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Normale Version: Der Sinn des Leidens - die Überwindung des Leidens
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Der Sinn des Leidens - die Überwindung des Leidens


Wer mag kann jeden Abschnitt einzeln lesen und mit in seine Mediation oder sonstige Praxis nehmen.
 
Der Prozess, den ich hier beschreibe, hat bei mir ein Jahrzehnt gebraucht. 


 
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Die Konfrontation mit dem Leid ist ein Teil des Erwachensprozesses. Wir können den Prozess nicht aufhalten, indem wir andere Menschen angreifen oder beschuldigen.

Die Tür geht nach Innen auf. Wenn wir leiden, geht es darum, sich selbst zuzuwenden. Dieses kann durch die Hinwendung zur eigenen Person, also durch eine Bewegung nach Innen geschehen.
 
 

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Es geht um absolute Unabhängigkeit auf allen Ebenen. Es geht um die Desillusionierung, dass da draußen irgendwer ist, der dich rettet. Keine Eltern, keine Freunde, Keine Geliebten, keine Gesellschaft, keine spirituellen Erlöser.
 
Gleichzeitig geht es darum, sich auf Beziehungen zu anderen Menschen ganz einzulassen und bereit zu sein, sich mich offenen Herzen zu begegnen.

Es braucht Autonomie und Verbundenheit.
 
Der Weg ist Paradox. Mal so, mal so.
 
 
 
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Der Kampf gegen die Umwelt verlängert das Leiden.
Die Akzeptanz der Umstände, wie sie sind, verkürzt das Leiden.

Wie schnell wir erwachen, kommt darauf an, wie schnell wir loslassen können.


 
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Es ist in Ordnung, wenn man einen längeren Prozess hat, und etwas braucht mit dem Loslassen, denn dadurch transformieren sich die Themen sehr gründlich. Das ist kein Nachteil!!!
 
Ein schnelles (spontanes) Erwachen braucht viel Nachbearbeitung.
 
Ein langsames (schrittweises) Erwachen, enthält bereits den Aspekt der Erdung, der nach dem Aufstiegsprozess noch mal nötig ist.

Das Loslassen ist ein natürlicher Prozess, der sich entfaltet, wenn wir bereit sind, uns dem Fluss des Lebens hinzugeben.


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Wenn wir nach dem Erwachen nicht auf die Erde hinabsteigen, um ganz Mensch zu werden, behindern wir die vollständige Erleuchtung.

Nach der Erdung muss man aber auch nicht auf der Erde bleiben. Auch da kann man wieder anhaften und stecken bleiben.
 

 
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Es kann helfen, dass es ein Bewusstsein für den Prozess gibt.

Fehlt hier das Wissen oder das Meta- Bewusstsein oder das Vertrauen, um das eigene Erleben anzunehmen findet nur wenig Transformation statt. Die Folge davon ist, dass die Betroffenen im Prozess stecken bleiben oder womöglich wieder ganz einschlafen.
 
Je nach individueller Persönlichkeit gibt es verschiedene Wege, das Stirn Chakra zu öffnen. Im Kriya Yoga meditiert man zur Förderung des Meta Bewusstseins auf das Stirnchakra.  
 
Das Meta Bewusstsein oder auch Beobachterbewusstsein wird durch Mediation als auch einer Förderung des rationalen und logischen Denkens (Lesen, Analysieren, Philosophieren, Kritisches Denken, Differenzieren) gefördert.
  
  

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Bevor die oberen Chakren einwandfrei funktionieren, gilt es meistens das Herz Chakra zu öffnen.
 
Manchmal wird die Erkenntnis in den oberen Chakren blockiert, wenn die Energie in den unteren Chakren nicht frei fließen können.


 
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Die Erfahrung von Leid ist eine Folge dessen, dass sich das Herz Chakra zu öffnen beginnt.
 
Es gilt also nicht, das Leiden zu verhindern, wie unser Ego das durch abwehrendes Verhalten gewohnt ist,
sondern das Leiden anzunehmen und zu transformieren!

Das Leiden annehmen bedeutet nicht, darin stecken zu bleiben. Man nimmt das Leid an, um es bewusst anzuschauen. Nach dem Anschauen kann man es für immer loslassen.
 
Da dieser Prozess in unserer Gesellschaft kaum gelehrt wird, verfallen wir häufig in Kämpfe mit der Umwelt, um das Leiden wieder abzuwenden. Verständlich, denn wir haben ja oft nur diesen Weg gelernt, uns durch Abwehr zu schützen. Damit verschließen wir aber auch wieder unser Herz.
 
Dann feuert unser Solar Plexus Chakra (Selbstverteidigung, Angriff), um die Energie freizugeben, aber das Herz Chakra wird verschlossen bleiben.

