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Technik-Sammlung zum Auslösen, Stabilisieren und Verlängern von KT» Viele Praxis-Tips, Anleitungen zum Klarträumen

Technik-Sammlung zum Auslösen, Stabilisieren und Verlängern von KT
#1
22.01.2014, 23:58
ANLEITUNG ZU LUZIDEN TRÄUMEN

1. Motivation dieses Textes
2. Auslösen luzider Träume
3. Stabilisieren der luziden Welt
4. Verlängern der luziden Phasen

Kapitel 1. Motivation dieses Textes

Diesen Text habe ich erstellt, um Menschen, die an luziden Träumen interessiert sind, meine bisherigen Erfahrungen damit zu vermitteln. Er enthält ausschließlich Techniken, die von mir selbst erfolgreich erprobt wurden und ist deshalb relativ persönlich gehalten. In gewisser Weise ist dieser Text also ein Erlebnisbericht. Mag sein, dass meine eigenen Erfahrungen nicht komplett verallgemeinerbar sind, aber sie werden sicher dem einen oder anderen helfen, sich schneller in der anfangs ungewohnten Traumwelt zurechtzufinden.

Der eine oder andere wird diesen Text in ähnlicher Form schon mal gesehen haben im Internet, ich habe ihn vor vielen Jahren schon veröffentlicht, und nun etwas überarbeitet.

Kapitel 2. Auslösen luzider Träume

Es gibt unzählige Techniken, aber meiner Erfahrung nach sind nur drei Dinge wirklich notwendig, um luzide Träume zu haben:

1. Gute Traumerinnerung. Obwohl das vordergründig nicht direkt mit luziden Träumen zu tun hat, ist es eine notwendige Voraussetzung für luzide Träume, wie jeder Praktiker bestätigen wird. Zu diesem Zweck führt man am besten ein Traumtagebuch, wo man morgens recht bald nach dem Aufwachen Stichworte aller Träume, an die man sich erinnert, einträgt. Nicht verzweifeln, wenn man sich mal an nichts erinnert. Wenn man regelmäßig seine Eintragungen macht, steigert sich das Erinnerungsvermögen erstaunlich schnell.

2. Ernstnehmen der Träume. Das bedeutet, sich wirklich regelmäßig mit ihnen auseinanderzusetzen und Träume als eigenständige Welt anzuerkennen.

3. Ausreichend Schlaf ! Das sagt jedenfalls meine Erfahrung. Fast alle meine luziden Phasen traten morgens auf, nachdem ich schon mindestens 7 Stunden geschlafen hatte. Je mehr, um so besser und um so wahrscheinlicher eine luzide Phase. Während den echten Erholungsphasen, wo der Körper den Schlaf braucht, ist an luzide Träume kaum zu denken. Erst wenn das Bewusstsein in die Borderland-Phase zwischen Wachsein und Schlafen eintritt, wird es interessant. Man kann sich auch mittags oder nachmittags für einige Zeit hinlegen, da ist es manchmal möglich, direkt in einen LT einzutauchen. Die Traum-Qualität ist dann aber meistens etwas chaotischer als bei LT's, die am Ende der Nachtruhe auftreten.

Sind diese drei Dinge erfüllt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich luzide Phasen einstellen.

Also gut, die drei Punkte sind erfüllt, wie löse ich jetzt konkret LT's aus ? Gewöhnlich gar nicht ! Sie kommen einfach so, ohne konkreten
Grund. Mitten in einem gewöhnlichen Traum weiß man auf einmal, dass man träumt und wird luzid. Ganz selten ist es ein merkwürdiges Ereignis im Traum, das einen 'aufweckt'. Im Traum erscheinen solche 'merkwürdigen Ereignisse' nämlich dummerweise als durchaus normal. Deshalb halte ich nicht viel davon, sich im Wachzustand jede Stunde zu fragen, ob man träumt, in der Hoffnung, dass der Traumkörper das dann auch macht und luzid wird (das ist eine der Techniken, um LT's auszulösen).

