Klartraumforum

Normale Version: Die Heldenreise im Klartraum: Teil 1
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Moin,
 
nachdem Laura mir paar Tipps gegeben hat, wo ich mein Themenschwerpunkt "Die Heldenreise im Klartraum“ setzen kann, dachte ich mir, dass wir es mal hier versuchen.
 
Worum geht es?
 
In meinem Buch Transzendentes Träumen steht im Vordergrund der initiatorische Tod im Klartraum, der einem Initiationsritus alter Schamanen gleicht. Dieser ermöglicht uns, die intuitiven, mystischen und spirituellen Ebenen unseres Geistes im Schlaf zu erfahren, und um geistig zu wachsen. Ab hier beginnt eine abenteuerliche Reise zum Ursprung unseres Seins. Ich nennen es die „Heldenreise im Klartraum“. Inbegriffen sich natürlich auch alle Heldinnen.
 
Zusammengefasst: Wie die meisten Klarträumer wissen, gibt es keinen Tod im Traum / Klartraum. Diese Erkenntnis, dass einem im Klartraum nichts passieren kann, ist sehr wichtig. Und dieser Umstand eröffnet uns eine neue Ebene, die sich hinter den Klarträumen befindet und die man (fast nur) mit dem initiatorischen Tod betreten kann. Warum und wieso das funktioniert, beschreibe ich in meiner Einleitung des Buches in den Unterkapiteln „Eine Heldenreise“ und „Die initiatorische Tod des Helden“ ab Seite 12, die ich Euch unten als PDF (Leseprobe) angehängt habe. Ihr könnt es aber einfach auch auf meiner Buchseite HIER lesen.
 
Zusammengefasst: Die Grundidee des initiatorischen Todes und somit des »vorübergehenden« Todes des Traum-Ichs basiert auf dem erzählerischen Baustein aus der populären Filmdramaturgie der Heldenreise, die als die tiefste »Krise des Helden« benannt wird. Nach dem US-amerikanischen Drehbuchautor und Publizisten Christopher Vogler ist es der zehnte Erzählbaustein, wo »der Held seine Auferstehung aus der Todesnähe« erfährt. (Zitat: Wikipedia). In den populären Film fängt hier die größte Wandlung des Helden ein. Ich habe mir (als Filmemacher) gedacht, das könnte auch für die filmischen Welten der Klarträume gelten. :-)
 
Diese tieferen Traumebenen, die man eben (fast) nur durch den entspannten Ich-Tod im Klartraum hervorrufen kann, habe ich „Transzendente Träume“ genannt. (Es hört sich einfach schicker an, als „die mystischen Klartraum-Ebenen, die man nur durch den freiwilligen Ich-Tod betreten kann“.)
 
Um diese Ebenen zu betreten, ist es am Einfachsten, im Klartraum soweit wie möglich gegen Himmel zu fliegen, eine Kehrtwende zu machen und dann sich mit voller Geschwindigkeit auf den Boden aufprallen zu lassen. Vor dem initiierten Tod einfach die Augen schließen und ganz entspannen. Beim dritten Versuch wird es klappen. (Nicht umsonst stehen viele Klarträumer oft auf hohen Klippen, Hochhäusern, vor Abgründen etc, um sich hier „hinabstürzen“ zu lassen. Nur man kommt hier eher in die Versuchung zu fliegen, macht ja auch mehr Spaß :-))
 
Auf der nun „anderen“ Seite öffnet man die Augen, und siehe da, man betritt die Ebenen der Intuition und Empfindungen, die ich dann – noch aus anderen Gründen – das Reich der Transzendenten Träume genannt habe. Diese sehen aus wie besonders realistische Klarträume und halten für uns noch paar Überraschungen offen.
 
Fortgeschrittene Klarträumer haben diese Ebenen natürlich schon erfahren, denn der Ich-Tod im Traum ist nicht zwingend um diese Ebenen zu betreten, aber dafür der einfachste (Trick) und schnellste Weg. Ein kleiner Tipp: Egal was hier nun geschieht, es einfach zu lassen und vertrauen, dass alles gut wird. Auch hier kann man nicht sterben.
 
Was erwartet hier einen?
 
Dazu vielleicht am besten ein Traumbeispiel aus dieser Zeit, als meine eigene Reise began:
 
»Der Architekt«
Ich wache im Bett meiner Eltern auf und bin mir direkt des luziden Träumens bewusst. Ich springe durch das Fenster, versuche irgendwelche Figuren in der Umgebung zu finden – keine da. Ich fliege zum Himmel und begebe mich in den Sturzflug. Bevor ich auf den Boden pralle, mache ich die Augen entspannt zu, um die »andere« Seite zu betreten. Ich wache im selben Bett auf, weiß allerdings, dass ich nun in einem transzendenten Traum bin. Alles wirkt schemenhaft und etwas dunkler, aber realistischer als der luzide Traum zuvor.
Ein Mann sitzt direkt an meinem Bett. Er sieht wie ein Architekt aus. Aus bereits gesammelter Erfahrung vertraue ich ihm. Er sagt zu mir: »Wir können dir einen Vorschlag machen: Wir können dir jede Situation nachstellen, vor der du dich fürchtest. Du kannst dir also eine dir beängstigende Situation aussuchen und wir bauen diese für dich nach, damit du dich deinen Ängsten stellen kannst.« Er ist sehr freundlich und geduldig, redet mit mir wie mit einem Kind. Ich frage ihn: »Egal welche?« Er antwortet: »Nein, manche Ängste können wir nicht nachstellen.« Aber welche es sind, verrät er mir nicht. Er fragt mich, wovor ich persönlich Angst habe. Etwas hastig sage ich: »Der Quarterback beim American Football zu sein. Das würde mir Angst machen.« »Okay«, sagt er und skizziert auf seinem Block schnell den Umriss eines Footballfeldes mit dem dazugehörigen Stadion, Spielern und Zuschauern. Ich finde die Zeichnung gut getroffen. Er meint: »Von der Größenordnung ist es kein Problem. Ich werde mich darum kümmern.« Er löst sich auf. Ich wache in der Realität auf. Dabei bin ich gespannt auf die nächsten Aufgaben. Er kreiert für mich die Simulationen und erlaubt mir, mich meinen Ängsten in seinen geschützten Räumen zu stellen.
 
Es gibt viele dieser transzendenten Träume, die darauf noch mal aufmerksam machen, dass man sich in geschützten Übungsräumen befindet. Denn hier gelten dieselben Gesetzmäßigkeiten der bereits bekannten Fremdhypnose (Tiefenhypnose), die normalerweise nur gemeinsam mit einem Therapeuten oder Hypnotiseur betreten werden können. In dem wir die Logik des Verstandes durch den initiatorischen Tod ein Stückweit in den Hintergrund gerückt haben, betreten wir nun die Ebenen der Gefühle und Stimmungen.
 
Tipp: Hier sollte man vorsichtig sein, was man sich wünscht. Im Klartraum ist das zwar wunderbar, aber hier kann leider der kleinste Wunsch zu einem Terrorakt werden, der an einem selbst und an anderen verübt wird, und für den man schlussendlich verantwortlich ist.
Aber keine Angst, man ist in geschützten Räumen, die man aus eigenem Willen heraus betreten hat. Gleichzeitig wird man durch diese Ebenen von verschiedensten Mentoren geführt. Die Heldenreise beginnt, denn wir werden hier vor vielen Prüfungen und Aufgaben (des Architekten oder Architektin) gestellt, die wir natürlich meistern können und werden. Dazu an einer anderen Stelle mehr...
 
Also, ich lade Euch ein, einfach mal auszuprobieren, hinter dem Vorhang des eigenen Ich im Klartraum zu schauen. Und was kann schon passieren? Alles was uns nicht umbringt, macht uns stärker, oder? Jedenfalls bringen uns diese Ebenen in unserer persönlichen Entwicklung weiter voran.
 
Dazu würde ich gerne J. W. Goethe zitieren, der in der letzten Strophe seines Gedichts »Selige Sehnsucht« folgendes formulierte: »Und so lang du das nicht hast, dieses: Stirb und Werde! Bist du nur ein trüber Gast auf der dunklen Erde.«
 
Liebe Grüße
 
Bartosz

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Oneiroanutin

Hi Bartosz,
das liest sich sehr interessant, werde das ausprobieren.
Beim Lesen drängen sich ein paar Fragen auf....