Selbstschutz ist eine gute Eigenschaft. Wenn der Selbstschutz jedoch sehr stark ausgeprägt ist, kann die Kundalini Energie das Herz nicht öffnen und so bleiben wir trübe bis halbwissende und kämpfen gegen unendliche Windmühlen, in Form von Projektionen auf die Umwelt.



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Ein Mensch kann nicht vollständig erwachen, wenn der nicht reif dazu ist.

Geheimwissen schützt dasEgo von den schlafenden Menschen. Denn sie verstehen nicht worüber wir reden und warum wir handeln wie wir es tun.  (Jesus wurde zb. deshalb gekreuzigt)


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Es ist menschlich und verständlich, dass man versucht Situationen die Leid verursachen abzuwehren, wozu es manchmal auch gehört, Menschen anzuklagen und anzugreifen, nur wird das nicht zur Erlösung des Leides führen. Verständlich ist es jedoch Allemale und auf einer bestimmten Ebene auch sinnvoll.

Einen gesunden Selbstschutz aufzubauen, kann für Menschen mit Entwicklungstrauma sogar sehr wichtig sein. Denn mit einem ungelösten Trauma kann man nicht vollständig erwachen. Manchmal ist ein Mensch schon halb aufgewacht, bleibt dann aber im Prozess stecken, weil er erst noch eine funktionale Persönlichkeit aufbauen muss.

Menschen, denen es so geht, empfehle ich, sich nicht so sehr von spirituellen Vorstellungen Irritieren zu lassen und sich durch Menschen, die sich in diesem Bereich Spiritualität und Trauma engagieren, inspirieren zu lassen. (zb Gopal Norbert Klein oder Mike Hellwig).

Bei einem Entwicklungstrauma sollte man sich, neben der spirituellen Praktiken, ein zweites Standbein zur Hilfe holen (zb durch Psychotherapie). Unserer System stellt diese Möglichkeit kostenlos zur Verfügung.

 

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Unaufgelöst Traumata können dazu führen, dass der Weg blockiert wird.

Wir bleiben dann stecken, weil wir noch gar keine gesunden Ego Grenzen entwickelt haben (Selbstschutz). In höheren Bewusstseinszuständen führt das häufig zu Psychosen, die uns wieder im Ego erden, damit wir uns dem Trauma zuwenden.

Menschen die als Kompensation für ihr Trauma eine überbordende Abwehr ausgebildet haben (Überfunktion des Solar Plexus Chakra), erleben in höheren Bewusstseinszuständen eine Dissoziation, die sie ebenfalls von der vollständigen Erleuchtung trennt. Diese Menschen neigen häufig dazu, ihre blinden Flecken mit einem spirituellen Ego, auch spirituelles Bypassing genannt, zu kompensieren.

Nicht immer kann das Erwachen in diesem Leben vollendet werden. Manche Menschen deren Abwehr (Solar Plexus Chakra) zu stark ist, wählen im Anschluss an diesen Leben ein leidvolles Leben, voller Ohnmacht, damit sie nicht noch einmal all zu souverän und mit verschlossenem Herzen am Ziel der Erleuchtung vorbei rauschen.

Wieder andere erleben einen schweren Schicksalsschlag, der sie so aus der Bahn wirft, dass sie zusammenbrechen und endlich offen sind für die Erfahrung des Leidens.

Aus diesem Grund habe ich so oft über die Chance in der Corona Krise gesprochen. Wenn ihr aktuell leidet, dann geht nicht in die Abwehr, sondern in die Transformation. Konflikte sind Gelegenheiten.


 
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Wer neu auf dem Weg des spirituellen Erwachens ist, muss erst mal lernen spirituelles Bypassing von authentischem erwachten Verhalten zu unterscheiden. Das unterscheiden lernen, ist eigentlich schon der ganze Weg.

Menschen in der spirituellen Szene, die sich besonders gut verkaufen können und viele Anhänger haben, sind nicht immer erleuchtet. Es gibt viele Blender.
 

 
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Unser Bewusstsein operiert auf verschiedenen Ebenen und eine gesunde Agression ist ein Teil unserer Selbstständigkeit.

Wenn jedoch die anderen Seiten unserer Selbstständigkeit fehlen, wie Selbstliebe, Selbstfürsorge, Selbstkritik, Selbstzufriedenheit, dann führt Selbstschutz alleine noch nicht zum Ende des Leidens.

Bedrohungsgefühle werden häufig durch fehlende Selbstfürsorge und abgespaltene Emotionen ausgelöst und haben gar nicht so unmittelbar mit der Situation im Außen zu tun.

