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Ein Guide durch den Einschlafprozess - Druckversion

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Ein Guide durch den Einschlafprozess - Zitrom - 22.08.2014

Hypnagogie für Dummies




0. Einleitung

Während der letzten beiden Einschlafphasen habe ich intensiv über meine Idee, einen Reiseführer durch den Einschlafprozess zu schreiben, nachgedacht. Dazu will ich Hypnagogien im Allgemeinen, die unterschiedlichen Formen der Hypnagogien und Tricks erklären, wie man die Hypnagogien steuert, verstärkt oder genießt. Dabei geht es nicht um Klarheit. Natürlich hilft es beim WILD, wenn man sich in der hypnagogen Phase zurecht findet und wohl fühlt, aber dieser Guide soll lediglich denjenigen helfen, die bislang kleine Ahnung haben, was Hypnagogien sind, was ihnen bei den Hypnagogien entgeht oder die einfach kaum welche wahrnehmen.
Dabei werde ich wenn möglich alle zwei Tage einen weiteren Beitrag schreiben, bis ich nichts mehr zu schreiben weiß, oder die Motivation verliere. Ich hoffe, dass die Diskussion angeregt wird und ich von Euch Hilfe bekomme, falls ich etwas vergessen habe, oder nicht wusste.

So, let's go.



1. Was sind Hypnagogien?

Hypnagogien im Allgemeinen werden die Wahrnehmungen genannt, die kurz vor dem Einschlafprozess erlebt werden und nicht von Außerhalb kommen. Aus wissenschaftlicher Perspektive stammen sie also aus dem Gehirn und können grob als Traum ohne Schlaf bezeichnet werden.
Sie treten in unterschiedlichen Formen auf: Am häufigsten sind sogenannte visuelle und taktile Hypnagogien, also Bilder und Gefühle (nicht Emotionen, sondern das Gefühl des Fallens, etc.). Ebenfalls können auch auditive (Geräusche/Stimmen/Musik) und ganz selten olfaktorische Wahrnehmungen (Gerüche) auftreten.
Die Intensität der Hypnagogien ist ebenfalls schwankend. Sie können von gar nicht wahrnehmbar bis hin zu von halluzinativer Intensität sein und lassen sich auch im unterschiedlichen Maße steuern.
Tatsächlich ist jeder in der Lage, Hypnagogien zu erleben. Wer von sich selbst behauptet, er hätte keine, erinnert sich entweder nicht daran, oder achtet zu wenig darauf, um sie wahrnehmen zu können. Deshalb wird auch mein zweiter Schritt ein Tutorial dessen sein, wie man Hypnagogien wahrnimmt, sie verstärkt und sich daran erinnert.