Es gibt allerdings eine Situation, in der man LT's relativ leicht bewusst auslösen kann: wenn man morgens im Borderland-Zustand aufwacht, kann man oft einen luziden Traum bewusst auslösen, denn da ist das Körpergefühl noch weg und ein Austritt fällt relativ leicht. Bisher habe ich zwei Möglichkeiten erfolgreich ausprobiert, um das vom Borderland aus zu schaffen (man sollte das recht schnell nach dem Aufwachen versuchen, und den physischen Körper dabei nicht bewegen, dann hat man größere Erfolgsaussichten):

a) Rausdrehen des Traumkörpers:

man dreht in Gedanken seinen Traumkörper aus dem physischen Körper, der total ruhig bleiben muss, raus, lässt ihn z.B. aus dem Bett springen. Das hört sich sehr abstrakt an, aber in der konkreten Situation hat man oft ein sehr deutliches Körpergefühl des Traumkörpers, und oft ist durch Hin-und-Herbewegen ein Austritt (also Abtrennung vom physischen Körper) möglich. Seitliches Rausdrehen funktioniert bei mir am besten. Meistens landet man dann irgendwo auf dem Boden seines Zimmers. Oft ist die Sicht anfangs sehr schlecht, man sollte dann so schnell wie möglich versuchen, ins Freie zu gelangen. Warum genau ist mir auch nicht klar, aber es hilft einfach. Das Dümmste ist, aufs eigene Bett zu starren, denn normalerweise liegt niemand drin, sprich man hat sich in eine andere Welt katapultiert. Das führt zu ziemlicher Verwirrung, und man bekommt Probleme, sich in der neuen Welt zu halten. Solange ich in der Nähe meines Ausgangspunkts (meines Zimmers) war, habe ich auch oft einen starken Sog gespürt, der mich quasi ins Bett zurückziehen wollte. Also: so schnell wie möglich raus aus dem Zimmer, wenn man diese Technik anwendet. Bei der folgenden Technik ist das egal...

b) Imaginieren:

Augen zu und eine bekannte Szenerie (am besten funktioniert bei mir die Umgebung des Hauses, wo ich viele Jahre als Kind gelebt habe) so deutlich wie möglich imaginieren. Das Reinspringen geschieht dann fast von selbst. Man findet sich auf einmal samt Traumkörper genau in der Szene wieder und kann von dort starten. Einfach ausprobieren und den *Körper* die Technik lernen lassen, es gibt dabei nicht viel zu verstehen.

Für beide Techniken ist es notwendig, schon ein gewisses Gefühl für die Bewegungen des Traumkörpers zu haben. Einfach mal im Borderland-Zustand experimentieren, ist gar nicht so schwer. Man muss sich nur daran gewöhnen, den Traumkörper durch Gedankenkraft zu bewegen.

Kapitel 3. Stabilisieren der luziden Welt

Ist man in der Traumwelt luzid geworden, sollte man ein paar Dinge beachten, um nicht gleich wieder rauszufliegen (also aufzuwachen oder in einen nicht-luziden Traum abgleiten).

1. Verläßliche Reality-Check Technik verwenden

Diesen Punkt stelle ich an den Anfang, da man öfters mal Bedarf dafür hat (nicht immer, manchmal ist es sonnenklar, daß man träumt).

Bei den diversen Vorschlägen in diesem Forum mußte ich oft schmunzeln. Da werden zB irgendwelche Effekte beschrieben, die man mit einer Digitalkamera verifiziert. Ich hatte aber noch nie eine Kamera im Traum dabei big

Das ganze Thema kann man aus meiner Sicht abkürzen durch folgende Anforderungen:
- Die Technik muß absolut verläßlich sein. Was bringt es mir, wenn es nur meistens klappt ? Das wäre Zeitverschwendung
- Die Technik muß auch in Dunkelheit funktionieren (damit fallen viele Techniken raus, wie zB Schriften lesen). Das ist sehr wichtig, denn das kommt öfters vor
- Die Technik darf die Stabilität des Traums nicht verschlechtern. Hierzu das Beispiel „auf die Hände sehen“. Durch die auf sich selbst bezogene Wahrnehmung kann dies problematisch sein, da das Selbstbild ein kritischer Bestandteil der Traumwelt ist.
- Die Technik muß schnell und einfach ausführbar sein, und muß maximal unabhängig sein von Parametern der Traumwelt
In meiner Traum-Praxis läuft das auf den sogenannten Nasen-RC hinaus (Nase zuhalten und einatmen). Perfekt geeignet, für mich 100% sicher und immer anwendbar.

