bedingter Weg soll in einen bedingungslosen Zustand führen. Da muss es irgendwo einen Bruch geben. Wenn wir glück haben, findet uns dieser Bruch.

Das Problem ist, wie sind so fixiert darauf etwas im Leben zu erreichen, dass wir meist erst dann bereit sind alles aufzugeben, wenn wir sehr sehr ernsthaft und hingebungsvoll versucht haben einen Weg zu gehen. Wenn du ganz am Ende bist, weil nichts mehr geht, dann gibst du erst auf.

Es ist aber gerade das aufgeben auf das es ankommt! Nicht auf das was zu erreicht hast.

Oft verlagern wir uns weltlichen Sterben auf spirituelle Ziele. Dadurch hat sich aber noch nichts in unserem Wesen geändert, solange wir immer noch im Streben stecken, folgen wir dem Trübtraum. Die wirklichen Erkenntnisse ergeben sich dann, wenn man aus dem Streben aussteigt. Wenn man aus allem was einem wichtig ist, aussteigt. Das ist sterben.

Das aussteigen, konfrontiert uns mit unserem Trauma. Im Grunde geht es darum, sich die ganze unbewusste und zwanghafte Anpassung an die Welt und die Hoffnung irgendwann mal glücklich zu werden zu zerstören. Da sit genau der Punkt, wo etwas entscheidendes passieren kann.

Aus allem tun auszusteigen, kann dazu ein ein Mittel sein.

Erst wenn du wirklich ALLES! versucht hast, und du weiß definitiv, dass es nichts mehr gibt was du noch tun kannst, bist du an dem Punkt, alles aufzugeben. Du kannst dann nur noch aufgeben.

Vielleicht hast du auch Glück und du bist ein absolut Erfolgloser Pechvogel. Jedesmal wenn du in so einer Situation steckst, gibt es ein große Chance zu erwachen, indem du das Scheitern annimmst.

Erwachen passiert indem Moment, in den Momenten wo du alles aufgibst.
Es passiert wenn du alle Hoffnung aufgibst.

Es passiert, wenn du dir alle Äste, auf denen du sitzt, absägst.
Da kann spirituellen Sterben passieren.

Die Idee vone einem vollständigen perfekten Menschen ist eine Karotte hinter der man her läuft.
Das was vollständig ist, ist jenseits der Person.
Perfektion findet man indem man das Unperfekte akzeptieren lernt.

Wäre es anders, würden wir nie aus dem Streben aussteigen.
Es wäre nie Frieden.

Und obwohl der Weg bis dieses Aufgeben geschieht, aus absoluter Sicht nicht wichtig ist, ist der Weg aus konkreter Sicht doch wichtig. Denn auf so einem Weg lernt man eine ganze Menge. Ob das jetzt channeln ist. Gegegensätze wie Mitgefühl und Weisheit logisch in sich zu vereinen, Mitgefühl erst mal zu haben, einen Umgang mit Leid zu finden, Siddhis, Klarträumen, oder sonstige Dinge sind.

Dinge anzustreben die man mit der Erleuchtung in deine Kontext setzt, ist also nie umsonst oder falsch. Aber die Erleuchtung ist von all diesen Dingen nicht abhängig.

Ich finde das wichtig zu erwähnen, weil man sich in diesen Dingen verlieren kann. Das man sich überhaupt an all diesen Vorstellungen festhält, liegt meiner Meinung daran, dass man noch meint man könnte die totale Ernüchterung abwenden, die mit dem Erwachen passiert.


RE: Was erwartet ihr von Erleuchtung? - Don Rinatos - 12.04.2019

Man darf von der Erleuchtung nicht zu wenig erwarten.
Denn sie übertrifft die kühnsten Erwartungen.
Sie ist die pure Liebe. Sie ist die tiefste Weisheist. Sie ist der höchste Geist. Sie ist die Zeitlosigkei. Sie ist die beste Medizin für Körper und Seele. Es ist ein Wechsel der Identifikationsebene. Die Erleuchtung ist heilig. Sie ist sehr subtil und leise. Sie ist wie eine Blühte, die aufgeht. Sie ist wie der erste unberührte Schnee. Wer vermag schon darüber zu reflektieren, wenn Reflektor nicht reflektiert? Wenn die erste Trennung aufgehoben ist? Wenn die letzte Reise eingetreten ist?