1. Wenn du im Klartraum einen Tod provozierst, woher weißt du, dass du damit nicht einen einfachen Szenenwechsel herbeiführst ( wie beim Drehen oder durch Portale, falsches Erwachen etc. ), sondern eine andere Ebene betrittst? Woran machst du das genau fest? Wo ist der Unterschied zwischen der "normalen Klartraumebene" und dem transzendenten Klartraum? Kannst du das genauer beschreiben?

2. Beim schamanistischen Initiationsritus wird der Initiant auserwählt und oft ist es so, dass er/sie das gar nicht will, da es nicht nur Vorteile mit sich bringt. Man wird von den Geistwesen auserwählt und dann zerstückelt, um wieder neu zusammengesetzt zu werden. Ist das mit einem simplen "Selbstmord" im Klartraum, der ja frei gewählt ist, gleichzusetzen?

liebe Grüße
Kristina
Hi Kristina,

das sind wunderbare Fragen:
 
Zur 1.:

Ja, man kann mit Drehen die Ebenen der Transzendenten Träume betreten, weil das Drehen die Aufhebung von Raum & Zeit mit sich bringt. Wir können uns gerne an einer anderen Stelle, wo man sich über das Rotieren, Schleudern und Vibrieren des Klartraumkörpers, austauschen. Mit Portalen wird es vielleicht so ähnlich sein, ich habe das aber noch nicht ausprobiert.
 
Das Problem beim Rotieren (und vielleicht bei den Portalen und falschem Erwachen ist) ist, dass man nicht weiß, wo man landet. Man kann für die eigene Reise nach Innen keinen richtigen roten Faden aufbauen.
Der Vorteil bei dem „provozierten“ Tod ist, dass es eine universelle Konstante ist. Der Tod ist nicht nur im Leben universell, sondern auch im (Klar-)Traum. Und wenn man sich „nur“ auf diesem einlässt, wird man von einer Ebene zur der nächsttiefere Ebene Schritt für Schritt geführt. Der Ich-Tod ist somit der rote Faden, um tiefere Schichten zu betreten.
Gleichzeitig erlaubt uns der vorübergehende Tod das logische Denken (woran unser „Ego“ so gerne festhält) auszutricksen, um die Intuitiven und Empfindsamen Ebenen zu betreten.
 
Wie schon gesagt, wir befinden uns immer noch im Bereich der Klarträume. Aber weil wir in die Tiefe gehen, werden wir mit neuen Gesetzmäßigkeiten konfrontiert. Ich habe hier paar Kriterien, die auf meiner Webseite unter Definition aufgelistet sind, hier mal reinkopiert. Die fortgeschrittenen Klarträumer kennen schon jenes oder anderes Phänomen:

Kriterien für den Transzendenten Traum (TT):
  • Der TT wird bewusst durch den initiatorischen Tod im Traum eingeleitet, bevorzugter Weise im Klartraum. Man lässt den Tod des Traum-Ichs zu – gibt die Kontrolle des eignen Ichs auf –, um sich auf die geistigen Ebenen des TTs zu begeben.
  • Beim Übergang in die Schlafphase kann der Eintritt in den TT von Vibrationen, Schwingungen oder durch das Rotieren um die eigenen Achsen begleitet werden. Ein Sturzflug durch einen schwarzen Tunnel wird eingeleitet, um den TT zu betreten.
  • Auf den Ebenen der TTs finden sich die gleichen reinigenden Kräfte und Phänomene wieder wie bei der bereits bekannten Fremdhypnose (Tiefenhypnose) durch einen Therapeuten / Hypnotiseur. Das kontrollierende Denken der Ratio rückt durch den initiatorischen Tod im Traum in den Hintergrund, die Ebenen der Gefühle und Stimmungen werden betreten.
  • TTs sind oft mit direkten körperlichen Empfindungen (Tastsinn, Schmerzempfinden, Temperaturwahrnehmung etc.) im Schlaf verbunden.
  • Nach dem Aufwachen aus dem TT ist das Bewusstsein gegeben, dass man ein Kind / Schüler(in) in diesem geschützten und virtuellen Raum war.
Weitere Beobachtungen bei fortgeschrittenen TTs:
  • Eine konkrete Prüfung oder Aufgabe steht einem bevor.
  • Friedliebende Halluzinationen können beim Aufwachen entstehen: visuell (Tiere), auditiv (Musik, Stimmen), haptisch (Berührung), olfaktorisch (Gerüche).
  • Der völlige Stillstand oder Ruhestand des Traum-Ichs wird eingeleitet. Entweder man wird gefesselt, festjustiert oder festgehalten. Dies gilt es zuzulassen. Es dient dem eigenen Schutz, um nicht unüberlegte Handlungen auszuführen.
  • Viele Träume spielen sich im Element des Wassers – der Welt der Gefühle – ab.
  • Am Anfang der Reise durch das Reich der TTs werden aus Angst und Unsicherheit möglicherweise Fehler gemacht, die notwendig und lehrreich sind. Jedoch ist stets das Bewusstsein vorhanden, sich in einem geschützten und aus freiem Willen betretenen Raum zu befinden.
  • Im Gegensatz zu luziden Träumen ist es in den TTs möglich, die virtuellen Räume im Schlaf für einen Moment auszublenden, falls die Herausforderung zu groß wird. Es ist möglich, wie bei einer Computer-Simulation, mental auf die Pause-Taste zu drücken. Gleichzeitig wird dabei einem bewusst, dass man sich in einem fiktiven Übungsraum befindet. Wenn wieder der Mut gefasst ist, kann man nach ein paar Sekunden mental die Start-Taste drücken oder das Unbewusstes bitten, dass sich die Simulation für einen wieder einblendet wird, um sich erneut der Herausforderung und den Aufgaben zu stellen. Das ermöglicht sich komplexeren Themen und Situation zu widmen und diese zu verarbeiten.
  • In den fortgeschrittenen TTs werden die eigenen Augen von vertrauenswürdigen Mentoren oder Mentorinnen operiert, der Fokus kalibriert und nachjustiert, damit die eigene Aufmerksamkeit und Konzentration in den TTs dauerhaft aufrechterhalten wird, um noch tiefer ins Reich der TTs vorzudringen.
  • Die sehr fortgeschrittenen Übungsräume der TTs bekommen spirituelle und mystische Züge.
 
Zur 2.:
 
Weil wir uns des Klartraums bewusst sind  – also in das Reich der Klarträumen durch unser „Unbewusstes“ eingeladen worden sind – sind wir schon die „Auserwählten“ :-)

Und tatsächlich läuft der simple „Selbstmord“ auf eine immer mehr fortwährende Loslösung des angstbehafteten Körpers zu. Aber Schritt für Schritt, und wenn wir die Angst vor dem Tod endlich überwunden haben, wird man sich größeren Aufgaben stellen können.
 
Dazu vier TT-Beispiele aus dem Buch:
 
»Schwebende Körperteile«
Ein Mann kommt mit einer Schere an mein Bett. Ich entspanne mich. Er schneidet mir meinen rechten Arm und mein rechtes Bein ab. Ich spüre keine Schmerzen. Die abgeschnittenen Körperteile beginnen in der Luft zu schweben. Es sieht fantastisch aus.
 
»Friedhof«
Nachts gehe ich über einen Friedhof. Dabei habe ich das Gefühl, ein rebellischer Jugendlicher zu sein, der hier nichts verloren hat. Ich sehe einen Sarg, der aufrecht steht und ich gehe hinein. Die Innenseite des Sargdeckels ist von vielen spitzen Nägeln durchbohrt. Ich entspanne mich, der schwere Sargdeckel geht von alleine zu, dabei werde ich von den langen Nägeln durchbohrt und um mich herum wird es dunkel. Ich öffne die Augen und bin augenblicklich hellwach. Eine kraftvolle Energie durchströmt meinen Körper.
 