Ein Beispiel:
Du liegst im Bett, schaltest das Licht aus und drehst Dich mit geschlossenen Augen auf die Seite. Zunächst sind Deine Gedanken noch sehr schnell und abstrakt: Du denkst über den Film nach, den Du kurz vor dem Einschlafen gesehen hast, überlegst, was Du am nächsten Tag zutun hast und so weiter. Meistens sind in dieser Phase einige Sorgen oder Probleme Thema: Habe ich bereits alle Anträge abgegeben, ist die Hausaufgabe auch vollständig oder von wem schreibe ich sie morgen am besten ab.
Doch der Geist beruhigt sich mal langsamer und mal schneller (um das zu beschleunigen, werde ich wohl auch ein Tutorial schreiben) und langsam werden die Gedanken merkwürdiger, weniger alltäglich. Meist beginnt es damit, dass man sich eine Situation vorstellt - noch komplett absichtlich. Vielleicht denkt man an einen Menschen, der einem zur Zeit sehr wichtig ist oder man erinnert sich an eine witzige Situation. Doch diese Bilder werden langsam eigenständig, sie geraten außer Kontrolle. Die Szenen ändern sich, werden absurd und die Charaktere scheinen ein Eigenleben zu entwickeln. Das sind bereits Hypnagogien. Diese Bilder sind häufig nicht intensiver als einfache Vorstellungen oder Tagträume, können aber mit etwas Übung zu hyperrealen Bildern werden, sodass man seinen Augen nicht trauen mag. Dann erlebt man phantastische Landschaften, die einem realer erscheinen, als die Realität. Unglaublich viele Details, Farben und Formen werden sichtbar. Man rüstet seinen Rechner mit einer neuen Grafikkarte auf.
Das gleiche passiert häufig taktil. Man schließt die Augen und besonders, wenn man sehr müde ist (oder zuvor etwas mehr Alkohol getrunken hat) beginnt sich alles zu drehen. Manchmal hat man auch das Gefühl zu fallen oder man fühlt ein Kribbeln in den Extremitäten (NEIN, es ist tatsächlich NICHT die Schlafparalyse, die so kribbelt). Besonders interessant ist das Gefühl, sein Bett drehen zu lassen oder verkehrt herum im Bett zu liegen.
Mein Liebling ist die auditive Hypnagogie. Wenn ich sie haben will, ohne dass sie mit Bildern verknüpft sind, muss ich mich etwas konzentrieren, doch nach einer Weile höre ich Stimmen von bekannten Personen, die dann in ihren Tonfällen reden. Dabei nehme ich den Inhalt nicht wahr, kann aber anhand ihrer Stimmlage ganz genau bestimmen, welche Stimmung sie gerade haben. Sehr faszinierend.
Spannender ist jedeoch die Musik, die bei der Hypnagogie kommen kann. Es sind Stücke aus meinen Lieblingsgenres, die aber noch nie geschrieben wurden. Das Gehirn komponiert spontan, ohne dass ich etwas dafür tun muss, die tollsten Melodien. Auch diese Intensität lässt sich steigern, sodass ich einmal sogar das Gefühl hatte, ich würde Musik live hören. Die Lautstärke war sehr beeindruckend.
Gerüche und Geschmäcker habe ich noch nie hypnagog wahrgenommen, jedoch bin ich mir sicher, dass es möglich ist, wenn man sehr viel durch seinen Geruchs- und Geschmackssinn wahrnimmt. Blinde oder taube Menschen sind vermutlich in diese Richtung um einiges empfindlicher.

Die hypnagoge Zone und angrenzende Bereiche
Plädoyer für Hypnagogien
Klartraum-Wiki zu Hypnagogien




2. Wie bekomme ich Hypnagogien?

Um nochmal etwas Wichtiges aus 1. zu wiederholen: Jeder gelangt in die hypnagoge Phase. Deshalb ist es auch jedem möglich, diese Phase bewusst zu erleben.
Zunächst einmal ist es wichtig, die Erinnerung an diese Phase zu steigern. Ähnlich wie bei dem Träumen ist auch hier die Erinnerung elementar und leicht zu verlieren, wenn man sie nicht trainiert hat. Deshalb ist es ratsam, sich mit der Absicht hinzulegen, vor dem Einschlafen die Hypnagogien zu beobachten. Ebenso sind Autosuggestionen eine Möglichkeit, aber nicht zwangsläufig nötig, um sich an diese Phase zu erinnern. In der Regel reicht das Vorhaben, diese Phase zu erforschen.

Nun legt man sich also ins Bett. Wenn man sehr müde ist, sind auch sehr schnell Hypnagogien wahrnehmbar, allerdings schläft man auch sehr schnell ein und die Erinnerung an das Erlebte ist um einiges seltener vorhanden. Also sollten Menschen, die sehr schnell einschlafen, etwas wacher sein, wenn sie sich mit dem Thema außeinander setzten wollen. Nun liegt Ihr also im Bett, schließt die Augen und macht alles genau so, wie Ihr es tun würdet, wenn Ihr normal einschlafen wollt. Vergesst nicht - das Ziel bleibt auch hier wie bei dem WILD das Einschlafen. Wir wollen lediglich die Zeit vor dem Einschlafen genießen und erforschen. Warum man das eigentlich tun sollte, werde ich demnächst erklären.
Nun gibt es verschiedene Wege vorzugehen.

