Klartraumforum
Traumtext merken - Druckversion

+- Klartraumforum (https://www.klartraumforum.de/forum)
+-- Forum: Fragen & Antworten (https://www.klartraumforum.de/forum/forumdisplay.php?fid=3)
+--- Forum: Anfängerbereich (https://www.klartraumforum.de/forum/forumdisplay.php?fid=39)
+--- Thema: Traumtext merken (/showthread.php?tid=16734)



Traumtext merken - Brot82 - 05.11.2017

Ich hatte heute einen interessanten Traum mit frustrierendem Ergebnis.

Der Ort war der meines Vaters, da wo er heute lebt. Jedoch schien ich um etwa 7-8 Jahre in die Vergangenheit versetzt, alles war anders eingerichtet (aber auch nicht so, wie es damals war).

Im Wohnzimmer lief der Fernseher.

Als ich mein Kinderzimmer betrete, sehe ich ein Spielzeugregal als eine Art Gitterreuse, die von der Decke hängt, neben dem Hochbett.

Interessiert sehe ich es mir genauer an und bemerke einige Zettel, die dort drin liegen.

An diesem Punkt habe ich wohl irgendwie gemerkt, dass ich träume, aber ich war viel zu euphorisch, um irgendwas anderes zu machen.

Ich nehme mir also diesen Zettel und beginne wie besessen ihn wieder und wieder aufzusagen und zu lesen. Ich war so beschäftigt damit, mir jedes Wort zu merken, es war fast so, als hätte ich nach langer Zeit nun endlich etwas enorm Wichtiges erhalten - Ein Endziel, vor Ewigkeiten verloren gegangen, und nun zurückgekehrt.

Alles ignorierend lese ich und lese ich, lasse mich von dem komischen Wesen, von dem ich nur die acht zusammengewachsenen Beine sehe, nicht stören.

Ich wache auf.

Und alles, an was ich mich noch erinnern kann, ist die erste Zeile, die wohl viel "a" und etwas "z" hatte, und eine Aufstellung einer Eisenbahn, die wohl 1924 fünfundsechzig Millionen Irgendwas verladen sollte und erst 1965 ankam.

Wie kann ich mir Text merken? Benutzt ihr irgendwie eine besondere Technik?
Der Euphorie nach zu urteilen, die ich Traum hatte, musste ich ja echt von dem Text gebannt gewesen sein. Ärgerlich, dass davon nichts mehr da ist.


RE: Traumtext merken - Zed - 05.11.2017

Ich kann leider nichts Konstruktives dazu sagen, sondern nur einen unattraktiven Gedanken dazu teilen.

Ich träume hin und wieder davon, zu rappen, und bin dann im Traum darüber verblüfft, wie gut mir freestyle die Reime gelingen. Im Nachhinein frage ich mich aber, ob sich das Zeug wirklich gereimt hat, geschweige denn Sinn ergeben. Genau so, wie man manchmal fantastische Musik im Traum hört oder unfassbare schöne Bilder sieht. (Oder megageniale mathematische Beweise führt.) Ob das alles im Wachleben dann immer noch toll ist, bezweifle ich stark.

Jedenfalls – vielleicht stand auf den Zetteln auch einfach nichts Kohärentes drauf?


RE: Traumtext merken - Viltrudis - 05.11.2017

Mein Ansatz wär jetzt, den Fokus mehr auf den Inhalt zu legen, als auf die Worte - sinnerfassendes Lesen, oder so.shoulder
Wenn es wirklich um die Worte geht - z.B. bei einem Gedicht - dann kann ich mir maximal eine Zeile merken, und das auch nur, wenn ich unmittelbar danach aufwache. Aber im Gedichte merken war ich schon immer extrem schlecht...

Ich denke mir, dass es auf lange Sicht befriedigender ist, auf den Inhalt zu gehen. Also vllt auch ne emotionale Bindung zum Text herstellen, die Message fühlen, nicht nur verstehen. Ich glaube, dann vergisst man sie nicht so leicht.


RE: Traumtext merken - Brot82 - 05.11.2017

Ich werde das mal probieren, mich mehr auf den Inhalt selbst als auf die Worte zu konzentrieren. Damit ich dann ungefähr sagen kann, um was es ging.

Aber es muss doch irgendeinen Trick geben, sich auch Text so zu merken...

Selbst wenn der Text Nonsens war. (Was ich allerdings aufgrund meiner Euphorie nicht glaube. Ich war noch nie so euphorisch in einem Traum wegen irgendetwas.)

Sidenote.
Die ganze Sache erinnernt mich irgendwie sehr an die Geschichte vom Grund (Douglas Adams, "Das Leben, das Universum und der ganze Rest", Seite 217 - 219).

Und ein paar Male, nach einigen der allerschlimmsten Keilereien, schickten die Waldbewohner einen Boten entweder zum Anführer der Prinzen der Ebene oder zum Anführer der Eingeborenen von den Kalten Hügeln und verlangten, den Grund für dieses unerträgliche Benehmen zu erfahren. Und der Anführer, ganz gleich, welcher es auch war, nahm dann den Boten beiseite und erklärte ihm langsam und genau und unter ausführlicher Beachtung der nicht wenigen Details den Grund. Und das Schreckliche daran war, es war ein sehr guter Grund. Er war sehr klar, sehr vernünftig und realistisch. Der Bote ließ dann immer den Kopf hängen, war traurig und kam sich dämlich vor, weil ihm nicht klar gewesen war, wie unsentimental und kompliziert die reale Welt war, und auf welche Schwierigkeiten und Widersprüche man sich einzulassen hatte, wenn man in ihr Leben wollte.

›Begreifst du jetzt?‹ sagte der Anführer dann immer.
Der Bote nickte stumm.
›Und du verstehst, daß diese Schlachten stattfinden müssen?‹
Wieder ein stummes Nicken.
›Und warum sie im Wald stattfinden müssen und es in jedermanns Interesse liegt, dem der Waldbewohner inklusive, daß das so ist?‹
›Äh ...‹
›Im Grunde genommen?‹
›Äh, ja.‹

Und dem Boten war der Grund klar, und er kehrte zu seinen Leuten im Wald zurück. Aber als er fast wieder zu Hause war, als er so unter den Bäumen durch den Wald wanderte, entdeckte er, daß er von dem Grund sich an nichts weiter erinnern konnte, als daß ihm das Argument wahnsinnig einleuchtend erschienen war. Aber wie es tatsächlich gelautet hatte, daran konnte er sich absolut nicht mehr erinnern. Und das war natürlich ein großer Vorteil, als die Eingeborenen und die Prinzen das nächste Mal sich ihren Weg durch den Wald hackten und brannten und jeden Waldbewohner töteten, der ihnen begegnete.



RE: Traumtext merken - Ver366 - 06.11.2017

Vielleicht kannst Du die Erinnerung wieder ausgraben, wenn Du versuchst, Dich an Deine Stimme zu erinnern, wie Du Dir den Inhalt vorgelesen hast.