Wie dieser Punkt aufgelöst werden kann, beschreibe ich hier >>> Dem Abgrund begegnen
 

 
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Wenn der Mensch seine Kundalini bis zum Solar Plexus Chakra entwickelt hat, gilt es die Übungen des Herzens zu praktizieren.
 
Das Herz Chakra ist sehr mächtig, denn es verbindet die unteren und oberen Chakren miteinander. Es verbindet die Erde mit dem Himmel und den Menschen mit dem Erleuchtungsgeist.

Um das Herz Chakra ganz zu öffnen, müssen wir uns in Akzeptanz üben. Nur wie sollen wir Situationen akzeptieren, unter denen wir leiden?

Dieses gelingt durch:

-Selbstkritik (Sich selbst in Frage stellen. Zb, Sich fragen: Sehe ich die Sache überhaupt richtig?)
-Selbstfürsorge (Sich gut um sich kümmern. Zb sich trösten wenn man traurig ist.)
-Selbstliebe (Sich bedingungslos lieb haben, zb auch wenn gerade alles beschissen ist.)
-Selbstschutz (sich beschützen, zb auch wenn man dann Freunde verliert.)
-Selbstzufriedenheit (Die Situation immer positiv sehen, zb. einen höheren Sinn finden, warum es so auch gut ist)


 
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Oft leiden wir, weil wir mit unserem Wissen und unseren Erfahrungen identifiziert sind. Deshalb gilt es auf der Ebene des Herzen, sein Wissen und seine Überzeugungen loszulassen.
 
Leer zu sein bedeutet an keinem Wissen anzuhaften.
Leer zu sein bedeutet alle Standpunkte einnehmen zu können.

Alle Standpunkte aufgeben.
Alle Standpunkte einnehmen.



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Bei manchen Menschen erwacht die Kundalini sehr schnell. Diese Menschen nutzen vorwiegend die Techniken, die ich hier beschrieben habe. >>>
 
Nicht immer sind das bewusste Techniken, aber im Kern geht es um diesen Prozess.


 
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Bei den Menschen, die das Loslassen nur in einem längeren Prozess schaffen, braucht es einen Weg. Wenn es ganz hart kommt, findet man Halt und Orientierung in seinem Weg.
 
Wer keinen Weg hat, findet Halt in sich selbst.



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Manchmal gehen wir auch mehrere Wege gleichzeitig, also parallel. (zb Yoga, Mediation, Psychologie, Philosophie, Traumyoga, ...)
 
Wichtig ist, dass man mindestens einen Weg bis zum Ende geht.

Auf jedem Weg wachsen Früchte.  

Mindestes ein Weg wird dich rufen und der ist es dann.

Manchmal wechseln die Weg nach Jahren wieder.

Das Loslassen des Weges kann eine Prüfung im Loslassen (leer werden) sein.


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Oft ist es hilfreich, sich Unterstützung und Begleitung durch Freunde, Gleichgesinnte Suchende, Therapeuten, spirituelle Lehrer zu suchen. Bei anderen Menschen ist die Innere Stimme so ausgeprägt und stark, dass sie nur wenig Halt oder Inspiration durch das Außen benötigen. Folge deinem Herzen.
 
Oft sind auch diejenigen, die sich im Alltag am meisten triggern sehr hilfreich, wenn man versteht mit ihnen umzugehen. Jesus sagte: Liebe dein Feinde. Deine Feinde haben immer eine Lektion für dich.

Dazu gibt man dem Verhalten der Person einen höheren Sinn und fragt sich immer wieder, was kann ich hier lernen.

 
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Der spirituelle Lehrer kann überall sein. Zum Beispiel in dir als intuitive Stimme.
Oder außerhalb von dir, auch in Form unbewusster Wesen: Menschen, Tieren, Steinen.

Oft ist der Lehrer versteckt, vielleicht in einer Person oder in einer Situation, die du ablehnst.

Hier kann man stecken bleiben, weil man zu viele feste Vorstellungen hat und meist auch ein bisschen hochmütig ist.

Er/Sie begegnet dir auch oft durch Menschen, die du gar nicht im Visier hast, weil du ihn/sie vielleicht massiv unterschätzt hast. Weil er/Sie die falsche politische Meinung hat. Weil er/sie zu jung ist und du nach lebenserfahrenden Menschen ausschau hälst. Weil er/sie ungebildet ist, obwohl dir die Bildung oder die Intelligenz wichtig ist. Weil er homophob ist, obwohl du trans bist. Weil er/sie/they hochsensibel ist und du ein harter Typ. Wer er ein plumper grober Fleischesser ist, obwohl du so sensitiv und feingeistig bist und dir vegane Ernähung wichtig ist.


