Klartraumforum

Normale Version: Klartraum-Angst (die Erkenntnis zu träumen lähmt mich)
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Hey Leute,
vor knapp zwei Jahren habe ich zum ersten Mal vom Klarträumen erfahren und fand es von Anfang an sehr spannend. Seitdem habe ich mehrere Bücher gelesen und mich viel mit der Thematik beschäftigt. Im Wachzustand (unter vollem Bewusstsein) finde ich die Vorstellung einen Klartraum zu haben wirklich klasse, doch leider habe ich da ein riesen Problem.

Mein Problem ist, dass ich meine nicht-luziden Träume als absolut real empfinde. Für meinen Traumcharakter ist der Traum die derzeitige Realität, ganz gleich welch absurde Traumszene sich derzeitig abspielt. Sobald ich den Traum als solchen erkenne, bricht für mich eine Welt zusammen. Ich würde sogar behaupten, dass man von einem Schock ähnlichen Zustand sprechen kann.

Es ist in keinster Weise mit dem Wachzustand zu vergleichen. Stellt man im Wachzustand seine Realität in Frage, dann kommen dabei immer offene Fragen heraus. Wie etwa „Ist das hier alles wirklich real?“ oder „Ist das ganze Leben nur ein langer Traum?“. Offene Fragen über die man willkürlich philosophieren kann. Das Erkennen eines Traums hingegen ist eine Tatsache. Im Bruchteil einer Sekunde erkennt man die Realitätslüge. Eine feste Tatsache, dass alles was man gerade durchlebt hat pure Lüge ist. Es schockiert mich, treibt meinen Puls hoch und nimmt mir die Luft zu atmen.

Ich erlebe das folgendermaßen:
Sobald ich meinen Traum in Frage stelle folgt sofort die Traumerkenntnis. In diesem Moment stellt sich der Schock ein, ich schnappe einmal heftig nach Luft und werde in meinen Traumkörper gepresst. Es ist wie als würde man mit 100 km/h heftig abbremsen und sofort wieder stark beschleunigen. Ein richtiger Kick der von dem Schock der Realitätslüge begleitet wird. Ich kriege immer Angst und diese Angst weckt mich auf.

Obwohl ich im Wachzustand gerne einen Klartraum hätte überkommt mich die Angst, sobald sich die Chance dafür auftut. So hatte ich allein in diesem Jahr locker 50 Chancen in einen KL zu kommen. Meistens morgens, wenn ich mich nochmal umdrehe zum weiterschlafen tun sich Lichtblitze vor mir auf und ich könnte leicht einen Direkteinstieg haben.

Jetzt gerade beim Schreiben unter vollem Bewusstsein denk ich mir WOW GEIL KLARTRAUM JA NATÜRLICH… aber sobald ich den Traum erkenne und den Schock kriege will ich sofort erwachen, weil die Vorstellung der Lüge so schrecklich für mich ist. Es macht mich fertig.Aber auch morgens, wenn ich die Lichtblitze vor mir sehe will ich sofort erwachen. Vielleicht weil mein Gehirn einen KL direkt mit diesem schrecklichen Schock verbindet und sich kein Mensch gerne (freiwillig) negativen Gefühlen aussetzt. Sehe ich die Lichtblitze und schon eine unklare Traumwelt vor mir, will ich sofort daraus, statt rein.

Im vollen Bewusstsein des Wachzustands könnte ich mir dafür regelrecht in den Arsch beißen, trotzdem kriege ich mich kein einziges Mal dazu anders zu handeln, wenn es soweit ist.

Hat jemand irgendeinen Ratschlag der über so 0815 Sprüche wie "entspann dich" oder "stell dich deiner Angst" hinausgeht? Ich wäre sehr dankbar für jegliche Art von Antworten und Kommentaren.

Mfg
Marcel
Hm, schwieriges Problem...

Außer "stell dich deiner Angst" fällt mir nicht wirklich was dazu ein. Ich kann das auch nicht richtig nachvollziehen, weil ich beim Klarwerden nur euphorische Gefühle habe und so geht es denke ich fast allen Klarträumern.

Beschreibe das Gefühl doch mal genauer... ist es Angst, weil du dich in einer ungewohnten Umgebung befindest? Trauer, weil es eine unwirkliche Scheinwelt ist? Schock, weil du mit einer anderen Realität konfrontiert wirst?
Ich würde hier versuchen, mich allmählich an die Klarträume zu gewöhnen. So wie die meisten erst mal ihre überschwängliche Euphorie bändigen müssen, musst du dich wohl auch an die ungewohnte Situation gewöhnen - nur anstatt die Euphorie die Angst mildern. Sodass du dann irgendwann klar wirst und denkst: "Okay. Klartraum. Hatte ich schon oft genug. Das ist gar keine Lüge, weil ich es ja wahrnehme. Also erstmal umsehen!" Irgendwann würde dein "Traum-Ich" diese imaginäre Welt einfach akzeptieren, so wie andere eben nicht mehr sofort losfliegen und aus lauter Freude sonst gar nichts machen können und erst allmählich eher Handlungsmacht erlangen.
Hallo zusammen,
@Weltenträumer: Wenn ich em2k richtig verstehe, dann ist dein Rat eher Schall und Rauch, denn er / sie versuchts ja schon seit mindestens einem Jahr und kommt nicht weiter. Von einer Gewöhnungsphase kann ich da meiner Meinung nach nach so langer Zeit nicht mehr sprechen.