I. Die visuelle Methode
Ich denke, dass dieser Weg der ist, der den meisten Menschen am leichtesten fällt, da wir heutzutage primär auf den Sehsinn angewiesen sind. Außerdem ist es sehr anschaulich und leicht zu befolgen.
Ihr stellt Euch eine Szene vor, die Ihr toll findet. Es kann eine Erinnerung sein, eine Szene aus einem Film, eine Landschaft oder sogar etwas Abstraktes wie Formen, Farben und Lichter. Damit meine ich NICHT die Farben, die man bei geschlossenen Augen immer sieht. Es geht eher darum, einen Tagtraum zu haben - reine Vorstellungskraft.
Anfangs habt Ihr noch sehr viel Kontrolle über diese Szene, doch nach einer Weile werdet Ihr merken, dass die ganze Sache nach und nach eigenständig wird. Hier müsst Ihr, wenn Ihr WILDen oder einfach längere Hypnagogien wollt, aufmerksam bleiben. Die Gedanken driften in dieser Phase sehr schnell ab - Ihr vergesst, dass Ihr im Bett seid, dass Ihr schlafen wollt und so weiter. Es ist so, als würde Euer Gehirn mit Reizen beschossen werden.
Wenn diese Bilder und Szenen, die Ihr Euch vorgestellt habt, völlig eigenständig geworden sind, seid Ihr spätestens in der hypnagogen Phase. Um die Erinnerung zu erhalten, ist die oben erwähnte Aufmerksamkeit elementar und gleichzeitig hilft es, sich immer wieder an die letzten paar Sekunden zu erinnern. Was habe ich eben gesehen? Was ist passiert?
Ärgert Euch nicht, wenn es noch nicht allzu intensive und spannende Szenen sind. Die Verstärkung der Hypnagogien werde ich später erläutern. Außerdem können die ersten Hypnagogien auch extrem intensiv wahrgenommen werden. Experimentiert selbst etwas herum.
Tagtraum-WILD
Palming - Hilfstechnik für Hypnagogien

II. Die auditive Methode
Diese Methode ist vermutlich für Musiker und blinde Menschen sehr schön, jedoch hängt es auch sehr stark von dem Lerntypen der Person ab. Wenn jemand am schnellsten durch auditive Stimulation lernt, wird ihm auch diese Methode nicht wirklich schwer fallen.
Ihr legt Euch wieder hin und macht alles, als wolltet Ihr normal schlafen. Wieder ist das Ziel der Schlaf und wieder ist hohe Müdigkeit schneller zum Erfolg bringend, allerdings auch schwerer unter Kontrolle zu behalten.
Doch nun lasst Ihr Euer Kopfkino links liegen und achtet auf Eure Ohren. Was hört Ihr? Vermutlich leisen Straßenlärm oder Wind oder Regen. Doch das sind alles reale Geräusche, Ihr wollt Hypnagogien. Hört in Euch rein, versucht Musik zu hören. Häufig beginnen die auditiven Hypnagogien als Ohrwurm oder wenn man sich an ein Gespräch erinnert.
Wenn Ihr dann die ersten Geräusche, Stimmen oder Musikstücke hört, könnt Ihr wieder ganz entspannt zuhören und die Aufmerksamkeit auf die Wahrnehmung lenken. Es ist beeindruckend, wie kreative Stücke oder witzige Gespräche zu hören sind.
Auch hier nicht verzweifeln, falls Ihr kaum etwas oder gar nichts wahrnehmt. Dazu folgt ebenfalls eine Anleitung.
Hypnagog akustische Wahrnehmung

III. Die taktile Methode
Nun beschäftigen wir uns mit dem Tast- und Gleichgewichtssinn.
Wieder legen wir uns ins Bett, schließen die Augen und versuchen normal einzuschlafen. Diese Methode ist die einzige, bei der ich davon ausgehe, dass man am besten recht müde ist. Denn wenn man drauf achtet, wird man merken, dass sich sehr schnell die merkwürdigsten Gefühle einstellen. Häufig wird von einem Sog, einem Fallgefühl oder Kribbeln gesprochen. Sobald diese Gefühle wahrnehmbar sind, versuchst sie zu kontrollieren. Dreht das Bett in Gedanken, fallt einen Schacht hinab, um dann wieder hinauf gesogen zu werden, dreht Euch wie ein Fleischspieß der länge nach.
Diese Methode ist sehr witzig, weil sie sehr schnell sehr intensive Erlebnisse erzielt, jedoch sehe ich hier etwas weniger Potential, denn der Tastsinn ist nicht sehr informativ. Während in der visuellen und auditiven Methode Geschichten, Kunstwerke und Ideen entstehen können, sind die Gefühle eher inhaltsleer. Doch ist es auf jeden Fall erlebenswert und man sollte ab und zu mal versuchen, diese Erfahrungen zu wiederholen, denn manchmal hat man so intensive Erlebnisse, wie selten im Wachleben.
Ebenso wie in I. und II. gibt es keinen Grund enttäuscht zu sein, wenn es noch nicht die gewünschten Erlebnisse erbringt. Die Intensität wird in einem weiteren Abschnitt behandelt.