RE: Was erwartet ihr von Erleuchtung? - Riggan - 12.04.2019

"Und was, wenn nun die Erleuchtung gar nicht an einen speziellen Glaubensweg, Buddhismus, gebunden ist?"
mit sicherheit ist sie das nicht.
zudem unglaublich schwer definierbar, weil es einfach keine einheitliche ansicht geben kann.
erleuchtung ist trotzdem subjektiv. jeder mensch wird daraus etwas anderes machen.
neue räume zu kennen, heißt nicht sie auf gleiche weiße zu "verstehen", wiedergeben zu können oder tatsächlich zu wissen, was es war.
man ordnet es ein, weil man darüber gelesen hat..
prozess würde ich als passender empfinden. viel zu langatmig zum festnageln und viel zu weitreichend. auch wenn es phasen eines zustandes geben mag. davon wird aber (die meiste zeit) nur einer oder zwei beleuchtet.
ein ende? eher nicht. ein anfang vielleicht.


RE: Was erwartet ihr von Erleuchtung? - gnutl - 12.04.2019

Ich kann irgendwie nicht mehr wirklich nachvollziehen, was mich früher am Konzept "Erleuchtung" gereizt hat. shoulder Es ist richtig befremdlich für mich, dass Leute so viel Energie reinstecken, a) es erstmal definieren zu wollen und b) das definierte erreichen zu wollen. Das kann ich auch einfacher haben - definiere nichts, erreiche nichts, fertig.^^

Eine Bekehrung zum Christentum beinhaltet immer, dass die Person zuerst lernt, sündig zu sein, d.h. dass etwas falsch ist, das korrigiert werden muss - erst dann macht es Sinn, diese Korrektur zu suchen. Im Christentum durch Hinwendung an einen Erlöser, der das für einen macht. Im Islam ist, soweit ich weiß, mehr Verantwortung bei der Person selbst. Buddhismus definiert das Falschsein deutlich vernünftiger als die monotheistischen Religionen das zuweilen machen - aber das Richtigsein scheint dafür umso nebulöser zu werden.
Dabei ist Siddhartas Philosophie, wie ich sie gerade auffasse, ganz einfach: Erkenne, wo's wehtut, und nimm den Stein aus dem Schuh. Dafür brauche ich keine Metaphysik.

Als politisch linksorientierte Person sehe ich die Steine nicht nur bei Einzelpersonen, sondern auch im System, z.B. im Kapitalismus oder in gesellschaftlichen Normen, die ableistisch, sexistisch oder rassistisch geprägt sind. Das sind aber weniger Steine im Schuh als Steine an einem Berghang - wer weiter oben geht, tritt Lawinen los; wer unten geht, kriegt Steine auf den Kopf. Aber dass der Hang so rutschig ist, liegt daran, dass die Bäume gefällt wurden, die ihn zusammengehalten haben.

Ne, ich weiß nicht, was ich mit "Erleuchtung" als Konzept noch soll. Es gibt Dinge, für die es sich zu kämpfen lohnt, I guess? Aber es gibt nicht das eine Ding, nachdem ich streben würde.



RE: Was erwartet ihr von Erleuchtung? - ichbinmehr - 13.04.2019

An Gnutl:

Für mich hat Erleuchtung aber auch sehr viel damit zu tun, was C.G. Jung Individuation genannt hat.

Aus Wikipedia:
Zitat:Individuation (lateinisch individuare, „unteilbar/untrennbar machen“) beschreibt den Werdegang eines Individuums. Im Laufe des Individuationsprozess eines Menschen vervollständigt sich das Individuum. Der Prozess beinhaltet die Entfaltung eigener Fähigkeiten, Anlagen und Möglichkeiten zu Anschauungen, Haltungen, Meinungen und Perspektiven. Ziel des Prozesses ist eine schrittweise Bewusstwerdung, um sich dadurch als etwas Eigenes und Einmaliges zu erkennen und zu verwirklichen (Ich-Werdung und Selbst-Werdung).


Und das steht ja wohl kaum in Konflikt mit deiner Person oder doch?

Individuation ist ein Prozess, der nie zur Vollendung kommt, weil der Mensch sich immer in einer Entwicklung befindet. Das ist auch eine Perspektive des Erwachens, dass wir die Ewigkeit sind.