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Wir alle haben Vorstellungen. Diese Vorstellungen trennen uns von der Einheitserfahrung.

Es kann hilfreich sein, seine eigenen Vorstellungen immer wieder über den Haufen zu werfen und sich immer wieder daran zu erinnern, dass du nichts weißt. All deine Vorstellungen müssen leer werden.

Darum schenkt uns das Leben immer wieder Begegnungen, die unsere Vorstellungen zertrümmern und uns von den Formen weg lenken sollen. Es kommt nicht auf die Form an.

Formen führen zu Irritationen. Aber wird sind es so gewohnt auf die Form zuschauen.

Eine Form kann auch eine Charakterstruktur sein. Es geht nicht nur um materielle Formen, sondern um sämtliche Formen, egal ob das eine Emotion ist, ein Geschmack oder ein Duft.

Selbst die Leerheit ist noch eine Form.

Alle Formen sind leer. Vielleicht auch dieser Satz.

Um so offener du bist, dass der Lehrer in allem sein kann, um so mehr bist du schon mit deinem Selbst verbunden.

Manchmal sind es diejenigen Formen und Menschen, die wir idealisieren, dann gerade nicht.  normal

... denn diese bestätigen wiederum nur unsere Ego Vorstellungen und unsere Anhaftungen an Formen, Vorstellungen und Fähigkeiten.

So wie eine Rose, die unter Dornen versteckt ist, kann das Erwachen manchmal versteckt sein, tief im Inneren einer schwierigen Erfahrung oder Begegnung.



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Der Mensch muss lernen, seinen selektiven Verstand zu überwinden und seinem Herzen zu folgen.

Letztlich ist das Erwachen ein Prozess der Selbstliebe und des Mitgefühls für uns selbst und für andere.

 
 
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Es gibt keinen universellen Weg oder eine universelle Erlösung für alle Menschen. Der Prozess der Erleuchtung ist zutiefst persönlich und individuell. Was ich hier beschrieben habe, ist mein persönlicher Weg, meine Erfahrungen und meine Interpretationen.

Der Weg zur Erleuchtung ist letztlich ein Prozess der Selbstfindung und Selbstakzeptanz. Es geht darum, uns selbst vollständig zu akzeptieren und zu lieben, mit all unseren Stärken und Schwächen.

Am Ende bleibt nur die absolute Desillusionierung und die Liebe.



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Für einen ernsthaften Austausch oder Fragen zu Bewusstseinsthemen, stehe ich weiterhin zu Verfügung. Für Menschen, die mir weniger anbieten, habe ich leider keiner Zeit.
Mega Thread, vielen Dank! Ich denke Leiden ist dazu da, um uns zu reflektieren, wo wir noch gewissen Dinge auflösen können, um zur göttlichen Perfektion zu kommen. So würde ich es zumindest auf den Punkt bringen big
Ich denke ja und nein. Denn das Streben nach Perfektion und Vollkommenheit ist auch nur eine Vorstellung, die uns in eine Story verwickelt.

Es ist im Grunde alles schon perfekt wie es jetzt ist. Es muss nicht erst noch perfekt werden. Aber wenn mir etwas weh tut, dann fällt es mir schwer, diese Situation als perfekt zu betrachten. Mein Ego verengt sich dann und geht in einen Widerstand.

Manchmal hilft mir dann Selbstfürsorge und Liebe. Leid entsteht nicht auf Grund eines Schmerzes, sondern auf Grund fehlender Liebe mit der schmerzvollen Situation. 

Statt dem Streben nach Perfektion ( zb nach Schmerzfreiheit) könnte wir auch mit der Annahme der jetzigen Situation arbeiten.

Nur steckt darin auch wieder die Falle des Strebens nach Vollkommenheit. Dann kann man sich wieder in der Idee verlieren, dass man denkt: Ich muss noch lernen diese Sache anzunehmen und schon wieder bahnt sich daraus eine Story des Strebens nach Perfektion, in der wir uns verwickelt haben.

Aber was, wenn wir uns gerade in einer leidvollen Situation befinden? Was wenn wir zb körperliche Schmerzen haben, die uns einschränken? Es ist doch logisch und menschlich, dass wir aus der Situation weg wollen.

Ein Ausweg könnte hier sein, zu denken: Ich akzeptiere meinen Widerstand zb mit meinem Schmerz (zumindest temporär). Schon rutsche ich nämlich vom Widerstand ins Selbstmitgefühl. Ich erkenne dann vielleicht, dass ich gar nicht, unter dem körperlichen Schmerz gelitten habe, sondern am Fehlen von Mitgefühl mit mir selbst.

