Klartraumforum

Normale Version: Spinnen
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Hey. Also ich hab gerade so ein Youtube-Video darüber geguckt, dass Horror filme anscheinend die Ängste der Gesellschaft wiederspiegeln. Dadrin wurde erwähnt, dass Menschen heutzutage viel mehr Angst von Terrorismus u. Ähnliches haben, als vor Klischees wie Insekten. Weil ich finde, dass Filme und Träume gewisse Parallelen besitzen, hab ich das ganze noch einmal auf (meine) Träume bezogen.
Dabei ist mir aufgefallen, dass ich sehr viel von Spinnen träume. Okay, gut, man verarbeitet im Traum ja vieles, was man am Tag gesehen hat. Aber ich persönlich begegne Spinnen viel öfters im Traum als in der Realität. Ich würde sogar sagen, sie kommen mindestens einmal in der Woche in meinen Träumen vor. Auch wenn ich Spinnen absolut nicht leiden kann, habe ich ganz bestimmt keine Todesangst vor ihnen.
Was meint ihr und wie siehts bei euch aus? Ich hab das Gefühl, ich kann nicht die Einzige sein bei der Spinnen ein klares Traumsymbol sind.
Könnte es tatsächlich eine Metapher für eine größere Angst sein? Oder geht es wirklich nur um die von Spinnen?
Hey Zuckerwatte,

Angst, Horror und "das Unheimliche" (gerne mal Sigmund Freud dazu lesen) und wie das Ganze erzeugt wird (z.B. in Film und Literatur) finde ich auch sehr interessant. Ich persönlich denke, dass die Auslöser für Angst immer sehr individuell sein können. Spinnen kann ich auch nicht gut leiden, aber um eine richtige Angst bei mir auszulösen, müssen noch andere Dinge hinzukommen.

Es gibt innerhalb der Filmtheorie einen interessanten Ansatz, der sich damit beschäftigt, wodurch uns etwas als "unheimlich" erscheint und was dieses Unheimliche überhaupt ist. Der passende Begriff dazu ist der "Uncanny-Valley-Effekt". Demnach wirken vor allem solche Dinge als unheimlich und/oder besonders verstörend, die gleichermaßen vertraut (also heimlich/ heimelig) sowie unvertraut (also unheimlich/ unheimelig) sind. Als Beispiel wurde die Figur des Untoten gewählt. Natürlich ändern sich solche Motive, für den anderen können zum Beispiel Geister- oder Gespenstergestalten eine ähnliche Wirkung haben oder auch Puppen (im Dollhorror sehr beliebt). Alle diese Figuren weisen enorme Ähnlichkeit zum belebten Menschenwesen auf und vereinen gleichzeitig paradoxe Elemente (z.B. die klassische Puppe, die zum Leben erwacht).

Dass man das überhaupt gruselig finden kann begründet Freud z.B. damit, dass derartige Paradoxa wie bei der belebten Puppe gewisse Urprozesse in uns ansprechen, die wir eigentlich überwunden haben, z.B. die kindliche Annahme, Gegenstände wären belebte Objekte. Passiert es nun, dass eine Puppe doch zum Leben erwacht widerspricht das dieser Erkenntnis und man durchlebt eine Art Regression - das macht uns dann Angst, weil die "logischen Gesetze" scheinbar doch nicht (mehr) greifen. Ich sehe darin auch eine Grundangst (vllt. aller Menschen?) vor einer generell undurchsichtigen und unkontrollierbaren Umgebung. Ich selbst habe diese Angst auch z.B. öfter in Klarträumen, da alles möglich ist, auch unheimliche Dinge können geschehen.

Wo wir beim Thema Träume wären.

Ich glaube nicht, dass ein und das gleiche Traumsymbol bei allen die gleiche Bedeutung hat. Andererseits sind gewisse Symboliken schon soziokulturell verankert und daher "archetypisch". Die Spinne wird öfters mit der Mutterfigur gleichgesetzt, Vögel mit Freiheit, Blüten mit Fruchtbarkeit etc. Ich finde diese Bezüge durchaus interessant, würde aber immer auch hinterfragen, was ich selbst überhaupt mit den Traumsymbolen verwende. Wenn jemand Spinnen mag und absolut faszinierend findet, kann man sie wohl eher schlecht als etwas Horrorartiges deuten z.B.

Ob man von etwas "einfach nur so" träumt glaube ich persönlich nicht wirklich. An sich spielt das für mich auch nicht so die Rolle, solange mich der Traum bzw. seine Themen auf irgendwelche neuen Gedanken bringt oder mich inspiriert hat er für mich persönlich schon seine "Funktion" erfüllt. big
Hallo Käferfrau,

Interessante Ideen, danke. Das mit der Uncanny-valley hatte ich auch schon mal gehört (Vsauce, woohoo). Die ganze menschliche Psyche ist sowieso faszinierend... vielleicht sollte ich echt mal etwas Freud lesen. Ich habe zwar gehört, seine Ideen sind veraltet, aber etwas Psychologie kann ja nicht schaden.