Jung hat in seinen Schriften, seine persönliche Erfahrung allerdings nur bis zum Aspekt der empfundenen Ganzheit und psychologischn Befreiung beschrieben. Das der Weg ab dem Moment wo sich eine Person als Ganzheit empfindet noch weiter geht, ist dann seinen Schriften soweit ich weiß nicht mehr zu entnehmen. Weshalb man dann evtl. auch zu anderen Konzepten wechseln muss, die seine Beschreibungen weiter führen können. Falls man einen weiterführenden Weg sucht, dem man folgen möchte.

Wer seinen individuellen Bedürfnissen und Gefühlen ernsthaft folgt, der wird sich ab einer kririschen Masse der Selbstliebe, als das erfahren was man Erleuchtung nennen kann.

Das einzige Konzepte an das sich diese Haltung anlehnt, ist die Psychologie, also ein Konzept das sich auf das Ich stützt. Man braucht also gar keine Religion um Erleuchtung zu erfahren. Sonst wäre Erleuchtung ja von einer Geisteshaltung abhängig. Und das kann ja niemals Freiheit sein. Man sollte Religion einzig als mögliche Wege verstehen, aber niemals als die einzigen Wege.

Es ist zwar so, dass uns das was als Erleuchtung gemeint ist, meist nur über die Religiösen Konzepte
bekannt ist. Deshalb finde ich es ja auch so wichtig, dass sich die Wissenschaft, jenseits von Religion mit dieser Thematik beschäftigt.

Das wir uns als getrennt von unserem höheren Selbst empfinden, liegt kausal gesprochen daran, dass wir uns in ein Leben zwängen, was unserer Individualität nicht enspricht. Ganzheit wächst, wenn man das wieder umkehrt, zb indem man sich seine Bedürfnisse und alle seine Emotionen wieder erlaubt. Und klar das ist in unserer Welt praktisch oft nicht so einfach möglich, aber schon alleine die innere Entscheidung, sich ein Bedürfnis aus tiefsten Herzen zu zugestehen, und ensthaft über den Umstand, dass uns etwas versagt ist, zu trauern, oder in berechtigte Wut zu gehen, erlöst viele traumatische Ego erhärtungen, und führt zu immer mehr Ganzheit.

Also wie wäre es wenn du das christliche Konzept mal auf den Müll schmeißt und dich an Konzepten orientierst, die mit deiner Persönlichkeit einher gehen? Die gibt es nämlich auch!

So würde ich das ganze angehen. Natürlich kannst du das Konzept der Erleuchtung auch ganz ablehnen. Ist halt die Frage wie konstruktiv man sich Themen nähern möchte. Ob man sie zur Abgrenzung braucht, oder ob man etwas aufbauen möchte. Ob man sich bemüht eine Wertschätzung zu empfinden, auch für das was andere Menschen leben. Das ist ja auch letztlich gleich gültig, aber eben doch einen Gedanken wert.

Ich denke nur es gibt sehr viele unterschiedliche Konzepte und Wege die zu diesem Zustand führen können. Und manchen Menschen passiert es einfach, ohne dass sie einem Konzept gefolgt sind.
Manche gehen über das Herz, andere über den Verstand, andere über die Annahme der Persönlichkeit, andere über die Abwesenheit einer Persönlichkeit. Und dazu gibt es X Wege.

Und man wählt in der Regel das, was mit der eigenen Person resoniert, um aber in einem späteren Verlauf zu erkennen, dass alle Weg zum gleichen Ergebnis führen und somit die die anfänglichen gegensätzlichen Unterschiede aufgelöst werden. Es so viele Wege, wie es individuelle Persönlichkeiten gibt. Und es gibt viele Wege, die in keinem Buch stehen, weil sie sich einfach so aus der Lebenswirklichkeit eines Menschen ergeben.
 
Ich glaube dass Don und ich das unterschiedlich sehen, liegt daran, dass Don da schon sehr viel weiter auf seinem Weg ist und sich die Früchte bei ihm schon gezeigt haben, während ich immer noch in mitten in einem pausenlosen Sterbevorganges stehe, der meine Sicht auf die Sache natürlich noch stark negativ einfärbt.

Und ich bin sicher, dass ich meine Sicht auf die Sache auch noch erweitern wird. Nicht gestrotzt finde ich es wichtig, die falsche Vorstellungen zu zerstören und alle Aspekte zu erwähnen, weil man ja nie weiß, wer gerade welchen Aspekt für sich selbst als hilfreich empfindet. Auch bin ein ein großer Freund der Auseinandersetzung mit dem Schatten, und muss von daher das negative Prinzip als möglichen Weg ins Bewusstsein erwähnen.