So, das sind die Methoden, die ich bislang gefunden habe. Falls Ihr bereits Hypnagogien wahrnehmt und einen anderen Weg gefunden habt, sie zuverlässig zu erzeugen, empfehle ich Euch bei dieser zu bleiben. Jeder Mensch ist anders und wie beim Klarträumen gibt es auch hier keine richtige oder perfekte Technik, lediglich Wegweiser, die Euch zum Ziel bringen können. Doch kann man glücklicherweise sagen: Hypnagogien sind viel leichter zu erleben, als ein Klartraum. Deshalb schreckt nicht zurück. Ich denke, dass die Meisten beim ersten Versuch die eine oder andere hypnagoge Erfahrung haben.



3. Warum sollte ich Hypnagogien haben wollen?

Das ist eine durchaus berechtigte Frage, schließlich sind Klarträume häufig intensiver als Hypnagogien. Auf diese Frage kann man sehr ausführlich antworten, zumal die Hypnagogien sowieso sehr häufig unterschätzt werden. Im Plädoyer für Hypnagogien werden unter Anderem viele Vorteile der Hypnagogien aufgeführt. So wird von hyperrealistischen Bildern berichtet, die im normalen Kopfkino, also Tagträumen, selten bis nie möglich sind. Außerdem kann das Bewusstsein innerhalb der hypnagogen Phase den Einschlafprozess beschleunigen oder zumindest spannender gestalten. Wenn jemand Probleme beim Einschlafen hat, kann er so während des Einschlafens die Bilder, Geräusche und Gefühle erforschen, so dass das Einschlafen eine ganz besondere Erfahrung wird und nicht zum frustrierenden Versuch den müden Körper zur Erholung zu zwingen.
Gleichermaßen können im Umgang mit Hypnagogien geübte Menschen sehr schnell in diese Phase kommen, ohne müde zu sein oder einzuschlafen. Das hilft dabei langweilige Zugfahrten, Unterrichtsstunden oder Lesungen etwas spannender zu gestalten. Hier ist natürlich Vorsicht geboten, nicht aus Versehen einzuschlafen.

Gerade für Künstler ist der an den Schlaf angrenzende Bereich sehr reizvoll. Ich vermute jeder aktive Künstler hat schon die Erfahrung gemacht, dass die Kreativität zum Abend hin geradezu exponentiell zunimmt, sodass die tollsten Ideen und schönsten Kunstwerke den späteren Stunden entspringen. (M)Einer Vermutung nach hängt das mit der Selektionsfunktion des Gehirnes zusammen. Tagsüber werden für das reale Leben unwichtige Informationen herausgefiltert, sodass der logische Denkprozess effizientergestaltet wird. Dadurch sind die meisten kreativen Gedanken unterdrückt und können erst zum Abend hin frei laufen, wenn das Gehirn müde wird und die Selektionsfunktion weniger gut funktioniert. Während der hypnagogen Phase wird dieses Phänomen noch um einiges gesteigert, da das Gehirn beim Einschlafen ein Zirkuszelt voller sich tummelnder Hormone und Impulse ist, sodass der perfekte Nährboden für schöpferische Ideen die Zeit direkt vor dem Einschlafen ist.
Viele Ideen für Melodien und vor Allem meine besten Kurzgeschichten sind kurz vor dem Einschlafen entstanden und wären ohne Hypnagogien undenkbar gewesen. Wer mir nicht glaubt, muss es selbst erleben.

Ein weiterer Grund zum Beschäftigen mit den Hypnagogien ist, dass man dadurch Erfahrungen machen kann, die ohne sie nicht so einfach möglich sind. Gerade die taktilen Erlebsnisse sind immer wieder überraschend intensiv (heute Morgen zum Beispiel hat es in meinem Kopf plötzlich extrem laut geknallt und ich hatte das Gefühl ein Softball wäre mit sehr viel Schwung gegen meinen Kopf geflogen. Es tat kein Bisschen weh, war allerdings sehr stark spürbar) und machen immer wieder Spaß. Man wird immer wieder aufs Neue überrascht, was das Gehirn alles zustande bringt.