Du hast Recht, eigentlich können diese ganzen Symbole gar nicht so universell sein. Spinne als Mutterfigur? Bei mir ganz bestimmt nicht haha. Trotzdem interessiert mich das mal, ob andere die gleichen Erfahrungen haben
(13.11.2016, 20:05)Zuckerwatte schrieb: [ -> ]Die ganze menschliche Psyche ist sowieso faszinierend... vielleicht sollte ich echt mal etwas Freud lesen. Ich habe zwar gehört, seine Ideen sind veraltet, aber etwas Psychologie kann ja nicht schaden.

Bei Freud scheiden sich oftmals die Geister. Ich persönlich finde aber, dass er irgendwie unumgänglich ist, allein weil er der Vater der Psychoanalyse ist. Seine Gedanken sind einfach interessant und irgendwie kann man doch aus allem etwas für sich ziehen und sei es eben, dass man NICHT damit übereinstimmt.

Ich hab mal ein PDF eingefügt, das ich noch habe zu Freuds Unheimlichen. big

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Zu Universalität der Symbole fällt mir noch ein, dass ich es eher schwierig finde, sowas zu "beweisen" oder zu widerlegen. Ich persönlich würde die Spinne bei mir auch nicht als Muttersymbol ansehen und trotzdem glaube ich, dass es immer Mechanismen in einem gibt, die für uns so selbstverständlich sind, dass wir sie nicht mal als Mechanismen "er-kennen" können. Umso interessanter, diese Dinge mal gründlich zu hinterfragen... augenroll
Ich habe ebenfalls ein zwiegespaltenes Verhältnis zu Spinnen. Einerseits gibt es einige wirklich schöne Expemplare, aber dennoch reagiere ich auch auf diese phobisch, bis panisch. In einem Klartraum war ich den 8-Beinern hilflos ausgesetzt, nur ein Trick "rettete" mich. Habe auch eine zeitlang bewusst Spinnen vorm Einschlafen visualisiert, um im Traum meine Phobie zu verarbeiten. Auch wenn ich in den Träumen deutlich weniger phobisch reagiere, als im 3D-Leben, ist mein Verhältnis zu ihnen nicht normal. Das interessante ist, dass weder meine Eltern, noch die meisten meiner Geschwister Spinnenphobiker sind. Weshalb es gerade mich erwischt hat weiß ich nicht. Vermute mal unglücklich geschaltete Gene mit Angsterinnerungen an rauhe Vorvergangenheit, wo solche Tiere durchaus das Leben beenden konnten. Vielleicht war ich ja auch mal ne Fliege im Netzt einer Spinne? big Kann aus meiner Weltsicht heraus alles sein.

Der spinnige Klartraum:
http://www.klartraumforum.de/forum/showt...?tid=16001
Mir geht es ähnlich mit den Spinnen, aber am schlimmsten sind bei mir Hunde. Ich habe eigentlich gar nichts gegen sie und weiß auch nicht woher diese Angst kommt aber seit ich denken kann habe ich eine Hunde Phobie bigsad
Im Traum werde ich dann oft von einem schwarzen kläffenden Hund verfolgt. Bleibe ich dann mal stehen bleibt er auch stehen und verhält sich ganz ruhig aber sobal ich wieder weglaufe wirkt er sehr aggressiv ...
Ich sehe das so, dass beides zutrifft:

Wenn Spinnen einem im Traum begegnen, ist es deswegen, dass man Spinnen im Wachleben vorher begegnet ist und sie spiegeln seine eigenen Ängste wider.

Vor Spinnen habe ich keine Angst. Bei giftigen und gefährlichen schon. Ich habe eher vor schlimmen Krankheiten und Heuschrecken Angst.
Ich hatte einen Traum, in dem ich gegen Ende zunehmend klarer wurde.

Dieser endete mit einem Haufen Spinnen, die scheinbar aus dem Nichts zu kommen schienen und auf meinem Arm und meinen Beinen herumkrabbelten.
glare fluechtfluechtfluecht

Da ich in Sachen Krabbeltiere absolut kollabieren kann (Besonders Spinnen!!), markiert dieser Traum den ersten und Gott-Sei-Dank bisher einzigen KT, aus dem ich aufgrund von Angst erwacht bin.

Selbst nach dem Aufwachen hatte ich noch dieses Krabbelgefühl... *schauder*