»Schwarze Spinne«
In meinem Bett krabbelt eine schwarze Spinne über meinen Körper auf den Kopf zu. Ich lasse es zu. Sie krabbelt über mein Gesicht und setzt sich auf meine Stirn. Dabei sticht sie mir jeweils mit einem Spinnenbein Löcher in das Trommelfell. Danach wird die zerstörte Stadt, in der ich mich die ganze Zeit befand, die ich aber erst jetzt bemerke, wieder aufgebaut. Aus den alten Ruinen ersteht eine schöne, großartige Stadt.

Wir werden alle möglichen Insekten und Tiere an unserem Körper ertragen. Später werden die Tiere zu menschlichen Figuren. Diese Figuren werden dann zu unseren Begleitern.
 
»Das Herz«
Ich kämpfe gegen den Schauspieler Arnold Schwarzenegger, der mit einem Messer bewaffnet ist. Es ist ein anstrengender Kampf und ich glaube nicht, dass ich gewinnen kann. Ich erkenne jedoch plötzlich den Traum als Traum und lasse ihn zustechen. Er bohrt sein Messer tiefer in mein Herz. Ich lasse es zu, obwohl es schmerzt. Dabei wird Arnold kraftloser und dann ohnmächtig. Bevor er hinfällt, fange ich ihn auf. Sein Körper verschwindet ganz. Ich halte nur seine Kleidung in meinen Armen und wache auf.

Seitdem sich das Symbol von Arnold Schwarzenegger in Luft aufgelöst hat, fühlt sich mein Herz weniger angestrengt und verkrampft an. In luziden Träumen können Blockaden oder Verkrampfungen gelöst werden, sobald wir lernen, den Figuren zu vertrauen. Sie dürfen nicht vergessen, dass sowohl das Messer, Ihr Traum-Körper als auch das Gegenüber eine Illusion ist – genauso wie der Raum und die Zeit. Lassen Sie also das Messer in Ihren Körper eindringen – betrachten Sie das Ganze als einen operationellen Eingriff.
___
 
So ist es wichtig, dass man den körperlichen Kontakt zu lässt. Und egal, was passiert, ob man nun zerstückelt, aufgefressen, aufgeschlitzt, erdolcht oder verbrannt oder was auch immer wird, einfach vertrauen und entspannt es zu lassen, und „Wunder“ werden passieren.
 
Ich durfte die Erkenntnis machen, dass das Traum-Ich nicht nur unsterblich, sondern auch unendlich ist und am Ursprung des „Geistes" dichter dran ist, als die subjektive Wahrnehmung des Ichs im Wachleben.

Die Frage ist dann: Was ist das eigene Traum-Ich im (Klar-)Traum?

Die Antwort ist sehr simpel, und die meisten Klarträumer wissen es intuitiv. Ich zitiere wieder einfach aus dem Buch:
 
„Das Traum-Ich und das bewusste Ich im Wachzustand sind zwei verschiedene Paar Schuhe, obwohl sich beide durch die subjektiv eingeschränkte Sicht gleich anfühlen und als ein und dasselbe Bewusstsein modifiziert werden. Aber weil das Traum-Ich in den Klarträumen fliegen und durch Wände gehen kann, ist es hinsichtlich seiner Konsistenz und Transparenz dichter am Ursprung des Geistes als das körperliche Ich in der Wirklichkeit.
Somit stellt das Traum-Ich die Brücke zu unserem Geist dar, indem es sich auf der Reise durch das Reich der Träume seiner Transparenz und Transzendenz bewusster wird – also seiner Körperlosigkeit und Unsterblichkeit. Dabei wird das Traum-Ich in diesem kontinuierlichen Lernprozess zu seinem Ursprung von seinen Zwängen, Ängsten, seiner beschränkten Sinneswahrnehmung und eingebildeten Körperlichkeit befreit, losgelöst und gesäubert. In seiner reinsten körperlosen Form ist das Traum-Ich bereits der Geist – eine individuell-spirituelle Reise im Schlaf wird möglich.
In diesem Prozess befreien wir uns von unserem Traum-Körper, unserem Gefängnis, also unserem Kokon, um der Schmetterling zu werden, der wir schon immer waren. Nutzen wir dafür die aggressive und zerstörerische Kraft der anderen Figuren, die wir ja selbst sind. Wenn diese uns im Traum aufschlitzen oder zerreißen wollen – umso besser. Nutzen wir deren angebotene Hilfestellung, wie es in der populären Filmdramaturgie üblich ist, um unser wahres Selbst aus dem Gefängnis unseres angstbehafteten Egos zu befreien.
Wie erwähnt, ist in der populären Filmdramaturgie »Die Reise des Helden« das Böse nicht nur aus Selbstzweck böse, sondern hilft lediglich dabei, unseren wahren und authentischen Kern ans Tageslicht zu bringen. Natürlich wache ich bei den ersten Angriffen erschreckt auf. Die Angst vor dem möglichen Schmerz ist zu groß. Bevor mich Dolche durchbohren oder gefährliche Tiere überwältigen, wache ich lieber entsetzt auf. Das ist normal, aber es ist alles nur eine spielerische Fiktion. Spielen wir mit. So erlauben wir dem Verdrängten, sich mit uns zu beschäftigen.“
 
Deswegen habe ich mich entschieden, diesen Prozess aus der Perspektive einer Heldenreise zu erzählen. Niemand hat gesagt, dass sie einfach wäre. Aber ich finde, aus meinen Erfahrungen heraus, ist sie lohnenswert.  Doch jeder muss für sich entscheiden, ob er oder sie diese Heldenreise antreten mag....
 
Liebe Grüße
Bartosz
Was bezeichnest du als Doppelgänger?
Bartosz Werner schrieb:Fortgeschrittene Klarträumer haben diese Ebenen natürlich schon erfahren, denn der Ich-Tod im Traum ist nicht zwingend um diese Ebenen zu betreten, aber dafür der einfachste (Trick) und schnellste Weg. Ein kleiner Tipp: Egal was hier nun geschieht, es einfach zu lassen und vertrauen, dass alles gut wird. Auch hier kann man nicht sterben.

Hallo Bartosz big

der Ich-Tod ist nicht zwingend thumbsu Spontan ergibt sich eine andere Frage für mich: Warum sterben Träumer im Traum ohne diese Ebene zu erfahren? Liegt es nur an der Fokussierung? Das könnte ich mir zumindest vorstellen.

Ein paar Gedanken noch dazu:
Die Erfahrung „mir kann im Klartraum nichts passieren, es ist unmöglich zu sterben“, basiert meiner Meinung nach einzig auf derselben geistigen Haltung. Verlässlich ist sie allerdings nicht bigwink Denn jeder stirbt mal und es ist durchaus möglich, dass es im Schlaf passiert. Dass es nicht in einem Klartraum geschieht, kann keiner vorhersagen.
Ich meine nur, egal auf welcher Traumebene du bist oder wo auch immer, sterben kannst du überall(im Sinne, dass das phys. Herz stehen bleibt). Ist vielleicht ganz gut, es nicht ganz außer Acht zu lassen^^

Heldentod: Ich bin schon seit Jahren auf Erkundungstour im Thema „Zusammenhang Traum und Wachleben“. Genauer gesagt, welche Auswirkungen haben Handlungen und Entscheidungen im Traum auf das Wachleben. Damit meine ich nicht allein das Fühlen, sondern auch ganz konkret den Umgang mit sich selbst, mit anderen, mit der Story und so weiter, allem, was jeweils zur aktuellen Kulisse dazugehört. Und rein intuitiv würde ich mir nichts antun wollen. Gewaltsamer Tod widerstrebt mir sogar. Ich kann sagen, ok, ich suche nach einer anderen Ebene, nach Jenseits-, Sterbeerfahrung oder neuen Traumtiefen, aber das bedeutet für mich nicht gleichzeitig, den eigenen Tod gewaltsam herbeizuführen.
Für mich haben Traumerscheinungen eine Symbolik. Sie haben Entsprechungen. Das gilt auch für meine Traumhandlungen. Heißt, mir einzureden, es ist nix dahinter, mir kann nichts passieren, wäre für mich eine leere Aussage. Sie würde nicht greifen. Mein System ist .. keine Ahnung…anders. Weiß ich denn, was genau ich da treibe und in welchem Symbolbereich ich gerade sterbe? Weiß ich immer genau, welche Entsprechung meine aktuelle Szenerie für mich im WL hat? Gewalt ist kein Tabu in meinen Träumen, es gibt da auch schon mal Kämpfe. Aber dann ergibt sie sich aus der Story und/oder ist Teil davon. Teil des natürlichen Prozesses. Suizid im bewussten Traum macht für mich ein schlechtes Gefühl. Vetrauen hin oder her, es ist sowas wie Eigenverantwortung, die da mit drinsteckt. Da kann ich nicht aus meiner Haut  fear