Ein weiterer besonders in diesem Forum nicht zu vernachlässigender Grund für das Beschäftigen mit den Hypnagogien ist, dass man dadurch die Erfolgsquote für WILDing-Versuche steigert. Durch das Wohlfühlen und zurechtfinden in der hypnagogen Phase fällt einem der bewusste Übergang in den Schlaf leichter. Auch DILDs können durch Hypnagogien unterstützt werden, da man während dieser Phase die Aufmerksamkeit und das kritische Bewusstsein trainieren kann. So steigt auch die Aufmerksamkeit tagsüber.

Ich denke, ich könnte noch mehr Gründe aufzählen, die Hypnagogien zu erforschen, doch es fällt mir gerade nicht mehr ein. Eventuell ergänze ich den Abschnitt etwas später.



4. Wie steigere ich die Intensität der Hypnagogien?

Wem die Hypnagogien anfangs noch zu wenig Intensität besitzen, kann man mit einigen Tricks unter die Arme greifen. Eigentlich beginnt spätestens hier der Teil des Tutorials, in dem es sehr vage wird, weil gerade die Intensität von Person zu Person sehr individuell ist. Allerdings versuche ich trotzdem mein Bestes, meine persönlichen Erfahrungen tauglich für die Allgemeinheit zu präsentieren.

Nun zunächst mag der wohl beste Trick sein, sich auf die Hypnagogien einzulassen. Nimmt man ein Bild war, versucht man sofort, es zu speichern, sich dafür zu begeistern und zu freuen. Positive Resonanz fördert die Erscheinung und Intensität von Hypnagogien, so seltsam es klingen mag. Man füttert sie quasi, indem man versucht einzelheiten zu erkennen oder ihnen eine Relevanz zuschreibt. Das Gehirn filtert uninteressantes herraus, deshalb nimmt man die Hypnagogien häufig nicht wahr. Deshalb muss man seinem Verstand vermitteln, dass es Relevanz besitzt und das tut man am besten durch eine (positive) Reaktion.

Nun gilt es als zweiten Tipp, nicht zu sehr zu verkrampfen. Wenn man die Wahrnehmungen versucht zu klammernd zu fixieren, dann wird es vermutlich auch nichts. Jedoch ist das Gegenteil, totale Gleichgültigkeit, natürlich ebenso zwecklos. Findet hier einen individuellen Mittelweg, indem Ihr mal stärker auf Details eingeht und versucht immer weiter zu gehen aber auch mal eher beobachtend seid und nur durch passive Wahrnehmung die Intensität kontrolliert. Das ganze klingt jetzt sehr abstrakt und ist auch schwer in Worte zu fassen, jedoch merkt mit Sicherheit jeder selbst, was er tun kann, wenn er in dieser Phase ist.

Dann gibt es natürlich auch Übungen, die die allgemeine Intensität steigern - also die nicht während der Phase selbst durchgeführt werden.
Das wohl simpelste, ist der klassische Tagtraum. Im Zug, im Bus wo auch immer kann man die Augen schließen und einen Tagtraum visualisieren. Das Trainiert die Fähigkeit des Verstandes Bilder zu erzeugen, übt die Kreativität und macht letztendlich einfach auch Spaß.
Etwas weiter geht dann die Selbsthypnose, die eben dies etwas strukturierter angeht und nebenbei noch eine sehr spannende Beschäftigungsmethode ist. Dafür ist sie etwas zeitintensiver. Auch Meditationen eignen sich sicher sehr gut, allerdings habe ich in diese Richtung eher weniger Erfahrung.


Ich schneide mal kurz hier ab und ergänze später weiter.


RE: How to "Hypnagogie" - spell bound - 22.08.2014

nur zur bestätigung: ich hatte schon geruch und geschmack in den hypnagogien


RE: How to "Hypnagogie" - Zitrom - 22.08.2014

Cool. Kannst mir vielleicht ein paar Deiner Erlebnisse berichten, damit ich auch zu diesen beiden etwas schreiben kann. Ich werde auf jeden Fall auch mit diesen mal experimentieren, damit ich nicht ganz ohne Ahnung etwas davon schreibe.