Bei sonstigen Erklärungen was Erleuchtung ist, liegt der Schatten oft im Schatten. wink1 
Vielelicht spiegeln wir da einfach unterscheidliche Aspekte und natürlich Wegpunkte. 
Und klar wir streben alle das Schöne und Gute an, das was uns glücklich macht. Und es ist auch gut das Don die andere Seite aufzeigt, die ich noch nicht in dem Umfang ausdrücken kann.

Die Ernüchterung die ich angesprochen habe, ist auch nur ein Aspekt ist. Vermutlich ist der bei mir einfach sehr stark vertreten. Aber mir würde eben ein Teil der Wahrheit fehlen, wenn ich nicht auf auf die Ernüchterung aufmerksam machen würde, die ich beständig erlebe.

Ich glaube Erleuchtung hat sehr viele Aspekte. Wovon ein Aspekt zb eine klare „geistige“ Sicht auf die Dinge ist. Dazu ist Ernüchterung eine Voraussetzung. Aber gleichzeitig gibt es viele andere Aspekte, auch „emotionale“ Aspekte, bedingungslose Gefühle von Fülle, Frieden, Glückseligkeit, Liebe, etc. Diese Aspekte haben in mir noch nicht so starke Früchte getragen.

Sie tauchen zwar immer mal wieder auf, aber ich verliere sie noch auf Grund der Anhaftungen, die ich habe. Der geistige Aspekt ist in mir schon weiter frei gelegt. Ich glaube das liegt daran, dass mir die Wahrheit irgendwie noch wichtiger ist, als das Glück. Also da ist noch eine emotionale Anhaftung.
Sobald man eine Anhaftung hat, wird das Bild schied. Deshalb kann ein leeres Selbst am klarsten schauen. Also ich habe noch innere Kämpfe, die bestimmte Aspekte bevorzugen. Aber auch dass ich immer noch im Prozess mit meinem Trauma bin. Und das der Mensch der ich bin, eben Zeit für seine Heilung braucht.

Abgesehen davon, dass Don an einem anderen Punkt steht als ich, glaube ich auch dass wir uns etwas individuelles behalten, auch wenn die Erleuchtung an sich ein Zustand ist, indem es keine individuellen Standpunkt mehr gibt. Und so werden sich Sichtweise vielleicht auch immer irgendwie unterscheiden.

Gerade dann wenn man mal Jungs Ansatz verfolgt, ist ja ersichtlich, warum das so ist. Und dann kommt hinzu, man ist ja nie fertig, höchstens stellt sich innerlich ein Gefühl des Angekommen sein ein, aber das Leben als individuelle Fom geht ja dennoch weiter. Also passiert immer auch Entwicklung. Also kann man nie Vollkommen sein. Es gibt immer wieder neue Erkenntnisse. Ich glaube den perfekten Erleuchteten der alles transformiert hat und kein Individuelles Ich mehr hat, den gibt es nicht. Ich weiß auch nicht ob das anstrebsam wäre. Dann wären wir nämlich bei Vers Dilemma, dass das Speil vorbei wäre. Vielleicht gibt es das im Tod?


Meiner meinung was nichtmal Jesus ein perfektes Beispiel. Auch Buddha nicht. Alle haben sie noch innerhalb einer Geschichte ihr Mensch sein gelebt. Sie alle könnte man sezieren, in wie fern sie da noch ein Ego hatten. Mensch sein bedeutet immer unperfekt zu sein. Deshalb ist die Erleuchtung auch nichts innerhalb der Person, sondern Jenseits davon.

Und es ist mir ein Anliegen, Vorstellungen die zu einer perfekten Person führen zu zerstören, denn diese Vorstellung stehen der Erlangung der Erleuchtung im Weg. Die Vorstellungen (Geist und Emotion) an sich, stehen dem erreichen des Zustandes im Weg.

Ich stelle fest viele Menschen haben sehr feste Vorstellungen wie jemand zu sein hat, und wie gesagt, das hatte ich auch. Man kennt das ja auch nur so. Man hat Vorbilder denen man nachstrebt. Ich kann nur sagen, die musste ich alle hinter mir lassen, weil ich sonst nie zu dem kommen würde, was Jung Individuation genannt hat. Auch deshalb habe ich mich an allen Menschen die ich kenne, die erleuchtet sind, reiben müssen. Um mich zu finden. Und zwar in der Abgrenzung zu einer anderen Person.
Deshalb denke ich, es macht viel mehr Sinn, sich mit der Frage zu beschäftigen.