Es gelingt mir, soweit mitzugehen, dass ich den Klartraumheldentod praktizieren kann, wenn ich ein rundum Stimmigkeitsgefühl dafür habe. Bsp. ich opfere mich im Rahmen des klar erlebten Traumfilmes für das Leben eines Volkes oder so. Wobei das noch nicht nötig war … bigwink (glaub ich, müsste ich erst suchen gehen..)
Aber ansonsten würde ich darauf verzichten. Erzwingen würde ich das nicht. Denn weißt du, auf der anderen Seite erkunden wir die Möglichkeiten von Heilung im Traum(TT) und Klartraum(KT). Wir haben dazu auch Berichte und Threads im Forum
https://www.klartraumforum.de/forum/show...#pid235471
Hier nutzen wir unseren Traumkörper zur Heilung, tun uns was Aufbauendes an und dort töten wir ihn/uns? Ich hab da ein Grundsatzwiderspruchsgehtnichtmiteinanderusw.-Problem, hmm huh

Das ist aber nur meine rein persönliche Einstellung zum Thema „Sinn des Heldentodes im Klartraum“. (Es gibt hier bestimmt auch den einen oder anderen Fan von Umbringen, Zerstückeln usw. im Klartraum bigwink pleased )

Und, du sagst es im anschließend zitierten Text, es gibt sicherlich noch andere Wege um in den transzendenten Traumzustand zu gelangen.

(Die nachfolgenden Texte sind der im Eingangspost verlinkten Webseite entnommen. Unter Punkt „Definition“ steht dort u.a.:)

Zitat:Die Initiation des Helden
[…]
Denn erst durch den »vorübergehenden« Tod des Traum-Ichs geben wir uns in den Träumen einer tieferen Macht im Innern hin. Dabei steigen im Schlaf geistige Phänomene auf, die ins Wachleben hinüberreichen und sich dadurch langsam der eigenen Geistigkeit bewusst wird. Dabei eröffnet sich uns eine neue Sicht auf die Welt, die zeigt, dass das Leben nicht alle seine Geheimnisse preisgeben mag: Es ist tiefer angelegt, als es sich uns bisher im Alltag erschlossen hat.

Gesetzmäßigkeiten
Auf diesen tieferen Ebenen gelten dieselben Gesetzmäßigkeiten der bereits bekannten Fremdhypnose (Tiefenhypnose), die normalerweise nur gemeinsam mit einem Therapeuten oder Hypnotiseur betreten werden können. Der Unterschied ist, dass bei einer Fremdhypnose der eigene Wille an den Hypnotiseur abgegeben wird, um sich mit seiner Hilfe und sicheren Führung in die tiefen Bereiche der Psyche zu begeben. […]

Das könnte man mit einer gezielten Präluzidität vergleichen? Oder wo genau siehst du den Unterschied zum Trübtraum bzw. zur Trübtraum-„Steuerung“?
Sobald man klar ist, denkt man anders, die „Steuerung“ ist mehr oder weniger, merklich oder unmerklich, verändert.
Man kann aber die Klarheit ein Stück weit unterdrücken und sich treiben lassen. Sie verbergen sozusagen. Keine Ahnung, ob das nun dasselbe ist oder nicht.

Wie klar  bist du noch in den transzendenten Träumen?

Zitat:Transzendenter Traum als virtueller Übungsraum
[…]
Daher ähneln transzendenten Träume realistischen Klarträumen und manchmal ist der Übergang in einen transzendenten Traum fließend, weil beide Traumarten auf die subjektive, individuelle Sicht beschränkt sind. Je tiefer und zielgerichteter wir uns in die Welten der transzendenten Träume fallen lassen, desto deutlicher werden die Unterschiede und Gegensätze zu den bekannten Klarträumen.

Ein fließender Übergang, wie könnte dieser deiner Meinung aussehen? Ich nehme einfach mal an, dass nicht der Heldentod gemeint ist(der geschieht ja eher schlagartig).

Zitat:Kriterien für den Transzendenten Traum (TT):
  1. Der TT wird bewusst durch den initiatorischen Tod im Traum eingeleitet, bevorzugter Weise im Klartraum. Man lässt den Tod des Traum-Ichs zu – gibt die Kontrolle des eignen Ichs auf –, um sich auf die geistigen Ebenen des TTs zu begeben.
  2. Beim Übergang in die Schlafphase kann der Eintritt in den TT von Vibrationen, Schwingungen oder durch das Rotieren um die eigenen Achsen begleitet werden. Ein Sturzflug durch einen schwarzen Tunnel wird eingeleitet, um den TT zu betreten.
  3. Auf den Ebenen der TTs finden sich die gleichen reinigenden Kräfte und Phänomene wieder wie bei der bereits bekannten Fremdhypnose (Tiefenhypnose) durch einen Therapeuten / Hypnotiseur. Das kontrollierende Denken der Ratio rückt durch den initiatorischen Tod im Traum in den Hintergrund, die Ebenen der Gefühle und Stimmungen werden betreten.
  4. TTs sind oft mit direkten körperlichen Empfindungen (Tastsinn, Schmerzempfinden, Temperaturwahrnehmung etc.) im Schlaf verbunden.
  5. Nach dem Aufwachen aus dem TT ist das Bewusstsein gegeben, dass man ein Kind / Schüler(in) in diesem geschützten und virtuellen Raum war.
(ich habe die Punkte mal nummeriert, so kann man es besser überschauen)

Zu 2. Meinst du die Einschlafphase? Kannst du folglich auch direkt aus dem WL in einen Transzendenten Traum übergehen? Also wiederum ohne Heldentod?

Zu 4. Es kann körperlich wehtun, wenn du in einem transzendenten Traum bist?

Zu 5. Kann ich nachvollziehen. Aber würdest du nicht jeden Traum als einen geschützten, virtuellen Raum bezeichnen? Oder was sind die normalen Träume dann? Vielleicht ist es interessant für dich, ich hatte mal eine Übersicht von Traumschichten zusammengestellt(eine nette Träumerin gab die Anregung dazu)

Ok, dann noch zwei Fragen zu diesem Traum:

Zitat:»Der Architekt«
Ich wache im Bett meiner Eltern auf und bin mir direkt des luziden Träumens bewusst. Ich springe durch das Fenster, versuche irgendwelche Figuren in der Umgebung zu finden – keine da. Ich fliege zum Himmel und begebe mich in den Sturzflug. Bevor ich auf den Boden pralle, mache ich die Augen entspannt zu, um die »andere« Seite zu betreten. Ich wache im selben Bett auf, weiß allerdings, dass ich nun in einem transzendenten Traum bin. Alles wirkt schemenhaft und etwas dunkler, aber realistischer als der luzide Traum zuvor.
Ein Mann sitzt direkt an meinem Bett. Er sieht wie ein Architekt aus. Aus bereits gesammelter Erfahrung vertraue ich ihm. Er sagt zu mir: »Wir können dir einen Vorschlag machen: Wir können dir jede Situation nachstellen, vor der du dich fürchtest. Du kannst dir also eine dir beängstigende Situation aussuchen und wir bauen diese für dich nach, damit du dich deinen Ängsten stellen kannst.« Er ist sehr freundlich und geduldig, redet mit mir wie mit einem Kind. Ich frage ihn: »Egal welche?« Er antwortet: »Nein, manche Ängste können wir nicht nachstellen.« Aber welche es sind, verrät er mir nicht. Er fragt mich, wovor ich persönlich Angst habe. Etwas hastig sage ich: »Der Quarterback beim American Football zu sein. Das würde mir Angst machen.« »Okay«, sagt er und skizziert auf seinem Block schnell den Umriss eines Footballfeldes mit dem dazugehörigen Stadion, Spielern und Zuschauern. Ich finde die Zeichnung gut getroffen. Er meint: »Von der Größenordnung ist es kein Problem. Ich werde mich darum kümmern.« Er löst sich auf. Ich wache in der Realität auf. Dabei bin ich gespannt auf die nächsten Aufgaben. Er kreiert für mich die Simulationen und erlaubt mir, mich meinen Ängsten in seinen geschützten Räumen zu stellen.