RE: How to "Hypnagogie" - spell bound - 22.08.2014

aus dem hypnagogic report mit ceesbe:

spell: "ich riech waldmeister. ich kann ihn riechen, cool. lecker. ah ist das toll."

ceesbe: "ich seh grad ne zitrone."
spell: "ich auch.. ist sie ganz oder zerschnitten?"
c "halbiert. ah schmeckt geil."
s "schmeckst du die?"
c "ja ich hab grad mal probiert"
s "uuah, ganzschön sauer"
c "mir schmeckt sie wie limo... total süß"´

c "ich ess nen burger... der schmeckt aber viel besser als ein mc donalds burger. wie ein selbst gemachter, frisch zu bereiteter. "

s "ich bin noch am cola trinken."


RE: How to "Hypnagogie" - Zitrom - 22.08.2014

Super. Wenn ich darf, baue ich das gerne ein.

Ich frage mich, ob diese Zitrone ein Zufall war oder etwa ein Wink des Unterbewusstseins...Das würde mir sehr schmeicheln :)


RE: How to "Hypnagogie" - Ceesbe - 22.08.2014

Zitrom schrieb:Ich frage mich, ob diese Zitrone ein Zufall war oder etwa ein Wink des Unterbewusstseins...Das würde mir sehr schmeicheln big

Da muss ich dich leider enttäuschen big Der Report war knapp einen Monat vor deiner Zeit.


RE: How to "Hypnagogie" - spell bound - 22.08.2014

klar, kannst du verwenden. vom prinzip her ists eigentlich dasselbe wie alle anderne sinne. man achtet nur auf diese sinne weniger, aber schwieriger ist es eigentlich nicht finde ich, da auch was zu merken. es ist eben auch am anfang wenn man noch nicht so tief in den hypnas ist eher etwas rudimentär und eine ahnung von geruch oder geschmack, tiefer kanns dann richtig realistisch werden.

es gibt ja auch hypnagogien während offener augen. genauso hab ich manchmal geschmacks- und geruchshalluzinationen am hellichten tag. ka ob ich komisch bin deswegen.


RE: How to "Hypnagogie" - steeph - 22.08.2014

(22.08.2014, 14:58)Zitrom schrieb: Deshalb wird auch mein zweiter Schritt ein Tutorial sein, wie man Hypnagogien wahrnimmt, sie verstärkt und sich daran erinnert.
Das klingt, wie der gesamte Thread an sich, sehr interessant. Ich bin gespannt, was noch so kommt.

(22.08.2014, 14:58)Zitrom schrieb: Gefühle (nicht Emotionen, sondern das Gefühl des Fallens, etc.)
Vielleicht zählt man das eigentlich nicht zu Hypnagogien, aber es können in der Phase durchaus auch schon plötzlich Emotionen auftreten. Der Wachzustand ist nicht eindeutig vom Schlafzustand getrennt. Die hypnagoge Phase ist zwar das Dazwischen, aber sie ist und hat auch keine harte Grenze, sondern kann alles mögliche Traumtypische schon mehr oder weniger deutlich und häufig enthalten. So auch Gemütszustände, die übertrieben erscheinen, von denen man vermutet, dass man sie so nicht hätte, wenn man die selben Sinneseindrücke im Wachzustand gehabt hätte, oder die ohne erkennbaren Ursprung oder Grund einfach plötzlich da sind (oder von nicht zusammenhängend erscheinenden Eindrücken ausgelöst zu werden scheinen).

(22.08.2014, 14:58)Zitrom schrieb: Ich hoffe, dass die Diskussion angeregt wird und ich von Euch Hilfe bekomme, falls ich etwas vergessen habe, oder nicht wusste.
Man könnte vielleicht noch deutlicher betonen, dass und wie unterschiedlich Hypnagogien nicht nur grundsätzlich sein können, sondern auch für verschiedenen Menschen typischerweise sind. Manche sehen weniger/kaum, manche spüren mehr, stärker oder häufiger als andere, manche hören eher Geräusche als Stimmen oder Musik, vielleicht auch eine bestimmte Art von Geräuschen, bei manchen fängt es typischerweise mit bestimmten Eindrücken an, die oft oder meistens ähnlich sind und nimmt dann üblicherweise einen ähnlichen Verlauf. Aber das wird vielleicht später auch so noch deutlicher, ohne es explizit zu erwähnen. (Naja, zu spät, schon angeschnitten.)