@em2k: Es sieht für mich ganz so aus, als sei bei dir im tiefsten Inneren eine Blockade. Das rauszufinden, wo diese Blockade sich befindet und wie du sie auflöst, ist natürlich eine schwierige Sache und von außerhalb deiner Selbst sehr schwierig. Eigentlich kannst du das nur rausfinden. Dennoch will ich dir gerne versuchen zu helfen, wenn ich kann: Hattest du vielleicht früher als Kind (oder immernoch) sehr viele, sehr heftige Alpträume, sodass die Angst an einen solchen Traum evtl. wieder hochkommt, sobald du weißt, dass es ein Traum ist? Oder ist es doch eher "nur" ein Schock darüber, dass du gerade in einer vorgelogenen Realität unterwegs bist? Also, mir würde eine konkretere Beschreibung der damit verbundenen Gefühle auch sehr weiterhelfen, um dir evtl. einen Rat geben zu können. Ich selbst hatte als Kind viele Alpträume und auch Klarträume (meist falsches Erwachen) und in denen hatte ich immer Angst, dass sie zu Alpträumen werden könnten. Wie ich das allerdings dann Schritt für Schritt hinbekommen habe, dass diese Angst jetzt meistens nicht mehr auftaucht (schon vor dem "bewussten" Klarträumen), weiß ich jetzt auch nicht mehr konkret. Ein großer Teil war glaube ich, dass ich mich einfach für eben jene Alpträume interessiert habe und festgestellt hatte, dass es teilweise so sinnloses Zeugs war, dass es schon wieder lustig wurde... Das war aber wohl nicht das Einzige und das ganze war ein langer und stetiger Prozess, was auch mit meiner gesamten Einstellung zur Traumwelt und zum ganzen Leben zu tun hatte. Aber, ohne konkrete Gefühlsbeschreibung (musst dich aber nicht hier gleich ausziehen...) ist es schwierig, daraus jetzt einen Rat für dich zu generieren, auch, wenn ich dir gerne ohne blöde Sprüche helfen würde... Smile

Ich hoffe also in deinem Interesse auf weitere Angaben dazu. Wenn ich dir dann nicht helfen kann, hoffe ich, dass andere hier was hilfreiches sagen können, dafür sind wir ja da.

Bis dahin, viele Grüße
DF
Zu dem Schockzustand bei der Erkenntnis kann ich dir leider auch nicht wirklich etwas sagen. Ich kann mich noch an manche Traumsituationen erinnern, in denen ich etwas mit der Realität Unvereinbares bemerkt habe, aber mich erstmal geweigert habe, einen RC zu machen: und zwar deswegen, weil der Traum bis dahin absolut real für mich war und es mich erschüttert hätte, wenn ich nun herausfinden würde, dass es sich hierbei nicht um die stabile Welt des Wachlebens handelt.
Aber weil ich mich meistens an unkonventionellen Überlegen erfreuen kann, mache ich dann doch einen RC. Dabei denke ich mir: Okay, seis drum, vielleicht stellt sich jetzt heraus, dass die Welt um mich herum wirklich nur Bilder in meinem Kopf sind. Das hat ja auch einige Vorteile, also sollte ich die Chance wahrnehmen. Das ist dann so eine typische DILD-Situation, wie ich sie mir wünsche, weil sie bei mir kaum mit Angst verbunden ist.

(15.10.2010 04:28)em2k schrieb: [ -> ]Aber auch morgens, wenn ich die Lichtblitze vor mir sehe will ich sofort erwachen. Vielleicht weil mein Gehirn einen KL direkt mit diesem schrecklichen Schock verbindet und sich kein Mensch gerne (freiwillig) negativen Gefühlen aussetzt. Sehe ich die Lichtblitze und schon eine unklare Traumwelt vor mir, will ich sofort daraus, statt rein.

Hier allerdings klingt es so, als hättest du schon Angst vor dem Einsetzen der hypnagogen Eindrücke. Davon kann ich persönlich ein Lied singen, aber kann nicht behaupten, diese Angst überwunden zu haben. Aber ich arbeite dran.
Ich will jetzt aber erstmal nichts Näheres dazu schreiben, weil ich womöglich total am Thema vorbeischreibe und es gar nicht das ist, was du meinst.
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