Falls es dir nicht zu persönlich ist: Wie ging es speziell in diesem Fall weiter, wie sah der Traum aus, um den er sich gekümmert hat? Wie bist du daraus hervorgegangen?

Bartosz, einige deiner Schilderungen erinnern mich an das, was manche hier „Hyperreale Welt“ nennen. Joshua1007 hatte diesen Begriff vor Jahren ins Forum eingebracht. Wir haben uns zeitweilig näher damit auseinandergesetzt und später habe ich das Markanteste mal zusammengefasst. Die Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Dennoch sehe ich Übereinstimmungen. (Nicht zu vergessen, dass wir alle Individuen sind biggrin daher ist der stellenweise Schleier darüber ganz subjektiv gestaltet bigwink ) Joshua ging überwiegend durch Meditation im KT in diese Ebene.

Viele Grüße, Laura
Hi Laura,

ich finde es wunderbar, dass du deine Meinung und Fragen so klar formulierst. Umso mehr freue ich mich, mich mit Euch austauschen zu können.
 
Wenn mir jemand von 13 Jahren gesagt hätte: „...probiere das initiierte Sterben doch mal im Traum aus...“, hätte ich wahrscheinlich genauso reagiert wie Du. Als ich die ersten Fassungen des Buches einem Verlag zugeschickt habe, meinte dieser, dass das Thema spannend sei, aber man sollte das Buch ohne therapeutische Begleitung nicht aus der Hand geben.
 
Deshalb bitte ich hier jeden und jede, der sich mit dem „initiierten Tod im Klartraum“ unwohl fühlt, die Hände davon zu nehmen. Jeder wie er kann und mag.
 
Es sind meine persönlichen Erfahrungen, die ich hier beschreibe und hoffe, dass die Wissenschaft früher oder später diese (positiv) bestätigt. Deshalb dient alles, was ich hier schreibe, nur zur neutralen Information.
 
Gleichzeitig bin ich in dieses Forum gekommen, um mich mit dem vielfältigen Klartraumwissen abzugleichen und meine eigenen Erfahrungen von dieser oder jener Seite neuzubeleuchten und nachzujustieren.
 
Also, kommen wir zu deinen wunderbaren Fragen:
 
„Warum sterben Träumer im Traum ohne diese Ebene zu erfahren? Liegt es nur an der Fokussierung?“
 
Ja, und am Entspannungsgrad. Umso entspannter wir uns dem Sterben im Traum hingeben und voller Vertrauen sind, das alles gut wird, umso einfacher kann man diese Ebenen betreten.
 
Und es geht nicht darum, an der Geisteshaltung „...mir kann im Klartraum nichts passieren, es ist unmöglich zu sterben...“ festzuhalten, sondern darum, die Kontrolle aufzugeben, sich fallenzulassen und loszulassen. Es geht um den Prozess des Loslassens zu können, erst ab dann kann ein Neubeginn erfolgen.
 
So gibt es im Klartraum die wunderbare Möglichkeit, die hohe Kunst der Selbstlosigkeit und des Loslassens zu erlernen. Besonders gilt das für (ichbezogenen) Wünsche und Sehnsüchte. Schaut lieber im Klartraum nach Figuren Ausschau, die unter diesen leiden: Es ist immer ein Teil von Euch. Dazu später mal mehr.

Der Ich-Tod, das selbstlose Sterben, ist ein Tool. das Loslassen zu üben. Wenn man das Sinnbild des Heldentodes in diesem Zusammenhang verwenden möchte, dann nur – wie es in der populären Filmdramaturgie festgehalten wird –, um sich für andere zu Opfern. Also, selbstlos zu handeln, damit andere überleben können. Und das hast du eigentlich wunderbar so formuliert. Das ist der Weg.


Paar Fragen, die du mir gestellt hast, lassen sich am Beispiel dieses fortgeschrittenen transzendenten Traumes beantworten. Und zwar in Bezug auf Klarheit, Führung, Mentoren, Entscheidungsgewalt, etc.
 
»Die Ärztin«
Ich lasse mich aus dem Bett fallen, fliege durch den schwarzen Tunnel und lande in einem weißen Arztzimmer. Eine Ärztin sitzt auf der anderen Seite ihres Schreibtischs mir gegenüber. Wenn ich sie (positiv) werte oder mich über ihr Erscheinen wundere, blendet sich der Traum aus, so als ob jemand auf die Pause-Taste druckt. Es wird dunkel. Ich weiß, ich bin immer noch im transzendenten Traum. Ich darf nicht werten, keine Logik verwenden, keine Angst, sondern muss Vertrauen haben. Ich entspanne mich und die Situation wird wieder eingeblendet.
Die Ärztin sitzt wieder vor mir, steht nun auf und kommt auf mich zu. Sie macht meine Schädeldecke auf, bohrt in meinem Gehirn und stellt etwas um, ich spüre jedenfalls ein leichtes Drücken. Ich lasse es zu, es tut ja auch nicht weh. Dann schaut sie mich an, um zu überprüfen, wie ich auf die Hirnoperation reagiere. Zeige ich Angst oder Skepsis? Die habe ich nicht. Sie holt ein ganz langes, spitzes Küchenmesser heraus und sagt mir, ich solle den Mund aufmachen. Ich habe das Gefühl, ein Kind zu sein, vertraue ihr schließlich und mache den Mund auf. Sie steckt das spitze Messer tief in meinen Mund und durchbohrt es, aber mir passiert nichts. Sie ist zufrieden, entfernt sich von mir und ich werde vor die Tür gesetzt.
Ich bin im 27. Stockwerk eines Hochhauses und muss aus dem Fenster springen. Ohne zu überlegen springe ich, genieße den Fall. Dieser wird langsam abgebremst, die Fläche wird weiß. Ich höre die Ärztin aus dem Hintergrund sagen: »Bis zum nächsten Mal.« Sie sagt dies sehr freundlich und mit Gewissheit. Ich habe das Gefühl wieder aufwachen zu können und tue es. Meinen Körper durchströmt eine warme herrliche Energie, dabei freue ich mich, ihr bald wieder zu begegnen.
___
 
Heilung im Traum?
 
Ja, darum dreht sich mein ganzes Buch. Die Zielgruppe waren für mich nie die Klarträumer, sondern es sind Menschen, die Traumata erlebt haben, mit Gewalt konfrontiert wurden, an PTBS leiden. Stelle dir mal vor, diese Menschen begegnen einer Mentorin wie meiner Ärztin im Schlaf? Und sie können sie um Hilfe bitten...

Ein fließender Übergang, wie könnte dieser deiner Meinung aussehen?
 
Hier gibt es mehrere Visualisierungshilfen, einer zb davon ist, durch einen dunklen, langen Tunnel zu fliegen, um auf die andere Seite zu kommen. Aber der fliessende Übergang ist auch gewährleistet, wenn man sich zb im Klartraum nach hinten fallen lässt. Es ist auch eine Form, die Kontrolle loszulassen / sich fallenzulassen.

Leider bin ich auf den Trick viel zu spät gekommen, aber er funktioniert. Lass dich einfach nach hinten fallen und stelle dir dabei vor, dass das Unbewusste / das Selbst dich sicher auffangen wird. Vielleicht ist das mehr dein Ding?  normal

Meine Frage ist grade, ob im Klartraumforum schon eine „Challenge“, mit dem Vorhaben sich im Klartraum nach hintern fallen zu lassen, gemacht wurde?

Zu Frage 2. Kannst du folglich auch direkt aus dem WL in einen Transzendenten Traum übergehen? Also wiederum ohne Heldentod?

Ja, später braucht man den „Trick“ mit dem eingeleiteten Tod nicht mehr. Man kann sich direkt aus der Trance, in die Welt der Gefühle fallen lassen. Deshalb haben die Klarträumer in jener oder ähnlicher Form diese Ebenen schon erlebt.

Zu Frage 4. Es kann körperlich wehtun, wenn du in einem transzendenten Traum bist?