Plötzlich, als durch die Akzeptanz meines Widerstandes gegen den Schmerz, Mitgefühl entstanden ist, merke ich vielleicht, dass sich eine Emotion wie Trauer oder Enttäuschung löst und energetisch abfließt. Bei mir ist es manchmal auch eine Angst, dass ich meine Ziele nicht erreichen kann, weil mein Körper mal wieder nicht mitspielt. Und am Erreichen meiner Ziele hängen wieder so viele Vorstellungen von Glück. Also kämpfe ich um diese Hoffnung zu bewahren gegen meine Erschöpfung und meine körperliche Einschränkungen und bin deshalb im Krieg mit mir Selbst und dem Jetzt. Dadurch  trenne ich mich von meinem Selbst und von der Erfahrung ganz im Hier und Jetzt zu sein.

Dieses gilt es immer wieder zu durchbrechen.

Wenn ich meine Angst, meine Trauer und Enttäuschung und meinen Widerstand annehme, ist der Schmerz immer noch da, aber das Leiden am Schmerz ist vergangen. Das Leiden entstand durch den Kampf mit meinen authentischen Gefühlen.

Sodann tritt durch die Akzeptanz der Gefühle Entspannung und Gleichmut ein. Und plötzlich hat man einen Zustand der Akzeptanz erreicht, trotz eines körperlichen oder emotionalen Schmerzes, oder Trotz einer körperlichen Einschränkungen, einer Krankheit, eines Schicksalsschlages, der mal wieder alle Pläne und Hoffnungen zu Nichte gemacht hat.

Der Ego Impuls ist immer erstmal den Schmerz und unvorhergesehene Zwischenfälle abzuwehren und die Strategien die uns zur (emotionalen) Schmerzvermeidung und dem vermeintlichen Erreichen von Glück dienen, aufrecht zu erhalten.

Das Streben nach Vollkommenheit ist im Grunde ein Versuch, eine Strategie um das Unwohlsein und die Schmerzen, die im Hier und Jetzt auftreten können, abzuwehren, indem man einer Vorstellung von Glück hinterher rennt. Diese Vorstellung von Glück ist aber nicht das wahre Glück, denn das ist immer nur im jetzigen Moment zu finden. Unsere Egos sind aber meist so programmiert.

In unserer Gesellschaft sind diese Ego Strategien der Schmerzvermeidung weit verbreitet, und sehr anerkannt, während uns der Weg der Annahme und des Selbstmitgefühls meist nicht gelehrt wurde.

In unserer Gesellschaft werden die Menschen, die ihre Schmerzvermeidungs - Strategien erfolgreich perfektioniert haben, gefeiert und anerkannt.

Daher fällt es uns meist schwerer, das Gegenteil zu tun und einfach stehen zu bleiben, zb mitten in einer Depression und all die Hoffnungen, die uns von unserem Schmerz ablenken könnten loszulassen. Aber genau in diesem Moment begegnen wir uns selbst.

Durch das Streben nach Vollkommenheit kann man nie im Hier und Jetzt ankommen, denn da läuft man ja seinen Vorstellungen hinterher und vermeidet das Jetzt.

Das Ego ist dann wie ein Esel, dem man eine Karotte an einem Stock vors Maul hält.

Auch spirituelle Ambitionen (zb Siddhis erreichen wollen), stellen solche strebsamen hoffnungsvollen Ablenkungen dar. Zb wenn ich erstmal zaubern kann, dann habe ich die Macht über mein Leben.

Am Ende geht es aber auch darum, mit der Ernüchterung und Traurigkeit, die ein Teil des Lebens ist, eine Akzeptanz zu finden. Das ist auch kein Widerspruch zu den spirituellen Ambitionen (zb Siddhis). Es geht ja nicht darum, sich in seiner beschränkten physischen Form auf der Erde festzunageln. Wir sind Menschen und Götter.

Aber das kleine, ohnmächtige, schwache, kranke, unfähige Menschlein sind wir eben auch. Wenn wir damit keinen Frieden haben, sondern immer bestrebt sind, dieses zu kompensieren, blockieren wir den natürlichen Fluss der Energien.

Wir sind sehr ambivalente Wesen. Ohnmächtig und Mächtig zugleich. Je nach Situation kann unserer Selbstbild von der einen Identifikation in die andere wechseln und es ist unsere Aufgabe, dem nicht mit unseren Vorstellungen im Weg zu stehen, sondern diesen Wechsel fließen zu lassen.

Es geht darum uns zu erlauben alles zu sein. Meinetwegen heute depressiv und morgen erleuchtetes Bewusstsein. Es geht darum nicht an einer Erscheinung oder Form festzuhalten. Die Form wird sich von selbst wieder verändern, wenn wir alles fließen lassen.

