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Der Widerspruch des Determinismus - Druckversion

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Der Widerspruch des Determinismus - Abinmorth - 21.01.2019

Der Determinismus besagt ja, dass alles eine Ursache haben muss.
Wenn man weit genug zurückgeht, kommt irgendwann eine erste Ursache X.
X kann für religiöse Menschen Gott sein, für Atheisten wäre X eine oder mehrere Naturgesetze, aus welchen sich alle anderen Naturgesetze ableiten lassen.
Problem: Sowohl Gläubige als auch Atheisten stehen irgendwann vor dem Problem, dass man in der Ursachenkette nicht mehr weiter zurückgehen kann. Es ist also ein grundlegendes Problem des Determinismus, das nicht nur für eine bestimmte Weltanschauung gilt.

Vielleicht deutet das ja auf Kausalitätsschleifen (Zeitreisen?) hin  grin


RE: Der Widerspruch des Determinismus - spell bound - 21.01.2019

oder es gibt keine erste ursache.


RE: Der Widerspruch des Determinismus - gnutl - 21.01.2019

Zitat:X kann für religiöse Menschen Gott sein, für Atheisten wäre X eine oder mehrere Naturgesetze, aus welchen sich alle anderen Naturgesetze ableiten lassen.
Atheismus macht keine Aussagen über Naturgesetze. Maximal noch kannst du sagen, dass für Atheist*innen Gott als erste Ursache wegfällt. Es könnte aber immer noch ein Xarglupx sein, das per Definition kein Gott ist.

Worum geht's wirklich? Erste Ursachen, über die wir nix sagen können, noch nicht mal, ob es sie gibt, sind etwas unergiebig.


RE: Der Widerspruch des Determinismus - Liri - 21.01.2019

https://www.allmystery.de/dateien/vo57271,1255802003,rt47km.jpg


RE: Der Widerspruch des Determinismus - Brot82 - 21.01.2019

(21.01.2019, 20:52)Abinmorth schrieb: Der Determinismus besagt ja, dass alles eine Ursache haben muss.

Ähhh nö?

Zitat:Der Determinismus (von lateinisch determinare ‚festlegen‘, ‚Grenzen setzen‘, ‚begrenzen‘) ist die Auffassung, dass alle – insbesondere auch zukünftige – Ereignisse durch Vorbedingungen eindeutig festgelegt sind. Die Gegenthese (Indeterminismus) vertritt, dass es bestimmte Ereignisse gibt, die nicht eindeutig durch Vorbedingungen determiniert, sondern indeterminiert (= unbestimmt) sind.

Determinismus kommt dann bei Dingen wie deterministischen Chaos (siehe dazu meinen Thread über Fraktale) und der Quantenmechanik (Wellenfunktionen, Wahrscheinlichkeiten, Unschärfe) ins Schwimmen.

(21.01.2019, 20:52)Abinmorth schrieb: Wenn man weit genug zurückgeht, kommt irgendwann eine erste Ursache X.
[...]
Sowohl Gläubige als auch Atheisten stehen irgendwann vor dem Problem, dass man in der Ursachenkette nicht mehr weiter zurückgehen kann.

Wieso?

Nehmen wir mal die Zahlenkette .... 1/16, 1/8, 1/4, 1/2, 1, 2, 4, 8, 16 .... wobei jede Zahl das Doppelte ihres Vorgängers/die Hälfte ihres Nachfolgers ist. Diese Zahlenreihe ist nach unten beschränkt, es gibt keine negativen Zahlen, und null wird nie erreicht, aber die Reihe kommt unendlich nahe ran. Sagen wir, wir stehen bei 16. Und jetzt gehen wir immer einen Schritt zurück. Kommen wir ans Ende der Kette? Nein, nie.

Im Grunde ist das spells Einwand.


RE: Der Widerspruch des Determinismus - Liri - 22.01.2019

Ich glaube, das Problem ist, dass der menschliche Geist, der ja nur ein begrenztes Wahrnehmungsspektrum hat, mit dem Begriff der Unendlichkeit massive Probleme hat. Es ist einfach "unvorstellbar". Menschen sind, evolutionär bedingt vermutlich, "Macher", die gerne ihre eigene Weltsicht auf das Universum an sich übertragen. "Das Ding ist da, jemand muss es gemacht haben." In der Natur verlaufen Prozesse ja zyklisch und - in der Abstraktion - unendlich wiederkehrend. Ich bin keine Naturwissenschaftlerin, daher weiß ich nicht, ob diese Theorie noch aktuell ist, aber ich habe gelesen, dass es die These gibt, dass nach der jetzigen Ausdehnung unser Universum sich wieder zusammenziehen wird, und danach ein neuer "Urknall" stattfindet. Ein- und Ausatmen quasi. Für mich eine schöne Vorstellung.


Zitat:Nehmen wir mal die Zahlenkette .... 1/16, 1/8, 1/4, 1/2, 1, 2, 4, 8, 16 .... wobei jede Zahl das Doppelte ihres Vorgängers/die Hälfte ihres Nachfolgers ist. Diese Zahlenreihe ist nach unten beschränkt, es gibt keine negativen Zahlen, und null wird nie erreicht, aber die Reihe kommt unendlich nahe ran. Sagen wir, wir stehen bei 16. Und jetzt gehen wir immer einen Schritt zurück. Kommen wir ans Ende der Kette? Nein, nie.




Eben das meine ich. Eigentlich ist die Vorstellung der Unendlichkeit sogar logischer als die, dass es plötzlich irgendwie angefangen hat.


RE: Der Widerspruch des Determinismus - glider - 23.01.2019

Ich mag Carl Gustav Jung's Vorstellung:

                                                     Indestructible Energy
                                                                      |
                                                                      |
Constant Connection          _____________ |______________   Inconstant Connection through Contingence
 Through Effect                                              |                                Equivalence, or 'Meaning'
(Causality)                                                     |                                 (Synchronicity)
                                                                      |                                
                                                    Space-Time Continuum


RE: Der Widerspruch des Determinismus - Rhetor - 29.01.2019

(22.01.2019, 13:20)Liri schrieb: Ich bin keine Naturwissenschaftlerin, daher weiß ich nicht, ob diese Theorie noch aktuell ist, aber ich habe gelesen, dass es die These gibt, dass nach der jetzigen Ausdehnung unser Universum sich wieder zusammenziehen wird, und danach ein neuer "Urknall" stattfindet. Ein- und Ausatmen quasi. Für mich eine schöne Vorstellung.

Ich bin auch kein Naturwissenschaftler, aber ich weiß, wo man einen sehr guten solchen "anzapfen" kann grin

https://youtu.be/kSMWRmRWKeE?t=173

Wird also wohl leider nix mit dem Sich-wieder-zusammenziehen shoulder