2. Emotional weitgehend unbeteiligt bleiben !

Das geht los beim luzid werden: Anfänger freuen sich gewöhnlich sehr darüber, werden sehr aufgeregt und fliegen deshalb recht schnell wieder raus. Im Lauf der Zeit sollten luzide Träume zu etwas 'Normalem' werden, man sollte also während dem Zustand nicht davon beeindruckt sein. Hat man den ersten Augenblick überstanden, kommen die nächsten Hürden: Die sozialen Filter fallen weg, und der emotionale Anteil gegenüber dem rationalen Anteil ist verglichen mit dem Wachbewußtsein verstärkt. Es ist deshalb nicht leicht, planvolle Aktionen durchzuführen, man wird schnell abgelenkt. Der Traumkörper muss erstmal etwas diszipliniert werden, er darf sich nicht einfach wie ein Blatt im Wind bewegen, sondern sollte unserem Willen gehorchen. Das erfordert viel Übung. Hilfreich ist, wenn man sich schon vorher überlegt hat, was genau man im nächsten luziden Zustand machen will. Manchmal (bei weitem nicht immer) erinnert man sich dann daran und kann halbwegs nach einem Plan vorgehen.

Faustregel: starke emotionale Beteiligung kostet viel Traumenergie und führt fast immer zu einem vorzeitigen schnellen Ende der luziden Phase. Ganz deutlich merkt man das bei sexuellen Aktivitäten in einem LT.

2. Nichts längere Zeit fixieren !

Die meisten Traumwelten haben die Angewohnheit, flüchtiger als die Alltagswelt zu sein. Man hat oft das Gefühl, nicht richtig sehen zu können, weil es verschwommen oder dunkel ist. Das bedeutet, die Wahrnehmung ist nicht voll auf diese Welt eingestellt. Jetzt darf man einen Fehler nicht machen: einen Gegenstand der Umgebung für längere Zeit fixieren, um ihn scharf gestellt zu bekommen. Man fliegt nämlich dann gewöhnlich raus aus dem Traum, die Welt löst sich auf. Um seine Umgebung zu erkunden, sollte man besser die Technik des Anhaltepunktes verwenden (ähnlich wie es Castaneda empfohlen hat): man sucht sich einen Gegenstand der Umgebung als Ausgangspunkt aus, zu dem man regelmäßig wieder zurückkehrt zwischen dem Betrachten anderer Gegenstände. Jeder Gegenstand wird nur flüchtig angeschaut ! Damit kann man die Welt einigermaßen stabilisieren. Die eigenen Hände sind zum Beispiel gut geeignet als Ausgangspunkt, weil man die meistens bei sich hat :-)

Oft hilft es auch, einfach mal loszulaufen, dann ändert sich nämlich auch die Umgebung, und die Gefahr des Fixierens ist geringer. Das ist meine bevorzugte Methode, um mich in der luziden Welt zu halten.

Eine weitere Möglichkeit ist es, irgendwelche Gegenstände kurz (!) zu berühren, das ergibt auch einen engeren Kontakt zur Traumwelt und somit eine Stabilisierung. Bei mir hat es sich als sehr hilfreich erwiesen, den Boden kurz zu berühren mit den Händen, das zeigte besseren Erfolg als das anschauen der eigenen Hände.

Kapitel 4. Verlängern der luziden Phasen

Hier ist zu unterscheiden zwischen Techniken, die man während eines LT's einsetzt, um ein Rausfliegen zu verhindern, und Techniken, um im Alltagszustand genügend Energie für luzide Träume sammeln zu können.

a) Techniken im luziden Zustand:

Man kann versuchen, bewusst Einfluss nehmen auf die Helligkeit im Traum. Grob gesagt, je heller, desto länger dauern dann die luziden Phasen, habe ich festgestellt (natürlich nur, wenn man die Regeln einhält, um nicht vorzeitig rauszufliegen).