Wie will ich sein?

Denn wenn das befreite individuelle Selbst die Ganzheit ist, die zur Erleuchtung führt, dann sollte man immer versuchen sich selbst zu verwirklichen. In der Selbstakzeptanz hört der Kampf zwischen Innen und Außen, also zwischen Ich und Umwelt auf. Deshalb führt Individuation zum Frieden und zur Selbstliebe. Das ist natürlich nur ein Aspekt, des ganzen, aber wie ich finde ein sehr entscheidender.

Meine Vorstellungen haben sich mit der Zeit, mit der Auseinandersetzung mit dem Thema, abgetragen.
Und ich musste dafür viele Menschen in Frage stellen. Ich habe alle meine Vorbilder und Authoritäten zersägt (analysiert, kritisiert, mich von ihren Werten abgegrenzt), um mich zu finden. Das ICh findet sich in der Auseinandersetzung mit einem Gegenüber.

Deshalb denke ich, es wäre evtl sinnvoll mit diesen Vorstellungen aufzuräumen und wieder zu der Frage zu kommen. Wer will ich eigentlich sein? Und von da aus werden weitere Fragen aufkommen, denen man dann Schritt für Schrittnachgehen kann. Schon hat man einen Weg. 

Und natürlich spreche ich da aus der Perspektive von Steffi, die ihren Weg über den Verstand, das Herz und das Ich geht. Jemand der einen Weg geht, in dem das Ich erstmal ausgeschlossen wird, Jemand der lieber meditiert als denkt, der wird mir vielleicht widersprechen. Weshalb ich darauf hinweisen möchte, dass ich hier nur aus meiner subjektiven Sicht von Steffi spreche, einer Sicht die das Ich in die Erleuchtung integriert. Aus absoluter Sicht, gibt es keinen Weg.

Manchmal scheinen unterscheidelich sprituelle Wege wie Gegnerschaften zu wirken. Und überhaupt, begegnen einem permanent Paradoxien. Das habe eine ganz ganz besondere Hass-Liebe mit der Advaita Philosophie, weil da das Ich und auch der Denker, zurück treten soll. Das ist für Steffi natürlich ein no go, weil dass all meine Werte, wegfegt. Das konnte nie mein Weg sein, weil sich in meinem Iinneren da alles sperrt. Und doch gehe ich auf meinem Weg, auf das gleiche Ziel zu. Allerdings in einer Form, die die Bedürfnisse und Gefühle  des Ich erstmal annimmt und sich Zeit nimmt ein Mitgefühl für die Anteile meines Selbst zu entwicklen, die nicht leben durften. Ohne diese Annahme, könnte ich nämlich nicht der Mensch werden, der ich sein möchte. 

Aber das heist nicht dass mein über das Ich  Weg besser ist als ein andere. Für einen anderen Menschen kann genau etwas anderes zielführen sein. So wie Religion für den einen Menschen zielführend sein, kann, während der andere im Atheismus seine Freiheit findet.

Kann aber auch sein, dass das niemandem etwas bringt, weil erst die eigene Erfahrung, in der man sich an seinen eigenen Vorstellungen abarbeitet, dazu führt, dass man diese loslässt. Ich weiß es nicht. Aber ich tausche mich gerne über das Thema aus.


RE: Was erwartet ihr von Erleuchtung? - Liri - 13.04.2019

Ich kann mir nicht vorstellen, was es für mich bedeuten würde, erleuchtet zu sein.

Aber ich denke, was andere betrifft, so würde ich es vermutlich gar nicht sofort bemerken, wenn es wirklich der Fall ist.

Jede®, der herumrennt und behauptet, er/sie sei erleuchtet, ist mir automatisch suspekt (und erst recht, wenn er/sie mir etwas verkaufen möchte, gegen Geld oder auch nur gegen Aufmerksamkeit oder Prestige). Vermutlich eben nicht er-leuchtet sondern ver-blendet.

Vielleicht, so dachte ich mir heute (ich habe ja auf meinem mit dem Fahrrad zurückgelegten insgesamt ca. 2 Stunden Arbeitsweg viel Zeit, nachzudenken), gibt es voll viele erleuchtete Wesen (ich sag absichtlich nicht Menschen) auf der Welt, die sich selbst nicht propagieren, und man merkt es nur daran, dass sie irgendwie wahnsinnig viel Glück oder Liebe um sich verbreiten. Man kann ja nicht hineinsehen und beurteilen, ob Erleuchtung drin ist.