Wenn wir aber im Widerstand sind, mit der jetzigen Erscheinung ( zb Schmerz) dann halten wir diesen Fest. Akzeptanz hingegen bringt die Energie wieder in Fluss.

Die ernüchternde Wahrheit ist: Nicht für jeden Menschen ist die Begegnung mit dem Jetzt gleich die glückseelige Erlösung alles Leidens. Das kann für den einen Menschen so sein. Muss es aber nicht. Diese Vorstellung darf sich auflösen.

Viele spirituelle Lehrer lehren das aber. Zb ein Eckardt Tolle. Er vergisst in seiner Lehre jedoch über die andere Seite zu sprechen, die er auch erlebt hat. Zb ist er jahrelang durch eine schwere Depression gegangen. Aber diese Geschichte macht er in seiner Erzählung sehr klein und erwähnt sie nur am Rande, als ginge es nur um diesen einen Moment, wo sein Ego Verstand zusammengebrochen ist. Damit verfälscht er aber seinen Weg in seiner Vollständigkeit, denn die Erfahrung der Depression (Dunkle Nacht der Seele), die er zuvor erlebt hatte, gehört mit zu seinem Weg.

Ich denke, man kann sich nicht nur den besten Teil des Story rausziehen. Das ist für mich spiritueller Populismus und wird der Komplexität der Erfahrung nicht gerecht und verunsichert die Menschen, die in der Begegnung mit dem Jetzt erstmal viel Schmerz und Leid ertragen müssen.

Ich persönlich glaube, es ist wichtig auch über die schmerzliche Seite zu sprechen, die mit dem Erwachen einher geht. Aber natürlich hört man lieber so eine Story von einem Eckart Tolle, der in einem Moment einfach, wie durch ein Wunder erwacht.

Denn wer will schon die Ernüchterung anerkennen vor der wir alle täglich zu fliehen versuchen? Kein Wunder dass solche Lehrer so eine Popularität genießen. Sie sind spirituelle Populisten, die durch ihre Erzählung den Wunsch nach Erlösung erfüllen.

Die Ernüchterung anzuerkennen, bedeutet aber nicht, dass man darin stecken bleiben muss oder sollte. Es bedeutet nur gleichmütig mit Situationen der Ernüchterung zu werden.

Für Menschen die stark traumatisiert wurden, bedeutet die Konfrontation mit dem Jetzt manchmal jahrelang nur Schmerzen zu fühlen und zu lernen sich mitfühlend und fürsorglich in dieser Situation zu begegnen. Denn ihre Ego Strategien des Strebens nach Glück oder Leistung, haben vielleicht Jahrzehnte lang den inneren Schmerz kompensiert.

Vielleicht bedeutet das auch zb mit einer Depression zu leben, oder eine geringe Leistungsfähigkeit in sein Selbstbild zu integrieren, als Teil eines größeren Selbst, welches gleichzeitig mehr ist das der kleine beschränkte Mensch. Das macht vielleicht erstmal Angst und entspricht nicht dem Bild eines vollkommenen erleuchteten Menschen. Dabei kann das ein wichtiger Schritt auf dem Weg sein, diese unzulängliche Seite seines Selbst liebevoll anzunehmen.

Es bedeutet nicht für immer in einer Depression stecken zu bleiben, jedoch Phasen der Depression, der Schwäche oder der Niedergeschlagenheit anzuerkennen und diesen mit Selbstmitgefühl und Gleichmut zu begegnen.

Auch nach dem Erwachen wird es weiterhin erfreuliche und unerfreuliche Situationen im Leben geben, so wie es Frühling, Sommer, Herbst und Winter gibt. Der Trick besteht darin, zu lernen im Winter nicht mehr zu leiden, obwohl es weiterhin kalt ist. Der Sommer wird kommen. Das ist unausweichlich.

Wenn dann durch die Praxis der Akzeptanz mehr Gleichmut vorhanden ist, öffnen sich weitere Ebenen, die uns ermöglichen, die Realität zunehmend durch die Kraft der Liebe zu lenken.

Wenn kein Widerstand mehr in uns vorhanden ist, entfaltet sich eine nächsthöhere Erkenntnis, dass wir unsere Realität selbst erschaffen - selbst träumen.

Doch diese Fähigkeit steht und fällt mit der vorherigen Lernaufgabe, erstmal Akzeptanz mit der vorhandenen Realität zu finden. Die Realität wie einen Klartraum zu lenken, funktioniert nicht, wenn wir im Widerstand mit dem Jetzt sind, denn der Kern der Magie ist die Liebe.