Ja, aber selten, denn es wird einem nichts zugemutet, wofür man nicht bereit ist. Und Schmerzen sind eher in den fortgeschrittenen TTs zu finden. Dabei verhält es sich bei den „notwendigen“ Schmerzen eher wie bei einem Zahnarztbesuch, wo der Zahnarzt einem faulen Zahn ziehen soll. Wenn er ihn zieht, schmerzt das. Aber man ist unglaublich dankbar dafür, dass der faule Zahn draußen ist.

Zu Frage 5. Aber würdest du nicht jeden Traum als einen geschützten, virtuellen Raum bezeichnen? Oder was sind die normalen Träume dann?

Ja, tatsächlich ist jeder Traum ein virtueller Raum. Der Unterschied zum transzendenten Traum ist, dass man sich hier bewusst ist, dass man noch ein Kind (siehe „die Ärztin“ oben) ist, welches hier lernen darf und kann. Deshalb empfinde ich es eher als einen geschützten Schulungs- und Lernraum, weil man sich eben seines Kindesdaseins bewusst ist.

Tatsächlich erlebt man hier als Kind viele verschiedene Einschulungsrituale. Dazu nur eins als Beispiel:

»Sommerakademie«
Ich bin in einer Schule – in einer Sommerakademie. Sie wirkt, als ob sie auf einer Wolke schwebt oder hoch oben in den Baumwipfeln errichtet ist. Die Direktorin verkündet mit einem Lautsprecher, dass diese Akademie eine Woche dauern wird. Ich bin einer von den Erstklässlern oder fühle mich jedenfalls so, dabei bin ich genauso groß wie die anderen Kinder. Aus einem weiteren Klassenraum höre ich die männliche Stimme eines Lehrers, die sich streng anhört, aber dennoch fair ist. Die Lehrerin, die vor der Tafel steht, ist sehr freundlich. Sie erzählt uns, dass wir an dieser Schule lernen, wie die verschiedenen Sinne im inneren und außerhalb des Körpers funktionieren. Sie verwendet verschiedene medizinische und psychologische Ausdrucke, die mir nicht geläufig sind, sondern sich eher phantastisch anhören. Dennoch habe ich keine Zweifel, dass alle ihre Absichten wahrhaftig sind. Als sich die Vorstellungsrunde der neuen Schüler auflöst, gehe ich zu der Lehrerin und frage sie, ob ich sie sprechen kann. Sie sagt: »Natürlich«. Ich frage sie, ob es die medizinischen Ausdrücke, die sie verwendet hat, tatsächlich gibt. Sie zögert etwas und meint: »An sich schon.« Ich frage, ob sie zweideutig gemeint sind. Sie nickt freundlich. Der transzendente Traum geht zu Ende, ich wache auf und freue mich, dass ich endlich in die geistige Akademie aufgenommen worden bin.
___

Wie ging es speziell in diesem Fall weiter, wie sah der Traum aus, um den er sich gekümmert hat? Wie bist du daraus hervorgegangen?

Einen weiteren Traum, wo ich ein Quarterback war, gab es nie. Aber dafür andere, die in eine ähnliche Richtung weisten. In diesem Traum war es für mich wichtiger, dass sich der Architekt mir persönlich vorstellte, der für mich diese geschützten Räume baut und die Verantwortung dafür trägt. Er hatte direkt einem Vertrauensvorsprung von mir bekommen. So konnte ich mich angstfreier und mit Zuversicht auf die nächsten Ebenen einlassen.

Die Übersicht der Traumschichten, die Threads im Forum von Heilung und die Zusammenfassung der „Hyperreale Welten“ werde ich mir anschauen. Das sind tolle Tipps.

Danke Dir.

Viele Grüße
Bartosz

(26.03.2019, 16:08)Meerfelix schrieb: [ -> ]Was bezeichnest du als Doppelgänger?

Hi Meerfelix,

in den tieferen Träumen kommt früher oder später ein Doppelgänger (von einem Selbst) auf einen zu. Und nein, er ist nicht im Spiegel. Hier ergibt sich zwangsläufig die Frage: "Wenn der andere Ich bin, wer bin ich dann selbst?"
 
Warum er vorbeikommt und wieso es wichtig und bereichernd ist, dass er einem freiwillig begegnet, kann ich, wenn es mir die Zeit erlaubt, an einer anderen Stelle schreiben.

Hast du schon Erfahrungen mit einer Doppelgänger(in) von Dir gemacht?
 
Lg
Bart
Danke für dein Antwort! Faszinierend..
Das einzige was ich dem Zuordnen kann ist ein Traum wo ich einen Raum betrat, indem sich jemand unter der Bettdecke "versteckte". Es hat sich für mich so angefühlt, als sei ich es selbst unter der Bettdecke also als nähere ich mich jemandem, der meine exakte Energiesignatur hat. Es war ein luzider Traum, allerdings habe ich damals die Decke nicht gelüftet!
(27.03.2019, 09:00)Bartosz Werner schrieb: [ -> ]Meine Frage ist grade, ob im Klartraumforum schon eine „Challenge“, mit dem Vorhaben sich im Klartraum nach hintern fallen zu lassen, gemacht wurde?
Nach einem Klartraum-Treffen, bei dem wir uns über außerkörperliche Erfahrungen (AKEs) unterhalten haben, haben wir das Mal ausprobiert. Ich habe hier von einer Erfahrung berichtet. Es schließt sich ein Austausch über AKEs und die als anders wahrgenommene Traum-Qualität an.
Ich bin dabei zu dem Schluss gekommen, dass sogenannte AKEs eigentlich nur Klarträume sind, die eine etwas andere Qualität haben. Sie haben nur deshalb eine andere Qualität, weil ich damit rechne, dass sie anders sind. Ich bleibe dabei immer der Gestalter meiner Träume.

Also: Wenn ich sage (laut oder leise): "Ich lasse mich jetzt nach hinten fallen, um einen besonderen Traum zu induzieren", dann habe ich auch einen besonderen Traum (zumindest, wenn ich nicht wach werde). Selbsterfüllende Prophezeiung.

Das bringt mich zu meiner Frage:

Wenn du von einer besonderen Klartraum-Qualität nach dem Tod im Klartraum sprichst, sehe ich dieselbe Gesetzmäßigkeit am Werk: Du vermittelst glaubhaft, dass nach dem "Kick" (Tod, Lauf durch einen Tunnel, in den Boden fallenlassen und ähnliches) der Klartraum eine besondere Qualität gewinnt. Verstehe ich dich da richtig?
Wenn ja: Für wie möglich hältst du es, dass deine Beschreibungen deswegen so zutreffend sind, weil du so fest daran glaubst?

Ich finde die Erfahrungen, die du beschreibst, sehr interessant und auch erstrebenswert (mit gewissen Einschränkungen). Aber ich habe da doch diese eine Frage, die mich bewegt, je mehr ich mich damit beschäftige:
Inwieweit handelt es sich bei diesen "besonderen" Klarträumen (lediglich) um selbsterfüllende Prophezeiungen und inwieweit handelt es sich (im Gegensatz zum Ersteren) um ein darüberstehendes "Naturgesetz"?

Nachsatz: Im Bereich Klarträumen stelle ich fest, dass die selbsterfüllende Prophezeiung ja genauso wirksam ist, als wäre sie ein Naturgesetz. Trotzdem finde ich das so spannend. Wenn ich ein proklamieren würde, dass man immer, wenn man im Klartraum Handstand macht am nächsten Tag super drauf ist, würde genau das vermutlich für mich und alle, die es ausprobieren, zur Realität werden. Ist das, was du beschreibst, Bartosz, auch so eine selbsterfüllende Prophezeiung? Und wenn nicht: Woran merkst du, dass es mehr ist?

Was denkt ihr dazu?
Ja, ich denke ähnlich. Klarträume sind stark formbar durch Erwartungen, auch wenn sie andererseits wieder unglaubliche Überraschungen bergen. Und es ist wichtig, im Traumzustand zwischen "innen" und "außen" zu unterscheiden.
Hallo Bartosz,

Zitat:ich finde es wunderbar, dass du deine Meinung und Fragen so klar formulierst. Umso mehr freue ich mich, mich mit Euch austauschen zu können.

Klar doch bigwink Ich versuche nur, hier und da vielleicht was Neues für mich zu entdecken.