Wenn man merkt, dass sich die Traumwelt auflöst, kann man sich auch schnell mit geschlossenen Augen um die eigene Achse drehen, mit etwas Glück landet man in einer neuen luziden Welt. Hat sich bei mir allerdings nicht gut bewährt, ich fliege meistens trotzdem raus.

Weiterer Tip: die Augen schließen und sich nach hinten fallen lassen. Dies ist eine sehr mächtige Technik, obwohl so einfach. Ihr werdet feststellen, daß ihr in ziemlich seltsamen Welten landet, ich kann das nicht genau beschreiben. Die Traum-Qualität dort ist definitiv anders, und die Chancen stehen nicht schlecht, die Luzidität zu erhalten.

Wenn man direkt nach einer luziden Phase aufwacht, sollte man sich bewusst sein, dass man möglicherweise noch nicht in der Alltagswelt aufgewacht ist! Dieser Effekt kann sogar mehrfach auftreten. Man sollte in einer solchen Situation einen Realitäts-Test (Nasen-RC) machen, denn das Aufwachen wirkt gewöhnlich *sehr* real, oft ist auch die Welt überhaupt nicht verschwommen.

b) Verhaltensweisen in der Alltagswelt:

Man kann durch obige Techniken luzide Phasen nur bis zu einem gewissen Grad verlängern, denn irgendwann ist die Traumenergie einfach erschöpft. Die Frage ist, durch welche Verhaltensweisen in der Alltagswelt kann man Traumenergie ansammeln und welche Handlungen brauchen Traumenergie auf ?
Dieses Gebiet ist noch ziemlich unerforscht, und jeder von euch ist aufgefordert, eigene Experimente zu unternehmen. Ein guter Einstiegspunkt sind sicher Carlos Castanedas Bücher. Die Anweisungen, die er von Don Juan erhält, zielen größtenteils darauf ab, Energie zum Träumen freizusetzen, die gewöhnlich an andere Dinge gebunden ist (z.b. das Klammern an materielle oder soziale Werte). Die diesbezüglich wichtigste Technik, die er beschreibt, ist die Rekapitulation des Lebens. Ziel dabei ist es, sämtliche Energie, die man in früheren Erlebnissen zurückgelassen hat, wieder einzusammeln. Dadurch werden die Erlebnisse emotions-neutral gemacht. In letzter Konsequenz führt diese Technik zur Auflösung der Vergangenheit, die Erinnerungen werden sozusagen freigegeben, und das Ego wird kleiner bzw. verschwindet ganz. Das kann auch ziemlich furchterregend sein...

Fazit: viel Spass beim Erforschen der luziden Traumwelten und lasst mich wissen, ob dieser Text euch geholfen hat !

Gute Reisen cool

Euer Klangträumer
Grüße

Klangträumer
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RE: Technik-Sammlung zum Auslösen, Stabilisieren und Verlängern von KT
#2
23.01.2014, 10:52 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 23.01.2014, 11:14 von Laura.)
Zitat:Er enthält ausschließlich Techniken, die von mir selbst erfolgreich erprobt wurden und ist deshalb relativ persönlich gehalten.

Hey big interessant zu lesen, deine Techniksammlung!

Bisher haben wir nicht so viele, mir fallen grad nur Dons, spells und meine ein...

Ich nehme mal an, dass du das vielleicht im Laufe der Zeit noch fortsetzen wirst, man entdeckt ja immer mal was Neues big

LG Laura

PS: Vielleicht noch ergänzend, gerade wenn du Tipps für andere gibst, sollte das persönliche Erleben nochmal betont werden. Betrifft z.B. das Fixieren im KT(führt nicht bei jedem Träumer überwiegend zum Rauswurf), die Traumkörperdisziplin, die notwendige Traumerinnerung(die ich selber auch nicht bestätigen würde bigwink )...
Klarträumer sind Stehaufmännchen
Der Traumstrom kennt kein Leid. (02/15, K1)
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RE: Technik-Sammlung zum Auslösen, Stabilisieren und Verlängern von KT
#3
06.03.2015, 20:09
Hallo Klangräumer,

ich habe gerade die Technik-Sammlung gelesen - sehr hilfreich, vielen Dank!
Ich habe darauf geantwortet um den Thread wieder nach vorne zu holen bigthumbsu
Das hilft bestimmt noch Anderen Träumern....
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