Wenn wir unsere Realität auf magische Weise lenken wollen, müssen wir zuvor unsere Liebe kultivieren. Das Leid ist deshalb eine Lektion in der Kultivierung der Selbstliebe.

Deshalb ist die Übung der Akzeptanz, dem Loslassen von perfektionistischen Vorstellungen und die Übung der Selbstliebe mit allem was wir sind, eine Vorübung für die Lenkung der Realität.

Theoretisch kann man die ganze Erleuchtung wie eine aufeinander aufbauende Entwicklung betrachten. Erleuchtung würde ich dann den Seinszustand nennen, wo wir beginnen, die Welt wie einen Klartraum zu erfahren, den wir lenken können.

Ich persönlich erlebe diese Stufen wie fließende Übergänge.

Manchmal falle ich wieder zurück auf eine vorige Stufe um dort noch etwas zu lernen und fast immer ist das zu lernende Akzeptanz, Loslassen, Selbstliebe, Mitgefühl und Demut.
Leiden entsteht ja dort, wo wir uns machtlos fühlen.

Da kann die Anstrengung und der Glaube "mehr geben zu müssen, besser werden zu müssen, auch im Sinne von "egofrei" werden zu sollen oder anders denken zu lernen" noch so groß sein, irgendwann kommen wir an Grenzen - an die eigenen -, wo wir die Grenzen anderer ebenso verstehen können.

Im sogenannten (physischen) Leben wird es jedoch immer wieder neuerlich zu einem Wechselspiel kommen zwischen der Annahme von den Dingen, so wie sie sind, und dem Impuls, auf einer nächsten Ebene - vor dem jetzigen Hintergrund - voranzuschreiten und in Aktion zu treten. Auch hiermit wird man konfrontiert. Es gibt Momente, da wird man direkt zur Handlung gezwungen.

Ich denke, dass in einer "dualen Welt", wo es ich und du gibt, die Grenzen der Gegensätze gedacht werden, das Erleben einer göttlichen Einheit in dem Sinne nicht möglich sein wird, da es allein eine Vorstellung des Ichs von göttlicher Einheit bleiben wird.

In der dualen Welt ist die Einheit das Gegenstück der Getrenntheit.
Also wäre Einheit nur in Verbindung mit Getrenntheit zu denken als Gesamtheit.  lol
Jedoch - wie gesagt - allein eine Vorstellung davon.
Ja Danke Lucinda. Der Gedanke ist gut, dass es sowohl um Annahme der Einschränkung geht, zb heute fühle mich mich schwach und krank und brauche Ruhe und liebevolle Akzeptanz , und auch um das Voranschreiten und Überwinden von Einschränkungen, zb morgen kann ich die Kraft und Bewusstheit aufbringen, mich von einem alten Muster zu lösen, um etwas freier zu werden, in meinem Leben.

Meintest du das so in etwa?

Stimmt. Beides vermehrt das Glück. Beides ist gleich wichtig.

Ich vermute, ich spreche so viel über die Annahme und Akzeptanz, weil das die schwerste Lektion für mich selbst ist.

Selbstoptimierungs - Wünsche hatte ich schon immer von selbst. Da bin ich auch intrinsisch kreativ und strebe nach Entwicklung.

Das Bewusstsein für die Akzeptanz jedoch, musste ich erst aufbauen, vor allem für Krankheit, fehlende Leistungsfähigkeit und Einschränkungen.

Die Akzeptanz die mir in der Kindheit vorgelebt wurde, war mehr ein ohnmächtiges, verhärtetes Aushalten und verurteilen von Schwäche. Durch meinen Weg der Akzeptanz habe ich gelernt und lerne immer noch, Situationen auf eine liebevolle Weise zu akzeptieren.

Mein erster Gedanke geht immer zur Veränderung. Auch in meiner Therapie, musste ich immer gebremst werden, weil ich immer nach konkreten Lösungen gesucht habe, während ich noch keine Akzeptanz und kein Mitgefühl für die Situation hatte.

Ich denke dass ich deswegen die Akzeptanz in ihrer Wichtigkeit meist überinterpretiere, weil es eben für mich persönlich wichtig ist Akzeptanz zu üben. Danke für deine erhellende Korrektur.

Aber ich denke auch, dass der Wunsch zur Veränderung, Kontrolle, Erlösung und Selbstoptimierung eine häufige Betrachtung und Herangehensweise in der Leistungsgesellschaft vieler Menschen ist. Deshalb ist es auch gar nicht so verkehrt über Techniken zur Annahme und Akzeptanz zu sprechen.