Zitat:Wenn mir jemand von 13 Jahren gesagt hätte: „...probiere das initiierte Sterben doch mal im Traum aus...“, hätte ich wahrscheinlich genauso reagiert wie Du.
...
Jeder wie er kann und mag.

Das sehe ich ebenso.
Und bei mir ist es dann umgekehrt. Vor 13 Jahren hätte ich das alles nicht so kritisch hinterfragt. Meine Perspektive hat sich aber nach und nach verändert. Ich gehe heute mit Vielem sorgfältiger um als früher. Es ist halt so mein eigenes Ding bigwink
An die Fallmethode erinnere ich mich noch ganz gut, wir hatten sie –vor ca. 13 Jahren-  mal im Forumsgespräch. Allerdings mit dem Ziel eines Wunsch-Ortswechsels im KT. Womit wir wieder beim Fokus sind biggrin (es ist alles nur Handwerkszeug)

Wenn ich mal zusammenfassen darf, dann haben wir bis jetzt für das Erreichen des transzendenten Traumzustandes folgende Vorgehensweisen/Techniken:

a) der absichtliche, freiwillige Heldentod (im KT)
b) die Vorstellung eines (dunklen?) Tunnelfluges (im Einschlafen, beim Wilden)
c) das Fallenlassen nach hinten im KT
d) Trance? Oder ist damit das gemeint, was unter Punkt c) steht? Du schreibst:
„Ja, später braucht man den „Trick“ mit dem eingeleiteten Tod nicht mehr. Man kann sich direkt aus der Trance, in die Welt der Gefühle fallen lassen. Deshalb haben die Klarträumer in jener oder ähnlicher Form diese Ebenen schon erlebt. „

Zitat:Es sind meine persönlichen Erfahrungen, die ich hier beschreibe

Genau. Das trifft auch meinerseits zu.

Zitat:Und es geht nicht darum, an der Geisteshaltung „...mir kann im Klartraum nichts passieren, es ist unmöglich zu sterben...“ festzuhalten, sondern darum, die Kontrolle aufzugeben, sich fallenzulassen und loszulassen. Es geht um den Prozess des Loslassens zu können, erst ab dann kann ein Neubeginn erfolgen.

Ja big Wenn man an diesem Denken nicht festhält, sondern der Möglichkeit, dass man auch physisch sterben könnte, neutral und gelassen gegenüber steht, ist es ein viel größeres Loslassen. Da stimme ich zu.

Zitat:So gibt es im Klartraum die wunderbare Möglichkeit, die hohe Kunst der Selbstlosigkeit und des Loslassens zu erlernen. Besonders gilt das für (ichbezogenen) Wünsche und Sehnsüchte. Schaut lieber im Klartraum nach Figuren Ausschau, die unter diesen leiden: Es ist immer ein Teil von Euch. Dazu später mal mehr.

Natürlich big
Unterwegs als Klartraumhelfer

Zum "Loslassen und Kontrolle aufgeben" könnten für dich auch diese Themen interessant sein:
Der Autopilot im Klartraum
Impulse & Intuition im Klartraum

Zitat:Die Zielgruppe waren für mich nie die Klarträumer, sondern es sind Menschen, die Traumata erlebt haben, mit Gewalt konfrontiert wurden, an PTBS leiden. Stelle dir mal vor, diese Menschen begegnen einer Mentorin wie meiner Ärztin im Schlaf? Und sie können sie um Hilfe bitten...

thumbsu

Zitat:Leider bin ich auf den Trick viel zu spät gekommen, aber er funktioniert. Lass dich einfach nach hinten fallen und stelle dir dabei vor, dass das Unbewusste / das Selbst dich sicher auffangen wird. Vielleicht ist das mehr dein Ding?  

Auf Anregung der Buhlman-Bücher hatte ich das für mich mal als Teil eines Frequenzerhöhungsexperiments eingesetzt(gibt auch nen Thread dazu). War aber nicht so prickelnd interessant im Einzelnen, als dass ich eine Fortsetzung für lohnend gehalten hätte. Das heißt natürlich nicht, dass es nicht für andere Träumer funktioniert. Vielleicht geh ich das auch nochmal an irgendwann..

Zitat:Meine Frage ist grade, ob im Klartraumforum schon eine „Challenge“, mit dem Vorhaben sich im Klartraum nach hintern fallen zu lassen, gemacht wurde?

Ich glaube nicht   normal

Zitat:
Zitat:Zu Frage 5. Aber würdest du nicht jeden Traum als einen geschützten, virtuellen Raum bezeichnen? Oder was sind die normalen Träume dann?

Ja, tatsächlich ist jeder Traum ein virtueller Raum. Der Unterschied zum transzendenten Traum ist, dass man sich hier bewusst ist, dass man noch ein Kind (siehe „die Ärztin“ oben) ist, welches hier lernen darf und kann. Deshalb empfinde ich es eher als einen geschützten Schulungs- und Lernraum, weil man sich eben seines Kindesdaseins bewusst ist.

Ok. Danke und

viele Grüße big
Zitat:Meine Frage ist grade, ob im Klartraumforum schon eine „Challenge“, mit dem Vorhaben sich im Klartraum nach hintern fallen zu lassen, gemacht wurde?

Wenn es dich interessiert, wie andere es erfahren, kannst du gerne hier deine Vorschläge und Ideen für die nächste monatliche Challenge einbringen:
https://www.klartraumforum.de/forum/show...#pid250906
Es würde mich freuen =)

Oneiroanutin

Hallo zusammen,
so wie neuge es schon geschrieben hat haben wir in der Klartraumgruppe Ruhrgebiet vor kurzem über das nach hinten fallen lassen gesprochen, um eine außerkörperlich Erfahrung einzuleiten, was auch bei zwei Personen prompt funktioniert hat. Ich selbst habs auch probiert, bin dadurch aber nur aufgewacht.

An anderer Stelle habe ich ebenfalls vom nach hinten fallen lassen gelesen, um einen Szenenwechsel herbeizuführen, wie hier schon mehrfach geschrieben ist wohl die Erwartungshaltung der ausschlaggebende Faktor für das Resultat einer Technik.

Ich glaube bei dem was Bartosz vermitteln will geht es im Kern um das Loslassen als Weg zur Heilung von den Verstrickungen des Egos. Zu solchen Verstrickungen zähle ich auch Lebenskrisen oder PTBS. Und dieses Loslassen scheint neue Traumebenen zu eröffnen. Welche Technik man dazu anwendet ist wurscht. Ich sehe auch Parallelen zum Traumyoga, dort werden verschiedene Techniken angewendet, um das Traumich zu lockern und schließlich aufzulösen.

Bartosz, dein Buch ist gestern angekommen, werde es mir in Ruhe zu Gemüte führen. big

liebe Grüße
Kristina
Moin,

@ Laura: Danke für das Feedback normal  Und für die Zusammenfassung. Zu dem dunklen Tunnel kommen wir später noch mal zurück. Das genauer zu erörtern, würde zu lange dauern. Wir kommen später dazu.
 
Zur der Challenge: Ich glaube, es reicht vorerst zu wissen, dass, wenn man sich nach hinten fallen lassen, einem nichts passieren kann und gleichzeitig, dass man auf diese einfache Weise realistischere Ebenen als die zuvor betreten kann. Denn umso realistischer die Ebenen werden, um so mehr können diese beim Aufwachen in die Wirklichkeit nachhallen. Und unsere eigene® Wahrnehmung / Bewusstheitsgrad wird dadurch erweitert. Dazu mehr am Traumbeispiel am Ende dieses Threads.

Was uns direkt zu Neuges Frage führt:
 
Selbsterfüllende Prophezeiungen? Und woran erkennt man das? Und in wieweit ein darüberstehendes Naturgesetz?

Ja. Träume sind (stets) selbsterfüllende Prophezeiungen. Dieses Phänomen gilt sowohl für normale Alpträume als auch für Klarträume.
 
Die Frage ist mehr, wie schafft man aus den eigenen Beschränkungen, die durch die eigene(n) Erwartungen, Sehnsüchte, Wünschen, die auf irgendwelchen Ängsten, Mängel und Leiderfahrungen aus der Vergangenheit basieren – und schlussendlich zu den selbsterfüllenden Prophezeiungen in den (Klar-)Träumen führen –, auszubrechen. Man dreht sich ja im Kreis.
 