RE: Was erwartet ihr von Erleuchtung? - gnutl - 13.04.2019

@ichbinmehr

Zitat:Also wie wäre es wenn du das christliche Konzept mal auf den Müll schmeißt und dich an Konzepten orientierst, die mit deiner Persönlichkeit einher gehen? Die gibt es nämlich auch!
Das christliche Konzept liegt doch bei mir schon längst auf dem Müll. grin Ich habs nur als Beispiel für Erleuchtungskonzepte hergenommen, mit denen ich nix anfangen kann.

Persönliches Wachstum ist ja gut, und an sich arbeiten, aber warum es "Streben nach Erleuchtung" nennen? Ich mach das doch auch so.^^

Zitat:Wie will ich sein?

[...] Das ICh findet sich in der Auseinandersetzung mit einem Gegenüber.
Sehr richtig, und deswegen ist es auch entscheidend, mit welchen Personen eins sich umgibt. normal Ich bin ne Menge Leute losgeworden in den letzten Jahren, denen ich nicht nachtrauere.

Aktuell sind die Menschen um mich herum mit Kuscheln, Politik, Trauma-Abarbeitung, schlechten Wortspielen und Fantasy beschäftigt. Das liegt mir, und wenn ich noch ein bisschen Zeit für mich selber brauche, wende ich mich Avant-Garde-Kunst oder Surrealismus zu. Ich mag mein Leben so. normal

(Ein bisschen komplizierter ist das natürlich schon, weil Menschen halt kompliziert sind. Aber vielleicht mach dir mal eine kleine Liste der Sachen, die dir im Leben wichtig sind? Oder der Leute, die dir wichtig sind; weil an denen kannst du glaub ich auch ganz gut ablesen, wie du sein willst.)


RE: Was erwartet ihr von Erleuchtung? - Riggan - 14.04.2019

vielen menschen wird es suspekt sein, wenn jemand sagt, er sei erleuchtet.
es wird ja auch nonstop suggeriert, dass menschen die erleuchtung erfahren - überwesen sind, etwas besseres, jemand weiteres -
son spitze der nahrungskette-ding.
(darf man menschen böse sein, die diese erfahrung gemacht haben und dann selbst daran glauben, weil überall suggeriert wird, was sie jetzt sein müssten? big.....)
Schade für die, mit nachfolgender "ernüchterung", die sich danach nur bedingt mitteilen können, weil auf jeden erhofften austausch, ein augenverdrehen folgt.
(teufelskreis!)
beides nachvollziehbar.

man wird dementsprechend erwarten, dass es einen menschen gibt, der rein objektiv, jedem gefallen kann - am besten über nacht.
kann das jemals der fall sein?
eher nicht.
"die menschlichen gesetze" werden sich nicht über nacht in luft auflösen, auch wenn das fantastischer klingen würde.
moral, ethik, frieden, liebe, glück, gut, schlecht- egal, sind zum teil vorstellungen,entscheidungen, konstukte und definitionen (usw) von menschen.
nicht mehr nicht weniger. kulturell variabel.
ein mensch der erleuchtet ist und geld nimmt, kann erleuchtet sein. der andere der ihn sieht, kann ihn berurteilen und ihn darauf reduzieren.
die die ebenfalls erleuchtet sind, werden dasselbe tun - der eine wird sagen "ja ist ok", der andre "nein, find ich nicht".
auch dann ist es noch abhängig von dem, der es betrachtet.
perspektivsache.


RE: Was erwartet ihr von Erleuchtung? - Lucinda - 14.04.2019

Für mich scheint der Begriff "Erleuchtung" aus dem Verstand zu kommen, quasi als Form eines Universalwissens. txt

Somit stellt sich wiederum die Frage, ob man als Subjekt überhaupt objektiv sein kann, was ja vermutlich nicht klappen wird.

Also somit auch wieder die Frage nach der Auflösung des Egos um Erleuchtung zu erlangen?  ohhai

Oder wieder die alte Antwort: Der Weg ist das Ziel. 
Jede Erfahrung trägt meiner Ansicht nach zur eigenen Erleuchtung bei. Wird diese mit anderen geteilt, so bereichert es andere auf ihrem Weg der Erleuchtung.

Man sagt ja auch: Es geht einem ein Licht auf.  meditier