Man übergeht auch manche Gefühle viel zu schnell, wenn man souverän handeln kann, die zur vollen Heilung erstmal akzeptiert und gefühlt werden müssen.

Nichts ist schwerer als nichts tun zu können, ohne zu wissen, wann es aufhört. Aber ich glaube es ist heilsam, sich mit dieser Hilflosigkeit, die wir wohl alle kennen, zu konfrontieren.

Ich übe mich manchmal im anhalten und versuche dann in dem Gefühl (Emotion oder körperlicher Schmerz) zu bleiben und mich im Vertrauen üben, dass ich gar nichts machen muss. Manchmal entsteht dann sogar Freude inmitten von krank sein, aber manchmal fällt es mir auch noch schwer. Das kommt immer aufs Thema an.

Was mir noch total schwer fällt, ist Erschöpfung anzunehmen. So eine Erschöpfung, die man zb spürt, wenn man einen grippalen Infekt hat, mit Schmerzen im Hals und einem Gefühl der Schwäche. Und wenn man dann eigendlich etwas vor hatte und aktiv sein wollte und einfach nichts tun kann. Das fällt mir noch schwer anzunehmen. Ich habe genau diese Symptome über fast zwei Jahrzente chronisch gehabt und war dauernd ausgeknockt.

Vor 6 Wochen gab es einen kleinen Zwischenfall bei mir. Da wollte ich einem Freund etwas erzählen, was mir sehr wichtig war. Ich weinte ziemlich, als ich die Worte ihm gegenüber aussprach. So als ob da etwas Abgespaltes zurück kam. Ich konnte ihn mit dem Thema nicht erreichen.

Es fühlte sich an der Stelle wie als währe er hinter einer Wand und kann mich nicht hören. So habe ich mich wohl immer als Kind gefühlt, als meine Eltern mich nicht gehört haben. Der Erwachsene in mir, konnte sich zwar schnell von der Situation lösen, aber in meinem Körper ist was ganz altes hochgekommen, dass da seitdem feststeckt.

Es war als ob ich schreie und nicht gehört werde. Und genau in dem Moment, begann ein starker Schmerz im Kehlkopf, der seitdem geschwollen ist. Auch der ganze Hals Bereich ist gerade in einem Trauma aktivierten Schmer Zustand.

Ich habe jetzt seit 6 Wochen Schmerzen im Hals, aber ich hatte immer Energie. Es hatte sich wie emotionaler Trauma Schmerz angefühlt, der auf den Körper übergesprungen ist, aber nicht wie Krank sein.

Seitdem habe ich viele Emotionen am Hals gefunden und gefühlt:Sehr viel Trauer, Frustration, Hass, Hilflosigkeit. Ich bin immer froh, wenn ich den physischen Schmerz in Emotionen wandeln kann, weil dann kann ich es heilen, auch wenn es lange dauert, bis das alles zu Ende gefühlt ist.

Seit gestern jedoch ist es auf die Mandeln übergesprungen, vor allem links. Seitdem fühle ich mich auch körperlich schwach und krank und das ist immer schwer auszuhalten. Ich denke mal weil ich als Kind auch nicht liebevoll versorgt wurde, wenn ich krank war. Im Gegenteil sogar. Wenn ich krank war, konnte ich ja nicht führ meine Eltern funktionieren und das hat mir noch mehr Angst gemacht, denn das war ja mein Überlebensmechanismus.

Ich gehe zwar mittlerweile ganz lieb mit mir um, wenn ich krank bin. Das habe ich zum Glück gelernt, dass ich es mir das schön gemütlich mache. Ich hatte auch heute trotz "krank" sein, einige freudvolle Momente. Ich könnte sogar sagen, ich war heute glücklich, obwohl ich krank (oder retraumatisiert symptomiert lol) bin.

Aber es fällt mir noch schwer, die Kontrolle und das Aktiv sein dann mal loszulassen. Ich habe eigentlich noch viel zu viel gemacht heute. Mein Musik Equipment geputzt, Texte geschrieben und war viel zu lange wach. Dabei wäre mehr Ruhe und Schlaf wohl besser gewesen, um mich zu regenerieren.

Ich weiß aber noch nicht wie ich meine Hyperaktivität loslassen soll. Manchmal gelingt mir das wenn ich kränklich bin. Dann mache ich es mir mit einer Serie gemütlich und bin in 1 - 3 Tagen wieder fitt. Aber ich bin gerade in einer aktiven Macher Laune und da fällt es mir sehr schwer, mich so ruhig zu stellen. Und dann leide ich, weil ich den Halschmerz und die Erschöpfung weg haben will, weil ich keine Zeit, Geduld für Ruhe habe.

Vielleicht hat da jemand noch einen Tipp für mich?