Aber falls man den Kreislauf durchbrechen möchte, informiere ich hier über den „mystischen“ Tod. In dem Sinne – wie oben schon geschrieben – als Akt des Loslassens, der Selbstlosigkeit, des sich Fallenlassens und somit den Mut zu haben, den eigenen Willen (freiwillig) aufzugeben / abzugeben. Ohne natürlich irgendetwas zu erwarten.
 
Dabei ist es egal, ob der „mystische“ Tod selbst eingeleitet wird (durch den Sturzflug) oder durch andere Figuren, die einen erdolchen und zerstückeln drohen, oder Tiere, die einen auffressen wollen. Einfach diese Gelegenheit wahrnehmen, sogar auf sie aktiv zu laufen, die Angst, um den eigenen Körper einfach loslassen, und alles, was mit ihm womöglich passieren kann, zu lassen.
 
Ein wichtiger Tipp: Hier empfehle ich folgendes zu tun, kurz bevor die Traumfiguren / Tier, die nun mit unserem Traum-Ich körperlich zusammenstößt: Einfach die Augen schließen, die Figur umarmen oder »knuddeln« und sie um Vergebung zu bitten. Am besten die vier mächtigen Zauberworte aussprechen: »Es tut mir leid.« Es ist unwichtig, wer Recht hat oder nicht. Und dabei einfach entspannen...
 
Lasst Euch überraschen, was dann passiert, denn der mystische Tod hat eben paar mystische Überraschungen noch offen. Er offenbart sich deshalb als universeller Schlüssel,  um die eigene Wahrnehmung und Sensibilisierung nach und nach zu erweitern, weil er zeitgleich die Kontrollfunktion des „Ichs“ (alle Angste / Sorgen / Wünsche / Erwartungen) zurückschraubt.

Deshalb hier ein Vorgeschmack eines transzendenten Traums, wo ich bereits allen Traumfiguren und Tieren vertraue, egal was sie als nächstes mit meinem Körper tun. Ohne, dass ich irgendetwas erwarte oder mir wünschen. Ich lasse es geschehen. (Ausschnitt aus dem E-Book)
 
»Geisterfrau«  //  TT + H  //  18.10.2007
Ich wache in meinem Zimmer auf. Ich sehe ein Wesen auf meinem Regal. Es fängt an zu tanzen, ist fröhlich. Als ich es als schön und niedlich bewerte, verwandelt es sich in ein Monster, springt mir an den Kopf und fängt an, in meiner Schädeldecke zu bohren, was etwas drückt. Das Monster öffnet meine Schädeldecke und pflanzt mir einen Computerchip ein. Ich spüre keine Angst, weil ich bereits gelernt habe, dass solche Begebenheiten auf diesen Ebenen normal sind. Es war ja mein Fehler: Da ich das Wesen als niedlich und schön befand, habe ich es gedemütigt und herabgewürdigt. Kein Wunder, dass es sich in ein Monster verwandelte.
Ortswechsel: Ich bin in einer wunderschönen Stadt und so groß wie ein Kind. Ich höre leise eine Stimme zu mir sagen, dass ich dem Offizier folgen soll. Ich sehe einen auftauchen und folge ihm in ein schönes Gebäude. Auf dem Weg dorthin dreht sich eine Frau zu mir um, hält mich an, schraubt mir die Schädeldecke auf und pflanzt mir einen weiteren Computerchip hinein.
Wieder folge ich dem Offizier. Er setzt mich in einen futuristischen Stuhl, der dem aus dem Film »Total Recall« mit Arnold Schwarzenegger ähnelt. Wieder wird mir etwas ins Gehirn implantiert. Der Offizier meint: »Es geht auf eine Reise.«
Ich gerate in einen starken Sog, was etwas beängstigend ist. Ich lasse es zu. Zehn Sekunden später bin ich in einer sehr schönen Stadt – alles hier wirkt malerisch. Ich betrete ein Gebäude und begegne einer sehr hübschen Frau: So wie sie sich bewegt und lächelt, ist sie meine Traumfrau. Ich werte sie nicht und habe dabei das Gefühl, dass die eingepflanzten Computerchips meine Wertungen nicht zulassen. Sie kommt auf mich zu, umarmt mich, liegt plötzlich nackt auf meiner Brust.
Ich wache langsam in der Wirklichkeit auf. Auf meiner Brust liegt ein weiblicher schlafender Geist. Ein warmes Gefühl durchströmt meinen ganzen Körper. Es ist fantastisch schön. Ihr Geisterkörper verschwindet langsam. Ich lasse los und behalte das herrliche Gefühl. Einmalig.
 
Notiz: Noch nie zuvor habe ich mich mit Geistern beschäftigt und schon gar nicht an sie geglaubt. Ich bin überrascht, wie tief dieses Phänomen in mir existiert und wie früh mir diese Ebenen auf der Reise nahegebracht werden. Ich glaube immer noch, dass es eine perfekte Halluzination ist. Alle anderen Spekulationen würden mich zu sehr an meiner Wirklichkeit zweifeln lassen.
In diesem Zusammenhang vermutet der Psychiater Hinderk Emrich, dass der Hippocampus die spirituellen und religiösen Erfahrungen dann entstehen lässt, wenn die Zensurinstanz des Hippocapmus zum Beispiel durch Epilepsie beschädigt ist. In meinem Traum ließen die in mein Hirn eingesetzten Computerchips die Zensur des Hippocampus wohl vorübergehend ausfallen: Dadurch konnte ich die Geisterfrau in der Wirklichkeit beobachten.
____
 
Ich lasse diesen transzendenten Traum aus meinem 1. Lehrjahr mit den gesammelten initiierten Sterbeerfahrungen mal so stehen.
 
Herzliche Grüße
Bartosz
 
@ Liri: Dass mit der Challenge, da warten wir noch mal. Lieber nichts überstürzen. Wir lassen erstmal die Infos sacken. Ich habe darüber nachgedacht: Ein Vorschlag darf und kann von mir nicht kommen. Ich informiere nur. Jeder wie er mag und kann.

@ Meerfelix: Ein schöner Klartraum, diesen hätte ich auch nicht so schnell vergessen und wäre gerne dabei gewesen.

(28.03.2019, 09:10)Oneiroanutin schrieb: [ -> ]Ich glaube bei dem was Bartosz vermitteln will geht es im Kern um das Loslassen als Weg zur Heilung von den Verstrickungen des Egos. Zu solchen Verstrickungen zähle ich auch Lebenskrisen oder PTBS. Und dieses Loslassen scheint neue Traumebenen zu eröffnen.

Liebe Kristina,

Wunderbar formuliert. Ich wünschte, ich könnte manchmal meine Gedanken auch so auf den Punkt bringen. Aber genau, darum geht es.
 
Ich freue mich sehr, dass wir uns über das Buch mal austauschen können. normal  Danke dir!
 
Liebe Grüße
Bartosz
 
P.s: Leider kann ich  erst wieder ab Dienstag im Forum sein. Schnief.
Zitat:@ Liri: Dass mit der Challenge, da warten wir noch mal. Lieber nichts überstürzen. Wir lassen erstmal die Infos sacken. Ich habe darüber nachgedacht: Ein Vorschlag darf und kann von mir nicht kommen. Ich informiere nur. Jeder wie er mag und kann.


1. Ich verstehe ehrlichgesagt nicht, was du damit sagen willst. Kannst du vielleicht näher erläutern, warum du glaubst, dass du keinen Vorschlag machen "darfst"? Sich nach hinten fallen lassen, erscheit mir jetzt nicht so unglaublich anders als viele andere Dinge, die man im Klartraum machen kann.

2. Jeder® im Forum kann vorschlagen, und der Vorschlag mit den meisten Stimmen ist das Thema des Monats. Dh. die Vorschläge müssen sowieso noch gevotet werden.
Zitat:Sich nach hinten fallen lassen, erscheit mir jetzt nicht so unglaublich anders als viele andere Dinge, die man im Klartraum machen kann.

Sicherlich kann man da alles Mögliche draus machen oder entstehen lassen, wenn man es will. So wie beim Drehen um die eigene Achse, Zauberstab, Händereiben, Augenbewegungen xyz...
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