Ansonsten weiß ich ja nicht, wo du dir den Rahmen für den ersten Teil gesteckt hast. Es fallen mir noch einige Sachen ein, die ich wichtig oder erwähnenswert finde und mir würden bestimmt noch viel mehr einfallen, wenn ich es versuchen würde. Aber das wird vermutlich alles noch in späteren Teilen behandelt werden.


RE: How to "Hypnagogie" - Zitrom - 22.08.2014

Danke steeph.

Über den Punkt mit den emotionalen Reaktionen habe ich auch kurz nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass es für eine Einführung in das Thema etwas zu viel ist. Aber auch dazu werde ich bei späteren Einträgen etwas sagen. Nur muss man hier auch wie bei den Träumen herrausfinden: Kommt die Emotion von der Handlungsebene oder kommt die Handlungsebene von der Emotion? Natürlich können beide Ebenen auch voneinander unabhängig wirken.

Die unterschiedlichen Typen werde ich noch erwähnen, wäre in der Einleitung aber bestimmt auch ganz gut gewesen. Darüber denke ich morgen nach, wenn ich die weiteren Schritte sortiert habe.


Danke aber für die gesamte Rückmeldung. Das ist ungemein motivierend.


RE: How to "Hypnagogie" - Zitrom - 24.08.2014

Sooooo.
Nun ist der nächste Teil online. Zur Übersicht schreibe ich direkt in den Urspungsbeitrag.


RE: Ein Guide durch den Einschlafprozess - Nienna - 24.08.2014

Super, danke für den Beitrag!
Ich versinke vorm Einschlafen oft bewusst in mein Kopfkino und die Szenen werden auch bald selbstständig, wie von dir beschrieben. Es war mir aber bisher noch nicht wirklich bewusst, dass das schon richtige Hypngagogien sind. Toll biggrin Die anderen Anleitungen werde ich auch mal ausprobieren!


RE: Ein Guide durch den Einschlafprozess - Frape träumt - 24.08.2014

Zum Thema "olfaktorische Hypnagogien" (Geruchseinbildung):
Ich habe zum Anfang meiner "Klartraum-Karriere" hypnagoge Reisen gemacht, die ich auch teils in meinem Logbuch hier im Forum festgehalten habe.

Im 2. Post (27.06.2014) habe ich eine Reise vom 25.06. behandelt. Darin beschäftige ich mich auch mit den verschiedenen Arten von hypnagogen Wahrnehmungen. Vielleicht kannst du da ja was für dich raus ziehen bigwink


RE: Ein Guide durch den Einschlafprozess - Zitrom - 24.08.2014

Hey Nienna, freut mich, dass ich immerhin mindestens einem Anfänger helfen konnte. Genau das ist auch leider das häufigste Problem. Anfänger wissen häufig gar nicht, was Hypnagogien sind und wann man tatsächlich davon reden kann, dabei ist das ein sehr spannendes und vor allem weites Feld. Ich vermute, dass Dir die nächtesn Abschnitte weiterhelfen werden, sobald es an die Intensivierung geht.

Danke Frape. Ist vorgemerkt und wird bei Zeiten behandelt. Dann kann ich zusammen mit Spells/Ceesbes und meinen Erfahrungen ziemlich ausführlich von dem Thema berichten. Habe diesbezüglich nämlich inzwischen auch einiges rumprobiert.


RE: Ein Guide durch den Einschlafprozess - Zitrom - 25.08.2014

*push*
Nur der Aufmerksamkeit halber: 3. Wozu der shit eigentlich? ist fertig.


RE: Ein Guide durch den Einschlafprozess - spell bound - 25.08.2014

hey! mir fällt noch ein grund für klartraumfetischisten ein, hypnagogien nicht außer acht zu lassen: sie steigern die klartraumfähigkeiten. z.b. werden sie benötigt bei hypnagogien-wild, vild, tagtraumwild, ssild, traummodule programmieren, aber helfen auch als "trockenübungen" fürs kontrollieren und wahrnehmen innerhalb des kts. im weiteren sinn erfährt man mehr über unbewusste anteile des eigenen geistes und erhält auch dadurch mehr dild- zugang bzw zugang zur traumanalyse.

und natürlich steigern sie die wahrnehmungsfähigkeit auch am tag. ich achte, seitdem du nach hypna gerüchen gefragt hast, wieder vermehrt auf gerüche auch im wachleben und es ist genial. und all die tollen dinge die du eh schon erwähnt hast.